Uhr, fahrrderden e. ahrt 18er nd er on 0Uise 1t. ete en nine 1er es enern is itet in ber em ar! atteste Praus. ten. 1887. 887. 30.95 30/85 d=Kurse. und Söhne. 1887. riefe. Geld. 9.15 8 80 * 8•90c *** 74 Kreisbiarr Aboi für den Landkreis Dortmund und den Kreis Hörde. Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Kei onnements= Pre i oon Duartal 1 Mark 5o Bso. guberhalb des Leserkreis 15 Pfe; Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. Nr. 72. Schwerte, Donterstag, 16. Juni 1887. Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. 20. Jahrgang. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe XIII. zu den Neumärkischen Schuldverschreibungen. Die Zinsscheine zu den Neumärkischen Schuldverschreibungen Reihe XIII. Nr. 1 bis 8 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli 1887 bis 30. Juni 1891 werden vom 13. Juni d. I. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92, vormittägs von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonnund Festtage und der letzten drei Geschäftstage jeden Monats ausgereicht werden. Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die RegierungsHauptkassen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskasse bezogen werden.„. Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigten Zinsscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem kaiserlichen Postamte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerierte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Empfangsbescheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben. In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den inner halb der Monarchie wohnenden Inhabern der Zinsscheinanweisungen nicht einlassen. Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben. Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen. Berlin, den 11. Mai 1887. Haupt=Verwaltung der Staatsschulden. Sydow. „„* Obige Bekanntmachung wird mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Interessenten, welche die Ausreichung der fraglichen Zinsscheine durch Vermittelung der hiesigen RegierungsHauptkasse bewirken wollen, die Talons mit einem doppelten Verzeichnisse übergeben müssen. Die Formulare können sowohl bei der RegierungsHauptkasse, als auch bei den sämtlichen Steuerkassen des Bezirks in Empfang genommen werden. Arnsberg, den 18. Mai 1887. Königliche Regierung. v. Rosen. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach der kaiserlichen Verordnung vom 7. d. Mts.— Reichsgesetzblatt Seite 155— in Abänderung der Vorschrift des§ 2 der gleichartigen Verordnung vom 4. Juli 1883(Reichsges.=Bl. S. 153) bewurzelte Gewächse, welche zur Kategorie der Rebe nicht gehören, in Zukunft auch aus den bei der internationalen Reblaus=Konvention vom 3. November 1881 nicht beteiligten Staaten zur Einfuhr in das deutsche Reichs= und Zollgebiet zuzulassen sind, wenn eine bei der betreffenden Eingangsstelle von einem Sachverständigen auf Kosten des Verpflichteten vorgenommene Untersuchung die Unverdächtigkeit der Sendung bezüglich des Vorhandenseins von Reblausspuren an derselben ergibt. Als Eingangsstellen für die in Rede stehenden Pflanzensendungen sind an der preußischen Außengrenze lediglich die Hauptzollämter Myslowitz, Liebau, Eydtkuhnen, Pillau, Königsberg i. Pr., Danzig, Stettin, Kiel, Flensburg, Hadersleben, Geestemünde, Aachen(einschließlich der Zollabfertigungsstelle im Bahnhof Templerbend), Emmerich(einschließlich der beiden dortigen Dampfschiffabfertigungsstellen) und Kaldenkirchen(einschließlich der Zollabfertigungsstelle am Bahnhof daselbst), ferner die Zollexpedition am Bahnhof Luxemburg und die Nebenzollämter Wogens und Weener anzusehen. Die gedachten Zollstellen 2c. sind zuständigerseits mit entsprechender Anweisung versehen worden. Münster, den 26. April 1887. Der Ober=Präsident von Westfalen. von Hagemeister. hörden zugehenden Vorladungen sind sorgfältig aufzubewahren und zum Aushebungstermine mitzubringen. Militärpflichtige, welche beim Kreis=Ersatzgeschäft für irgend einen Truppenteil designiert, aber eine Vorladung etwa nicht erhalten möchten, sind verpflichtet, sich rechtzeitig bei der zuständigen Ortsbehörde oder bei dem königlichen Landratsamte zu melden. Diejenigen Militärpflichtigen, welche die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst haben und in diesem Jahre der Ober=Ersatz=Kommission behufs Erlangung einer endgültigen Entscheidung vorzustellen sind, haben ihre Anträge spätestens bis zum 30. Juni kr. unter Beifügung ihres Berechtigungsscheines einzureichen, soweit solches nicht bereits geschehen ist. Hörde, den 24. Mai 1887. Der Landratsamtsverweser: Spring, Regierungs=Assessor. Bekanntmachung. Der Kassengehilfe Sellenscheid, welcher seiner Zeit mit Genehmigung königlicher Regierung zu Arnsberg die Befugnis, den königlichen Rentmeister Schlichting zu Castrop in allen seinen Dienstobliegenheiten zu vertreten, erteilt wurde, ist aus seinem Dienstverhältnisse ausgeschieden und die demselben erteilte Vollmacht des halb erloschen. Dortmund, 11. Juni 1887 Der Landrat: v. Rynsch. Bekanntmachung. Militär=Aushebung. Das diesjährige Ober=Ersatz=Geschäft für den Aushebungsbezirk Hörde findet am 8., 9. und 11. Juli kr. von morgens 7 Uhr an im Gerhardischen Gasthause zu Hörde statt... Gasesme 14 Militärpflichtige, welche vei Aufrufung ihres Namens im Musterungs= und Aushebungstermine nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Gefängnisstrafe belegt. Jede Störung der Ruhe und Ordnung während des Aushebungsgeschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark ader verhältnismäßiger Gefängnisstrafe geahndet.* Eine gleiche Strafe trifft den Militärpflichtigen, welcher im Aushebungstermine ohne Erlaubnis der Ersatz=Kommission sich von dem angewiesenen Sammel= platze entfernt. Reklamationen sind bei dem Amtmann, Bürgermeister oder dem königlichen Landrat und zwar so zeitig anzubringen, daß sie bei der Ober=Ersatz=Kommission noch zur Vorlage und Entscheidung gebracht werden können. Reklamationen, welche so spät eingelegt worden sind, daß sie bei der Ersatz=Kommission nicht mehr zur Vorlage und Entscheidung gebracht werden konnten, haben keinen Anspruch darauf, von der Ober=Ersatz=Kommission berücksichtigt zu werden. Die Familienmitglieder, auf deren Arbeits= oder Nichtarbeitsfähigkeit es bei der Beurteilung der Reklamation ankommt, haben mit zu erscheinen. Die Militärpflichtigen müssen vor der Ober=ErsatzKommission sauber gewaschen und in reinlicher Kleidung erscheinen. Die den Gestellungspflichtigen von den OrtsbeBekanntmachung. Die neuaufgestellte Kommunalsteuer=Repartitionsliste der Gemeinde Grevel liegt vom 15. d. M. 14 Tage lang in der Wohnung des Herrn Gemeindevorstehers Goßmann zu Grevel zur Einsicht der Steuerzahler offen., Rerawfagung mägte Reklamationen gegen die Veranlagung müssen innerhalb der Präklusivfrist von 3 Monaten bei mir oder dem Herrn Gemeindevorsteher Goßmann schriftlich angebracht werden. Brackel, 13. Juni 1887. Der Amtmann: Schulze=Vellinghausen. nigen und Sozialdemokraten angenommen; ebenso der neu beschlossene§ 3 a, welcher vom 1. Oktober 1890 ab einen Rektifikationszwang für Branntwein vorschreibt. Finanzminister von Scholz glaubt bis dahin eine Regelung dieser Angelegenheit durch besonderes Gesetz in Aussicht stellen zu können,§§ 4—35(Kontroll= und Strafbestimmungen) werden ganz nach den Kommissionsanträgen angenommen, ebenso§ 36(Ueberweisung des Reinertrages der Steuer an die Einzelstaaten), 37(Einführungsbestimmungen),§ 38(Maisch= raumsteuer) erfährt eine kleine Aenderung,§§ 39, 40 gehen debattelos durch.§ 41 bestimmt, daß der Zoll für vom Auslande in Fässern eingehenden Arrak, Kognak, Rum vom Tage des Inkrafttretens des Gesetzes 125 Mk., für alle übrigen Branntweine 180 Mk. per 100 Kilo betragen soll. Beim§ 42 bemerkt Minister von Scholz, daß das jetzige Branntweinsteuer gesetz nicht, wie das Monopol, erschöpfend und für alle Zeiten die Ansprüche des Reiches an den Branntwein als Steuerobjekt befriedige. Abg. von Hüne (Zentrum), Miquel(Natlib.), von Kardorff(freikons.) erklären, daß sie mit dieser Vorlage die Branntweinsteuergesetzgebung als abgeschlossen betrachten. Daran knüpft sich eine sehr erregte Auseinandersetzung zwischen Richter=Hagen und von Bennigsen. Dann wird§ 42 angenommen, ebenso§§ 44, 45. Die Beratunß von§ 43(Nachsteuer) wird ausgesetzt. Darauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch.(Rest der heutigen Tagesordnung.) Deutsches Der Reichstag begann am Montag nach Erledigung der ersten Lesung des Gesetzes betr. die Anwendung der Reichsgesetzgebung auf Elsaß=Lothringen die zweite Lesung der Branntweinsteuervorlage. Nach längerer Diskussion, in welcher Abg. Freiherr von Mirbach(deutschkons.) unter lebhafter Zustimmung der rechten Seite des Hauses von neuem in überzeugender Weise die Haltlosigkeit der Behauptung der Opposition nachwies, daß die Vorlage eine Interessentenvertretung in argarischem Sinne involviere, und vielmehr lebhafte Bedenken in Rücksicht auf die Schädigung der Produzenten äußerte, welche allerdings hinter dem nationalen Interesse zurückstehen müßte, wurde der grundlegende§ 1 der Kommissionsbeschlüsse in namentlicher Abstimmung mit 212 gegen 78 Stimmen (Minorität deutschfreisinnig, Sozialdemokraten, einige Elsaß=Lothringer und Nationalliberale, sowie etwa 20 Zentrumsmitglieder) angenommen. Am Dienstag setzte der Reichstag die zweite Beratung der Branntweinsteuervorlage fort.§§ 2, 3, welche von der Verteilung der Branntweinproduktion auf die einzelnen Brennereien und vom Eintritt der Abgabepflicht handeln, wurden unter Ablehnung aller Abänderungsanträge gegen die Stimmen von Freisin168.55 167,75 203,30 202.90 80.55 80,15 80.45 80.00 80.35 79/85 79.95 K 16,05 E. " 20,20 C. " 4.00 C. Am weißen Kreuz. (Fortsetzung.) Kaum hatte der Baumeister eine Sekunde lang durch das Glas geguckt, als sein Herz heftig zu pochen begann. Er konnte nicht länger zweifeln, drüben stand die Baronesse von Lenzig, die er am Morgen gesprochen, neben dem zackigen Felsen und blickte— vielleicht voll inniger Sehnsucht— nach Rosenau hinüber oder in die bewegte Flut zu ihren Füßen.— O, wie es sich mit einem Male mit mächtiger Gewalt in dem jungen Mann regte! Aber noch immer that er, als suche er mit dem Fernrohr umher, um so seine Erregung zu verbergen und Zeit zu gewinnen, sich ordentlich zu sammeln. #c Endlich sprach er möglichst gleichmütig: „Wahrhaftig, da steht eine Dame! Aber, irre ich nicht, zso ist es ein recht ehrwürdiges Mütterchen, sik hält sich furchtbar gebückt.“ „Du bist bösartig!“ rief Emmy.„Es ist ein junges Mädchen im weißen Kleide.„Verstelle Dich doch nicht!“ „Meinetwegen auch im weißen Kleide,“ gab der Bauführer zu.„Jedenfalls ist nicht zu erkennen, ob sie alt oder jung, hübsch oder häßlich ist.“ Jetzt gesellte sich der Amtsrichter Scharrig zu ihnen. Emmy hatte ihn durch ein Briefchen nachbestellt. Damit nahm die Konversation eine andere Wendung. Otto schlug vor, eine kleine Wasserfahrt zu unternehmen; doch die Eltern stimmten entschieden dagegen, auch das Brautpaar zeigte keine besondere Lust, sich den trügerischen Wellen anzuvertrauen, und so mußte diesmal der Bauführer sich zum Nachgeben entschließen. Man schritt weiter. Nach einer kurzen Strecke war die Baronesse nicht mehr zu erblicken. Unwillkürlich wechselte damit die Stimmung des Bauführers; nicht daß er gerade traurig wurde; o nein, das Verweilen der jungen Dame an der Stelle, wo er sie früh getroffen, erfüllte ihn ja mit kühnen Hoffnungen und frohen Erwartungen;— aber sein ganzes Glück, all sein Interesse ruhte jetzt bei ihr, somit beschlich ihn eine nachdenkliche Stimmung, als er sie aus dem Gesichte verlor;— er schmiedete auch Pläne für die Zukunft und faßte Vorsätze, wie er sich ihr wieder nähern und ihr begegnen wollte. O, der junge Mann hatte die ersten sanften Regungen einer innigen Jugendliebe in sein Herz ziehen lassen, und diese vermögen den Menschen wohl nachdenklich, selig zu stimmen, ihn für die ganze übrige Welt verloren erscheinen zu lassen. Erst am nächsten Morgen war es dem Architekten abermals recht ordentlich anzumerken, daß er eine bedeutende Portion Unternehmungsvermögen und Thatkraft in sich trug. Kaum dämmerte es am Himmel, als er auch sein weiches Lager verließ und zum Fenster eilte. Aber o weh, der Himmel war bewölkt, die Sonne kam nicht hervor, grau und düster sah der Morgen aus; er ließ darauf schließen, daß es im Laufe des Tages jedenfalls einen tüchtigen Regen geben würde. Hu, welchen Ausdruck plötzlich das Gesicht des jungen Mannes annahm! Wahrlich es war fast noch düsterer als der mit Wolken bedeckte Himmel Immer noch einmal schaute er sich nach allen vier Weltgegenden um, aber die graue Färbung in der Luft blieb. Nun blickte er nach dem Barometer; derselbe deutete schönes, ruhiges Wetter an. „Nehmen wir an, es käme so!“ murmelte Kaiser Wilhelm befindet sich auf dem Wege der Besserung, die in den letzten 2 Tagen recht bemerkenswerte Fortschritte gemacht hat. Die Augenreizung nähert sich ihrem Ende. In der Nacht vom Montag auf Dienstag hat der hohe Herr recht gut geschlafen, am Dienstag war sein Befinden ganz vortrefflich, infolgedessen er mittags wieder das Bett verlassen und den Nachmittag im Arbeitszimmer zubringen konnte. Am Sonntag erschien der Kaiser zum ersten Mal seit acht Tagen wieder an dem bekannten Eckfenster seines Arbeitszimmers, von dem Jubel des seiner vor dem Palais harrenden Publikums lebhaft begrüßt. Am Montag mittag empfing der Kaiser die Kronprinzlichen Herrschoften, die sich von ihm vor ihrer Abreise nach England verabschiedeten. Die kronprinzliche Familie ist Dienstag abend in London angekommen. Bei der Abreise von Spandau wurden dem Krouprinzen von einer nach Tausenden zählenden Meuge enthusiastische Ovationen dargebracht. Je näher wir der Sommerzeit kommen, desto friedlicher gestaltet sich die allgemeine politische Lage. Die starke Spannung und Aufgeregtheit, die bis vor einigen Wochen das charakteristische Merkmal der Zeitstimmung war, weil die Besorgnis entscheidungsreicher Vorgänge jedermann gewissermaßen in den Gliedern lag, ist endlich Otto vor sich hin und vollendete in Eile seinen Anzug, worauf er wie am vorigen Morgen aus dem Hause schlich. Im Garten blieb er jedoch nochmals stehen; es war, als müsse in jeder nächsten Minute der Regen in Strömen vom Himmel hernieder rinnen. Eine feine dichte Nässe bedeckte die ganze Erde. „Nebel, weiter nichts!“ brummte der junge Mann verdrießlich und in einem Ton, der leicht verriet, daß er den eigenen Worten nicht viel Glauben schenkte. Aber er verließ den Garten und schritt zur Stadt hinaus. Das Wetterglas hatte ihn nicht getäuscht, es fiel ein gräßlich dichter Nebel, der den frühen Wanderer allerdings in kurzer Zeit fast völlig durchnäßte; aber darauf brach die Sonne sich mit unwiderstehlicher Gewalt Bahn und gab dem Horizont die schönste, lichteste Färbung. Wohin der Bauführer seine Schritte lenkte, brauche ich wohl nicht erst zu erzählen. Bald befand er sich wieder auf dem Spiegel der Weser und ruderte voll Emsigkeit dem weißen Kreuze zu. Es war wahrlich eine tüchtige Morgen=Bewegung, der er sich hingab, denn wieder verging längere Zeit, bevor er die Tour bis zum gegegenüber gelegenen Ufer schrägauf zurücklegte; und als er endlich Land unter den Füßen hatte, fühlte er wohl, daß er seine Kräfte über das gewöhnliche Maß angestrengt hatte. Er sah nach der Uhr, es war ein wenig später als am vorigen Morgen. Eilig stieg er den Berg hinauf. Nirgends sah er eine Spur von der Baronesse. Er postierte sich bei dem Kreuze und warkete hier wohl eine halbe Stunde. Vergeblich! Inzwischen war das Wetter sehr schön geworden. „Nun könnte sie doch erscheinen!“ flüsterte er vor sich hin. Aber sie erschien nicht. Er wurde ungeduldig und schlenderte den Pfad weiter hinauf, bis er oben auf dem Plateau des Höhenzuges angelangt war. Auch dort fand er keine Spur von einem menschlichen Wesen. Er ging dem Schlosse Hochburg zu. Ha, dort sah er es durch die Bäume. Weiter durfte er unmöglich gehen. Wenn ihn einer aus der freiherrlichen Familie gewahrte, so mußte er für die Zukunft sich mehr in Acht nehmen, als wenn er noch nie in der Nähe der Hochburg erblickt worden. Nach kurzem Kampfe kehrte er um. Aber er war jetzt recht verdrießlich. Bis gegen sieben Uhr harrte er bei dem Kreuze aus. Dann zog er seine Brieftasche hervor, riß ein Blatt heraus und schrieb auf dasselbe:„Träge und trübe entschwinden die Stunden bangen Harrens, nur das stete macht die gräßliche Pein der nutzlos entschwundenen Stunden erträglich. O. H.“ Blatt legte er so auf den Rand des weißen Kreuzes, daß es ins Auge fallen mußte, wenn man das Letztere einige Zeit hier umhergleiten ließ. Mit einem Dorn befestigte er das Papier zwischen der Einrahmung des Kreuzes und diesem selbst. „Kommt sie noch heute hierher, so ist es leicht möglich, daß sie den Zettel entdeckt; dann muß sie sich zusammenreimen, daß ich auf sie gewartet habe,“ dachte er.„Findet sie ihn nicht, so schadet es nichts.“ Zufrieden mit sich, eilte er nun zum Flusse zurück und sputete sich, nach Hause zu kommen, gewichen, und wieder atmet die Welt erleichtert auf. Die Ursache dieser Besserung der Zeitlage ist in Rußland zu suchen, das, man mag sagen was man wolle— in der That den Schlüssel Europas in Händen hat. Die Wendung, welche die Dinge dort genommen haben, spiegelt sich auch in der übrigen Politik Europas deutlich erkennbar aus und es ist ein Zweifel, daß zu nächst davon die französische Unternehmungslust in nachhaltiger Weise beeinflußt worden ist. Die jüngste Regierungsveränderung hat dort überdies den tollen Hexenreigen des säbeltlirrenden Chau vinismus zum Stillstande gebracht, und wenn auch der Eitelkeit der Kriegsdränger in der Fortsetzung der Bemühungen zur höheren Anspannung der Wehrkraft ein Zugeständnis gemacht wird, so kann man gleichwohl vertrauen, daß für einige Zeit die kühlere Vernunft die Oberhand behalten und das frevle Spiel mit dem Feuer der blindesten Volksleidenschaften, wie es von dem General Boulanger getrieben wurde, ruhen wird. Soweit würde zunächst kein Grund zu Befürchtungen einer Erschütterung der Friedenslage vorliegen, wenn nicht die englisch=russischen Beziehungen in Mittel=Asien neuerdings wieder den Ernst der gesamten politischen Welt auf sich lenkten. Daß die Russen in Afghanistan einen Schlag vorbereiten, der ihnen die strategische Beherrschung wenigstens der nördlichen Hälfte dieses Gebietes sichern soll, scheint nach den sich häufenden Meldungen sicher, und wenn es sich gar bewahrheitet, daß sie die Freilassung des in Persien auf englisches Betreiben bisher gefangen gehaltenen Thronprätendenten Ejub Khan, eines Bruders des gegenwärtigen Beherrschers von Afghanistan, durchgesetzt haben— man sagt, dies sei einer der ersten Erfolge des neuen Gesandten, des auch in Berlin hinlänglich bekannten Fürsten Dolgorucki gewesen— so läßt sich leicht erkennen, daß die russische Politik auch die Thronfrage im Notfalle auszuspielen entschlossen ist, um die englischen Einflüsse in Afghanistan zu beseitigen. Kommt es aber zu ernsten Schritten, so ist in der That nicht abzusehen, wohin dieselben noch führen können, denn die russische Herrschaft in Mittelasien ist gewissermaßen die Grundformel der gesamten russischen Politik geworden, nachdem sich gezeigt hat, daß der Weg nach Konstantinopel durch Bulgarien, von dem Fürst Gortschakow ganz richtig bemerkt hat, daß er über Wien führe, zur Zeit nicht gangbar ist. Am Montage hat die zweite Beratung des Branntweinsteuergesetzes auf der Grundlage der Kommissionsbeschlüsse begonnen und uns zugleich volle Gewißheit darüber verschafft, daß das Gesetz in wenigen Tagen von dem Reichstage in voller Uebereinstimmung mit der Regierung angenommen werden wird. Maßgebend für diese „Auffassung und Hoffnung ist nicht nur die Abstimmung über den grundlegenden§ 1, welcher mit 212 gegen 78 Stimmen— und zwar von der konservattökn; der hiationalliberalen, der Reichspartei und etwa der Hälfte des Zentrums angenommen wurde, sondern auch die Stellung, welche die Wortführer der Parteien in ihren Reden einnahmen. Nach den Erklärungen Miquels wollen die Nationalliberalen die endgiltige Beschlußfassung über die Branntweinsteuer von dem Zustandekommen der Zuckersteuer=Reform abhängig machen. Es folgt daraus, daß der Er hatte länger gewartet, wie er eigentlich wollte; es wäre ihm aber sehr unangenehm gewesen, wenn er seinen Lieben hätte eingestehen müssen, daß er wieder in der Nähe des weißen Kreuzes gewesen sei. Das hatte er übrigens nicht nötig, denn als er zu Hause eintraf, hatte Emmy so viel mit ihrem Putz für das Fest am Nachmittage zu thun, daß sie sich nicht um den Bruder kümmern konnte; und die Eltern dachten nicht daran, ihm zuzumuten, er könne einer ihm fast gänzlich fremden Dame wegen schon morgens in aller Frühe Wasserfahrten unternehmen. Hätte er übrigens noch ein halbes Stündchen an dem weißen Kreuze ausgeharrt, so würde all sein Sehnen gestillt worden sein. Die Baronesse hatte, wie an jedem Morgen, auch diesmol ihre Promenade angetreten, sobald das Wetter es erlaubte. Aber da dies etwas später als gewöhnlich war, begegnete sie noch im Schlosse ihrem Bruder und mußte dessen Begleitung annehmen, da er ausnahmsweise auch einen Morgenspaziergang projektiert hatte. Natürlich hütete sie sich jetzt wohl, den Weg nach der Weser einzuschlagen; erst als der Bruder sie verließ, suchte sie allein ihr Lieblingsplätzchen auf und gewahrte noch mit ihren vorzüglichen Augen, wie ein Schiffer eben dabei war, drüben am Ufer anzulegen. Die Freiin hatte den Bauführer erst ein einziges Mal gesprochen und in der Nähe gesehen und dennoch fühlte sie eine eigentümliche Erregung ihres Herzens, als sie nun zu der Ueberzeugung kam, daß der junge Mann auch an diesem Morgen an der Stelle gewesen war, wo er am vorigen Tage mit ihr zusammengetroffen. Die Frage tauchte in ihrem Köpfchen auf, ob er wohl erwartet hatte, mich wiederzufinden? Unwillig schüttelte sie ihre dichten Locken und suchte schnell an etwas anderes zu denken. Wie satal, daß immer wieder das Bild des allerdings hübschen Mannes vor ihr erschien und sie beunruhigte. Sie kam bei dem Kreuze an und ihe Blick Schlußabstimmung über die Branntweinsteuer eine bindende Verständigung über die Zuckersteuer vorausgehen müßte. Wie es scheint, ist eine solche Verständigung bereits erfolgt, indem sich die Mehrheitsparteien über die Annahme des Antrages Chamare einigten, der eine Rübensteuer von 80 Pf., eine Verbrauchsabgabe von 12 M. und eine Ausfuhrvergütung von 8,50 M. pro Ztr. vorschlägt. Im Reichsgesundheitsamte traten unter dem Vorsitz des Direktors desselben Sachverständige zusammen, um über die Frage einer reichsgesetzlichen Regelung des Verkehrs mit Bier zu verhandeln. Schnäbele soll nun doch noch vor dem Reichsgerichte figurieren. Wie man dem„Berl. Tagebl.“ aus Leipzig schreibt, beginnt vor dem Reichsgericht am 4. Juli die Verhandlung gegen Klein und Genossen, die angeklagt sind, landesverräterische Handlungen auf Anstiftung von Schnäbele begangen zu haben. Der Reichstagsschluß wird Ende dieser Woche, wie früher angenommen war, wahrscheinlich noch nicht erfolgen, sondern erst kommenden Dienstag. In Breslau haben sozialdemokratische Haussuchung und Verhaftungen stattgefunden. Auch der frühere Abg. Geiser wurde arretiert. Oesterreich=Ungarn In Wien wird der neue serbische Ministerwechsel, dessen eigentlicher Grund sehr tiefliegende Familienzwistigkeiten sind, sehr kaltblütig aufgefaßt. Der neue Ministerpräsident Ristics ist zwar als enragierter Russenfreund bekannt, aber auch er muß den Verhältnissen Rechnung tragen. Er veröffentlicht deshalb ein Regierungsprogramm, in welchem es heißt, er beabsichtige die finan ziellen Verbindlichkeiten Serbiens gegenüber dem Auslande loyal zu erfüllen(weiter bleibt ihm auch nichts übrig), den Staatskredit zu heben und die Finanzen auf eine gesunde Basis zustellen. Nach außen hin sollen zu allen Nachbarstaaten freundschaftliche Beziehungen aufrecht gehalten und auch das Verhältnis zu Rußland wieder verbessert werden. Ristics bestreitet aber energisch, daß er eine Russifizierung Serbiene wolle. Man wird ja sehen, wie die Dinge sich weiter entwickeln. Belgien. Der König der Belgier hat in eigener Person öffentlich für die Einführung militärischer Reformen, denen das Ministerium Beernaer widerstrebt, das Wort ergriffen. Er that dies zwar nur in leise andeutender Form, aber doch so verständlich, daß kein aufmerksamer über seine Absicht zweifelhaft bleiben konnte.— Aber nicht nur die Besserung der Heeresverfassung, sondern auch der sozialen Gesetzgebung scheint der König im Sinne gehabt zu haben, denn er sagte unter anderem:„Wenn es sich um die Verteidigung des Landes, um die indu striellen Hilfsquellen und um das Wohlergehen der verschiedenen Gesellschaftsklassen handele, so müßten die Nationen alle Austrengungen machen, die ihnen möglich.“ Frankreich. In der Kammer haben die Radikalen wieder einen Mordspektakel angerichtet, weil die vereinigten Monarchisten und gemäßigten Republikaner die Wahl Develles zum Vizepräsidenten durch gesetzt haben Die alte Litanei, das Ministerium fiel sofort auf das Blatt Papier, welches in einer Fuge des ersteren befestigt war. Ein Zucken durchfuhr ihre Glieder, unwillkürlich trat sie einen Schritt zurück. Aber sie war ja eine Evastochter; was mochte das Blättchen zu bedeuten haben? Unmöglich konnte es von dem Bauführer und für sie sein; es wäre ja eine ungeheure Frechheit gewesen, auf diese Weise mit ihr in Korrespondenz treten zu wollen. Und wenn der Zettel nicht für sie bestimmt war, so durfte sie auch nicht nachsehen, was etwa darauf stand. Indessen blieb es immer eine komische Geschichte mit dem Papier. Vielleicht war es für jeden, der es sah und enthielt eine ganz besondere allgemeine Mitteilung. Die Baronesse trat ein wenig näher. Das Blättchen hatte einen Goldschnitt; also stammte es gewiß aus dem Notizbuch eines anständigen Mannes. Verstohlen sah sich das junge Mädchen nach allen Richtungen um, ob auch nicht etwa ein Mensch aus irgend einem Busche zu ihr herüber luge. Aber nein, nirgends bemerkte sie die Spur eines Wesens; auch Pluto hätte sie ja längst darauf aufmerksam gemacht, wenn jemand in der Nähe im Versteck gelegen. Jetzt stand sie ganz dicht an dem Kreuz. Sie konnte das Blättchen genau betrachten, ohne es auch nur berühren zu brauchen. Schnell hatte sie die wenigen Worte gelesen, die Otto Hollberg hingeworfen. Purpurglut überzog ihre Wangen. O. H. Das hatte Hollberg geschrieben! Ha, er hatte also gewartet und——— seine Gedanken aufgezeichnet. Vielleicht wünschte er, daß sie das Papier fand. Er schien eine gute Portion Selbstvertrauen zu besitzen. Lange stand das schöne Mädchen in tiefes Sinnen versunken da, endlich sagte sie leise vor sich hin:„Nein, nimmermehr! Es ist eine Ueberhebung, wie sie die Männer so gern blicken lassen, die muß bestraft werden!“ habe sich mit den Monarchisten verbündet, wurde dabei wieder kräftig aufgewärmt. Die Regierung hat nun doch beschlossen, die Weltausstellung 1889 abzuhalten. Dagegen soll eine große Zahl von Beamtenernennungen, welche die früheren Minister Lockroy und Granet nach ihrem Rücktrittsgesuch noch vollzogen hatten und mit denen sie hauptsächlich ihre guten Freunde bedacht hatten, als ungesetzlich kassiert werden. Das wird natürlich neuen Lärm geben. Orient In Belgrad ist das neue Ministerium unter Vorsitz des Russenfreundes Ristics gebildet. In der Regierungspolitik soll aber kein Wechsel eintreten. Die„Nezawissima Bulgaria“, Organ der Regentschaft in Sofia, teilt mit, Fürst Alexander habe gebeten, ihn nicht wieder zum Fürsten von Bulgarien zu wählen, denn seine Wiederwahl würde die russische Okupation herbeiführen. Er könne also vorläufig wirklich nicht nach Bulgarten kommen. Großbritannien. England schickt sich an, eins der sellensten Feste zu begehen, welche im Leben der Nationen vorkommen, das fünfzigjährige Regierungsjubiläum des Souveräns: der Königin Victoria. Mit Teilnahme blicken alle europäischen Völker auf diese Feier, denn das halbe Jahrhundert königlicher Wirksamkeit, welches durch din 20. Juni d. I. bezeichnet wird, umfaßt nicht nur die bewegtesten Perioden der neuesten Geschichte Englands, sondern durch den Anteil des letzteren an fast allen größeren geschichtlichen Bewegungen auf dem ganzen Erdballe— ist die Geschichte Großbritanniens während dieser fünfzig Jahre zum nicht geringen Teile die Geschichte der ganzen bekannten Welt. Das stolze Bewußtsein, daß die Klänge der englischen Reveille dem Lauf der Sonne um die Erde folgen, ist für England eine Frucht dieser fünfzigjährigen Regierung: in allen Weltteilen, auf allen Meeren grüßt am 20. Juni die englische Flagge den Jubiläumstag der Königin. Der Jubiläumszug vom Buckingham=Palast nach der Westminster=Abtei wird wohl der glänzendste sein, den London seit der Krönung im Jahre 1837 gesehen hat. Die Königin wird im vollen Königsschmuck voraussichtlich an der Seite der deutschen Kronprinzessin in einem von acht Falben gezogenen, reich vergoldeten offenen Galawagen sitzen, der eine Nachbildung des Krönungswagens vor fünfzig Jahren ist. Dem Wagen der Königin voran werden 12 oder 13 sechsspännige Galawagen mit den königlichen Gästen fahren. Die Prinzen des königlichen Hauses werden die Königin in großer Uniform zu Pferde begleiten. Jedem Wagen wird eine Reitereskorte beigegeben. Achttausend Mann Truppen aller Waffengattungen werden auf dem zwei Meilen langen, mit Ehrenpforten und Triumphbögen reich geschmückten Wege, Spalier bilden. Die Königin wird bei ihrem feierlichen Einzug in die Abtei von 32 Mitgliedern ihrer Familie und sämtlichen Reichswürdenträgern umgeben sein. Salisbury wird das Staatsschwert, der Lordkanzler die übrigen Kroninsignien tragen. Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 14. Juni. Mitten in der friedlichen Beschäftigung unserer Eingesessenen Und schnell hatte sie ihr Notizbuch bei der Hand, nahm den Bleistift daraus und schrieb unter Hollbergs Worte:„Nie darf der Mensch die Stunden ungenutzt entschwinden lassen!" Einen Namenszug fügte sie nicht bei. Sie hatte so sicher und gut geschrieben, daß die Handschrift unbedingt für die eines Herrn gelten konnte. Wohlgefällig ließ sie noch einmal den Blick darüber gleiten, dann brachte sie den Zettel an den früheren Ort, doch so, daß er weniger ins Auge fiel, ja von einem Uneingeweihten kaum entdeckt werden konnte. Sie rechnete dabei sehr richtig, daß derjenige, welcher ihn geschrieben, sich wohl genau überzeugen werde, ob er noch an seinem früheren Platze stecke. Der Bauführer war inzwischen am jenseitigen Ufer entschwunden, auch die Freiin machte sich wieder auf den Heimweg. Sie glaubte mit ziemlicher Bestimmtheit den Herrn Hollberg am Nachmittage im Walde von Rosenau zu sehen; nach ihrer Meinung mußte er dort erscheinen, wenn ihm daran gelegen war, mit ihr zusammenzutreffen; denn daß sie mit ihren Verwandten dem Feste beiwohnen werde, hatte sie ihm ja unverhohlen erzählt. Ihre Sorge war nun hauptsächlich die: sich ihm gegenüber so beherrschen zu können, daß er nicht eine Befangenheit in ihrem Wesen erblicke und daraus schließe, sie sei geneigt, ihn zu verspotten. Um keinen Preis hätte sie zu der Annahme Veranlassung geben mögen, auch nur ein Atom von Mißachtung für eine Sekunde gegen den Bauführer im Herzen gehegt zu haben; o nein, vom ersten Augenblick ihres Begegnens an empfand sie das lebhafteste Interesse für ihn und fühlte sich wie mit unsichtbarer Macht zu ihm hingezogen. Aber sie war ein wenig pikiert, daß er vor ihrem Erscheinen am Kreuze wieder aufgebrochen war und den Zettel zurückgelassen hatte, der nach ihrer Meinung von einer ungehörigen Ungeduld sprach und eine unberechtigte Anmaßung dokumentierte. ertönten heute nachmittag gegen 5 Uhr plötzlich die Sturmglocken, sowie das unheimliche AllarmSignal der Feuerwehr, deren viele Mitglieder sofort Arbeitskittel und Schürze mit Gurt und Helm vertauschten und eilenden Schritts zum Spritzenhause sich begaben, von wo sie alsbald mit den nötigen Requisiten versehen, der Brandstätte, dem Hause des Gärtners Th. Greve vor dem Westenthor zueilten, woselbst die Nachbarn bereits einen ruhmenswerten Eifer entwickelten. Das Feuer entstand in der Stallung auf eine noch nicht aufgeklärte Weise, und hatte unsere wackere Feuerwehr vollauf zu thun, da das Feuer reichlich Nahrung von den vorhandenen Futtervorräten erhielt. Das im Stalle befindliche Vieh hat sich durch ein eingeschlagenes Fenster selbst gerettet. Man mußte die Hauptthätigkeit darauf richten, das Wohnhaus zu schützen, welche Arbeit denn auch mit Erfolg gekrönt war, wobei auch hier die Hydranten der Wasserleitung als eine große Wohlthat anerkannt worden ist. Das Gebäude ist vollständig ausgebrannt. * Schwerte, 14. Juni. Der HagelschadenVerein für den Stadt= und Landkreis Dortmund hielt am Samstag nachmittag unter Vorsitz des Hr. Ehrenamtmanns Schulie=Witten im Kühnschen Haussaale zu Dortmund eine General=Versammlung ab, welcher eine Ausschußsitzung voraufging. Es wurde zunächst beschlossen, den Verein zu benennen:„Hagelschaden=Versicherungsverein für Stadt= und Landkreis Dortmund und Kreis Hörde“. Zu Revisoren der Rechnung für 1886 wurden die Herren Kühl und Kötter gewählt, welche die Entlastung beantragten. Die Rechnung stellt sich folgendermaßen: Einnahme 8253,96 Mk., Ausgabe 9049,45 Mk. davon sind 8372,50 Mk. für den großen Hagelschlag ausgegeben, welcher im südlichen Teile des Kreises Westhofen, Schwerte, Aplerbeck, niedergegangen ist. Die Mehrausgabe beträgt also 795,49 Mk., um dieselbe hat das in der Sparkasse zu Aplerbeck liegende Vermögen des Vereins also abgenommen. Dasselbe beträgt noch 34963,32 Mk. Bei dem Vereine sind 7500 Hektar versichert. Das ausscheidende Mitglied der Direktion, Herr Meinberg=Schüren, wurde dann auf drei Jahre wiedergewählt. Ebenso wählte man die ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses, die Herren Oberstadt=Brackel, Mentler=Barop, BörsteMarten und Weispsenning=Dortmund wieder. — Die mit der Zahlung des Beitrags Rückständigen sollen noch eine Frist von 14 Tagen erhalten, worauf sie event. verklagt werden sollen. Schließlich wurde noch eine Beschwerde des Herrn, Falkenroth=Vellinghausen verhandelt, welcher Klage darüber führte, daß bei ihm der Hagelschaden nicht ordentlich abgeschätzt sei. □ Schwerte, 15. Juni. Der Garde=Kommers, der am Sonntag in Düsseldorf stattfand, ist prächtig verlaufen. Düsseldorf prangte im Festesglanze. Es hatten sich die in der Nähe wohnenden Söhne der Mark und der roten Erde vollzählig verbunden, um ihre alten Waffenbrüder von 1864, 66, 70/71, die Stürmer von Düppel, Königgrätz, St. Privat, die Kämpfer von Sedan, le Bourget, die Genossen so vieler blutigen Tage hier zum frohen Feste friedlich vereint wiederzusehen. Ueber 4000 Gardisten standen, die Brust mit Orden geschmückt, zur Parade. Generalmajor v. Ostau nahm dieselbe ab. Sämtliche Garde=Regimenter waren vertreten. Hierauf marschierte der Festzug durch die schön geschmückten Straßen nach der Tonhalle, wo der Kommers stattfand. Bei dem Kommers wurde folgendes Telegramm an Kaiser Wilhelm abgesandt:„Ueber 4000 in Düsseldorf zu patriotischem Kommerse versammelte alte Gardisten aus Rheinland=Westfalen, von denen die Mehrzahl die Feuertaufe empfangen hat, entsenden ihrem obersten Kriegsherrn unterthänigsten Gruß mit der Versicherung unwandelbarer Treue im Kriege sowie im Frieden. Ergste, 13. Juni. Die Ortskrankenkasse hält am Sonntag, den 19. d. M., in der Wirtschaft des Herrn W. Albrecht zu Hennen eine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Revision des Jahresberichts, 2. Verschiedenes. Berghofen, 14. Juni. Heute morgen 5 Uhr brannte hier die am Wohnhaus angebaute Scheune des Wirts Rob. Frieg. Durch die beiden anwesenden Feuerspritzen wurde man des wütenden Eiementes bald Herr und wurde nur der Dachstuhl vom Feuer verzehrt. Eine Klage wurde auch hier, wie so oft laut, nämlich die über Mangel an Wasser. Am Montag nachmittag wurde der Kommunal-Exekutor Wiedemeyer in Iserlohn in Haft genommen. Derselbe hat sich der Unterschlagung von Geldern, welche ihm von Steuerzahlern zur Ablieferung an die Stadtkasse anvertraut worden waren, schuldig gemacht. Die Unterschlagungen sollen, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, in 70 bis 80 Fällen begangen worden sein und eine Gesamtsumme von ca. 1000 M. ergeben. Der Vollziehungsbeamte war— es steht dies auf allen Mahnzetteln deutlich vermerkt— zur Einziehung von Geldern nicht berechtigt. Den Steuerzahlern, welche dem entgegen gehandelt, wird also nichts weiteres übrig bleiben, als die an Wiedemeyer abgegebenen Beträge noch einmal zu zahlen. Ein junger Bursche in Dortmund, der ein besonderes Vergnügen darin fand, den Leuten die Fensterscheiben einzuwerfen, wurde vom Schöffengericht mit einer Woche Haft bestraft. Uhr plötzlich liche Allarm= Mitglieder t Gurt und schritts zum sie alsbald der BrandGreve vor ie Nachbarn entwickelten. ng auf eine hatte unsere 1, da das vorhandenen talle befindgeschlagenes die Haupthnhaus zu Erfolg gedranten der at anerkannt ständig aussagelschadenDortmund rsitz des Hr. 1 K ü h n s c h e n Versammlung voraufging. Verein zu „sverein für und Kreis 1 für 1886 er gewählt, die Rechnung F 8253,96 nd 8372,50 ausgegeben, Westhofen, ist. Die Mt., um zu Aplerbeck bgenommen. k. Bei dem Das ausHerr MeinJahre wieausscheidendie Herren , Börsteund wieder. trags Rück1 14 Tagen erden sollen. hwerde des verhandelt, bei ihm der sei. e=Kommers, , ist prächtig esglanze. Es u Söhne der verbunden, 1864, 66, Königgrätz, le Bourget, e hier zum hen. Ueber it Orden geOstau nahm neuter waren festzug durch er Tonhalle, em Kommers ser Wilhelm dorf zu pate Gardisten die Mehr, entsenden nigsten Gruß Treue im skrankenkasse n der WirtHennen eine agesordnung ts, 2. Vermorgen 5 s angebaute Durch die de man des wurde nur Eine Klage nämlich die der Komohn in Haft uterschlagung erzahlern zur caut worden erschlagungen läßt, in 70 n und eine geben. Der sies auf allen Einziehung steuerzahlern, also nichts Wiedemeger zahlen. nd, der ein u Leuten die im Schöffen* Vor zwei Jahren wurden zwei junge Leute tagen die von ihren Eltern als notwendig zu ihrer Erhaltung reklamiert worden waren, von der Ableistung des Militärdienstes entbunden. Nunmehr aber hat es sich herausgestellt, daß die beiden ganz und gar nicht für die Eltern sorgten und so erfolgte jetzt noch nachträglich ihre Einziehung zum Militärdienst. Die Betroffenen waren allerdings sehr verwundert, haben sich aber diesen Ausgang selbst zuzuschreiben. Das Grubenunglück auf„Hibernia“ bei Gelsenkirchen hat für die Knappschafts=BerufsGenossenschaft eine Ausgabe von etwa 17000 M. für das Jahr im Gefolge, welche Summe nach einem bereits gemachten Ueberschlage als Rente an die Hinterbliebenen der Verunglückten zu zahlen ist.— Betreffs der Katastrophe auf der Zeche„Hibernia“ hat Ihre Maj. die Kaiserin Augusta beim königlichen Oberbergamt aus Baden=Baden telegraphisch anfragen lassen, ob sie nicht auf irgend eine Weise helfend eintreten könnte, dieses schreckliche Unglück zu lindern. Diesbezüglich war Se. Durchlaucht der Prinz von Schönaich=Earolath bei der Knappschaft und der Berufsgenossenschaft, um diese Angelegenheit zu besprechen. Gewiß ein Beweis, daß unsere Landesmutter auch ihrer treuen Arbeiter gedenkt, wo es gilt, Thränen zu stillen. In Altenbochum stahl ein 11jähr. Mädchen einen Geldbetrag von 18 M. und kaufte sich schleunigst Broche, Ring, Armband 2c. Darauf stellte sich das„angehende Fräulein" vor den Spiegel und drehte sich rechts, und drehte sich links. Um ein dauerndes Bild von seiner Schönheit zu haben, ging das„Fräulein" zum Photographen und ließ sich photographieren. Das königliche Kriegsministerium hat auf Antrag des landwirtschaftlichen Hauptvereins für das Münsterland einen alljährlich in der Stadt Münster, zum erstenmale am 25. ds. Mts., mittags 12 Uhr, abzuhaltenden Remontemarkt neu eingerichtet. Bisher fand für den Regierungsbezirk Münster nur jährlich ein Remontemarkt in Warendorf statt. In der Gemeinde heiden bei Borken ereignete sich ein trauriger Unglücksfall. Ein Gutsbesitzerssohn hatte auf der Jagd einen Fuchs geschossen; als er mit dem ihn begleitenden Hofjungen, der die Flinte trug, hinzutrat, sprang das wie tot daliegende Tier plötzlich wieder auf die Beine. In blindem Eifer schießt der Junge los, und die ganze Schrotladung dringt seinem jungen Herrn in den Kopf. Der stand des Schwerverletzten ist hoffnungslos, der Jammer der Eltern unbeschreiblich. Die schwarzen Blattern sind in einigen Dörfern bei hameln ausgebrochen. Mehrere Personen sind bereite daran gestorben. Eine entsetzliche Blutthat rief unter den Besuchern des am Sonntag in der Stadtkirche zu Soden abgehaltenen Gottesdienstes eine wahre Panik hervor. Ein junger Bauer zog plöt ein langes Messer aus der Tasche, stürzte sich auf seine neben ihm sitzende Braut und schnitt ihr die Kehle durch. Noch ehe die Nachbarn des Mörders es verhindern konnten, stieß sich dieser das blutüberströmte Messer in den Hals und brach bewußtlos zusammen. Die Aufregung, welche sich der entsetzten Kirchenbesucher bemächtigte, läßt sich nicht schildern. Unglück liche Liebe wird als Motiv der schrecklichen That angegeben. Der bereits einmal vertagte Sensationsprozeß gegen den evangelischen Pastor Thümmel und den Buchdruckereibesitzer D. B. Wiemann aus Barmen ist nunmehr vor der Strafkammer zu Elberfeld zur Verhandlung gekommen; der erste Tag indes brachte nichts besonders Interessantes, wie überhaupt die ganze Sache jetzt weniger hervorragend erscheint, nachdem auf die Vernehmung der geistlichen Sachverständigen beider Konfessionen verzichtet worden. Die ganze Natur des Prozesses bedingt es, daß sich das Hauptinteresse auf die Verteidigung, namentlich auf die Rede Thümmels, konzentrieren wird. Die beiden Angeklagten sind beschuldigt, durch die Anfang d. J. erschienene und gleich nach Erscheinen beschlagnahmte Broschüre:„Rheinische Richter und römische Priester, eine trostreiche Belehrung über die römische Messe“, fünf Richter der Elberfelder Strafkammer und den Ersten Staatsanwalt öffentlich beleidigt und die katholische Kirche und Einrichtungen derselben, nämlich das Altarssakrament und die Messe, den Zölibat, das Sakrament der Buße und die Marienverehrung öffentlich beschimpft zu haben. Vorsitzender des Gerichtshofes ist Landesgerichtsrat #phal, Staatsanwalt Dr. Pinoff, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sello=Berlin. Die bezeich nete Brochüre ist von Thümmel verfaßt, nachdem er von der Elberfelder Strafkammer im vorigen Jahre wegen Beschimpfung der Einrichtungen der katholischen Kirche zu Gefängnisstrafe verurteilt worden. Aus der Verhandlung ist hervorzuheben, daß Th. betonte, die inkriminierte Schrift nicht etwa aus Rachsucht verfaßt zu haben, sondern um zu zeigen, daß durch eine Rechtsprechung, die sich mit derartigen religiösen Angelegenheiten befasse, ein immer engerer Kreis von Urteilen geschaffen werde, durch welchen der protestantischen Kirche und Theologie eine Aussprache mit der Zeit unmöglich gemacht werde. Der vom Verteidiger gestellte Antrag, die katholischen Mitglieder der Strafkammer durch evangelische zu ersetzen, wurde abgelehnt. Den Richtern der früheren Strafkammer, die ihn wegen der früheren Beschimpfung der katholischen Kirche verurteilten, hat Th. den Vorwurf gemacht, daß sie sich vom Ultramontanismus leiten ließen. Hierzu wurde jedoch festgestellt, daß drei Richter katholisch und zwei evangelisch waren und da zur Verurteilung vier Stim men gehören, muß mindestens ein protestantischer Rich ter für die Verurteilung gestimmt haben. Seit einigen ist in Krefeld wiederum ein Ballen Seide auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Art und Weise verschwunden. Es scheint, daß eine ganze Gesellschaft von Dieben und Hehlern wieder auf Seidenraub ausgeht. So wurde im vergangenen Jahre und noch vor 8 Monaten si ein Ballen Seide im Gesamtwerte von 9000 Mk. gestohlen und mußten die Spediteure wie auch im vorliegenden Falle den Schaden ersetzen. Die Nachener Volkszeitung meldet, daß die erzbischöfliche Behörde gegen ein Zentrumsblatt vorgehen werde wegen Beleidigung des Papstes und des Bischofs=Koadjutors von Straßburg während der letzen Wahlperiode. Das ist wohl noch kaum dagewesen. — In der von Alexianerbrüdern geleiteten Irrenanstalt zu Aachen verunglückte ein Geisteskranker beim Reinigen einer tiefen Zisterne, indem er, von den dort angesammelten Dünsten betäubt, den Ausgang nicht mehr erreichen konnte. Dasselbe Schicksal traf einen Alexianerbruder, der den Erstickten retten wollte. Beide wurden als Leichen zu Tage gefördert; die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Der Landesverratsprozetz in Leipzig Vor dem Reichsgericht in Leipzig haben am Montag vormittag die Verhandlungen im Hochverratsprozeß gegen acht elsaß=lothringische Mitglieder der Pariser Patriotenliga begonnen. Die Angeklagten sind meist Männer besserer Lebensstellung. Fabrikant Emil Köchlin=Mülhausen, Fabrikant Karl Blech=Markirch, Büreau=Beamter Karl Schiffmacher=Mülhausen, Fabrikbeamter Trapp=Pfastadt, Fabrikdirektor Jordan=Masmünster, Buchhalter Reybel=Straßburg, Fuhrherr Freund sen.=Hagenau, Rentier Humbert=Metz. Die Anklage lautet auf Teilnahme an der Pariser Patriotenliga in den Jahren von 1882—1887, Sammlung von Geldern für Zwecke der Liga und Unterstützung der Bestrebungen derselben. Nach ihren Statuten bezweckt die Patriotenliga aber Wiedervereinigung ElsaßLothringens mit Frankreich; für Personen in Deutschland ist die Beförderung dieser Bestrebungen also ochverrat. Die Angeklagten bestreiten ihre Schuld. Köchlin gibt zu, Beiträge an die Patriotenliga geleistet zu haben, weiter will er aber nichts damit zu thun gehabt haben. Blech hat die Ziele der Patriotenliga nur so aufgefaßt, daß sie das Franzosentum stärken wolle. Er habe Beiträge geleistet, betrachte sich aber nicht als Mitglied der Liga und habe auch keine Verbindungen mit Persönlichkeiten in Frankreich unterhalten. Gambetta sei freilich ein guter Freund von ihm gewesen. Bei dessen Begräbnis habe er eine Rede halten wollen, was aber die französische Regierung verhindert habe. Deroulede habe er nur einmal flüchtig gesehen. Bei den letzten Wahlen habe er krankheitshalber keine größere Thätigkeit entwickeln können. Freund will überhaupt nicht mit der Patriotenliga in Verbindung gestanden haben. Die übrigen Angeklagten geben die Leistung von Beiträgen zu, wollen aber nicht gewußt haben, daß die Ziele der Patriotenliga strafwürdige seien. Zu ihrer Entlastung berufen sie sich auf ihre französische Geburt und Erziehung. Dann wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Es wurden Berichte aus dem Parteiorgau„Drapeau“, der Aufruf der Liga, Reden Derouledes und anderer hervorragender Mitglieder verlesen, aus welchen sich deutlich ergibt, daß das ganze Bestreben der Patriotenliga sich auf Gewinnung Elsaß=Lothringens mit Gewalt richtet. Am Dienstag begann die Spezialvernehmung der Angeklagten. Köchlin räumte ein, Abonnent des Organs der Patriotenliga„Le Drapeau" gewesen zu sein, weil er ein Interesse daran hatte, zu erfahren, was im Turn= und Schützenwesen in Frankreich vorgehe; seit 1883 hat er der Liga Beiträge gezahlt und deren Medaille und Statuten empfangen. Er bestreitet aber hartnäckig, gewußt zu haben, daß die Liga ElsaßLothringen mit Waffengewalt wiedergewinnen wolle. Er habe nur gedacht, die Liga wolle den Patriotismus wecken und die französische Jugend tüchtig zum Verteidigungskrieg machen. Aehnlich äußern sich die übrigen Angeklagten. Blech meint, es sei recht wohl möglich, daß Elsaß=Lothringen ohne Krieg, auf friedlichem Wege wieder an Frankreich kommen könne. Er hat bedeutende Summen für französische Unternehmungen, für ein Denkmal der Elsaß=Lothringer in Paris und für ein Denkmal für Gambetta gezeichnet. Mitglied der Patriotenliga ist er ebenfalls gewesen, glaubt aber nicht, daß er seinen, als Mitglied des Bezirkstages dem Kaiser geleisteten Eid damit verletzte. Auch die übrigen Angeklagten bestreiten, gegen Deutschland konspiriert zu haben, wenn sie auch die Zahlung von Beiträgen an die Patriotenliga und die Zugehörigkeit zu derselben zugestehen. Auf die ihnen vorgehaltenen Brandreden der Führer der Patriotenliga antworten sie ausweichend. Vermischtes. * Dem Dortmund=Emskanal haben seine westfälischen Freunde schon bevor er ins Leben getreten ist, seinen Namen gegeben, und einen gar prächtigen: Kaiser Wilhelm=Kanal. * Die schwedische Stadt Lulea steht in vollen Flammen. Die Telegraphenleitung ist zerstört, so daß direkte Nachrichten fehlen. Auch Kirche, Rathaus und Apotheke sind den Flammen zum Opfer gefallen. * Die Nachrichten aus dem ungarischen Ueberschwemmungsgebiet lauten anhaltend gut. Das Hochwasser fällt stetig. * In der Chausseestraße in Berlin hat ein Tischler Dippold einen Steinträger Vogt auf dem Heimwege aus der Kneipe im Zank erschlagen. * Das beste Mittel gegen die Gefahr des Ertrinkens bildet unstreitig eine soeben erschienene Broschüre:„Wie hat sich ein Nichtschwimmer in Lebensgefahr zu benehmen?" Die Sache ist sehr einfach. Fällt man ins Wasser, so braucht man nur Seite 19 dieses gemeinnützigen Schriftchens aufzuschlagen, dort sind die Arm= und Fußbewegungen genau angegeben. Man macht dieselben, schwimmt und ist gerettet. (Preis 5 Mk.) * Die Mode ist eine Tyrannin, welche vollkommen absolut herrscht. In Berlin schreiten jetzt die feinsten Damen mit Strohhüten einher, welche eine Bauernmagd sich besinnen würde zu tragen. Je gröber das Geflecht, desto feiner. Die Hüte sitzen infolgedessen so schwer wie Helme auf den elegant frisierten Köpfen. * Der Sultan von Zanzibar hat zwei Hamburger Kapitäne, Jerhau und Elson, mit recht bedeutendem Gehalt als Kapitäne für seine Marine engagiert. * Dem Premierleutnant v. Falk, dem Sohn des früheren Kultusministers, ist eine sellene Auszeichnung zu teil geworden. Er hat für sein ernstes Bestreben und allseitig erfolgreiches Arbeiten während des Besuches der Kriegsakademie in Berlin einen Ehrensäbel erhalten. * Das nennt man praktisch! Der landwirtchaftliche Verein in Sangerhausen hat sein 50jähriges Stiftungsfest durch eine Reise nach Frankfurt a. M. zur landwirtschaftlichen Austellung gefeiert und hierzu den Mitgliedern freie Fahrt gewährt. * Sich selbst erniedrigen ist eine schöne Tugend, doch muß man die Sache nicht so weit treiben, wie ein Mann in Mönchröden bei Aschaffenburg, welcher eine Salbe, die seine Kuh kuriert hatte, an seinem eigenen Körper anwandte und infolgedessen nach 2 Tagen verstarb. * Die Strafkammer in Karlsruhe verurteilte nach zehnstündiger Verhandlung den Bauunternehmer Bernhard Kirchenbauer wegen fahrlässiger Tötung von zwölf Personen und Körperverletzung, herbeigeführt durch Einsturz eines Neubaues in der Uhlandstraße, zu drei Monaten Gefängnis. Die Entscheidungsgründe führen aus, Kirchenbauer habe ohne Prüfung des Planes bei Verwendung schlechten Materials und ohne die erforderliche Kontrolle gebaut. * Abermals ein Mitglied der bayerischen Königsfamilie geisteskrank. Die Herzogin Sophie von Alencon, die Schwester der Kaiserin von Oesterreich und des Herzogs Karl Theodor von Bayern, die einstige Braut König Ludwig's II, wurde in einem Separatzuge von Meran nach der Privat=Heilanstalt für Nervenkranke des Professors von Krafft=Ebing bei Graz gebracht und befindet sich dort seit vorigem Mittwoch. Schon eine Schwester der Herzogin, die Königin von Neapel, war vor etwa zwanzig Jahren hochgradig nervös, und die fürstlichen Damen stehen ungefähr in dem Lebensalter der unglücklichen Könige Ludwig II. und Otto. Die Prinzessin Sophie heiratete nach Auflösung ihrer Verlobung mit König Ludwig II. den Herzog von Alencon, Prinzen von Orleans. * Ein solider Schädel. In einem benachbarten Dorfe— so erzählt das„Hofer Tagblatt“ — war ein Bauer mit dem Kopf in einen gußeisernen Topf gekrochen, um denselben von innen„auszuschlekken“. Er hatte seinen Kopf glücklich, wenn anch mit einiger Anstrengung durch die Oeffnung des„Hafens“ hineingezwängt; als er aber den Rucktritt antreten wollte, brachte er den Kopf trotz aller Kraftanwendung nicht mehr heraus. Als er vergebens sich abgemüht hatte, den eisernen Küchenhelm vom Kopfe zu bringen, schrie er endlich um Hilfe. Da mußte denn der Bauer seinen eisenumwölbten Schädel auf einen Stein legen und ein guter Nachbar schlug mit einem Eisenschlegel den Topf entzwei. Der Schädel blieb ganz. Glücklich über seine Rettung, aber halb betäubt vom Schlage, sagte der Bauer:„Donner und Hagel, hot dös ober an Dunnerer gethau. * Die berühmte Sängerin Lilli Lehmann ist endgültig für die deutsche Oper in New=York verpflichtet worden. Sie erhält ein monatliches Honorar von 25000 M. * Gegengift.„Sagen Sie mal, in dem westlichen Flügel des gräflichen Schlosses soll es ja spuken?"— Seitdem des Grafen Schwiegermutter dort wohnt, nicht mehr.“ Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Berlin, 13. Juni. Bei der heute angefangenen Ziehung der 3. Klasse 176, königlich preußischer Klassenlotterie fielen in der Vormittags=Ziehung: 1 Gewinn von 10,000 M auf Nr. 9657. 1 Gewinn von 1500 K anf Nr. 14,177. 8 Gewinne von 500 M auf Nr. 18,500 31,493 92,452 98,738 108,208 124,825 131,144 178,763. 17 Gewinne von 300 M auf Nr. 16,611 18,457 27,057 35,224 51,456 54,280 60,666 72,812 89,473 98,000 108,039 116,124 117,768 124,223 140,340 143,056 153,376. Nachmittags=Ziehung: 1 Gewinn von 30000 K. auf Nr. 22722. 1 Gewinn von 10000 M auf N. 111 127. — 14. Juni. Vormittags=Ziehung: 1 Gewinn von 60000 M auf N. 91 203. 1 Gewinn von 45000 M auf Nr. 25.821. 1 Gewinn von 5000 M auf Nr. 6568. Weiße Seidenstoffe v. Mk. 1,25 bis 13,20 p. Met.(ca.120 versch. Qual.)— Attlasse, Faille Française, Moirée, Foulards, Grenadines, Ottoman,„Monopol“, Surah, Satin merveilleux, Damaste, Ripse, Taffete etc.— vers. roben= und stückweise zollfrei ins Haus das Seidenfabrik=Depol G. Henneberg(K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf Porto. Donau=Dampfschiffahrt 100 Fl.=Lose. Die nächste Ziehung findet am 1. Juli statt. Gegen den Kursverlust von ca. 40 Mark pro Stück bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 3 Mark pro Stück. Todesanzeige. In vergangener Nacht ½12 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Sohn, Bruder u. Schwager, der Landwirt **** Winkrimann gt. Viefhaus im 40. Lebensjahre. Allen Verwandten und Bekannten widmen diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Teilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. Höchsten, 14. Juni 1887. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4 Uhr auf dem alten Friedhoe in Schwerte statt. Gelanntmachung. Der 1. Grasschnitt in der städtischen Wiese„Walketeich“ soll am Donnerstag, den 16. Juni kr., nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich zum Verkauf ausgesetzt werden. Schwerte, den 13. Juni 1887. Der Magistrat. Schwerter Turn=Verein. Diejenigen Mitglieder, welche sich an dem Ausflug am 26. ds. Mts. beteiligen wollen, müssen sich(wegen Bestellung der Wagen) bis zum 19. ds. Mts. bei dem Turnwart melden, spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Der Vorstand. Veranntmachung. Die Anfuhr von 146 Kubikmeter(33 ruten) Kuhrkies zur Instandsetzung der Kommunal= wege in Holzen soll am Montag, den 20. Juni, nachmittags 5 Uhr, bei dem Wirt Herrn Friedrichsmeier in Holzen öffentlich, mindestfordernd verdungen werden. Westhofen, den 14. Juni 1887. Der Amtmann: Rebber. Verpachlung. Die Jagd der Gemeinde Wandhofen soll am Donnerstag. d. 23. Juni d. J., nachmittags 5 Uhr, bei Herrn Wirt Deitert zu Wandhofen in zwei Bezirke öffentlich, meistbietend auf 6 Jahre verpachtet werden. Westhofen, den 14. Juni 1887. Der Amtmann: Rebber. Terpachlung. Die in hiesiger Stadt (Ostenstraße) belegene Krämer'sche Besitzung, in welcher seit längeren Jahren Wirtschaft und Bäckerei betrieben, kann unter der Hand auf rere Jahre angepachtet werden. Auch wird auf Verlangen ein Gemüsegarten mit beigegeben. Näheres durch Hohenschwert, Schwerte. Täglich frische Kirschen, sowie frisches Gemüse, für Sonntag frische Erdbeeren empfiehlt billigst Carl Rogge, Hagenerstr. 9• Fur die mir bei dem gestrigen Brande meines Hauses so energisch und thatkräftig zu Teil gewordene Hilfe seitens der Freiwilligen Feuerwehr und des Publikums sage ich hiermit öffent. lich meinen herzlichen Dank. T6. Gras=Verkauf ca. 20 Morgen Flößwiesen auf dem Gute Steinhausen am Montag, den 20. Juni, nachmittags 5 Uhr, nummerweise, meistbietend an Ort und Stelle. Auf Verlangen wird den Käusern das Heu unentgeltlich abgefahren. Schwerte, im Juni 1887. Hohenschwert. Sras=Verkäuf. Herr Overbeck zu Holzen läßt am Dienstag; den 21. Juni, nachmittags 4 Uhr, in der Nähe seines Hofes 10 Morgen Futterbau parzellenweise, meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Hohenschwert. Stus=Vertäuf. Freitag, den 17. Juni d. nachmittags 3 Uhr, soll das Gras in den Flößwiesen des Guts Ruhr nummerweise, meistbietend verkauft werden. Villigst, den 9. Juni 1887. Freiherri. von Elverfeldtsche Rentei. Star Verkäufe haus Opherdicke. Freitag, den 17. Juni, nachmittags 5 Uhr, Altendorf a. d. Kornbach. Montag, den 20. Juni. nachmittags 5 Uhr, Altendorf bei Feldhege. Dienstag, den 21. Juni. nachmittags 5 Uhr, „am Linnscheid". Freih. von Lilien's R.=V. Futterbau- und GrasVerkauf. Am Donnerstag, d. 16. Juni, nachmittags 5 Uhr, verk. für Herrn Schulte=Rheinen 2 Morgen Futterbau u. das Geas in der neugebauten Wiese in Kepps Hof. Albrecht. Stempelfarbe zu haben bei Carl Braus. der Stadtverordneten Donnerstag, 16. d. Mts., abends 5 Uhr. Tagesordnung: 1. Antrag betreffend ZinsUeberschüsse der Kaiser Wilhelm Augusta=Stiftung. 2. Antrag auf Wahl mehrerer Armenpfleger. 3. Antrag betreffend den Zechenweg. 4. Antrag auf Niederschlagung rückständiger Holzkaufgelder. 5. Antrag auf Bewilligung eines Zuschusses. 6. Nachweisung über stattgehabte Kassen=Revision. 7. Antrag auf Dechargierung der Gemeinde=Krankenkassen=Rechnung. 8. Antrag auf Errichtung einer gewerbl. Fortbildungsschule. 9. Antrag betreffend Reparaturen. 10. Antrag auf Anschaffung einer Karte. 11. Antragbetreffend Sammelteich im kath. Pfarrgarten. Schwerte, 13. Juni 1887. Der Stadtverordneten-Vorsteher: Carl Haver. Wriche meiner bckehrten Kundschaft entsprechend habe eine Kasenmahmaschene angeschafft und empfehle dieselbe zur gefl. fleißigen Benutzung. Schwerte. A. Baader, Kunst= und Handelsgärtner. 15000 Stück Kräftige Kuntelpflanzen, Eckendorfer Sorte, sind billig zu haben von G. Falkenroth. Runkeln- und Steckrübenpflanzen zu haben bei Wwe. Hohenschwert, Lichtendorf. „Die Meisten, welche bis jetzt den „Teutoburger Wald aufsuchten, „kamen um das Hermannsdenkmal zu „sehen und staunten nicht wenig, sich „vor einer Gebirgswelt zu finden, von „deren Schönheit sie bisher gar keine „Ahnung gehabt hatten.(Gartenlaube.) Wegweiser für die Reise dahin, sowie Auskunft über die Sommerfrischen versendet unentgeltlich der Teutoburger Wald=Verein in Detmold. Junge, fette Gänse, 60 Pfg. à Pfund, Graue doppelt gereinigte BettDas Kreisfest der evangekischen Jüngsings- und Männer-Vereine der Kreisverbindung Hagen wird am Sonntag, den 19. Juni d. Is., vormittags 11 Uhr, in der Kirche zu Lüdenscheid gefeiert werden. Die Festpredigt hat Herr Pastor Krüger aus Hagen übernommen. Nachmittags 3 Uhr wird eine Nachversammlung im Schützenhause stattfinden. Alle Freunde des Reiches Gottes werden hiermit zu diesem Feste herzlichst eingeladen. Böhle, den 10. Juni 1887. Der Kreis=Vorstand: Crone, Pastor. Das märkische Aff H... wird Donnerstag, den 16. Juni, in Hagen gefeiert. Vormittags 10½ Uhr: General=Versammlung im Saale des Hotel Glitz mit Jahresbericht, einem Reserat über Dr. Warnecks„Die Mission in der Schule“ von Pastor Engeling in Eickel und einer Vergleichung der deutschen Mission in den engl.holländ. und deutschen Kolonieen von Herrn Missionsinspektor Dr. Schreiber. Fest=Predigt nachmittags 3 Uhr in der kleinen evang. Kirche: Herr Pastor Stein aus Crombach. Darauf freie Versammlung im Fischer'schen Saale. Zur Teilnahme wird herzlichst eingeladen. Der Vorstand der märk. Missionsgesellschaft. Verannimachung. Am Dienstag, den 21. Juni Kr., nachmittags 3 Uhr, soll die Lieferung und Anfuhr der zur Unterhaltung der Fahrbahn der Eckesey=Schwerter Aktien=Straße pro 1887 erforderlichen: a. 630 Kubik-Meter Kalksteine, b. 800 Stück c. 10 Kubik-Meter Pflastersand, d. das Umlegen von 90 c-Meter Pflaster beim Wirt Herrn Schmiemann zu Westhofen an den Mindestfordernden verdungen werden. Schwerte, den 9. Juni 1887. Der Vorstand der Eckesey=Schwerter Aktien=Straße. versende in Post=Kollis zu 10 Pfund franko gegen Nachnahme. Nicht konvenierende Federn und Daunen nehme zurück. A. A. Ursell, Attendorn. Comdbparhische Kuren. Krankheiten aller Art werden unentgeltlich rasch und sicher geheilt, als: Drüsen, Flechten, Krätze, Gicht, Magenleiden, Bleichsucht, Unterleibsleiden, Geschlechtskranke, Bettnässen, Fallsucht, Krämpfe, Lungen=, Leber= und Nierenleiden, Weißfluß, Bandwurm in 4 Stunden. Dortmund, Humboldtstraße 3. Ravenschlag. Almer Dombau=Lose à M.3.—,5 St. M. 14.—,11 St. M. 30.—. Haupttr.: M. 75,000, 30,000, 10,000, 2X5000, 10X 2000, 20X 1000 2c. Letzte Ziehung 20./22. Juni vers. nur noch einige Tage Th. Mühlschlegel, Augsburg. Wilh. Allmeroth, Dortmund, Westenhellweg 94. empfiehlt sein neuerbautes phetographisches Atelier. Erhster Kirmes! Sonntag, den 19. Juni, nachmittags 3 Uhr: Konzert, darnach Ball. Montag: Konzert und Gesangvorträge. Anfang abends 7 Uhr. Hengstenberg. Verkäuf! Am Mittwoch, den 22. Juni 1887, morgens 9 Uhr anfangend, läßt Herr B. verziehungshalber in dem Hause der Witwe Schmidt an der Mühlenstraße hier: 3 Betten und Bettstellen mit Matratze, 1 Glasschrank, Tische, Stühle, Koffer, Kleider, 2 Rollen Leinen, 1 Tafelherd, Koch= und Eßgeschirre, Porzellan= und Blechsachen, Lampen, Bänke und Eimer, 1 Jagdgewehr, Aexte, Beile, Schildereien, 1 Nähmaschine, 1 Faß mit Sauerkraut und viele andere Sachen gegen Bar verkaufen.— Die Sachen sind sehr gut erhalten, fast neu. Schwerte, den 14. Juni 1887. Das Deutsche Tageblatt erscheint täglich 2 mal. Das Teutsche Tagertalt gehört zu den meistgelesenen großen politischen Berliner Blättern, und es wird auch von gegnerischer Seite als ein sehr gut unterrichtetes Organ anerkannt.„ National und ronservariv zugleich im besten Sinne des Wortes, vertritt das Deutsche Tageblatt in erster Linie überall die gesunde Entwickelung der deutschen Lebensinteressen. Dieselben können jetzt und in Zukunft nur dann mit Erfolg gewahrt werden, wenn die Erhaltung einer starken Monarchie und eines starken Heeres das Hauptziel aller mit Staatssinn begabten Elemente der Nation bleibt. Ptrstesume wägsen 6. Hauptträger dieses richtigen deutschen Stamssinnes mussen vie pro duktiven Stände sein und immer noch mehr werden. Die Kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 bildet die Grundlage für jede deutsche Sozialreform. Für die Erhaltung der Landwirtschaft und des Handwerker standes tritt das Deutsche Tageblatt mit derselben Energie ein, mit der es die Erweiterung der Absatzgebiete der deutschen Industrie und die Förderung des deutschen Handels befürwortet. In den wichtigsten Hauptstädten des Auslandes hat das Deutsche Tageblatt, ebenso wie im Reiche selbst, vorzügliche Mitarbeiter. Sein lokaler Teil spiegelt das große und kleine reichshauptstädtische Leben mannigfaltig und gediegen wieder. In seinem Handelsteil darf sich das Deutsche Tageblatt mit den besten Fachblättern messen. 64.1 Sein Feuilleton, von Dr. Hans Herrig reuigielt, erfreut sich der größten Anerkennung seitens aller wirklich gebildeten Kreise der Nation. hesmt—. 5 ase hri Außer ernsten und heiteren Betrachtungen und vunren Stizzen blingt das Deutsche Tageblatt fortlaufend Romane aus berufensten Federn. Den militärischen Angelegenheiten des In= und Auslandes widmet das Deutsche Tageblatt eine ganz besondere Aufmerksamkeit und es wird in dieser Hinsicht von Autoritäten ersten Ranges unterstützt. Als Sonntags=Gratis=Beilage erscheint mit dem Deutschen Tageblatt die schon Freitags nach auswärts zur Versendung gelangende Damenwelt“(mit Novellen, Rätseln 2e.).. M Me Inserate haben bei der weilen Verbreitung des Deutschen Tageolatts den wirksamsten Erfolg. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal inkl. Bestellgeld durch die k. Postaustalten nur 5 Mark 50 Ergiler Lurmes. Sonntag, den 19. Juni, findet bei mir Vokal- und Instrumental-Konzer statt, wozu ergebenst einladet D. Brinkmann. Elhster Kirmes! Sonntag, den 19. Juni: Konzerr und Balt. Wwe. Kage-Beckmann. Fur die Schilceten aller Stänce von in e3 11 6 18 e 3 Zweimal täglich erscheinende Zeilung. = 4 Mark 75 Pf.= für das III. Quartal 1887 kostet die zweimal täglich erscheinende Jheinisch=Westsärische Beitung. Hauptorgan des Niederrheins und Westfalens. Nr. 4722 der offiziellen Zeitungs=Preisliste. Großes politisches Tagesorgan. Ausgedehnter Depeschendienst; telegraphische Börsenkourse. Spezialkorrespondenten in allen Hauptstädten. Spannendes Feuilleton. Ausführliche Nachrichten über Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Handel. Besondere Pflege der sozialen und politischen Bewegungen Berlins. Reichhaltigste Zeitung in bezug auf Nachrichten aus den westlichen Provinzen. Vollständige Ziehungslisten der Preußischen Klassen=Lotterie. = Macht das Halten anderer großer Zeitungen überflüssig. Schon jetzt eintretende neue Abonnenten erhalten nach Einsendung des quittierten Abonnementsscheines an die Expedition in Essen oder Dortmund die bis Ende Juni erscheinenden Nummern gratis zugeschickt. # Schnelle Lieferung von # Trauerbriesen und Cotenzetteln Ausführung be. aberCarl Braus, Schwerte. in eleganter...„ bei soliden Preisen 4#t nimmt die Buchdruckerei von Im Verlage von Ad. Gestewitz in Frankfurt aM. erschien die 3. Auflage: Das Miet-, Pacht- u. Gesinderecht nebst dem amtsgerichtl. Prozessverfahren nach der deutschen Zivilprozessordnung. Unter Berücksichtigung des gemeinen Rechts, des preussischen Landrechts, des französischen Rechts, sowie der Partikulargesetze in Schleswig-Holstein, Hannover und Hessen-Nassau. Ein praktisches Handbuch für jeder. mann. Mit Anleitung zur selbständigen Abfassung von Verträgen, Anstellung von Klagen, Betreibung des Prozesses und Zwangsvollstreckungsverfahrens. Nebst vollständigem Sachregister. In leicht fasslicher Weise bearbeitet von einem preussischen Rechtsanwalt. Preis brosch. M. 1.—, geb. M. 1.30. Dieses Werk hilft für die in Rede stehenden Gebiete einem Bedürfnis ab, von welchem fast täglich zu hören ist. Die Anlage des Buches unterscheidet sich von anderen Schriften hauptsächlich dadurch, dass nicht eine Reihe von Einzelbestimmungen aus den Gesetzen in der Ordnung der Gesetze zusammengestellt sind, wobei es dem Leser überlassen bleibt, den Sinn und Zusammenhang dieser Bestimmungen selbst zu finden, sondern dass der einschlägige Rechtsstoff in systematischer Weise in einer dem Zweck angepassten Ordnung frei bearbeitet und dahin gestrebt wurde, Sinn und Zusammenhang der Gesetze klar zu legen und ein eigenes Urteil darüber zu ermöglichen, war Rechtens sei und wie man auf dem Prozesswege zu seinom Rechte gelangt. Zu beziehen durch die Buchhandlung von Carl Braus in Schwerte. Die neue illustrierte Zeitung„Zeitbilder" erscheint jeden Sonntag in acht Seiten größten Folio=Formates mit sieben Seiten Illustrationen; dazu eine Beilage„Zeitgeschichtliche Rundschau". Vierteljährlich 1 K 50 4. Alle Buchhandlungen nehmen jederzeit Bestellungen an, ebenso alle Postanstalten(Nr. 6244 a des Post=Zeitungs=Kataloges). Probe=Nummern gratis und franko durch die Expedition der Zeitbilder in Berlin W, PotsdamerStraße 38,— Wien I, Operngasse 3. 2— Die photographische Anstalt von J. Klein in Hörde, Rathausstrasse, früher Kamp4 gasse, empfiehlt sich den geehrten * Bewohnern von Schwerte und Umgegend. In Schwerte finden Aufnahmen jeden Mittwoch nachmittag im Garten der Iwe. Sternberg in der Helle statt. Man versuche Holländer Käse, Zentner 20 Mk. ab hier, Probepostkolli ca. 10 Pfd. frei dort 3 Mk. Holst. Edamer Käse, Zentner 28 Mk. ab hier, Probepostkolli ca. 10 Pfd. frei dort 3 Mk. 50 Pf. Julius Werner, Neumünster i. Holstein. Handels=Nachrichten. Schwerte, 15. Juni 1887. Neuß, 13. Juni 1887. Weizen 1. Qual. per 100 Kilo“:* 3.„ Landroggen 1.„ per 100 Kilo 2.„ Sommergerste Per Buchweizen per 100 Kilo Hafer, 1 Qual.„ 2. Rübsen(Aveel) Raps 1. Qual.„ „ 2.„„ Kartoffeln„ Heu per 500 Roggenstroh per 500 Rübol per 100 in Partieen von 100 Ztr. Rüböl per 100 Kilo faßw. Gereinigt. Oel per 100 Kilo 3 M höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo 11 50 40 104 50 Sovereigns Fünffranks=Stücke. Viehmärkte. Dortmund, 13. Juni.(Städtischer Viehhof.) Zum heutigen Schlachtviehmarkte waren aufgetrieben 404 Stück Großvieh, 292 Schweine, 169 Kälber, 14 Hammel. Per 100 Pfund Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Ochsen 54 K. Stiere 36—42 M, Kühe 1. Qual. 48—51 K, 2. Qual. 42—48 M, Schweine 1. Qual. 42—45 M, 2. Qual. 38—41 M, Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qual. 48—54 4, 2. Qual. 40—46 J, Hammel desgl. 50 4. Unverkauft blieben 86 Stück Großvieh und 56 Schweine. Wechsel= und Geld=Kurse. ron der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 13. Juni 1887. 20,20 G. 4.00 G. Unregelmäßigkeiten in der Besorgung unserer Zeitung, soweit dieses durch Träger geschieht, bitten wir uns stets direkt mitzuteilen, da wir nur dann für Abhilfe Sorge tragen können, wenn die Reklamationen bei uns selbst gemacht werden. Die Enpedition.