W Mu Wuue u ic ueche „ischiu“..: alpshl::: S0“ ii u n c Wppe“ „DO“ S#s und si iig schons iba Wwinie —7* „la u sc mla usdel ne him#gl#i#mo b u nen n n bogg an hc n tl u amshobun wlig u“ snd 13 ni„“ seidenen Netz oder der kattunenen Markttasche verschwinden läßt. Die eine Frau will Schulter vom Rind. Die andere die Wade. Die nächste aus der Rippe. Die eine schwört auf Schweinebauch; es sei das beste Stück, die dritte nimmt„grundsätzlich“ nur Carré. Mit dem Kalb geht's ähnlich, denn der eine Herr Gemahl wünscht Gulasch, der zweite einen Nierenbraten, der dritte eine gediegene Keule. Es kommt vor, daß die Kundschaft— Männer sind Ausnahmeexemplare— sich miteinander fachlich und sachlich unterhält. Jede hat da ihr„Glaubensbekenntnis". Die Ansichten sind sehr verschieden. Bei gewissen Spezialitäten ganz besonders. Der Sauerbraten, das Gulasch, die Keule in Sahne, der Hammelbraten, wildartig zubereitet, das sind alles Doktor= und Gewissensfragen, die flüsternd, aber mit glänzenden Augen erörtert werden. Ein steter Stein des Anstoßes— man verzeihe das etwas paradoxe Wortbild— sind die Knochen, mit denen nun einmal das liebe Vieh unweigerlich auf die Welt kommt. Keine Frau will die Beilage, die Zuwaage; jede bildet sich ein, zuviel davon bekommen zu haben. Aber der Fleischer ist zum Stoiker geworden. Weil es nicht anders geht. Er tut, was er nicht lassen kann. Und dazu gehört es auch, daß er immer ein paar Gramm bis zu einem Viertelpfund, mehr wiegt, als die Kundin gewünscht. Vielleicht ist es wirklich auch nicht anders möglich. Die Kochkunst der Hausfrau wieder ein Kulturfaktor. Von Liselotte Hennoch. Nachdem die vergangenen Jahre der Hausfrauentätigkeit nicht gerade günstig gewesen, hat sich die Erkenntnis von der ungeheuren Wichtigkeit hausfraulicher Arbeit in allen Kulturländern durchgesetzt. Es ist eine logische Folge davon, die Kochkunst der Frau am eigenen Herd höher einschätzen zu lernen, sie als einen wesentlichen Kulturfaktor zu betrachten. Die Führerin eines modernen Hauswesens muß jeden Anspruch auf Vollkommenheit ausgeben, wenn sie nicht eine perfekte Köchin ist. Das weiß auch die junge Frau von heute nur zu genau, und es läßt sich demzufolge eine auffallende Rückkehr an den häuslichen Herd im wahrsten Sinne des Wortes beobachten. Konnte noch vor kurzer Zeit die junge Gattin im Kreise befreundeter Familien stolz mit ihrer Bildung, ihren Kenntnissen imponieren, und gab sie ohne weiteres zu, daß die Küche ihr ein verhaßtes Gebiet sei, so hat sich das im Laufe der jüngsten Vergangenheit geändert. Die moderne Frau von heute will wieder eine gute Köchin sein.—„Wissen Sie, warum so viele Ehen unglücklich werden?“ plauderte ein französischer Advokat in einem Pariser Blatt.„Die Frauen haben es verlernt, am Herd zu stehen, das allein ist maßgebend.“ Es hat sich in der Praxis des Lebens erwiesen, daß in erster Linie die Hausfrau jene Gaben besitzt, um Phantasie und Persönlichkeit in die Küche zu verpflanzen. Ihr ist es begreiflicherweise gegeben, die Ereignisse des sozialen Daseins mit der Küche zu verbinden. Genau so, wie sie in Kleidung und Einrichtung ihren persönlichen Geschmack walten läßt, beweist sie ihn in der Küche. Versteht die Frau von der Kochkunst so gut wie nichts, dann wechsel: ihr Tisch mit der Hausangestellten, die ihn versorgt. In einer solchen Familie kann niemand von einer gewählten und guten Küche sprechen. Hat die Hausfrau nicht den Ehrgeiz, aus selbst kleinen Mitteln das gute und zugleich bekömmliche Gericht zu gestalten, dann ist sie keine wahrhaft vollkommene Hausfrau. Ihr allein bleibt es überlassen, die moderne Hygiene in die Küche zu tragen, ihr allein wird die Fortbildung von Wichtigkeit sein. Die bezahlte Köchin kennt ihre Art der Küche, die hat sie erlernt, damit ist ihrer Kunst im allgemeinen Genüge getan. Die Zahl der angestellten Köchinnen, die sich während der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit weiter fortzubilden wünschen, ist äußerst gering. Hingegen hat die Hausfrau das Streben, sowohl auf Reisen als auch bei Besuchen in bekannten und befreundeten Familien neues zu lernen, um es anwenden zu können. Gerade in unserer Zeit schweren wirtschaftlichen Kampfes ist es weit wichtiger, daß die Frau gut kocht, als daß sie Meisterin im Tennis oder in einer anderen brotlosen Kunst ist. Man findet die vortrefflichsten Hausfrauen nicht gerade selten in Künstler= und Schriftstellerkreisen. Die Frau, die selbst künstlerisch tätig ist, erstreckt ihre moralischen Erfahrungen auch auf die Küche. Sie weiß, daß nur Ruhe, Uebung und ein Vertiefen in die Materie ihr zur Vollkommenheit verhelsen, also wird es bei der Kochkunst sicherlich nicht anderes sein denn bei der Kunst im allgemeinen. Das hat die bekannte Schriftstellerin Ellen Kay in ihrem Werk„Die Frauenbewegung“ in folgenden Worten ausgedrückt:„Die gleichen Frauen, die mit fünfundzwanzig erklären, es sei ihrer nicht würdig, ihre Nase in Kochtöpfe zu stecken, erkennen mit fünfzig Jahren die Bedeutung des Tisches für die Tätigkeit des Gehirns. Ja, sie sind jetzt so stolz auf ein schmackhaftes Gericht, das sie selbst bereitet haben, wie damals in ihrer Jugend auf ihr bestandenes Examen.“ Heutzutage warten die klugen Frauen glücklicherweise nicht mehr bis zu ihrem fünfzigsten Jahre, um das praktische Verständnis für die Küche zu erlangen. Schon das Unabhängigkeitsgefühl fordert von der modernen Frau gebieterisch, sich von einer bezahlten Köchin frei zu machen. Darum lernt sie, was sie noch nicht kann. Und unterbewußt hat sie erkannt, daß dem echten und wahren Mann nichts so an seiner Frau zu imponieren vermag als die vollkommene Beherrschung der guten und gesunden Küche. Der geistreiche Mann kann die Freuden der Tafel am besten schätzen, und er bekennt sich sicherlich zu dem Ausspruch Bismarcks, der freimütig erklärte:„Wenn ich arbeiten soll, dann muß man mir auch gut zu essen geben.“ —1— Neueste von der Mode. Diehochmoderne Schoßbluse. Sie tritt als ausgesprochene Winterneuheit auf, die lange, oft sehr lange Schoßbluse, und hat den Hauptzweck zu erfüllen: Die Trägerin vor Erkältung zu schützen. Sie war wohl anfänglich nur als Berufsbluse gedacht, denn sie stellte sich zumeist aus starken molligen Stoffen gefertigt vor. Wasch= und Rippensamt, Flanell, Wollrips, Veloutine, Foulétuch u. ä. Gewebe mehr wurden zu ihrer Anfertigung verwendet. Tressenbesatz und=einfaß, gewebte bunte Vorden, an einigen sogar pelzartiger Plüsch als Abschluß aller Ränder, dienten an diesen langen Schoßblusen als Ausputz. Die außerordentliche Kleidsamkeit und der flotte adrette Eindruck, den sie hervorriefen, führte aber bald dazu, auch leichtere Blusen dieses Genres als Konkurrentinnen jener auftreten zu lassen. Dazu kam, daß die Bluse durchaus gesellschaftsfähig wurde und als solche natürlich auch aus feinstem und elegantestem Material gefertigt sein mußte. Das Resultat dieser Wandlung zeigt sich uns schon heute in äußerst schicken und hocheleganten Exemplaren dieser Gattung, in aparter und vornehmer Aufmachung. Hohlsäume, hand= und maschinegenäht, feinste Biesen, Perlstepperei, originelle Jabotteile, neugestaltete Aermel mit Ellbogenpuffe oder Doppelärmel vom Ellbogen ab, lange, dichtplissierte Schöße daran und vor allem viel Handstickerei in sehr exakter Ausführung zeichnet das einzelne Modell vor den andern aus. Selbst Doppelschöße, glockig geschnitten oder nur durch zwei übereinander aufgesetzte Falbeln am Rande nur markiert, sind an den neuesten Blusenmodellen dieser Art zu finden. Jedes einzelne Modell dazu angetan, ihrer Trägerin ein sehr flottes, äußerst reizvolles Aeußere zu verleihen. Wo diese Blusen zu einem der modernen Winterkostüme gehören, da ist das Jackett, wie immer, mit dem Stoff der Bluse unterfüttert und eine zweite oder dritte Bluse derart ausgestattet, daß schmale Aufschläge, Stehumleg= oder Klappkragen, Jabotteile, Gürtel oder ringsum gehender breiter Vorstoß, immer vom Stoff des Jackettfutters gefertigt ist, um auch auf diese Weise, wie von der Mode vorgeschrieben, Uebereinstimmung zu erzielen. Eva Maria. — uh i gun uchupte Mo nn ug 13 fllllzu in cpuge aue mog 15. i in We n Pcug i h iie Ma Suzutp ng l n g cho d T i M# uzqusam ze M utzun o uom mat anlog Nuuicz ite Mt u n hugtpe zahvat zac Beilage zu den Zeitungen des E. Holterdorf'schen Verlages und der Beckumer Zeitung. Nr. 46 Samstag, den 15. November 1930 Tanzstunde für die reifere Jugend. Von Hilde Maaß. „Liebling,“ flötet Frau Drops. Liebling?— reagiert es in Herrn Dropsens Bewußtsein unbehaglich— was ist? Braucht sie schon wieder einen neuen Hut? „Liebling, meinst du nicht, es wäre sehr nett, wenn wir gut miteinander tanzen könnten?— Ich muß sagen, ich finde sogar, daß das zu einer vollkommenen Ehe gehört— Harmonie auch im Tanzrhytymus. Weißt du, so innig verwoben elegant über das Parkett zu gleiten!— Und außerdem ist es mir peinlich, da doch die Gesellschaften bald einsetzen, daß du nie eine andere Dame auffordern kannst.— Nun habe ich neulich mit verschiedenen Damen, deren Männer auch nur so herumstanden, gesprochen. Wir wollen gemeinfam einige Tanzstunden nehmen. Was meinst du dazu, Liebling?—— Und du weißt doch, wie gerne ich tanze!“ Und so geschah es, daß Herr Drops, durch mehrere Wochen hindurch mürde gemacht, mit seiner Frau und einigen befreundeten Ehepaaren eines Abends auf dem Parkett stand. Einen Kreis bildend, harrte man der Anweisungen, die aus dem Munde des Tanzmeisters kommen sollten. „Also bitte noch einmal die Herrschaften Foxtrott: vier Schritte gehen und die Drehfigur. Bittel— eins, zwel, drei, vier—!— Hilflos baumeln Arme und Hände. Ja, was tut man um Gottes willen mit diesen Extremitäten, wenn sie keine Zigarre, Zigarette, Bleistift oder Füller halten? Wenn sie nicht auf Armstützen liegen, sich in Mantel= oder Hosentaschen vergraben? Herr Drops entschließt sich dazu, wenigstens einen dieser lästigen Gegenstände in dem Zwischenraum zwischen erstem und zweitem Jackenknopf unterzubringen. Auch wußte Herr Drops bisher noch nicht, daß es auch in nüchternem Zustand sehr schwierig sein kann, das Gleichgewicht des Körpers richtig auszubalancieren. Donnerwetter! Und bei dieser Zählerei soll man die Beine nicht verwechseln! Schwerarbeit! „Bitte, jetzt paarweise dieselben Schritte!" Na, jetzt wird's erst richtig! Problem: Wie kommt Herr Drops mit seinen unsicheren Beinen an denen seiner Frau vorbei? Den anderen Paaren scheint's auch nicht besser zu gehen, stellt Herr Drops beruhigenderweise fest. Der Pianist zerhackt immer dieselben„Blutroten Rosen“. Eine Viertelstunde lang. „Na, das geht ja schon ganz gut“, sagt der Tanzmeister. „Wollen wir gleich noch die ersten Schritte vom„englisch Waltz" durchnehmen. Sehen Sie so: Rechts beginnt! Rechts — zwei, drei—, links— zwei, drei, dabei drehn— zwei, drei, links— zwei, drei“. Das Klavier stöhnt:„Ei——nm——al sagt man sich Adieu, ween man sich auch no—och so liebt“.— Ungelenke Männerbeine sträuben sich wütend gegen ungewohnte Gangarten. „Die reinste Hohe Schule. Mir ist schon ganz schwindlig“. ächzt Herrn Dropsens Hintermann. Drops nickt, fährt sich mit dem Taschentuch übers Gesicht. Einige Stunden später: Tango! Die Gatten sind schon weit sicherer. Sie beginnen bereits, sich auf ihre Führerrollen zu besinnen. Die Damen wagen wieder aufrichtigere Kritik zu üben. „Paß' doch besser auf, ein paar Schuhe hast du mir schon zertreten,“ zischt Frau Drops. „Das liegt nur an dir, liebe Irene. Erstens fängst du immer mit dem falschen Bein an, und zweitens willst du immer das machen, was du willst. Du mußt dich mir unterordnen“. Herrn Dropsens Stirnader schwillt. „Vielleicht wollen die Herren mal die Damen wechseln“. Eines Tages fühlen sich die Tanzstundenpaare reif, der übrigen Menschheit ihre Künste zu zeigen. Bei solch einem albernen Orchester ist es allerdings nicht leicht, einen Foxtrott von einem Tango zu unterscheiden. Und dieser wenig akurate Takt! Na, mit Leisezählen wird's schon gehen. Drops ist doch einigermaßen stolz, als er die Gattin kunstgerecht herumschwenkt. Ganz sabelhaft aber fühlt er sich im Duett mit einer von den anderen Tanzstundendamen.—„Ich finde, das ist sehr gut eingerichtet, daß man meistens nicht mit seiner Frau tanzen muß“, gesteht er aufrichtig.„Nette Erfindung ein bißchen abwechllungsreicher, diese Tanzstunde für die reifere Jugend!“ Romane von Frauen, und wer sie liest. Von Robert Feigens. Daß die meisten Frauenromane von Frauen geschrieden werden, ist sicher. Zwar gibt es wahrscheinlich noch keine Statistik darüder, ob die Leserinnen lieber zum männlichen oder zum weiplichen Autor greifen. Einer großen Zahl von Frauen bedeutet der Roman die schönste Unterhaltung, den besten Trost. Sie fühlen ein Verlangen nach dem Buch, wenn ihre Tätigkeit ihnen dazu einen Augenblick Zeit läßt, oder wenn sie sich selbst in deprimierter Verfassung befinden. Die Zeilen des Buches sollen sie in eine andere frohe und lichtumflossene Weld versetzen— wenigstens denkt der Durchschnitt aller Frauen so—, und es sind vielleicht nur einige intellektuelle, die den stark realistischen Roman dem andern vorziehen. Den meisten Anklang finden Erzählungen, in denen edle Charaktere im Mittelpunkt der Handlung stehen. Das Gute muß siegen, das Böse untergehen, und das Happyend soll immer die optimistische Gedankenrichtung des Verfassers beweisen. Man kann behaupten, daß die Frau der Gegenwart von einem Roman eine andere Art der Spannung verlangt, als die Frau der vergangenen Zeit. Wenngleich Kriminal= und Detektivgeschichten ihr großes Publikum finden, so sucht die Leserin von heute den seelisch vertieften Lesestoff mit handelnden Personen, die ihr auch im Leben begegnen könnten. Noch vor dem Kriege mußte jeder Frauenroman ein Schloß als Hintergrund aufweisen. Gräfinnen und Fürstinnen in ihrem romantischen Privatleben zu verfolgen, konnte als die interessanteste Lektüre bezeichnet werden. Heute möchte die Frau wissen, wie es ihrer Leidensgefährtin aus den gleichen sozialen Verhältnissen geht, und sie schätzt den Schriftsteller, der ihr eine tiefe Handlung mit dem Schimmer der Wahrscheinlichkeit schildert. Alles Absonderliche und Zufällige lehnt sie ab, und die Unwahrscheinlichkeiten entlocken ihr höchstens ein leises Lächeln. Jene Schauererzählungen, die einst unter dem Titel „Von der Stallmagd zur Herzogin“ in Heften oder Büchern erschienen, finden kaum noch ein lesefrohes Publikum. Unter den Romanleserinnen stehen die derufstätigen Mädchen, und von ihnen wiederum die Bureauangestellten an erster Stelle. Sie bilden das Stammpublikum der Leihbibliotheken, sie sind die eifrigsten Leserinnen unserer Zeitungs= und Fortsetzungsromane. Je wahrhaftiger das Schicksal eines arbeitenden Mädchens geschrieben wird, um so mehr Beifall findet das Buch. Die beschäftigungslosen Haustöchter, von denen es ja immer noch eine erhebliche Anzahl gibt, versorgen sich schon häufiger mit anderm Lesestoff. Ihnen sind Biographien groher Männer und bedeutender Frauen wesentlich, und sie lie „„„ P S3 aus der Selbstlosigkeit ihres Herzens heraus. Erst dann überläßt sie sich der Lektüre, wenn sie auf eine ungestörte Stunve rechnen kann, und da der Arbeitstag der Hausfrau nie aufhört, muß sie sich in zahlreichen Fällen mit den Zeitungsromanen allein begnügen. Sie bilden oft während vieler Wochen ihre einzige Lektüre. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß Frauen bedeutend mehr Lesestoff brauchen als Männer. Dieser Meinung steht jedoch das Material gegenüber, das die Leipziger Bücherhallen während der Zeit von vier Jahren gesammelt haben. lasen in den Jahren 1922—26 in den Leipziger Bibliotheken 532000 Männer und 248000 Frauen die verliehenen Werke in der Zahl von 780000. Die belehrenden Bücher populärwissenschaftlicher Art, die See= und Reiseschilderungen gingen an die Männer, während die Frauen den Unterhaltungsroman, Literaturgeschichten und Lyrik für sich in Anspruch nahmen. Daß die Männer so viel mehr Anhänger der Lektüre sind als die Frauen, erklärt sich aus der Verschiedenartigkeit ihrer Lebenseinteilung. Nach beendeter Arbeit kehrt der Mann ins Haus zurück, um verwöhnt und umsorgt zu werden. Die Frau hingegen, auch wenn sie von ihrem Beruf ermüdet heimkommt, muß sich der Pflege ihrer Kleidung und ihres Aeußern in einem weit höheren Maße widmen. Die Sparkasse der Hausfrau. Von Margarete Hodt Es gibt ein niederdrückendes und ein fröhliches Sparen. Wenn manche Hausfrauen ihr Wirtschaftsgeld erhalten, legen sie sofort einen Teil beiseite, um mit dem Rest, so gut over# schlecht es gehen will, den Haushalt zu bestreiten. Es ist daher kein Wunder, wenn dann nicht immer die beste Butter ge kauft wird, oder wenn die Hausfrau verdordenes Obst oder welkes Gemüse vom Wochenmarkt heimbringt. unterschätzen. Es kommen nur zu leicht unvorhergesehene und nicht berechnete Ausgaben, bei denen es wirklich von großem Wert ist, wenn die Hausfrau eine kleine um sich aus der Verlegenheit zu helfen. Umsicht, Weitblick, praktischer Sinn und Warenkenntnis der Hausfrau beim täglichen Einkauf verhelfen zu ihrem Besitz. sind dünn, die Fleischstücke klein, das Tischtuch ist nicht immer ganz sauber, an Blumen fehlt es ganz. Die Hausfrua spart eden auf eine häßliche Art. Sie fühlt sich selbst rightgerze o dabei, ist daher unzufrieden und verdrießlich. Augerrem ist sie mit Aebeit überlastet. Immer ist sie gehetzt, dernn. ze. Besorgungen gebraucht sie viel Zeit. Sie kennt Geschäfte, man bestimmte Waren etwas billiger bekommt, aber Wege dorthin sind weit und sie würde niemals unnd#n# Geld für die Straßenbahn ausgeben. Nein, gemütlich ist es nicht, mit ihr zu leben, aber sie bildet sich ein, daß sie eine außerordentlich tüchtige Hausfrau ist, denn sie ist ja so sparsam! Es gibt noch eine andere Art Hausfrauen mit eigener kleiner Sparkasse, aber sie sparen, was sie wirklich übrig haben. Man macht einen Ausflug und gebraucht für einen Tag keine Milch. Das Milchgeld wird in die Sparkasse gelegt. Man wollte ins Theater gehen, aber es wurde aus irgendeinem Grunde nichts daraus. Nun, das Geld für die Eintrittskarte kommt auch in die Sparkasse. Manchmal hat die Hausfrau einen kleinen Nebenverdienst. Das Geld, das sie dafür bekommt, wird gespart. Im Haushalt fehlt es an nichts. Die Nahrung ist schmackhaft und reichlich, in der Wohnung ist es warm und gemütlich, die Zeit ist gut eingeteilt. Die Hausfrau selbst sieht gepflegt aus und ist vergnügt. Und die Sparkasse? Eines Tages wird sie geleert und dann wird irgend etwas dafür gekauft. Das ist selten ein praktischer Gegenstand, sondern immer einer, den man, wenn man will, mit„Luxus“ bezeichnen kann. einer, der zur Freude da ist, der einen lange gehegten Wunsch der Hausfrau oder des Hausherrn und der Familie erfüllt. 94 Eine dritte Art von Hausfrauen spart noch auf eine andere Art, die beinahe noch fröhlicher ist. Sie beginnt damit am 1. Januar, wenn der neue Kalender da ist. Jeden Abend reißt sie einen Kalenderzettel ab und wickelt den ersparten kleinen Betrag hinein, heute nur 2 oder 5 Pfennige, morgen vielleicht 10, ja an glücklichen Tagen sogar noch mehr. Alle diese Päckchen werden bis zum Silvesterabend gespart. Und beim Punsch gibt es ein vergnügtes Auswickeln. Alle diese weisen Sprüche auf den Zetteln werden gelesen, besprochen oder belacht, wenn sie sich auf den Inhalt in drolliger Weise beziehen. Vom Gelde aber darf sich in erster Linie der Hausherr etwas kaufen, wenn er nicht zugunsten seiner sparsamen Frau darauf verzichtet. Aber Spaß beiseite! Die Sparkasse der Hausfrau, welcher Art sie auch sein mag, ist nicht zu Wie schafft sich die Frau ein behagliches Leben? Vor allen allen Dingen muß die Hausfrau Lust und Liebe zu ihrem oft schweren Berufe haben, sie darf nie müde werden, ihren Lieben das Leben behaglich zu machen, ihre Kinder zu gesunden und fröhlichen Menschen zu erziehen. Sodann ist es durchaus notwendig, daß eine tüchtige Hausfrau ein Wirtschaftsbuch führt, denn das Anschreiben der täglichen, monatlichen, vierteljährlichen und Jahres=Ausgaben orientiert sie jederzeit über die verfügbaren Mittel. Dabei ergibt sich von selbst ein genauer Ueberblick über die monatlichen größeren Ausgaben, ebenso lassen sie bei einem größeren Haushalte große Einkäufe, die durchaus praktisch sind, gleichmäßig auf die einzelnen Monate verteilen. Nur auf diese Weise wird die Hausfrau gut und sparsam wirtschaften.„Zuerst rechnen und überlegen, dann einkaufen.“ Die tüchtige und praktische Hausfrau muß den Küchenzettel für die Woche zurechtgelegt haben, wenn sie sparsam mit ihren Mitteln umgehen und ihre Reste verbrauchen will. Verdorbene Speisen darf es in einem gutgeleiteten Haushalt überhaupt nicht geben, und die vorsorgliche Hausfrau überlegt nicht erst, was gekocht werden soll, wenn es Zeit ist, das Mittagessen herzurichten. Sie ist fleißig und pünktlich und wirtschaftet nach dem Grundsatze:„Zeit ist Geld!“ indem sie auch die Arbeiten im Hause gleichmäßig verteilt, damit nicht an einzelnen Tagen eine ganz unnötige und den Hausherrn nervös machende Ueberbürdung eintritt. Die immer wiederkehrenden Haushaltungsarbeiten lassen sich durch Hausfrau und Dienstmädchen sehr gut in den sechs Vormittagsstunden der Woche erledigen, freilich nur bei tüchtiger Arbeit und gutem Willen von beiden Seiten wird dann auch die Frau des Hauses sich in zierlichem, netten Hauskleide einen ruhigen, freien Nachmittag schaffen, sie wird Zeit finden, ein gutes Buch zu lesen, Zeit finden für ihre Kinder, und Ruhe, liebe Gäste zu empfangen. Auch für das Mädchen ist es eine Wohltat, wenn es, sauber gekleidet, sich nachmittags mit leichter Hausarbeit beschäftigen kann. Stets und schnell sollte die Hausfrau zu einem Spaziergang mit dem Gatten bereit sein, dazu muß auch die geplagteste Frau Zeit finden. Die freundliche Aufforderung zu einem Spaziergang von seiten des Gatten darf nur abgelehnt werden, wenn wirklich ein triftiger Grund dafür vorhanden ist, nie aber mit den Worten— ach, geh nur allein, ich habe keine Zeit, ich habe noch dies und jenes zu tun. Der Mann erwirbt, und recht mühsam, den Lebensunterhalt, ihm soll das Haus eine Stätte der Ruhe und Erholung sein, lasset ihm daher ein Heim schaffen, wo er sich froh und glücklich fühlen kann. Erziehen wir daher auch unsere Töchter zu tüchtigen, praktischen Hausfrauen! Mein Kind langweilt sich. Nie zeigt sich ein Kind unausstehlicher, verfällt auf mehr Ungezogenheiten, als im Stadium der Langeweile, die es oft plötzlich im gewohnten Spiel überfällt. Hat es ein Spielzeug sozusagen erschöpft, so daß ihm dieses bei allem Drehen und Wenden nichts Neues mehr zu geben hat, seine Phantasie nicht mehr anregt, keine Verwendungsmöglichkeit mehr dietet, dann stellt sich, namentlich bei temperamentvollen Kindern, der Ueberdruß daran oft so rasch ein, wie man eine Hand wendet. Mißmutig greift es nach diesem und jenem anderen Gerät, aber die Verstimmung über das ihm lästig gewordene Spielzeug ist doch schon so groß, daß es auch daran keine Freude mehr findet. Das Kind langweilt sich und wird deshalb unRETD uo Wu M guia uug“ i g h u W n T ldoueb Szog Zspzs 230 nu..““ gun Whisng 2d isn ann wcnnz sutz (usiogzn Plagtunge wirsch, nörgelnd, zanksüchtig gegenüber den Geschwistern und Spielgefährten, oder mit einem Wort gesagt: unausstehlich. Wie leicht hätte es aber jede Mutter in der Hand, diesem unerquicklichen Zustand vorzubeugen, indem sie während der langen Zimmerhaft eines Kindes diesem nur Spielzeug in die Hände gibt, das ständig veränderungsfähig, immer wieder neue Spielmöglichkeiten bietet. Neben dem Baukasten in all seinen Ausmaßen und Zusammensetzungen ergibt vor allen Dingen die weiche Knetmasse ein geradezu unerschöpfliches Material zur Tätigkeit für das Kind. Es kann daraus jedes Gebilde, das seine Phantasie ihm vorgaukelt, nachahmen und herzustellen versuchen, ohne anderer Hilfsmittel als seiner Fingerspitzen zu bedürfen. Ist es geschickter geworden, dann leisten ihm dabei einige Modellierhölzer vortreffliche Dienste. Aber selbst das Kleinkind schon kann mit dieser Knetmasse sich stundenlang betätigen, wenn sie, auf einen flachen Teller oder auf ein altes Tablett gestrichen, an dessen Stelle auch ein flacher Karton verwendbar ist, die weiche Unterlage für allerlei kleines Spielgerät bildet. Auf dieser weichen Bodenmasse kann das Kind mit Hilfe von Hölzchen, wozu auch abgebrannte und=geschnittene Streichhölzer zu verwenden sind, ganze Straßen legen und Häuser bauen, kleine Gärten ausführen. Ganz wundervoll lassen sich Mosaikarbeiten mit Hilfe von alten Knöpfen auf dieser Unterlage herstellen. Kurzum, dieses Material ist geradezu unerschöpflich in seiner Gestaltungsmöglichkeit. Ebenso sind größere Mengen unmoderner Knöpfe für das Kind meist ein sehr begehrtes Spielzeug, mit dem es sich stundenlang auf angenehmste Weise beschäftigt, und gibt ihm die Mutter dazu weichen Karton, in den sich die Knopfösen leicht eindrücken lassen, dann ist meist selbst das unruhigste Kind voll Eifer dabei, die selbstsortierten Knöpfe auf diesem Karton reihenweise zu befestigen und dadurch vor jeder Langeweile bewahrt zu bleiben. Die außerordentlich wertvollen Fröbel=, Lege= Flecht=. Tusch=, Stick= und Ausschneidearbeiten sollen hier nur gestreift werden, denn diese setzen immer wieder neue Aufgaben voraus, die in oben angeführten Fällen nur einmal zu bewirken sind. Jedenfalls sollte aber jede Mutter danach streben, ihr Kind vor der gefürchteten Langeweile zu bewahren, die of; allein daran schuld ist, daß es Dummheiten macht, die ihm Strafe eintragen oder gar ernste Folgen nach sich ziehen. Wenn die Frau den Braten kaufen geht. Von Elsa Rema. Es ist wohl einer der schwierigsten Einkaufsgänge, der Gang in den Fleischerladen, der ganz jungen, des Wirtschaftens noch ungewohnten Frauen auch aus ästhetischen Gründen anfangs nicht ganz leicht zu fallen pflegt. Denn was später ihr hausfrauliches Auge und Herz erfreut, löst zunächst ein kleines Gefühl des Grauens in ihr aus, und das macht ihr keine Unehre. Die herrlichen Mastochsen und Kälber, die Schweinsund Kalbsköpfe, von grünen Blätterkränzen umgeben, die Pyramide der ach so wundervoll schmeckenden Schweinsknöchelchen, die dunkel=blutigroten Lebern— sie atmen blutiges Geschehen und eine gewisse menschliche Grausamkeit. Es wird heutzutage viel gegen den Fleischgenuß geeifert. Aber es bedeutet eine täglich aufs neue gemachte Erfahrung, daß viele Frauen und Männer, überhaupt die geistigen und körperlichen Arbeiter unter ihnen, ohne ihre bestimmte tägliche Fleischportion nicht existieren können. Grüne Gemüse und frische Früchte sind ihnen kein Ersatz, sondern nur angenehmer Stimulans des Mahles. Es ist allgemein bekannt, daß die Männer anspruchsvoller im Essen sind als die Frauen, wenngleich es auch unter den letzteren ganz gehörige Feinschmeckerinnen gibt Aber sind sie verheiratet, so ordnen sie sich geschmacklich zumeist ihren Herren Gatten unter. Männer tadeln, wenn es ihnen zu Mittag nicht mundet, das Fleisch in erster Reihe. Der eine liebt es hart, der andere weich. Der eine hat es gern durchwachsen, der andere rührt es nicht an. Der eine will mageres Fleisch, der andere fettes. Und nun gar beim Rind! Da hat jeder seine Ueberzeugung, das heißt sein besonderes Stück, entweder dieses oder keines! Obst einkaufen ist auch nicht leicht. Ueberhaupt auf dem Markt, wo die Masse wirkt und der Blick die Einstellung für die Einzelheit gern verliert. Aber Fleisch einkaufen gehen— das ist eine viel größere Herkulestat noch, als gute Aepfel oder Birnen nach Hause bringen. Man muß jedoch Licht und Schatten gerecht verteilen. Auch für den Fleischer ist die Angelegenheit keine ganz einfache, so wenig wie auf anderen Lebensmittelund Warengebieten, bei denen das weibliche Geschlecht die Rolle der Hauptkonsumentin spielt. Die Gegensätze stoßen sich hart im Ladenraume des Fleischers, die eigentlich, von Gott und Rechts wegen samt und sonders geschworene Philosophen und — die Begriffe sind identisch— Weiberfeinde sein müßten. Sie sind es aber nicht. Im Gegenteil, die Fleischer haben meist die hübschesten Frauen, bei denen Aufschnitt kaufen geradezu ein Vergnügen ist. Wo gibt es eine Frau, eine einzige auf dem weiten Erdenrund, die nicht behaupten würde, daß„ihr“ Fleischer grob ist? Wo gäbe es eine Frau, eine einzige auf weitem Erdenrund, die je behaupten würde:„Mein Fleischer gibt mir stets die schönsten Stücke.“ Wo gäbe es überhaupt eine Frau, sei sie alt oder jung, hübsch oder häßlich, klug oder dumm, die je behaupten würde:„Mein Fleischer ist ein netter, zuvorkommender Mann.“ Man muß verdeutschen. Das heißt auch der Fleischer verliert einmal die Geduld, wenn die verehrliche Kundin auch gar keine Einsicht haben will. Daß beispielsweise jedes Kalb wirklich nur eine Leber hat und daß diese Leber nicht eine wie die andere ausfällt, etwa wie ein Dutzend Bleisoldaten, die en gros angestrichen werden. Daß die Kalbsniere nicht von kautschukartiger Beschaffenheit ist. Aber die Frauen zeigen sich auch hier unterschiedlich. Es gibt Kundinnen, die nicht schwierig, die leicht zu befriedigen sind. Sie kaufen ein Stück Rindfleisch zum Kochen, und damit basta. Aber solch ein Musterexemplar ist selten eine verheiratete Frau. Es rekrutiert sich aus den Kreisen der Witwen, der alleinstehenden und der berufstätigen Weiblichkeit. Die letztere will kostbare Zeit nicht verlieren. Und die Witwe oder die Einspännerin unverehelichten Standes sind anspruchslos: sie essen, was sie haben. Wenn sie überhaupt selber kochen, wozu bei ihnen sehr oft keine Lust vorhanden ist. Weil sie auch die Stücke, die sie gern haben möchten, nicht bekommen. Hier ist man wieder bei einem besonderen Kapitel des so überaus schwierigen Fleischergewerbes angelangt. Der Junggeselle und die Junggesellin sind auf bestimmte Fleischstücke angewiesen. Das Lendenbeefsteak ist auf diesem Gebiet beinahe historisch geworden, nicht ganz in gleichem Maße das Rumpsteak und das Schnitzel. Junggesellen erweisen sich oft als Spezialkochkünstler dieser drei Fleischsorten, deren gastronomische Bedeutung man nicht unterschätzen soll Auch ein ordentliches Lendenbeefsteak zu bereiten. will verstanden sein. Doch schließlich will auch der Junggeselle sowie die Junggesellin — es ist in der Liebe nicht anders— Abwechstung. Und darum geht man ins Restaurant, oft der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe. Je größer die Stadt desto mehr Auswahl steht auch in kleinen Portionen aller Fleischsorten zur Verfügung, Denn der Fleischer kann hier mit einen, Geten.seraz rechnen; bei ihm geht alles fort. der Kopf. das das Ende. In der kleinen Stadt sieht sich die Sache schon anders an. Die Kalkulation ist natürlich auf andern Grundsätzen aufgebaut. Hier bleibt nichts anderes übrig als diplomatisches; politisches Vorgehen. Man hängt die schönsten Stücke überhaupt nicht in den Laden. Die werden für die Großabnehmer reserviert, und die Kundschaft bekommt nur zu sehen, was ihr gestattet ist, zu kaufen. Früh und abends, das sind die Hauptstunden im Fleischer: geschäft. Die Weiblichkeit erscheint in hellen Scharen. Dicht gedrängt umsteht sie den Verkaufstisch und beobachtet mit Argusaugen den Fleischer, der bedient, der aussucht, der die Fleischstücke vor den Blicken der verehrlichen Kundin dreht und wendet, als seien sie auf einem altdeutschen Bratspieß aufgesteckt, und der endlich fachlich und sachlich, ein Siegfried mit dem Schwert, mit geschwungenem Beil hackt und klopft bis die Kundin, sei es die Gnädige selbst oder die Persekte die Portion im