BEE, MaUMTEDWEZTS Samstag, den 23. Juli 1932 Nummer 44 Beilage zum Altender Kreisblatt zugleid Neuenrader Zeitung Der Sieg. Georg Eschenbach. Es war das alte Lied: die Tragödie des großen Künstlers, der seinenseigenen Ruhm überlebt hat. Bruno Kentner saß in seinem Hotelzimmer in Wiesbaden. Der gewohnte Luxus umgab ihn noch, der Luxus, der seit beinahe zwei Jahrzehnten zu einer Lebensnotwendigkeit für ihn geworden war, der Luxus, den er nun aufgeben mußte. Denn hier in Wiesbaden war er endgültig zu der Erkenntnis gelangt, gegen die er sich so lange gewehrt hatte: Die Leute wollen von Dir nichts mehr wissen. Das Publikum will andere, jüngere Kräfte sehen. Du bist vom Nachwuchs verdrängt worden. Er dachte daran, wie er selbst mit seinem meteorgleichen Aufstieg einmal Namen von Klang zur Seite schob, wie er damals wohl ein wenig Mitleid mit den Entthronten eiLofand, doch über seinen eigenen Triumphen bald die Besiegten vergaß. Damals war er jung gewesen, berauscht von den Erfolgen, die ihn, den Tischlergesellen, zur Weltberühmtheit gemacht hatten, und er dachte, es würde immer so bleiben, daß die Leute ihm entgegen jubelten, daß sie sich um die Eintrittskarten rissen, wenn er irgendwo ein Gastspiel gab. Wozu hätte er sich damals Gedanken über die Zukunft machen sollen? Watlensteins kehte Schlacht! Historische Skizze von Oskar Franz Schardt. Bleich und übernächtigt beugte sich Wallensteins hohe Gestalt über den Tisch. Die Sterne logen nicht. Der bleiche Uranus, der Träger alles Unheils, stand in seltsamen Beziehungen zu dem rötlich zuckenden Mars. Bleich und mißgünstig stand Uranus. Gespenstisch blinkte das Licht um ihn und verdrängte das Leben. Wallenstein gedachte der Schlacht bei der Alten Feste vor Nürnberg, wo er wie ein Rammbock auf dem Sandsteinhügel gegen den Schweden hielt. Er maß die gewaltigen Stöße der Schlacht bei Nördlingen nach. Seltsam war dies. Immer stand Uranus, der Bleiche, neben dem rötlich flammenden Mars. Immer kämpften in dem wallenden deutschen Zorn, in den Parteiungen der Deutschen die Oesterreicher, die Ungarn, die Italiener und Franzosen, die Panduren, aufgeregt von dem bleichen Stern mit einander, und wenn er im Dämmern die Schlachtfelder durchschritt, erblickte er zumeist die Deutschen in den größten Leichenhügeln. Hingenommen von der bleichen Stunde der Nacht sah er mit einem Male seine Kriegstaten nicht mehr leuchten. Er sah nur den großen deutschen Volkstod. Da fand er es gut, daß er den Würfel geworfen hatte.„ 1.18 8862 Der Kaiser hatte seinen Brief. Darin stand geschrieben Dautnan daran in'###iumal von dem, der ihm das Reich gehalten hatte, daß sich's nit Jetzt erinnerte sich Bruno Kentner daran, wie es einmat wenden könnte nach einer Seite und des nutzlosen Greuels einem früher gefeierten Sänger gelungen war, durch hart= nit abzusehen sei. Mit dem müden Schweden könne man näckige Ausdauer die Schranken zur Seite zu schieben, die der auf einen brauchbaren Kontrakt verhandeln. Hernach aber neue Bühnenstern um sich aufgerichtet hatte. Zitternd stand wälze sich der Krieg über alle mit Niederlagen, ohne daß damals der Entthronte vor ihm, zitternd vor Erregung: etwas gewonnen sei. Hart war ihm dieses Schreiben aus der „Sie haben mich um meinen Namen gebracht! Seitdem Sie Feder gegangen, und der verwundete Kriegstrotz knirschte aus hier sind, will das Publikum mich nicht mehr hören. Sie dem Kiel. Der wollte Frieden. Nur wartete er auf die haben mir meine Künstlerehre genommen! Sie:.. Sie...“ Autwort aus Wien, und der bleiche Uranus ging nicht von Er hatte irgendwelches sinnloses Zeug gestammelt, und die seiner Seite, ging nicht von dem Würfler, der ein ganzes Hände geballt. Er wußte wohl nicht mehr, was er sagte, Heldenleben in die Waogschale warf, damit das Volk, das was er tat. Denn der Entthronte nahm damals den große deutsche Volk am Leben bleibe. Hundextmarkschein, den Bruno Kentner aus der Westentasche“ Ex hörte Schritte im Raum, warf den Blick hinter sich. zog. Er nahm ihn und ließ sich aus der Tür schieben. Er Im Roßdunst und Reisestaub stand sein vielgewandter chüttelte dabei den Kopf wie ein verbrauchter alter Mann. sehniger Sekretär Johann Eberhard. Wallenstein hob antAn diesen Verdrängten mußte Bruno Kentner jetzt wortheischend das Kinn. denken: Wird es mir ebenso gehen?„Nein“, wollte er„Sie haben unter Trompetenschall zu Prag, Pilsen, d gud##tgn dar Herzog Friedland für einen ist befohlen, iym in keiner Weise mehr zu gehorchen.. Jahr allg g; Gastkriglanerbieten dankend###aenstein nickte schweren Hauptes.„Was sagen sie o Theater war ihm der Vertrag zu Wien? Haben sie nicht begriffen, daß es keinen Sieg in diesem Kriege gibt und das deutsche Volk im Zwiespalt schreien, doch nach dem Erlebnis des gestriger,„Zlhenids hatte Wien und anderen Orten den perzog Friedland für ei er nicht mehr den Mut dazu. Er war nach Wiesbaden ge= Landesfeind und Verräter erklärt. Den Offizieren ist kommen, weil er durch Entschlossenheit das Schicksal meistern fohlen ihm in keiner Weise mehr zu gehorchen“. zu können glaubte. In den großen Städten hatte man schon seit mehr als einem Jahr alle seine Gastspielanerbieten dankend „Sie kennen nur Habsburg. Sie kennen nur den aufjührerischen Herzog von Friedland, der ihnen den Willen nicht mehr tun will. Ich fürchte, es wird nicht mehr gedeihen, was der Herzog von Friedland sinnt.“ „Hinge die Treue am Wort, so könnte man es biegen und brechen, wie man es brauchte und man wärc ihrer auch den Treulosen gegenüber ledig. Habe darüber nachgedacht. Treue kann man nicht auflösen wie Schnee in der Soune Sie schreit nach dem da droben in den Sternen, kämen auch die Raben am Galgen über einen. Habe viel Ungemach geRiese der Technik wird umgelegt Kerntner, Ihre beste Zeit liegt leider hinter Ihnen.“ Er hatte sich aufbäumen wollen gegen das Schicksal und einem Theateragenten förmlich die Pistale auf die Brust gesetzt:„Sie müssen mir einen Abend in Wiesbaden vermitteln. Ich will es!“ Der Agent hatte zu bedenken gegeben:„Herr Kentner, es wird Sie viel Geld und unter Umständen Ihr Ansehen kosten.“—„Nein, nein, nein!“ schrie Bruno Kentner damals förmlich.„Ich werde mich durchzusetzen wissen. Ich werde siegen!" Was war, nun aus dem erhofften Sieg geworden? Die vernichtende Niederlage! Fünfzehn Zuhörer hatten wie verloren in der gähnenden Leere des großen Saales gesessen, und die Kritik in den Morgenblättern lautete:„Bruno Kentners Schwanengesang konnte nur wehmütige Erinnerungen wecken.“ Das Ende seiner Laufbahn war damit Was kam jetzt? Vielleicht der Hundertmarkschein des mitleidigen Siegers? Denn Geld hatte Bruno Kentner nicht mehr. So leicht wie er es in den Jahren seiner Glanzzeit verdiente, so leicht gab er es auch aus. Der Kampf um die Gunst des Publikums die letzte Schlacht in Wiesbaden hatten ihn den Rest seines Vermögens gekostet. Er stand jetzt beinahe vor dem Nichts. Aber nein! Der Hundertmarkschein des glücklichen und mitleidigen Siegers kam für ihn nicht in Frage. Er schlug mit der Faust auf den Tisch, als hätte er einen Gegner vor sich sitzen, der ihm das entehrende Angebot machte:„Nein, ich lasse mir keine Almosen schenken! Ich habe gekämpft und verloren und ziehe daraus die Folgerungen.“ Ja, welches waren denn die Folgerungen?. Er kannte sie ja schon, aber er fand nicht den Mut, dieses eine Wort auszusprechen. Er glaubte, er könnte vielleicht doch noch einen Ausweg finden. Waren ihm denn wirklich die Tore aller Theater, aller Konzertsäle verschlossen? Nein, durchaus nicht. Draußen in den Kreisstädten, in den Marktflecken, da würde man sich vielleicht noch freuen, wenn der eine oder andere Verein eine Festlichkeit, veranstaltete und auf seine Spielfolge mit dicken Buchstaben schreiben konnte:„Unter persönlicher Mitwirkung des berühmten Sängers Bruno Kentner.“ Und dann stand er dort oben auf der improvisierten Bühne des von Tabakqualm erfüllten Gasthaussaals, im zerknitterten Frackhemd und aufgeweichten Kragen, in ausgefransten Hosen und glänzender Weste, wie er es einmal von einem zum Alteisen gewörfenen Tenor gesehen hatte.“ Nein! Für Bruno Kentner gab es keine solche Lösung. Er mußte das Wort, vor dem er sich fürchtete, nun doch aussprechen:„Die Pistole!“ Ein Schuß durch die Schläfe war der einzige Ausweg. Diesen Weg wollte er gleich beschreiten, damit er nicht ersce eie Alsies chais hen eun cn eue e e escschehsese ene Seiächese aeei e e wean er sich in den Anlagen dei Theateis efshoft, Fr.sazgd.„ IZr der leinen Kreisade peitz kein Meusch, dah, der den Einfall sogar sehr gut. Deshalb ließ er sich die Rech Tischler, der sich vor einem halben Jahr dort niederließ, nung geben und zahlte:„Mein Gepäck wird später abgeholt.“ einmal vor Tausenden von Menschen sang und schon mit Er war ganz der Alte, ganz der weltberühmte Sänger Bruno einem Fuß im Grabe stand. Kentner, als der Hotelpage zum letzten Mal vor ihm die Ex gung die Straße Hinmuter und hielt Auschau nach In geheimem Auftrag. einem Wassenlagen. Aber merkwürdiger Weise fand er. Bos:, Erzählt von Ernst Klingharst. 91 Vor einer Ausfahrt hatte er einen Augenblick stehen hatten nichts Rechtes zu tun. J76— den anderen Veiben wnd z, Poi, Harmeinvve hurieh rgr Kamtent pund einen leicht anstoßzen“kond eine Banz Trfreut, 91s“. BUgnn do. habt mit Regimentern und Männern, viel Unglauben und bin ihnen dennoch angehangen, daß sie meinten, des Friedländers Burg sei Sonnenschein. Sind alle zusammen in einer großen Hand, hineingesetzt seit alter Zeit zu brüderlichem Leben. Das Wüten gegen das eigené Blut ist ein Wahnsinn. Du bist frei von meinen Diensten, Johann Eberhard, wenn Dir der Brief von Wien und das Schalmeien der Dankbarkeit von Pilsen und Prag bang machen. Es ist mir nit leicht gefallen, alle meine Siege zu vergessen, der Gunst von Wien zu entraten und Herzogtum und Glorie in den Winkel zu stellen, als seien es ein paar vertretene Schuh. Merkst Du, Johann Eberhard, daß es jetzt und hinfürder, soweit mein Arm reicht, um das deutsche Volk geht?“ „Ich reite, Herr: Wohin soll's gehen?“ „Es geht nit anders, als dem Schweden die Hand zu reichen, der viel Blut gelassen hat, seit er aus dem Norden hereinbrach, denn bei ihm steht die andere Hälfte von Deutschland, und wir müssen den mächtigen Bau flicken, ehe er ganz zerfällt. Der Markgraf auf der Plassenburg hat sagen lassen, er wäre bereit, das Seinige beim Schweden zu tun. So magst Du sehen, wie Du zurecht kommst. Glückt es uns, hält uns die Welt in Ehren. Gelingt es nicht, so müssen wir billig des Henkers warten.“ Der Sekretär Johann Eberhard wartete nicht den Nochtschlaf ab, nahm ein anderes Pferd und jagte für den Wallener, was die Hufe hergaben, gegen„Kulmbach und die Plassenburg, jagte um Deutschlands Schicksal. Von Rathauserkern und Kanzeln ging es gegen den Friedländer da unten an der Donau. Begriffen sie nicht das Schicksalsgebot der Hunderttausende? Im tiefen Kreuzgewölbe des Archivs der Plassenburg fand Johann Eberhard den Markgraf Christian Friedrich, den Parteigänger des Schweden, fand ihn trauernd über seinem Volk, denn man kann nicht zwischen den Seinen einhergehen und sie aufs Feld des Kampfes streuen, als wären ihre Leiber nur welke Blätter im Herbstwirbel. Der deutsche Werkgeist schrie mitten aus dem Hader nach Arbeit, Kraft und Frieden. Markgraf Christiun Friedrich war es, als hörte er aus Böhmen herüber seine eigene Stimme. Das Blut ging ihm beiß und froh durch die Adern und schrie nach des deutschen Volkes Wiedergeburt. Der Schloßhauptmann Muffel kam. Breit und schwer wie eine eiserne Tür fing er des Markgrafen Willen auf, tat ihn hinter sich, warf die Pforte seines Herzens zu und ritt mit Johann Eberhard zum Wallensteiner, um den Bund zu schließen. „Reitet, als ob Ihr vom Turm ins Tal hinunter fielet! So rasch reitet mir und haltet nicht Rast dazwischen!“ sagte der Markgraf ernst. Rasch handelten sie, rasch schrieben sie, rasch ritten sie, drängten unter der goldenen Abenddämmerkuppe zwischen den Gebirgen gegen die Grenze, jagten unter dem reichen Kranz der Sterne und einem freundlichen Mond über weiße Straßen und klare Furten, voll Männertrutz, Freude und Wissen um die große Tat nach Eger, wo der Herzog von Friedland mit den Truppen in der festen Reichsburg saß. Der Morgen graute. Johann Eberhard wußte: Jetzt läßt der Wallensteiner seine Regimenter umschwören mit ihren Obristen, Offizieren und Fähnrichen, die er zwischen den eisernen Kriegswalzen zu Männern geprägt hatte. Jetzt redet er zu ihnen, wirft seine Karten auf, zend die alten wetterharten, schwertzerhauenen Gesichter in dem kühlen Kriegsblitz im Auge sehen ihn fest an. Ihn sehen an Günstlinge des Krieges, die Wohlhäbigen in Samt und Seide, die schwer aus dem Zelt gehen. Ihn sehen an die Marodeure des Glücks, die mis Adelskronen und die mit dem eingebrannten Galgen am Rücken. Da ist auch noch der große Troß der Halben, die den Weg mitlaufen, weil der Strom, der Friedländer, sie mit in seinem Bette trägt und nährt, und da ist noch vielerlei, das den Teufel nach Recht und Unrecht fragte. Johann Eberhard erschrak, sah die wenigen Gesichter der Starken und Guten, sah die große Masse der Befehlsgewärtigen und das heuchlerische Heer der Ränkeschmiede und Gelegenheitsmacher, der Tagediebe, Marodeure und Glücksritter. Und allen diesen warf der Wallensteiner den Würfel hin, den Eid zum Habsburger fortzutun und die große eiserne Pflicht gegen das deutsche Volk als Schild vorzuzücken, hinter dem das Schwert und der Streitkolben für die deutsche Zukunft bereit war. Er schrie seine Gedanken dem Kulmbacher Hauptmann Muffel zu. Der flammte ihn an und schrie nichts herüber als:„Reiten!“ „Reiten!“. Sie gaben die Sporen und jagten dahin. Dörfer, Einöden, Wälder und Wiesen flossen vorbei. Der Nebel hob sich etwas. Die Sonne suchte mit graugoldenem Glanz durchzuwirken. Schon waren sie Eger näher als Kulmbach. Schon war der ungewisse Gipfel des halben Weges überrast— da! Barmherziger Himmel, was war das?!— Ein Pappenheimer Wachtmeister kam, den Helm am Sattel und das Wehrzeug verrenkt, mit keuchendem Gaul die Straße dahergefahren wie der Satan. Johann Eberhard sah die kleine Figur wachsen, gab die Sporen, raste entgegen. Prall und Halt! In den Bügeln kehrten sich die Reiter, und die Gesichter gegen einander. „Neue Botschaft vom Herzog Friedland?“ schrie Johann Eberhard. 2 7.7# 1 Dem andern stockte das Wort. Er klaffte erst einige Male mit den Kiefern. Dann tat er die Botschaft heraus wie einen Stein, der ihm entfiel:„Am 15. Feber ist Herzog Albrecht von Friedland von Offizieren erschlagen worden.“ Dem kriegsfesten Hauptmann Muffel fiel die Botschaft wie ein glühendes Geschoß ins Herz, und er senkte darüber das bärtige Haupt. Johann Eberhard, der Federkiel des ermordeten Feldherren, der nichts wenden konnte, blieb aufrecht und unbeweglch.., T27.2 8.— So endete Wallensteins letzte Schlacht, die um das deutsche Volk ging, nach den vielen Schlachten, die er für den Kaiser geschlagen. Ein vertriebener Chronist hat sie aufgezeichnet und sie bis auf unsere Tage gebracht. Ein mächtiger alter Schornstein wurde auf dem Gelände der Gasanstalt Berlin=Weißensee niedergelegt. Er bildete beim Fallen einen Bogen. bleiben müßen, weit Pprigsunge Burschen in blauen Arbeits= Destot Psmnt,. Eeißen Sie imal den Mann dort s verfracheten, mich in den schürzen und in Hemdärmex aus dem Tor komen un Mzöhef dräßer zu her vonptarpenen, Tennishoses= senste seine v Handkargn zogen. Vorauf konden ein Ppen Anschein, als Stimme noch leiseren, gebeimmispollem Flüstern: Der Mei lent rechbeikber, trch Echzieben. Pr“—913; op Mm g, Pugchp, 1c ier u.. imner Mzisionse lustern: noer und ein Mann, gohl der Weister, gaß sich, bez, angein, als helfe er seinen Gesellen redlich durch Schieben. Alle drei waren guter Dinge und lachten wohl über einen Witz, der sehr auf sein mußte. Sie wußten nichts von Lebensüberdruß. Da erinnerte sich der entthronte Sängerkönig, daß auch er einmal ein sorgloser Tischlergeselle gewesen war, bevor man seine Stimme entdeckte. Die Stimme war zum Teufel. Doch der Tischlergeselle lebte noch. Er hatte nur zwanzig Jahre geschlafen, betäubt vom Ruhm des Sängers. Brune Kentner faßte sich an die Stirn. Was wollte 8 dor9 Zich gschsabenl Unsinn! Dort in den blauen Mann ist Diplomat in geheimer Mission!“ Der andere lachte:„Bredford, tun Sie mir den einzigen Gefallen und wittern Sie nicht hinter dem Jüngling dort drüben irgend ein welterschütterndes Geheimnis! Soll ich Ihnen erzählen, wie es mir einmal ging, als ich auch einen geheimen Auftrag hatte?:. Es war im vierten Kriegsjahre, und ich saß als Major bei einer englischen Militärkommission auf dem Balkan. Eines Tages kam ich in die improvisierte Residenz des Königs — die richtige war noch von den Deutschen besetzt— und wollte mich durch ein paar Einkäufe ein wenig menschlich machen, weil ich am nächsten Tag nach England in Urlaub ging. Als ich nun abends in mein Hotel zurückkam, fand ich da ein Schreiben vom Generaladjutanten des Königs, der mich unbedingt sofort sprechen wollte. Ich meldete mich, wurde vorgelassen, und die Majestät ging gleich aufs Ziel zu:„Lieber Majox, Sie fahren morgen nach England? Ich habe einen geheimen Auftrag für Sie. Schenke Ihnen großes Vertrauen. Außerordentlich wichtig. Für Ihren Schutz ist gesorgt. Ein Torpedoboot bringt Sie nach Italien. Dieser Paß wird Ihnen überall durchhelfen. Viel Glück! Der Herr Generaladjutant gibt Ihnen ein Geheimschreiben mit. Sie müssen es mit Ihrem Leben verteidigen. Auf Wiedersehen!“— Zwei Tage später verließ ich in Brindisi das Torpedoboot. Am Hafen stand ein Kraftwagen bereit, fuhr mich zum Bahnhof. Zwei Offiziere, beide die Höflichkeit selbst, verfrachteten mich in den Pariser Schnellzug, sagten beim kurzen Abschied:„Die beiden Abteile neben Ihnen sind mit Geheimpolizisten zu Ihrem Schutz besetzt. Viel Glück.“ Wir rasten durch Italien. Ich kam ein paarmal in Versuchung, zu schlafen, doch dann dachte ich an das kostbare Geheimschreiben, das ich mit meinem Leben verteidigen sollte, fühlte, ob es noch in meiner Brusttasche war, und ließ die Hand kaum davon. Am dritten Tag meiner Abfahrt stand ich endlich vor dem balkanischen Gesandten, bei dem ich mich melden sollte. Er empfing mich außerordentlich leutselig, nahm das Geheimschreiben entgegen, stellte mir ein Zimmer in der Gesandtschaft zur Verfügung, sagte, er würde sich freuen, wenn ich mich auf Kosten seines Staates gut erholen wollte, und bar mich, ich möchte mich in acht Tagen wieder bei ihm melden. Natürlich genoß ich den Urlaub. Da ich keine Familie hatte, war es mir ziemlich einerlei, wo ich mich in England aufhielt, und ich kann Sie versichern, daß ich angenehme Tage verlebte. Es kostete mich ja keinen Penny. Acht Tage später meldete ich mich beim Gesandten.„Sie können reisen“, sagte er freundlich,„alle Vorbereitungen sind, getroffen, damit Sie mit der außerordentlich wertvollen Sendung, die ich Ihnen auf Befehl Seiner Majestät anvertraue, möglichst ungefährdet zurückreisen können.“ Er wies auf eine Eisenkiste, die ich jetzt erst neben seinem Schreibtisch stehen sah:„Sie werden sich eher köten als diese Kiste nehmen lassen!“ Ich knallte die Hacken zusammen und war tiefdurchdrungen von der außerordentlichen Wichtigkeit meines geein Die Vorsichtsmaßrageln, die man zu meiner Rückreise getroffen hatte, waren noch weit umfangreicher als während meiner Herfahrt. Bei der Ankunft in Calais war der Bahnsteig für mich allein abgesperrt, und ein Dutzend Pistolen schützte die beiden Leute, die den Kasten trugen. Vor Paris hängte man den Wagen, in dem ich unter schwerster Bewaffnung saß, ab und fuhr ihn allein um die ganze Stadt herum zum Lyoner Bahnhof, damit ich nicht umzusteigen brauchte. Die Italiener waren von Modane bis Brindisi die Höflichkeit und Wachsamkeit selbst, und im Hafen lag eine ganze Flotille bereit, um mich durch die Straße von Otranto zu bringen Ich war vollkommen erledigt, als ich endlich in der improvisierten Residenz anlangte. Fast vier Tage lang hatte ich kein Auge zugemacht und nicht eine Sekunde lang die verfluchte köstbare Eisenkiste allein gelassen. Ich, wax überzeugt davon, daß kein Mensch jemals eine so wichtige Mission zu Ende geführt haben konnte wie ich. Einen so gewaltigen Schutzapparat konnten vier Staaten nur dann aufgestellt haben, wenn der Inhalt der Kiste von entscheidendem Einfluß auf den Ausgang des Krieges sein würde. Jetzt stand ich vor dem König, die Kiste neben mir, und riß mich zusammen, meldete. Die Majestät strahlte über das ganze Gesicht, drückte mir warm die Hand, schlug mir kameradschaftlich auf die Schulter:„Gratuliere, gratuliere! Wirklich brav gemacht.— Lieber General—“, er wandte sich an seinen Adjutanten,„darf ich'mal um das Kästchen bitten.“ Der König lächelte jetzt wieder mir zu:„Lieber Major, eine Auszeichnung, die nur wenigen Sterblichen zuteil wurde: Mein Hausorden vom springnden Löwen erster Klasse. Sie haben ihn verdient.“ Und feierlich hängte er mir das Kreuz um den Hals. Ich wat stolz. Dann sagte der König:„Lieber General, reißen Sie bitte Plomben und Siegel von der Kiste und öffnen Sie das Ding! Alles in Ordnung? Der Deckel ging auf. Ich war anstandshalber zurückgetreten und konnte nur ein wenig in die Kiste hinein sehen. Anscheinend enthielt sie kleine braune Holzkästen. Der König nahm einen heraus, ging damit hinter einen Wandschirm, blieb dort eine halbe Minute und kam ohne der Kasten zurück. Er strahlte über das ganze Gesicht, gab mit die Hand:„Also nochmals vielen Dank, Major! Hier, rauchen Sie einmal ein anständiges Kraut! Eine richtige Havanna, ein selten gewordener Genuß, ra 1 Ich war in dem Augenblick sicher rot geworden. Ich schämte mich. Doch ich klappte wieder die Hacken zusammen und ging. Das Zimmer war groß, und an der Tür machte ich nochmals vorschriftsmäßig kehrt, grüßte. Da sah ich, wie der König gerade wieder hinter dem Schirm zum Vorschein kam und mit einem seligen Lächeln eine Zigarre in den Mund steckte. Ich hätte ihn umbringen können. Denn das war mein geheimer Auftrag, meine welterschütternde Mission gewesen: Ich hatte dem König ein paar Kisten Havannazigarren aus London holen müssen, weil es auf dem Balkan keine mehr gabt“ Das Gewitter. Ekizze von Hubert Doerrschuck. Verlassen liegt die enge Gasse in der Hitze des Sommer= nachmittags. Schwer und drückend lastet die Se Häusern der Stadt. Hie und da wischen dichte Wolkenballen den Sonnenschein von den Dächern, und die tiefschwarzen Schlagschatten auf dem grelleuchtenden Pflaster verschwinden Schach dem Sonnenkönig Rovelle von Zseidames, mesnleurg. s Wie Sieen Mia Sie zum karquis von * in einem eine die Hitze. der König wüns Spiel: win viesen Worten durcheilte der Aucreval die Räume des kleinen Trianon in Versailles, in denen Damen und Herren des Hofes in angeregter Unterccen e) Gr, Immer seltener findet die Sonne haltung beisammensaßzen. Er mußte aber seine Botschaft noch einformigen Grau. Immet)-r.-...... i einmal, und zwar lauter wiederhoten, da sie das erstemue im Lücke zwischen den aufziehenden Wolten, Drückenver wor, Stimmengewirr der Gesellschaft,vollständig untergegangen war. Nun hörte aber die Unterhaltung mit einem Schlage auf, und alle machten sich bereit, dem Wunsche des Königs Folge zu leisten. Und es geschah auch mit Freude; denn das Schachspiel war allgemein beliebt— wenn es auch in der Form, wie es Ludwig XIV. liebte, sehr anstrengend war. Wenige Minuten später folgte die Gesellschaft dem Marit Madame de Sauves schon vorausgegangen Dann hängt der Himmel als eine einzige bleigraue Masse über dem Häusermer. Das fahle, schattenlose Zeimgrg mitten am hellen Tag birgt etwas Unheimliches, Drohendes in sich. Eine unheilschwangere Atmosphäre, geladen mit einer sich bis zur Unerträglichkeit steigernden Spannung, brütet veos Hlacg. Sadboichel angen. luur auf die sir dus Sdiek bestmnte gasße Vartwuise. Die Wollen werden schwärzer, haben droßende, Ihpogiek,„Jch. glaube“, meinte der Marauls Gzik gei,. gelbe Ränder und hängen tief. Die Sandwirbel sind ver„oe: König will sich heute selbst am re#.##eligen, wei. de Stohen uoch uich ainmal u Sode, alz. 15, Ir.erlishes: Dann zuckt der erste Blitz durch's fahle Gewölk, und der dürfte vielleicht gut sein, die anderen vavon zu unterrichten. krachende Donnerschlag wirkt in der stillen, gespannten] Es war unverkennbar, daß durch diese Nachricht Schwüle wie eine Erlösung. Stoßartig zerrt der Wind an den Freude der Hofgesellschaft etwas beeinträchtigt wurde, zu eitscht wild ihre Aeste durcheinander, die es noch nicht einmal zu erfahren war, wen der zögen Riesenkräfte sie zu Boden. Spiel bestimmt hatte. Denn wenn der König selbst mitspi HOhrgg- Prnge Hunt verwandeln. Der König nahm auf einem erhöhten Sitz, von dem aus er das ganze Spiel überblicken konnte, Platz. Unmittelbar darauf kamen auch schon die Schachfiguren selbst und nahmen Aufstellung. Eine Menge Fußvolk bildete die Bauern. Die Läufer erschienen als Trabanten, die Springer als wirkliche Lanzenreiter. Die Türme waren kleine fahrbare Bollwerke, die von innen befehligt und von außen geschoben wurden. Die beiden Könige und Königinnen waren von einem kleinen Gefolge umgeben. Zu beiden Seiten des Riesenschachbrettes befanden sich die Hoflager der beiden Parteien, zu denen sich während des Spiels auch die geschlagenen und infolgedessen abtretenden Figuren zu gesellen Als alles seinen Platz eingenommen hatte, erhob sich Ludwig und überschaute mit prufendem Blick das Feld und Kun die Spieler, die sich vor ihm verneigten. Ein spöttisches über sein Gesicht, und er sagte nicht sehr reiter erworben hakte. Mit diesen und dem ihm n verbliebenen Turm rückte er planvoll und systematisch— denn dem Befehl der Königin hatten die anderen Figuren zu gehorchen— der Gegenpartei zu Leibe.##um gueh Vergeblich wurden ihm durch die Zuschauer sowohl als auch durch die Mitspieler heimliche Zeichen gegeben, schlecht zu spielen, um den König siegen zu lassen. Man fürchtete den Zorn Ludwigs. Doch merkte der junge Graf diese Winre nicht, oder wollte er sie nicht merken— jedenfalls griff er Das Gesicht Ludwigs verfinsterte sich mehr und mehr. Bonneval war inzwischen mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Figuren so vorgerückt, daß für die Gegner, den Grafen von Liaucourt als Konig und Ludwig XIV. als Königin, weder ein Schlagen noch möglich war. ein Durchbrechen mehr menschenleere Straße hinab. Den Hut tief in die Stirne gedrückt, die Hände auf dem Rücken ineinandergekrampft, stürmt er gegen den Wind. Was man unter dem Hut vom Gesicht erkennen kann, sind zwei stark hervorspringende Backenknochen, die Nase ist raten, daß hinter der steinernen Maske Gluten heißer Leidenschaften brennen. Wilde Kraft und machtvoller Wille gehen von diesem Antlitz aus. Man vergißt, daß dieser Mensch klein ist und oft unter den Stößen des Sturmes schwankt.. Eben durchschreitet er das Stadttor und verschwindet. Draußen rast der Sturm mit unverminderter Wucht. Von allen Seiten stürmt er auf den Menschen ein. Der wankt wieder etwas, doch dann eilt er, mit dem Winde kämpfend, die Stadtmauer entlang. Wieder zuckt ein Blitz, und das Krachen des Donners folgt, als wolle sich der ganze Himmel öffnen. Eine kurze Stille. Dann zuckt Blitz auf Blitz. Das ganze Lächeln zog über sein Gesthht, und er fügle nicht sehr laut, aber mit durchdringender Stimme:„Nun, meine liebe Marquise, ich freue mich, daß Sie nun doch die Königin spielen. Ich hoffe, daß Sie es gern tun!“.11. Iun Aur u.5 Die Angesprochene verbarg ihr Erroten vurch eine nese Die zudem wen der König zum und die Fanfaren kündigt selbst mitspiere ertönten auch vor jedem neuen Zug. anze nicht mehr] Schon gleich am Anfang begann eine scharfe Attacke durch Madame de Sauves, die Königin bei der Partei des sartei des Herzogs von Venverlor einen Turm und hr geschickten Gegenzügen einen Springer und eine war dies kein Ausgleich. Die Partei blieb im Nachteil und hatte nur zu tun, alle raffinierten Züge der Madame de Sauves, die als eine der besten Spielerinnen am Hofe galt, rechtzeitig zu erkennen, um ihnen begegnen zu können. Es gelang aber, gurch, dies Atem Verbeugung...... 89.1 winkte mis dur Sand Der König naym wieder Platz, winlle mit der Hano, und die Fanfaren kündigten den Beginn des Spiels an. Sie und es war in ganz kurzer Zei besseren Spieler waren. Die Pe ganzen Platz deutlich vernehmbar:„Schach dem König und Schach der Königin!“ Die Worte drangen bis in den äußersten Winkel der nun von der Sonne eingesponnenen Parkwiese, und es war, als sei der Tod darüber hingeschlichen, so unbeweglich und blaß und Schach der Königin!" wiederdann sagte er es noch einmal. Und einige dann sprang in solchen Fällen immer für eine der Königinnen, die ja schließlich die wichtigsten Figuren sind, ein. Er tat es aber nur, wenn es absolut sicher stand, daß er siegen würde; denn er selbst war kein guter Spieler und konnte es auf keinen Fall vertragen, besiegt zu werden. Deshalb waren die Spiele unter Mitwirkung des Königs bei den Damen und Herren des Hofes nicht sehr beliebt. Mit diesem Einspringen und Mitspielen des Königs hatte es aber auch noch— wenigstens gerüchtweise— eine andere Bewandtnis. Die beiden Königinnen wurden von en. 8.=—ro-[Damen gespielt, und wenn der König für eine der beiden u ist leinsprang und die andere Partei, also auch die Königin, be= Platz: E Firwament V. siegte, so war es ein offenes Geheimnis, daß die Besiegte die Ptatz, der Shiels nicht jedesmal, und so ging im weiteren Verlauf des auch noch ein Springer verloren. 64, g, Michet Ludwig, schon längere Zeit unruhg, war wiederholt aufgestanden, um dem Verlauf des Spiels besser folgen zu rief: 14 Er ime de Sauves, machen Sie von seinem Sitz herunter und nahm den ein einziges Feuermeer. Die krachenden Donnerschläge werden nächste Mätresse Ludwigs werden sollte. tosenden Brüllen. Zwischen dem dumpf Auf der hübschen Parkwiese, die von breitästigen, schattenspendenden Bäumen umsäumt war, hatte sich schon stieg Frau von Sauves ein. Spiel ging weiter. zu einem anhaltenden anseneg. Grüllen. Zwischen grollenden Dröhnen ein ohrenzerreißendes Knattern prasselnde Gewehrsalven. wie In diesem wilden Rasen der entfesselten Elemente Hahint guis von Auereval gerufene Gesellschaft, dort eintraf. der einsame Mann, schräg gegen den Wino gestemmt, zahin. Graf vom Liancourt hatte die Nawen der für eine Anzahl von Höflingen eingefunden, als die vom Marvon Aucreval gerufene Gesellschaft dort eintraf. Der Graf von Linnoutt zurte die Namen der für das „I Bef:“:— Liste die er nun vorlas Lu# Wie ein Jauchzen wirft er sich gegen die anstürmenden Boen. Spiel Bestimmten auf einer Liste, die er nun verlas. Zu Ein kraftvoller Wille treibt ihn vorwärts. Der Wille zum den beiden Königen waren er selbst und der Herzog von Kampf. Aus seinen Augen strahlt wildes Freuen. Alle Bendöme bestimmt, während die Königinnen, Madame Sauves und die junge Marquise von Obigny spieten sollten. Als der Graf den Namen der letzteren verlas, stieß diese einen Rumpf. Aus feineg Tugen strahlt wildes Freuen.„Alle Hemmungen sind avgefallen von ihm. Das tolle, maßlose Toben der Natur hat alle seine verhaltenen Leidenschaften entfesselt. Gewaltige Melodien, geahnt, gesucht, erklingen in seinem Innern. Er singt, er brüllt, mit dem Sturm um die Zweimal schon hat er die Stadt umkreift. Endlich läuft er durch das Stadttor zurück, durch die engen Gassen, die ansind mit. tesepderg. Frachen, und als er sern. Hags,erwußtsein perlieren; aber d... I.: 7a. Serane„Herren waren nicht mehr nötig; denn unmittelvar varauf hatte sie ch das Stadtor zurück, durch v.,„. sein Hays„, sich wieder gefaßt und rief in höchster. Frregug., Wiergle gefüllt sind mit tosendem Kragen, und als er seut Guus er werde ich dem König diesen Wunsch erfüen:„iemats werde reicht, prasselt jäh der erste„tegenschauer auf das Pfiu#gr, ich zu seiner...“ Sie orach ab uno wanote sich dem herbeiDann Elemente toben, Furioso, Geveugt, sitzt er oben am Flugel, und während draußen die##eilenden Vicomte toben, braust drinnen durch den Raum ein fieberndes hört Niemals!“ Der zahlreichen Zuschauer— Damen und Herren, die das Schachfeld umgaben— hatte sich eine fieberhafte Unruhe bemächtigt. Jeder einzelne schien zu fühlen, daß sich etwas Der König bemerkte die Unruhe und runzelte unwillig die Stirn. Einige Bauern der Gegenpartei und unmittelbar darauf der zweite Springer fielen ihm zum Opfer. Da trat aus den Reihen der Zuschauer plötzlich der Vicomte von Bonneval und rief laut zum König hin:„Sire, gestatten Sie, daß ich an Stelle der Marquise von Obigny sien einen Augenblck als wüchde sie vor Schrea dah Ver iun dez, Hesfer schei, us geug, Manne bestgz zu werden die otoert bnostpringenden Here)— und ohne die Zustzumugg Ladpigs abzwarteg, begab er sich an den Platz seiner Dame, die mit einem stummen Ricken wegtrat.„.„. Eelagg umätet Das ganze Spielfeid war wie vom Schlage geruhrt. nd gewagt dem König so deutlich. sei waren alle Gesichter. „Schach dem König holte der Vicomte. Und dann:„Schachmatt!“.# a duf. Wi uan Das Spiel war zu Ende. Ludwig blied noch Augenblicke stehen, als wollte er noch etwas sagen, drehte er sich, ohne jemand anzusehen, schroff um und verließ seinen Platz, das Schachbrett, die Parkwiese. Nach wenigen Minuten war er hinter einer Wegvür Nun erst machte sich die ungeheure Spannung Luft, und alles sprach auf den Vicomte von Bonneval ein. Doch dieser stand lächelnd in der Brandung der Erregung, des Staunens und Mitleids und sagte nur:„Ich fürchte mich nicht!“ „Das kann Ihnen das Leben kosten, Vicomte!“ warn## der alte Herzog von Vendôme.„Sie haben zwar gesiegt werden aber doch der Besiegte sein. Denn nichts verträgt der König weniger, als geschlagen zu werden, wenn auch nur „Ich fürchte mich nichtl“ wiederholte Bonneval. Er sagte es zum drittenmal, als ihn vier Mann der Leibgarde des Königs wegführten. Sein Blick traf gerade noch Augen der Marquise von Obigny. Ludwig XIV. und Bonneval befanden sich allein im Zimmer. Der König ging rasch und schweigsam umher. Plötzlich blieb er mit einem Ruck vor dem jungen stehen und fragte, während er aber an „Wissen Sie, Vicomte, was es heißt, Ludwig XIV. zu „Gewiß, Sire, ich weiß es!“ erwiderte der Gefragte Der König blickte ihm betroffen in die Augen, verzog die Mundwinkel und bemerkte spöttisch:„Na, dann ist es ja gut.“ Dann begann er von neuem auf und ab zu gehen und sprach dabei weiter:„Sie sind Hauptmann im Regiment Louis Treize in Rouen?“ Ludwig blieb wieder stehen und sagte scharf:„Das heißt, Sie waren Hauptmann in diesem Regiment.“ Er trachtete den Vicomte genau, aber er blickte nur in ein gleiche mäßig ruhiges Gesicht, das lediglich beim Worte einen Augenblick lang blässer zu werden schien. Enttauscht über die geringe Wirkung seiner Worto, den Kopf zwischen den Schultern, sitzt Mensch, und seine Hände wühlen in den Tasten. Aufstöhnen Herren, die erregt auf die Saiten! Wild, gewaltig klagen grelle, schmerzzerissene(versuchten, daß von Bonneval zu:„Gaston, hast du es ge! Der junge Offizier zog, ohne ein Wort zu erwidern, die der Marquise aus der Menge der sie umringenden Damen und benu, bong en wualtgeiche Rütelich, zwoerten gute Beschrug, die Sie mie beritg, geschen, heben. urPh. 5 Vvl. Blis, hingen mit Bangen am Gesichte Ludwigs, von Sieg über Akkorde. In hohlen Quinten, Klängen grauenhafter vaß eine Al ihr in einen entlegenen ichen M wiede dem sie im nächsten Augenblick einen fürchterlichen Wutausbruch erwarteten. Doch dieser biß sich auf die Unterid schwieg. Dann hob er plötzlich einem Blick und rief E.der Bässe mischen sich gellende Disharmonien, losbrechender Verzweiflung.„„„„.„ 86 Ins Maßlose wächst das Rasen. In orausenden Kasraben entrauschen die Töne dem Flügel,„Das Toben höllischex, bis Reiden zurückzogen, verkündeten Fanfarenklänge das Kon zum Wahnsinn gehetzter Leidenschaften. Gewaltige Disso- men des Königs. rudwig erschien in bester Laune inmitten nanzen stöhnen, als zertrümmere er mit Titanenhanden die einer Schar von Vertrauten.„Ist alles in Ordnung?“ fragte if sie einsprachen und ihr klarzumachen ausbruch erwarteten. Doch dieser biß sich auf die UnterAblehnung unmöglich sei. Er ging mit lippe, blickte zu Boden und summug. Da e Wintel, ves Plote, vo, beiger gue laut mit einem selsamen Unterton in der Stimme:„Wir und das Spiel ging auch weiter, aber anders, als wohl alle— einschließlich des Königs— dachten. Denn schon nach einigen Zügen wurde es jedermann klar, daß dem König ein Gegner gegenüberstand, dem er bei weitem nicht geHoffnungslosigkeit, baut es sich auf, um in rasenden chromati= einigen niedrigen Bäumen den Blicken schen Läusen zusammenzustürzen. In das dumpfe Dröhnen schwanden. Doch schon nach wenigen Minuten kamen sie wie Schreie wieder zurück, und die Marquise erklärte, als ob nichts vorgefallen sei, ihre Bereitwilligkeit, die Königin zu spielen. Während sich die zum Spiel Bestimmten nun zum Umkleiden zurückzogen, verkündeten Fanfarenklänge das Komder uorigen ent„Sie sind von morgen ab Oberst des Regiments in Amiens.“ Und leiser fügte er hinzu:„Und die Marquise von Obigny können Sie mitnehmen; denn heute haben Sie gesiegt.“ Vier Tage später nahm der neue Oberst Vicomte von Bonneval in Amiens die Begrüßungsparade seines Regiments ab. Eine Ehrensalve wurde zu seiner Bewillkommnung in die Luft abgegeben— und tödlich durch die Brust getroffen, sank der Vicomte vom Pferd. „Es gibt doch wirklich sonderbare Zufälle im Leben!“ als ihm der Marquis von Aucreval bei manzen bgzg#is feltammr er mit Tit Altäre der Erde. Dann plötzlich erwacht ein mächtiges, feierliches Motiv, um in einem Chaos wilder Töne zu versinken. Und wieder kommt es. Es ist wie ein gewaltiges Ringen prometheischer Kräfte gegen finstere Mächte. Doch immer sieghafter rauscht es in ehernen Klängen, nur hie und da mischen sich, mehr und mehr verdrängt, bange Zweifel.„„ Ruckweise hebt sich des Menschen Haupt. Die Augen sind geschlossen. Ein Titanenhaupt, groß und gewaltig, wie seine Musik..... g.stafe Mmis 8.u Dann ein feierliches Maestoso. Mit tönenden Oktaven beginnt es wie hallende Posaunenrufe, klingt aus in einer machtigen Fermate.— Leise, weiche Baßakkorde. Ein neues Thema baut sich auf, schwillt an und leitet über in ein verhaltenes Piano der hohen Lagen.— Wieder greifen die Hände kraftvoll in die Tasten und das Anfangsmotiv steigert sich zu einem machtvollen Finale. Draußen, über der Stadt, ein letztes verhallendes Grollen des abziehenden Gewitters. Das Lied„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ hat eine Vertonung gefunden. er schon von weitem den Marquis von Aucrevai. „Jawohl, Sire! In längstens zehn Minuten kann das Spiel beginnen.“ Eine selsame„eseheer-heerrrr Urwaldtragödie. Skizze von Franz Friedrich Oberhauser. In die tiefe, satte Dämmerung des Urwaldes, die fest und zäh wie Gummi an den Bäumen, Farren und Gebüschen hing, schoß plötzlich ein Lichtstreif. Verangstigt und verwirrt über den unerwarteten Einbruch der Sonne in das geheimnisvolle Dunkel flüchteten ungezählte Tiere. Durch die Stille drang deutlich das gleichmäßige Arbeiten der Malaien an den hohen Bäumen; aller Wald mußte umgelegt werden, Gebüsche und alle hohen Farne, bis ein einzelner Baum „u der riesenhaften Krone dieses einen Baumes lag, saul und satt, ein Orang=Utan in einem Nest aus Nippablättern und Farrenkraut und äugte mit komischer Traumhaftigkeit auf das Geschehen unter ihm.. Eam Grigem Einen vollen Tag lang hatte man unter den Blicken dieses Majas gearbeitet, ohne daß er sich stören ließ, nach einer großartigen Mahlzeit seine Siesta zu halten. Man flocht ein Netz aus Manilahauf, mit kleinen dunnen Stricken an den Bäumen festgemacht, und überstrich die Seile mit DamarJetzt war es soweit, daß man den Orang=Utan Schicksal überlassen konnte: Er sollte gefangen werden. Wenn er mit langsamen Griffen den Baum herabkommen wird, muß er im Netz hängen bleiben, und in den sich zäh verwickelnde kommen. Das lustig resfestes ige Heringsfässerrennen, das anläßlich des JahHochseefischer in der englischen Hafenstadt albh br 830 Ptymoutt aogehalten wurde. Die Insekten begannen in Schwärmen über alles herzuIsallenz saustgroße, Kiser,flogen wie Bälle durch pie, Jalt, Sbem sich mit Düsten, und der beisende Geruch des Genn sieg mit anderen Diften, gu0 der beißende, Geruch ud Aesie Ppge den, Heschen i en Kasten Gerihen asser1 Wasser in die mondlichthelle iblich. Aber Diese wilde blieb zurück und baute sich auf Besechl des Jagdheren eine) Pyhgz wp. her ag, zmmer noch faulenzte der mu: den großen Pflanzuggen, bnuen, v. Au. even. Pese Plot sbonz er fehe v. Wir sahen se, wie Rax, Vertgnigt schreiend, Hende und Füse weit ausgestreckt, im Spiel sich von einem Ast zum ander: den mit auf dem können wir in einem Nest Platz nau gegenüber dem Baum mit dem Maja.“ Hinter dem Urwald ging die Sonne unter. In der plötzlichen Nacht kehrte das Sonnenlicht geheimnisvollerweise zurück, sodaß es aussah, als wollte es wieder Tag werden. Aber dann versank das Wunder der Schöpfung in der satten Dunkelbeit der Trovennacht. hielten die Wache, von Mann zu Mann, bis hinüber in das Iea dieser zpeiten Nacht geschah etpas Unerwartetes. Kaum war es dunkel geworden, als ein Orang=Utan=Weibchen aus dem Walde kam; langsam, vorsichtig wagte es sich auf den Platz, überquerte ihn in kleinen, hopsenden Sprüngen gegen den Baum mit dem Maja zu. Dann hörten wir ein leises, tiefes, kurzes Gebell aus einem vollen Kehlsaa, wie das eines jungen Hundes, dessen Stimme in die Tiefe abgleitet. Das Weibchen witterte schärfer, sah auf den Bougg# hörte wieder das leise Bellen und verschwand p##### mit „Möglich, daß es sein Weib war. Stimmt, das, dann wird es wiederkommen, um ihn zu warnen; vielleichr ist es zu den Jungen zurückgekehrt.“ Eine Stunde später kam das Weib wieder. Gepielte selbst binein mit kleinen Würfeln aus Jggokörnern. Siel Aber. sagte Lieucourt, als ihm der Maxguis.,#uereral. Wachsen sout.. 345 Las Grafen vor Lianegurt einem Spaziergang im Park von Versaiues den Unfau erDie Partei Ludwigs und des Grafen von Tiaucon.: zählte. Weniger jedoch wunderte er sich dann darüber, als verlor eine Figur nach der andern an Vonneval, der sich in er noch erfuhr, daß die Marquise von Obigny bereits wieder der Zwischenzeit mittels der paar auf seiner Seite u ganien, nach Paris zurückgekommen sei. ondenen Bauen dvei neue Traihouten und eine. anguren. Fischerregatta“.„In der Dschungel weiß man nichts mit Sicherheitzt reden. Dann rih semand an der Leine, die das Signal weiterleitete, daß jemand dem Netz nahe war. In diesen Augenblick brach ein einziger wilder So unerwartet fuhr dieser Ruf der Wildnis in unsere Ohren, daß wir die Büchsen fester faßten, daß wir die dicken Käfer nicht fühlten, die an unsere Wangen spiezerz;,J3ch, fühltge summ der Insekten hatte ausgesetzt. Welches Gesetz st jetzt im Urwald? Diese Stille war wie eine Last.# die Malaien rührteg sich, nicht.. zweig Irgend etwas War das eine Stunde, waren es zwri: I###### et mußte da vorne geschehen sein. Aber wir sahen nichts; nichts bewegte sich. Endlich faßte der Jagdherr nach seinem Gewehr. Aber ehe etwas geschehen konnte, riß es wieder an der Sianalleine. Ein heftiger Kampf begann jetzt drüben am netz. Ein Fcampf unsichtbarer Gewalten. Dann rief eine schwache Stimme von unten herauf:„Er ist im Netz, Tuan!“ „Er ist im Netz“, wiederholte der Rubbermann, und ein leises Lachen kam hinterdrein.„Abwarten!“ rief er zurück, „Es muß bald Morgen werden.“ Die ausgegangenen Pfeifen wurden wieder angezündet, aber dann begann der Kamp neuerdings. Er will ausbrechen! dachten wir uns, vielleich ist auch sein Weib mit in die Falle gegangen? Aber nein jetzt sahen wir das Weibchen über den kleinen Platz laufen. Laut brüllend raste es dahin, immer noch hörten wir seine Stimme, eine zweite fügte sich hinzu, dann eine dritte, dann wurde das Gebrüll lauter, näherte sich wieder, tobte auf den Platz heraus, wir sahen drei, vier Orang=Utan=Weibchen, die dem Retz duliefen., Lazsuns gast, semans „Sie werden ihn befreien“, sagte zemand. Aber der Jagdherr schwieg. Er hatte das Gewehr gesichert.„Ein Schuß hätte keinen Wert“, sagte er laut.„Eo muß etwas anderes geschehen sein.“.. 8.5r gur 6, Die Nacht verglomm. Einige Schatten siohen über die Lichtung, wieviel waren es? Man konnte sie nicht zählen. Spurlos, lautlos verschwanden sie im Urwald. Im frühen Morgen sahen wir es: Der Orang=Utan hing im zusammengefallenen detz. Ein Steinhieb hatte seinen d gEg eist sos sagte der Jagoherr und befreite den toten Maja aus dem Netz.„Der König des Urwaldes!“ Er strich ihm über das Fell, über den riesenhaften Kopf.„Er ist alt. Ein alter Urwaldkönig hat keinen Wert, er taugt zu nichts mehr. Er ist eine Last für die anderen. Wird ein Seitengänger; ist ein König und doch keiner mehr. Steht den andern im Weg. Man will keinen alten Urwaldkönig, vielleicht nach einem Gesetz der Schöpfung, man haßt ihn!“ Schweigend standen wir um die rostrote, graue Tragödie.„Man vernichtet ihn“, setzte der Jäger hinzu,„ ahnt die Ewigkeit der ungeschriebenen Naturgelete.“ Eine sonder„Na