pe-hgzun uun 4A4 * Kutlicher Anzeiger für verbunden Schaerter=Pe„ Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund.“ den Landrreis Vorlmund, mit der 22-9•6|0 Axierrrurren.— 0 Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. M 98. Dortmund, Schwerte und Aplerbeck, Dienstag 24. August 1886. 19. Jahrgang. wie Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Uebersichtskarte der überseeischen Post=Dampsschiffslinien im Weltpostverkehr. Im Reichs=Postamt ist die Uebersichtskarte der überseeischen Post=Dampfschiffslinien im Weltpostverkehr, unter Berücksichtigung der neuen deutschen Post=Dampferlinien nach Asien und Australien, in einer neuen Auflage bearbeitet worden, welche ein Bild des gegenwärtigen Umfanges des Weltpostvereins und der Postverbindungen nach den außereuropäischen deutschen Konsulatsorten liefert. Der Karte ist ein Verzeichnis der in Betracht kommenden Post=Dampfschiffslinien unter Angabe der den Betrieb wahrnehmenden Schiffahrtsgesellschaften, der Anlegehäfen, der Entfernungen in Seemeilen von Hafen zu Hafen und der planmäßigen Ueberfahrts. dauer beigegeben. Die Dampferlinien sind je nach der Nationalität der Schiffe mit verschiedenartigen Zeichen angegeben, und zwar diejenigen der deutschen Reichspostdampfer rot, die der fremden Schiffe schwarz. Die Karte kann durch Vermittelung der Postanstalten des Reichs=Postgebiets von dem Kursbüreau des Reichspostamts, sowie im Wege des Buchhandels von der Verlagsbuchhandlung von Julius Springer in Berlin N., Monbijouplatz Nr. 3, zum Preise von 1 M für das Exemplar bezogen werden. Berlin W., 18. August 1886. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. von Stephan. Fürst Alexander von Bulgarien abgesetzt! Soeben trifft aus Konstantinopel und Bukarest die überraschende Mitteilung ein, daß Fürst Alexander von Bulgarien in Widdin bei einer Truppeninspektion gefangen genommen und über die Grenze gebracht worden ist. Gleichzeitig haben Karawalow und Zankow, der Chef des Ministeriums und Führer der Russenpartei, in Sofia die Absetzung des Fürsten proklamiert und eine provisorische Regierung gebildet. Danach haben sich also anscheinend die russenfreundlichen Elemente der Führung in Bulgarien bemächtigt und sich mit dem bisherigen Ministerium Fürst Alexanders verbündet. Der Sturz Fürst Alexanders ist somit der russenfreundlichen Partei gelungen, der Führer, der die Bulgaren von Sieg zu Sieg geführt, ist beseitigt. Ob aus dem folgenschweren Ereignis neue Verwicklungen entstehen, ob die Russen Bulgarien besetzen, die Serben für ihre Niederlage Revanche zu nehmen versuchen werden, wer vermag das zu sagen? Die Großmächte werden sich zunächst schwerlich einmischen; speziell für Deutschland und Oesterreich ist das Interesse an der Person des Fürsten zu gering, die Türkei wird nichts für ihn thuen, wenn sich ein geeigneter Kaiserin Eugenie. Als in schatt'gen Waldesgängen Ich gestreift im Abendstrahl, Lauschend den Orchesterklängen Aus dem nah gelegnen Thal, Und mein Blick sich seitwärts wandte Zu der Bank von Kiefern hin: Schrak ich auf, denn ich erkannte Frankreichs letzte Kaiserin. Sie, die sonst Europas Mächte Mit dem Augenwink regiert, Die, verhöhnend Völkerrechte, Stolz das Szepter einst geführt: Sie saß still mit ihren Treuen Auf der rohen, harten Bank, Um bescheiden sich zu freuen An dem fernen Hörnerklang! Sonst geehrt und hoch gefeiert, Modefürstin weit und breit, Floh sie ungekannt, verschleiert, Nun in Waldeseinsamkeit. Als um ihren Thron geklungen Rauschend der Fanfaren Spiel: Har ihr Keiner wohl gesungen Ihrer Laufbahn dunkles Ziel! Jäher Sturz von stolzen Höhen, Wechsel zwischen Licht und Nacht: Selbst die Kaiserinnen stehen Hilflos in des Schicksals Macht! Karlsbad 1885. Alice Baroneß von Gaudy. 25 Schloß Freiburg. (Fortsetzung.) Erst spät kam Aennchen an diesem Abend zur Ruye und mancher bange Seufzer entschlüpfte ihren Lippen, als sie am Fenster ihres Schlafzimmers stand und in die sturmbewegte Nacht hinausschaute. Der Himmel war mit zerrissenen, dunklen Wolken bedeckt und nur hier und da funkelte momentan ein Stern hervor, um sofort wieder zu verschwinden. Der Wind brauste durch die Wipfel der Bäume und fuhr heulend um das Schloß, dann und wann schwere Regentropfen gegen die Fenster klatschend. Nachfolger bietet, Frankreich und Italien haben zunächst keinen Anlaß zur Einmischung, nur England wird darauf zu achten haben, daß Rußland nicht näher an Konstantinopel heranrückt. Wie Dinge liegen, ist ein Ausbruch kriegerischer lnruhen sofort kaum zu erwarten und, wie wir hoffen wollen, gelingt es dem Einverständnis der Kaisermächte die Ruhe dauernd zu erhalten. Aufs neue hat sich wieder der Orient als ein Herd der Ueberraschungen erwiesen, der Europa stetig in Unruhe hält. Fürst Alexander ist vielleicht etwas starrsinnig in der Politik erwiesen, aber die Geschichte wird doch seinen Namen stets mit Ehren nennen. Die„Köln. Ztg." bemerkt zur Absetzung Fürst Alexanders, daß dessen Lage hoffnunglos gewesen sei, seit er sich zwischen Rußland und England gestellt. Die Kaisermächte seien in dieser Sache ganz einig, auch die Türkei dürfte die Katastrophe vorher gewußt haben. Eine Störung des Friedens sei nicht zu befürchten, in Gastein sei auch hierüber verhandelt. Der Fürst scheint sich widerstandlos in sein Schicksal gefügt zu haben. Deutsches Reich. Dem Kaiser ist der Ausflug am Freitag von Schloß Babelsberg nach Berlin vortrefflich bekommen; über die ihm zu teil gewordene herzliche Begrüßung hat sich der greise Monarch sehr gefreut. Der Kaiser hat sich in der Ruhmeshalle in Berlin eins der Geschütze angesehen, die zum Geschenk für den Sultan von Sansibar bestimmt sind, und sich sehr zufriedenstellend darüber geäußert. Am Samstagmorgen früh wohnte der Kaiser bei Sperlingslust den Uebungen des 1. Garderegiments bei. Nachmittags empfing der Monarch in Babelsberg den nach Berlin zurückgekehrten chinesischen Botschafter Marquis Tseng. Sonntag stattete der Kronprinz seinem kaiserlichen Vater in Babelsberg einen Besuch ab. Prinz Wilhelm von Preußen ist von Bayreuth, wo er der Parsifal=Vorstellung beigewohnt, nach Potsdam zurückgekehrt und vom Kaiser empfangen worden. Der Prinz wird das von ihm befehligte Garde=Husaren=Regiment dem König von Portugal bei dessen Anwesenheit in Potsdam persönlich vorführen. In der großen Politik ist es stiller geworden, wie es meistens in dieser Jahreszeit der Fall zu sein pflegt. Die Gasteiner Zusammenkunft soll eine noch innigere Verbindung Deutschlands und Oesterreichs besiegelt haben, als solche schon früher bestand. Italienische Blätter äußern sich befriedigt und sagen offen, daß Italien den Anschluß vollzogen habe. Auch der Papst soll Wünsche ausgesprochen und bereits gedankt haben. Die französischen Hetzer haben ihre Stimme etwas gemäßigt, sie werden sich wohl fügen müssen. Rußland und England berühren sich mit ihren Tatzen im fernen Osten Asiens. Die Engländer haben die Chinesen veranlaßt, sich der Halbinsel Korea zu versichern, nach welcher Rußland trachtete. Sie haben in der Nähe dieser Halbinsel in Port Hamilton sich einen Kriegshafen angelegt, von wo aus sie diese Ostküste beherrschen können. Die Russen versuchen in Port Lazareff das Gleiche zu thun. Die chinesische Flotte, von Deutschen geführt, hat ein kleines Flottenmanöver abgehalten, zahlreiche englische und französische Schiffe waren zur Stelle, um sich die Sache anzusehen. China will jetzt von England und Deutschland eine bedeutende Anzahl von Gewehren beziehen. Es kann den Russen noch unangenehm genug werden, aber auch noch eine Gefahr für die christliche abendländische Kultur von dieser Seite kommen, wenn einmal wieder wie zur Zeit der Mongolenstürme ein talentvoller Führer sich an die Spitze dieser Massen stellt. Fürst Bismarck ist in Gastein vom Kaiser Franz Joseph abermals und zwar in zweistündiger Audienz empfangen worden. Als Bismarck im Jahre 1851 Gesandter beim Bundestag in Frankfurt war, da verglich einmal stichelnd der österreichische Präsidialgesandte den preußischen Staat mit einem Manne, der einmal das große Los gezogen und nun seinen Haushalt auf die jährliche Wiederkehr dieses Ereignisses einrichte, während nur in dem Verzicht auf die Erbschaft Friedrichs des Großen das wahre Heil Preußens liege. Bismarck antwortete ihm schlagfertig, wenn diese Ansicht in Wien die allgemeine sei, dann allerdings werde Preußen noch einmal in die bewußte Lotterie setzen müssen, denn ein Preußen, welches der Erbschaft Friedrichs des Großen entsagen möchte, gebe es in Europa nicht. 1866 setzte Preußen in die Lotterie und gewann. Gottlob aber, das Lotteriespiel ist vorüber! Der Antrag Hammerstein=Kleist findet auf den Synoden eine immer zahlreichere Unterstützung. Auch liberale Blätter fangen bereits an einzulenken und die Sache vorurteilsfrei zu prüfen. Wir wollen hoffen, daß, wenn der Landtag zusammentritt, die Köpfe der Liberalen soweit sich geklärt haben, daß sie zu einer förderlichen Mitarbeit im stande sein werden. Jedenfalls muß mit der Revision der Maigesetze auch diese Angelegenheit geordnet werden und mit der Auslieferung der gesparten Millionen an die katholische Kirche auch der Dotationsanspruch der evangelischen Kirche seine Erledigung finden. In der Frage der Wanderbettelei sind wichtige Polizeivorschriften in einzelnen Kreisen ergangen. Die Verabreichung von Gaben ist unter Strafe gestellt, eine Verabreichung von Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken soll nur in dem Falle straflos sein, wenn nachgewiesen werden kann, es seien diese Gaben nicht in Branntwein umgesetzt worden. Es sind solche Verbote nur unter der Voraussetzung gerechtfertigt, daß zur Verpflegung der Reisenden, die unbemittelt und ohne Arbeit sind, das Erforderliche geschieht und daß sie, wenn sie in den Pflegestationen sich ordentlich führen und die ihnen aufgetragenen Arbeiten verrichten, sie auch dasjenige erhalten, was der Leib bedarf. Das preußische Kriegsministerium hat zum teil den Entwurf einer neuen Felddienstordnung veröffentlicht, welcher den Zweck hat, durch Erleichterung der Felddienste die Kräfte der Truppen möglichst für den Entscheidungskampf zu schonen. Deutschland erobert Elsaß=Lothringen im Frieden durch den Militärdienst und die Schulen. Die Zahl der Schüler in den höheren Schulen hat sich verdreifacht, unter dem jungen Geschlecht bis zum 30. Jahre herrscht deutsche Bildung vor. In den Volksschulen ist, mit wenigen die französische Sprache fast ganz verschwunden. Die Rekruten nehmen bezüglich der Schulbildung eine der ersten Stellen im Reiche ein. Die Bevölkerung hat sich um 22 pZt., die Schülerzahl um 150 pZt. vermehrt. „Eine komische Alte“ nennt das sozialistische „Berliner Volksblatt“ Frau Rosa Büge, die Leiterin der Berliner Arbeiterinnen. Das Blatt macht ihr den Vorwurf, daß sie„gedankenlos von einer Partei zur andern taumle“ und die vorhandenen Gelder statt zur Agitation zur Gründung einer Arbeitsstube verwende.(!) In Schleswig hat man am 19. d. M. zwei Führer der dortigen Sozialdemokratie verhaftet. Aus vielen Städten werden Haussuchungen bei Anhängern der Partei berichtet. Aennchen ließ sich in den hohen Lehnstuhl nieder und versank in ernstes Nachsinnen. Tiefe feierliche Stille herrschte in ihrem traulichen Gemache. Sie zwang sich zu ruhigen Betrachtungen. Sie durfte die Forderung des Onkels nicht verurteilen. Herrn von Rabenaus Antrag mußte sie ehren und es war nicht befremdlich, daß der Onkel denselben nicht unbedingt abgelehnt sehen wollte. Aennchen hatte Leo von Rabenau inzwischen mit anderen Gefühlen betrachten gelernt. Anfangs verletzte sein Benehmen sie, aber er hatte es durch verdoppelte Höflichkeit auszugleichen versucht und es war ihm vollständig gelungen. Nachdem er sie dann aber an jenem Tage aus den Händen des Schmiedes befreit hatte, war auch ein warmes Gefühl der Dankbarkeit hinzugekommen und es hatte sich ein überaus freundschaftliches, aber von Aennchens Seite durchaus unbefangenes Verhältnis zwischen Beiden entwickelt. Herr von Rabenau zeigte sich von seiner liebenswürdigsten Seite und war stets eifrig bemüht, alles zu thun, um sich dem jungen Mädchen angenehm zu machen. Es plauderte sich sehr hübsch mit ihm, besonders in Gegenwart des Onkels, wann sie ihm noch einmal so gern zuhörte, weil sie nicht befürchten durfte, daß er ihr eine jener Schmeicheleien sagte, die ihm stets auf der Zunge schwebten und die ihr von Grund ihres Herzens aus zuwider waren. Daß er sie wirklich liebte, daran durfte sie, nach dieser Werbung zu schließen, nicht mehr zweifeln und sie mußte unwillkürlich daran denken, daß diese Liebe doch einen ganz besonderen Einfluß auf ihn ausgeübt habe. Aennchen dachte weiter und weiter. Sie liebte Leo von Rabenau nicht, aber vielleicht mit der Zeit lernte sie wärmere Gefühle für ihn empfinden. Sie wollte es wenigstens mit redlichem Willen versuchen und heilte sich dadurch von einer Neigung, die schon so manche Stunde bitteren Leides über sie gebracht und herbes Weh in ihr geweckt hatte. Früh am folgenden Morgen, nicht lange, nach: dem der Tag voll hereingebrochen war, rief das Gerassel eines Wagens, der eben in den Schloßhof fuhr, den Schloßherrn ans Fenster. Er fuhr zusammen, als er Leo von Rabenau aus dem Wagen steigen sah. Der erste Blick welchen derselbe um sich warf, galt dem Seitenflügel, wo der Förster wohnte. Dann trat er unter das Portal und verschwand in der Vorhalle. Herr von Zeche wandte sich von dem Fenster ab und durchschritt einige Male unruhig das Gemach. Dann blieb er vor dem Spiegel stehen und mit prüfendem Blick musterte er die eigene Person. Nicht aus Eitelkeit. Er wollte sich gleichsam überzeugen, daß die Gedanken, welche eben durch seinen Kopf zogen, ihre Berechtigung hatten. Es war so selbstverständlich. Er war nicht mehr jung; er durfte keinen Anspruch darauf machen, ein liebenswürdiger angenehmer Mann zu sein. Wie hätte er das Herz eines Mädchens wie Aennchen Leinhard gewinnen können? Durfte er sich überhaupt wundern, daß sie ihm auswich? Hingegen Leo von Rabenau war ein junger, schöner, liebenswürdiger Mann, heiter und sorglos, geschaffen, ein junges Weib, das er liebte, zu beglücken. Nie war es dem Schloßherrn mehr aufgefallen, als in dem Moment, wo derselbe aus dem Wagen sprang und einen Blick zu Aennchens Fenster hinaufsandte. Welche Leidenschaft lag in diesem Blick! Ja, es war ganz natürlich, daß Aennchen ihn vorgezogen und zu ihrem künftigen Gatten erwählt hatte. Er selbst that nichts, sie zu gewinnen. Konnte er es denn, ohne sich selbst treulos zu werden? Nun war es zu spät. Der Graf war entschlossen, seine Gefühle zu beherrschen und Herrn von Rabenau freundlich entgegenzugehen, aber er konnte es nicht. Er sagte sich, daß es seine Pflicht sei, die eigene Leidenschaft zu verbergen, nachdem sie einem Anderen ihr Herz geschenkt, und das es seiner unwürdig sein würde, diesem Anderen den inneren Groll zu zeigen. Dennoch vermochte er es für die ersten Stunden nicht, seinen Gast zu bewillkommnen. Es war ihm, als müsse er seinen Nebenbuhler glühend hassen und wäre nicht im Stande, demselben solches zu verbergen. Das war ein harter Kampf, aber er wurde zu Ende geführt wie so viele andere. Als Herr von Rabenau in der Mittagsstunde erschien, um seinem Wirt seine Aufwartung zu machen, fand er diesen ziemlich aufgeräumt und sogar zu einem Scherz geneigt. „Man darf also gratulieren?“ fragte der Schloß. herr mit lächelnder Miene. Herr von Rabenau errötete wie ein junges Wüdgen. „Nun, es gibt noch Einiges zu erledigen. Es ist noch nicht alles entschieden—“ Die Stirn des Grafen zog sich ein wenig zusammen. „Sie sind doch unabhängig, mein Freund?“ „O, vollkommen.“ „Nun— und was wäre nicht entschieden?“ Die Stimme des Grafen bekundete eine so hochgradige Erregung, daß Herr von Rabenau ihn erstaunt anblickte. „Sie sind vorurteilslos, setzte ich voraus?“ fuhr der Graf fort. „Wenn ich besonderen Wert auf den Stammbaum eines Menschen legte, so würde ich glauben, den meinen durch eine solche Wahl nur zu zieren.“ Die Erregung war beschwichtigt. „Sie haben Recht, Herr von Rabenau. Die Wahl Ihrer zukünftigen Gemahlin ehrt Sie,“ antwortete der Graf mit völlig veränderter Stimme. Er wollte noch hinzufügen:„Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück!" Aber er brachte die Worte nicht über sein Lippen. Es wäre eine erbärmliche Lüge gewesen. Herr von Rabenau empfahl sich nach kurzer Zeit, um sich in die Wohnung des Försters zu begeben. Der Schloßherr sah ihn über den Hof nach dem Seitengebäude zuschreiten; er wandte sich rasch ab, denn er wollte ihn nicht in das Haus eintreten sehen. Dann aber ergriff ihn wieder eine gewaltige Unruhe und er kehrte an as Fenster zurück, welches er nun nicht eher verließ, als bis er Herrn von Rabenau nach reichlich einer Stunde wieder zurückkommen sah. Mit eifersüchtigen Augen beobachtete er dessen Gesicht. In Leo von Rabenaus Zügen spiegelte sich die Freude über den ihm zu Teil gewordenen Empfang wieder, wenngleich er sich denselben, seinen Gefühlen entsprechend, gewünscht hätte. Aennchen kam ihm freundlich und mit einem leichten Erröten entgegen. Sie hatte ihm, wie einem alten Freunde, die Hand gereicht und den alten Ton angeschlagen. Aber sie war doch anders gewesen; er hätte nicht sagen können, in welcher Weise, sondern nur, daß sie ihm so noch besser gefallen und er daran die größten Hoffnungen knüpfte. Am Nachmittag lud die Baronesse Aennchen ein, in das Rittelgebäude zu kommen. Herr von Rabenau Die Behauptung russischer Blätter, Rußland beabsichtige sich von dem Dreikaiserbündnis loszusagen, wird jetzt in einem offiziösen Brief der „Politischen Korrespondenz“ aus St. Petersburg für durchaus unrichtig erklärt. Es heißt da: „Wenn auch die Umstände der letzten Balkankrise Rußland eine gewisse Zurückhaltung den Alliierten gegenüber auferlegten, könne doch von einem Bruch der Tripleallianz nicht gesprochen werden. Die russische Politik bleibe bezüglich allem, was zur Erhaltung des Friedens diene, mit den Kabinetten in Wien und Berlin in vollem Einklang, behalte sich dabei aber wie bisher in betreff des Schutzes russischer Interessen volle Handlungsfreiheit vor.“ Ungarn feiert die vor 200 Jahren erfolgte Zurückeroberung der Stadt und Festung Ofen durch die Christen. Die Türken saßen damals seit 175 Jahren in der Feste und im Lande, und waren die Herrscher im Lande. Von da aus waren sie wenige Jahre vorher auch nach Wien gezogen und hatten es belagert, waren aber gründlich geschlagen worden. Das war in der Zeit, da in den deutschen Kirchen gebetet wurde: Bewahr uns, lieber Herrgott, vor Pestilenz und Türken not. Die„Türkenglocke“ erinnert noch hie und da daran. Mit der Eroberung Ofens war die Herrschaft der Türken, des Halbmonds, in Ungarn für immer gebrochen, und die Magyaren haben ein Recht, ihre Befreiung zu feiern. Sie haben aber lange Zeit vergessen, daß sie ihren Sieg hauptsächlich deutscher Hilfe verdanken. Kaiserliche Reichsvölker(Brandenburger, Bayern 2c.) und Feldherren waren es, welche die starke Feste stürmten und eroberten, Ströme deutschen Blutes sind dabei geflossen. Daß sie das vergaßen und die vielen Deutschen in Ungarn und namentlich in Siebenbürgen hudelten, kujonierten und als Stiefkinder behandelten, das hat die große Mißstimmung in Deutschland erregt, und aus dieser Stimmung heraus haben die Städte Berlin und München, die zur Feier eingeladen waren, abgelehnt, und das hat wieder in Ungarn Mißfallen erregt, aber mit Unrecht. Die Deutschen wollen sie nur an ihre Großmannssucht, an ihre Undankbarkeit und Ungerechtigkeit erinnern, von einem Hasse gegen Ungarn ist nicht die Rede.(Ob die Ablehnung politisch klug war, ist eine lebhaft verhandelte Streitfrage.) Die Münchener Gemeindevertretung läßt jetzt erklären, sie habe die Einladung nach Pesth einfach dankend abgelehnt. Aus Ungarn sind übrigens dem Gemeinderat eine Menge Schmähbriefe zugegangen. Die Polen machen Anstrengung, den ländlichen Grundbesitz in ihren Händen zu erhalten. Sie wollen eine Bankgenossenschaft noch im Laufe dieses Monats bilden und scheinen hauptsächlich auf die Beteiligung von Kapitalisten in Russisch=Palen zu rechnen. Wenn sie sich nur nicht verrechnen! Das polnische Rittergut Slonskowo bei Futraschin im Kreise Kröben ist von der preußischen Regierung mit 378,000 M. bei der Zwangsversteigerung erstanden worden. Die Orleans, die Prinzen ohne Land, fangen an, den preußischen Erwerbungen in Polen Konkurrenz zu machen. Sie haben zwei Franzosen unter Führung eines Polen nach Posen geschickt, um große Ländereien anzukaufen. Auf Samoa herrschen unerquickliche Zustände. Der englische Konsul will das Land für Neuseeland annektieren, der amerikanische für die Vereinigten Staaten, und beide suchen die deutschen Kaufleute und Plantagenbesitzer hinaus zu machte einen Spazierritt, und das Wetter hielt die Baronesse ab, seinem Beispiele zu folgen. Der Himmel hatte sich wieder mit schweren Wolken bedeckt, die in fliegender Eile vorüberjagten, und an Ausgehen war nicht zu denken. Allein mit der Mutter dünkte es die junge Dame gar zu langweilig, und so zog sie es vor, sich Aennchens Gesellschaft zu sichern. Diese leistete nicht gern der Aufforderung Folge, aber da Melanie sie unthätig sitzend gefunden, hatte sie keinen Grund, die Einladung abzulehnen Dann aber war sie doch auch froh, den quälen: den Gedanken entrissen zu sein, und die Baronesszeigte sich ja stets von einer so liebenswürdigen Seite, daß das arglose, junge Mädchen nicht an Falschheit und kalte Berechnung von ihrer Seite denken konnte. Die junge Dame bezeigte an diesem Nachmittag wenig Neigung zum Spiel. Sie plauderte mit Aennchen und sprach von tausend Dingen, die letztere wenig interessierten, sie aber zerstreuten. „Haben Sie meinen Schmuck und meine Juwelen schon gesehen, liebes Fräulein?“ fragte sie plötzlich. „Nein!“ lautete die Antwort. „O, dann kommen Sie. Ich zeige Ihnen auch mein Geburtstagsgeschenk vom Kousin Ernst. Es ist ein wahrhaft großmütiges Geschenk!“ Aennchen erinnerte sich der verschiedenen Andeutungen, die Melanie gemacht, und daß sie eines Tages die Herrin des Schlosses sein würde. Wie schmerzlich es ihr bei diesen Gedanken durch das Herz zuckte! Melanie hatte Aennchen in das Nebenzimmer gezogen und unmittelbar vor das schwarze, eingelegte Schränkchen geführt, worauf sie in ihrer Tasche nach einem Schlüssel suchte. Nur einen Blick warf Aennchen auf den Schrank und hastig schrak sie zusammen. „Darin sind ihre Schmuckgegenstände und Juwelen?“ fragte sie erregt. „Ja— ich habe mancherlei Dinge.“ Mit diesen Worten hatte sie aufgeschlossen und holte verschiedene Etuis aus dem Schrank hervor. Aennchens Augen waren nur auf das Innere des Schrankes gerichtet, sie sah kaum etwas von den blitzenden Gegenständen, welche die junge Dame vor ihren Augen ausbreitete. Diese schrieb das Schweigen Aennchens dem Staunen und der Bewunderung zu, die das junge Mädchen beim Anblick all dieser Kostbarkeiten empfinden mußte.(Fortsetzung folgt.) ärgern. Den Deutschen wird es schwer, sich zu behaupten. Bayern will es einmal mit den Husaren probieren und zwei von den 6 Chevaulegers= Regimentern in Husaren umwandeln. Es bleibt nur noch die Bewilligung der dazu gehörigen Gelder seitens des Landtages. Ein aus Geistlichen, Juristen und andern angesehenen Männern zusammengesetzter Verein in Rotterdam erläßt eine öffentliche Bekanntmachung, in welcher er auf das Dringendste allen Mädchen, welche nach Holland, Belgien, Frankreich oder England engagiert werden sollen, die größte Vorsicht anempfiehlt. Niederlande. Sonderbare Zustände herrschen hier auf kirchlichem Gebiete. In der letzten Zeit haben sich mehrere Gemeinden von der modernen Synode getrennt. In neuerer Zeit abermals die Gemeinde Leiderdorp. Sonntag, den 8. August, wurde die Kirche dieser Gemeinde durch Militär besetzt. Der moderne Pastor wurde per Wagen, bewacht von Gensdarmen und Polizisten, in die Kirche und aus derselben gebracht, während die gläubigen Gemeindeglieder mit schwerem Herzen zu Hause saßen und zusehen mußten, wie der Unglaube Besitz von ihrem Gotteshaus nimmt. Was mag dies für eine Predigt gewesen sein, die der neue moderne Pastor, der sich von der weltlichen Macht beschützen läßt, gehalten hat? Christi Jünger sagen:„Du HErr Jesus bist unser Schutz und Schirm", und bleiben getrost. Schweiz. Im Kanton Lausanne in der Schweiz haben schon einige Landgemeinden, um den Landbriefboten die Heiligung des Sonntags zu ermöglichen, auf die Postbedienung am Tage des HErrn verzichtet, und in Lausanne selbst wurde am 2. Juli d. J. eine von 900 Stadtbewohnern unterzeichnete Petition abgegeben, welche ebenfalls die Sonntagsruhe für die Briefträger begehrt. Frankreich. Der französische Staatsrat hat die von Boulanger angeordnete Streichung des Herzogs von Aumale aus den französischen Armeelisten kassiert. Bei der Ausweisung verbleibt es aber. Spanien. In Bajadoz wird ein Militäraufstand befürchtet. Nach Barcelona, wo die Empörung beginnt, sind Verstärkungen abgegangen. Die Karlisten und Revolutionäre arbeiten ganz offen und herausfordernd. Amerika. Die Verletzung, welche der Präsident der Republik Uruguay bei dem auf ihn verübten Attentat erlitt, hat sich nicht verschlimmert. Die Polizei in Montevideo hat ca. 50 Verhaftungen vorgenommen. Die Kammer notierte eine Adresse an den Präsidenten, in welcher sie ihren Abschen über das Attentat ausdrückt. Das Schwurgericht in Chicago erklärte von den Anarchisten, welche die Ruhestörungen im Mai angestellt, sieben des Mordes schuldig, und verurteilte dieselben zum Tode. Ein Angeklagter erhielt 15 Jahre Gefängnis. Asien Bei den Manövern der chinesischen Flotte vor dem Vater des Kaisers von China haben sich ganz besonders die Kruppgeschütze und die in Deutschland gebauten Torpedoboote bewährt. Westfalen und Rbeinland. F. Schwerte, 23. Aug. Erst jetzt scheinen die Hundstage ihr Regiment behaupten und und dadurch auch den Sommer zu einem bestimmteren Handeln bewegen zu wollen. Mit Regen sind wir gerade genügend überschüttet worden; die kühlen Tage, ja wir können sagen Wochen, sie machten einen mehr herbstlichen als sommerlichen Eindruck auf die Menschenkinder. Sommerfrischler und Badegäste werden gewiß kein freundliches Gesicht gemacht haben, wenn sie, statt Berg und Thal durchstreifen zu können, durch den launischen Wettermann ans Zimmer gebannt, die Welt durch Gläser, wir meinen durch Fensterscheiben, betrachten mußten, und manchmal wird sich wohl die Sehnsucht nach der altgewohnten Thätigkeit bemerkbar gemacht haben. Doch auch derjenige, welchem die Mittel nicht zur Verfügung stehen, den Sommer in fernen Gebirgs= und Kurorten zu verleben, konnte in den letzten Wochen mitunter stundenweise die Rolle eines Badegastes spielen, wenn er plötzlich von einem der unzähligen Regenschauer überfallen und ihm dadurch ein Kleider durchdringendes Freibad gewährt wurde. Durch die eingetretene Hundstagshitze mehrt sich nun auch die Zahl unsrer Ruhrbadegäste. Nach des Tages Last und Hitze thut eine Abkühlung vor allem not, und in Scharen kann man Große und Kleine im Patentkostüm der Firma Adam u. Co. in und an der Ruhr lustwandeln sehen. Für unsere Feld= und Gartenbesitzer ist die jetzt eingetretene heiße Temperatur die Erfüllung ihrer Bitten und Gebete. Noch vor einigen Tagen brach sich die Furcht Bahn, die bisher so herrlich gediehenen Früchte werden einer Mißernte Platz machen. Unter den Kartoffeln entdeckte man bereits viele durch die große Nässe in Fäulnis übergegangene und von den noch stehenden Getreidefrüchten fürchtete man das Auswachsen. Alles wird aber jetzt noch zu einem guten Ende führen, wenngleich der Herbst schon immer näher rückt und die Tage immer kürzer werden. Hoffen wir, daß der eingetretene Nachsommer noch recht schöne Tage zeitigt und ihm bei seinem Scheiden lauter zufriedene Menschen ihren Abschiedsgruß widmen. *8 Schwerte, 23. Aug. Das gestrige Konzert im„Freischütz“ welches von der weitaus bekannten Reppschen Kapelle aus Dortmund ausgeführt wurde, war, da die Witterung den Aufenthalt in den naturschönen Anlagen des Etablissements höchst angenehm gestaltete, von einer großen Zahl Musikfreunde besucht. Die Konzertmusik war vorzüglich, und reichen Beifall ernteten die Mitglieder der Kapelle für ihre trefflichen Leistungen. Schwerte, 23. Aug. Bei dem am 28. Juni dieses Jahres stattgehabten Kreistage war bekannlich angenommen, die Ergebnisse aus den landwirtschaftlichen Zöllen für 1886 würden 74,000 M. betragen, und war über eine Summe in dieser Höhe verfügt worden. Kurz nachher stellte es sich jedoch heraus, daß auf den Landkreis nur 15,020 M. entfallen. Es ist deshalb ein neuer Kreistag auf den 28. d. Mts. einberufen, welchem vorgeschlagen ist, unter Wiederholung der früher gefaßten Bechlüsse folgende Beträge zu bewilligen, bezw. zuerst aus dem Ertrage der landwirtschaftlichen Zölle zu decken: 500 M. für die Unterhaltung der Natural= Verpflegungs=Station zu Schwerte und 500 M. für die Abeiter=Kolonie zu Wilhelmsdorf; ferner 4500 M. an den landwirtschaftlichen Kreisverein für den Land= und Stadtkreis Dortmund auf die Dauer von zunächst zwei Jahren, für die Einrichtung und Unterhaltung einer landwirtschaftlichen Winterschule zu Dortmund; 4500 M. für KreisEinrichtungen und Anschaffungen, welche erforderlich werden infolge der neuen Kreisordnung, welche voraussichtlich für Westfalen am 1. April 1887 in Kraft tritt mit den übrigen allgemeinen Verwaltungs=Organisations=Gesetzen; ferner den Ortsarmen=Verbänden im Kreise für die Armen=Aufwendungen, welche von ihnen gemacht sind im Steuerjahre 1886/87 für arme Geisteskranke— Epileptifche— Taubstumme— Blinden— resp. in Anstalten— eine Beihilfe zum Gesamtbetrage von 5000 M. und nach dem Maßstabe, daß die Summe zur Verteilung gelangt auf die vier ArmenKategorieen nach der Höhe der dafür aufgewendeten Kosten und auf die Armen=Verbände nach der Kopfzahl der in den vier Kategorieen unterstützten Armen. In hagen wurde von zwei Brüdern, welche am 11. Juli fünf Kühen die Euter abgeschnitten und sie mit Messern traktiert hatten, der eine zu 1 Jahr 5 Monaten, der andere zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. — Von Pasteur zurückgekehrt sind die beiden vor 14 Tagen von Hagen nach Paris gereisten Kranken, welche von einem tollen Hund gebissen waren. Beide sind als geheilt entlassen. Dieselben erhielten je 12 Impfungen. Aus geringfügiger Ursache gerieten in der Grüne bei Iserlohn ein Kettenschmied und ein Dachdecker miteinander in Streit. Letzterer schlug ersteren mit seinem Beile vor den Kopf, daß der Getroffene sofort bewußtlos zusammenbrach. Aerztliche Hilfe war rasch zur Stelle, doch ist der Verletzte seiner Wunde am nächsten Morgen erlegen. "— Abermals fand man am Samstag in dem Stadtwalde zu Iserlohn die Leiche eines Menschen in durchaus unkenntlichem Zustande, und nur durch die bei demselben vorgefundenen Papiere konnte die Person desselben festgestellt werden. Hiernach ist derselbe ein schon seit einigen Monaten vermißter Fabrikarbeiter(Witwer), der in letzter Zeit in nicht sonderlichen Verhältnisien gelebt haben soll. Schon lange muß der Leichnam gehangen haben, denn man fand nur noch das in der Kleidung steckende Skelett, zu dem eigentümlicherweise der Kopf fehlte, der aber wahrscheinlich durch Tiere fortgeschleppt sein wird. Die Umstände bei Auffindung des Skeletts schließen jeden Gedanken an einen Mord aus. In kurzer Zeit ist dies der dritte Selbstmord. "— Auf dem am Sonntag in Iserlohn abgehaltenen Verbandstag rheinisch=westfälischer Zigarren=Abschnitt=Sammelvereine— dem 16 Vereine mit über drei= und einhalbtausend Mitglieder angehören— waren 8 Vereine durch 35 Mitglieder vertreten. Die Einnahmen im Jahre 1885 betrugen nach der vorgetragenen Statistik Mk. 29,12 1,80, denen an Ausgaben Mk. 21,803,32 (darunter 18,723,00 Mk., welche für die Beschenkung von 2127 Kindern verwandt worden; die Geschäftsunkosten betrugen Mk. 2880,23) gegenüberstehen; es blieb den Vereinen somit am 1. Jan. 1886 ein Bestand von Mk. 7318,48. Neu aufgenommen in den Verband wurde der Verein Uerdingen. Als Vorort und Ort des nächstjährigen Verbandstages wurde Oberbilk gewählt. Von der Sammlung von Briefmarken soll abgesehen werden, wohingegen gebrauchte Korken, Staniolkapseln und Patronenhülsen als Sammelgegenstand aufgenommen werden. Der Bergmann X. von Dellwig-Holte verkaufte am 16. d. M. in Harpen, wo Jahrmarkt war, zwei Schweine für den Betrag von 91 M. Als X. eine Stunde nach dem Verkaufe das Geld näher besah, stellte sich heraus, daß er 40 Stück alsche Zweimarkstücke und nur 11 Mk. echtes Geld erhalten hatte. Vor einigen Tagen geriet ein Unteroffizier in Bochum mit einer Zivilperson aus Hamme bei Bochum in Streit, der damit endete, daß der Unteroffizier sein Seitengewehr zog und damit auf seinen Widersacher einhieb. Der Betreffende erlitt erhebliche Verletzungen am Kopf, infolge deren er gestorben ist. — Die Bergschule in Bochum wird am 25. d. M. nach vorhergegangener Prufung ihren zweijährigen Kursus beschließen. Hierdurch erhalten 147 Schüler das Steigerpatent. Die Bergvorschule, welche unter der anerkannt tüchtigen Leitung der Lehrer Kniepmeyer und Klauke, sowie des Obersteigers Brodt von Zeche Präsident II steht, wird ihren Kursus dagegen schon am 20. d. M. mit 35 Schülern beendigen. Glück auf! Die unheimliche Genickstarre tritt auch im Münsterlande bereits auf. Zu Waltrop erlag derselben das zwölfjährige Töchterchen eines Bergmanns. Von zwei verheerenden Bränden an einem Tage ist, wie wir schon kurz berichteten, die Stadt Brilon heimgesucht worden, nachdem es im Laufe dieses Jahres bereits vier= oder fünfmal von schweren Brandfällen betroffen wurde. Bei den beiden letzten im Frühjahr ausgebrochenen Bränden wurden jedesmal 15 bis. 16 Gebäude eingeäschert. Wie in den früheren Fällen so entstand auch diesmal am Dienstagnachmittag 3 Uhr auf unerklärliche Weise Feuer in einem Hause in der Nähe der evangelischen Kirche, wo leider größtenteils noch mit Stroh gedeckte Häuser stehen. Durch diesen Umstand und den herrschenden Wind griff das entfesselte Element mit rasender Schnelligkeit um sich, und die Feuerwehren vermochten nur wenig zu thun. Erst nachdem 14 Wohnhäuser mit Nebengebäudeu abgebrannt, gelang es, das Feuer einzudämmen. Alles atmete erleichtert auf, man glaubte die Gefahr für diesmal beseitigt und gebannt, als plötzlich in der Nacht um 3 Uhr zum großen Entsetzen der Bürger abermals Feuer in jener Gegend ausbrach und allen Löschungsversuchen zum Trotz noch weitere 8 Häuser und Stallungen abbrannten. Der Schaden ist bedeutend und die Not sehr groß, denn fast keiner der Abgebrannten, die in ärmlichen Verhältnissen leben, hat versichert.— In den beiden letzten Jahren sind laut der„R.=W. Ztg.“ 27 Häuser in Brilon abgebrannt. Ueber die Entstehungsursache verlautet, daß ein notorischer Trunkenbold das Feuer mutwilligerweise inszeniert hat, und leider kann nicht geleugnet werden, daß der zweite große Brand gleichfalls von böswilliger Hand angelegt worden ist. Das erbitterte Volk hätte den Verbrecher gelyncht, wenn nicht polizeilicherseits eingeschritten worden wäre. Die brennende Frage, wo und wie den Heimatlosen geholfen werden soll, steht noch offen. Mitleidige Familien haben einzelne zu sich genommen. Die städtische Verwaltung wird wohl einschreiten müssen, um die große Zahl der Betroffenen unter Dach zu bringen. Dreißig Sozialdemokraten erklärten am Dienstag in Barmen ihren Austritt aus der Landeskirche. Die Ausgeschiedenen gehörten zur reformierten und katholischen Kirche. Es ist dies seit kurzer Zeit der zweite derartige Fall am hiesigen Orte. Die Wechselfälschungen in Loliugen, welche in den letzten Tagen größere Dimensionen annahmen, scheinen ihr Ende noch nicht erreicht zu haben, indem der Name der dortigen Firma, welcher in Köln und Elberfeld mißbraucht wurde, neuerdings auch bei kleineren Beträgen gebraucht worden ist, wobei dann auch noch eine fingierte Firma J. H. Steinmann u. Co., Solingen, angewandt wurde. Wie es scheint, hat man es mit einer ausgedehnten Wechselfälscherbande zu thun. Jedenfalls läßt dieser Fall wieder einmal erkennen, wie hochwichtig es ist, daß man Gelder nur an persönlich Bekannte auszahlt! Die Feuerwehr in Ueckendorf hat den Beschluß gefaßt, sich aufzulösen und die der Gemeinde gehörigen Utensilien dieser zurückzugeben. Die bekannte„dunkle That“ in Mülheim a. Rh. vom 8. d. M. hat sich dahin geklärt, daß kein Verbrechen, sondern ein Unglück vorliegt. Der Nachen war gegen eine Kribbe angefahren, was den Verunglückten zu den Glauben veranlaßt haben mag, der Nachen liege am Lande— er stieg aus und verschwand in den Wellen. In Wesel hat vor einigen Tagen im Polizeigefängnis ein früherer Rechtsanwalt und Reserveleutnant übernachtet. Er war auf der Straße „obdachlos“ aufgegriffen worden und hatte bisher längere Zeit in der Arbeiterkolonie zugebracht. Am Donnerstagmittag bei Ankunft des Schnellzuges Köln=Mainz in Kobleuz wollte eine junge vornehme Russin Einkäufe in der Restauration machen, verspätete sich aber hierbei und kam erst in dem Augenblick zurück, als der Zug und in diesem die Mutter und Begleitung der Dame, den Bahnhof verließ. Ueber dieses Mißgeschick geriet die des Deutschen nicht mächtige Dame in solche Aufregung, daß sie vor Kummer außer sich und nicht zu beruhigen war, planlos umherirrte, ja sogar in den Rhein zu springen versuchte. Als die Mutter mit dem Nachtzug aus Mainz hierher zurückkehrte, fand sie ihre Tochter irrsinnig. Die Bedauernswerte wurde in die Heilanstalt zu Andernach verbracht. Die„St. Johanner Zeitung" berichtet, daß sich am vergangenen Donnerstag eine 64 jährige Braut und ein 75 jähriger Bräutigam vor dem Standesamte zu St. Johann die Hand zum ehelichen Bunde reichten. Als der Ermordung der kleinen Luise Krämer in Oberstein verdächtig, ist der Schlossergeselle Schindler verhaftet worden, der allein in einem einsamen Hause wohnt, an welchem das Mädchen auf dem Nachhauseweg von der Schule vorüberging. Der Tod des Kindes ist durch Zertrümmerung der Gehirnschale erfolgt, nachdem vorher an demselben ein noch anderes Verbrechen begangen worden war. Mit dem Luftschiffer Karl Sekurius stieg neulich Prinz Bernhard von Sachsen=Weimar vom Zoologischen Garten in Aachen auf. Nach zweistündiger Fahrt landeten beide ohne Unfall auf einer Wiese. Die Rede des Oberhofpredigers Kögel an der Gruft Friedrichs des Großen hatte folgenden Wortlaut: Hundert Jahre sind mit dem heutigen Tage verflossen, seit das große leuchtende Königsange brach, das über dem Wohle alter und neuer Provinzen rastlos gewacht, das in den Schlachten unseres Heeres siegreich geblitzt, das so oft ahnungsvoll dem Adler Preußens nachgeblickt hatte, wie er— über die Trümmer des zerfallenden Reiches hinweg— dem Sonnenglanze deutscher Einheit entgegenflog. Wo können wir in Gemeinschaft mit den Kaiserlichen Majestäten und den erlauchten Gliedern des Köuiglichen Hauses uns würdiger um das Gedächtnis des großen Hohenzollern scharen, wo ernster seinen Todestag begehen als an der Stätte, da sein Sarg steht? Ist dieser Sarg einst selbst für den feindlichen Eroberer der Gegenstand ehrfurchtsvollen Sinnens, abwägenden Betrachtens gewesen, wie viel mehr zieht er die Gedanken unseres Volkes an. Und haben in umwölkten Tagen Friedrich Wilhelm III. und Königin Louise, ehe sie mit ihrem Volk den Weg der Dornen und der Thränen gehen mußten, auf diesen Sarg den Kranz des Gelübdes niedergelegt, das Erbe ihrer Ahnen erwerben, bewahren, erweitern zu wollen: von der Höhe herab, auf der heute durch Gottes Gnade unser Land steht, sieht unseres Kaisers, unseres Volkes geschichtlich geschärfter Blick mit Staunen und Dank auf das granitene Fundament zurück, das in Fortsetzung der Arbeit des Großen Kurfürsten die beiden mächtigen Regenten gelegt haben, die in dieser Kirche miteinander ruhen, Vater und Sohn. Denn welche Vergleichungen auch der Nachblick zwischen den beiden erhabenen Gestalten angestellt und welche Verschiedenheit er entdeckt haben mag, das vulkanische Temperament des einen, des andern herbe Geschlossenheit, die Kunst, das Schwert zu schmieden bei dem einen, die Kunst das Schwert zu führen bei dem andern, dort kindlich froher Glaube, hier schwermutsvoller Zweifel: nicht wahr, das Auge der Pietät findet bei weitem mehr Züge der Uebereinstimmung, und die Geschichte hat es in Erz gegraben, daß dieser Vater seines großen Sohnes wert gewesen sei, wert dieser Sohn seines großen Vaters. Beide Männer eines imperium, das mit dem an die eigene Person gerichteten Imperativ„Du sollst" beginnt, beide Männer einer Kritik, die zunächst unerbittliche Selbstkritik übt, so haben beide in strenger Selbstverleugnung sich und ihr Volk in Zucht gehalten, haben zum Schutz von Herd und Heimat die Wehrkraft des Landes geübt und gestählt, und haben beide das:„Ich dien'“ dem preußischen Volke in die Wiege gelegt. Und so lange Unbestechlichkeit des Sinnes, Schlichtheit der Sitte, Ernst der Zucht, Freude an der Arbeit in unserem Volke wohnt und waltet, wird auch das Gedächtnis der beiden Monarchen unter uns in Ehren, wird ihr Vermächtnis unverloren sein.„Durch mich regieren die Könige und setzten die Ratsleute das Recht" — so bezeugt von sich in unserem Text die göttliche Weisheit. Durch Friedrich den Großen ist insonderheit Ein Wort uns vorbildlich vorgelebt worden, das die Berufsunterschiede von Hoch und Nieder innerlich ausgleicht, ein Wort, das der Willkür, Weichlichkeit und Selbstsucht entgegentritt, das das Leben ebenso verantwortlich wie lebenswert macht und das den Menschen erhebt zum Werkzeug für eine höhere Hand,— dies Wort heißt„Pflicht". Des Staates erster Diener zu sein, war des unvergeßlichen Königs Stellung und Stolz.„Daß ich lebe, ist nicht notwendig,“ meinte er,„wohl aber notwendig, daß ich thätig bin.“ In diesem Sinne hat er sich auf sein Volk verstanden und sein Volk auf ihn. In Bild und Lied und Sprichwort ist er der Unsere geblieben, der Unsere in dem ganzen preußischen Gefüge, das er zu prägen verstand. So steht er drüben in der Reichshauptstadt vor dem Palais des Kaisers und grüßt uns als ein Vertrauter. Bei aller Unnahbarkeit, die ihn umgab, lag das Geheimnis seiner Volkstümlichkeit darin, daß er nicht glänzen wollte, sondern nützen, nicht genießen, sondern schaffen, nicht befehlen, ohne im Dienen voranzugehen. In Arbeit, in Entbehrung und Gefahr, wie oft hat er sein Leben eingesetzt und immer das hohe Vorrecht, König zu sein, mit seiner Person bezahlt. In hohem Selbstgefühl, doch ohne Ueberhebung, wußte er in entscheidenden Augenblicken Preußens Existenz an die seine gekettet. Gemeinsam siegen oder gemeinsam untergehen! Diese karge, von Natur schwerfällige Scholle brandenburgisch=preußischen Landes— mit dem Funken seines Genies verstand er sie zu erwecken, zu bewegen, und ein Volk, zäh und treu wie sein König, folgte ihm gern und betete für ihn, wie noch heute die Worte des Kirchengebetes lauten, um„Königliche Gedanken, starken Arm, tapferen Mut.“ Oft wie erdrückt von dem Gefühl seines Alleinstehens trug er in sich ein Herz voll Milde und Menschlichkeit. Dafür bürgt aus den letzten Wochen seines Lebens ein Wort:„Kein größeres Vergnügen für mich, als wenn ich einem Unterthanen ein Haus kann bauen lassen.“ Dafür bürgt der Schluß seines Testaments:„Meine letzten Wünsche im Augenblick meines Scheidens werden dem Glück meines Reiches gelten!“ Festgenossen! Angesichts der Gruft— wer wagt es, den großen Toten zu meistern? Und wiederum, innerhalb des Gotteshauses— wer will sich unterwinden, ein Menschenkind zu vergöttern? An solcher Stätte und an solchem Tage ruft der Prophet vernehmlich: alles Fleisch ist Heu und alle seine Güte wie eine Blume auf dem Felde. Die Zeiten verändern sich, die Menschen wechseln, aber der Wille des Herrn bleibt derselbe in den Schwankungen, er bleibt ewiglich. Welche Gegensätze, mit denen das Zeitalter Friedrichs des Großen sich wob, um nicht zu sagen, sich bekämpfte. An der Spitze ein König, der französisch sprach und deutsch dachte, indes durch das erhabene Thor der Messiade die deutsche Litteratur ihren Einzug wieder hielt; ringsum die Versuche, an Stelle der Verklärung Christi die Aufklärung zu etzen und Verträglichkeit und Gleichgültigkeit zu verwechseln, während im selben Jahrhundert auf den Tönen der Bachschen Passionsmusik der alte Glaube sich in neuem Glanze offenbarte. Wenn er, dessen Namen wir heute feiern, am Abend der Schlacht von Leuthen bewegten Herzens seine Grenadiere„Nun danket alle Gott“ anstimmen hört und über die lodernden Wachtfeuer hinüber der Choral zum mächtigen Himmel sich schwingt, von dort neue Siege herabzuführen, wenn er in Drangsalen und Gefahren seinen Joachim von Zieten tröstend den Finger nach oben weisen sieht, hinauf zu dem großen Alliierten, der auch heute noch Wunder thun könne, und wenn er am Ende seiner Regierung klagte, daß sein Volk nicht mehr so glaubensstark sei wie ehedem, sieht man auch durch dies Heldenleben ist das Bewußtsein gezogen:„Allein Gott in der Höh' sei Ehr'!“ Zwei Könige sind im Laufe der Zeit in den Räumen des Schlosses Sanssouci geschieden. Der eine, dessen Leben fast bis zum letzten Atemzuge thätig sein durfte, der andere mit einer in den letzten Jahren schmerzlich gebrochenen Kraft, der eine mit dem Stempel des Willens und der Heldenkraft, der andere mit dem Adel des Gemüts und der Phantasie, der eine mit philosophischen Zweifeln sich quälend, religiös suchend, der andere ein Beter, ein Bekenner zu dem, dessen Name über alle Namen ist, zu dem hochgelobten Namen unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi.„Durch mich regieren die Könige," so wiederholt die göttliche Weisheit. Und fürwahr, göttliche Weisheit ist es, die in der Art und Aufeinanderfolge unserer Könige, im Zuammenklang der Könige mit ihrem Volke unsere Bahnen lenkte, unsere Geschicke regierte und uns Aufgaben stellte, im Herzen Europas doppelt wichtig und doppelt schwer, göttliche Weisheit ist es, die bald zu zögern schien, bald weiter schritt, bald uns harten Proben unterwarf und bald uns mit Segen überschüttete, und die, ob sie uns demütigte, ob sie uns ermutigte, immer erzog. Ja, der Herr ist nun und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Amen. Garten= und Landwirtschaft. Um dem Hitzschlag vorzubeugen, dürfte es angesichts der augenblicklich herrschenden sehr heißen Temperaturverhältnisse angezeigt erscheinen, Ausflügler, wie überhaupt alle diejenigen, welche während der Sonnenglut viel unterwegs sein müssen, auf ein Erfrischungsmittel hinzuweisen, welches sich als außerordentlich schützend erweist und neben seiner Wirksamkeit auch noch den nicht zu unterschätzenden Vorzug größter Billigkeit besitzt, so daß es von jedermann angeschafft und in einem kleinen Fläschchen mitgeführt werden kann. Es ist dies aus Zitronen gepreßter Saft. Wenige Tropfen, die man, sofern man eben kein Wasser zur Hand hat, auf die Zunge träufelt, genügen vollkommen, um die durch die Hitze erschlafften Lebensgeister wieder zu beleben und so der Gefahr eines Hitzschlages wirksam zu begegnen. Die bekannte Flüssigkeit ist, wie gesagt, billig und leicht herzustellen. Vermischtes. * In Gera hat nach einer Notiz der „Dorfztg.“ der Stadtrat dem Fleischermeister Raithel das Schlachten des Viehes nach jüdischem Ritus,„Schächten“ genannt, als Tierquälerei bei 150 M. Strafe untersagt. * Ein Brauer in Sömmerda, dem öfter Geld aus seinem Pult gestohlen wurde, legte, um den Dieb zu ermitteln, in dasselbe einen blinden Selbstschuß, der sich beim Oeffnen des Pultes entladen mußte. Wer ging aber auf diese Leimrute? Sein Kompagnon, welcher dafür nun 6 Monate abzusitzen hat * Ein Kalb, welches gleich nach der Geburt 110 Pfund wog, hat eine Kuh in Brinkenau geworfen. * In Kaufbeuren stieß sich der Schriftsetzer Fröhlich beim Baden einen Splitter in den Fuß und starb am Starrkrampf. * Nach dem Mittagsmahle erkrankten unter Vergiftungssymptomen in einer Bürgersfamilie zu Tepl die Großmutter, ferner die Mutter mit fünf Kindern, sowie deren 50jähriger Schwager. Letzterer starb. Die Großmutter schwebt in Lebensgefahr. Die übrigen Personen sind schwer krank, dürften aber gerettet werden. Die ärztliche Kommission konstatierte eine Arsenikvergiftung. Als mutmaßlicher Attentäter wurde der 81jährige Großvater verhaftet welcher mit den Familienangehörigen in steter Zwietracht lebte. * Ein grauenhafter Mord wurde im Georgenberger Walde bei Tarnowitz an der Näherin Marie Prokora verübt. Frauen, die im Walde Preißelbeeren suchten, fanden die Leiche derselben gräßlich entstellt, mit herausgerissenen Augen, welche in einer Schürze eingewickelt neben dem Körper lagen. Nach dem Mörder sucht man vergebens. * Bei einem heftigen Sturm auf dem Haff ist ein mit 5 Personen besetztes Fischerboot gekentert, und alle Insassen sind ertrunken. Drei andere stark bemannte Fischerboote wurden verschlagen und mußten die ganze Nacht hindurch verzweifelt mit dem aufgeregten Element kämpfen, bis es ihnen am Morgen gelang, das Ufer zu gewinnen. * In Sed an sollte vor kurzem ein Luftballon aufsteigen. Ein zahlreiches Publikum war anwesend, allein im letzten Augenblick erklärte der Aeronaut, er müsse den Aufstieg verschieben, denn ihn quäle schrecklicher Zahnschmerz, der ihm fast die Besinnung raube. Da drängte sich ein Mann aus der Menge hervor und sagte:„Ich bin Zahnarzt und habe mein Etui in der Tasche. Nehmen Sie mich mit, und ich verspreche Ihnen, wenn der Schmerz nicht nachläßt, den Zahn auszuziehen.“ Zwei Stunden später landete der Ballon, und der Luftschiffer erzählte freudestrahlend, der Zahnarzt habe ihm in einer Höhe von zweitausend Metern mit großer Geschicklichkeit den Zahn ausgezogen. * In Prag sind mehrere Strolche verhaftet worden, welche den Plan gefaßt hatten, einen dortigen älteren Arzt, zu welchem sie sich unter dem Vorwande einer Beratung einschlichen, zu ermorden. Der Plan wurde noch rechtzeitig von einem Veteiligten verraten. * Nach einer Meldung aus Ssaratoff (Rußland) ist der Wolgadampfer„Vera" während der Fahrt in der Nähe des Dorfes Rownoe ein Raub der Flammen geworden. Die„Vera“, war mit zahlreichen Passagieren von Astrachan abgegangen und befand sich stromaufwärts in Fahrt. Als Donnerstagabend die Lampen angezündet waren, wurde ein Steward gewahr, daß in der Kajüte 1. Klasse eine Hängelampe umgefallen sei und die Kajüte in Brand gesetzt habe. Der Mann versuchte die Flammen mit Wasser zu löschen; diese Bemühnngen blieben ebenso erfolglos, wie die Versuche eines Matrosen, das Feuer durch Teppiche zu ersticken. Beide schlugen Feuerlärm, und die meist zur Ruhe gegangenen Passagiere stürzten nun in wilder Panik aufs Deck. Einer sprang sofort über Bord, andere folgten, während der Kapitän den Dampfer mit voller Kraft aufs Ufer zulaufen ließ. Immer mehr Passagiere sprangen aber über Bord, da die Flammen bei scharfem Winde bereits das Vorderdeck ergriffen hatten. Schließlich blieb beim Auflaufen des Schiffes auf das Ufer der Bug im Sande stecken, während das Hinterteil im tiefen Wasser blieb, von wo aus allein die Rettung bewirkt werden konnte. Viele der ins Wasser Gesprungenen ertranken erst dadurch, daß sie von den vom Schiffe herabgeworfenen Tischen, Stühlen rc., an denen sie sich festhalten sollten, verletzt wurden, sowie dadurch, daß die Räder des Schiffes, weil die Maschine am Ufer nicht sofort gestoppt war, das Wasser in heftiger Bewegung hielten. Obgleich alle mögliche Hilfe geleistet wurde, ist doch die Mehrzahl der Passagiere umgekommen. Man schätzt die Zahl der Umgekommenen auf 200 Personen. * Obwohl Batum der wichtigste Exporthafen an der Ostküste des Schwarzen Meeres und die Hauptstation der Handelsroute nach Persien gewerden ist, herrscht dort eine solche Geldknappheit, daß der Zinssatz für Darlehen irgend welcher Art diese große Stadt zu einem Paradies für Wucherer macht. 12% bis 18% wird als ein sehr mäßiger Zinssatz betrachtet, die Regel ist 24%. * Der Kaiser von Rußland hat durch die russische Botschaft dem Institut Pasteur in Paris 100.000 Frks. überweisen lassen. * Vor der Cholera in Süditalien sollen sich ungefähr 12,000 Personen nach Neapel geflüchtet haben. * Die Waldbrände im Staate Wisconsin (Amerika) dauern noch immer fort Der Wert des zerstörten Holzes wird auf über eine Million Dollar geschätzt * In der Stadt Teby im Staate New=York streikten kürzlich 15,000 Frauen und Mädchen volle zwei Monate aus reinem Uebermut, da ihr Verdienst ein recht guter war. Sie erreichten aber nichts als ihren Lohnverlust. * So oder so. Herr: Weshalb bin ich eine Steuerstufe in die Höhe gekommen?— Steuerbeamter: Wer mit seiner ganzen Familie ins Bad reisen kann— Herr: Ist uns gar nicht eingefallen, wir sind den ganzen Sommer zu Haus geblieben.— Beamter: Nun also! Wo Sie so viel Geld erspart haben! Litterarisches. Illustriertes Gesundheits-Lexikon. Ein populäres Handbuch für jedermann, bearbeitet von Dr. med. Joseph Ruff. Verlag von R. Schultz & Comp. in Straßburg.— Das Werk, welches in 20 vierzehntägigen Lieferungen à 40 4 erscheinen soll, wird sich bald in weiten Kreisen Leser und Freunde erwerben Uebersichtlich alphabetisch geordnet, gibt es in leicht faßlicher Darstellung eine Beschreibung des menschlichen Körpers, eine vollständige Gesundheitslehre und verständliche Ratschläge für die körperlichen Leiden. Besondere Berücksichtigung hat dabei gefunden die Anleitung zur Krankenpflege in der Familie, sowie namentlich auch die Unterweisung zu den von Laien ausführbaren chirurgischen Hilfeleistungen, leichten Operationen, Anlegen von Verbänden, Bandagen 2c. 2c., was hauptsächlich durch die dem Werke beigegebenen vielen Abbildungen anschaulich gemacht wird, und unterscheidet sich das Werk hierdurch ganz besonders von anderen Unternehmungen dieser Art. Die Ausstattung ist eine in jeder Beziehung gediegene, der Preis, namentlich mit Rücksicht auf die zahlreichen Illustrationen, außerordentlich billig. (Elsaß.Lothringische Zeitung Nr. 61.) Braunschweig=Hannoversche Hypothekenbank 4 pZt. Pfandbriefe Serie II., III., V. u. VIll. Die nachste Ziehung findet im September statt. Gegen den Kursverlust von ca. 2 pZt. bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 5 Pf. pro 100 Mark. Deutsches Familienbuch. Alle 14 Tage„—„„ Alle 14 Tage ein heft von 24 Seiten 55. Jahrgang(1887). ein heft von 24 Leiten größt Tolio. größt Folio. Mehr als ein Dritteljahrhundert hat sich jetzt die„Illustrierte Welt“ einen Ehrenplatz unter den deutschen Zeitschriften behauptet und der eben beginnende fünfunddreißigste Jahrgang verspricht alle seine Vorgänger zu übertreffen. Aus dem reichen Inhalt des ersten Heftes ragen vor allem zwei große spannend geschriebene Romane:„Der Oberförster von Margrabowo“ von Adolf Streckfuß und„Nummer 97“ von A. Duroy=Warnatz hervor, denen sich eine reizende Novelle „Miska, der Husar“ von George May anschließt, sowie eine ganze Reihe größerer und kleiner Artikel unterhaltender und belehrender Art aus allen Gebieten des Lebens, der Haushaltung, Gewerbe, Technik, ferner eine Arbeitsschule für Mädchen, Spiele für Knaben, endlich Rezepte, Schach, Rätsel u. s. w. Eine größe Zahl prächtiger Illustrationen ziert das Heft, ja sogar eine herrliche, farbige Kunstbeilage ist dem ersten Heft beigegeben. Trotz dieser Fülle des Gebotenen kostet die„Illustrierte Weli“ nur 30 Pfennig pro (also wöchentlich eine Ausgabe von bloß 15 Pfennig) ein Preis, wie er in Rücksicht auf Reichhaltigkeit des textlichen und illustrativen Inhalts wohl einzig dasteht. Abonnements nehmen alle Buchhandlungen, in Schwerte die Buchhandlung von Carl Braus, Journal=Expeditionen und Postanstalten zu jeder Zeit entgegen. Im Verlage von Julius Joost in Langenberg und Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen, in Schwerte durch die Buchhandlung von Carl Braus, zu beziehen: Ei Freud on Leid. Plattdeutsche Gedichte in niederbergischer Mundart von C. Schmachtenberg. 15 Bogen in eleganter Ausstattung. Preis gebunden Mk. 4,50. Deutsches Hausfranenbuch. Anleitung zur selbständigen Führung der Haushaltung in zwei Teilen. 1. Teil: Hausfrauenbuch, 2. Teil: Kochbuch, von Eugenie Tafel. Das Buch, 34½ Bogen stark, in vorzüglicher Ausstattung, kostet brosch. nur 3 M., eleg. geb. 4 M. Der erste Teil verbreitet sich in 22 Kapiteln über die Thätigkeit der Hausfrau im allgemeinen. Der Abschnitt: Aufbewahrung und Konservierung von Vorräten 2c. dürfte durch Verwertung vieler praktischen Erfindungen manches Neue bieten. Auch der Abschnitt: Die Gäste des Hauses und Vorbereitung zu Gesellschaften enthält, insbesondere für junge Hausfrauen, manchen schätzenswerten Wink. Der zweite Teil bringt in knappster und deutlichster Darstellung über 2000 selbstgeprüfte, zuverlässige Rezepte. „Ebängeline von Longfellow. Aus dem Englischen übersetzt von W. von Voigt. Preis broschiert 1 Mt., elegant gebunden 1,50 Ml. Schrankspitzen ewpfiehlt Carl Braus. Unserm Freunde Friedrich Schneider zu seinem am 29. d. M. stattfindenden Geburtstagsfeste die herzlichsten Glückwünsche! Fritz, wän Du us gist en Fiätken Bäler, Mak vi Di ok vil Plasckier. Meinste ne Fritz? Frachtbriefe, rote u. weiße empfiehlt Carl Braus. Unserm Freunde Carl Köppelmann zu seinem am 23. d. M. stattfindenden Geburtstagsfeste ein herzliches Willkommen! Wir reichen Dir mit Lieb die Hand An Deinem Geburtstagsfeste, Und lieben Dich zu jeder Stund, Wenn Du sorgst fürs Allerbeste. Deine Freunde. Jrungeees„ Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Schwerte, Band IX, Blatt 730, auf den Namen des Sensfabrikanten Wilhelm Hegelich hierselbst eingetragenen Grundstücke 884 885 Flur VII, No. 102, 103 104; der Steuergemeinde Schwerte, am 19. Oktober 1886, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer No. 3, versteigert werden. Die Grundstücke sind mit 8 6/100 Thlr. Reinertrag und einer Fläche von 0,1066 Hektar zur Grundsteuer, mit 280 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei II eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging, ins besondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzu melden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in bezug auf den Anspruch an die Stelle der Grundstücke tritt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 20. Oktober 1886, vormittags 9 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Schwerte, den 11. August 1886. 588888888889808880080 0 Nächste Ziehung am 7., 8. u. 9. September d. J. O AustellungsLotterie WVeimar 1886 arei# 18.000 I.w.v. 550,000 Mark kommen noch zur Verlosung, darunter Hauptgewinne i. W. v. 60,000, 40,000, 20,000, 3 à 10,000, 3 à 5000, 6 à 3000, 6 à 2000, 25 à 1000, 60 à 500 Mark u. s w. 0 0 0 0 Kauf-Lose à 2½ Mark, 0 Voll-Lose, gültig für alle Ziehungen, 0 à 5 Mark, 0 versendet und stellt noch Verkäufer unter 0) günstigen Bedingungen an ∆ Der Vorstand der Ständigen Ausstellung In O Weimar. 0 Lose sind auch in der Exped. d. Bl. zu haben.() Gratulationskarten, neue Muster, empfiehlt Carl Braus. Standesamt Aplerbeck. Anmeldungen vom 25. Juli bis 14. August 1886. Geburten: Ein Sohn: Fabrikarb. W. Schenk, Berghofen. Bergm. H. Dirkschneider, Sölderholz. Bergm. W. Andreas, Aplerbeck. Fabrikarb. H. Herkelmann, Berghofermark. Bergm. I. Winter, Holzwickede. Bergm. H. Huth, Berghofen. Bergm. H. Göcke, Berghofen. Kanonier H. Schwerte, z. Z. in Hagenau. Maschinist C. Hönke, Aplerdeck. Landw. F. Wiethaus, Aplerbeck. Bergm. A. Sommer, Schüren. Fabrikarb. W. Gabel, Berghofen. Bergm. C. Mewißen, Aplerbeck. Fabrikarb. W. Humbeck, Aplerdeck(Zwillinge), Bergm. Adrian, Berghofen. Wirt W. Herdickerhoff, Aplerbeck. Bergm. C. Habermann, Hengsen. Bahnarb. F. Ridder, Holzwickede. Bergm. F. Droste, Sölde. Wirt D. Sassenberg, Aplerbeck. Bergm. W. Veith, Holzwickede. Fabrikarb. C. Lueg, Berghofermark.— 1 uneheliche Geburt.— Eine Tochter: Schuhmacher W. Düdder, Hengsen. Bäcker H. Buicker, Opherdicke. Bergm. H. Kockskemper, Schüren. Bergm. H. Kersting, Aplerbeckermark. Bergm. W. Herkelmann, Sölderholz. Fabrikarb. C. Müller, Aplerbeckermark. Schmied W. Dulle, Holzwickede. Bergm. E. Uebbing, Aplerbeckermark. Bergm. F. Stoffer, Erlenbach. Bergm. H. Herzberg, Schüren. Bergm. H. Dünges, Sölde. Bergm. F. Hoffmann, Aplerbeck. Fabrikarb. F. Kumpfert, Schüren. Vollziehungsbeamter Steinkuhl, Aplerbeck. Rangiermstr. L. Brandenburg, Aplerdeck. Sattlermstr. F. Bangert, Aplerbeck. Bergm. F. Kleine, Berghofermark. Anstreichermstr. B. Lechtleitner, Schüren. Bergm. F. Stuckmann, Berghofen. Bergm. W. Schwerte, Avlerbeck. Bergm. C. Milk, Sölde. Bergm. C. Doersing, Sölderholz. Maschinenw. J. Nolte, Holzwickede. Bergm. F. Bals, Hengsen. Bergm. W. Brünger, Sölde. Gergm. C. Buicker, Sölde. Aufgebote: Elfriede Kümper und Bergm. W. Brauckhoff, Sommerberg und Aplerbeck. Sophie Döring und Bergm. E. Pfingsten gent. Stratmeier, Berghofermark und Aplerbeck. Wwe. Fabrikarb. C. Müller und Metzger H Nottelmann, Sölde und Aplerbeck. Johannette Höhn und Stationsassistent A. Temnitz, Diez und Holzwickede. Emilie Ebbinghaus und Bergm. H. Göckmann, Sölde und Aplerbeck. Karoline Usselmann und Bergm. W. Brabender, Aplerbeck. Eheschließungen: Fabrikarb. C. Drewe und Karoline Bäcker, Berghofen. Bergm. W. Horstmeier u. Katharina Taubert, Sölde. Schuhmachermeister W. Kersting und Lisette Potthoff. Aplerbeck. Schreiner H. Viebahn und Emma Maßmann, Unna und Berghofen. Bergm. P. Bräll und Sophie Voß, Aplerdeck. Kanonier H. Schwerte und Wilhelmine Wiesemeier, Aplerbeck und Berghofen. Hilfsbr. C. Krafthöfer und Wwe. H. Krafthöfer, Holzwickede. Sterbefälle; Berginv. D. König, Sölde, 58 J. 7 M. 12 T. Fabrikarb. H. Kesselmeier, Aplerbeckermark, 36 J. 1 M. C. Hiddemann, Aplerbeckermark, 4 M. Bergind. F. Steinweg, Landskrone, 80 J. 4 M. 15 T. F. Doert, Sölderholz, 4 J. 7 M. 15 T. Bergm. F. W. Boeck, Berghofen, 45 J. 3 M 6 T. W. Bernhäuser, Aplerbeck, 2 J. 8 M. Mathilde Hardieck, Holzwickede, 24 T. Sohn des Bergm. H. Adrian, Berghofen, 23 Stunden. Berginv. C. Höttemann, Hengsen, 69 J. 5 M. Karoline Dünges, Sölde, 1 J. 6 M. 14 T. Sophie Maria Glingener, Aplerbeck, 6 M. 2 T. Bergm. H. Bitter, Aplerdeck, 19 J. 5 M. 18 T. Anna Schulte, Berghofen, 5 M. 2 T. C. Westermann, Opherdicke, 11 J. 5 M. 4 T. Emma Kleff, Aplerbeckermark, 2 M. Wilhelmine Gehse, Aplerbeck, 2 M. 13. T. Helene Jungermann, Sölde, 10 M. 28 T. Carl Buchholz, Schüren, 4 M. 21 T, Wichtig für deutsche Damen! Keine schlechtsitzenden Kleider mehr! Die Gesellschaft für wissenschaftliche Zuschneidekunst, Berlin W., Leipziger Straße 114, lehrt unter Garantie jeder Dame in einigen leichten Lektionen das Zuschneiden nach Maß jedes Kleidungsstückes, welches von Damen oder Kindern getragen wird, so daß es in vollendeter Weise sitzt. Keine Vorkenntnisse im Zuschneiden oder Kleidermachen sind erforderlich. Jede Dame empfängt ihren Unterricht besonders, da nicht ganze Klassen von Schülerinnen zusammen unterrichtet werden. Hierdurch werden die Damen in den Stand gesetzt, zu der ihnen am passendsten erscheinenden Zeit zwischen 9½ Uhr vormittags bis 6 Uhr abends wochentäglich zu kommen und zu gehen. Diplomierte Lehrerinnen können von der Gesellschaft auf Wunsch in Privathäuser gesandt werden, um daselbst Damen in unserem System auszubilden — ebenso aufs Land oder nach Provinzialstädten, in denen noch keine Agenturen errichtet sind, in denen aber mehrere Damen eine Klasse bilden wollen. Auch stellen wir unseren sämtlichen Schülerinnen Zeugnisse der Reife aus, sobald sie sich das Pensum vollständig angeeignet haben. Ein Zirkular mit voller Beschreibung wird franko und gratis an jede Adresse versandt. Die Bedingungen sind folgende: Unterricht in den Lehrsälen der Gesellschaft bis zur vollständigen Beherrschung des Systems der wissenschaftlichen Zuschneidekunst einschließlich des Empfanges eines kompletten Satzes von Instrumenten 20 M Privat=Unterricht in der Wohnung der Schülerinnen oder brieflicher Unterricht bis zur Reife in der wissenschaftlichen Zuschneidekunst einschließlich des Empfanges eines kompletten Satzes von Instrumenten..... g.. 40 Für Damen, welche Klassen von 4 oder mehr Schülerinnen bilden, trur eine Preisermaßigung ein. Damen werden in jeder Stadt verlangt, um als Lehrerinnen unseres Systems zu fungieren. Damen, welche Agenturen in Provinzialstädten zu übernehmen wünschen, können bei Anfrage unter der Bezeichnung„Agentur“ nähere Einzelheiten franko und gratis erfahren. Ich bin bis zum 10. Sepibr. verreist. Zahnarzt Lindwurm, Dortmund. F. 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Die heutige Getreidebörse war gut besucht. Die Stimmung war eine feste, doch fanden keine der nicht unbedeutender### Nachfrage entsprechenden Umsätz statt, da passende Angebote fehlten Notierungen: Weizen, westf., 17,75—18,50, do. fremder K 18.50 bis 19,75, Roggen, westf., K 14,75 b's 15,75, do. fremder K 14 bis 16.25, Hafer K 13,75—15,50 Weizenvorschuß K 23,00—25,75, Roggenvorschuß K 20,50—21,50. Alles per 100 Kilo loko hier. W. Ruthemeyer& Söhne. Egeln, Prov Sachsen, 20. Aug. 1886. In den letzten Tagen war das Wetter außerordentlich schön und beständig. Gerste wird schon vielfach gedroschen, und beginnt das Angebot nach und nach stärker zu werden. Käufer zeigen sich aber noch sehr reserviert, und wurden größere Umsätze nicht bekannt. Nur einige Pöstchen ffeine belle Chevaliergerste wurden gehandelt und wahrscheinlich für den Export bestimmt. Nachfrage in Weizen sehr stark, jedoch noch nicht angeboten, mit dem Einfahren der Erbsen ist man ebenfalls beschäftigt. Größte, verbreitetste deutsche Monatsschrift, alle Gebiete umfassend.- Musterhafte Gediegenheit und äußerst amüsanter Inhalt durch Mitarbeiter ersten Ranges verbürgt.— Illustrationen nach Zahl und Wert ersten Ranges. Viele Kunstblätter. Wertvolle Extrabeilagen. Alles in Allem: Bestes Platt für jede Familie. Nur 1 Mark jedes Heft. Wegen hoher Auflage bestes Insertionsmittel.— Jetzt besonders zu beachten: Ein grandloses Panorama:„Berlin im 90. Lebensjahre Kalser Wilhelms:“ Zu beziehen durch die Buchhandlung von Carl Braus, Schwerte. "* stärkster flüssiger Fischleim, London à Flak. 25 Pf., vorrätig bei Carl Braus, Schwerte. Wechsel= und Geld=Kurse. von der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 20. August 1886. Kurse in Reichsmk. Amsterdam Briefe. Geld. Paris Srar=Verkäuf „am Eickhofe“ Samstag, 28. August, 4 Uhr nachmittags. Freih, von Liliens R. Aniversar=Kitt für Glas, Porzellan u. s. w., à Fl. 30 Pfg., empfiehlt Carl Braus. 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