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Schlag m. em. ellfisch, Pfg., Pfg., Stocke, hochtter 90 kochende schöne dartofnpfiehlt raße. 10 Brand Junge Schulte=Höppe Dickhoff Klei Barop Geisecke Oestrich Gröning Brechten Hohenschwert Lichtendorf Schulte=Sodingen Sodingen bei Castrop Schulte=Langforth Horsthausen Trösken Hiltrop Fröhling Günnigfeld 11 Schulte auf'm Kamp Derselbe Hövemann, Landwirt 16 Westenfeld desgl. Ergste Otto, Landwirt Keffelke Hester, desgl. Nuttlar Heppe, desgl. Ratlinghausen Strumann Berkesen Harkhoff Mecklingsen Schramm.... Rächiu, haus, Ricke gut. Schutte So#tinghausen Osterhoff Miste Rüsing Lippstadt Hahne(Robringhausen dgl. dgl. dgl. dgl. dgl. dgl. Bochem dgl. Gelsenkirchen dgl. dgl. Iserlohn Rappe dunkelbraun, Flocke Rappe, Stern, rechte Hinterfessel und linke Krone weiß dunkelbraun Rappe braun, rechte Hinterfessel und linke Hinterkrone weiß braun braun, Flocke braun, beide Hinterfüße, rechte Vorderkrone weiß dunkelbraun Rappe hellbraun, linke Hinterfessel weiß Brilon Rotschimmel Meschede dunkelbraun dgl. Soest dgl. dgl. Lippstadt dgl. dgl. dgl. Fuchs, unterbrochene Schnurblesse und Schnivbe dunkelbraun hellbraun, Stern braun schwarz, Stern Rotschimmel hellbraun, Stern schwarz, Stern von Ferbelin — 1 — 1 veredelter Landschlag Landschl. veredelter Landschl. Landschl. desgl. desgl. desgl. desgl. desgl. desgl. desgl. 71 70 1 75 75 41 /2 Arnsberg, den 25. Januar 1887. Königliche Regierung, Abteilung des Innern. + Das Ansehen Deutschlands. Vielleicht haben noch niemals die Wahlen zu einem Parlament den Gegenstand so gespannter Aufmerksamkeit für ganz Europa gebildet, wie die eben vollzogenen Wahlen zum deutschen Reichstage. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: nicht etwa, daß das Ausland an und für sich ein besonderes Interesse an der inneren Entwicklung Deutschlands hätte; ein jedes Land hat in dieser Beziehung genug mit den eigenen Angelegenheiten zu thun. Der Anteil, welchen die Länder rings um Deutschland herum an seinen Wahlen nahmen, erklärt sich vielmehr aus der Bedeutung, welche dieselben in der gegenwärtigen Weltlage für den europäischen Frieden hatten. Was hätte denn auch sonst die anderen Länder zu so aufmerksamen Beobachtern deutscher Verhältnisse machen können? Daß an der Themse wie an der Donau, an der Newa wie an der Seine aller Augen auf Deutschland gerichtet waren, das hatte das Verhalten der Opposition im verflossenen Reichstage gegenüber der Septennatsvorlage zu Wege gebracht. Dieselbe war im Interesse der Sicherheit Deutschlands und der Erhaltung des Friedens eingebracht worden, und niemand in Europa erblickte darin etwas Auffälliges oder Bedenkliches. Als aber die Vertretung des deutschen Volkes selbst daran ging, Einspruch gegen die geforderte Verstärkung der Wehrkraft zu erheben, als sie es trotz der bedrohlichen Weltlage darauf ankommen ließ, mit der Regierung einen Konflikt vom Zaune zu brechen und von der zur Sicherheit des eigenen Landes erforderlichen Rüstung unter den kläglichsten Vorwänden abzuhandeln, so viel sie irgend konnte, da war Europa auf dem Posten: denn ein solches Schauspiel hatte sich ihm bisher noch nie geboten. In der ganzen Welt, nur in dem von Windthorst, Richter, Grillenberger geführten Reichstage nicht, begriff man, daß eine Herabminderung der deutschen Wehrkraft unter der von den höchsten Sachverständigen geforderten Stärke in einer Weltlage wie der gegenwärtigen ein Spiel mit dem Feuer ist. In England und Oesterreich erhoben sich mahnende Stimmen, in der französischen und russischen Presse trat schlecht verhehlte Schadenfreude zu Tage, überall aber fing man an, an der inneren Kraft und Einigkeit Deutschlands zu zweifeln. Das deutsche Volk hat durch die Wahlen diese Zweifel gehoben. Die englische und österreichische Presse hat ihrer Genugthuung über den Wahlsieg der nationalen Parteien Ausdruck gegeben, weil derselbe das Septennat sichert und die entschlossene Thatkraft der deutschen Nation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherstellung des Reichs deutlich bekundet; die russische und französische Presse fühlt sich durch denselben Umstand enttäuscht und würde sicherlich in Jubel ausgebrochen sein, wenn die Windthorst, Richter, Grillenberger gesiegt hätten. Wäre dies geschehen, dann hätte das deutsche Volk Ursache zu klagen. Aber es hat in dieser ernsten Zeit trotz aller Verdunkelungsversuche volles Verständnis für das, was bei den Wahlen auf dem Spiele stand, bewiesen. Dadurch hat es das Ansehen Deutschlands wieder gehoben, dort das Vertrauen in den Frieden gestärkt, hier die Rechnung auf seine innere Schwäche vernichtet. An dem neuen Reichstag ist es jetzt, schnell und ohne Umschweife die Scharte auszuwetzen, welche sein Vorgänger dem Ansehen der Nation zugefügt hatte. Ein Freudenruf aus Württemberg. (Vorgetragen bei einem nationalen Bankett in Stuttgart.) Viktorial so fliegt die stolze Kunde Mit Windeseile hin durch unsere Stadt; Viktoria! so ruft mit frohem Munde, Wer noch ein deutsches Herz im Busen hat; Viktoria! so solls in diesen Hallen Am heut'gen Abend donnergleich erschallen. Und merkt es euch, ihr drüben an der Seine, Die ihr euch nach Revanche heiser brüllt: Ihr findet einig stets Alldeutschlands Söhne, So oft's den Kampf dem alten Erbfeind gilt. Trotz Sperrforts, Melinit und Mitrailleusen Fest steht und treu die Wacht an den Vogesen. Und merkt es euch, ihr Nachbarn dort im Osten, Die ihr zum Fersensprung bereit uns scheint: Noch lassen wir des Schwertes Stahl nicht rosten; Wir nehmen's auf auch mit dem zweiten Feind. Ob rechts und links des Krieges Stürme tosen, Uns führt der Adler Friederichs des Großen. Noch schauen wir, wie einst vor siebzehn Jahrensou Mut und voll Vertrauen auf zu euch, Ihr treuen Männer in den grauen Haaren, Die ihr geschaffen habt das deutsche Reich, Die ihr gleich Felsen steht im Strom der Zeiten, Um die uns alle fremden Völker neiden. Sei uns gegrüßt mit des Siegs Schalmeien, Du Kanzler mit dem treuen, deutschen Herz, Der in dem eklen Zanke der Parteien Fest steht gegossen wie aus Stahl und Erz. Nun magst du noch als Siebziger vollenden Das Werk, wozu dich Gott uns wollte senden. Und du, noch kräftig trotz den achtzig Jahren, Du unser ruhmgekrönter Feldmarschall, O mög' dich Gott noch lange uns bewahren, Daß, wenn erdröhnt der Kriegstrompete Hall, Dir wieder folgen Deutschlands tapfre Heere; Du führest sie zum Siege und zur Ehre. Und du, ehrwürd'ger neunzigjähr'ger Kaiser, Noch nicht gebeuget von des Alters Druck, Der du so gern des Oelbaums Friedensreiser Vereinest mit des Lorbeers Siegesschmuck, Du sollst als beste der Geburtstagsgaben Nun einen neuen, treuern Reichstag haben. Und endlich sei auf's neue heut gepriesen, Du unser teures, deutsches Vaterland! Ob wir im Frieden dürfen dein genießen, Ob neu des Krieges Fackel wird entbrannt, Wir stehen treu zu dir, und neu erschall' es, Das Lied, das alte: Deutschland über alles! (Schwäbischer Merkur.) Prof. Heintzeler. Im Schatten des Lebens. (Fortsetzung.) Die folgenden Tage verflossen öde und traurig in dem hübschen Landhause. Die alte Gräfin hielt sich meist auf ihrem Zimmer und bei Tisch mußten Alfred und Hedwig allein die Kosten der Unterhaltung tragen. Alfred brachte die meiste Zeit außer dem Hause zu; er unternahm weite Ritte in die Umgegend, obgleich deren Reize ihm bekannt waren. Seine Schwester war sehr besorgt um ihn, da er stets traurig und schweigsam blieb und sie die Gespanntheit zwischen Mutter und Sohn wohl bemerken konnte; sie wollte jedoch selbst keinen Schritt thun, um den Grund derselben zu erfahren. Eines Tages bat sie ihn, mit ihr einen Besuch bei Bergens zu machen, was er aus ihr unbegreiflichen Ursachen bisher immer abgelehnt hatte. Diesmal jedoch fügte er sich dem Wunsche seiner Schwester, und sie fuhren nach dem anderen Landhause, wo sie allerseits mit herzlicher Bewillkommnung empfangen wurden. Die auregende Unterhaltung, das freundliche Entgegenkommen der Familie rissen Alfred aus dem apatischen Zustande. Während der Unterhaltung der beiden Herren fragte Hedwig: „Nun, Helene, findest Du Dein früheres Urteil über meinen Bruder noch gerechtfertigt!“ Die Not der Zeit. Seit Jahren schon leiden die Völker Europa's unter einem gewaltigen Druck. Aeußere und in nere Verhältnisse haben in den einzelnen Staaten ein unheimliches Gefühl geschaffen und großgezogen; es müßten erst große Aenderungen in beiden Richtungen eintreten, wenn wieder Ruhe, Gleichmut und Vertrauen in die Gemüter einkehren soll. Keine staatliche Gestaltung ist ihrer Existenz sicher, auch keine öffentliche Einrichtung; jede Ueberzeugung ist angegriffen und geschmäht; kein Besitz ist für morgen verbürgt, jede Existenz lebt von der Hand in den Mund, Millionen sind nicht bloß ohne Besitz und losgelöst von jedem gesellschaftlichen Verband, sondern vielfältig im offenen Kampf damit. Es geht eine innere Revolution „Nein, im Gegenteil, er macht auf mich den Eindruck, als sei er unglücklich.“ „Ja, Du hast Recht, er muß auch schwer gelitten haben, denn so bleich, still und ernst kannte ich ihn nie; wenn ich nur wüßte, wodurch er so leidet, wie gern wollte ich ihm helfen, vorausgesetzt, daß ich es könnte.“ „Ich bedauere ihn aufrichtig, denn er scheint so gut und edel zu sein.“„ 8. Als Graf Biela mit seiner Schwester die Familte von Bergen verlassen, blickte Herr von Bergen der dahin rollenden Equipage kopfschüttelnd nach. „Schade,“ sagte er,„daß die braven guten Kinder nicht eine andere Mutter haben; mich nimmts Wunder, daß die Eigenschaften ihrer Herzen unter dem Eindruck dieser Mutter nicht gelitten haben, denn sie ist eine verziose Grau..., Junag Graf anssahes. „Wie blaß und traurig der junge Graf ausslehl! bemerkte Helene. „Er scheint sehr unglücklich zu sein, und ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich seine Mutter, zum Teil enigstens, für die Ursache seines Leidens halte.“ „Wie meinst Du das, lieber Mann?" fragte Helenens Mutter. „Nun, mir ist in der Residenz so etwas von einer Liebes=Heirat zu Ohren gekommen; sollte dem so sein, so mag die Gräfin dreist ihre Einwilligung geben, denn eine seiner unwürdige Gattin wird Alfred nie vählen. Doch steht andererseits fest, daß seine Mutter ie eine Partie gutheißen wird, die nicht rücksichtlich der Familie der Braut ihren Anforderungen in jeder Hinsicht entspricht, es ist diese Anschauung bei ihr zur krankhaften Idee geworden. Uebrigens ist Graf Biela durchaus nicht mehr von seiner Mutter abhängig, kann heiraten wen er will, und wird das, so weit ich ihn kenne, auch wohl thun.“ „Ich bedauere die arme Hedwig so sehr; sie liebt ihre Mutter von ganzer Seele und wird doch von ihr mit so viel Herzlosigkeit behandelt. Es gibt doch kein größeres Glück, als eine so liebe, gute Mama zu haben!“ sagte Helene, indem sie ihrer Mutter um den Hals fiel. 20. Jahrgang. durch die Völker, die mit kleinen Mitteln nicht mehr aufgehalten werden kann und deren Ende nur Trümmer sein werden. Hand in Hand damit geht die schwere Zeit der auswärtigen Beziehungen aller Staaten. Der eine hat mit Hilfe des Auslandes sich gestaltet, der andere unter Eifersucht und Neid sich erhoben, der dritte dabei auch seine Vorteile genommen, der vierte die Rechnung verfehlt, aber Ruhe und Sicherheit hat keiner eingetauscht, keiner hat deshalb die Fröhlichkeit seines Besitzes: Jeder strengt Blut und Gut seiner Unterthanen bis zum Brechen an; keiner hält sich des morgigen Tages sicher, der Sieger von heute rüstet sich und muß sich rüsten, als wenn er es morgen nicht mehr sein würde. Und nicht bloß darum handelt es sich jetzt mehr, ob ein Sieg oder eine Niederlage ein Staatswesen für einige Zeit stärker oder schwächer macht; die Staaten nehmen jetzt die ganze Kraft ihrer Völker gegen einander in Anspruch. Nicht mehr Einzelkämpfe sollen ausgefochten werden; ganze Völker sollen gegen ganze Völker marschieren, ganze Völkerrassen stehen und kämpfen gegen andere Rassen. Germanen, Slawen und Romanen stehen auf dem Plan. Man überdenke die Dinge ernsthaft, man glaubt sich in die Hunnen= und Gothenzeiten zurückversetzt; man ist versucht, an die Hunnenschlacht auf den catalaunischen Feldern zu denken. Aber die Schrecken jener Kämpfe erblassen vor denen, welche jetzt ein Zusammenstoß der Völker bringen muß. In der ganzen Weltgeschichte ist keine so große Zahl von Männern gegen einander aufmarschiert, wie sie die neue Zivilisation in Bewegung zu setzen gestattet. Und was sind die 50=, die 100,000 Pferde, unter deren Hufen die alte Welt verwüstet wurde, gegenüber der Zahl der Hufe, die jetzt die Bestandteile der Völkerarmeen bilden? Was sind die Schwerter mit Schilden gegenüber den Waffen, mit welchen jetzt der Tod seine Sichel schwingt? Mit Schild und Schwert und einem guten Pferd kämpfte sich damals der tapfere und gesunde Mann durch die Schlachten durch, mit Ruhm beladen: jetzt gilt der tapfere und der klügste Mann nichts mehr im Gefecht; die neuen Waffen sind dem Soldaten gegenüber geworden, was die Fabrik dem Arbeiter gegenüber ist. Der Einzelne ist nichts oder weniger mehr. Und welche Würgengel in Gestalt von Unwetter, Hunger, Epidemieen werden sich an diese Völkerzüge heften? Welche Verwilderung, welche Gräuel? Das sind ernste Betrachtungen: mögen sie so aufgenommen werden, wie sie gemeint sind: ein Schrei der Menschlichkeit, der damit ausgestoßen werden soll. „Und der Papa, Du kleine Undankbare, der ist wohl Nebensache?“ bemerkte Herr von Bergen neckend. „O, so war es nicht gemeint! Du bist und bleibst ja mein lieber Herzenspapa!“ „Kleine Schmeichlerin!“ Gräfin Biela stand am Fenster ihres Boudoirs, als der Wagen mit ihren beiden Kinderu vorfuhr. Sie maß die reizende Hedwig mit stolzen Blicken und ein Zug der Befriedigung spielte um ihre Lippen; beim Anblick ihrer schönen Tochter tauchte in ihr ein Gedanke auf, der die sonst so kalt blickenden Augen leuchten machte.„Ja,“ murmelte sie,„sie soll wieder gut machen was ihr Bruder verdorben hat; sie muß, sie wird mir gehorchen!“— Noch war die Gräfin ganz mit diesem Gedanken beschäftigt, als ein Diener den Grafen Alfred meldete. „Kommst Du, um eine Bestätigung meines neulichen Ausspruches zu verlangen?“ herrschte sie den eintretenden Sohn an. „Nein, Mutter, ich hoffe Dich widerrufen zu hören, was Du in der Aufregung des Augenblicks mir gesagt hast; ich bitte Dich, erbarme Dich des schuldlosen kleinen Wesens und sei Du ihm eine Mutter, welche es, wenn auch jetzt nicht, doch bald vermissen muß; laß....“ „Verschwende kein Wort weiter: nie werde ich mich dazu verstehen!" „Nun denn— Du hast es nicht anders gewollt!“ sagte Alfred, und entfernte sich langsamen Schrittes. Einem ihm auf dem Korridor begegnenden Diener rief er zu:„Mein Pferd satteln!“— und wandte sich dann der Straße zu. Der von dem barschen, ganz ungewohnten Tone des Grafen betroffene Diener sah ihm fast erschrocken nach. Kurz darauf kehrte Alfred ins Haus zurück, ging auf sein Zimmer und kleidete sich um. Im einfachen Reitanzuge sprengte er etwa eine Viertelstunde später die Straße hinab. 8. Da Alfred bis zur bestimmten Zeit nicht zurückgekehrt war, nahmen die Gräfin und Hedwig das Diner allein ein; vielleicht kam der Mutter dieser Deutsches Reich. Preußischer Landtag. Das Abgeordnetenhaus begann in seiner Sitzung am Mittwoch die zweite Beratung des Kultusetats und vertagte dieselbe schließlich auf Donnerstag 11 Uhr. Infolge der Erklärung des Abg. Dr Windthorst (Zentr.), daß seine Partei im gegenwärtigen Augenblicke von Erörterungen prinzipieller Natur abstehen werde, verlief die Verhandlung in ruhiger und sachlicher Weise und ohne daß wesentlich neue Gesichtspunkte oder Momente von größerer Tragweite hervortraten. Auf der Tagesoronung der morgigen Sitzung stehen außer dem Etat noch einige kleinere Vorlagen. Das Abgeordnetenhaus bewilligte in seiner Sitzung am Donnerstag den Rest des Kultusetats in zweiter Lesung nach unerheblicher Debatte unverändert nach den Beschlüssen der Budgetkommission, nahm sodann gleichfalls nach unerheblicher Diskussion das Güterkonsolidationsgesetz für den Regierungsbezirk Wiesbaden in zweiter Lesung in der Fassung seiner Kommission an, verwies darauf mehrere das rheinische Immobilien=Recht betreffende Vorlagen an eine Kommission und genehmigte schließlich den Gesetzentwurf betreffend die durch ein Auseinandersetzungsverfahren begründeten, gemeinschaftlichen Angelegenheiten in erster Lezung in der Fassung der Regierungsvorlage. Die nächste Sitzung zur Beratung des Posenschen und Westpreußischen Kreisteilungsgesetzes, sowie der rheinischen Kreis= und Provinzialordnung findet Freitag 1 Uhr statt. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner Sitzung am Freitag die erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Teilung von Kreisen in den Provinzen Posen und Westpreußen und verwies die Vorlage nach einer längeren Debatte an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Der in den Motiven enthaltene Passus, daß die Landräte der zu teilenden Kreise nicht in der Lage wären, den jetzt an sie herautretenden politischen Aufgaben gerecht zu werden, wurde von dem Abg. Rickert(deutschfreis.) moniert und die sich nunmehr entspinnende Diskussion gab dem Minister des Innern v. Puttkamer Gelegenheit, die Behauptung der Zentrumsmitglieder Abg. Frhr. v. Schorlemer=Alst und Dr. Windthorst, die Regierung vermehre geflissentlich das bureaukratische Element unter den Landräten, als völlig unhaltbar zu kennzeichnen, da sich vielmehr die Zahl der angesessenen Landräte von Jahr zu Jahr vermehre, und des weiteren unter der lebhaften Zustimmung der rechten Seite des Hauses zu erklären, daß auch die Berufslandräte sich die Interessen ihrer Kreiseingesessenen auf das Wärmste angelegen sein ließen. Das Haus verwies sodann nach wenig erheblicher Debatte, in welcher sich Redner aller Parteien für kommissarische Beratung aussprachen, die rheinische Kreis= und Provinzialordnung gleichfalls an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Die nächste Sitzung behufs Fortsetzung der zweiten Lesung des Etats findet Samstag 11 Uhr statt. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner Sitzung am Samstag die zweite Lesung des Etats unverändert nach den Beschlüssen der Budgetkommission, welche auch einen Antrag des deutsch=freisinnigen Abg. Knörcke auf Anwendung des Lehrerpensiongesetzes auf die vor Inkrafttreten jenes Gesetzes emeritierten Lehrer aus sachlichen und finanziellen Gründen einstimmig abgelehnt hatte. Des weiteren wurde der Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung der Leistungen für Volksschulen, welchen Abg. Wüsten(deutschkons.) unter Betonung der Notwendigkeit staatsseitiger Uebernahme der Schulleistungen für nichtprästationsfähige Gemeinden im Namen seiner Partei sympathisch begrüßte, an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Die nächste Sitzung, behufs dritter Lesung des Güterkonsolidationsgesetzes für Wiesbaden, sowie behufs dritter Lesung des Etats findet Montag 11 Uhr statt. Zum Geburtstag des Kaisers sind zum Besuch in Berlin offiziell angemeldet: Kronprinz Rudolf von Oesterreich, der Prinz von Wales, Großfürst Michael und Großfürstin Vera von Rußland, der Herzog von Aosta, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden, Prinz Ludwig von Bayern und zahlreiche deutsche Fürstlichkeiten. Offiziösen Korrespondenzen zufolge hat der Kaiser dem Wunsche Ausdruck gegeben, den neuen Reichstag bei seinem Zusammentritt zu begrüßen. Falls der Gesundheitszustand des Monarchen, welcher in jüngster Zeit durch Erkältungserscheinungen mehrfach beeinträchtigt ward, es gestattet, wird daher, wie es auch bisher beim Beginn einer neuen Legislaturperiode üblich gewesen, die Eröffnung des Reichstages durch den Kaiser persönlich vollzogen werden. Jedenfalls wünscht man der Eröffnung jenen feierlichen Umstand nicht unerwünscht, denn sie benutzte das Alleinsein mit ihrer Tochter, um diese auf ihre Pläne vorzubereiten. „Fürstin Scherbulew hat mir mitgeteilt“, begann sie in freundlichem Tone,„daß ihr Sohn in den nächsten Tagen hier eintreffen wird, um einen Teil des Winters hier zuzubringen.“ „Ich erinnere mich des Fürsten als eines sehr vorlauten, doch ziemlich gutmütigen Menschen", bemerkte Hedwig. „Das mag er gewesen sein“, mein Kind; da er seitdem jedoch ganz Europa bereist und drei Jahre in Italien zugebracht hat, dürfte Dein Urteil über ihn sich jetzt wohl abändern müssen: er wird Erfahrungen gemacht haben und männlicher geworden sein; auch ist er nach seiner Mutter Brief jetzt 26 Jahre alt und—“ „O Mama, ich hätte ihn höchstens für 20 bis 22 Jahre gehalten“, fiel Hedwig ein,„denn sein Benehmen vor einigen Jahren und sein knabenhaftes Aeußere ließen mich ihn kaum als erwachsen ansehen!“ „Nun, dem sei wie ihm wolle!— Ich beabsichtige, morgen der Fürstin einen Besuch zu machen, bei dem Du mich begleiten wirst.“ „Aber, beste Mama, was soll ich bei der stolzen Frau?“ „Sie selbst hat den Wunsch ausgesprochen, Dich öfter bei sich zu sehen, auch ist sie Dir gegenüber nicht stolz; wenn die Fürstin übrigens nur mit ihr Ebenbürtigen verkehren will, solltest Du das eher einen durchaus berechtigten Stolz nennen.“ „Ich denke, alle Menschen von Geist und Bildung sind untereinander ebenbürtig.“ „Sind diese Ideen Dir bei Bergen's beigebracht worden?“ fragte die Gräfin stirnrunzelnd. „O nein, Mama, mein Herz, mein Gefühl geben sie mir ein.“ „Ich glaubte, Dein Herz würde besser mit Deinem Verstande harmonieren. Meine Ansichten über Ebenbürtigkeit kennst Du und ich will hoffen, wenn es darauf ankommt, andere bei Dir nicht zu finden.“ Betroffen sah Hedwig ihre Mutter an, deren Charakter wiederzugeben, der diesen Akt in früherer Zeit auszeichnete. Sollte der Kaiser an der persönlichen Vollziehung verhindert sein, so wird die Eröffnung durch den Reichskanzler erfolgen. In den Reihen der Abgeordneten, welche die künstige Majorität bilden werden, waltet die Absicht vor, die Septennatsvorlage unter Vermeidung der Diskussion in allen drei Lesungen einfuch zu genehmigen, wobei jedoch in letzter Lesung die namentliche Abstimmung gefordert werden wird, um denjenigen Mitgliedern der deutschfreisinnigen und der Zentrumspartei, welche ihren Wählern gegenüber sich verpflichtet haben, für das Septennat zu stimmen, Gelegenheit zu geben, dieser Zusage durch eine entsprechende Erklärung im Reichstage selber Ausdruck zu geben. Uebrigens ist kaum zu erwarten, daß sich die Oppositionsredner das Wort einfach abschneiden lassen werden. Mit bezug auf den Einfluß, welchen man sich vielfach von dem Ausfall der deutschen Wahlen auf die Erhaltung des Friedens verspreche, äußert die„Nordd. Allg. Ztg.“ ihre Zweifel. Ebensowenig wie anzunehmen sei, daß Fürst Bismarck im Falle eines ungünstigen Wahlergebnisses einen Krieg herbeigeführt haben würde, ebensowenig dürfe man glauben, daß der Sieg der deutschen Regierung bei den Wahlen jede Kriegsgefahr abwende. Dies würde nur dann der Fall sein, wenn die Frau zosen zur Ueberzeugung gelangten, daß Deutschland fest entschlossen sei, in seinen Rüstungen stets gleichen Schritt mit Frankreich zu halten, und daß letzteres daher sein Geld unnütz ausgebe.— Ein hochoffiziöser Korrespondent der„K. Z. weist darauf hin, daß die vielbesprochenen Aeußerungen des„Nord“ über Rußlands Haltung im Fall eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich halbamtlich noch nicht zurückgewiesen sind. Der Erklärung Rußlands, die bulgarische Frage ruhen lassen zu wollen, um für den deutsch=französischen Kriegsfall freie Hand zu behalten, setze Fürst Bismarck mit unerschütterlicher Konsequenz die alte Versicherung entgegen:„Deutschland hat kein Interesse im Orient und wird sich daher in die etwaigen Händel dort nicht einmischen.“ Wenn mithin Rußland in die bulgarischen Händel nicht eingreifen will, Deutschland wird es gewiß nicht thun, und was auch dort geschehen möge, Deutschland wird davon nicht berührt. Aber gerade dies ist es, was Rußland aufs Aeußerste zu bringen scheint. Rußland will die Einmischung Deutschlands, aber zu Rußlands Gunsten. Deutschland aber ist der Verbündete Oesterreichs und Italiens, und überläßt es diesen und England, die orientalischen Fragen ihren Interessen gemäß zu behandeln. Ob Rußland unter solchen Umständen die Orientkrisis je nach Wunsch beschleunigen oder vertagen kann, mag es selbst beurteilen. Jedenfalls sind noch Andere da, welche ein Interesse haben, diese schleichende Kriegsgefahr so oder so zu beseitigen, und jedenfalls bereitet sich Rußland auf alles vor. Nach Privatnachrichten der„Krz. Z.“ aus Petersburg wird die russische Armee an der polnischen Grenze weiter verstärkt.— Was das österreichisch=deutsch=italienische Bündnis betrifft, so wird der„Köln. Ztg. aus Rom geschrieben, daß derselbe derart sei, daß Italien bei einem Angriff Frankreichs gegen Deutschland thätig eingreift, bei einem Angriff Rußlands gegen Oesterreich neutral bleibt. Vier Kundgebungen des Papstes liegen vor. Die beiden ersten, welche die Stellung der Zentrumspartei zum MilitärSeptennat betrafen, sind bekannt. Der dritte Brief war an das preußische Episkopat gerichtet und wiederholte im wesentlichen die päpstlichen Wünsche über das Septennat. Des Papstes Wunsch, daß die Katholiken keinem Augen sich mit strengem Ausdruck auf die Tochter richteten. Um dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, sagte Hedwig: „Wird Alfred nicht zum Essen kommen?“ „Das soll mir sehr gleichgiltig sein; denn Vergnügen bereitet mir seine Gesellschaft ohnehin nicht.“ „Was that mein Bruder Unrechtes, Mutter, um Dich so sprechen zu lassen „Frage Du ihn— vielleicht bekennt er Dir seine Schuld", entgegnete die Gräfin aufstehend und ihrer Tochter die schlanke, weiße Hand reichend;„ich will für den Rest des Tages ungestört sein.“ Als ihre Mutter den Speisesaal verlassen, lehnte sich Hedwig in ihren Fauteuil zurück und blickte gedankenvoll vor sich hin. Sie dachte an ihren Bruder; wo er nur bleiben mochte?— Um 2 Uhr war er fortgeritten, jetzt zeigte die Pendule über dem Kamin schon über sechs— und er war noch nicht zurückgekehrt.... Eine lebhafte Unruhe, über deren Grund sie sich nicht Rechenschaft zu geben vermochte, bemächtigte sich ihrer Seele; umsonst war sie bemüht, sich durch den Gedanken zu beruhigen, daß er ja oft schon weit länger fortgeblieben sei.— Sie trat ans Fenster und schlug die schweren Damastvorhänge zurück. Draußen herrschte tiefes Dunkel und ab und zu hörte man heftige Windstöße, unter deren Gewalt die hohen, alten Bäume, welche das Haus umgaben, sich rauschend neigten und dann die Häupter bedenklich wiegten ob eines fernen Grollens, welches als Vorbote eines dem schönen Herbsttage folgenden Gewitters anzusehen. Der sonst so klare See, die ganze sonst friedliche Landschaft waren bereits vom Sturm bewegt— ein Bild wilder Aufregung. Wie die meisten Gewitter im Spätherbst, so brach auch dieses mit furchtbarer Gewalt los: Blitz auf Blitz kreuzte das Firmament, gefolgt von oft betäubenden Donnerschlägen. Aengstlich schreckte Hedwig bei jedem grellen Blitzstrahl, bei jedem Donnerschlag zusammen— sie dachte an ihren Bruder, der, vielleicht dem Unwetter schutzlos preisgegeben, in der dunklen Nacht umherirrte. Sie trat vom Fenster zurück und klingelte. Sozialdemokraten ihre Stimme bei den Stichwahlen geben sollen, ist in einem vierten Telegramm enthalten, welches durch den päpstlichen Nuntius in München dem gesamten deutschen Episkopat mitgeteilt werden wird. Die Stichwahlagitation ist ungemein lebhaft. In München war wegen der Samstag und Sonntag dort stattgefundenen sozialde mokratischen Wählerversammlungen die ganze Garnison konsigniert.— In einer kleinen Lübecker Buchdruckerei beschlagnahmte die Polizei ganze Säcke voll sozialdemokratischer Flugschriften. Zahlreiche sozialistische Agitatoren waren dort anwesend, in einer großen Versammlung sprach der Abg. Singer.— Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei hat beschlossen, den Anhängern der Partei zu empfehlen, bei Stichwahlen zwischen Freisinnigen und Sozialisten den ersteren ihre Stimme zu geben. In Frankfurt a. M. beschlossen die Demokraten bei der Stichwahl für den Sozialisten Sabor gegen den nationalliberalen Kandidaten zu stimmen. Sehr schön und treffend sagt das verbreitetste deutschfreisinnige Blatt:„Der Reichskanzler ist ein vortrefflicher Kenner der Seele des deutschen Volkes. Er weiß in ihr zu lesen, wie in einem aufgeschlagenen Buch.“ Hätten die Herren doch auch darin gelesen! Von der Erklärung des rheinischen katholischen Adels, die zur Bildung einer katholischen konservativen Partei aufforderte, haben nunmehr bereits 2 der Herren, ein Graf Berg und ein Herr E. v. Groote, ihre Unterschriften zurückgezogen. Samstag mittag 12 Uhr fand im Reichstagsgebäude in Berlin unter Vorsitz des Geh. Komm.=Rats Delbrück die konstituierende Versammlung der deutschen ostafrikanischen Gesellschaft statt. Oesterreich=Ungarn Der durch eine Kreditoperation zu beschaffende Geldbedarf der ungarischen Regierung beläuft sich auf rund 41 Millionen Fl., wozu noch die Quote der von den Delegationen zu bewilligenden Beträge und das Erfordernis für die Nachtragskredite des Jahres 1886 kommen. Die Feststellung und die Bedeckung all' dieser Beträge bleibt, wie der„Pol. Korr.“ geschrieben wird, einer weiteren Zukunft vorbehalten. Der Bericht des Finanzausschusses schlägt zur Deckung des Defizits die Ausgabe von Papierrente, jedoch ohne Angabe eines Zinsfußes derselben, vor, und im Finanzgesetze heißt es blos, das Defizit sei durch eine Kreditoperation zu bedecken. Der Grund, warui nun diese allgemeine Ermächtigung verlangt wird, liegt darin, daß die Regierung mit der Rothschildgruppe noch keinerlei Vereinbarung getroffen hat. Mit anderen Finanzgruppen ist aber die ungarische Regierung überhaupt nicht in Fühlung getreten. Die Rothschildgruppe erklärt, vor Aufklärung des politischen Horizonts positive Vorschläge weder machen, noch annehmen zu können. Frankreich. Die Existenz des Ministeriums wird von der Pariser Oppositionspresse als ernstlich gefährdet dargestellt, während offiziös versichert wird, daß alle Gerüchte bezüglich innerer Zerwürfnisse im Ministerium durchaus unbegründet sind. Die letztere Versicherung darf jedoch keinenfalls wörtlich genommen werden, da es einenteils notorisch ist, daß der Minister des Aeußern, Herr Flourens, und der Kriegsminister Boulanger„auf gespanntem Fuße leben“ und sodann die offenkundigen Meinungsverschiedenheiten der Kabinettsmitglieder bezüglich der Getreidezollfrage doch nicht gestatten, das Ministerium als ein homogenes zu bezeichnen. Inzwischen hat der Senat das Einnahmebudget angenommen, jedoch mit einigen Modifikationen, die möglicherweise einen Konflikt mit der Depu„Hat der Graf, mein Bruder, nicht gesagt, wohin er zu reiten und wann er zurückzukehren beabsichtige?“ fragte sie den Diener. „Nein, der Herr Graf hat nichts hinterlassen.“ „Sobald er zurückgekommen, melden Sie es mir.“ Hedwig verließ den Speisesaal, um sich auf ihr eigenes Zimmer zurückzuziehen. „O gnädige Komtesse, ist das ein Wetter!" bemerkte das sie erwartende Kammermädchen, und, wie um ihre Worte zu bekräftigen, erleuchtete ein momentane Tageshelle verbreitender Blitz in demselben Augenblicke die Landschaft weit hinaus und ein Donner, ein Krach folgte ihm auf dem Fuße, dessen Gewalt alle Scheiben erklirren, das Landhaus förmlich erzittern machte. Das Unwetter schien auf seinem Höhepunkt. „Und der Herr Graf“, fuhr die Zofe fort,„ist in diesem„Sturme draußen!— Gerechter Gott!“ Und mit zitternden Händen begann sie Hedwigs herrliches Haar zu ordnen. „Fürchtest Du Dich, Jeannette?“— fragte Hedwig. „O nein“ entgegnete die kleine, kokett und keck dreinschauende Französin, welche sich nicht gern auf menschlichen Schwächen ertappen ließ;„doch befehlen gnädige Komtesse, daß ich die Jalousien schließe?“ „Gern, wenn das zu Deiner Beruhigung beitragen kann“, bemerkte Hedwig lächelnd, und versuchte in einem Buche zu lesen. Die Gewalt des Wetters schien erschöpft; nur noch einzelne Blitze zuckten in immer längeren Zwischenräumen und der Donner wurde dumpfer und klang mehr und mehr entfernt. Der Regen jedoch strömte in ungeminderter Fülle. Der Abend verging— der junge Graf kehrte nicht zurück. Hedwig's Besorgnis steigerte sich zur vollen Angst; alle im Hause waren zur Ruhe gegangen, nur sie konnte keinen Schlaf finden. Ihre aufgeregte Phantasie peinigte sie durch die schrecklichsten Vorstellungen, gegen Morgen erst fand sie Schlaf, doch oft schreckten wirre Träume sie auf. (Fortsetzung folgt.) tiertenkammer zur Folge haben. Im Senate trat, zum erstenmale nach seinem Rücktritte, Herr Freycinet auf und zwar, um die Aufrechterhaltung der Besetzung Tonkings, also die Kolonialpolitik Jules Ferry's, zu verteidigen. Auch dies hat dazu beigetragen, die Gerüchte von einem nahen Ministerwechsel zu verstärken. Die opportunistische Majorität des Senates spendete Herrn de Freycinet lebstaften Beifall, als ob sie damit die zwischen Freycinet und Jules Ferry stattgehabte Annäherung bestätigen wollte. Das Organ Clémenceaus, die„Justice", straft dafür Herrn de Freycinet mit einer hämischen Bemerkung über seine neuen Freunde und bekundet dadurch seinerseits, daß das Bündnis zwischen Freycinet und Clémenceau aufgehört hat. Es ist sonach nicht unmöglich, daß sich demnächst ein ernster Kampf zwischen Freycinet und Clémenceau entspinnt. Einigen Kummer macht in Frankreich die jüngste Rede des Senators Leon Say über die Staatsfinanzen. Er fand, daß, wenn nicht bald eine Aenderung eintrete, die Anarchie im Innern eintreten werde und die Armut im Staatsschatz. Der ewige Wechsel der Ministerien und höchsten Beamten und die Erfahrung, daß jeder neue Minister seine Protektoren und Günstlinge gut versorgen müsse, und vieles ähnliche bringe den Finanzen die Schwindsucht. 1871 seien für Pensionen der Beamten und Offiziere 83 Millionen ausgesetzt worden, sie seien aber 1885 schon auf 150 Millionen gestiegen; 1871 gab es 130000 pensionierte Beamte, 1885 schon 200 000 und seitdem wieder mehrere Tausende. Er wies auf die nutzlose Verschwendung in fast allen Fächern hin, nur über die furchtbare Militärausgaben, welche die Wurzel alles Uebels sind, sagte er kein Wort. Sie betragen in Frankreich 944 Millonen, in England 700, in Deutschland 505, in Rußland 505, in Italien 306 Millionen. Die dadurch verursachten Schulden belaufen sich für Frankreich auf 26½ Milliarden, für England auf 19½, für Italien auf 10 und für Deutschland auf 5½ Milliarden. Italien. Auch Graf Robilant hat den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden, abgelehnt. Der König Humbert konferierte mit dem liberalen Führer Crispi, aber der ist wenig geeignet, die bisher bestandene Freundschaft mit Deutschland und Oesterreich weiter zu pflegen, da er aus seinen Sympathieen für Frankreich kein Hehl macht. Kardinalstaatssekretär Jacobini empfing den Besuch und den Segen des Papstes. Auch die letzte Oelung wurde ihm erteilt. Sein Zustand hat sich abermals verschlimmert und sein Tod ist stündlich zu erwarten. Rußland. Die geplante Erhöhung der russischen Eisenzölle soll für Gußeisen zunächst eine Zollerhöhung von 18 auf 25 Kopeken betragen. Bei anderen Eisensorten wird eine Erhöhung von 40 auf 60 Kopeken beabsichtigt. Einen sonderbaren Tagesbefehl hat der Generalgouverneur von Odessa, der General der Infanterie von Roop erlassen. Er sagt darin, Rußlands„Feinde" hätten neue Gewehre eingeführt, die russische Armee brauche dieselben aber nicht zu fürchten, dürfe vielmehr überzeugt sein, jeden Feind zu schlagen, wenn sie nur ihre alte Tapferkeit bewahre. Orient. Die bulgarische Regierung ist fest entschlossen, über die von ihren Vertretern in Konstantinopel gemachten Konzessionen nicht hinauszugehen und Zankow keine weiteren Zugeständnisse zu machen. Die Sobranje soll Mitte März in Tirnowa zusammentreten, um die Vollmachten der Regentschaft zu erneuern. An die Fürstenwahl wird wohl noch nicht herangetreten werden. Wann die Wiederaufnahme der Verhandlungen erfolgt, ist noch nicht bekannt. Westfalen und Rheinland. * Schwerte, 27. Febr. Der Landkreis Dortmund wird nach seiner Teilung noch 61,496 Einwohner zählen. Als Herr Landrat von Rynsch am 14. Januar 1860 an die Spitze des Gesamtkreises trat, zählte derselbe etwa 83,000 Seelen, eine Zahl, die ungefähr der jetzigen Einwohnerschaft der Stadt Dortmund gleichkommt, die bis zum Jahre 1874 gleichfalls zum Kreise gehörte. Der neue Kreis Hörde wird etwa 66,000 Einwohner zählen. Der Kreistag für den demnächstigen Landkreis Dortmund wird aus 25 Abgeordneten bestehen, von denen 11 auf die größeren Grundbesitzer, 12 auf die Amtsverbände und auf die Stadt Lünen entfallen. Das Amt Brackel mit 11,294 Einwohnern hat 2 Abgeordnete, das Amt Castrop mit 17,603 Einwohnern 4, die Aemter Dorstfeld und Lütgendortmund mit 11,022 bezw. 11,121 Einwohnern je 2 und das Amt Lünen mit 6553 Einwohnern ebenfalls 2 Abgeordnete zum Kreistag zu wählen. □ Schwerte, 27. Febr. Nicht nur Kraniche und Wildgänse kommen aus ihren Winterquartieren zurück, auch die Drossel, welche treu bei uns ausgehalten, läßt frühmorgens ihr frohes Lied ertönen und denkt schon an den Nestbau. Die Staare begrüßen von der Spitze der Bäume und Häuser den ersten Sonnenstrahl mit lustigem Gezwitscher, die flinke Meise singt in den Gärten ihr Frühlingslied„Spinn dicke!" und bald werden auch neben den Kindern Floras die ersten überwinterten Schmetterlinge, der Fuchs und Citronenfalter, erscheinen. In Elsaß=Lothringen sind auch bereits die ersten Störche eingetroffen. Hoffen wir, daß der Winter keine Rückfälle mehr macht und durch seine Launen die Frühlings= boten verscheucht.— Wie unsere Leser sich erinnern werden, hatte der Meteorologe Herr Rud. Falb für die Zeit vom 22. bis 24. d. Mis. verheerende Naturerscheinungen angekündigt. Daß und wie diese Voraussage sich erfüllt hat, werden unsere Leser aus den Mitteilungen aus dem Auslande ersehen haben. * Schwerte, 27. Febr. In der Nacht von Freitag zum Samstag verunglückte an der Feinwalze auf der hiesigen Eisen Industrie der Walzer Weyberg von Westhofen, in der Nacht von Samstag zum Sonntag an derselben Walze, der Vorwalzer Joseph Beermann; beiden ging der glühende Draht durch je einen Fuß, und wurden dadurch nicht unerheblich verletzt. Beide Arbeiter mußten sofort nach ihrer Wohnung geführt werden. *.— Für den Gebrauch der Rundreise billets wird demnächst in Deutschland eine wichtige Neuerung eingeführt. Bisher wurden diese Billets für den Fall, daß der Reisende unterwegs seinen Reiseplan ändern wollte, für die weitere Reise ungiltig. In Zukunft soll jedoch, wie die„A. D. E.=Z.“ mitteilt, dem Reisenden für solche Umstände Gelegenheit gegeben werden, sich neben dem Rundreisebillet eine„Ligitimations= karte" für 1 Mark zu erwerben. Dieselbe berechtigt ihn, falls er seinen Reiseplan unterwegs ändert, einen neu entnommenen Fahrschein auf der Rückseite mit dem Stempel„Rabatt=Billet" versehen zu lassen, um dasselbe bei der Rückkehr nach der Stelle, wo das Rundreisebillet entnommen wurde, einzuliefern. Auf diese neu entnommenen Fahrscheine genießt der Reisende denselben Rabatt, wie bei den Rundreisebillets und erhält für die nicht„abgefahrenen“ Koupons den entsprechenden Betrag zurück. X Ergste, 26. Febr. Ein paar Waldriesen befinden sich in dem Gehölze des Herrn Finkhaus zu Höfen. Es sind dies zwei Buchen, welche 3 Mann nicht umspannen können und außerdem hohl sind, so daß mehrere Personen in denselben Platz finden. hörde, 24. Febr. Die am Donnerstag hier eingetroffene Nachricht, daß die hiesige Stadt zum Sitze des Landratsamtes für den zukünftigen Kreis Hörde bestimmt worden ist, verursachte große Freude. Von den Halden des Hörder Vereins erschollen Salutschüsse, die Fahnen wehten.— Als Wahlkuriosum kann wohl der Fall bezeichnet werden, daß in einer der Wahlurnen hies. Stadt ein ¾ Meter im Geviert messendes Plakat mit dem Namen Lenzmanns als Stimmzettel aufgefunden wurde. Das Plakat war von weißem Papier und derart häufig zusammengefalten, deß es als Stimmzettel passieren mußte. Dortmund, 27. Febr. Daß auch unter denen, die, unter anderen Umständen, d. h. wenn es nicht die allgemeine Lage des Vaterlandes erforderte, unserem neugewählten Reichstagsabgeordneten Herrn Stadtrat Kleine ihre Stimme nicht gegeben hätten, dies jetzt, wo es sich um die Septennatsfrage handelte, doch gethan haben, dürfte folgender Stimmzettel, der sich in der Wahlurne eines hiesigen Wahlbezirkes vorgefunden, zur Genüge beweisen. Der Zettel lautete: „Ob Kleine, ob Lenzmann man wählen thut, Für mich ist keiner davon gut; Wo es sich aber handelt ums Vaterland, Da heißt es frischweg Farbe bekannt. Hinweg mit Richters Nörgeleien, Hinweg mit Lenzmanns Flunkereien. D’rum wähl' ich nur, ich meine: Den Herrn Stadtrat Kleine. Denn er geht dem Kaiser treu zur Hand, Steht fest fürs deutsche Vaterland. Nur ihm wollen wir vertrauen, Und nur auf Eduard Kleine bauen.“ — Ein trauriges Bild der Verwahrlosung großstädtischer Schuljugend entrollte eine Verhandlung vor der Dortmunder Strafkammer. Der schon wegen Diebstahles mit 14 Tagen Gefängnis bestrafte, noch nicht 14 Juhre alte Schüler Max Pamplum hatte als Anführer einer Bande gleichaltriger Genossen eine ganze Reihe von Läden fortgesetzt mit den verwegensten Diebstählen heimgesucht. Die gestohlenen Sachen brachte Pamplum in einem Versteck in seinem Elternhause unter; dort wurden sie bei einem Wohnungswechsel gefunden: allerlei Eßwaren, aber auch Werkzeuge, Garnwaren, Hüte, Schuhe, Geldbörsen u. s. w. Das Urteil lautete vier Monate Gefängnis. — Die Schuhmacher=Innung Dortmunds hat ein sogenanntes schwarzes Buch angelegt, in welches alle säumigen Zahler ihrer Schulden für erhaltene Schuhwaren eingetragen werden. — Ein betrübter Reisender schreibt der„Dortmunder Ztg.“: Die Geschäftsreisenden und Agenten schlagen ein Kreuz über die jüngsten vier Wochen. Wohin man gekommen, sei niemand zu Haus gewesen, sondern bei Wahlen und Wahlversammlungen, kaum sind die Spesen verdient. Wenn abends zehn bis zwanzig Herren bei einander in Gasthöfen gewesen und weidlich raisonierten, war kaum einer unter den ganzen, der Geschäfte gemacht hatte und dieser eine hätte— gelogen. Gott lob, daß das zu Ende ging. Bei einem Brande in der Nähe von Unna, der übrigens von böswilliger Hand angelegt sein soll, kamen 50 Schafe in den Flammen elend ums Leben. In Loest soll am 1. Oktober d. J. eine Ackerbauschule eingerichtet werden, für welche die Kreisstädte 1000 M. und die Provinzialstände 400 M. bewilligt haben. Durch königliche Kabinettsordre vom 21. d.z acht Sektionen belaufen sich auf 463,283 Mark. und der damit verknüpften Trinkgelage eingeM. ist bestimmt worden, daß der bisherige Kreis Rechnet man zu dieser Summe die Entschädigungs= rissen sein. Es wird in der„Times“ Behagen geteilt und aus demselben die Kreise: beträge für das IV. Quartal 1885, ferner für schwerde darüber geführt. Es heißt da, profesStadtkreis Hagen, bestehend aus der Stadtge= die fünf Quartale 300 Prozent der Unfallentschä= sionelle Spieler machten in den Kajüten solcher meinde gleichen Namens; 2. Landkreis Hagen, be= digungen zur Bildung des Reservefonds und end= Dampfer ununterbrochen die Fahrt hin und her, stehend aus den Städten Haspe und Herdecke, lich die Organisations= und Verwaltungskosten bis lum andere unvorsichtige Passagiere im Spiel sowie den Aemtern Bohle=Hagen, Breckerfeld, Enne=zur Erhebung der zweiten Umlage im Jahre 1888, auszubeuten. Als ein Beispiel wird angeführt, verstraße, Volmarstein und Wetter mit dem Sitze dann wird sich eine Summe von rund 2700000 daß einem jungen Mann aus guter Familie des Landratsamtes in Hagen; 3. Kreis Schwelm, Mark ergeben. Die Zahl der Versicherten beträgt alles, was er bei sich hatte und was er dann bestehend aus den Städten Schwelm und Gevels= ca. 349 000 Personen. Der bei der ersten Um= noch borgen konnte, abgenommen worden sei, Haßlinghausen, lage zur Erhebung kommend Betrag würde sich so daß er sich nachdem seine aaufregung durch worden war, in seiner gestürzt habe, um sich Als Termin für das Inkrafttreten dieser neuen rauf die inzwischen gezahlten Vorschußbeiträge zu zu ertränken, und nur mit Mühe gerettet worden Kreisteilung ist der 1. April kr. festgesetzt. Die den Organisations= und Verwaltungskosten in An=sei, worauf man ihn eingesperrt und unter Aufdemnächstige Verwaltung des neuen Teilkreises rechnung kommen. Für das Jahr 1886 allein be= sicht gestellt habe. Andere Passagiere seien Schwelm ist einstweilen dem Regierungs=Assessor rechnet würde sich der insgesamt aufzubringende mitten in der Nacht durch einen beim Spiel Martinius zu Hagen übertragen worden. Die Betrag belaufen auf ausgebrochenen Streit, der sich bis zu MordanFunktionen des Landrats für den Stadtkreis Hagen Unfallentschädigungen 463284 Mk. drohungen gesteigert habe, aus dem Schlaf aufgehen am 1. April dieses Jahres auf den Bür= 300% Einlage in den Regermeister der Stadt Hagen über, welcher in Aus“ servefonds übung derselben sich der Unterschrift:„Das König= Verwaltungskosten liche Landratsamt des Stadtkreises Hagen, der bestehend aus den Städten Schwelm und Gevels=1ca. 349 000 Personen. Der bei der ersten Um= noch borgen konnte, abge berg, sowie den Aemtern Ennepe, Haßtinghausen, tage zur Erhebung kommende Beltag wurde sichsso baß er sich, nachdem se Langerfeld, Sprockhövel und Vörde mit dem Sitze also nach dieser vorläufigen Berechnung pro Person starkes Zutrinken gesteigert des Landratsamtes in Schwelm gebildet werden. durchschnittlich auf etwa 7—8 Mark stellen, wo. Verzweiflung über Bord g geschreckt worden. Die Einsender sagen, wenn die Rauchzimmer von Dampfern in Spielhöllen verwandelt würden, so sollte das über den zusammen also 2 003 133 Mk. Thüren vermerkt werden, damit Eltern, welche 1389849 150000 Bürgermeister", zu bedienen hat. Die sofortige oder bei 349000 Personen pro Kopf auf 5—6sihre Söhne solchen Dampfern anvertrauen, im Neubildung der Kreisvertretungen für den Land= 1Mark, d. i. bei weitem noch nicht 1 Prozent des Voraus gewarnt sind. Es ist die Sache der kreis Hagen und den Kreis Schwelm ist bereits Arbeitslohnes der Versicherten. Kapitäne, solchen Ausschreitungen zu steuern und angeordnet. diese Aufgabe nicht den Passagieren zu überlassen, In Schwelm stürzte in einem unbewachten Vermischtes. und solche Dampfschiffgesellschaften, welche etwas Augenblick ein 3jähriges Kind aus dem Fenster]* Die Stadt Berlin hat zum 90. Geburts= auf ihren Ruf geben, sollten gegen das weitere des driten Stokverks. Dasselbe siel auf eine jage des Kasers 300000 Mark für die Kaiser= Aschsgzei fzur hiher pulng slcs ia#l wird aus hohl aufiegende eiserne Falitzüre, wodurch die Withelm=Augustastistung bewiligt und 40,009 grüsfek unterm 23. d. Mis. Iu Verletzung außer einem Armbruch glücklicherweise Mark zur Feier des Tages durch Gottesdienst, r#stel umerm„23. g.„ gemeldet. nicht tötlich wurde. Schulfeiern, Illumination 2c. Die letztere soll der Gußstahlfabrik zu Marchtennes wurden Ein Kleinschmied aus Gevelsberg wird seit besonders großartig werden. U. g. werden vom 7 Arbeiter infolge des Zerspringens eines 90,000 14 Tagen vernißt. Ob dem Manne ein Unglück Rathausturm riesige Bomben in die Höhe ge Klogcamm„schweren. Schwungrads getstet und zogestoßen oder ob er sich selbst ein Leid angethan, worsen werden, welche in der Lust zerplatzen)" F'gannihalismus in Persien. Aus sige de baen. 3. Uhgah, aiche aun ut. ausede, Kehasct Schadsl dur Basgen lin stäiche an Kanstaldens gurecde 9e. August d. 3. das 98. Lebensjahr erreicht. Der= huntfarbigem Regen darbieten werden. persischen Stadt Plamadan hatten zwei Frauen, selbe ist noch recht rüstig. Er diente beim 28.] 2 Das Schwurgericht in Meiningen verurteilte von sieben anderen Personen unterstützt, drei Inf.=Regiment, von welchem noch ein Veteran in den Freiherrn von Pamel=Ranimingen wegen Kinder gestohlen und aufgegessen. Sie wurden Iun eder von Händlen sets suart beschten ahnemidernder Unstäade zu 2 Jagen Felung, Goshaser venrester die esher Pratr, Restauration zu Bochum wurde von dem auf. 2 Ueber eine Schreckensthat der Nihilisten Sroßvezer berurtente die beiven Frauen zum wartenden Kellner eine Brieftasche mit über wird aus Odessa berichtet: In der Nacht zum Galgen und die Mitschuldigen zum Hungertode. 900 M. Inhalt gefunden und dem sich alsbald 13. k. drangen fünf vermummte Individuen in Eine Woche Frütegr, Hdep, zuut dre Hiptetzenige meldenden Eigentümer unversehrt überliefert. das Haus des Generals Dolotin in Nowot= im Gefängnisse, nuchven funf der unglalltihln Letzterer belohnte nach Ueberzeugung die Ehrlich= scherkask(Hauptstadt der Donischen Kosacken in die beiden anderen aufgegessen hatten. teit wut bo Pf,I„ug=hig verhaftete einen Südrußland) en, erwürgten den General wäh= ist Zäger? Seit mann dennzu.O, seit ache Die Volizei im twattensigetr vetzutetr enenhrend des Schlafes mit den Polstern und raubten Mongten]:—„Nun, was hater schon erlegt?. Bergmann, der bei einer Schimpferei sich der ärg= dann 60,000 Rubel. Mit den Räubern ver Ponaten!“—„Nun, was hat er schon erlegt?“ sten Majestätsbeleidigungen zu schulden kommen ließ, schwand auch der junge Diener des Ermordeten. — Durch Explosion schlagender Wetter in Da man in dem zurückgelassenen Koffer des karte, weiter nichts * Jagdresultat.„Was, Ihr Gemahl ir wann denur"„D, seil achl — gps ve.. „Erlegt? Fünfzehn Mark für seine JagdNeueste Nachrichten. Wie der„Straßb. Post“ von zuverlässiger einem Ueberhauen auf einer Zeche bei Wattenscheid spurlos verschwundenen Dieners des Generals wurde ein Bergmann sehr schwer beschädigt Der- gihilistische Broschüren vorfand, vermutet man, selbe hatte soeben seine 12tägige Uebung mit dem daß der Diener der Urheber des Raubmordes Seite mitgeteilt wird, sind in dem hinter der Repetiergewehr mitgemacht und verfuhr seine zweite gewesen und daß dieser zu nihilistischen Zwecken(französischen Grenzstation Audun=le= Roman Hahl der Pflealinge in der Gaf zur verübt worden sei.(Strecke Diedenhofen=Sedan=Paris) befindlichen Die Hayt der Pfiegtunge in der Kolomte für!„ Türkische Zustände. Der Vize=Gouver= Eisenbahntunnel die Sprengminen durch franzöEpileptische zu Bielefeld beziferte sich am Ende neur von Castoria(Macedonien), Salih Bey, sische Geniemannschaften mit Schießbaumwolle des Jahres 1886 auf 910. Gegenwärtig ist wurde im vergangenen November auf einer In= geladen worden. die Anstalt vollständig besetzt, und warten noch spektionsreise mit seinen zwei Sekretären von In Lübeck sind am Sonntag 10000sozialistische über 100 dieser Unglücklichen vergebens auf einer Räuberbande aufgehoben und in's Gebirge Flugblätter mit heftigen Angriffen auf den Kaiser Aufnahme. Es wird daher auf Erweiterung geschleppt. Da nun für die Gefangenen ein und den Fürsten Bismarck beschlagnahmt. Die des Instituts ernstlich Bedacht genommen wer= Lösegeld von nahezu einer Million Francs ge= Untersuchung ist eingeleitet. den mussen. g0 42un i. B.## fordert wird— eine Summe, die weder die In Rostock wurden 14 Studenten wegen . Die von der Firma B. Vortmann in nech Verwandten des Gefangenen, noch die türkische ruhestörenden Lärms zu Haftstrafen von 4 lingyausen mit rühmlichen Erfolgen betriebene Regierung aufbringen konnten— so befindet sich Wochen, zwei zu 5—6 Wochen verurteilt. Fabrikation von Turmuhren hat bereits in der Vize=Gouverneur mit seinen Sekretären noch Der französische Senat hat das Budget Amerika Anerkennung gefunden. Aus Buffalo, immer in den Händen der Briganten. endgiltig in der Fassung der Oeputiertenkammer U. S., ging der Auftrag zur Lieferung einer„ Die Krondiamanten in Paris sollen am angenommen und sich dann bis zum 7. März großen Turmuhr für das Kloster St. Marys 1. Mai verkauft werden, mit Ausnahme des vertagt, Church ein, obwohl zu Buffalo selbst zwei auf 12 Millionen Fres. geschätzten„Regenten“—* Turmuhrenfabriken sind. und einiger Kostbarkeiten, die das Museum des Auf dem Rangierbahnhuf der Bergisch= Louvre erhalten wird. Die Kaiserkrone wird Märkischen Eisenbahn zu Essen geriet ein Bremser eingeschmolzen werden. Es bleiben aber noch zwischen zwei Puffer, wodurch er gequetscht und 51,403 Brillanten, die 9910 Karat wiegen, so schwer verletzt wurde, daß er im Kranken 21,119 Rosetlen von 471 Karat und 2693 hause nach wenigen Stunden starb. Perlen von 7034 Karat übrig. Außerdem ist Ein Fabrikarbeiter in Bocholt wurde mit ge= eine große Anzahl von Rubinen, S brochenem Genick in einem Graben aufgefunden. Türkisen vorhanden. Beim Ueberschreiten des darüber führenden sog.] 2 Wahlkuriosum.„Ich bin der ReichsZum Abonnement auf das„Dortmunder Kreisblatt“ für den Monat März(Preis 50 Pf.) laden wir jedermann freundlich ein. Im neuen Reichstag beginnen im März Seis es oden Aun schle Seign 9n. Funders war er ausgeglitten und war kopfüber in tagskandidat Reißhaus.“ Mit diesen Worten gegellden zur Winterzeit eingefrorenen Graben gestürzt, stellte sich der sozialdemokratische Schneider dieses v# über in Original=Korxelpondenzen ein wo er seinen Tod fand. Namens aus Erfurt den versammelten bäuer= seigener Berichterstatter aus Caetin. In Köln nahm ein Schreiner eine Platzpo= sichen Wählern in Eixleben vor. Tiefes Robseid. Bastkleider(ganz Seide) trone, welche er von einem Reservisten bekommen Schweigen. Dann sieht ein großer, starker Me. 16,80 v. Stof zur kompl. Robe, sowie hatte in die Hand, um dieselbe zu besehen. Hier, Wähler auf und sagt: Erlauben Sie, daß ich Mi. 22.80, 28.—, 34.—, 42.—, 47.50 nadelfertig. bei entzündete sich die Patrone und riß dem Manne pich auch varstelle, ich bin der Landmann! Seiden=Etaminen. seid. Grenadines, schwarz u. farbig(auch alle Lichtfarben) Mr. 1.55 p. Met. bis Mk. 14.80(in 12 versch. Qual.) vers. robenweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik=Dépöt G. Henneberg(K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. bei entzündete sich die Patrone und riß dem Manne mich auch vorstelle, ich bin der Landmann eine Hand vollständig anseinander. Schmeißnaus! Der Schneider sieht seinen langen Jahren sind die von der Mann, dann die lachenden Bauern an und verStadt Köln auf dem Gürzenich veranstalteten schwindet auf Nimmerwiedersehen. Der„Deutsche“ Maskenfeste nicht so schlecht besucht worden, wie in Sondershausen verbürgt die Geschichte. diesmal. Die Einnahme ergab 2317 M., wo Vertrauens=Damen, das war in Berlin bei den von 1281 M. auf den Sonntag und 1036 M. Wahlen die neutste Errungenschaft der sozialauf den Dienstag entfallen. Im vorigen Jahre vemokratischen Bewegung. Von dem richtigen Ia habe mir einen gründlichen Katarrh brachten diese Bale 4579 Di. ein. Grundsatz ausgehend, daß die Beredtsamkeit des zugezogen, hört man oft und viele Personen sind zu Während der Karnevalstollheiten ist es in weiblichen Geschlechtes unwiderstehlich ist, haben dieser Jahreszeit mehr oder weniger damit befallen. Köl öfters vorgekommen, daß maskierte Spitzbu, die Sozialdemokraten sich für die Herbeiholung Selten jedoch wird einem solchen Katarrh die Bösben einen ihnen begegnenden Herrn umzingelten, säumiger Wähler der Frauen bedient. Das artigkeit zugetraut, welche derselbe bei Vernachlässigung ihn liebevoll an sich drückten und— ihm die scnnnger Wnhtee ver Gennen, r##:—- zeigt und es gibt viele Fälle, wo Lungenschwindsucht eon ttepevou an stey, Seuaten un.—..u—. Ergebnis soll nach der„Post“ ein geradezu und andere schwere Krankgeiten dadurch entstanden sind. Laschenuhr stagten..„(überraschendes gewesen sein.— Zwei kranke Als Schutz= und Vorbeugungsmittel verdient der echte Vei Jaargemund wurde emn Apotheker=Pro: Berliner in Nizza treffen sich auf dem Bahnhof. rheinische Trauben=Brust=Honig von W. H. Zickenvisor vor einigen Tagen überfallen, seiner Bar=„Wohin?“ fragt der eine. Nach Berlin, um heimer in Mainz allen empfohlen zu werden, welche schaft beraubt und in die Saar geworfen. Die sglen. 339“ btüte:. vsrug—z— an Beschwerden der Atmungsorgane. zu. leideg haben, schoft beraupt und in de Saar o.s=r... zu wagen, und Sie?“„Auch nach Berlin, da dieser angenehme Saft die ergenzegaft besist, den Leiche des Bedauernswerten wurde am folgenden um zu wählen.“„Welcher Partei gehören Sie Schleim zu lösen, die Trockenheit und dadurch den Tage aufgefischt. Von den Thätern hat man bis an 2:„Ich bin Konservativer.“„Und ich“, Reiz zum Husten zu mildern und zu heben, wodurch sett noch keine Spur.—(sagte der andere,„bin ein Deutschfreisinniger.“ Verkgutstelle befindet sich am hiesigen Platze bei Knappschaftswesen.„Oann können wir uns ja die lange Reise er= zur Nieden, Konditor. Für die Mitglieder der Knappschafts=Berufs= sparen, ohne daß unseren Parteien eine Stimme Braunschweig=Hannoversche Hypothekenbauk 4= genossenschaft wird es von Interesse sein, schon entgeht, unsere Stimmen heden sich auf!“„Sehr pZt. Pfandbriese Serie 1V. PX., T 113 Die., nächlte seszt zu erfahren, welche Höhe die Unfallasten er richtig,“ riesen beide lachend, drückten sich die Horbtiage Huse, H. beif dere Paslosung öbernimmt das reichen. Für die Sektion II in Bochum sind Hand und blieben..... Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische pro 1886 vorläufig 205,335 Mark Ausgaben!* An Bord vieler transatlanrischer Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 12 ermittelt worden. Die Unfallkosten für sämtliche Dampfer soll das Unwesen des hohen Spiels Pfg. pro 100 Mark. Porochial=Lehrer= Konferenz in Schwerte am 9. März 1887, nachmittags 3½ Uhr. Vortrag: Das Aufrücken des Lehrers mit seiner Klasse in mehrklassigen Volksschulen. Außerordentliche General-Versammlung der vereinigten Gesellen=Auflage, eingeschriebene Hilfskasse zu Schwerte am Mittwoch, den 9. März, abends 8 Uhr, im Vereinslokal. Tagesordnung: 1. Angelegenheit des p. Büning. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. 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In Mehl ist der Umsatz ziemlich unverändert, bei früheren Preisen. Im allgemeinen ist die Nachfrage in allen Artikeln sehr mäßig und wird nur der gegenwärtige Bedarf gekauft. Notierungen: Weizen, westfälischer, K. 16,50—17,00; Weizen, fremder, K. 17,50—18,00; Roggen, westfälischer, K 14,25—14,50; Roggen, fremder, K 13,75—14,75; Hafer, je nach Qualität: K 11,75—12,50 bis 13,75; Weizenvorschuß K 23—25; Roggenvorschuß K 20,25—21,50; Buchweizen K 14,50—15,00; Gerste (gute Brauware) K 17—18; Kartoffeln K. 4,50—5,50. Alles per 100 Kilo frachtfrei hier. 17/40 16/20 15/70 13/40 12/40 15— 1160 47/50 49— 114— 4/60 Viehmärkte. Dinslaken, 24. Februar. Zum Verkauf standen am diesmaligen Markte 1160 Stück tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, sowie 643 Schweine aller Gattungen. Der Rindviehhandel war nicht überall befriedigend, was wohl in der großen Zufuhr zu suchen. Größere Posten wurden zu niedrigeren Preisen verkauft. Am Schweinemarkt war das Geschäft lebhaft und der Auftrieb ganz verkauft. Junge Ferkel, 4—8 Wochen alt, KK 2,00—2,75 pr. Woche. Faselschweine, 14—20 Wochen alt, K. 27—36 pro Stück. Fette Ia. Qual. 46,50, IIa. Qual. K 48 pro 50 Kilo Schlachtgewicht.— Nächster Markt: Donnerstag, 10. März. Viehmarkt zu Werl am Freitag, den 4. März dss. Is. Sechsundzwanzigste Auflage. Preis elegant gebunden 4,50 M. Ueber 1900 zuverlässige und selbstgeprüfte Rezepte. Vorrätig bei Carl Braus. Junge, fette Gänse, 60 Pfg. à Pfund, Graue doppelt gereinigte Bettfedern 1,30 à Pfd. do. Gänsefedern 2,00„ do. Halbdaunen 2,50„ do. Daunen 3.50„„ versende in Post=Kollis zu 10 Pfund franko gegen Nachnahme. Nicht konvenierende Federn und Daunen nehme zurück. A. A. Ursell, Attendorn. Wechsel= und Geld=Kurse. von der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 25. Februar 1887. Kurse in Reichsmi. Amsterdam.. k.S. 168.45 2M. London... k.S. 204,20 2M. Paris... k.S. 80,60 2M. Antw. u. Brüssel k.S. 80,55 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. k.S. Geldsorten. Zwanzigfranks=Stücke# Fünffranks=Stücke„ Govereigns.„ Geld. 167,85 167,10 203,70 202,70 80,20 79.75 80,15 79.75 79.95 19.45 79,00 16,05 G. 4,00 G. 20.90 C.