und nent Sci „„„* Kurricher unzeiger für verbunden Tchwerter=Teitung Abonnements=Preis pro Quartal 1 Mark 50 Pfg. (Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Wöchentlich eine Gratisbeilage„Familienfreund.“ den Landkreis Dortmund, mit der Kpirrerurt Vritung ** S Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg. außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.; Reklamen 30 Pfg. Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Del ded Dortmund, Schwerte und Aplerbeck, Donnerstag 5. August 1886. 19. Jahrgang. K — Die Gasteiner Kaiserzusammenkunft. Wie seit einer langen Reihe von Jahren alljährlich, so findet auch in diesem Jahre anläßlich des Aufenthalts des Kaisers Wilhelm auf österreichischem Boden eine Begegnung Allerhöchstdesselben mit dem Kaiser von Oesterreich=Ungarn statt, welcher am Samstag seinen hohen Verbündeten in Gastein besuchen wird; die Kaiserin Elisabeth, welche die Kur in Gastein gebraucht, ist schon am vergangenen Samstag daselbst eingetroffen. Die beiden Kaiser werden diesmal von ihren leitenden Ministern begleitet sein: Fürst Bismarck hat sich am Montag nach Gastein begeben, und Graf Kalnoky wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit seinem Monarchen zugleich in dem Wildbade anlangen. Die Aufmerksamkeit der politischen Welt richtet sich auf die Kaiserbegegnung gegenwärtig umsomehr, als ihr die Begegnung der leitenden Staatsmänner von Deutschland und Oesterreich= Ungarn in Kissingen vorausgegangen ist und als die Presse aller Länder seit Wochen über die Beziehungen der europäischen Mächte zueinander die mannigfachsten Erörterungen gebracht hat, welche nicht immer gerade einen beruhigenden Charakter trugen. Es hat selbst bis in die letzten Tage nicht an Zeitungsstimmen gefehlt, welche die Lage düster darstellten und Gewitterwolken entdecken wollten. Umsomehr dürfte nunmehr die Thatsache der Zweikaiserzusammenkunft doch auch auf die erregteste Phantasie und auch auf mißtrauische Gemüter ihren beruhigenden Einfluß nicht verfehlen. Die Begegnung der beiden Monarchen ist eine Gewähr des Friedens und verkündet aller Welt, daß der Friedensbund noch feststeht. Nicht zu übersehen ist dabei, daß ein Mitglied der kaiserlich österreichisch=ungarischen Herrscherfamilie sich zu gleicher Zeit als Gast an dem Hofe des Zaren in Peterhof befindet. Diese Thatsachen reden eine genügend deutliche Sprache von den wirklichen Beziehungen der drei Kaisermächte. In monarchischen Staaten, wie Deutschland, Oesterreich=Ungarn und Rußland, sind diese persönlichen Beziehungen von bedeutendem politischen Gewicht, umsomehr, wenn wir sehen, daß dieselben den Charakter der Dauer und Stetigkeit tragen. Anders ist es mit den parlamentarisch regierten Staaten: hier bringen sich bald diese, bald jene Einflüsse in dem gesamten Wirken des Staates nach Außen hin zur Geltung, und damit fallen diese Staaten auch aus dem Bereich sicherer Berechnungen bezüglich ihrer Beziehungen zu anderen Mächten. Die gegenwärtige Kaiserzusammenkunft in Gastein in Verbindung mit dem Besuche des Erzherzogs Karl Ludwig am Hofe des Zaren und der Besuch des Grafen Kalnoky bei dem Fürsten Bismarck in Kissingen zeigen der Welt von neuem, daß die drei Monarchieen immer noch der bleibende Pol in der Erscheinungen Flucht sind, der Erscheinungen, welche von Parteien und Zeitungen, von Phantasieen und Interessen ins Leben zu rufen versucht werden. Dieser Federkrieg mag ab und zu speziellen Zwecken dienen, aber die hier offenbar werdenden Schwankungen treten vollständig in den Hintergrund gegenüber dem Wunsche des Friedens, wie er sich in dem freundschaftlichen Verkehr der höchsten Spitzen ausdrückt. Die Gasteiner Zusammenkunft ist eine Frucht des friedlichen und freundschaftlichen Verhältnisses der beiden Monarchen und ihrer Staaten, und sie dient zugleich dem Zweck des allgemeinen Friedens. Neues Westfalenlied. Aus„Franz Essink“, von Dr. H. Landois. Mel.:„Strömt herbei ihr Völkerscharen“ 2c. Staoh es stramm, mien Land Westfaolen, Treck den rauden Koller an! Grön den Dolmann will ick maolen Sülwerström' äs Tressen dran! Tüsken Eiken stur und mächtig, Roggen, Waite, Giärst' und Flass, Wuehnt en Menskenshlag so däftig, De kennt Arbeid un auk Spaß. Süh de haugen Schuortsteen!) qualmen, Baoll' an'n Hiemmel reekt se b'ran Dat sind de Westfäölsken Palmen, Ehre Frucht kennt Jiedermann: Aohne Piärde läöp de Wagen, Alle Welt kriegg hier en Schupp, Fortschritt— dat wiett't alle Blagen— Dankt de Welt den Gußstaohl=Krupp. In den Grund dao sitt dat Isen?), Kuohlen füör de ganze Welt, Auk dat Vehs) iss naotepriesen, Wenn et sik üm Schwiene häölt. Denn de Mettworst, wenn recht drüge, Schick wie wiet weg üöwer'n Rhien, Usse Schinken ist jä Tüge, Dat wie tücht't dat beste Schwien. Usse Wichter") kannst du luowen, Alle sino se wall und drall, Sitt't nich tömigs) achtern'n Uowen, Melkt de Köh' in Kamp un Stall. Ehr tom Luowes) mott man't seggen, Rausenbacken, gleinig Haor, Könnt daobi de Kauten?) weggen, Sökke Wichter sind süss raor. Sall ick von Westfaolen praohlen, De berühmt in alle Welt? Kiek die an den Bärnd von Gaolens), Dann Frans Essink, Mönsters Held! Hamann?), den verflixten Haiden, Wass äs Magus wiß kien Twiärg 10), Schniederwippup!!) Jan von Leyden12), Högger hong äs Fürstenbjärg 13). Häörst du den Westfaolen küren, Dat klingt vuller äs Musik, Platt dat döht to Hiärten türen Biätter äs französk Gequik' Well kann„Meniken, Schinken seggen? Wenn wi sinkt: hallt Feld und Waold, Schiewen!“) rappelnd, häörst sik weggen: Up de Spraoke sin wie stolt. 6 1) Schornsteine, 2) Eisen. 3) Vieh. 4) Mädchen. 5) säumig, träge. 6) Lobe. 7) Knochen. 8) Bernard von Galen, der streitbare Fürstbischof. 9) Hamann, der Philosoph, mit dem Beinamen „Magus des Nordens“. 10) Zwerg. 11) Schneider. 12) Jan von Leyden, der König der Wiedertäufer. 13) Fürstenbeig, der Begründer der katholischen Akademie in Münster. 14) Fensterscheiben. Deutsches Kaiser Wilhelm wird voraussichtlich am 10. d. M. seine Kur in Gastein beenden und am Nachmittage dieses Tages die Rückreise in die Heimat antreten. Am 12. d, vormittags dürfte der Monarch in Schloß Babelsberg eintreffen und daselbst für die nächste Zeit Wohnung nehmen. Kaiser Franz Joseph trifft mit dem Grafen Kalnoky am 8 August in Gastein ein. Am Dienstag empfing der Kaiser den Fürsten Bismarck. Der deutsche Kronprinz ist Montagvormittag mit seiner Tochter, der Prinzessin Viktoria, in Bayreuth eingetroffen und mit stürmischen Hochrufen empfangen. Die Herrschaften fuhren sofort nach der Ankunft in das königliche Schloß, bis zu welchem die Kriegervereine Spalier bildeten. Abends reiste der Kronprinz nach Heidelberg weiter zur Beiwohnung der Jubiläumsfeierlichkeiten, wo er Dienstag früh vom Großherzog und den Spitzen der Behörden empfangen wurde. Zur Eröffnung der Jubiläumsfeier fand in der Heiligengeistkirche ein Festgottesdienst im Beisein der Fürstlichkeiten und Deputationen statt, an welchen sich ein Festakt in der Universitätsaula anschloß. Der Großherzog von Baden, und auch der deutsche Kronprinz hielten Ansprachen. Die Enkelin unseres Kaisers, die Erbprinzessin Charlotte von Sachsen=Meiningen, hat mit einem norwegischen Dampfer eine Reise nach dem Nordkap gemacht und von dort aus sich zum Besuche ihrer Kousine, der Kronprinzessin von Schweden, begeben. Sie reiste unter fremdem Namen, und wurde ihr Rang und Stand erst bekannt, als sie das Schiff verlassen hatte. Der Reichskanzler wurde am Sonntag in München bei dem dreimaligen Besuch des Prinzregenten jedesmal mit enthusiastischen Kundgebungen gefeiert. Am 17. August werden es 100 Jahre, daß Friedrich der Große starb. Es wird dieses Tages gewiß in mancherlei Art gedacht werden, und kann dieses um so freudiger jetzt geschehen, als das Werk dieses Ahnherrn, welcher in der königlichen Familie immer noch der große König heißt, eine 17 Schloß Freiburg. (Fortsetzung.) Die engbeschriebenen Bogen rührten von einer im Schreiben geübten Frauenhand her. Aennchen las: „Mein Mut ist gebrochen, mein Widerstand ein vergeblicher. Ich habe erkennen gelernt, daß es eine höhere Macht gibt, als die Liebe— das Rechtsbewußtsein. Bis zu dieser Stunde habe ich gehofft, die Liebe, das Mitleid werde Dich veranlassen, Deiner Forderung zu entsagen. Ich sehe, daß ich mich darin getäuscht habe. Ob ich Unrecht that, ich weiß es noch heute nicht Warum soll ich fühnen, was meine Großeltern verschuldet haben? Ich bin aufgewachsen in dem Glauben, die rechtmäßige Erbin der Dorneckschen Güter und Reichtümer zu sein, nicht der leifeste Zweifel daran ist jemals in mir aufgestiegen. Nun findest Du Dokumente, die Dir sagen, daß meine Großmutter keine Dorneck, sondern das untergeschobene Kind einer Zigeunerin war. Die Beweise sind für Dich vorhanden, ich kann sie nicht verstehen und will es auch nicht. Warum willst Du an längst vergangenen Dingen rütteln? Ist es meine Schuld, daß jenes Kind ausgesetzt, dem Mangel und Elend preisgegeben wurde, wenn es geschah? Ich soll vor alle Welt hintreten und ihr sagen:„Seht auf mich, ich bin das Kind einer Zigeunerin und kein Tropfen adeligen Blutes rollt in meinen Adern.“ Wie sie die Achseln zucken, wie sie mich mit spöttischen Blicken ansehen, wie sie heimlich raunen und flüstern würden. Du sagst, Deine Liebe würde mich schützen, sie müsse mich für alles schadlos halten. Sie kann es nicht, denn Du liebst mich nicht. Vielleicht habe ich kein Verständnis für Recht und Unrecht,— das ist das Blut der Zigeunerin, welches durch meine Adern rollt— aber Du mußt keinen Funken von Liebe für mich in Deinem Herzen haben, weil Du das von mir fordern kannst. Ich gehe, weil Du es willst; ich gehe, weil ich nicht die Sünden meiner Vorfahren baßen will, wie Du es von mir forderst. Diesen Abschiedsgruß wirst Du finden, wenn ich nicht mehr lebe. Wir verstehen uns nicht. Ich erkenne an, daß Du mit Deinen Ansichten nicht anders handeln kannst, aber ich bin nur ein Weib, in allen Vorurteilen eines Standes erzogen, dem ich anzugehören glaubte, darum müssen wir uns trennen. Wenn ich gestorben bin, dann magst Du mein Geheimnis in alle Welt hinausposaunen, doch eher nicht. Was Du mir Leides zugefügt hast, ich habe es Dir verziehen, wie ich Deine Verzeihung zu finden hoffe. Von meinem Bilde wirst Du Dich nicht trennen mögen, ich weiß es. Meiner Herrschaft kannst Du Dich nicht entziehen und wenn Du mich auch von Deiner Seite verbannst. Darum mögen diese Worte hinter dem Bilde ihren Platz finden. Die Dokumente, welche ich Dir entrissen, befinden sich in dem eingelegten Ebenholzschränkchen und Du darfst nur auf den kleinen Knopf in dem Auszug an der rechten Seite drücken, um Dich in den Besitz derselben zu setzen. Mögen Sie der rechtmäßigen Gedin nach so herrliche Vollendung erfahren hat. Neben diesen großen König wird die Geschichte den Kaiser Wilhelm stellen, dem Gott zu anderem noch ein besonders hohes Alter verliehen hat. Voraussichtlich wird der Kaiser in alter Frische den Manövern von Elsaß=Lothringen beiwohnen, und an der viel umstrittenen Grenze unseres Landes noch einmal die Fahne erheben, welche unserem westlichen Nachbaren jetzt um so mehr ein Gegenstand des Hasses ist, als die Bevölkerung in die neuen Verhältnisse sich einzuleben begonnen hat und die deutsche Sprache mehr und mehr auf deutschem Boden wieder zur herrschenden wird. Es heißt, däß sich viele Personen rüsten, die Vollendung des 90. Lebensjahres unseres Kaisers, also den nächsten Geburtstag besonders festlich zu begehen. Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht das preußische Kanalbaugesetz(Dortmund=Ems=Kanal und Spree=Oder=Kanal). Dem„Dtschen Tgbl.“ zufolge wird Frankreich bei den diesjährigen Kaisermanövern im Elsaß nicht vertreten sein, da auch der MilitärAttaché der französischen Botschaft in Berlin denselben nicht beiwohnen wird. Eine neue Einrichtung ist von Deutschland ausgegangen, um beim Wettbewerb der Völker auf dem Weltmarkt nicht zurückgedrängt zu werden. Es sind die Wanderlager zu Schiff. Man packt eine Auswahl von gangbaren Artikeln auf ein Fahrzeug und schickt dasselbe in die Häfen fremder Länder. Das Ansehen lockt die Käufer herbei und bringt also unsere Fabrikate in den Handel. Es wird jedoch nicht lange dauern, und die übrigen Handelsvölker, namentlich die Franzosen und Engländer werden es uns nachmachen. Der Reisende Dr. Schwarz hat das Hinterland von Kamerun besucht und mit mehreren Häuptlingen Verträge abgeschlossen, durch welche sie sich der Oberhoheit des deutschen Kaisers unterstellten. An weiterem Vordringen wurde er gemeinem Tode Glück bringen— ich kann es ihr in dieser Stunde des bittersten Elends aus freiem Herzen wünschen. Gott segne Dich! Mignon.“ Aennchen hatte die Worte zweis oder dreimal gelesen; sie wußte es nicht, aber sie fühlte brennende Thränen über ihre Wangen auf das Blatt niederperlen und nun erst kam sie zum Bewußtsein. Behutsam trocknete sie die verräterischen Thränen ab. Dann erhob sie sich, sie fühlte ihre Kniee zittern. Da lag das ganze Geheimnis vor ihr; sie konnte das Fehlende hinzusetzen, indem sie des Grafen Worten gedachte. Sie seufzte aus tiefster Brust auf. So waren zwei Menschen auseinandergegangen, der starke Mann, das schwache Weib, unter Vorurteilen groß gezogen, das nicht die Kraft gehabt, ein begangenes Unrecht zu fühnen. Wer von beiden trug hier die Schuld? Die Frage durfte sie nicht aufwerfen. Er konnte kein Unrecht begehen. Er hatte das Rechte gewollt, unbekümmert um den Schatten, der auf seinen Namen fallen mußte, unbekümmert um den Verlust großer Reichtümer. Aber— hier begann Aennchens Herz heftig zu pochen— wie hart und streng war er gegen das arme Weib gewesen! Hatte er nicht dennoch schwer gefehlt? Konnte ein Weib seinen Bitten, seinen Versprechungen widerstanden haben? O, sie fühlte es, wie beide auseinandergegangen waren, wie er kein Ohr für die Bitten und Thränen des unglücklichen Weibes gehabt. Und doch regte sich in ihr eine Stimme, die für ihn sprach. Er hatte das Rechte gewollt, sagte sie sich wiederholt. Was sollte nun geschehen? Den Brief an seinen Platz zurückbringen, konnte sie nicht, vielleicht geriet er dann in unrechte Hände. Sie war entschlossen, das Schriftstück dem Grafen selbst zu übergeben, wenn er zurückehrte. Vorsichtig schob sie es in die Tasche ihres Kleides, brachte das Bild wieder in die frühere Stellung und stieg dann die Treppe hinunter. Elsbeth war noch im Garten, niemand hatte ihre Abwesenheit bemerkt. Sie atmete erleichtert auf Ihr Kleid zeigte Spuren von Staub, aber auch in ihrem Antlitz machte sich die Aufregung der letzten Stunde bemerkbar und sie suchte sich mit kaltem Wasser zu erfrischen. Sie mußte immer an die verborgenen Dokumente in dem eingelegten Ebenholzschränkchen denken und es war ihr, als habe sie letzteres schon irgendwo gesehen. Das konnte aber nur in den Gemächern, welche die Baronin und ihre Tochter inne hatten, gewesen sein. Der Gedanke beunruhigte sie. Wenn ein Unberufener die Dokumente fand? Doch im nächsten Augenblick lächelte sie über ihre eigene Unruhe. Hatten die Papiere so viele Jahre in Verborgenheit geruht, so war auch nicht anzunehmen, daß sie gerade jetzt zum Vorschein kommen würden und sie konnte ruhig die Rückkehr des Grafen abwarten, Allerdings verursachte der Gedanke daran ihr ein unbehagliches Gefühl, wenn sie sich den Moment vorstellte, wo er ihr gegenüberstehen werde und sie ihm alsdann das Bekenntnis ihrer Entdeckung ablegen sollte. Sie glaubte schon seine Augen so durchdringend auf sich ruhen zu sehen, wie es wiederholt geschehen war. Elsbeths Eintritt störte sie in ihren Betrachtungen, bald kam auch der Onkel, der sie aufforderte, ihn nach dem Abendessen zu begleiten. Sie erklärte sich dazu bereit. Sie hatte ein ordentliches Verlangen danach, draußen in der freien Luft die Aufregung, welche sie beherrschte, zu besänftigen und so schritt sie, eine Stunde später, an der Seite ihres Onkels durch den brausenden Wald, denn der Wind hatte sich seit dem Morgen aufgemacht und fuhr jetzt laut sausend durch die mächtigen, alten Baumwipfeln. Sie trafen auch noch mit Leo von Rabenau zusammen, der sich ihnen anschloß und in der lebhaften Unterhaltung, die sich entspann, vergaß sie bald, was sie so schwer bedrückte. Am folgenden Morgen kam die Baronesse zu Aennchen. Sie sprach ihr Bedauern darüber aus, daß ihr Befinden sie verhindert habe, Fräulein Leinhard schon früher ihren Dank für ihren Mut und ihre rasche Entschlossenheit auszudrücken, welche Freiburg und seine Bewohner jedenfalls vor einem verderblichen Schicksal bewahrt habe. Sie selbst sei so sehr erschrocken gewesen, daß sie sich erst jetzt soweit erholt habe, um ihre Absicht, der Retterin zu danken, zur Ausführung zu bringen. Aennchen lehnte bescheiden jedes Lob und jeden Dank ab; sie sagte, daß jede andere an ihrer Stelle ganz dasselbe gethan haben würde und daß sie damit dem Selbsterhaltungstrieb oder auch nur einer Pflicht genügt habe. Die Baronesse konnte dem Mädchen ihre Bewunderung nicht versagen. Höher als diese That mußte noch die andere im Walde gestellt werden, wo sie furchtlos zwei Vagabunden gegenübertrat, um sie, unbekümmert um ihre eigene Sicherheit, an der Ausführung ihres beabsichtigten Verbrechens zu verhindern. Aber sie wollte Aennchen nicht bewundern, sie wollte in ihr nur eine berechnende Kokette sehen, der das Glück obenein noch besonders günstig war, und sie beharrte bei ihrem Entschluß, ihr mit allen Kräften entgegen zu arbeiten. Aennchen in ihrer Einfachheit und Vertrauensseligkeit bemerkte nicht die Intriguantin, die sich unter der Maske der teilnehmenden, wohlwollenden Protektorin verbarg. Arglos schenkte sie Melanies falschen Worten Glauben. Hätte sie es nicht gethan, hätte sie auf die Stimme ihres Herzens gehört, die sie insgeheim vor der verborgenen Feindin warnte, welch unsagbar schweres Leid würde sie abgewendet haben, ein Leid, unter dessen Riesenlast ihr fast das Herz brechen sollte. „Kousin Ernst wird sich freuen, wenn er zurückkehrt und Ihre mutige That vernimmt,“ sprach Melanie eifrig.„Was hat er Ihnen nicht zu verdanken! Ach, mir steht das Herz still bei dem Gedanken, daß sein Leben bedroht war. Er muß die ganze Größe Ihrer Handlungsweise kennen lernen.“ „O, gnädiges Fräulein." versetzte Aennchen errötend,„ich hoffe nicht, daß so viel Aufhebens von □ des 115 Schantet hindert, weil die Feinde der deutschen Herrschaft in Kamerun ihm Schwierigkeiten bereiteten.— In Ostafrika scheinen die Unterhandlungen ihr Ende gefunden zu haben. Es heißt, der Reichskanzler wolle die Sache selbst in die Hand nehmen und mit England verhandeln, dessen Generalkonsul in Sansibar allerlei Stücke gegen Deutschland spinnen und den Sultan von Sansibar aufwiegeln soll. In Heidelberg findet das Jubiläum des fünfhundertjährigen Bestehens der Universität statt. Frühere Studenten und Freunde dieser Hochschule, wie Schaulustige strömten von allen Seiten herbei, um dieses Gedächtnis würdig zu begehen, und war zum würdigen Empfange alles Mögliche aufge boten worden. Der Papst hat einen außerordentlichen Vertreter zur Teilnahme an der Heidelberger Jubiläumsfeier entsendet. Diese Thatsache hat in Berlin einen ausgezeichneten Eindruck gemacht, und man erblickt darin einen neuen Beweis der Versöhnlichkeit und des Entgegenkommens des Papstes. Von Antwerpen aus werden erneute Versuche gemacht, kleine Leute unter günstigen Bedingungen zur Auswanderung nach Brasilien zu verlocken. Vor einem Eingehen darauf ist dringend zu warnen, die Sache ist oberfaul. In Kamerun ist durch Verordnung des Gouverneurs von Soden jetzt die deutsche Markwährung eingeführt. Oesterreich. Für das Radetzkydenkmal sind schon namhafte Beträge eingelaufen. Das Interesse, welches sich für dasselbe regt, ist ein Maßstab für den Wert, welchen man auf die Einheit des Reiches und des Heeres legt. Es wird gewiß dieses Gefühl durchbrechen, auch bei den kleineren Völkerschaften. Denn wenn auch jetzt die Agitation für nationale Besonderheit oben ist, so kann es auch wieder anders kommen. Denn alle Völker fühlen sich an das Kaiserhaus und das Reich gebunden, keins kann ohne dasselbe bestehen.— Die Cholera ist an der Küste des adriatischen Meeres noch nicht erloschen, sie breitet sich jedoch auch nicht weiter aus. Niederlande. 500 Polizisten in Amsterdam reichten infolge der jüngsten Unruhen ihre Entlassung ein. Frankreich Boulanger ist noch immer der Held des Tages, wenn auch manche Blätter ihn lächerlich machen. Das Volk sucht eben nach einem Darsteller seiner Wünsche, und diese Rolle spielt Boulanger mit Geschick. Mit Madagaskar stimmt es wieder nicht. Die Madagassen wollen mit englischem Geld die Franzosen abkaufen. Auch in Tonkin sieht es nicht gut aus, die Räuberbanden beunruhigen wieder die französischen Truppen. Großbritannien. Endlich ist mit Besetzung einer Reihe von Nebenposten, deren Inhaber für uns keine Interesse haben, das neue englische Ministerium komplett. Die Einberufung des Parlamentes zu einer kurzen Session soll möglichst bald erfolgen. Die Hauptarbeit wird aber erst in die Session des kommenden Jahres fallen. Rußland Der Kronprinz von Griechenland ist mit seinem Bruder Nikolaus bei der kaiserlichen Familie in Peterhof angekommen. Die Nihilisten verhalten sich ruhiger als früher. Da die Revolutionspartei aller Länder eine fest gegliederte ist, mag es Rußland vielleicht zu gute kommen, daß das unheimliche Feuer jetzt anderswo ausbricht. Der Kaiser umgibt sich trotzdem mit den peinlichsten Sicherheitsmaßregeln und scheint sich am wohlsten auf dem schiffe zu fühlen, mit welchem er im finnischen Meerbusen hin und her fährt. Orient. Der Sultan hat in letzterer Zeit wieder freundliche Worte von Rußland zu hören bekommen. Der Kaiser hat ihm sagen lassen, daß er in freundschaftlichem Verkehr mit ihm zu bleiben wünsche. Westfalen und Rbeinland. Schwerte, 4. August. Am Sonntag schickte eine in den Fabrikhäusern wohnende Frau ihren Kostgänger aus, um Branntwein zu holen, und gab ihm in Ermangelung anderen Geldes ein Zwanzigmarkstück mit. Ob nun dieser Goldsuchs magnetisch gewesen oder ein andrer Grund des Ausbleibens vorlag, kurzum der Kostgänger vergaß das Wiederkommen. Daß der Sermon des heimkehrenden Ehegatten der Betrogenen gewiß ein thatkräftiger gewesen, läßt sich wohl denken. Schwerte, 4. August. Ein erst seit einigen Tagen hier in Arbeit stehender Schieferdeckergeselle verübte am Sonntag in der Nähe unsrer tadt ein hier nicht näher zu bezeichnendes gemeines Verbrechen. Die Bestie in Menschengestalt ist verhaftet und sieht einer schweren Bestrafung entgegen. Schwerle, 4. August. Wie groß die Geschäfts=Konkurrenz in der Gegenwart ist, bewies eine am Montagvormittag auf dem hiesigen Rathause stattgefundene Verdingung von Anstreicher= und Glaserarbeiten an einer Schule. Während die Kosten auf 484 M. veranschlagt waren, machte ein hiesiger Anstreichermeister das Mindestgebot von 305 M., also 37 Prozent unter dem Kostenanschlage, und erhielt den Zuschlag. § Schwerte, 4. August. In nächster Woche, am Donnerstag, den 12. August, findet wieder ein Konzert im„Freischütz" statt. Es wird dieses Konzert einen ganz außergewöhnlichen Genuß für alle Musikfreunde bieten, da zu demselben der ganze Dortmunder Orchesterverein, bestehend aus 25 Mann, engagiert ist. Das am Sonntag stattgefundene Konzert erfreute sich des allgemeinen Beifalls der Zuhörer, war aber leider nur mäßig besucht. Da der Wirt Herr Neuhaus stets bemühl ist, seinen Gästen den Aufenthalt im„Freischütz“, so angenehm wie möglich zu machen, so wollen wir wünschen, daß ihm dafür mit einem zahlreichen Besuch des Konzerts, dem sich auch ein Tanzkränzchen anschließt, Anerkennung gezollt wird. Schwerte, 4. August. Der am Samétag hier abgehaltene Fischereitag der 4 westdeutschen Provinzen wurde vom Vorsitzenden, Herrn Amtsgerichts. rat Selig=Kassel, vormittags 11 Uhr eröffnet. Der Jahresbericht des Vorsitzenden ergab, daß dem Verbande 23 Vereine angehören. Der Verband hat s. 8 Petitionen wegen„Verunreinigung der Flüsse“ und wegen der„Adjazenten=Fischerei“ an das Staatsministerium gesandt. Auch diesmal wurden diese Fragen erörtert, und gelangte der Antrag behufs einer Petition an beide Häuser des Landtags zur Annahme. Von den hierauf folgenden Vereinsberichten erwähnen wir besonders denjenigen des Lokalvereins„Ruhr und Lenne". Vorsitzender des Vereins ist Freiherr von Dücker=Menden. Die Mitgliederzahl beträgt 420 Der Verein ist gegen die Feinde der Fische, wie Fischottern und Reiher, wacker vorgeschritten und hat für eine ausgedehnte Bevölferung der Flüsse mit Fischen in anerkennenswerter Weise Sorge getragen. So sind von dem Verein aus den ihm übersandten Lachseiern 124.563 junge Lachse gezogen und davon 32,000 Stück an den oeutschen Fischereiverein in Rheine, 33,000 Stück nach Salzbergen. 35,000 Stück nach Emsdetten gesandt, der Rest von Neheim bis Schwerte in die Ruhr eineiner Sache gemacht werde, die ganz natürlich und einfach ist, es würde mir sehr peinlich sein. Meinem Onkel und den wackeren Leuten gebühret Dank, wenn sie solchen annehmen wollen.“ „O, ich kenne Ihre Bescheidenheit, für den Grafen aber wird es eine Wohlthat sein, zu erfahren, wie treu seine Untergebenen es mit ihm meinen. Wenn—“ fügte sie mit einem verschämten Lächeln hinzu—„wenn ich denn nun einmal als Herrin hier bleiben soll, so möchte ich doch zu Ihnen in freundschaftlichere Beziehungen treten. Der Standesunterschied scheint Sie abzustoßen, und doch würde er sich weniger fühlbar machen, wenn Sie nicht so geflissentlich bemüht wären, denselben hervortreten zu lassen. Ich biete Ihnen meine Freundschaft an und es wird nur von Ihnen abhängen, ob ein für beide Teile angenehmer Verkehr daraus hervorgehen soll. Wollen Sie dieselbe annnehmen? Der Hieb hatte getroffen, tief, tief bis ins Herz hinein. Aennchen war nicht in der Kunst der Selbst beherrschung geübt genug, um den Schmerz, welcher sie in diesem Augenblick traf, zu verbergen. Ihr hübsches, freundliches Gesicht war ernst und bleich geworden, und um ihren Mund zuckte es schmerzlich Ihr war es, als ob die Welt vor ihren Augen untergehen müsse. Was sollte sie von ihm denken? An eine Lüge, die in diesem Moment ausgesprochen war, konnte sie nicht glauben. Wie hätte ihr reines Gemüt solche Bosheit fassen mögen? Aber trotz der großen Erregung, in die sie sich durch Melanies Worte versetzt fühlte, dauerte es nicht lange, bis sie ihre Ruhe zurückgewonnen hatte. „Gnädiges Fräulein, als Herrin von Freiburg möchte ein solcher Verkehr Ihnen alsbald überflüssig erscheinen,“ entgegnete sie mit fester Stimme.„Meine Zeit ist in ganz anderer Weise in Anspruch genommen als die Ihre, und schon aus diesem Grunde würde ich Ihnen wenig nützen können.“ „Sie lehnen mein Anerbieten ab, Fräulein Leinhard,“ sagte die Baronesse, und sie sah wirklich betrübt aus.„Das ist nicht recht von Ihnen. Womit habe ich Ihre Abneigung verdient? Auch Ihr Wort in betreff des Zusammenspiels haven Sie nicht gehalten.“ „Das gnädige Fräulein sprachen nicht wieder den Wunsch aus—“ O, es kamen so mancherlei Dinge. Wir wollen es also wieder aufnehmen?“ gesetzt worden. In der Forellenzucht waren die Erfolge auch gunstige. Der Verein äußerte den Wunsch zwecks Anlage zweier neuer Fischpässe bei Schwerte und Herdecke. Die Aussicht auf Erfüllung dieses Wunsches ist jedoch nach Aussage des anwesenden Herrn Obespräsidialrats Pavel=Münster vorläufig eine geringe. Die Arnsberger Genossenschaft spricht hauptsächlich ihr Bedauern aus über die Verunreinigung der Flüsse durch die Fabriken. In bezug darauf wurde von der Versammlung der Beschluß gefaßt, das Ministerium um eine Antwort auf die an dasselbe gerichteten Petitionen zu ersuchen. Nach dem Bekunden der Rheinisch=Westfälischen Ruhrgenessenschaft hat die Tynamit=Fischerei seit dem Inkrafttreten des neuen Tynamitgesetzes bedeutenden Rückschritt genommen. Bei den dann folgenden Wahlen wurde, da Herr Amtsgerichtsrat Selig die Wiederwahl zum Vorsitzenden des Verbandes nicht annahm, Herr Amtsrichter A. Adickes Neuhaus a. d. Oste gewählt, während Herr Amtsgerichtsrat SeligKassel die Stelle des zweiten Vorsitzenden einnimmt. Der nächste Fischereitag wird in Hannover abgehalten werden. Ein Antrag auf Ankauf der in Winkelsmühle bei Düsseldorf befindlichen Fischzuchtanstalt für den Verband wurde nach eingehender Erörterung und nach Prüfung der finanziellen Lage des Verbandes(der Kostenpunkt der Anstalt beläuft sich auf 70,000 bis 80,000 M) wurde abgelehnt. Nachdem der Vorsitzende über die Fischereigesetzgebung in Preußen, Herr Oberfischmeister Gravenstein=Düsseldorf über Maifischfang referiert, sprach Herr von DerschauWiesbaden über die Maschenweite der Netze und betonte, daß gesitzlich ja wohl ein Minimum von 2,5 Zentimeter Maschenweite Vorschrift sei, daß aber die Netze für den Aalfang eine Weite von 1,50 Zentimeter haben dürften, gebe den Fischern Gelegenheit auch zum Fangen anderer Fische. Heri Freiherrr von Dücker=Menden sprach alsdann über die Schädlichkeit der Fischottern, und stellte den An trag, zum gemeinsamen Nutzen der Verbandsvereine sogenannte Otternjäger zur Vertilgung dieses Raubzeuges anzustellen Der Antrag gelangte vor läufig nicht zum Beschluß. Herr Freiherr von Dücker widmete nun noch dem Vorsitzenden herzliche Dankesworte für seine umsichtige Thätigkeit, die er allezeit für den Verband entfaltet hatte, worauf der Schluß der fünfstündigen Versammlung erfolote. *.— Es kursieren zur Zeit gefälschte Reichs. banknoten zu 100 M. Dieselben sind, nach dem„Tägl. Anz.“, an folgenden Zeichen kenntlich: 1. Die Buchstaben der Strafandrohung unter dem roten Kontrollestempel sind etwas zusammengedrängt und größer als auf den echten Scheinen. Die blaue Färbung der Vorder= und Rückseite ist heller. 2. Die am oberen Rande der Kehrseite eingedruckten Ziffern sind größer als bei den echten Noten und braunrot statt hellrot. Die Farbe der Banknoten ist fast immer weißlichgrau statt hellblau. 3. Das Wasserzeichen fehlt den falschen Noten, und der Druck der Strafandrohung auf der Vorderseite ist schlecht, auf der des Adlers undeutlich. Die Nummern der falschen Noten sind nicht gleich lautend, sondern verschieden. Die Nummern der falschen Noten sind nicht aufgedruckt, sondern vermittelst eines Pinsels aufgetuscht. 4. Die Ausführung der Schraffierungen, Muster und Reliefs ist ungenau. S. Ergste, 1. August. Die heute im Lokale des Herrn Hengstenberg hierselbst tagende Versamm lung des Westfäl. Bauernvereins war außerordentlich zahlreich besucht. Von fern und nah hatten sich Landwirte und Freunde des landwirtschaftlichen Gewerbes eingefunden, so daß der geräumige Saal fast bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Vizepräsident des Westfäl. Bauernvereins, Herr Ockonomierat Winkelmann, eröffnete die Versammlung mit einigen Begrüßungsworten und verbreitete sich nunmehr in eingehendem Vortrage über Zwecke, Ziele und Erfolge des Vereins. In treffenden Worten legte derselbe dar, daß weder das politische noch das konfessionelle Bekenntnis bei der Vereinigung von 21,000 westfälischen Landwirten Rolle spiele; was den Bauernverein zusammengeführt und zusammen. halte, sei lediglich das Gefühl der Gemeinsamkeit, der Solidarität der wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder. Die Hauptaufgabe sei die, der heimatlichen Provinz einen kräftigen Bauernstand, der roten Erde die stattlichen Höfe zu erhalten— womöglich in alter Kraft, in altem Wohlstand, ungeteilt und ungeschwächt— die Höfe den Erben und die Erben Wie ein wilder Trotz kam es plötzlich über das junge Mädchen. Sie hatte ihm so fest vertraut, und er betrog sie! „Wenn Sie es wünschen,“ kam es hastig über Ihre Lippen. „Wollen Sie morgen kommen?“ „In der Nachmittagsstunde?“ „Etwa um vier Uhr, ganz wie es Ihnen beliebt, Fräulein Leinhard. Wir können auch hier spielen Ich würde gern in Ihre traulichen Räume kommen.“ „So wechseln wir ab, gnädiges Fräulein,“ sprach Aennchen lächelnd. Sie war jetzt ganz wieder sie selbst. Aber als die Baronesse gegangen war, hatte auch ihre scheinbare Kraft ihr Ende erreicht Nur mit Mühe hielt sie die Thränen zurück, die sich in ihre Augen drängten. Das ganze Gebäude ihres Vertrauens, das sie allen Anfechtungen zum Trotz verteidigt hatte, lag in Trümmern zu ihren Füßen, und nicht ein Pfeiler, an den sie sich hätte stützen können, war geblieben. Daß er die Baronesse zu seiner Gemahlin machen wollte, war natürlich, aber er hätte dann nicht von ihr in der Weise sprechen müssen, wie er es gethan, und nicht mit deutlichen Worten allein, sondern noch mehr mit Andeutungen allet Art. Indem kam Elsbeth von der Küche herein. Sie sah ungewöhnlich ernst aus und war augenscheinlich mit anderen Dingen beschäftigt, sonst würde ihr auch das verstörte Aussehen ihres Lieblings gewiß nicht entgangen sein. Sie warf allerdings einen Blick auf Aennchen, schüttelte dann aber mit dem Kopfe. „Was hast Du, Elsbeth?“ fragte Aennchen, welcher darum zu thun war, einer jeglichen Frage von seiten der alten Frau auszuweichen. „O. nichts, Kind— ich möchte nur, der Onkel wäre da. Weiß der Himmel, es ist gerade, als sollte man aus der Unruhe nicht herauskommen.“ Ein neues Unglück?“ fragte das junge Mädchen erschreckt. „O. ein Unglück weniger, ich denke mir gerade nicht, daß es ein solches sein würde, obschon der Herr Onkel ganz besondere Ansichten darüber haben wird. Ich habe es mir immer gedacht.“ Und wieder warf die Alte einen forschenden Blick auf Aennchen. Sie wollte nichts sagen, aber zu schweigen, bis der Förster kam, das war doch ein den Höfen. Besonders betonte Vorsitzender noch, daß es sich wahrlich nicht um einen Konkurrenzverein gegenüber den landwirtschaftlichen Vereinen handele.„Er empfehle im Gegenteil jedem Landwirt, sich auch dem Kreisvereine anzuschließen, der ebenso wie der Bauernverein, wenn auch im engeren Rahmen, den Landwirt zu fördern bestrebt sei.“ Nachdem derselbe noch die Einrichtungen des Vereins zu gunsten seiner Mitglieder: die gemeinschaftlichen Bezüge, das gemeinschaftliche Versicherungswesen in w. iteren Zügen skizzierte, erhielt Herr Direktor Alzer das Wort zu einem Vortrage über die Frage:„Wann, wie und wo soll der Landwirt Kaufdünger anwenden?" Von dem Satze ausgehend:„die Düngerstätte ist des Landwirts Goldgrube und aus den Einrich= tungen, aus dem Zustande, sowie aus der Behandlung des Düngers lassen sich auf dem ganzen betreffenden Wirtschaftsbetrieb Schlüsse ziehen," erörterte Herr Alzer mit der ausdrücklichen Vorbemerkung:„Nur wenn der aus dem Betriebe erzielte Düngervorrat nicht ausreicht, soll der Lanowirt Kaufoünger für hares Geld kaufen," in gemeinverständlicher Weise die Wirkung und Anwendung der gebräuchlichsten Kaufdüngermittel nach den heutigen Erfahrungen, um sich demnächst in längeren Ausführungen über Fabrikation, Anwendung und Preisverhältnisse der Thomas= schlacke zu verbreiten. Lebhafter Beisall lohnte den Redner, der sich nach Möglichkeit aller gelehrt klingenden technischen Ausdrücke enthielt und das Thema in klarer, leichtsaßlicher Form behandelte. Runmehr sprach Herr Dr. Faßbender, als Begründer zahlreicher Kredit= resp. Darlehnskassen=Vereine in Westfalen, im Elsaß 2c., sowie als Verfasser der Schrift: „Die Rettung des Bauernstandes aus den Händen der Wucherer“, die schon im ersten Jahre in zwei Auflagen vergriffen war und auf Veranlassung des Ministeriums der Reichslande ins Französische übertragen wurde, rühmlichst bekannt. Redner berührte zu Eingang die schwierige Lage des landwirtschaftlichen Gewerbes mit praktischen Hinweisen auf die Möglichkeit für den Landwirt, sich durch Einrichtung von Darlehnskassen Geldmittel zu verschaffen, ohne dem Nothelfer in die Hände zu fallen, der den sinkenden Schwimmer aus den Untiefen ziehe, um ihn, nachdem er seinem Retter den letzten Pfennig abgegeben, desto sicherer im seichten Wasser ohne Gefahr für das eigene kostbare Dasein zu ertränken. „Wie's gemacht wird", das bewies der Herr Vortragende an schlagenden Beispielen aus dem Leben. Eindringlich machte derselbe auf die Gefahren aufmerksam, die die Wechselfreiheit für den unerfahreren Bauers= und Handwerksmann in sich berge, goldene Worte, beherzigenswerte Mahnungen und Warnungen an die wiederholt durch laute Beifallsbezeugungen unterbrochenen Ausführungen anknüpfend. Besonders erörterte Herr Faßbender den Nutzen einer Viehwage für den Landwirt, deren billige und gute Beschaffung für die Mitglieder der Verein durch gemeinschaftliche Bezüge resp. durch kontraktlichen Abschluß ermöglichen will. Gleichzeitig soll auf den Verkauf des Schlachtviehs nach lebend Gewicht auch in den Privat= ställen hingewirkt und die Bekanntmachung der Marktpreise nach lebend Gewicht angebahnt werden. Als ganz besonders empfehlensweit für jeden Hofbesitzer bezeichnete Redner die Eintragung des Besitztums in die Hofgüterrolle, die bei dem zuständigen Amtsgericht erfolgen kann. Die Billigkeit der Eintragung, die dem Hofeserben wenigstens die Erhaltung des Besitzstandes ermöglicht(Kosten— 3 Mk.), die Ersparung großer Kosten bei der Erbteilung, die Möglichkeit für den eingetragenen Besitzer, jederzeit ohne Gericht und Notar gültig testieren zu können, wurden noch besonders hervorgehoben. Ebenso wurde der Eintritt in eine Lebensversicherung empfohlen, wodurch der Landwirt für den Todesfall den abzufindenden Kindern ein Kapital sichern könne, daß der Hofeserbe mit dem Hofe überschuldet und dem Ruine entgegengeführt werde. Nunmehr sprach der Herr Vorsitzende noch ein Schlußwort, indem er in beredten Worten den Versammelten ein Bild von den Einrichtungen entrollte, die der Westfalische Bauernverein für seine Mitglieder getroffen. Es wurde mitgeteilt, daß die gemeinschaftlichen Bezüge an Kunstdünger und Kraftfutter schon heute die Summe von 1 Million Mark überstiegen; ferner wurde auf die vom Verein gegründeten und unterstützten landwirtschaftlichen Winterschulen, sowohl evangelische wie katbolische, aufmerksam gemacht.„Die Kosten für Unterricht, Verpflegung und Beaussichtigung seien für das volle Winterhalbjahr auf 150 Mark normiert. Es möchte doch der kleine Landwirt nicht versäumen, seinem Sohne nach Absolvierung eines guten Elementarunterrichts eine so billige und notwendige Vorbildung für die spätere Proxis seines Berufs mit auf den Lebensweg zu geben. Man soll ja bedenken, daß auch der LandDing der Unmöglichkeit, das Geheimnis würde ihr das Herz abdrücken. „Gesternabend haben drei Männer aus dem Dorfe im Walde ein altes Zigeunerweib gefunden, welches halbtot am Wege lag. Sie hat früher oft diese Gegend durchstreift. Ganz alte Leute behaupten, von ihren Eltern gehört zu haben, daß sie die Alte schon in jungen Jahren gekannt hätten, als sie noch ein schönes, blühendes Weib gewesen, die es allen Männern angethan. Damals hat sie glänzendes, schwarzes Haar und ein Paar Augen gehabt, denen niemand zu widerstehen vermochte. Getanzt und gespielt hat sie wie ein echtes Zigeunerkind, und in Seide und Samt ist sie einhergeschritten. Dann ist sie lange Jahre verschwunden gewesen; wohl an zwanzig Sommer sind vorbeigegangen, bis sie eines Tages wieder im Dorfe ihren Einzug gehalten hat Getanzt und gesungen hat sie nicht mehr und sich noch weniger geputzt und mit Flitterkram behängt, sondern seitdem hat man sie allzeit nur in einem grobwollenen Rock gesehen, und sie hat den Leuten gewahrsagt, was immer genau eingetroffen ist. Sie muß über hundert Jahre alt sein. Die Männer nun, die sie gestern auffanden, haben gemeint, es sei mit ihr vorbeigewesen; sie hat nicht mehr sprechen können und wie eine Tote dagelegen. So haben sie die Sterbende in die Dorfschenke gebracht, wo man ihr anfangs keine Aufnahme hat gewähren wollen, bis der Pfarrer Einsprache dagegen erhoben und gesagt hat, daß er für alles aufkommen wolle. Da endlich hat man dem armen Weibe eine elende Kammer eingeräumt, wo sie ihre Sterbestunde erwarten kann. In der Nacht hat die Wittin bei ihr gewacht, und da hat sie denn um Mitternacht angefangen, allerlei wirre Reden zu führen, und die Wirtin hat sich gefürchtet und die Magd gerufen, damit dieselbe ihr beistehen solle. Dann aber haben sie gesehen, daß das alte Zigeunerweib ganz vernünftig gewesen und dann— Goldkind, weißt Du, was sie gesagt hat? „Nun?“, fragte das junge Mädchen, das sich über die seltsame Aufregung der Haushälterin wunderte. „Sie hat gesagt, die Nichte des Försters sei eigentlich eine vornehme, reiche Dame, und der liebe Gott könne sie nicht eher sterben lassen, bis sie das kund und zu wissen gethan und ihr Herz von einer schweren Last befreit habe. Haß und Bosheit hätten sie zu einem Verbrechen gegen ein schuldloses Kind getrieben, aber der Fluch desselben habe sie allein getroffen und sie arm und elend gemacht und müsse nun auf ihr eigen Fleisch und Blut zurückfallen. Nun, Aennchen, ich habe es immer gesagt, daß Du von etwas Besonderem herstammen müßtest.“ Das junge Mädchen lächelte und doch war sie totenbleich und zitterte am ganzen Körper. Vergebens war sie bemüht, die seltsamen Gedanken abzuwehren, die sie bestürmten, und erst nach längerer Zeit gelang es ihr, der ersten Erregung Herr zu werden, aber dann konnte sie doch lächeln. Der Brief, den sie unter dem alten Bilderrahmen gefunden, hatte sie vollständig verwirrt, und nun mußte das unglückselige Geschwätz auch noch hinzukommen. „Aber Elsbeth! Ich habe Dich für vernünftiger gehalten," erwiderte sie, sich zu einem Lächeln zwingend.„Wie kann man den Phantasieen einer unglücklichen Sterbenden einen solchen Wert beimessen?“ „Laß es gut sein, Prinzeßchen, ich habe so meine eigenen Gedanken. Warten wir es ab, bis der Onkel kommt. Ich erinnere mich noch aus früheren Jahren, einmal etwas von ihm gehört zu haben— ich weiß nur nicht für den Augenblick das Richtige. War es Deine Großmutter oder Urgroßmutter, eine von beiden war ein Findelkind.“ Als Elsbeth gegangen war, blieb Aennchen doch in einer nicht zu überwindenden Aufregung zurück, trotzdem sie eifrig und ernstlich bemüht war, den Auseinandersetzungen der Haushälterin auch nicht den geringsten Wert beizulegen. Namentlich hatten die letzten Worte derselben sie sehr beunruhigt, und sie sah mit einiger Spannung dem Kommen des Onkels entgegen, damit dieser sie lachelnd versichere, daß die Alte sich einmal wieder recht gründlich habe aufs Glatteis führen lassen. Inzwischen durchlas sie noch einmal Wort für Wort das Schreiben, welches sie gefunden hatte. Es stand deutlich darin: „Du findest Dokumente, welche Dir sagen, daß meine Großmutter nicht eine Dorneck, sondern das untergeschobene Kind einer Zigeunerin war.“ Wenn nun der Onkel gesagt hatte, daß ihre Großmutter ein Findelkind gewesen war?“ Sie wagte es nicht, weiter zu denken und schloß die Augen, um nichts mehr von all den Bildern zu sehen, die auf sie einstürmten. Wenn doch nur der Onkel käms!(Fortsetzung folgt.) 923 44 wirt heute nicht mehr mit denselben Kenntnissen ausreicht, die vor 50 Johren vollauf genügten. Im Anschlusse fügte Redner noch an, daß der Verein, um der großen Zahl von Anfragen der Vereinsgenossen entgegenzukommen, die für ihre Töchter Stelle und Gelegenheit zur tüchtigen Ausbildung im Küchenwesen, in Haus= und Milchwirtschaft suchten, schon Vorbereitungen zu Einrichtungen getroffen, die auch den Töchtern der Landwirte gegen billige Vergütung die Wohlthat einer praktischen Erziehung für die späteren Berufépflichten in Haus, Küche und Garten bieten. Ob die Institute und Pensionate allmählich jenseits der Grenzen oder die Erziehung in den Hotels und Restaurants den jungen Mädchen Wahres böten, wolle Redner nicht erörtern. Jedenfalls müss die Frau eines Landwirts in Küche und Keller, in Haus und Garten als wirkendes Vorbild für das gesamte untergebene Dienstpersonal das Zepter zu führen wissen und, wenn sie auch nicht stündlich selbst mit zugreise, so müsse sie doch den Dienstmädchen zeigen können:„so mache ich's, und so will ich's auch von Euch sehen!“ Im übrigen möchte sie nur ruhig französisch parlieren und Klavier spielen, wenn's ihr selbst und, was ja auch etwas in betracht komme, ihrem lieben Ehegemahl Vergnügen mache. Höchst inter essant waren auch die Ausführungen über die Darlehnskassen des Vereins, die, über 100 an der Zahl, sich ausnahmslos eines guten erfolgreichen Geschäftsganges erfreuten. An einem drastischen Beispiele zeigte der Herr Vorsitzende ferner die Besteuerung eines, womöglich noch obendrein verschuldeten Grundbesitzers, dessen Hof mit 500 Thalern Reinertrag verzeichnet stehe, gegenüber einem Kapitalisten von gleichem Zinseinkommen Nachdem noch in kurzen Umrissen die Einrichtungen der Schiedsgerichte zur Vermeidung von Prozessen unter Vereinsmitgliedern, sowie die zum Teil erfolgreichen Bemühungen des Westfäl. Bouernvereins zur Beseitigung der höchst belästigenden Bestimmungen über die Umfriedigung der Bodenluken, sowie die Petitionen um Erlaß eines anderen Gesetzes:„die Felgenbreite der Räder beim Befahren der Kunststraßen betreffend“ zur Erwähnung gekommen, schloß Vorsitzender die Versammlung mit einem Hoch auf unsern greisen Heldenkaiser, der, ein Friedensfürst im wahren Sinne des Wortes, die deutschen Lande mt mächtigem Schwerte beschirme, damit der Landmann in Frieden die Saaten streue und im Strahl der Friedenssonne des Feldes goldenen Segen ernten könne. Nachdem die Versammlung begeistert eingestimmt, erhoben sich die Anwesenden auf Aufforderung nochmals von den Sitzen, um dem Danke für die inhaltreichen und anregenden Vorträge sichtbaren Ausdruck zu geben. Fast vier Stunden lang folgten die Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit den fesselnden Vorträgen. Die anwesenden Landwirte ließen sich in großer Zahl als Mitglieder anmelden. Allseitige Anerkennung fand die geschmackvolle D koration des Hengstenbergschen Saales, sowie die prompte und kulante Bedienung der Gäste, die ohne Störung für Rednei und Hörer vor sich ging. Dortmund, 4. August. In letzterer Zeit waren hier wiederholt unsittliche Angriffe auf Frauen gemacht worden. Endlich ist es gelungen, das Scheusal zu erwischen. Vor etlichen Tagen versuchte es jener Mensch wieder bei einer Frau, welche auf dem Felde arbeitete. Als diese sich jedoch energisch zur Wehr setzte und laut um Hilfe schrie, floh der Unmensch, da er sich wahrscheinlich wegen der Nähe der Häuser nicht sicher genug fühlte. Kurze Zeit nachher und in nur geringer Entfernung von dieser Stelle griff er dann ein mit Roggenbinden beschäftigtes Mädchen an, doch da ereilte ihn die Gerechtigkeit. Der Vogel wurde, ohne daß er eine Ahnung davon hatte, von einigen handfesten Männern die von der obigen Frau unterrichtet worden waren, verfolgt, und diese setzten ihm, als das Mädchen um Hilfe schrie, nach. Sie waren auch so glücklich ihn einzufangen und prügelten ihn dann ganz jämmerlich durch. Plötzlich gelang es dem Unhold jedoch, zu entkommen, er floh in ein Haus und versteckte sich auf dem Speicher. Das Haus wurde dann aber besetzt und der Mensch von 2 inzwischen hinzugekommenen Polizeibeamten in Empfang genommen. Dorstfeld, 4. August. Herr Schulte=Witten wurde am Samstag hierselbst als Ehrenamtmann eingeführt. Die Stadt hagen hat mit der Diskontogesellschaft in Berlin und mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim jun. in Köln eine 3½ pZt.=Anleihe im Betrage von 2½ Millionen Mark abgeschlossen. Auf der Strecke Barmen-hagen sprang ein Passagier, der kein Billet gelöst und deshalb bei der Ankunft in Milspe 6 M. Strafe zahlen sollte, vor Station Milspe aus dem in voller Fahrkraft befindlichen Zuge und stürzte gegen einen auf dem Nebengeleise stehenden Waggon, daß er besinnungslos liegen blieb. An seinem Aufkommen zweifelt man. Der von der Fischereigesellschaft zu Herdecke angeblich gefangene 90 Pfund schwere Stör, dessen Gerippe bereits dem Museum für Ortsund Heimatskunde in Altena einverleibt sein sollte, hat sich, wie zu erwarten, als eine in der Hundstagshitze ausgebrütete Ente entpuppt; an der ganzen Geschichte ist kein wahres Wort. Am Samstagnachmittag hat sich in einem dir Steinbrüche zu Letmathe, dem sog. Hörder Bruch, ein bedauernswertes Unglück zugetragen. Ein Arbeiter geriet beim Wagenschieben so unglücklich mit der Brust zwischen zwei Puffer, daß er schwer verletzt in das Krankenhaus trans portiert werden mußte. Aus Bochum wird gemeldet: Ein trauriger Unglücksfall ist aus unserer Nachbarschaft zu berichten. Der Sohn des Oekonomen SchulteLadbeck vergnügte sich am Sontag damit, mittels einer Feuerwaffe Spatzen zu erlegen. Dies verdroß den Vater, der dadurch in seinem Mittagsschläfchen gestört wurde, und wollte er dieserhalb dem Schützen die Waffe aus der Hand nehmen. Bei dieser Gelegenheit entlud sich dieselbe und fuhr die ganze Ladung dem Vater in den Unterleib, der dadurch so schwer verletzt wurde, daß er bald unter heftigen Schmerzen seinen Geist aufgab. In einem Walde bei Bechlingen machten sich mehrere Mädchen das Vergnügen, über ein anderes, in gebückter Stellung befindliches Mädchen hinwegzuspringen. Ein Mädchen zog sich dabei eine so schwere Verletzung am Rückgrat zu, daß es nach einigen Stunden verstarb. Bei einem Streit, der in Trupbach zwischen Vater und Sohn entstanden war, warf der ohn den Vater mit einem Stein derart an den Kopf, daß er kurz darauf verschied. Eine unmenschliche That wurde vorige Woche in Dorp verübt. Ein etwa 20jähriger Arbeiter ging aus noch unerklärlichen Gründen während der Abwesenheit seines Arbeitsgebers und Kostwirtes sowie der Frau desselben an das Bett des 11—12jährigen Sohnes seiner Herrschaft und schnitt den armen Kleinen mit einem scharfen Messer in den Unterleib. Der Schnitt ist tief und das Leben des Knaben in Gefahr. Der Thäter wurde bereits verhaftet. Nach dem letzten Wochenmarkte in Bocholt wurden auf dem Marktplatze zwei Schiebkarren gefunden, die eine hoch mit Steckrüben beladen. Bis jetzt hat sich zu den Fundsachen noch kein Eigentümer gemeldet. In der bei Salchendorf unweit Netphen gelegenen Eisensteingrube fanden am Samstag zwei junge brave Leute, von denen der eine Vater von 3 unmündigen Kindern ist, ihren Tod durch Erstickung. Als man, durch das außergewöhnlich lange Bleiben der beiden beunruhigt, hinabstieg, fand man sie als Leichen. Ein grausiger Fund wurde am Samstagabend bei Düsseldorf im Rheine gemacht. Badende fanden den vierten Teil einer Leiche, bestehend in einem Bein und der Hälfte des Rückens. Der Teil schien von einem Kinde im Alter bis zu 15 Jahren herzurühren. In kleuß wurde ein Knecht verhaftet, welcher seinem Mitarbeiter, einem 15jährigen Verwandten seiner Herrschaft, mit einer Zinke einer zweizinkigen Heugabel derart in den Rücken stach, daß die Spitze vorn an der Brust heraus kam. Die beiden waren mit dem Aufladen von Roggengarben beschäftigt und als der auf der Karre stehende Knabe einige der ihm von dem Thäter mittels der Gabel angerechten Garben herabfallen ließ, stach ihn der Knecht, aufgebracht hierüber, in den Rücken. Der Thäter selbst hat ihm darauf die Gabel aus den Rücken herausgezogen. Der Stich ging nach Aussage des Arztes glücklicherweise zwischen Lunge und Herz durch, ohne einen dieser beiden edlen Teile zu verletzen; der Verwundete ist nicht einmal bettlägerig. Am 30. Juli sind in Trier zwei Brüder Loeser von der Firma Loeser& Co., welche im vorigen Jahre fallierte, dann aber nach Ab findung der Gläubiger mit 12 pZt. die Schornsteine ihrer chemischen Fabrik wieder lustig rauchen ließ, als der Geschäftsbücherfälschung verdächtig, verhaftet worden. littenen Verletzungen erlegen, drei Personen sind schwer, drei andere leichter verletzt. Trotzdem die Schuld an der Katastrophe nur dem Kremserkutscher zur Last fällt, haben die Insassen des Kremsers den Führer der Maschine doch so mißhandelt, daß er sich in ärztliche Pflege begeben mußte. Der Dampfwagen wurde durch Steinwürfe demoliert. Die Sache liegt bereits dem Staatsanwalt vor. * In Gr.=Lichterfelde bei Berlin sind drei kleine Kinder einer Familie nach dem Genuß von giftigen Beeren(des Goldregens) gestorben. * Franz Liszts Begräbnis hat Dienstagvormittag in Bayreuth unter großer Teilnahme stattgefunden. Der Kronprinz hatte einen Kranz gesandt. * In München wird heute Mittwoch eine Hinrichtung von 2 Raubmördern stattfinden. Der Prinz=Regent hat das Begnadigungsgesuch verworfen * Die feierliche Ueberführung des Herzens des verstorbenen Königs Ludwig von Bayern nach der Wallfahrtskirche Altötting findet am 16. August statt. An diesem Tage wird sich der feierliche Zug früh von der alten Hofkapelle in München unter Kavallerie=Begleitung nach dem Ostbahnhof bewegen, wo ein Extrazug bereit steht. Nach der Ankunft in Industrie, Handel und Verkehr. Die Lage des rheinisch=westfälischen Eisenmarktes bleibt so unbefriedigend wie seither. An eine Belebung des Verkehrs ist immer noch nicht zu denken, vielmehr scheint der geschäftliche Niedergang seinen tiefsten Punkt noch nicht erreicht zu haben. Betriebsbeschränkungen infolge mangelnder Aufträge bleiben in den meisten Branchen an der Tagesordnung, und eröffnen sich infolgedessen zu einer Aufbesserung der gedrückten Preise noch immer keine Aussichten. Ueber das rheinisch=westfälische Kohlen. geschäft läßt sich nichts Neues berichten. Der Absatz ist fast in allen Sorten Kohlen zurückgegangen, wie es die Jahreszeit mit sich bringt; namentlich hat sich in Industriekohlen eine merkliche Abnahme der Nachfrage eingestellt. Die Preise haben ihren Stand beibehalten. Auf der„Hermannshütt.“ und dem„Eisenwerk“ zu Hörde ist die Kündigung von 600 Arbeitern für die nächste Zeit in Aussicht genommen. Auf den Werken der Gesellschaft„Phönix“ wurden 300 Arbeitern gekündigt. Hoffentlich wird der Kanalbau der traurigen Situation der westfälischen Industrie bald für immer ein Ende machen. Wie die Dortmunder Union und eine Reihe anderer rheinisch=westfälischer Montanwerke, so sieht sich nunmehr auch der Bochumer Verein für Bergbau= und Gußstahlfabrikation dazu genötigt, zu einer Einschränkung der Arbeit und der von ihm bisher gezahlten Arbeitslöhne zu schreiten. Königlich=Preußische Klassen=Lotterie. (Ohne Gewähr.) Berlin, 2. August. In der heute fortgesetzten Ziehung der 4. Klasse 174, preußischer KlassenLotterie fielen: 1 Gewinn von 60000 K auf Nr. 76478 1 Gewinn von 30000 K auf Nr. 64277. 3 Gewinne von 15000 K auf Nr. 411 42940 84634. 2 Gewinne von 60 0 K auf Nr. 31155 65970. 38 Gewinne von 3000 M auf Nr. 4886 12888 16207 19101 22013 22452 26084 26236 28739 32564 38912 41647 41842 42109 42675 44946 45861 47848 51713 55451 58527 62 93 64066 67040 68953 71293 71748 71980 74673 77588 78422 79031 81890 83302 87573 87633 91111 93262. — 3 August. Bei der heutigen Ziehung fielen: 1 Gewinn von 30000 K auf Nr. 27249. 2 Gewinne von 15000 M auf Nr. 13656 73974. 6 Gewinne von 6000 M auf Nr. 2481 33115 40146 61645 74993 83480. 41 Gewinne von 3000 K auf Nr. 3217 3937 9693 12202 14657 15012 15754 18289 18783 26200 26875 29058 32834 32877 38715 39037 3927741325 43594 47254 47318 47594 48272 48459 53426 53764 54399 59001 61695 64252 65832 72778 74012 79954 80581 84694 85681 87596 88321 93075 94574. Vermischtes. * Ein schreckliches Ende hat Samstagabend bei Berlin eine Landpartie genommen. Ein Kremser mit etwa 20 Personen kam aus dem Grunewald zurück und hatte dabei die Dampfbahnstrecke nach demselben zu passieren. Trotz aller Abreden wollte der Kutscher einer heranbrausenden Maschine vorfahren, die letztere faßte aber den Kremser und warf ihn um. Eine Frau und ein Mäbchen sind den erAltötting werden durch den Bischof von Passau die Vigilien und das Totenamt abgehalten. * In Münchengrätz stürzte am Sonntagabend im Theater nach Beendigung der Vorstellung der große Petroleumkronleuchter von der Decke in den Zuschauerraum hinab, in tausend Stücke zerschellend. Das Petroleum ergoß sich über die Sitze, welche sofort in Brand gerieten. Aus dem Publikum, welches gerade zur Thür hinausdrängte, stürzten beherzte Leute zurück und bewarfen die Branntstätte mit Mänteln und Tüchern, so daß das Feuer bald gelöscht wurde. Hätte sich der Unfall nur wenige Minuten früher ereignet, so wäre ein entsetzliches Unglück die Folge gewesen, denn das Theater war gedrückt voll. * Die Nachrichten über die Hungersnot in Labrador, welche von Tausenden von Verhungerten sprachen, sind übertrieben, wenn es auch schlimm genug aussieht. Innerhalb der letzten beiden Monate sind mehrere hundert Personen der Kälte, dem Hunger oder den wilden Tieren erlegen. Männer, die durch Hunger zum Wahnsinn getrieben waren, kämpften mit den Bären um die Ueberreste ihrer toten Kameraden und wurden von den Tieren meist gleich mit verzehrt. Todes-Anzeige. Heute morgen 11 Uhr entschlief nach längerem) in Geduld ertragenem Leiden meine innigst geliebte Gattin, unsere gute) Mutter, Schwieger- und Grossmutter, 5 die Ehefrau Schlosser Diedr. zur Nieden, im nahezu vollendeten 68. M Lebensjahre. Freunden und Verwand-) ten diese Mitteilung mit der Bitte um stille Teilnahme. Heedfeld, Steele, Essen, Haspe und Schwerte, den August 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. S Die Beerdigung findet“ Donnerstag, den 5 August, nachmittags 4 Uhr, statt. es-Anzeige. Gestern abend 8 Uhr 4 entschlief sanft nach län( gerem mit Geduld er-) tragenem Leiden unser Cinnigst geliebter Vater, 4 Schwieger- u. Grossvater, 9 der Schmied Johann Casp. Grüber, im nahe vollendeten 70. Lebensjahre. * Verwandten, Freunden ( und Bekannten widmen # diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Teil(schms. ( Schwerte, 4. Aug. 1886. P Die trauernden hinterbliebenen. ( * Die Beerdigung findet Samstag, den 7. August,## nachmittags 4 Uhr, statt. Teranntmachung. Die Ausführung einiger Schreiner= u. MaurerArbeiten an der Schule zu Höchsten, veranschlagt zu 156 Mark, soll am Freitag, 6. August kr., nachmittags 3 Uhr, bei dem Wirt Gust. Gärtner zu Höchsten öffentlich, wenigstfordernd verdungen werden. Westhofen, 2. August 1886. Der Amtmann: Rebber. Putzpomade, à Dose 10 und 25 Pfg, empfiehlt Cark Praus. anaa Geschäfts= Verlegung. u Mit dem heutigen Tage verlegte mein### Hut=, Mützen= und aus dem Hause des Herrn Kleingarn#2## in das Haus der Frau Witwe Bornemann amMarkt. 28 Für das mir bisher geschenkte Wohlwollen bestens dankend, bitte ein geehrtes Publikum, mir dasselbe auch fernerhin bewahren zu wollen. Schwerte, den 1. August 1886. Hochachtungsvoll 26 Hlerm. Purscher,&ap RRARRERAAAE8A8 Standesamt Westbofen. Anmeldungen vom 16. bis 31. Juli 1886. Geburten: ein Sohn: Fabrikarbeiter August Boenig zu Holzen. Fabrikarbeiter Ludwig Dreischer zu Wandhofen. Berginvalide Carl Kampmann zu Wanne. Bergmann Theodor Becker zu Eichholz. Schmiedemeister Ludwig Kamm zu Lichtendorf. Landwirt Anton Niggemeier zu Wandhofen. Eine Tochter: Fabrikarbeiter Friedrich Becker zu Wandhofen. Fabrikarbeiter Carl Mann zu Westhofen. Ebeschließungen: Steinbruchmeister Wilhelm Schreiner zu Westhofen mit Karoline Steffen zu Garenfeld. Fabrikarbeiter Wilhelm Naust zu Geisecke mit Wilhelmine König zu Hennen. Bergmann Wilhelm Osthoff zu Wanne mit Wilhelmine Brockhaus aus Niederhofen. Sterbefälle: Ehefrau Steinbauer Ludwig Arnold, Margaretha Elisabeth Sophie geb. Schoeler, Westhofen, 61 J. 8 M. 12 T. Ida Bolte, Eichholz, 3 J. 9 M. 14 T. Diedrich Klempt, Wandhofen, 1 J. 8 T. Ehefrau Fabrikorbeiter August Edelhoff, Sophie Friederike geb. Fischer, Westhofen, 33 J. 6 M. 1 T. Emma Anna Dürhold zu Lichtendorf, 3 J. 4 M. 4 T. Rudolf Schumacher zu Garenfeld, 1 M. 20 T. Mathilde Wilhelmine Schulz zu Westhofen, 1 J. 3 M. 6 T. Franziska Henriette Born, Eichholz, 3 J. 2 M. 14 T. Studiosus Christian Gockel, Geisecke, 21 J. 7 M. 16 T. Weichensteller Carl Pieper, Westhofen, 47 J. 10 M. 26 T. Standesamt Aplerbeck Anmeldungen vom 11. bis 25. Juli 1886. Aufgebote: Anna Sophia Voß u. Bergm. P. Bräll, Aplerbeck. Catharina Taubert u. Bergm. W. Horstmeier, Sölde. Wilhelmine Wiesemeier u. Soldat H. Schwerte, Berhofermark u. Hagenau. Lisette Potthoff u. Schuhmchr. W. Kersting, Aplerbeck. Ida Schulte u. Schreiner W. Tölle, Aplerbeck. Eheschließungen: Bergm. H. Bürger u. Caroline Heidemann, Sölde u. Aplerbeck. Bergm. F. Kugel u. Sophie Berner, Sölde. Oekonom H. Wilmsmann u. Alwine Steffen, Berghofen u. Benninghofen. Bergm. H. Hofmeister u. Caroline Heinke, Berghosermark. Bäcker H. Holtmann u. Caroline Uebbing, Schüren. Geburten: Ein Sohn: Bergm. F. Niepel, Holzwickede. Kötter W. Büiking, Aplerbeck. Berataglöhner J. Spies, Aplerbeck. Schieferdecker W. Emmerich, Holzwickede. Fahrikarb. C. Buchbach, Schüren. Fabrikarb. W. Schenk, Berghofen.— Eine Tochter: Kaufm. W. Kaufhold, Aplerbeck. Fabrikarb. C. Twittenhof, Schüren, Bergm. W. PLotthoff, Schüren. Bergm. H. Kugel, Sölde. Bergm. M. Grebe, Sölde. Fabrikorb. H Walter, Schürufer. Schneider W. Brauckhoff, Berghofen. Fabrikarbeiter W. Cramer, Berghofen. Bergm. A. Schrader, Aplerbeckerbeide. Sterbefälle: Maria Heße, Aplerbeck, 14 J. 4 M. 15 T. Bergm. H. Pleße, Berghofen. Schmied J Köster, Schüren, 43 J. 24 T. Bergm. C. Gießelmann, Schüren, 25 J. 10 M. 5 T. Maurer I. Blettner, Hengsen, 81 J. 3 M. Ehefrau Tagelöhner H. Hobein, Schüren, 55 J. 11 M. 16 T. E. Herkelmann, Sölderholz, 4 J. 26 T. A. van Loo, Aplerbeckerholz, 2 J. 9 M. 13 T.— Totgeburt: Bergm. H. Biermann, Hengsen, 1 Tochter. Bergm. F. Jungholt, Schüren, 1 Sohn. Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 5. d. M., nachmittags 6 Uhr, werde ich in der Nähe der katholischen Schule hier Kartoffeln öffentlich, meistbietend gegen Barzahlung zwangsweise versteigern. Schwerte, 4. Aug. 1886. Matz, Gerichtsvollzieher. Mietzins= Quittungsbucher mit vorgedrucktem Mietsvertrage empfiehlt Carl Braus. In einem Steinbruch in der Nähe von Bielefeld finden 4 Arbeiter dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn. Näheres in der Exped. d. Bl. Krieger- und Landwehr-Verein Hennen. Außerordentliche General-Versammlung Sonntag, den 8. August. nachmittags 5 Uhr, im Vereinslokal. Tages=Ordnung: Beteiligung am Kreis=Verbandsfest. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Arendsscher Stenographen-Verein „Mercur. Donnerstag, 5. d. duts., General-Versammlung. Der Vorstand. dis Arbeiterllassen ungewöhnlich groß is1 Petersbung unterggardnet.— Küess 2—441 1 14 ee Lolnm.. von 0 Nach beendeter Saison stelle meine sämtlichen Warenvorräte zu bedeutend ermäßigten Preisen zum een- bradtr un ie.., l. weinberg, Mörde. *# und Scsccmettettrrtetrtttr“ Enngtmem *" 0R: S C“„ df•stterereree Handels=Nachrigten. „Freischütz.“* R ld und Verpachtung. Montag, den 9. August, kommt zum Verkauf: nachmittags 6 Uhr: das Gras auf Bötterlings Dreisch auf dem hintersten Bruch, um 6½ Uhr: die Haferfrucht auf dem Rösenerschen Lande inim beiden Kämpen. Auch soll zugleich das Land an Ort und Stelle auf mehrere Jahre verpachtet werden. Hohenschwert. 14 Morgen gut geratenes reines Gras auf dem Oelken sollen Montag, den 9. August, morgens 9½ Uhr, im Auftrage des Herrn Rentner! Quincke zu Iserlohn gegen Kredit verkauft werden. H. Albrecht. Mifstonsfest in Schwerte. Die beiden hiesigen ev. Gemeinden gedenken am nächsten Sonntag, den 8. August, das diesjährige Lokal-Missionsfest zu feiern.„ Der Festgottesdienst in der größeren Kirche beginnt ½10 Uhr vormittags. Die Festpredigt hält Herr Pastor Cremer von Welver. In der Nachversammlung Strickerschen Garten an der Ruhrbrücke, nachmittags ½3 Uhr beginnend, wird Herr Missionar Klammer, welcher früher in Borneo und Sumatra thätig war, Mitteilungen machen. Die Gemeindeglieder werden zu fleißiger Teilnahme an der Feier freundlichst gebeten. Handels=Nachrichten. Schwerte, 4. August 1886. Der Turn-Verein Ergste feiert am Sonntag, den 8. August 1886, an ∆ 8 2. Stiftungsfest, 8 verbunden mit Fahnenweihe Vereinslokale bei Wwe. Kage. Programm: Mittags 2 Uhr: Antreten der Mitglieder zum Abholen Fahne beim Vorsitzenden. 3 Uhr: Fahnenweihe. im der Moviliul= und Geräte=Verkauf. Gleich nach dem obigen Verkauf in Oelken werden in der Behausung der Frau Witwe Breuken viele entbehrlich gewordenen Geräte und Mobilien, als: Betten, Matratzen, Tische, Stühle 2c., verkauft. 8. Albrecht. ½4 Uhr: staus sK Von 4 Uhr ab: Samstag, 21. August,§ Konzert u. Schauturnen. vocatgs 4/, b. 8 9 Abend, 8 Uhr. 8 grosser Festball, während desselben: = Fackelreigen.= □e 2 Donnerstag, den 12. August, grosses E MaterKouant ganzen Dortmunder Orchestervereins(25Mann) unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters 8 Herrn Huthmacher. 8 # Anfang des Konzertes 4 Uhr. Entree 50 Pfg.# Nachher 8 Fanzkränzchen. Hierzu 75 Pfg. Damen frei. Achtungsvoll 2 Bernh. Neuhaus. Verrauf eines Won Toc Ackerguts. Brennereibesitzer Kusgörd zu Schälk will sein zu Tiefendorf, 1 Stunde von hier gelegenes Ackergut, bestehend aus 35 Morgen Ackerland, 17 Morgen Wiesen und Weiden und 6 Morgen Waldung, nebst Wohn= und Oekonomiegebäuden, am Donnerstag, 12. August, nachmittags 3 Uhr, parzellenweise, oder auch im ganzen meistbietend verkaufen lassen. Zusammenkunft auf dem Hofe. Hohenlimburg, den 25. Juli 1886. Künemund. 100 Kg.—200 Pfd. ter 2ter 4. 51 515 .5 — 95 Dortmund, 31. Juli 1886. 14 175 Weizen, schwerer mittel leicht Roggen, gut mittel gering Hafer, gut.. mittel „ gering Gerste, schwere mittel leicht Kartoffeln Stroh(Richt=) Heu.... Butter, 1 Kilo Eier, 60 Stück Neuß, 3. August 1886. 40 1425 0 440 4/80 70 in den bekannten Haus Hennschen Wiesen. C. Jonas.[C Ein Ladenregal /8 mit Glasthüren oder##### großer Hücherschrank zu kaufen gesucht. Näheres in der Erped. d. Bl. Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. A.KUNZ, STUTTGARTL Grösstes Lager Ke Kupfer-Clichés NUe alle Geschäftezweigs. Manverlange Musterbogen unter Angabe der Geschäftsbranche. es punte Zum 2. Septbr. Vaterländische Volks- u. Festlieder 20. Auflage. 46 Lieder in farbigem Umschlag geh. Preis 15 Pfg., 25 Expl. 3 Ml., 100 Expl. 11 Mk. bei vorheriger Einsendung. Julius Joost in Langenberg(Rheinland). Ein Exemplar liegt in der Expedition zur Ansicht aus. Feinste geräuch. Bratwürschen, Postkolli 70 Paar 6 Ml. Sievers, Friedrichshof, O.=Pr. empfiehlt O. Gruss in Dortmund, 126 Westenhellweg 126,„„ Bandagist und Fabrikant künstl. Glieder und orthopädischer Maschinen, empfiehlt sich Bruchleidenden, sowie Personen, die an Rückgrats- und Bein-Verkrümmungen, schiefer Haltung, rundem Rücken, Klumpfüssen, Hängebauch und Unterleibsschwächen leiden, sowie Amputierten zum Anpassen und Massnehmen der Bandagen, Apparate und Korsetts, sowohl für normalbewachsene als auch für verwachsene Personen; für letztere so, daß bei Tragung derselben geringe körperliche Gebrechen verdeckt bleiben.„.„. 1. Jäigen Vaspähgrigg Im persönlichen Verkehr während eines langjährigen Aufenthaltes in den mechanischen Werkstätten in Berlin, Wien, Paris 2c. bin ich von den ersten Autoritäten auf chirurgischem Gebiete mit Anfertigung der mannigfaltigsten und kompliziertesten Apparate betraut worden, sodoß es mir möglich ist, allen Anforderungen zu genügen. Wilh. Allmeroth, Dortmun d, Westenhellweg 94, empfiehlt sein neuerbautes photographisches Atelier. Zahnarzt K. 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Näheres zu erfragen in der Exped. d. Bl. Viehmärkte. Dortmund, 2. Aug. Zum gestrigen bezw. heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 237 Stück Großvieh, 123 Schweine, 41 Kälber, 98 Schafe. Per 100 Pfd. Schlachtgewicht wurde gezahlt: für Stiere 32—38 J, für Kühe 1. Qual. 56—60 K, 2. Qual. 51—55 M, für Schweine 1 Qual. 47—50 M, 2. Qual 44—47 M, für Kälber per Pfd. Schlachtgewicht 1. Qual. 65—68 4, 2. Qual. 50 bis 55 4, für Schafe desgl. 1. Qual. 45—50 4, 2. Qual. 40 bis 45 J. Nachdem nunmehr mit dem Auftrieb des Weideviehes begonnen, wird an die Stelle des Dienstagsder Freitagsmarkt treten. Bis auf weiteres findet also Montags und Freitags auf dem hiesigen Viehhofe Schlachwiehmarkt statt. Wechsel= und Geld=Kurse. von der Heydt=Kersten und Söhne. Elberfeld, 2. August 1886. Kurse in Reichsmk. Priese, Geld. 16905 16845 167,80 Amsterdam London Paris.. 203.90 81.05 80.90 203.40 202.90 80.65 80,15 80.50 80.10 80.45 79.95 k.S. 2M. k. S. 2M. k.S. 2M Antw. u. Brüssel k. S. 2M. Basel u. Zürich k.S. 2M. Ital. Hauptbankpl. k.S. Geldsorten. Zwanzigfranks=Stücke Mk. 16,10 G. Fünffranks=Stücke„ 4,00 C. Sovereigns.... 2020 6. 50 — 5 90 5 80.35