ud ii Saauggeg arug m) p L[digaß zaan“„zum Fomalounstal uum zaum I(9iasb 2“„u un m n po(149 21 Ug putg in gun Mchzazu dürsen Sie sich in der Abendkühle im Park er, gehen. Der Markgraf will Facheln aufstellen lassen: „Ahal“ dachte jede der Damen, ohne natürlich eine Miene zu verziehen. Denn die Fürstin hielt sehr auf Anstand, neuerdings war sie aber auch ein wenig eifersüchtig auf den Gemahl, den ritterlichen, vornehm ausschauenden „Türkenlouis“, wie er im Volke wegen seiner Heldentaten hieß. Es war ganz suill in dem reizenden Zimmerchen, das mit unzähligen Bildnissen des Markgrafen und seiner Sybille in verschiedenen rruchten von Maskenfesten her geschmücht war. Die Augen der Fürstin gingen über diese Bilder hin: Wann war er am schönsten gewesen, wann sie? Und hatte sich nicht auf dem letzten Fest, wo sie dies türkische Kostüm aus Schleiertüchern und den weißen Turban trug, ihre Eifersucht auf die kleine Wantau zum ersten Mal gerührt? Warum flüsterte der Württemberger Herzog, den sie immer etwas abwehren mußte, ihr beim Menuett zu, daß es gefährlich sei, den eigenen Gatten als Türken auftreten zu lassen, daß er selbst aber gern seinen Harem vergrößern würde...“ Sie hatte dem Uebermütigen gedroht und sich gar nicht nach ihrem Ludwig umgeschaut, nur bei Tisch war sie ein paarmal unauffällig seinen Blicken gefolgt. Sah er wirklich die Baronesse häufiger als nötig an? Sie hatte nichts bemerken können, auch seither nicht, und obgleich sie sicher nicht die Augen schloß. Sie öffnete sie jetzt erschrocken: War sie eingeschlafen? Die Damen hatten es kaum bemerkt; sie stichelten immer noch, aber was hatte sie doch tun wollen? „Ist die Baronesse noch nicht mit dem Wasser zurück?“ Es schien ihr sehr lange her zu sein, seit sie fort war. Und da— klang dort nicht ein fernes Lachen aus dem Park? So lachen konnte nur eine. Deshalb hatte die Markgräfin ja dies Mädchen bevorzugt—— Eine von den Damen erhob sich halb:„Darf ich Durchlaucht das Wasser holen?“ „Nein, nein, lasse Sie nur, ich will selbst—“ Wie, sie selbst? War das je geschehen? Aber ehe sich die Damen von ihrem Schrecken erholten, war die Markgräfin in ihren weiten Rökken an ihnen vorübergerauscht und die Treppe zum Park hinabgestiegen. Es lag etwas in der Luft. Die Damen wagten sich kaum anzusehen. Sie stickten mutlos weiter. Draußen nahm die Markgräfin die Röcke zu beiden Seiten in die Hände. Sie trug weißgeidene Schuhe, und der Kies drückte durch die dunnen Sohlen. Sie achtete nicht darauf. Irgend eine Gewißheit hatte sie erfaßt: Hier im Park geschah etwas, das ihr Leid brachte, das ihr das Herz zuschnürte und den Atem raubte —— Sie lief durch die Wege bis in die fernsten Ecken und Winkel: alles war wie ausgestorben, keine Menschenseele hörte sie, und doch klang dann und wann das Lachen wieder auf. Sie weinte still vor sich hin; dann wuchs ein fassungsloser Zorn in ihr auf, sie begann zu hassen, aber nicht wie die meisten Frauen die Nebenbuhlerin, sondern den Mann, deck ungetreuen, den verräterischen. Alles kam von diesen frivolen Festen, sie sah ihn vor sich als Sultan und fand ihn schön. Und haßte ihn dennoch. Ehe er noch einmal die kleine Wantau im Arm halten sollte, wollte sie ihn lieber tot sehen. Sie tat schwere Gelübte, fluchte ihm innerlich und verrannte sich besinnungslos in ihre Wut gegen ihn. Plötzlich wurde ihr Schritt gehemmt, der Hofmarschall stand vor ihr: „Durchlaucht!“ Sie sah sein Erstaunen. Ah, er war mit im Bunde.„Wo ist der Markgraf?“ fragte sie herrisch. „Zur Auerhahnbalz, Durchlaucht. Er wollte die Ruhe Eurer Durchlaucht nicht stören——“ „Seit wann? Seit dem Dejeuner? Aber wer lacht denn hier im Park?“ Wie nervös ste war. Der Hofmarschall lachte beruhigend:„Höchstens die Wildtauben, Durchlaucht. Es ist keine nenschenseele im Park, es ist zu heiß.“ Zu heiß— auch ihr. Was hatte sie gedacht, gewollt, getobt, gehaßt! Aber die Baronesse: nie fand sie, fest eingeschlafen im Gras neben dem Brunnen, das Glas stand auf dem Rande und lief über—— Als der Markgraf von der Jagd kam, hatte sich die Markgräfin zu schwerer Buße in ihr zorkenhäuschen zurückgezogen.„Dort schlief sie auf einer Strohmatte, geißelte sich und nahm an einem Ti#me neben den lebensgroßen Holzfiguren der Heiligen Familie die einfachsten Mahlzeiten ein. Sie blieb auch ernst, als sie zurückkam. Die kleine Baronesse Wantau wurde mehr denn je von ihr bevolzugt. Und oft sah sie ihren Mann besorgt an. Zum Frühling, eh' noch die Einladungen zum ersten Maskenfest erlassen waren, legte sich der Marboraf und starb. Da siedelte die Markgräfin ganz in ihr Schlößchen Favorite über, tat oft Buße im Borkenhäuschen und ging eines Tages zum ewigen Schlummer ein, bis zum Ende gehalten von den Armen der Baronesse Wantau.. Dick Skizze von Emanuela Baronin Mattl= Löwenkreuz. Es ist zweifellos, daß Dick ein wenig lächerlich aussieht. Jeden Sommer erscheint er in der Seevilla mit einem Köfferchen. Das birgt drei Anzüge, die tadellos gehalten sind, sich aber den verschiedenartigen Gelegenheiten anzupassen haben. Dick ist kurzsichtig, und die Brille, die einem andern ein anspruchsvolles Aussehen gewährt, macht sein pausbäckiges Gesicht nur noch unscheinbarer. Einem Hauslehrer gleicht er. Auch fliegen ihm die Kinder seiner Gastgeber zu. Die älteste, neunzehnjährig, ist fast dem Kreis vertraulicher Kameradschaft entglitten. Dick hielt es nicht für angemessen, Dodo, die er vor zwei Jahren noch mit Zuckerwerk fütterte, deren Hund er im vergangenen Sommer aus dem See zog, in Beschlag zu nehmen. Dazu sind andere junge Leute da, die sich zu seiner Belustigung fünfmal am Tage umkleiden, die beim Tennis, beim Golf, beim Segeln, auf der Jagd— überall wo es gilt, Eitelkeit zu befriedigen— ihren Mann stellen. Dick dagegen spielt beim Tennis die kläglichste Rolle. Ein Satz ist von vornherein für seine Partei verloren. So begnügt er sich, mit den Gärtnerjungen um die Wette zu laufen. und Dodo mit Bällen zu versorgen. Beim Golf trägt er ihre Schläger. Ein Tontauben=Schießen findet im Park der Villa statt. Hinter dem Grasbuckel fliegen die Dinger auf. Cary nimmt eines nach dem anderen, und schösse er mit verbundenen Augen. Dick ist trotz seiner Brille blind. Als Cary in seiner Abwesenheit der Zunge freien Lauf läßt, entgegnet Dodo:„Woher soll er Uebung im Sport haben? Während Eure Köpfe und langen Beine gerade nur dazu taugen.— Cary blinzelt selbstzufrieden. Helbenhaft sieht der andere nicht aus. Zu kurz geraten. Sogar ein wenig beleibt. Obwohl er es wahrscheinlich nicht dazu hat.—„Womit beschäftigt er sich eigentlich?“ heuchelt er Interesse.„Er ist ein junger Mensch wie ihr. Nur daß ihr keine Zeit habt, zu warten. Ehe es ihm gelingt, eine Anstellung zu finden, hat er eine Vertretung übemnommen.“— Cary zieht das seidene Taschentuch undklopft den rötlichen Staub von der Tennishose.„Vertretung?“ gibt er impertinent zurück,„das ist, wenn man an fremden Türen läutet und achtzigmal von hundert'rausgeschmissen wird?"—„Wahrscheinlich“, muß Dodo zugeben,„aber deswegen ist er doch mehr wert als ihr.“ Dick ist sich natürlich vollkommen bewußt, hinter den anderen zurückzustehen. Seine Brille richtet sich oft melancholisch auf Dodos bezauberndes Gassenjungengesicht. Im übrigen ist er der anspruchsloseste der Hausgäste. Das bescheidene Zimer, das nicht nach dem See, sondern nach dem Hof mit den Autoboxen geht, ist ihm gerade recht. Ließe man ihm die Wahl, er würde sich nur für dieses entscheiden. Stundenlang verkriecht er sich dort, wenn Dodos Lachen, ein unbedachtes Wort ihn gekränkt haben. Dann holt sie ihn persönlich vor, bringt seine Bücher,— die auch in dem engen Köfferchen Platz finden— in Unordnung, steckt die Nase in die großenBlumensträuße, die er von Spaziergängen heimschleppt. Eines Tages kommt ein junger Mensch im Smoking mit zerdrücktem Kragen vom Bahnhof. Es ist Dodos Friseur aus der Stadt, der ihr die schönsten Dauer= und Wasserwellen legt, und den sie aufgefordert hat, sie auf dem Lande zu besuchen. In Würdigung einer solchen Einladung hat er sein Testgewand angelegt. Bei brütender Hitze. U.o um zwölf Uhr mittag. Die jungen Leute begrüßen ihn ausgelassen. Als er auf dem Berg steht— denn er unternimmt auch noch eine Fußwanderung— zerronnen und zerflossen in dem unglücklichen schwarzen Rock, kennt die Heiterkeit keine Grenze. Cary bemüht sich, boshafte Vergleiche zwischen Dick und dem Friseur zu ziehen. Als er aber auch noch Dodo zum Opfer seiner Spotklust wahlt, sie beschuldigt, es mit diesen beiden komischen Käuzen zu halten, da steht der kleine, bebrillte Wicht in seinem nicht sehr gut gemachten Rock auf. Der Kopf wirbelt ihm, ser streckt sich, und im selben Augenblick sitzt Cary ein Backenstreich auf der wohlgebräunten Wange. „Du bist unmöglich,“ japst der Geschlagene, „zeinen wie dich knete ich durch ein Kanalgitter. Aber dueslieren werd' ich mich mit so einem Narren nicht." Daß er ein Narr ist, hört Dick am selben Abend ein zweites Mal Während er mit Packen beschäftigt ist, tritt Dodo in sein Zimmer. Aergerlich trommelt sie an die Fensterscheibe.„Was fällt Ihnen ein, bei uns Skandal zu machen!“ Dick wackeltr“ dem Kopf. Den bescheidenen Stoß seiner Hemden auf dem Arm, hört er eine geharnischte„Strafpredigt und nickt reuevoll und vernichtet.„Wurden Sie,“ endigt Dodo,„wenn ich Sie bitte, sich Cary gegenüber entschuldigen?“„Wenn Sie es wünschon.“—„Machen Sie schnell! Kommen Sie mit mir— aber gleich!" Auch Cary ist mit Packen beschäftigt. Das heißt sein Diener. Cary kaut an einer kalten Zigarre und liegt auf dem Sofa. Auf dem Ellbogen richtet er sich empor. Dodo hält Dick mütterlich an der Hand.„Da ist er... er will“ Cary trägt die anmaßendste Miene zur Schau. Sogar das Monokel, das immer rutscht, klemmt er ein. Dodo hält immer noch Dicks Hand, die so warm und fest in der ihren ruht, die sie um keinen Preis loslassen möchte, nie mehr, und setzt mit einem spitzbübischen Lächeln hinzu:„Er will Ihnen sagen, daß Sie es nicht so ernst nehmen sollen, wir sind doch nur eine Bande, von Kindesbeinen vertraut, und er hat schließlich bloß seine Braut verteidigt.“—„Seine Braut?“ Carys Glas fliegt aus dem Auge. Dick hört auf einmal über dem See Glocken läuten, leise und sanft, die sicher nicht dort sind. Ruckartig fährt er sich an den Kragen. Der nächste Gedanke ist: Daß man so schön träumen kann. „Seine Braut?“ fragt einige Minuten später Dodos Mutter. „Ach, Mutter— er ist so anders. Man kann nicht von Dingen reden, über die sich nur schweigen läßt— aber lange schon, sehr lang, hätt' ich immer nur ihn haben mögen!“ [2.— W Gip zelpunkt der Ehrlichkeit. Der Zug hält. Punkt zwölf Uhr nachts. Irgend jemand hat an der Notleine gezogen. Aufruhr, Unruhe, Geschrei. Man fragt Herrn Brutz:„Haben Sie die Notbremse gezogen?“ „Ich?“ erwidert Brutz.„Ja.“ „Und warum?“ „Mein kleines Töchterchen Elli, welches Sie hier sehen, ist soeben fünf Jahre alt geworden. Und da möchte ich die Gebühr nachzahlen!“ Vorschlag zur Güte. „Wiederhole die Geschichte von Schneewittchen, die ich euch eben erzählt habe“, sagte der Lehrer zu Bobby. Der aber meinte:„Och, erzählen Sie sie man lieber selber noch mal, Sie können das doch besser als ich.“ * Rechnung. „Hu— hu.“ „Warum weinst du, Kleiner?" „Ich habe zwei Mark verloren.“ „Hier hast du zwei Mark von mir." „Hu— hu.“ „Warum weinst du noch, Kleiner?" „Jetzt hätte ich vier Mark. Hu— hu.“ Frau Nick. Frau Nick ist nicht mehr ganz jung. Aber Frau Nick tut so, als ob sie noch ganz jung sei. „Mein Mann“, erzählt sie,„ist vierzig Jahre alt. Zwischen uns besteht ein Altersunterschied von dreizehn Jahren.“„Ach“, sagt Schlang, „für dreiundfünfzig hätte ich Sie aber nicht gehalten.“ Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: V. A. Santz, Altena. — BaU urchrPP S#EEFT Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 45 Samszag, 7, November 1931 98. Jaorgang Brautstück Erzählung von Emanuel Clausen. Die ersten Lichtbündel der Morgensonne trafen das Fenster. Caro kratzte an der Schwelle der Tür. Das war das Zeichen für die alte Frau Zabette Knapp. Es bedeutete. Aufstehen und die Kühe melken! Diese Arbeit ging der fast achtzigjährigen noch verhältnismäßig leicht von der Hand. Zu anderem taugte sie ja schon lange nicht mehr. Dabei saß sie jetzt bereits im zwanzigsten Sommer bei ihrem Schwieger im Austragsstübchen und wußte, sie war für ihre Kinder Ballast. Aber die alte Babette konnte und konnte nicht sterben, wie große Mühe sie sich auch manchmal an harten Tagen gab. Westfälischer Bauernschlag, der die Hundert vollendet, wenn nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt. Die Kinder, die sie ihrem Peter in einer langen und glücklichen Ehe geschenkt, hatten sich jetzt schon lange in alle vier Winde zerstreut. Nur Anna, die älteste Tochter, war seßhaft geblieben, das nun auch schon grau gewordene Weib des Dieter, der anläßlich seiner Heirat das Knappsche Gütchen von der Schuldenlast befreit. Und darauf pochte der noch heute. Er habe die Familie Knapp vor dem Untergange gerettet, das bekam man an jedem neuen Tage an Stelle der Butter auf dem Brote gereicht. Ueber dem Bette der Alten, die sich jetzt mühsam mit zitternden Beinen und wackelndem Kopfe erhoben hatte, hing ein Abreißkalender. Mechanisch— wie an jedem neuen Morgen— lösten ihre Finger des vergangenen ages nun wertlos gewordenes Blatt. Auf einmal wurden ihre trüben Augen heller und größer. Aber sie mußte die schwachen anstrencen, um ordentlich lesen zu können: 10. Mai. Und da fiel es ihr ein. Richtig! Heute waren es ja auf den Tag sechzig Jahre her, daß sie sich mit ihrem Peter versprochen hatte. An einem Sonntag geschah das damals, am Rande des frühlingsgrünen Waldes, der genau wie heuer sein sich ewig erneuerndes Festkleid trug. Auf dem mit Schlüsselblümchen und Salbeiblüten übersäten Anger, wo die Steinbank unter der uralten Linde stand. Zu diesem über des Lebens ganze Zukunft entscheidenden Stelldichein hatte Peter seiner Babette das Brautstück mitgebracht. Blond war sie damals gewesen, frisch und jung, die schönste Dirne weit und breit, wie der bis über die Ohren verliebte Bursche sie immer und immer wieder versichert hatte! In dieser seligen Erinnerung legte sich eine leise Röte auf die Wangen der alten Frau Knapp. Ihr Gang war leichter, ihre Bewegungen wurden lebhafter. Sie kniete sogar auf dem Fußboden nieder und zog die Lade aus der Kommode heraus. In dieser verwahrte sie ihre Schätze. Blutwenig und doch für sie so viel! Alles mit einem einzigen Worte Das Gebetbuch, den verwelkten Myrthenkranz, den verstaubten Schleier... und ihr Brautstück. Einen scharlachroten„Seelenwärmer“, wie er vor sechzig langen Jahren Mode gewesen. Peter hatte das Brusttuch aus der Stadt mitgebracht und ihr heimlich anvertraut, daß es das teuerste im ganzen Laden gewesen sei. Dabei hatte er sie in seine Arme genommen und sie unter heißen Küssen versichert:„Aber für Dich ist mir nichts zu teuer, mein süßer Schatz!“ Diese seine lieben Worte klangen eben in Frau Babettes Ohren wieder, als sie jetzt mit einer grotesk wirkenden Koketterie vor dem schon blind gewordenen Spiegel stand und den knallroten„Seelenwärmer" um ihre Schultern legte. Wie Trotz spielte es um die verwelkten Lippen, und feste Entschlossenheit thronte auf einmal auf der von tiefen Runzeln durchzogenen Stirn. „Grade, grade“, sagte sie jetzt vor sich hin. „Sie mögen sagen, was sie wollen. Sie mögen mich verhöhnen und auslachen. Grade trage ich heute das Tuch.“ Erst Dieters rauhe Stimme riß sie in die Wirklichkeit zurück. Sein schwerer Bauernstiefel polterte auf der Stiege, und sein Mund fluchte:„Zum Teufel auch, wo steckst Du denn. Alte, wir warten schon eine halbe Stunde auf die Milch!“ Die Greisin in dem roten Tuche duckte sich wie ein Hund, dem Prügel bevorstehen. Sie verließ ihre Stube und stand auf der Stiege Dieter gegenüber, der wie immer, wenn er auf die Felder ging, einen derben Knotenstock mit sich führte. Aber er mißhandelte die Alte nicht. Er lachte nur aus vollem Halse über den ungewohnten Anblick und griff sich an den Kopf, als ob ihm da in der Schwiegeralten eine Närrin über den Weg gelaufen sei. Mühselig drückte sich Frau Babette auf der schmalen Stiege an ihm vorbei. Denn Dieter war ein Hüne. Wenn der auf den Stufen stand, dann blieb hier für die anderen nur noch ein ganz winziger Platz. Aber er reichte, um die im Brautstück Prangende vorbei zu lassen. Als Frau Babette an der Küche vorüber kam, steckte die Tochter den Kopf aus der Tür. Anna, ihr ältestes Kind, dessen Geburt sie um ein Haar das Leben gekostet hätte! Und auch Anna tat es Dieter nach. Ja, noch mehr! Sie kleidete ihre Gedanken in Worte und schrie:„Du bist wohl verrückt geworden, Mutter!" Auch das focht die alte Babette nichts an Sie trug ihr Brautstück. Das hatte sie sich nun einmal seit Feststellung des Jubiläumsdatums in den harten Schädel gesetzt. Der war in Westfalen geschnitzt worden und gab, wie alle seinesgleichen, so leicht nicht nach. Fest entschlossen, auf ihrem Vorsatz zu beharren, schlürfte die Alte in den Stall. Den Melkeimer zu holen, denn nach Dieters Geheiß weideten die Kühe bei dem herrlichen Wetter im Freien. Noch keine hundert Schritte von hier, auf einem umzäunten Wiesenstücke, das Dieter eigens für diesen Zweck erst vor Jahresfrist erworben hatte. Aber diese hundert Schritte führten durch die Dorfstraße. Am Schulhause vorbei. Der Unterricht begann sehr früh, weil die Kinder in den Tagesstunden von den Eltern für häusliche Arbeit beansprucht wurden, und es konnte schon geschehen, daß die immer zu wilden Streichen aufgelegte Jugend die mit dem roten „Seelenwärmer“ protzende Alte auf dem Wege traf. Erfreulicherweise geschah das aber nicht. Die Schulkinder waren noch nicht so weit. Nur der Bäckerjunge, der bei Meister Matthes den Teig rührte, streckte ihr die Zunge heraus. Was der Flegel sie wohl kümmerte! Und doch beeilte sie sich, so gut das eben auf den achtzigihrigen Füßen zu gehen vermochte, und hatte nach wenigen Minuten das Gattertor des umfriedeten Wiesenstücks erreicht. Dieters fünf schöne Kühe grasten friedlich. Ab und zu muhte eines der Tiere, das an der Last seines gefüllten Euters schwer tragen mochte, weil es heute infolge der festlichen Bekleidung der alten Babette ein wenig später als sonst geworden war. Die grell leuchtende Gestalt der gebückten Alten schob sich jetzt durch das Gattertor hinter den Zaun. Sie wollte sich einer der Kühe nähern, um dieser ihre Last abzunehmen, und stand plötzlich wie angewurzelt. Einem Steinbild zu vergleichen, unfähig, auch nur einen einzigen Schritt vor= oder rückwärts zu machen. Der junge Zuchtbulle, der sich hier auf Dieters Befehl seiner Freiheit erfreute, senkte den Kopf. Seine Augen glotzten und glotzten. Auf das rote Tuch, das die alte Babette zur Feier ihres sechzigsten Verlobungstages angelegt hatte. Zwei spitzige Hörner harrten der armen Alten. Sie waren auf ihre Brust gerichtet. Wenn der Stier losfuhr, dann traf er sie mitten ins Herz. 1 Aber sie rührte sich nicht von der Stelle. Ein Gedanke durchfuhr da auf einmal ihren Kopf. Zu was war sie denn noch gut? Wer liebtsie noch? Peter im Himmel droben wartete Auch sie tat das jetzt... reglos. Da kam Dieter im Laufschritt an. Er war der Schwiegermutter nachgegangen, um sie nach seiner Art und Weise zur Arbeit aufzumuntern. Zu spät. Als er sich über den Lattenzaun schwang, war es geschehen— die Alte starb noch, bevor man sie in ihr Stübchen zurück gebracht. —12.— Auf verlorenem Posten Skizze von Paul Kapp= Neuhausen O.=Pr. Das halb verfallene Wirtshaus lag nur einige Schritte von der Grenze an einer verlassenen Hel straße, die ihren Zweck eingebußt hatte. Nii. wenige Bäume hiten Schutz gegen d.n wun#den Sturm, der um das Haus raste. Es war sockfinstere Nacht. Der Wirt stand aben an der Treppe, hatte### späten Gast versorgt und hielt schützend die Hind vor das Licht, damit der durch Mau###'tzen ringende Wind es ncht verlösche. Im Begeiff, die Treppe hinab zu steigen, erregte etwas seine Aufmerksarkeit. Er stond stal und lauschte. „Es ist richtig“, murmelte er.„Die Halunken sind immer noch hinter ihm her.“ Nun blier ei das Licht aus, sieg behutsam die Trepp. hinab und tastete sich in Dunkeln nach der Gastnube, wo seine Frau und ein zwölfjähriger Junge ihm entgegensahen. „Fort mit dem Licht!“ sagte er, zur Lampe gehend und sie auslöschend. „Warum?“ fragte seine Frau ängstlich. „Man umschleicht das Haus.“ Eine Weile blieb es still. Dann sagte die Frau leise:„Du setzt Dich immer mehr der Feindschaft dieser Leute aus; und das Geschäft steht still.“ „Das liegt an der schlechten Zeit, Frau, nicht an uns.“ „Wenn die Leute aber nicht mehr herkommen—.—. „Pstl sei nur still! Sie werden gleich hier sein.“ „Wer ist der Fremde?“ „Er ist ein Deutscher. Das genügt, um ihn zu schützen.“ Der Wirt war, indem er dies sagte, ans Fenster getreten und horchte hinaus.„Es stimmt“, sagte er,„ich höre sie draußen ruscheln. Und nun merkt auf, was ich Euch sage: Du, Frau, gehst ins Schlafzimmer und meldest Dich nicht! Der Hans aber folgt meiner Anweisung von vorhin und achtet auf das Lichtzeichen.“ Er hatte kaum ausgesprochen, als man draußen stark gegen die Haustür pochte. Noch warteie er, indes seine Angehörigen hinaus schlichen, bis sich das Pochen mehrfach wiederholt hatte. Dann steckte er ein Licht an und ging, um zu öffnen.— Vor der Tür standen mehrere Gestalten, die sogleich hineindrängten. „Es geht nicht“, sagte der Wirt.„Ich darf Euch jetzt nichts verabfolgen.“ „Komm nur herein! Wir haben mit Dir zu reden.“ Der Sprecher schloß die Haustür, vor der einige Nänner als Wache zurückgeblieben waren, und ging ins Gastzimmer, wohin ihm die anderen und der Wirt folgten. „Was— zum Teufel!—“ sagte der letztere ärgerlich,„habt Ihr jetzt auf deutschem Gebiet zu suchen? Ihr seid doch Litauer.“ „Stimmt, Freundchen." „Schmuggler?“ Der Anführer stellte sich vor den Wirt hin und sah ihm trotzig ins Gesicht.„Ich denbe“, sagte er,„Du'kennst uns ganz gut und weißt, daß wir von der Polizei sind.“ „Danach seht Ihr gerade aus! Macht, daß Ihr über die Grenze zurückkommt, bevor unjere Grenzbeamten Euch erwischen!" „Die sind weit weg", sagte der Litauer. „Und wir werden gleich gehen, sobald wir den Mann hervorgeholt haben, den Du versteckt hast.“ „Um mir Unsinn zu erzählen, brauchtet Ihr mich nicht aus dem Schlaf zu wecken.“ „Unsinn sprichst Du selbst. Wir sahen Licht im Hause und hörten Euch sprechen, als wir der Spur des Flüchtlings, der uns in der Dunkelheit entkam, bis hierher folgten.“ „Dann seid Ihr wohl im Dusel", rief der Wirt wütend.„Und nun schert Euch hinaus! Ich hätte gar nicht öffnen sollen.“ „Wir waren auch so hingekommen, Mann. Deine Haustür verträgt keinen Fußtritt. Aber nun höre zu! Du kannst eine Belohnung verdienen, und unsere Kundschaft ist Dir sicher. Es handelt sich um einen politischen Verbrecher, der entfloh.“ „Ein Litauer?" „Nein, ein Deutscher." „Mir scheint, Ihr seid auch nicht weit davon her. Ich entsinne mich jetzt auf Eure Namen: Thalis, Lehmanis, Borchertas nennt Ihr drei da Euch, nicht wahr? Also heißt Ihr in Wirklichkeit Thal, Lehmann und Borchert. Schämen solltet Ihr Euch!“ „Und Dich soll der Teufel holen!“ brüllte der Litauer wütend. Er wandte sich an die andern:„Vorwärts! Durchsucht das Haus! Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ „Nein“, sagte der Wirt,„das habt Ihr freilich nicht. Unsere Grenzbeamten werden gleich hier sein.“ Er hatte, um mehr Licht zu schaffen, die Lampe angezündet, ging zum Fenster und öffnete die Läden. „Wozu das?“ fragte der Anführer. „Damit die Beamten besser den Weg finden.“ Der Litauer wollte die Läden wieder schlieken, stieß aber auf den energischen Widerstand des Wirtes. Und im gleichen Augenblick dröhnte vom nahen Wäldchen her ein Schuß, dem bald ein zweiter folgte. Die anderen Litauer, die bereits an eine Durchsuchung des Hauses gehen wollten, kehrten schleunigst um und sohen fragend auf ihren Anführer.„Warte, verräterischer Hund!“ knurrte dieser, vom Wirt ablassend, der ihn hohnlächelnd ansah: „Nun lauft, lauft, damit Ihr Euch selbst in Sicherheit bringt und nicht mit deutschen Gefängnissen Bekanntschaft macht!“ Jetzt noch ein Schuß, schon in größerer Nähe. Sogleich stoben die nächtlichen Eindringlinge hinaus und verschwanden in der Dunkelheit, indes der Wirt die Läden wieder schloß. Einen Augenblick blieb die Gaststube leer. Dann erschien der zwölfjährige Hans mit einer Flinte in der Hand.„Das hast Du brav gemacht, mein Jugne“, sagte der Wirt schmunzelnd.„Nun müssen wir abwarten, ob durch Deine Schüsse die Grenzbeamten herbeigelockt wurden. 1.— Heimliche Nebellen an Bord Skizze von Frank Stoldt. Werkstudent Will Schröder stand mißmutig an der Reling des Vordecks und starrte zu den erleuchteten Fenstern der ersten Klasse hinauf. Etwas anders hatte er sich seine Afrikafahrt doch vorgestellt. Gewiß, harte Arbeit wollte er gern in Kauf nehmen. Aber in zwei Monaten nur dreimal an Land, davon einmal abends— das war etwas wenig! Wozu hatte er den Gesellschaftsanzug bei der Abreise mitgenommen? Aus dem Besuch des Studienfreundes in Kapstadt war nichts geworden. Der leitende Ingenieur hatte auf seine Urlaubsbitte kühl lächelnd erwidert:„Sie sind zum Arbeiten an Bord, mein Lieber, und nicht zum Spazierengehen!“ Aber wenn man sich jetzt umzog, wurde man dort oben erkannt werden? Ganz ähnliches spielte im Köpfchen der jungen Schiffsschwester, die zur gleichen Zeit ein Dutzend wenig erzogener Kinder bei der Abendmahlzeit beaussichtigte. Gestern mittag, als sie sich einen Augenblick auf dem Promenadendeck im Liegestuhl ausgestreckt hatte, war der Kapitän vorbeigekommen. Sie hatte ihm fröhlich„Guten Tag“ zugenickt und als Antwort erhalten:„Die Liegestühle sind für die Passagiere da, Schwester. Als Schiffsangestellte verfügen Sie sich in Ihrer Freizeit gefälligst anderswohin!“ So,— das hatte gesessen. Die kleine Schwester knirschte ordentlich mit den Zähnen. So ein Bauer! Aber dom ürde sie es zeigen! Heute abend war Kostümball, und maskiert würde sie mindestens so reizend aussehen wie die Damen der ersten Klasse.„John, nimm den Finger aus der Nase! Emmy! Man putzt sich nicht die Nägel mit der Gabel!" Na ja, die Kinder kamen eben aus Afrika. In der lauen Sommernacht bot der Festsaal des Schiffes ein zauberhaftes Bild. Lampions und Ketten von bunten elektrischen Birnen leuchteten aus den Zweigen und Guirlanden, mit denen man den Raum in einen Garten verwandelt hatte. In Nischen plauderten und lachten frohe Paare. Auf frei gelassener Fläche drehten sich die Tanzlustigen zu den Klängen der Bordkapelle. Einiges Aufsehen erregte eine junge Nixe, deren Gewand silberschuppig den schlanken Leib umschloß. Hinter ihrer Maske lachten zwei fröhliche Blauaugen in die Welt. Sie war schon beim Beginn des Balls von einem Schwarm begeisterter Herren umgeben. Aber ohne sich viel um diese zu kümmern, steuerte sie auf den Tisch des Kapitäns zu, der ihr eilig einen Stuhl an seiner Seite frei machte. „Was wünschen Sie zu trinken, gnädiges Fräulein?" Der Obersteward trat mit tiefer Verneigung heran.„Sekt!“ rief die Nixe übermütig.„Nicht wahr, Herr Kapitän?“—„Was Sie befehlen, gnädiges Fräulein.“ Inzwischen waren in der Eingangshalle zwei Gestalten Arm in Arm erschienen. Einer davon war der dicke leitende Ingenieur, der sich für den heutigen Abend vom Oberkoch Jacke, Mütze und Kochlöffel ausgeliehen hatte. Als er die Treppen zum Festsaal hinaufgestiegen war, hatte er einen kräftigen Schlag auf die Schulter erhalten. Auch unser Werkstudent hatte sich gesagt, Unverfrorenheit sei der beste Schutz. Der Uebeltäter lachte mit kräftiger Stimme:„Na, Herr Obersmut! Gibts hier auf Pflaumen und Klöße wie bei der Mannhaft? Uebrigens gestatten Sie, lieber Freund: Graf Koksbrandini!“ „Mein lieber Graf“, sagte der Angesprochene würdevoll,„Sie sind gut über den Schiffsbetrieb unterrichtet.“ „Ja, äh, sehen Sie mal, Dickerchen, ich habe mir auf der Jacht meines Freundes, des Fürsten von Trottelstein, den Scherz gemacht, mich unters Volk zu mischen. Seitdem beherrsche ich den populären Umgangston! Aber entschuldigen Sie, muß mich mal unter den Töchtern des Landes umsehen.“ Der Ingenieur blieb stehen und Will ging quer durch den Saal zum Tisch der Honoratioren.„Gnädiges Fräulein, darf ich bitten?“ Die wasserblauen Augen des Kapitäns sahen seine Nixe im Arm des Partners davonschweben. Nur in den kurzen Pausen zwischen den Tänzen durfte er sie bewirten und ihr den Hof machen. Er hatte sich längst vom Obersteward die Passagierliste geben lassen und schwankte noch, ob die schöne Unbekannte die Tochter des Minenindustriellen X oder die Baronesse von 9 sei. Will Schröder hatte alle Ketten abgeworfen. Mochte morgen kommen, was wollte, heute war heut! 14 „Während wir hier so tanzen und luchen, Nixlein, treibt unser Schiff unermüdlich der Heimat zu. Hundert schwielige Fäuste sind dazu nötg“,,...un Li: anflahnt und „Freilich! und wie werden die enklöhnt und sohoebinden“ „Es wundert mich, oaß Sie das nachempsinden können, gnädiges Fräulein.“ Ihre Augen blitzten schelmisch.„Nie sollst du mich befragen! Wenn Sie wüßten, mein Kavalier...“ Er murmelte seitwärts:„Und wenn du wüßtest, Schönste, welch verzauberter Bettler dich im Arm hält!“ Stunde um Stunde verging im Fluge. Die Uhr zeigte beinahe Mitternacht, als Wills Augen unruhig zu werden begannen. In einer stillen Ecke faßte er sich ein Herz.„Nixiein! Ich muß vor der Demaskierung verschwinven: —„Wie, Sie auch?“—„Wieso auch? Sehen Sie, Nixlein, ich muß heute nacht noch in des Heizraums tiefsten Gründen Wache gehen!“ „O— und mir geht es nicht anders, denn ich bin Ihre Schiffsschwester, Sie Schwerverbrecher!“—„Also Schwester und Bruder?“ Dabei neigte er sich und küßte sie. An dem versteckten Winkel schob sich der leitende Ingenieur vorbei und drohte lächelnd mit dem Zeigefinger:„Aber Graf! Das schönste Mädchen ren Ball zu heen!“ Lautlos huschten gleich darauf zwei Gestalten die Treppen hinunter ins Schiff. Doch selbst dieser Rückzug war den argwöhnischen Augen des Agnitäns nicht entgangen. Er folgte, sobald ihn seine Amtspflichten losließen. Zu spät! Die von den Nachtlampen spärlich erleuchteten Gänge lagen menschenleer. Am nächsten Tag ging das Leben an Bord seinen alten Gang. Nur auf vier Gesichtern lag ungeduldiges, zweifelndes Fragen. Die Lösung fand sich für alle erst drei Wochen später, als man im großen Saal des Hamburger Seemannsamtes abmusterte. Die in ausgelassener Stimmung erscheinende, keine Schwester konnte es sich nicht versagen, zum hinter der Schranke stehenden Kapitän zu sagen:„Aber der Sekt war ausgezeichnet und gut gekühlt, Herr Kapitän. Auf Wiedersehen!“ Das dicke Gesicht des Angesprochenen lief hochrot an:„So!—— Na, Sie werden nicht wieder bei unserer Linie fahren, Fräulein!“. Ein nöttiicher Knicks war die Antwort:„Danke schön! Ich habe schon eine Stellung an der Universitätsklinik.“ Sie wandte sich zur Tur. Ein breitschultriger junger Mann bot ihr plötzlich den Arm:„Nixlein, darf ich bitten? Will Schröder lüftete gravitätisch den Hut vor den verblüfften Augen des leitenden Ingenieurs und des Schiffsführers:„Graf Koksbrandini erlaubt sich gleichzeitig seine Rückkehr zur Hochschule anzuzeigen!“ Ein übermütiges, junges Paar ging Arm in Arm die Admiralitätsstraße hinunter. Die Männer sahen den lachenden Mädchenaugen nach, und die Frauen blickten von der Seite auf das glückliche Gesicht des Begleiters. —.— Das Mädchen mit den goldenen Schuhen Burmanisches von G. W. Brandtstetter. Der burmanische Steuermann des Dampfbootes, das den Jrawadi hinauffuhr, hatte gerade nichts zu tun. Und da er sah, daß der einzige weiße Fahrgast sich langweilte, so hielt er die Gelegenheit für günstig, sich durch eine Geschichte ein paar Annas zu verdienen: Da hinten— sagte er und wies mit dem Finger irgendwohin uferwärts— liegt Mangin, Sahib, und da trug sich im vorigen Jahre eine Geschichte zu. Das Ding hieß Mina und war Kindermädchen beim Distriktskommissar. So an die zwei Jahre, und die Memsahib mochte sie leiden, sprach mit Mina mehr, als es die weißen Frauen sonst mit uns tun. Und einmal beim Aufräumen kramte sie ein Paket hervor, das war in Seidenpapier gewickelt, und sie hielt es ganz behutsam in der Hand. Dann machte sie es auf, und Mina sah ein Paar goldene Schuhe mit Absätzen, fein und schmal, wie die weißen Frauen sie zum Tanzen anziehen. Und die Memsahib sagte Mina, die Schuhe hätte sie getragen, als sie in Rangoon unten den Sahib kennen lernte, und er hätte sie gleich lieb gehabt und bald darauf geheiratet. Und deshalb hielt sie die Schuhe so in Ehren. Die Mina aber dachte, wenn sie doch auch nur so ein Paar goldene Schuhe haben könnte, dann würde sie— davon war sie ganz fest überzeugt— auch bald den Mann finden wie die Memsahib. Bald darauf wurde der Sahib nach England versetzt. Und weil das so üblich ist, verschenkte die Memsahib alle ihre Sachen, die sie hier getragen hatte, an ihre Dienerinnen. Nur die Schuhe wollte sie behalten, doch als sie die großen Augen sah, die Mina machte, so voller Sehnsucht und Kummer, da schenkte sie ihr d eigoldenen Dinger. Und die Mina war so glücklich, daß sie beim Abschied von der Memsahib gar nicht weinte. Sie kam nach Mangin zurück, wo sie zu Hause war, und das ganze Dorf wußte gleich von den goldenen Schuhen. Es dauerte auch keine acht Tage, da wollte schon einer die Mina heiraten. Das war der Dorfälteste, und er hätte Minas Großvater sein können. Der sagte den Eltern, er allein wäre würdig, die Frau mit den goldenen Schuhen zu besitzen, und die Jungen im Dorf sollten sich ja nicht um Mina kümmern, sonst ließe er jeden einsperren. Der Mina war der Alte natürlich nicht recht. Wenn der Dorfälteste auch viel besaß, so wollte sie doch einen jungen Mann. Da war einer, der hieß Dolah, hatte schon zwei Tiger getötet und gefiel der Mina recht gut. Aber die Eltern sagten:„Du heiratest in vier Wochen den Dorfältesten!" Damit war die Sache erledigt. Nun wollte die Mina, so lange sie nicht verheiratet war, noch ein paarmal mit ihren goldenen Schuhen prunken, ohne daß der Dorfälteste dabei sein sollte. In Paluko drüben gab es gerade ein Fest, und so hängte sich Mina die goldenen Schuhe an den Gürtel und ging morgens mit ein paar anderen Mädchen durch die Dschungel hinüber nach Mangin. Dort zog sie die Schuhe an und tanzte darin. Und alle rissen das Maul auf vor Staunen, S* S Eie ELPLTu B•SERE SIEE SSS— S u. S GBADSERE S S RFESSESSS .*— 0 2 8 S1 P S 5 UNIESB5SSESROGERDSSE EEHERSMDDSAES * 6. * weil die Schuhe blitzten und funkelten, wenn ein Sonnenstrahl darauf schien. Das gefiel den Männern, und die Mädchen und Weiber machten dumme Gesichter. Mina sah das alles, aber am meisten Spaß hatte sie, als auch Dolah, der Tigertöter, kam und sie mit den Augen auffraß. Dann dachte sie wieder an ihren Dorfältesten und wurde traurig. Sie wollte nach Hause, aber es war noch früh am Abend, und die anderen Mädchen hatten keine Lust. Da sagte sie:„Dann gehe ich eben allein.“— „Vorsicht", warnte einer,„gerade jetzt steht der Tiger aus dem Lager auf. Du solltest warten, bis die anderen mitgehen.“ Doch Mina wollte nicht, zog die goldenen Schuhe aus und ging. Doch dann kam gleich ein Mädchen aus Mangin hinter ihr hergelaufen:„Ich gehe mit.“ So liefen sie zusammen durch den Busch und kamen in die Dschungel. Da blieb das andere Madchen, es hieß Hari, plötzlich stehen:„Gib mir jetzt die Schuhe, Mina! Du brauchst sie nicht mehr. Du hast ja einen Mann.“ Doch Mina wollte nichts davon wissen, denn sie war stolz auf die Schuhe, die sonst nur Memsahibs tragen dürfen, und dann dachte sie, vielleicht brauchte sie die Dinger noch einmal, wenn ihr Dorfältester bald sterben sollte.„Nein, nein“, sagte sie also,„meine goldenen Schuhe bekommst Du nicht.“ Sie war stehen geblieben und wollte nun weiter gehen. Doch da riß ihr Hari die Schuhe vom Gürtel und lief davon. Und weil die Dinger so schmal und klein waren und Mina den ganzen Tag darin getanzt hatte, so taten ihr jetzt die Füße weh und sie konnte nicht so schnell laufen wie Hari. Da blieb sie stehen und weinte. „Mina“, sagte auf einmal einer hinter ihr, „Mina, laß sie laufen, die dumme Hari, und komm schnell mit mir. Denn der Tiger ist wach geworden.“—„Meine Schuhe!“ schrie aber Mina,„meine goldenen Schuhe! Ich darf ohne sie nicht nach Hause kommen. Der Dorfälteste wird mich schlagen.“—„Unsinn“, sagte Dolah— er mußte wohl den ganzen Weg hinter den Mädchen hergegangen sein— und packte sie um die Hufte,„komm mit! Was brauchst Du den Dorfältesten und die goldenen Schuhe, wenn ich Dich haben will?" Da wehrte sich Mina nicht mehr, und sie liefen aus der Dschungel. Ja, und nun wird die Sache traurig, Sahib. Denn am anderen Morgen mußten die Eltern dem Dorfältesten sagen, daß Mina nicht nach Hause gekommen war.„Ach“, stöhnten sie, „und die Schuhe fehlen auch! Wenn nur der Tiger sie nicht gefressen hat!“ Da nahm der Dorfälteste seinen alten Säbel und seine Flinte und lief in die Dschungel. Er wollte wenigstens die goldenen Schuhe retten, denn die konnte der Tiger nicht gut gefressen haben. Er fand sie auch wirklich. Sie lagen fast nebeneinander im Dickicht und waren ein wenig mit Blut bespritzt. Ich denke mir, Sahib, der Dorfälteste wird nicht viel Zeit gehabt haben, sich die goldenen Schuhe anzusehen. Sicher hat ihn der Tiger dabei überrascht. Denn als die Männer aus Mangin zwei Tage später eine Treibiagd auf den Tiger machten, weil auch der Dorfälteste nicht zurückgekommen war, da fanden sie seine Flinte und seinen Säbel neben den goldenen Schuhen liegen.„Arme Mina!“ sagte einer dabei. Da erfuhren sie erst von Dolah, der mit bei der Treibjagd war, daß Mina in seiner Hütte saß und auf die Hochzeit mit ihm wartete. „Arme Hari!“, sagten sie deshalb und keiner hatte etwas dagegen einzuwenden, daß Dolah die goldenen Schuhe an sich nahm, die doch seiner Mina gehörten. Manchmal fällt einem das Glück auf den Kopf Skizze von Anton E. Zischka. Maas lehnt auf den Apfelfässern vor seinem Geschäft und rechnet. Wenn er Licht, Telefon, und die Miete und die dringendsten Rechnungen bezahlen will, braucht er 2500 Mark. Der Platz ist nicht schlecht. Fast an der Stadtgrenze schon, aber dafür rechts die große Glühlampenfabrik, die U=Bahnstation nicht weit, und nun wird bald der neue Wohnhausblock drüben fertig sein... Trotzdem: Es ist Mittag geworden, und nur ein einziger Kunde war da. Sehr feine Frau, den Kleidern nach. Hatte in allen Kisten herumgegriffen und jeden Apfel in der Hand gehabt und dann ein Pfund Rosinen gekauft. Maas tut, was so viele Tausende heute tun: Er rechnet und rechnet und sieht doch keine Möglichkeit, über die tote Zeit zu kommen. Die Straße ist fast leer, ein Kind läuft einem roten Ball nach. Aber dann kommt es blitzschnell. Das Kind tollt bis zur Ecke vor, und dort rast ein Motorrad heran. Hupen— ein Schrei— und das Kind, wie erstarrt, läuft geradewegs in die Maschine. Der Fahrer kann eben noch auf den Gehsteig lenken... und dann fallen schon die Apfelkisten und das Faß, und Maas hat ein Mädel im Arm, und beide sitzen jetzt mitten vor seinem Pleite=Geschäft. Soll er wütend sein? Der ganze Außenaufbau ist hin. Das Motorrad liegt in den Orangen. Dem Kind ist nichts geschehen. Dem Mädel? Maas trägt die Verunglückte ins Geschäft, spürt Blut auf der Hand. Aber sie ist nur ehr verlegen, schämt sich, entschuldigt sich unausgesetzt. Kann doch nichts dafür, hat den einzigen Ausweg gefunden, um nicht das Kind zu überfahren. Das Blut kommt nur von einer kleinen Hautabschürfung ab Knie. Die Strümpfe sind hin, das Rad ist unbrauchbar.. Sie reden, Maas zeigt keinerlei Zorn über den Schaden... Ist doch so alles hin, denkt er. Nein: Er denkt nicht, denn sonderbarerweise hat er augenblicklich für nichts anderes esse als fur das arme Mädel, die Matorradfahrerin... Die ruht hinten im kleinen Zimmer aus, er geht ein paar Strümpfe für sie kaufen. Dun hilft er das Rad fortbringen, damit es ausgebessert wird. Hört dabei, daß sie nicht zum Sport Motorrad fährt. sondern weil sie draußen vor der Stadt mit ihrem Bruder eine Geflügelfarm hat und ein kleines Glashaus. Als sie dann den Autobus nimmt und noch vielmals dankt, hat er alle Sorgen vergessen und hat sogar versäumt, sie nach Namen und Anschrift zu fragen. Er kommt also ins Geschäft zurück, wo noch die Aepfel herumliegen. Natürlich ist gerade jetzt Kundschaft da gewesen. Maas nann den Mann noch an der Ecke erreichen. Kundschaft? Ein Angestellter vom Rechtsanwalt. Miete oder ausziehen... Was Maas erreichen kann, sind vierzehn Tage Aufschub. Jetzt spürt er erst wieder, daß ihm der Kopf schmerzt, daß ihm das Mädel auf den Kopf gefallen ist. Langsam füllt er die Aepfel wieder ins Faß, Aus also, denkt er. Und dann hält er einen glitzernden Ring in der Hand, der zwischen den Früchten lag, einen herrlichen Brillantring. Wenn der echt ist... Der kann natürlich nur von der Motorradfahrerin sein. Daß sie den Ring beim Sturz verlor, hat Maas gar nicht bemerkt. Am Abend geht er noch einmal nach seiner Bank, hört er noch einmal, daß jeder weitere Kredit unmöglich sei. Dasselbe sagen auch sein Freund und ebenfalls der Anwalt. Maas nimmt den Autobus und fährt zu dem Mädel. In der Garage haben sie ihm die Anschrift gegeben. „Ist Fraulein Helder da?“ fragt er den Burschen, der im Garten arbeitet. „Nein, ist nicht da. Handelt es sich um den Unfau:“—„Ja, es ist wegen des Unglücks“, sagt Maas. Da lacht der andere nicht sehr freundlich und schreit:„Gewonnen also. Hab' gleich gesagt, daß der Mann seine Aepfel bezahlt haben will. Wieviel?“ Maas erklärt, daß er nicht wegen des Schadens komme, sondern wegen dieses Ringes da. Ihr Bruder schaut den Schmuck an, lacht: „Wenn das der Frieda gehörte, da müßten wir Millionäre sein. Sind weit davon entfernt. Vielleicht ist der Ring falsch.“ Da kommt Frieda heim. Sie freut sich, Maas zu sehen. Alle drei gehn ins Haus. Natüclich gehört der Ring nicht ihr, und echt ist er doch sicher. Es ist spät, als Maas heimkommt. Er hat sich überzeugt, daß es nicht ihm allein schlecht geht. Die Helders können ihr Gemüse nicht anbringen, nicht ihr Geflügel. Er geputzt und alle unnützen Dinge ins Hinterzimmer geworfen. „Sollen wir unsere Sachen verderben lassen?“ sagt sie dabei lachend zu Maas. „Während Sie keine Auswahl haben und deshalb keine Kunden.“ Ganz lustig wird die Arbeit durch das junge Mädel. Am Abend ist aus dem Geschäft, das nach Pleite roch, aus dem alten Kramladen ein frisches, modernes, freundliches Lebensmittelgeschäft geworden. Friedas Bruder hat Plakate von der Landwirtschaftskammer mitgeschickt. Farbig, hell und freundlich werben sie fur deutsche Erzeugnisse.„Das kann ich doch nicht alles annehmen“, sagt Maas immer wieder. Aber Fräulein Helder hört gar nicht auf ihn.„In diesen Zeiten müssen alle zusammen helfen, nicht?“ sagt sie nur. Inzwischen sind draußen ein paar Leute stehen geblieben, die sich über die plotzliche Veränderung wundern und über die Preise, die das Mädchen angeschrieben hat. Unglaublich billig— wie beim Bauern selber, und alles scheint frisch zu sein. Kunden kommen, und Maas verkauft allerhand. Als er eben schließen will, um die neue Freundin nach Hause zu bringen, hält sogar ein mächtiges Auto vor dem Geschäft. Maas erkennt die Dame, die vorgestern herumsuchte, und hinter ihr drängt sich ein lachender, weißhaariger Mann in die Tür. „Unglaublich, diese Veränderung“, sagte die Dame.„Vorgestern roch alles nach Tod und Pleite— und heute ein aufstrebendes Geschäft. Ist das die gute Fee?“. Maas ist verlegen, und der alte Herr zwinkert vergnügt mit den Augen.„Ich bin nämlich der Hausherr“, sagt er endlich.„Freut mich, daß sich hier was geändert hat. Meine Schwester hat alles so schwarz geschildert, und da hab ich dem Anwalt telephoniert, daß es jetzt keinen Wer! hat, noch lange zu warten. zu warten. Jetzt..“ Dann reden alle vier; und Maas ist überglücklich, er braucht nicht auszuziehen.„Sonst fehlt nichts?“ fragt endlich der Hausherr. Schon will Maas Nein sagen. Aber da stößt ihn Fräulein Helder an. Und ganz ruhig sagt sie:„Natürlich fehlt Kapital, wie überall heute...“ Der Alte schaut sich noch einmal alles an und läßt sich von Frieda erzählen, daß sie und ihr Bruder mit Maas gemeinsam arbeiten wollen, er soll ihre Sachen direkt verkaufen. Sie brauchen dann nichts mehr auf den Markt zu bringen und wieder nach Hause zu führen. Der Hausherr rechnet und fragt:„Sind 5.000 Mark bestimmt genug?“ Maas glaubt, es mit einem Narren zu tun zu haben. 5000 Mark gegen eine Deckung, die mehr als wacklig ist. Aber Frieda zuckt mit keiner Wimper:„Es wird gerade reichen. Ja, es reicht ganz sicher“, sagt sie. „Nämlich— sonst macht mein Bruder keine solchen Geschäfte“, sagt die Dame beim Weggehen.„Aber jetzt hatten Sie ihn ja mit der Feder umwerfen können. Wie wir auf dem Polizeirevier den Ring wiederfinden, den ich vorgestern im Laden da verloren habe..“— Sehen Sie, nun getrau ich mich gar nicht mehr weiter zu erzählen. So viel Gluck! Sie wissen es ja so gut wie ich. Noch mehr Glück: Denn naturlich wird die Fee Maas' Frau. Und es ist schon so: Manchmal fällt einem das Glück auf den Kopf... Im Schlosse Favorite Stlage von Eva Gräfin von Baudissin. Markgräfin Sybille saß am Stickrahmen. Die Fenster waren zum Park auf der Rückseite des Schlosses hin geöffnet. Auf dem kleinen See zogen ein paar Schwäne langsam ihre Bahn. Es war drückend heiß. Die Fürstin ließ die Hand mit der Nadel sinken und bekommt keine Waren mehr ohne Barzahlung. sblickte auf ihre Hofdamen, die alle, wie sie, bei Und die Miete. Er kennt nicht einmal den Hausherrn, der immer durch seinen Anwalt handeln läßt. Am nächsten Morgen hinterlegt Maas den Ring auf der Wache und beginnt sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß er in zwei Wochen ausziehen muß. In drei Monaten gehört dann vielleicht der Ring ihm, oder er bekommt eine große Prämie. Ganz start war der Kommissar über das herrliche Stück. Was wird ihm das nützen? Zwei Kunden bis zum Mittag. Und dann kommt die Ueberraschung: Fräutein Helder ist da auf einem vorsintflutlichen Bauernwägelchen voll mit Obst und Gemüse und Geflugel. Ohne dabei zu reden, lädt sie ab, und dann stellt sie ein naar Biischen Blumen in einschöne Vasen. die sie mitgebracht hat und schließlich werden die verstaubten Regale der Arbeit saßen und ebenso erschöpft zu sein schienen. Sollte sie ihnen Urlaub geben? Es wäre gar nicht übel gewesen, sich selbst nebenan auf das kleine Kanapee zu strecken, wenn man sich auch ein wenig aufrollen mußte, um Platz zu haben: aber nein! Sie durfte doch kein schlechtes Beispiel geben... „Wantau", sagte sie zu der blonden Baronesse, eigentlich ihrem Liebling,„hole Sie mir ein Glas frisches Wasser aus dem Brunnen, aber kühle Sie das Glas vorher gut!“ Die Angerufene erhob sich eilig, als sei ihr der Auftrag höchst willkommen. Und sahen ihr nicht die anderen neidisch nach? „Es kann nicht jede Wasser holen“, meinte die schöne Sybille lächelnd; worauf natürlich auch die erhitzten Damen lächelten. Tröstend setzte sie hinzu:„Wir werden früh speisen, wie immer in unserm Schlößchen Favorite. Dann