Autlicher Anzeiger., ful verbunden „ Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchrntlich eine Gratisbeilage„Familienfreund“. den Tandrreis Vortmund, mit der Zeitung. Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte.. Tortmund und Schwerte, Samstag, 18. Dezember 1886. 19. Jahrgang. u Der ungünstigen Witterung wegen verkaufen wir, um unter allen Umständen vor der am 1. Januar stattfindenden Lageraufnahme gänzlich zu räumen, sämtliche Waren unserer überfüllten Läge zu bedeutend ermässigten Preisen, und gewähren noch ausserdem auf Ueberzieher, Mäntel und Pelzwaren u Einen Lxta-Kahatt von 10 Prozent. Zum Einkauf für den Winterbedarf, und besonders für praktische, gute und billige Festgeschenke, bieten wir mithin die denkbar günstigste Gelegenheit. Herrnder 3 Elberfelderstrasse 47. Hagen. Elberfelderstrasse 47. Zum Weihnachtsfeste 25 empfehle den geehrten Bewohnern von Schwerte und Um„ gend mein reichhaltiges Lager in * schhven madernen ociedun ur uoncnennououcachucbnunnen O Als passendes 8 Herren=& Knaben=Hüten,“ Gi Pels=Barets, Müzen, Regen, schirmen, Hosenträgern, Shlip. a“ sen 2c. 2c. zu äußerst billigen W# Prisgn., Meys Stofwpische: a# % Kragen, Manschetten, Vorhemden. Barons=Hüte„ a“ von 2 M. an, Kinder=Filz=Hüte von 1 M. an, “ Knaben=Mützen von 60 Pfg. an, Regenschirme von# S 2 M. an. Hochachtungsvoll 8 Herm. Purscher, ssesbhg der Mertcheite. Der billigste Kalender für 1887 ist unstreitig der soeben erschienene Kölner Bote, Ladenpreis 20 Pfg., 104 Seiten Text mit 12 Bildern. Dieser Kalender zeichnet sich nicht blos durch seine äußere gefällige Ausstattung, sondern auch durch einen gediegenen Inhalt aus. Außer dem vollständigen Kalendarium mit den monatl. Arbeiten in Feld, Wiese u. Weinberg, dem Märkteverzeichais und vielen praktischen Tabellen, Gemeinnütziges 2c., enthält der Kalender in diesem Jahre eine größere Erzählung: Der letzte Tanz auf dem ersten Balle von Leonz Niederberger, eine größere Humoreske: Der Pitter un ei Bärbelche om Kölsche Göözenichs=Johrmaat, e Verzällche Se TTITT estgeschenk o bringe ich mein wohlasortiertes Lager in# in verschiedenen Systemen, mit D Stick-, Stopf- und Knopfloch-Apparat. unter 4jähriger Garantie in empfehlende C Erinnerung.. 26 Gleichzeitig empfehle Schiffchen, Nadeln, Oel C und Ersatzteile 2c. für Nähmaschinen.#2## Unterricht gratis. □ D. Nötting. 36 . Schuh=, Leder= und Nähmaschinen=Handlung. □ ORORORORORONONONOROONONOM30 en kolscher Sproch von With. Koch, ferner: Der Heiratslustige, Ursula oder das Weib wie es sein sollte, Vergebung, eine wahre Begebenheit, Nicht zu Hause von Wilh. Koch, Der dürre Hund, Drama in fünf Akten, Rettungsmittel bei Unglücksfällen von Menschen, 3 Preisrätsel mit 75 Prämien, Physikal, Belustigungen 2c. Ein Auszug aus vorstehendem Kalender ist: Der kleine Kölner Hinkende Bote für 1887. 64 Seiten Text mit 6 Bildern. Preis 10 Pf. Enthält ebenfalls das vollständige Kalendarium mit Witterungsangaben nach dem 100jähr. Kalender, ein nach dem Datum geordnetes Märkte=Verzeichnis, die landwirtschaftlichen Arbeiten, Portotarif, Gewinntabelle, Zinstafel, Belehrendes, Anekdoten, Wiobülder r.., G.. 7 Cein Beide Kalender erschienen im Verlage von Heinrich Theissing in Köln und sind bei allen Buchhändlern, Buchbindern und Kalenderverkäufern zu haben. In Schwerte vorrätig bei Carl Braus. Zweimal täglich erscheinende Zeitung. = 4 Mark 75 Pf.= für das I. Quartal 1887 kostet die zweimal täglich erscheinende Rheinisch-Westfälische Zeitung. Hauptorgan des Niederrheins und Westfalens. Nr. 4516 der offiziellen Zeitungs=Preisliste. 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KirchShoff daselbst: eine rote Ruh öffentlich, meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Hohenlimburg, 16. Dez. 1886. Wrune, Gerichtsvollzieher. Vereinigte Geseuen=Austage. Eingesch. Hilfskasse Schwerte. Sonntag, den 19. Dezember, nachmittags 4 Uhr, findet die statutenmäßige General-Versammlung im Vereinslokal beim Wirt C. Rösener statt. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes. 2. Wahl der Revisoren. 3. Abänderung des Statuts. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Für Weihnachten g erbitte frühzeitig Aufträge in Wild u. Geflügel 2c.; reelle und pünktliche Bedienung zusichernd. C. Minke. Als Krankenwein, ie überhaupt zur Stärkung für : c h w ä c h l i c h e, R e k o n v a l e s z e n t e, Frauen und Kinder, empfehle ich chemisch untersuchten, garantiert reinen medizinischen Tokayer in ½, ½ und ¼ Org.-Flaschen billigst. Ernst Weishaupt, Schnerte. ssssussssi P Schlachte 2 prima dicke Pferde, davon ein 6jähriges. Schwerte. H. Steffen. Schönes Sauerkraut empfing und empfiehlt billigst C. Torwesten am Markt. 5 für leichte Arbeit gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Mein Atelier für künstliche Zähne, Plombieren etc. verlegte s ich nach Elberfelderstrasse 57, I. Etage. Hagen i. W., den 9. Dezbr. 1886. Am 2. Weihnachtstage BALN. Hierzu ladet freundlichst ein Hennen, im Dezember 1886. Tütter. Am nächsten Sonntag. d. 19. d. Mts., findet bei mir SALL statt, wozu ich freundl. einlade. Heinr. Walter: Fertig gestellte bito ipfiehlt Carl Braus. „„„ Todes-Anzeige. Dem Herrn über Lobf,n und Tod hat es gefallen, meinen lieben Clohn, unsern guten Bruder, Schwager und Onkel Emil im Alter von 18 Jahrer, Dienstag abend 7½ Uhr infolge der Gen’ckstarre in Wetzlar nach kurzem. e#er SCwerem Leiden zu sich in die Ernigkeit zu nehmen. Frejinden und Bekannten zeigen dies mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an. Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Hamburg, Dortmund u. Münster, den 14. Dezember 1886. Die Beerdigung ündet Samstag nachmittag 2 Uhr vom elterlichen Hause aus statt. Extra=Personenzüge. Am 23., 24., 26. und 28. d. M. werden aus Anlaß des Weihnachtsfestes auf einzelnen Strecken des diesseitigen Bezirks Ertra=Personenzüge vor den am stärksten benutzten Personenzügen gefahren. Der Fahrplan dieser Züge ist an den Billetschaltein unserer Stationen ausgehängt. Elberfeld, den 15. Dezember 1886. Königliche Eisenbahn=Direktion. Sehr gute, echt silberne Cylinder-Uhren (2 Jahre Garantie), Schlüsselaufzug, M. 16, mit oder ohne Remontoir M. 22, 24 u. 26, Goldrand. versende überall hin gegen Nachmahme. Jos. Aeter, Uhrenhandlung, in Oberkassel b. Bonn. Am Sonntag, den 19. ds. Mts., findet bei mir großes Instrumental-Konzert statt. Hierzu ladet freundl. ein J. Wortmann, Fabrik. 81 0 6 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 0 6 0 24 K Weihnachts-Geschenken passend empfehle ich: Garswollene u. ganzwollene „„„„„„I in großer auswahl zu billigen Preisen. (Auf Reste noch besondere Preisermäßigung.) 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Faselschweinmarkt bei den Herren Robert Lichtenhagen und Daniel Schmidt am Markt: Dem gestrigen Markte waren ca. 80 Stück Ferkel zugetrieben. Es kostete ein 5 Monate altes Jungschwein 36—38 M, ein 6—7 Monate altes 46—50 K. Schlachtviehmarkt: Bei den Gastwirten Herren Humpert(früher Theod. Hassel), Friedrich Voß und August Goost am Bergisch=Märkischen Bahnhofe standen im Laufe der Vorwoche ca. 130 Stück hiesige und Hamburger Speckschweine zum Verkauf. Je nach Qualität wurde 46—48—50—52 J per 100 Pfund Schlachgewicht an der Wage bezahlt. Handel lebhaft.— Nächster Wochen=, Schlacht= und Fafelschweinmarkt: Dienstag, 21. Dezember. Dortmund, 15. Dez. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkte waren aufgetrieben: 646 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, cg. 510, Schweine inkl. Ferkel und Februar, 2., 9., 16., 23., 30. März, 6., 13., 20., 27. April, 3., 11., 18. Mai, 1., 15., 22. Juni, 6., 20. Juli, 3., 17. August, 7., 21. September, 5., 12., 19. Oktober, 2., 16. November, 7., 21, Dezember.—Schlachtviehmarkt findet am Montag. Dienstag und Freitag jeder Woche statt. In der Zeit von Anfang August bis Ende November, d. i. jene Periode, in welcher das Weidevieh auf den Markt kommt, fällt der Dienstag aus. Soest, 14. Dez. Der heutige Viehmarkt war bei dem schlechten Wetter nicht gut besucht. Aufgetrieben waren 90 Pferde, 100 Stück Rindvieh, ca. 900 Schweine. Pferde kosteten von 600 A abwärts, Kühe nach Sorte 240, 150, 120 M, Faselschweine erzielten 36 J das Paar, erster Sorte 27 J das Stück. Für das Paar 6—8 Wochen alter Ferkel sind 12—18## gezahlt. Der Handel mit Schweinen war trotz der gefallenen Preise besonders lebendig. 500„ per 500„ 100 in Partieen von 100 Ztr. Rüböl per 100 Kilo faßw. Gereinigt. Oel per 100 Kilo 3 M höher als Rüböl Preßkuchen per 1000 Kilo Wizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Kleien per 50 Kilo recht flort, dagegen in Mittel= und geringerer Ware überaus flau. Es betrug der verbleibende Ueberstand ca. 200 Stück.— Am Schweinemarkte, welcher nahezu geräumt wurde, war der Handel recht lebhaft. 6=Wochen=Ferkel kosteten 2—2,50+ per Woche, ¼ jährige Faselschweine wurden mit 27—33 J, ½ jährige mit 37—41 M per Stück bezahlt. — Im Pferdehandel herrschte heute wenig Leben, es wurden nur wenige Exemplare verkauft.— Nächster Markt am 5. Jan. k. I. Dortmund, 15. Dez. dem städtischen Viehhofe finden im Jahre“ und Faselni“ TgeWn Wrr Oeiht? Elberfeld, 15. Kurse in Reichsn Amsterdam.. 1.s 29 London... k.e 29. Paris... 1.S. 2M. Kuim u. Orüssel! Basel u. Itol Tür Weihl „ s kachseine Dualitäten, Winter=M äntel, kurze Jaquettes, Regen=Mäntel, Abendrode Poten Klaiderkose, gaut bilig, besere und voorine Puainaten...—. v, und Knaben=Anzige, Pelzwarin, Tewpiche uret, Uurgräcke, Trikonkailen, engliche Resedesen, Hereau=Shtuatröce, Herto, sgzuicher fiür Danen, Herren ud Kiader Karpeis und Stückwaren), Tischdecken, Gardinen für große und kleine Vorhänge, To.—..—.:. Schäirzen, Dammme u Semmnebild, Leinen und Elsässer Weißwaren, Aussteuer=Artikel, Chenille=Fichus, Deckchen zum Besticr#ih. Sionegen, munr—. Gerten. genschirme, Bulgaren=Hauben, Gummiwäsche u. s. w. u. s. w. Jeder nicht konvenierende Gegenstand wird jeder Zeit bereitwilligst umgetauscht. * K* O E** Schwerte, empfiehlt zu= Weihnachten O zu außerordentlich billigen Preisen eine große Auswahl hervorragender Neuheiten in Spielwaren aller Art, se Bilderbücher, Beschäftigungsspiele, sein dekorierte Kuffeeservice, Goldtassen, Likör- und Bierservice, Fischständer 2c.; ferner enpfehle W.„„ 19 Tisch-, Kuchen- und Hangelampen, namentlich mache ich auf die neuen Reichs-Patentlampen aufmerksam, deren schones Licht bei mir im Laden zu sehen ist, außerdem sind in großter Reichhaltigkeit vorhanden 1 Christbaumschmuck, Weihnachtskugeln und-Früchte, Parafin- und Wachskerzen, nur Ia. Qualität. und Gebetbücher, von deu einfachsten bis zu den feinsten Einbänden, (Namen in Gold gratis). 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Lose hierzu à Mk. 6.30, 11 Lose Mk. 63.—, besonoers 3 geeignet als willkommenes W Serchnachts Gtchrin cp versendet das General-Debit von Jooss& Ströbel, Bankgeschäft in Baden=Baden und Heilbronn am Neckar. # Lose sind auch zu haben in der Expedition des„Dort# munder Kreisblattes.“ Sss Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospekt über das bekannte eds Krößtes Mobel= und Betten 4 Aussteuer=Geschaft 6 ortmund, Spiser Tabalg P4n lweg 32 u. Schwarzebrüderstr. 11. rik. Billigste Preise. □ JagdAlterslien: Revolver, Terzerose, Flobertbüchsen, Hülsen, Schrott, Pulver, Culots 2c. empfiehlt H. Borgmann, Eisenhandlung, Iserlohn, Wasserstraße. H. Borgmann, Eisenhandlung, Iserlohn, Wasserstraße. Großes Lager in Füllöfen, Mantelöfen, Sprung= u. Tafelherde, Kochmaschinen 2c, nebst Zubehör. Auswahl cg. 100 Stück Kochbuch von Henriette Davidis bei, auf den wir besonders unsere geehrten Leserinnen hiermit aufmerksam machen. Davidis Kochbuch kann als billiges und praktisches Weihnachtsgeschenk für Frauen und junge Mädchen nicht warm genug empfohlen werden und dürfte nebenbei mancher Hausfrau auch vor dem Feste schon gute Dienste leisten, indem es für jede Art von Kuchenbäckerei eine Fülle der besten Rezepte und Anweisungen gibt.„„„ 4 Carl Braus'sche Buchganl Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Für den Bezirk der Norddeutschen Holz=BerufsGenossenschaft sind zu Beaustragten bezw. Sachper, ständigen im Sinne der§§. 82 bis 85 de. n#allVersicherungs=Gesetzes vom 6. Juli 1884 die nuchbenannten Herren ernannt und beeidet: 1. Verwaltungsdirektor Carl Landmann zu Berlin, 2. Ingenieur Georg Braune zu Berlin, 3. Iugenieur Arthur Kleine zu Berlin und 4. August Schulte, zu Verse bei Herscheid, Kreis Altena, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Dortmund, den 13. Dezember 1886. Der Landrat: v. c. Kreissekretär: Peters. Bekanntmachung. Die Wiederwahl resp. Wahl der Herren: 1. Kaufmann Pack und Kaufmann Knieckenberg als Schulvorsteher, sowie 2. Landwirt Klemp und Fabrikarbeiter Crämer zu deren Stellvertreter an der Volksschule zu Berghofen auf eine fernere mit dem 1. Januar 1887 beginnende 4 jährige Funktionsperiode ist von dem Herrn Landrat in Dortmund bestätigt worden. Aplerbeck, den 11. Dezember 1886. Der Amtmann: Gutjahr. Deutsches Reich. Deutscher Reichstag. Der Reichstag verwies in seiner Mittwochs=Sitzung die Anträge des Abg. Kayser(Sozialdem.) wegen größeren Schutzes der nach der Ansicht des Antragstellers gefährdeten Koalitionsfreiheit der Arbeiter an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Die Verhandlung gab dem Abg. Ackermann(deutsch=kons.) Veranlassung, die Anträge als gänzlich überflüssig und unbrauchbar zu charakterisieren und unter Zustimmung der rechten Seite des Hauses den Nachweis zu führen, daß auch unter den gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen alle lediglich auf Besserung der Arbeitsbedingungen gerichteten Bestrebungen ungehindert seien und daß der Zweck der Antragsteller ausschließlich dahin gehe, der Sozialdemokratie die Fachvereine als ein geeignetes Manövrierfeld zu sichern. Die nächste Sitzung behufs Fortzetzung der zweiten Lesung des Etats findet Freitag 2 Uhr statt. Nur noch eine Woche bis Weihnachten, aber im politischen Leben ist noch wenig von weihnachtlicher Stille bemerkbar. Das Schicksal der Militärvorlage im Reichstage ruft fortwährend die erregtesten Debatten hervor, und das wird auch noch manchen Tag so bleiben, denn vor Mitte Januar wird kaum die definitive Entscheidung über das Gesetz fallen. Der Kriegs minister hatte zwar den dringenden Wunsch aus gesprochen, die Vorlage noch in diesem Jahre fertiggestellt zu sehen, aber daran ist keinesfalls zu denten. Es ist fraglich, ob nun die Kommission ihre Arbeiten beendigen wird. Die Kommissionsverhandlungen haben sich ungemein ausführlich gestaltet, alle Punkte sind bis in das kleinste Detail geprüft und klar gelegt worden. Auf eine genaue Diskussion der auswärtigen Beziehungen ist verzichtet worden, nachdem Kriegsminister Bronsart von Schellendorf im Namen der verbündeten Regierungen eine Erklärung verlesen, neue Mitteilungen könnten ohne Schaden für den allgemeinen Frieden nicht gemacht werden. Am Donnerstag sind ein freisinniger Abänderungs. Antrag und ein solcher der Zentrumspartei ein gebracht. Der erstere besuimmt die Zahl der Kadres vom 1. April 1887 ab folgendermaßen: 518 Bataillone Infanterie(anstatt 534 der Vorlage), 465 Eskadrons Kavallerie, 364 Batterieen Feldartillerie, 31, Batterieen Fußartillerie, 19 Bataillone Pior, iere, 18 Bataillone Train. Außerdem werderz som gleichen Tage an bis zum 1. April 1890 15 Bataillone Insanterie formiert. Bis zur gesetzlichen Einführung der zweijährigen Dienstzeit für die Infanterie erfolgt die ordentliche Rekruten=Einstellung im Januar, sofern nicht bei der Etatsfestsetzung ein früherer Einstellungstermin vereinbart wird. Die Einjährig=Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke in Anrechnung.— Der Antrag der Zentrumspartei will ausnahms weise die Friedenspräsenzstärke von 468409 Mann für ein Jahr bewilligen. Abg. v. Hüne(Zentrum) erklärte, seine Partei habe sich noch nicht definitiv schlüssig über den Antrag gemacht, er habe deshalb denselben nur in seinem eigenen Namen eingebracht. Der Kriegsminister hielt an der siebenjährigen Bewilligung fest und war auch entschieden gegen zweijährene Dienstzeit; er gab dem freisinnigen Antrag, Veil dieser die 15 Bataillone auf 3 Jahre bewilligen wolle, den Vorzug vor dem des Zentrums, annehmbar sei er aber auch nicht. Wir haben in der That Anlaß, dem Kaiser als dem Friedensstifter in Europa dankbar zu sein. Auch jetzt ist es der Kaiser wieder gewesen, dessen Wirken es zuzuschreiben ist, daß die gepannte Situation sich etwas gemildert hat. Kaiser Wilhelm hat sich in einem sehr herzlichen und eindringlichen Brief an seinen Großneffen, den Zaren, gewandt und von diesem durch den russischen Botschafter Grafen Schuwalow sehr erfreuliche und friedliche Versicherungen erhalten. Die in Petersburg bisher herrschende gereizte Stimmung hat sich beträchtlich gemildert, auch in der bulgarischen Angelegenheit ist der Himmel etwas heiterer geworden! Allerdings hat Alexander III. die Reise der bulgarischen Deputation von Wien nach Petersburg kurz abgelehnt, aber er soll doch auch nicht mehr entschieden auf die Thronkandidatur des Fürsten von Mingrelien für Bulgarien bestehen. Als Thronkandidat tritt jetzt besonders der Prinz Ferdinand von Koburg, Schwager des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich, hervor. Von der Kandidatur bis zur Thronbesteigung ist freilich noch ein gutes Stück Weges. Von besonderer Bedeutung ist aber eine Auslassung des amtlichen russischen Regierungsanzeigers über Deutschland. Es werden darin die gehässigen Angriffe der panslavistischen Presse gegen das deutsche Reich mit voller Entschiedenheit getadelt, Deutschland wird ein Freund Rußlands genannt, dessen Interessen von Petersburg ebenso berücksichtigt werden würden, wie die russischen Interessen von Berlin aus. Das ist hochwichtig, denn damit wird auf's neue bewiesen, daß die Idee einer russisch=französischen Allianz vorläufig eine Seifenblase ist, die das Anfassen nicht verträgt. Der Regent Luitpold hatte sofort nach seiner Rückkehr nach München ein herzliches Telegraum an den Kaiser gerichtet. Der Letztere antwortete darauf:„Wie soll ich Ihnen danken für Ihr so herzliches, freundliches Telegramm noch am heutigen Tage, nach Ihrer Rückkehr nach München? Sie haben sich überzeugen können, wie freudig Ihr erstes Erscheinen nach Uebernahme der Regentschaft bei uns begrüßt worden ist, wie die alten Erinnerungen eines siebenmonatlichen sammenlebens in der wichtigen, unvergeßlichen Kriegszeit uns von neuem einigten. Möge es immer so bleiben! Ihre herzlichen Worte, gesprochen zu Ihren Unterthanen im Reichstage, sind hoffentlich auf guten Boden gefallen. Wilhelm!“ Wie die Köln. Ztg. aus sicherer Quelle verbürgen kann, erwartet der Kaiser mit Spannung, welches Schicksal die Militärvorlage im Reichstage haben wird. In Karlsruhe ist ein französischer Offizier verhaftet worden, bei dem angeblich wichtige militärische Aufzeichungen über die Festung Rastatt gefunden wurden. Die Budget=Kommission des Reichstags hat für das nächste Etatsjahr zum Bau des Nord=Ostsee=Kanals 19 Millionen Mark, für die physikalisch=technische Reichsanstalt aber nur 60,000 statt der verlangten 100000 Mk. bewilligt. Das deutsche Kreuzergeschwader, vier Kriegsschiffe stark, ist unter Kommando des KontreAdmirals Knorr vor Zanzibar angekommen. Oesterreich. Oesterreichische Blätter machen viel Wesens von der Kandidatur des Prinzen Ferdinand von Koburg=Cohary für den bulgarischen Thron. Die bulgarische Deputation hat denselben aufgesucht, der Prinz hat mit dem Grafen Kalnoky gesprochen, von seinen Eltern die Zustimmung zur Annahme der Kandidatur eingeholt, und glaubt, selbst vom Kaiser von Rußland nicht beanstandet zu werden. Der russische Botschafter Fürst Lobanow teilte bereits die Thronkandidatur des Prinzen von Koburg nach Petersburg mit. Die bulgarische Deputation unterhandelt auch über eine Anleihe von 25 Millionen und zwar, wie es heißt mit gutem Erfolg. Sämtliche gestellungspflichtigen Gewehrfabrikarbeiter österreichischer Nationalität in Bayern sind von ihren zuständigen Kommandos einberufen worden. Wahrscheinlich ist zur Herstellung der Repetiergewehre in Oesterreich eine größere Anzahl sachkundiger Arbeitskräfte nötig. Der Nationalrat in Bern hat den Bundesrat ohne Diskussion bevollmächtigt, das für 1888 und 1889 vorgesehene neue Kriegsmaterial schon 1887 anzuschaffen. Es wurde die Erklärung zu Protokoll gegeben, daß der Nationalrat erwarte, der Bundesrat werde alles rechtzeitig vorkehren, was im Falle kriegerischer Verwicklungen der Nachbarstaaten zur Wahrung der Integrität und Unabhängigkeit des Landes notwendig sei. Frankreich. Nach den letzten Nachrichten aus Paris sind beide Kammern ganz außerordentlich gegen das neue Ministerium eingenommen. Niemand darf überrascht sein, wenn schon jetzt plötzlich das Kabinett verschwindet. Der Graf von Paris veröffentlicht in englischen Blättern eine Art von Regierungsprogramm, in welchem den Franzosen alles nur mögliche Gute versprochen wird. Viel nützen wird es dem Grafen aber schwerlich. Bulgarien. Die Türkei wird ihren Vertreter Gadban Effendi aus Sofia abberufen, da dessen Unfähigkeit erwiesen ist. Rußland. Die Nachricht, der Empfang des( Kaulbars beim Kaiser Alexander sei e freundlicher gewesen, wird dementiert. Petersburg wird der„Köln. Ztg.“ telegre „Der Empfang des Generals durch den war ein überaus gnädiger; der Kais Kaulbars und dankte ihm, daß er keine wärtigkeiten gescheut. Kaulbars wurde z Festmahl geladen und besondere Auszeich stehen ihm noch bevor." Inzwische Kaulbars auch zum Generallieutenant erne worden. Die Nihilisten in Rußland versäumen ni ab und zu ihre Visitenkarten an allerhöchster St abzugeben. So fand der Zar ganz kürzlich seinem Arbeitstische einen Brief, den ein N. in bisher unerklärter Weise hingelegt hatte.## Schreiber des Briefes führt aus, daß sot Rußland, als auch die sogenannten Nihilisten, nur Freunde des russischen Volkes und Nihiliste dem Worte nach seien, jetzt ihre Geduld verlor# haben und nicht länger auf die Befreiung de Volkes aus den Fesseln der Knechtschaft worte wollen. Das Schreiben fordert den Zaren auf, Rußland zu geben, was schon sein Vater seinem Volke geben wollte. Der Zar ordnete darauf die Einberufung des Staatsrates und die Vorlage eines den Verhältnissen des Reiches angemessener Verfassungsprojektes an. Diese Einberufungsor' schrieb er eigenhändig an den Rand des gehe vollen Briefes. Dieser aber war plötzlich, ehe noch seiner Bestimmung zugeführt wurde, auf un erklärliche Art und Weise wieder vom Pulte d#### Zaren verschwunden. Gleichwohl ist der Staatsrat einberufen und Pobedonovzow soll demselben das Projekt einer Rußland zu verleihenden Verfassung vorgelegt haben, deren wichtigster Paragraph bestimmt, daß jedes Jahr in Moskau ein Reichstag zusammentreten soll. Großbritannien. Einen kräftigen Schlag gegen die Landbewegung in Irland hat die englische Regierung geführt. Durch Gerichtsspruch auf von der Regierung erhobene Klage, ist die Agitation zur Herabsetzung der Pächte und Bildung eines Unterstützungsfonds für exmittierte Pächter für ungesetzlich erklärt, und den Leitern der Agitation sind schwere Strafen angedroht. Die Irländer werden freilich noch lange nicht die Flinte ins Korn werfen, immerhin erschwert das Gerichtsurteil aber die Agitation. Die Verhältnisse in Aegypten und im Sudan werden von der Londoner Regierung durch eine wirklich rosenrote Brille angeschaut, denn es ist eine bedeutende Herabsetzung der Zahl der Okkupationstruppen beschlossen. Dagegen nehmen die Kämpfe in Birma immer größere Ausdehnung an, da nun auch die unabhängigen Shanstämme hineingezogen worden sind. Westfalen und Rheinland. □ Schwerte, 17. Dez. Nach vielen regnerischen und stürmischen Tagen haben wir heute ein wahres Frühlingswetter. Das wäre nun insoweit ganz angenehm, wenn nicht das Interesse vieler Geschäftsleute, da das Weihnachtsfest bevorsteht, dadurch stark beeinträchtigt und nicht, nach den„Prognosen der neuen Methode“, auch der Die Welt in Waffen. Dezember 1886. Die Stürme brausen mit Allgewalt Und peitschen wilder die Wogen, Die Aeste krachen in Forst und Wald, Gefahr kommt rastlos gezogen. Die Welt erdröhnet vom Kriegsgeschrei, Die Völker starren in Waffen, Es säen finstre Mächte frei Die Saat für blutiges Schaffen. Leicht schlägt die Flamme zum lichten Brand, Dann folgen Elend und Klagen, Wie wird zertreten so manches Land, Wenn rings die Völker sich schlagen! Laß ab nun selber von Zwist und Streit, O Deutschland, halte zusammen In alter Treue und Einigkeit Und lodern dann auch die Flammen. Sei unverzagt nur! Du brichst ihn nicht, Mein Volk, du willst ja den Frieden, Du schirmst das Deine in heil'ger Pflicht, Wenn einst das Schicksal entschieden.— Horch auf! Wie jubelt's am Himmelszelt, Das Christfest kehret dir wieder— O brächt' es Frieden der ganzen Welt Und Liebe unter die Brüder! Dr. Otto Weddigen. Um schnödes Gold. (Fortsetzung.) 12. Es war elf Uhr abends, eine herrliche weiche Luft, alles still wie im Grabe. Die halbe Mondscheibe „warf ihr dämmerndes Licht über die schlummernde Gegend und wob den magischen Duftschleier einer geheimnisvollen Welt über die gespenstischen Berggipfel. In einen großen Schawl gehüllt, das Haupt mit einem schwarzen Schleier bedeckt, ging Elisabeth Weiland zur selben Stunde mutig die Berghöhe hinan. Ruhig und fest im Bewußtsein eines guten Gewissens und der Erkenntnis, daß dieser Gang vielleicht das Schicksal ihres Bruders, wie auch die eigene Zukunft entscheiden und entwirren könne,— ging sie den schweren nächtlichen Pfad; kein Schauer erfüllte ihre Seele, kein Grausen bannte ihren Fuß, als zuletzt des Waldes Dunkel sie aufnahm, als kein Mondlicht ihren Pfad mehr erhellte. Kannte sie doch diese stillen Wege so gut, daß sie mit verbundenen Augen sie hätte gehen können. Mit geisterhaften Schritten huschte sie dahin,— dort war der Steinbruch und nun— wie schreckte sie jäh zuammen, als ein Wild durchs Gebüsch brach. Schwankte dort ein Irrlicht?— Sie sah es deutlich, es kam vielleicht aus den Sümpfen der Tiefe. — Doch nein,— das Licht war ruhig,— Elisabeth drückte die Hände auf's Herz, um das heftige Klopfen desselben zu bewältigen. Ihr Auge blickte starr auf den hellen Punkt am Steinbruch. Sie fürchtete nicht den Schatten irgend eines Ermordeten, keine Gespensterfurcht trübte ihren Blick, nur der Gedanke, daß jenes Licht ihr die Gewißheit ihres Schicksals besiegeln müsse, durchbebte sie schaudernd vom Scheitel bis zur Sohle. Geräuschlos schritt sie weiter, der leichte Fuß schien kaum den Boden zu berühren. Jetzt stand sie in der Nähe des verhängnisvollen Dornbusches, unweit des furchtbaren Abhanges. Sie konnte beim Schein des Lichtes, das von einer Laterne herrührte, alles, was sich in dem kleinen Umkreise zutrug, genau übersehen. Eine zwergartige Gestalt kauerte auf dem Boden und bemühte sich, das Gebitsch mit irgend einem scharfen Instrumente zu lichten, dann wühlte sie in dem Dornbusch umher, entsetzliche Flüche dabei ausstoßend. „Der Schuft,— hat alles Gold mitgenommen, uns die paar Silberlinge gelassen, möge er lebendig in der Hölle braten, er und seine ganze Sippschaft. Aber wart, Kanaille! ich kenne Dein Versteck,— weiß auch, wo der alte Schwarz liegt, bringe Dich noch ans Messer, sollst uns nicht umsonst betrogen haben. Sind alle miteinander feige Memmen, selbst die Mutter.“ Er sprang zornig empor und überrascht zuckte Elisabeth zusammen, als sie den Korbmacher=Jakob ertannte. Wie von einer plötzlichen Eingebung geleitet, rief sie mit überlauter Stimme:„Jakob, wo hast Du deine Mitschuldigen?“ Der Knabe stieß einen Schrei aus und sank vor Schrecken auf die Kniee. Er vermochte nur eine schattenhafte Gestalt zu sehen und versuchte es schon im nächsten Moment, sich selber verspottend, den alten Trotz zurückzurufen; es mußte ein Mensch gewesen sein, so gut wie der neugierige Weiland, dem er in jener Nacht einen Schlag auf den Kopf gegeben, daß er genug daran hatte. Warum sollte er nicht auch mit diesem Gespenst fertig werden? „Gesteh'! tönte es auf's neue,„oder Du sitzest morgen samt Vater und Mutter im Gefängnis als Mörder des alten Pelzer!“ „Daß ich ein Narr wäre,“ schrie Jakob, wie eine Feder emporschnellend,„sei Du, wer Du bist, Gespenst, ich werde doch mit Dir fertig. Bist am Ende gar die vornehme Frau Weiland und gekommen, um den Schatz zu holen, von welchem ich Deinen naseweisen Mann mit einem Schlag verjagte. Ist er schon tot? Dann mag er den Schwarz grüßen, der ist schon bei seinem Gevatter in der Hölle. Elisabeth hielt sich entsetzt und von Grausen geschüttelt an einem Baume fest. „Jakob! Jakob!“ brachte sie mühsam hervor, indem sie sich in den Schatten zurückzog,„was hat der redliche Weiland mit Euch zu schaffen?“ „Nun, das hab' ich dem Horcher gezeigt und werde Dir's auch zeigen, Gespenst, sollst nicht lebendig von der Höhe kommen. Was habt Ihr redlichen Menschen in der Nacht am Steinbruch zu thun? Wer sich hier sehen läßt, der wird totgeschlagen, wie Dein redlicher Weiland, der sich nur heraufgeschlichen hat, um den Schatz zu stehlen.“ „Er hatte keinen Anteil daran!“ tönte Elisabeths Stimme wie Jubel aus der Brust. „Bah, was wollte der Dummkopf hier, der gehört ins Bett und nicht zu den Feuerhunden am Steinbruch Wenn jeder Redliche seinen Anteil haben wollte, was bliebe dann für unsereins übrig?“ „Wo ist der Mörder Moritz Meise? „Suche ihn, so wirst Du ihn finden,“ hohnlachte Jakob, mit einem Sprunge wie eine Tiegerkatze ins Dunkel hineinschießend. Aber Elisabeth war noch behender als der Knabe, ihre Augen, jetzt an die Dunkelheit gewöhnt, vermochten die Gestalt des kleinen, gefährlichen Feindes sehr wohl zu unterscheiden. „Jakob, zeige den Meise beim Gerichte an.“kommt Ihr alle schon morgen ins Gefängnis. Du weißt es nicht, wo sich der Mörder versteckt hält, Weiland weiß es und wird ihn dem Gerichte überliefern.“ So rief Elisabeth mit dumpfer Stimme. Der Knabe brach vor Wut die Büsche ab und schüttelte ingrimmig die jungen Bäume. „Was weiß der Wciland von dem Mörder?— Meint er vielleicht, weil er hier oben gehorcht, wisse er, wo Moritz Meise sein Nest hat? Ich aber weiß es und liefere den Hund ans Messer. Zuerst will ich mit Dir anfangen, Du Gespenst!“ Elisabeth wußte jetzt genug, ihr Herz wollte zerspringen vor Freude und Jubel. Mit bewunderungswürdiger Sicherheit schlüpfte sie, einem schlanken Rehe gleich, zwischen Baum und Strauch hindurch und hatte bald den rechten Pfad erreicht. Jetzt galt es freilich einen bedeutenden Vorsprung zu gewinnen, um von dem Burschen im Freien nicht erreicht zu werden. Sie horchte einen Augenblick und hörte Zweige und Büsche knacken, als bräche ein Wild sich Bahn. Flüchtigen Schrittes eilte sie weiter und erreichte glücklich den Saum des Waldes. Wie flog sie den Abhang hinab, da der Kobold ihr von einer Seite den Weg noch sperren konnte. Jetzt hatte sie ihr Heim wieder erreicht; unbemerkt gelangte sie in den Hof, wo sie den treuen Karo beruhigte, das Thor mit zitternden Händen verriegelte und nach 2 Minuten in ihrer Kammer auf den Knieen lag, um die Angst und den Jubel ihrer Seele in einem erlösenden Dankgebet auszuströmen. Als sie sich von der ungeheuren Aufregung ein wenig erholt hatte, ging sie hinüber in des Bruder' Kammer, um Adelheid bei dem Krankerh lösen. Der Kranke schlief schon sei und fest, eine günstige Krisis „Schlafe auch Du ruhig Elisabeth,„hoffentlich wird bald eine günstige Kris„Ja, so hoffge rige Winter nach Weihnachten seine volle des Vereins definitiv festgesetzt. Es wurde dabei entfalten würde.— Das Wasser der Ruhr eder im Fallen begriffen; hätte das Regen„ nur noch kurze Zeit angehalten, so wären Beiden und Ländereien überschwemmt worden die neue Chaussee hätte die Feuerprobe zu sen gehabt. Die Freude, daß endlich das kt der Chaussee=Erhöhung zur Ausführung mien und dadurch eine ungestörte Verbindung den Dorfschaften des Amtes Ergste gen ist, ist eine allgemeine und sieht man mit Spannung dem sich dem Auge beim Auser Ruhr darbietenden Schauspiel entgegen. Schwerte, 17. Dez. Tannenduft erfüllt ft an den bekannten Verkaufsplätzen der äume, welche dort in großer Anzahl und Leil prachtvollen Exemplaren aufgestapelt Wir glauben im Interesse unserer Leser „andeln, wenn wir ihnen raten, den Kauf ht hinauszuschieben, da die Bäume um so ansehnlicher werden, je länger sie stehen, anverseits schöne Exemplare bald vergriffen sind. ir wünschen, daß die Kerzen, mit denen die ime am heiligen Abend besteckt werden, laufröhliche Gesichter bescheinen mögen. Leider umt es noch immer trotz des so sehr billigen eises vor, daß Unbefugte auf dem Wege des ebstahls sich in den Besitz von Christbäumen etzen, um sie mit Vorteil zu verwenden. Manher denkt:„Ach! solches Bäumchen hat keinen jroßen Wert, es stehen ihrer noch genug im Walde, wenn ich mir ein Bäumchen hole, deshalb geht alles ruhig weiter— nur erwischen darf ich mich nicht lassen". Wer so denkt, irrt sich jedoch gewaltig, denn Forstdiebstahl wird bekanntlich sehr viel strenger bestraft als ein gemöhnlicher Diebstahl, wie schon mancher erfahren Wir warnen daher ernstlich vor eigen'gem und verbotenem Abschlagen von Tanenbäumen zu Christbäumen. Von zehnen wird Zielleicht nur einer erwischt, aber dieser eine wird „art büßen müssen. X Schwerte, 17. Dez. Vor mehreren Wochen begab sich der Sohn eines hiesigen Bürgers, St., von hier aus auf die Wanderschaft. In Wetzlar angekommen, fühlte derselbe sich unwohl und fand in einem dortigen Krankenhause Aufnahme Dieser Tage nun wird der Familie von dort die traurige Mitteilung, daß ihr Sohn an der Genickstarre gestorben. * Schwerte, 17. Dez. Nach einer Bekanntmachung des Kaiserlichen Postamtes hierselbst bleiben am Sonntag, den 19. d. Mts., die Postschalter wie an den Wochentagen geöffnet. * Schwerte, 16. Dez. Auf den gestrigen Wochenmarkte wurden seitens des Polizeidieners Humpert mehrere Pfund Butter als zu leicht befunden und dieserhalb konfisziert. *— Hinsichtlich der nachträglichen Lösung von Bahnbilleten ist neuerdings folgende Bestimmung getroffen worden:„Der Reisende, welcher mit einem Billet für eine niedrige Wagenklasse oder Zugsgattung in höherer Wagenklasse oder Zugsgattung zu fahren versucht, zahlt den doppelten Betrag des Wertes des zuzukaufenden Billets; hat jedoch der Reisende vor dem Einsteigen den Schaffner oder Zugmeister von seiner Absicht verständigt, so wird die Nachzahlung auf die einfache Mehrtaxe beschränkt". X Berghofermark, 17. Dez. Eine vor einigen Tagen von dem Gendarmen Brand und dem Stadtförster aus Schwerte hier vorgenommene Haussuchung nach gestohlenem Holze hat wieder ein ergiebiges Resultat gehabt. Eine exemplarische Bestrafung der meistens bereits im schwarzen Buche eingetragenen Thäter wird nicht ausbleiben. Hoffentlich sind aber die energisch betriebenen Maßregeln von heilsamen Einfluß. X höchsten, 16. Dez. In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde der Wwe. A. Ufer eine ihrer besten Ziegen aus dem Stalle gestohlen. Die Diebe mußten das Tier wohl getragen haben denn eine Spur hierüber war nicht zu erkennen. Bis jetzt hat man von den Dieben noch nichts ermitteln können.— Im vergangenen Jahre wurde einer armen Witwe daselbst auch eine Ziege gestohlen. Der Dieb hatte sie unten auf dem Höchsten verkauft. Als die Leute ihm nun den vollen Betrag nicht geben konnten, sagte er, dann möchten sie ihm schon die Hälfte darauf geben und empfing sodann 4 Mark. Die andern 5 M. wollte er in drei Monaten holen. Diesen Ziegenkauf erfuhr nun die Witwe und fand zum Erstaunen, daß es ihre Ziege sei. Dieselbe bekam sie wieder, mußte aber dafür die 4 M. zurückgeben, die sich der Dieb auf diese Weise erschwindelt hatte. Von dem Diebe hat man weiters nichts mehr gehört. hörde, 14. Dez. Auf Zeche„Crone“ ist gestern 46 Arbeitern per 1. Januar 1887 gekündigt. Drei der gekündigten Arbeiter wurden, als sie die Grube verlassen hatten, von einem Gensdarm und Polizeidiener verhaftet. S holzwickede, 14. Dez. Der neugegründete ev. Männer= und Jünglingsverein hierselbst entfaltet ein reges Leben. In der Gesangesabteilung desselben wird fleißig geübt, und dem en nach hegt man die Hoffnung, schon Weihnachtsfeste durch eine GeGottesdienste mitwirken zu en Generalversammlung des sp. Flicker von der hies. anregenden Vor##wlied, welcher ar nachdrücklich betont und von allen Seiten beifällig anerkannt, daß es Aufgabe des Vereins sei, die Fehler und Schattenseiten, woran das Vereinsleben unserer Zeit so vielfach krankt, da durch dasselbe die Leute an's Wirtshausleben gewöhnt und der Familie entzogen würden, zu vermeiden und den Sinn für die edlen Freuden des Familienlebens zu pflegen und zu beleben. Am künftigen Sonntag findet die nächste Generalversammlung statutengemäß statt. Wie wir hören, wird Herr Pastor Buschmann aus Frömern in derselben einen Vortrag halten über die Diakonissensache. Ohne Zweifel wird auch da wieder mancherlei edle Anregung geboten werden, welche geeignet ist, das evangelische Bewußtsein zu stärken. Möge Gottes Segen mit dem jun gen Vereine sein zum Heil seiner Glieder und unserer ganzen Gemeinde! Brackel, 15. Dez. Ein frecher Diebstahl wurde vor einigen Nächten im benachbarten Wambel ausgeführt. Aus dem Stalle eines dortigen Oekonomen wurden in einer Nacht ein fettes Schwein sowie eine Kuh gestohlen, beide Tiere auch sofort in dem Stalle geschlachtet, ohne daß es die Hausbewohner merkten. Einige Ueberreste fand man am andern Morgen noch vor.— Herr Hiddemann aus Wickede ist vor mehreren Tagen in sein Amt als Rendant der hiesigen Amtssparkasse eingeführt worden. Das Büreau befindet sich auf der Bahnhofsstraße. * hohenlimburg, 16. Dez. Am letzten Sonntag haben hier abends 10 Uhr zwei skandalsüchtige Menschen einen Schlossergesellen auf offener Straße überfallen und mit einem Messer mehrere Schnitte am Kopf und der Schulter beigebracht. Dem Begleiter des Schlossers wurde die Hand verletzt sowie der Rock zerrissen. Iserlohn, 16. Dez. In der Grüne ging am Dienstag morgen das Pferd eines Fuhrmannes durch, wobei der Führer unter das Fuhrwerk geriet und erhebliche Verletzungen am Kopfe und den Beinen erhielt.— Mittwoch abend wurde im Wester. thor ein Mann vou zwei Strolchen überfallen. Der Mann wurde schwer verletzt. Am Mittwoch trat im Hotel Richter zu Unna das Haupt=Komitee für den Bau einer Sekundärbahn Fröndenberg= Unna=Camen=Lünen zu einer Sitzung zusammen. Inhalt der Tagesordnung war der Bericht über die bisherige Thätigkeit des Spezial=Komitees, die Vorlage und Prüfung der Pläne zu den Vorarbeiten und die Beschlußfassung über die zum Bau und Betrieb der Bahn erforderlichen Geldmittel. Der Vorsitzende, Herr Bürgermeister Eichholz, erstattete den Bericht und verlas den Erläuterungsbericht zu den Vorarbeiten, worauf die Pläne und die Lage der Linien einer kritischen Unter suchung unterzogen wurden. Beziehentlich der Beschaffung der Geldmittel für den Bau und Betrieb wurde das Spezial=Komitee beauftragt, bei dem Herrn Minister für öffentliche Arbeiten dahin vorstellig zu werden, daß, wenn die Bahn nicht aus Staatsmitteln gebaut werde, man beabsichtige, den Bau und Betrieb auf Rechnung der interessierten Industriellen und Gemeinden ausführen zu lassen und die Baukosten auf Grund eines Aktienvertrages aufzubringen. Nach diesen Verhandlungen und nachdem jetzt die Vorarbeiten vollständig fertig gestellt sind, ist alle Hoffnung vorhanden, daß das Projekt seiner Verwirklichung entgegen geht. Wie reich in den Wäldern in der Umgegend von Ueheim das Rot= und Schwarzwild vertreten ist, beweist eine vor wenig Tagen in dem Distrikt des Grafen Fürstenberg=Herdringen abgehaltene Treibjagd: man erlegte ca. 30 Hirsche und 20 Wildschweine. Am Montag abend fand in Witten eine sehr zahlreich besuchte nationalliberale Wählerversammlung statt, in welcher die Abg. Herren Louis Berger und Dr. Haarmann ihren Rechenschaftsbericht erstatteten. Ersterer sprach über die gegenwärtige politische Lage und die Stellung Deutschlands zu den übrigen Mächten, letzterer über die Gesetze der letzten Reichstagssession. — Wie man aus Witten schreibt, wurden auf Zeche„Walfisch" durch schlagende Wetter mehrere Bergleute erheblich verletzt. Die wilden Schweine nehmen in den bewaldeten Bergen in der Umgebung von Borgholzhausen so zu, daß sie anfangen, eine Plage für den Landwirt zu werden, also daß dieselben viel fach ihre Grundstücke bereits mit Drahtgitter umgeben. Eine neulich abgehaltene Saujagd verlief aber, obgleich man den Waldboden vielfach ganz durchwühlt fand, dennoch ergebnislos. Einen schrecklichen Tod fand der Maschinist Franz Teupe von Huckarde in einer Brauerei zu Rahm. T. wollte die im Freien etwa 4 Meter hoch gelegene Transmission schmieren, während die Maschine im Gange war. Er hatte zu diesem Zwecke eine Leiter bestiegen und trieb der starke Wind, als er sich in der Höhe der Transmission befand, die Enden eines langen Schawltuches, welche T. um den Hals gebunden hatte, auf die Transmission der Welle. Im Angenblick hatte die Welle das Tuch erfaßt und wurde dem T. der Kopf mit solcher Gewalt vom Rumpfe gerissen, daß er eine weite Strecke auf den Hof flog und der Rumpf unter die Transmission zu Boden fiel. Wahrlich ein schrecklicher Anblick. T. hinterläßt eine Frau und 4 Kinder in dürftigen Verhältnissen. Einem Kölner Jäger ist es auf der Wildschweinsjagd auf dem Westerwalde trübe ergangen. Ein angeschossener Eber hatte sich Wehr gesetzt und ihm das linke dig zerfleischt. Es wäre ihm ergangen, wenn nicht andere Hilfe erschienen wären und t unschädlich gemacht hatten. dem Jäger zur Bein vollstän„noch schlimmer Jäger bald zur as wütende Tier #nd Verkebr. Dierheinisch resp. Abschluß Industrie, Handel u. westfäli Grobblech=Wolzwerke einige sich für den einer Konvention, um ddem fortgesetzten Sinken der Preise ein Ziel zu setzen.— J. Duisburg beabsichtigt man, in Verbindung mit mehreren Aktionären der dortigen Kupferhütte ein Kupferwalzwerk zu errichten. Auch haben die Eisenwerke der Saar, Mosel, von Nassau und Baiern sich zu einem Grundpreis für Walzeisen geeinigt. In dem Antimon=Bergwerk zu Proutko, witz(Böhmen) wurde in einer Tiefe von 160 Meter zwischen Quarz und Antimonit eine Goldader vorgefunden, welche den Goldgehalt der kalifornischen Erze bei weitem übertreffen soll. Zum Andenken an diesen Fund haben die Gewerken sich entschlossen, aus dem so gewonnenen Golde einige größere Medaillen prägen zu lassen und dieselben einigen Landes=Instituten zu widmen. Die Goldader wurde bisher auf zirka 60 Meter weit verfolgt. Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Berlin, 15. Dez. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 3. Klasse 175. kgl. preußischen Lotterie fielen vormittags: 1 Gewinn von 60000 M. auf Nr. 3511; 1 Gewinn von 5000 M. auf Nr. 33750; 1 Gewinn von 3000 M. auf Nr. 30614; 2 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 120 424, 189793; 10 Gewinne von 500 M. auf Nr. 25 425, 68 174, 79030, 80 186. 118 735, 119001, 131 879, 179 737, 183 102, 184 121; 20 Gewinne von 300 M. auf Nr. 54 592, 58629, 67 589, 67708, 78432, 81 303, 89 221, 103 453, 113947, 127 307, 128333, 132 916, 138 953, 142 462, 152411, 152 689, 156 872 176175, 179365, 186487; Nachmittags: 1 Gewinn von 30000 M. auf Nr. 142390; 2 Gewinne von 15 000 M. auf Nr. 164 757, 184 220; 1 Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 149,559; 1 Gewinn von 1500 Mk. auf Nr. 179,822; 6 Gewinne von 500 Mk. auf Nr. 20,490 110,213 114,735 117,629 124,244 183,346; 24 Gewinne von 300 Mk. auf Nr. 9178, 21,537 25,925 33,540 43,826 46,366 48,229 52,763 59,682 17,650 91,602 92,261 93,917 121,564 126,008 131,513 733,599 137,192 140,784 140,904 170,865 170,945 134,091 188,085. Vermischtes. * In Allendorf bei Kassel kam am Mittwoch ein choleraverdächtiger Todesfall vor. Die Sektion der Leiche ergab jedoch keine direkten Choleraanzeichen. Die Vorbeugungsmaßregeln sind indessen aufrecht erhalten. * Aus Brüssel wird neuerdings gemeldet: Sämtliche fünf Postdiebe, welche am 27. Nov. aus dem Expreßzuge auf der Strecke OstendeVerviers Wertsendungen in der Höhe von zwei Millionen stahlen, wurden in London verhaftet. — Die englischen Behörden erklärten sich bereit, dieselben an Belgien auszuliefern. Die meisten der entwendeten Diamanten wurden bei Londoner Hehlern aufgefunden. * Der verstorbene Freiherr Franz v. Liebig in Wien hinterläßt ein Vermögen von 11 Mill. Gulden, wovon 2½ Mill. Gulden wohlthätigen Zwecken zugewandt sind. * Der„Hungerkünstler“ Merlatti in Paris hat nun 50 Tage gefastet. Für den 15., wo die Fasteuperiode ablief, hatte er ein Festmahl zu 20 Frks per Kopf bestellt, an welchem er teilnehmen und die erste Nahrung genießen wollte. * Ein Jäger von einem Fisch erschossen. Dieser anscheinlich unmögliche Fall ereignete sich kürzlich in County Comanche in Texas. John Franklin— so hieß der Jägersmann— hatte einen Fisch gefangen und hing denselben an sein Gewehr. Die Bewegungen des Fi'sches bewirkten das Niederschlagen des Hahnes, wodurch d.is Gewehr losging. Der Schuß ging dem unglücklichen Jäger durch den Leib und tötete ihn auf der Stelle. * Für den Kreis Weener(Hannover) ist eine die Vertilgung der Sperlinge betreffende Polizeiverordnung erlassen worden, nach welcher jeder Grundbesitzer eine bestimmte Anzahl von Sperlingsköpfen jährlich zu liefern hat. * Tragt keine Vogelbälge auf dem Hut, ihr Weiberchen und Mädchen! In Frankfurt a. M. standen unweit einer Gartenmauer, auf der ein Kätzlein saß, zwei junge Dämchen und schwatzten. Die eine hatte ein Hütlein auf, das als Schmuck einen Vogel trug. Das Kätzlein sah den Vogel, sprang dem Dämchen auf den Kopf und riß von diesem den Hut herunter. Ein gellender Schrei, das Kätzlein aber war mit seiner Beute davon. Der Kinder Weihnachtsglück. Sie flüstern, sie lauschen, sie fragen,— Wie lieb und wie herzig das ist!— „Noch siebenmal müssen wir schlafen, Dann kommt der heilige Christ!“ Sie jagen durch's Haus und sie blinzeln Durch's Schlüsselloch schelmisch hinein; Da duftet's, da schimmert's so goldig, Wie paradiesischer Schein! „Lieb Mütterchen, sag' uns geschwinde— Du lachst? O wie seltsam Du bist!— Was steckt denn da drinnen verborgen? Was bringt uns der heilige Christ?“ Still, still! Sie sind müde vom Tummeln, Nun deckt sie der wärmende Flaum. Da ziehet auf himmlischen Flügeln Durch's Herzchen der seligste Traum. Die Engelein sitzen und spielen Um's Ruhebettchen im Chor; Sie tragen den Baum und die Kerzen Und lieblichste Sachen hervor. Neueste Nachrichten. Berlin, 17. Dez. In der Militär=Kommission wurde nach Ablehnung des§ 2 des Militärgesetzes der freisinnige Antrag zu§ 1 angenommen, wonach die Friedensstärke für 3 Jahre auf 440200 Mann festgestellt, die Regierung aber ermächtigt wird, die Präsenzstärte für die Dauer eines Jahres auf 450000 Mann zu erhöhen. Die Regieruugsvorlage ist also verworfen, der Beschluß ist aber nur provisorisch.— Italien hat am Donnerstag den Handelsvertrag mit Frankreich gekündigt. Preußische Zentral=Boden=Kredit-4 pZt. Pfandbriefe von 1880, 1881, 1882, 1883, 1884 und 1884 II. Cm. Die nächste Ziehung findet Anfang Dezember statt. Gegen den Kursverlust von ca. 3¼ pZt. bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 5 Pf. pro 100 Mark. Gottesdienste. Schwerte. Größere evangelische Kirche: Sonntag, den 19. Dezember 1886. Hauptpr. 10 Uhr: Past. Graeve. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Past. Heinenberg. Amtswoche: Past. Graeve. Reformierte Kirche. Vorm. 10 Uhr: Past. Terberger. Westhofen. Vorm. 10 Uhr: Past. Falkenberg. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Past. Falkenberg. Reformierte Kirche. Mittwoch abend 8 Uhr: Bibelstunde. Bekanntmachung. Die festgestellte KämmereiRechnung der Stadt Schwerte liegt gemäß§ 69 der StädteOrdnung von heute ab 14 Tage zur Einsicht der Gemeindeglieder im hiesigen Stadthause offen. Schwerte, 15. Dez. 1886. Der Magistrat. Bekanntmachung. Am Sonntag, den 19. d., bleiben die Postschalter wie an den Wochentagen geöffnet. Schwerte, 15. Dez. 1886. Kaiserliches Postamt. Sardemann's Lofodinischer Dorsch-Leberthran in Originalflaschen à 60 Pfg. und 1 Mk. vorrätig in Schwerte bei Gust. Wirths. 1 Mark 25 kostet das Abonnement auf den „Münsterischen Anzeiger" für die drei Monate Januar, Februar und März.(Nr. des Postzeitungskatalogs 3759.) Von Neujahr ab wird unser Blatt ohne Preiserhöhung täglich, statt wie bisher 6mal wöchentlich, in großem Format, erscheinen. Jeder Freitagsnummer wird wie bisher gratis das illustrierte Sonntagsblatt zur Unterhaltung und Belehrung (8 Seiten 40) beigegeben. Häusig, nach Maßgabe des vorliegenden Stoffes, erscheinen Beilagen. Der„Anzeiger" berichtet schnei und eingehend über die täglichen Ereignisse. Häufig erscheinende Leitartikel orientieren den Leser über interessante Tagesfragen, während wichtigere Nachrichten als Telegramme gebracht werden. Die Verhandlungen des Reichs= und Landtages teilt der „Anzeiger“ in großer Ausführlichkeit mit. Nach wie vor wird den lokalen und provinziellen Nachrichten besondere Aufmecksamkeit zugewendet. Eine große Zahl Mitarbeiter unterstützt die Redaktion in dem Bestreben, über die täglichen Ereignisse in Stadt und Provinz möglichst schnell zu berichten. Das täglich erscheinende Feuilleton bringt spannende und sittenreine Erzählungen.— Durch die große Verbreitung des„Anzeigers“ in der Stadt Münster, im ganzen Münsterlande und weit darüber hinaus— gegenwärtige Auflage 8050 Exemplare — sind Inserate zum Zeilenpreise von 15 Pfg. von bester Wirkung.— Zum Versand des Anzeigers werden die Mittagszüge benutzt und ersieht daher die Mehrzahl der Abonnenten aus dem zeitig am Mittag eintreffenden Blatte alle der Redaktion bis gegen 11 Uhr bekannt gewordenen Nachrichten. Zum bevorstehenden Weihnachts=Feste bringe eine schöne Auswahl kurze, lange und halblange Prerten, echte Weichselpfeifen, eigenes Fabrikat, echte Meerschaum=Zigarrenspitzen, Zigarren=Etuis, Portemonnaies 2c. zu den billigsten Preisen in empfehlende Erinnerung. Schwerte, 17. Dezbr. 1886. Solinus, Ostenstraße. Stollwerck'sche Brust-Bonbons eine nach ärztlicher Verschrift bereitete Vereinlgung von Zucker u. KräuterExtraxten, welche bei Hals- u. Brust- Affectionen unbedingt wohlthuend wirken. Naturell genommen und in heisser Milch aufgelöst, sind dieselben Kiadernewie Erwachsenen zu empfenten. Vorrärzig in:=rsiegelten Pakketen mit Gcbrauchsanweisung à 50 Pf. in Schwerte bei Kond. August zur Nieden, Kond. C. Hagemann, Ww. F. Ollinghaus am Bahnhof; in Aplerbeck bei a#g. Nasse, L. SchulzeVellinghausen, in Westhofen bei C. Röllinghoff. Eau de Cologne in Flaschen von 65 und 50 Pfg. empfiehlt Carl Braus.