wild eng tund zpor udhpenig anzu Boc“:2 waslu Run war, als dieses geschah, gerade Gladys, Olliver auf zwei Tage in Paris zu Besuch. Und die ist mit Plank nicht verwandt. Die hann er mehr als gut leiden. Sie ließ ihn während dieser zwei Pariser Tage ein dutzendmal vergeblich warten. Und an dem Tage, da er den Hutladen in Gang gebracht hatte, mußte er noch eine halbe Stunde länger ausharren. Dann aber strahlte sie übers ganze Gesicht, als sie endlich zu ihm kam. „Denke dir nur, ich habe einen ganz neuen Laden gefunden", begrüßte sie ihn.„Einen einfach fabelhaften Laden... Hüte! Schau doch den zum Beispiel an! 500 Franken... nicht billig, aber diese Qualität!“ Und Gladys setzte den Hut aus Arianes Laden auf. den Hut, der noch vor wenigen Stunden 50 Franken gekostet hatte, dessen Preis aber dann Peter gemacht hatte... Nun, es soll ja vorkommen, daß die Hutrechnungen junger schöner Damen von Männern bezahlt werden, mit denen sie nicht verheiratet, mit denen sie auch sonst nicht verwandt sind. Dieser Mann war in diesem Falle Peter Frank. Der Mann mit der feinen Psychologie, der gute Ratgeber Arianes...] Nun: Soll man gute Ratschläge geben? Peter Blank hat es sich abgewöhnt. Flaps, der erfolgreiche Hund Eine Geschichte von den Hintergründen des Ruhmes. Von Anton E. Zischka. Elips kam in den Besitz der schönen Anna Stent, weil sie von zwei jungen Männern geliebt wurde und weil sie erklärte, nichts würde sie lieber besitzen als einen der klugen, tapferen und schönen schottischen Terrier, die jetzt so sehr Mode sind. Hall, der eine Bewunderer, war reich und jung, auf seiner Musterfarm züchtete er Rassehunde. Terrier. Ein ganz reinrassiges, wunderbares Tier, das sicher alle Preise gewinnen würde, und für das man ihm eben vergeblich 3000 Mark geboten hatte wollte er der Angebeteten schenken. Sein Nebenbuhler aber, durchaus nicht reich und durchaus kein Kenner, erriet diesen Plan und schenkte Anna den Flaps. Der junge Mann hatte aus dem Telephonbuch die Anschriften von Züchtern herausgesucht, mit viel Opfern Flaps erworben, 60 Mark für ihn bezahlt. Flaps war treu, er lief gleich auf Anna zu und eroberte mit seinen großen braunen Augen im Sturm ihr Herz. Etwas von dieser Liebe zu Flaps färbte — wie erwartet— auch auf den Spender ab. Als am Abend nach der feierlichen HundeUeberreichung Hall kam, sand er ein sich verstehendes Paar und... Flaps. Gleich wurde der Besucher um seine Meinung gefragt, und er sollte das Tier bewundern. Nun, Flaps war wirklich ein lieber Kerl... aber Rasse, ein Terrier? Hall überlegte im Augenblick, daß, wenn er die Wahrheit sagte, seine Aussichten bei Anna auf Null sinken würden, daß er als neidisch gelten würde. So lobte er Flaps ein wenig, die dünnen Beine und den gedrungenen Kopf. Hall ging und dachte einen Plan aus. In zwei Monaten sollte eine große Hundeausstellung stattfinden. Man hatte auch Hall mit seiner Zucht eingeladen. Wenn es ihm gelang, Anna zu bewegen, auch ihren neu erworbenen Flaps auszustellen, dann würde das eine Blamage werden, die sie nie vergessen würde, vor allem nicht dem Schenker, diesem jetzt so bevorzugten Richard Bell. Es kam die Ausstellung, und Hall brauchte Anna gar nicht zuerst zuzureden, um Flaps in den Wettbewerb zu bringen. Wochen früher schon hatte sie ihn gebeten, ihr eine Einladung zu verschaffen, die Formalitäten zu erledigen. Hall triumphierte, auch Anna und Richard triumphierten. Denn sie liebten Flaps. Und Liebe macht blind. Am Abend vor der Schau hatte Richard einen Züchter kommen lassen, um Flaps herzurichten. Bürsten und Haare stutzen, mit Talkum einreiden und was eben so zu tun ist. Der Mann tat schweigend seine Arbeit. Richard ging dann ein Stück Weges mit ihm, und gab nicht Ruhe. bis er die Meinung des Fachmannes hörte, daß Flaps die ärgste Mischrasse, der gewöhnlichste Promenadenhund sei, den der Züchter je hergerichtet hätte. Daß, wenn das Tier mehr als zehn Mark gekostet hätte, der Verkäufer ein Betrüger gewesen sei. Richard fühlte sich nicht wohl... Er fühlte sich noch weniger wohl, als am nächsten Morgen Anna stolz mit Flaps an der Leine, Richard am Arm zur Hundeschau ging. Flaps war schlechter Laune. Man hatte dem Tiere— um es lebhaft zu machen, wie der Züchter sogte— seit 16 Stunden kein Futter gegeben. Der Hund war ganz umsonst um sieben Uhr früh zur Küchentür getrappt; aber vergeblich kratzte und beilte er. Es hieß fasten. Nun lag er also auf einer Strohmatte inmitten fremder Hunde, und noch immer war keine Spur vom Fressen zu entdecken. Anna sah die anderen Tiere an, sie besuchte den Stand Halls, der seinen berühmten Terrier da hatte— eben den, den er nach ihrer Niederlage Anna schenken wollte, zusammen mit dem sicher gewonnenen Silberpokal. Zehn Minuten fehlten noch bis zum Rundgang der Preisrichter. Anna hatte immer wieder eine Kleinigkeit an Flaps zu richten. Und als sie sein Halsband lockerte und es ihm neu umlegen wollte, da nahm der Hund die Gelegenhei wahr: Mit einem Satz war er von der Matte weg, erreichte die Tür und rannte im Galopp nach Hause zu seinem Fressen. Zuerst waren Anna und Richard gelähmt. Wenn man Flaps nicht rechtzeitig zurückschaffte, schied er aus dem Wettbewerb aus. Richard hoffte inständig, daß dies der Fall sein möge. Anna aber lief ihrem Liebling nach, ein Auto wurde genommen, eine phantastische Jagd begann. Flaps aber trieb der Hunger. Er gewann dos Rennen. Laut aufheulend stürzte er zur Küchentür des kleinen Hauses, das Anna bewohnte, kratzte, bellte wie wahnsinnig. Im Abendblatt der Lokalzeitung stand dann diese erstaunliche Geschichte:„Von einem geheimnisvollen Instinkt geleitet, einem so oft bei hochgezüchteten Tieren wahrgenommenen sechsten Sinn, hat heute vormittag Flaps, ein herrlicher schottischer Terrier, seine Herrin Anna Stent vor großem Schaden bewahrt. Während das Tier bei der Hundezucht=Ausstellung die Preisrichter erwartete, fühlte es plötzlich, daß daheim etwas nicht in Ordnung sei. Der Terrier riß sich los und— obwohl sonst überaus folgsam— jagte trotz aller Rufe dem Hause zu. Hier suchte er sofort den rückwärtigen Eingang auf und lockte durch sein wütendes Gebell Nachbarn und einen Schutzpolizisten herbei. Gerade zur rechten Zeit. um diesem ermöglichen, zwei Einbrecher festzunehmen, die mit Silber und Wäsche in beträchtlichem Werte verschwinden wollten. Dank dem Hund Fräulein Stents konnten die Spitzbuben festgenommen und die erbeuteten Gegenstände sicher gestellt werden. Leider hat Flaps durch seine Tat seine Beurteilung bei der Schau versäumt und ist so des Preises verlustig gegangen, der ihm sicher zu teil geworden wäre... Diese Geschichte gefiel der Zeitung der Kreisstadt, und sie bat um ein Bild von Flaps und seiner Herrin. Die Erzählung machte auch auf andere Blätter Eindruck, und so kam Flaps zu elfeinhalb Spalten Berichten, vier Bildern und zur Berühmtheit in der ganzen Gegend. Halls Wunder an Rasse aber erhielt vier Zeilen in der Fachzeitung des Zuchtverein. Richard Bell ist nun mit Anna verheiratet, und Flaps darf so ziemlich alles tun, was er will. Er ist ja berühmt. Eine etwas phantastische Hundegeschichte? Nun, es soll Aehnliches nicht nur bei Hunden vorkommen.— Finden Sie nicht? -1— Ein bitteres Erlebnie Von Karl Kinndt. „Ei, wer kommt denn da?“ hörte ich neulich beim Betreten einer kleinen Weinkneipe eine fett=fröhliche Stimme.„Trügt mich mein entzündetes Auge oder bist dus wirklich in höchsteigener Person, alter Freund und Kupferstecher?!“ Worauf ich erkennen mußte, daß diese Stimme meinem Schulfreund Gustav Peters gehörte, der— wie sich bald herausstellte— die dreiundzwanzig Jahre seit unserer Trennung dazu benutzt hatte, den Posten eines Oberrechnungsrats beim Remscheider Finanzamt zu erklimmen. Er war— wie man in akademischen Kreisen zu sagen oflegt— hocherfreut, mich wiederzusehen und konstatierte, daß ich mich kaum verändert habe, obwohl der Zahn der Zeit, der so viele Tränen trockne, auch an uns nicht spurlos vorübergegangen sei. Ich konnte in sein herzlich schallendes Lachen nicht ebenso intensiv einstimmen, weil ich mich dunkel erinnerte, diese an sich sehr witzige Redewendung schon einmal gehört zu haben. Die Tatsache, daß ich Schriftsteller ohne feste Anstellung sei, stimmte ihn mitleidig=nachdenklich: „Tja. wie mans treibt, so gehts! Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Aber schließlich sind wir Beamten auch nicht auf Honig gebettet!„Travailler vour le roi de Prusse“. sagte man früher— und in dieser Sau=Republik... Ach so, du bist wahrscheinlich meyr links! Schwamm drüber! Politisch Lied— ein garstig Lied. Darum keene Feindschaft nich. Politik is Privatsache! Ich lasse jeden nach seiner Fasson selig werden! Wenns Herz nur rein isl. Bist du auch in den Stand der heiligen Ehe getreten oder immer noch in alter Frische— Zweimal schon und wieder geschieden?— Na— alle guten Dinge sind drei! Mut zeiget auch der lahme Muck! Keiner wandelt ungestcaft unter Palmen—: ach, wie so trügerisch... Wenn man nur seinen goldenen Humor behält! Darauf müssen wir aber einer guten Flasche den Hals brechen! Wer nicht liebt Wein. Weib, Gesang— und wenn man schon auf alles verzichten muß, kann man ja mit dem Gesang anfangen, wie?" Ein glucksendes Lachen durchwellte Bauch und Doppelkinn und ich benutzte die Gelegenheit, um den Kellner mit schwacher Stimme um einen Kognak zu bitten. „Das sind goldene Worte! Mir auch einen, Ober! Das Kognäcle ist halt das wärmst' Jäckle. Was kann das schlechte Leben nützen? Man lebt doch nur so kurze Zeit und ist so lange tot! An einem Glas ist noch keiner gestorben. Na— und was sagst du zu unserem guten Franz Hufschmidt? Dem hats auch keiner an der Wiege gesungen, daß er noch mal Abgeord#ater würde! Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln und wer das Glück hat, führt die Braut heim. Ein freundliches Pröstchen, alter Schwede! Woll'n wir uns mal einen hinter die Binde gießen wie in guter alter Zeit! Gesagt, getan, für Mutter Köhm war dies natürlich angenöhm. Jawoll, Herr Bedienungsrat, haben Sie die große Güte! Einer ist keiner und doppelt genäht hält besser. Man muß die Feste feiern wie sie fallen. Post multa saecula pocula nulla! Bist woll auch noch der alte potator? Warum auch nich? Man muß das Läm äm nähm, wie das Läm äm is, sage ich immer. Hat schließlich jeder sein Päckchen zu tragen! Warum plötzlich so tiessinnig? Denkst du über die Unsterblichkeit der Maikäfer nach?“ „Prost!“ schrie ich, nachdem ich dem Kellner das Glas weggerissen hatte, und schüttete es hinunter, um einen Schwächeanfall zu überwinden. „Das hätten wir beide uns auch nicht träumen lassen, daß wir uns auf dieser Erde noch einmal sehen würden— wie? Tja, die Welt ist klein! Is er das nu oder is er das nich? dachte ich mir, als ich dich sah. Du kennst doch den Witz von dem„Kleenen Dicken?“ Gott, haben wir da gelacht! Lachen ist doch die beste Medizin. Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Das Leben ist der Güter höchstes doch, sagt mein Kollege Schmidt immer. Kunststück — der mit seinem Nierenleiden! Wir Fünfundachtziger sind eben ein guter Jahrgang! Ausgezeichnet siehst du aus— kaum verändert! Wenn natürlich auch der Zahn der Zeit... Mit letzter Kraft aufspringend sah ich nach der Uhr: „Um Gottes willen— schon halb sieben! Und ich muß bis acht Uhr noch eine dringende Arbeit...“ „Verstehe, verstehe: die Kunst geht nach Brot! Oder ist da etwa ein„cherchez la femme“ im Spiel?— Er drohte schelmisch mit dem Zeigefinger.„Gesteh's nur: da liegt der Hase im Pfeffer! Na ja: Minnedienst geht vor Herrendienst. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, es ist ja noch nicht aller Tage Abend! Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen. Also auf ein andermal! Buona sera, mein Lieber, und au reservoir, wie der Franzose sagt. Fall nich in'n Briefkasten— immer Eile mit Weile! Hat mich wirklich gefreut! Also du rufst mich an— Central=Hotel: wohlgemerkt! Dann wollen wir uns bei einer Flasche edlen Weins in Erinnerungen ergehen und unserer Jugend gedenken! Ja, ja, schön ist die Jugend, sie kehrt nicht mehr——“ „Guten Abend“, sagte ich,„es hat mich auch sehr gefreut. Es klappert die Mühle am rauschenden Bach und auf Regen folgt Sonnenschein. Wer andern eine Grube gräbt, braucht darum seinen Nächsten nicht zu lieben, solange er warm ist. Und man soll die Nacht nicht vor drei Tagen loben, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. In diesem Sinne: a reviderei! Morgen, Morning. Wiedasehn! Was du nicht willst, das man dir tu. denn es könnt geladen sein— God save the Queen— in Ewigkeit. Amen!“ Damit entsprang ich und hörte hinter mir: „So ein Blödian! Und sowas schimpft sich lschr istellers Verantwortlich i. V. Hugo Weide, Altena. Druck und Verlag: V. A. Santz, Altena. Nr. 32 Samstag, den 15. August 1931 98. Jahrgang Der interessante Fall Skizze von Max Geißler. Es ist halb zwei Uhr, naßstürmisch und pechfinster. Pavelitsch kommt aus dem Kasino in Serajewo. Er hat gespielt— ist blank. Nicht einmal ein Auto kann er rufen, in diesem Hundewetter! Er zieht also seinen Hut auf die Ohren, schlägt den Mantelkragen hoch, trottet heim. Unseliger Tag! Erst der Streit mit Alexander Sever, Eisersuchtsszene wegen einer Frau, noch dazu im Kaffeehause und während eines entsetzlichen Gewitters. Und nun die unselige Nacht. Teufel auch! Pavelitsch ist doch sonst immer ganz in Ordnung. Da kommt etwas um die Ecke, um die der Wind pfeift. Etwas Schwarzes, Armseliges, verkriecht sich in einem Umschlagtuch und tastet sich so an der Wand des Hauses entlang; streckt die Hand vor Pavelitsch aus und bittet um ein Almosen. So sicht nur das tiefste Elend. Pavelitsch sucht in seinen Taschen— leec. „Nicht eine Para, Frau! Es tut mir leid.“ „O, Madonna!“. Sie schlägt die Hände wieder vors Gesicht. Der Wind heult. Aber litsch hört ihr Schluchzen durch den Wind. So hat ihm das Weh der Armut nie ans Herz gestoßen! Der Tag soll nicht verloren sein... Pavelitsch bleibt stehen, läuft ihr nach, legt ihr etwas in die Hand und versickert rasch wieder in die Finsternis. Die Frau betastet die Gabe, kommt damit zur nächsten Laterne— es brennen nicht viele in dieser Straße— und erkennt: eine goldene Armbanduhr im Riemen! Sie wartet, weil sie denkt, der Mann muß ja umkehren. Er kommt nicht. Die Uhr zeigt fünf Minuten vor zwei Um zwei Uhr in dieser Nacht wird Alexander Sever in einer Vorstadtstraße erschossen. Drei Minuten später entdeckt ihn eine Militärpatrouille. Zwei Geschosse haben ihm die rechte Schläfe durchbohrt. Die Waffe wird im Rinnstein gefunden. Sever ist nicht beraubt worden. Er hat keinen Feind gehabt... Ja so! Pavelitsch hatte den wilden Auftritt mit ihm; das war gegen sechs Uhr abends. Am Morgen, während er noch im Bette liegt, ist Polizei da und holt ihn. Er hat nach ein Uhr das Kasino verlassen, so sagt man; auf die Minute genau weiß man es nicht. Aber er ist blaß gewesen, verstört, hat gespielt und verloren wie ein Unsinniger. Pavelitsch erklärt: Er hat doch in der Mordstraße nichts zu suchen gehabt, wohnt in der Nähe des Mohammedanerviertels, hat den Tatort zu Fuß in so kurzer Zeit gar nicht erreichen können! Der Revolver? Ja, es ist der seine; aber er hat ihn an Sever geliehen. Bei dem war wenige Tage zuvor ein Einbruch geschehen — und die Waffe kann da geraubt worden sein. Zur Zeit der Tat will er einer Bettlerin seine Armbanduhr geschenkt haben... Es ist ja unglaublich! Der Alibibeweis mißlingt vollkommen. Das Schwurgericht verurteilt Pavelitsch zum Tode durch den Strang.. Ueber dem Hofe des Gerichtsgebäudes dämmert Morgenfrühe. Der Galgen ist aufgerichtet. Die Vertreter der Justiz erscheinen. Der Priester ist da, der Rechtsanwalt, ein paar Neugierige. Auf dem benachbarten Dache flüstert die Kurbel eines photographischen Apparates. Eine Pforte öffnet sich in der Gefängnismauer. Pavelitsch! Die Schwere der Stunde schauert ihm ins Mark. Alles wartet, alles ist bereit— nur der Henker fehlt! Die Richter beraten. Ein Todesurteil muß nach dem Gesetz vor dem Schlage der sechsten Morgenstunde vollzogen sein. Jetzt ruft die Glocke auf dem Gerichtsgebäude sechs Uhr. Ein Telegraphenbote fordert Einlaß in den Hof. Depesche des Henkers: Krankheitshalber kann er nicht abreisen von Varasdin, wo er am Tage zuvor ein Urteil vollzogen hat. Die Depesche ist zur rechten Zeit aufgegeben, aber wegen schwerer Gewitter am Eintreffen verhindert worden. Man führt Pavelitsch in seine Zelle zurück; er wird gehenkt werden, sobald der „Meister“ gesund ist. Der Rechtsanwalt meint: „Nach geheiligter Sitte ist der Verurteilte frei, wenn während der Vollstreckung ein Hindernis eintritt.“ Wie sie in den Gängen des Gerichtsgebäudes darüber streiten, naht eiligen Schrittes ein Wächter mit einer armen Frau.„Ich bin gekommen, einen Unschuldigen zu retten“, sagt sie mit fliegendem Atem.„Ich habe erst in dieser Nacht von der Verhandlung erfahren...“ Sie wird Pavelitsch gegenübergestellt und erkennt ihren Wohltäter. Er jedoch kann sich ihres Gesichts nicht entsinnen. „Ich vergesse den Augenblick nie, in dem mir Herr Pavelitsch die Uhr gab", beteuert die Frau,„denn durch das Mitleid dieses Mannes wandelte sich mein Elend. Es war fünf Minuten vor zwei. Die Uhr konnte im Leihhaus nicht gefunden werden, weil ich sie bei einer Nachbarin verpfändet hatte. Hiermit stelle ich sie dem Eigentümer zur Verfügung! Sie trägt die Initialen D. P.“ Das Verfahren wurde wieder aufgenommen, Pavelitsch freigesprochen. Heute hat die Frau in Serajewo ein kleines Kaffeehaus. Dort hängt die Uhr in einem Gehäuse aus Glas. Pavelitsch hat sie ihr zur Erinnerung gelassen. Die Zwille Skizze von Hermann L. Schillings. „Was tragen Sie da für eine absonderlich geformte Vorstecknadel, gnädige Frau?“ fragte der Stadtsyndikus Dr. Willner die Geheimrätin. Frau Heinsberg nestelte die Busennadel los und reichte sie dem Syndikus.„Das ist die Nachbildung einer Zwille", erwiderte sie und lächelte ihrem Gatten zu. „Richtig“, sagte der Doktor,„solche Dinger habe ich mir als Junge auch aus einem gegabelten Eichenzweig, einem Stückchen Leder und zwei Gummisträngen zum Schrecken der Sperlinge und der nachbarlichen Fensterscheiben angefertigt. Wir nannten sie Katapulte'.“ Er wollte die Nadel zurückreichen, da las er auf ihrer Rückseite die Gravur: Gaudeamus igitur. 25. 5. 96. „Mit der Inschrift muß es doch eine besondere Bewandtnis haben, gnädige Frau.“ „Hat sie auch. Mein Mann war schon als Junge ein treffsicherer Zwillenschütze und führte stets eine bei sich. Und später rettete sie ihn sogar aus schwerer Gefahr. Hätte er sie damals nicht zur Hand gehabt, so säßen wir heute nicht so fröhlich zusammen.— Doch das erzählst Du am besten selbst, Paul.“ Geheimrat Heinsberg zerdrückte den Rest seiner Zigarre in der Aschenschale:„Ja, das war eine eigentümliche Sache damals im Jahre 1896. Dank staatlicher Zuwendungen hatte ich junger Wissenschaftler mich der Australien=Expedition anschließen können, die der bekannte Pariser Forscher Forgeron ausrüstete. Allmählich waren wir immer tiefer in die australische Wildnis, deren Tier= und Pflanzenleben wir durchforschen wollten, eingedrungen und befanden uns mindestens 800 Kilometer von der letzten Ansiedlung der Weißen entfernt. Wir hatten ein recht festes Blockhaus errichtet, da wir mehrere Monate hier verweilen wollten.— Es war sehr gefährlich im Busch. Nicht nur die üblichen Gefahren des tropischen Urwaldes bedrohten uns, besonders hatten wir die tückischen Giftpfeile der Eingeborenen zu fürchten. Eines Vormittags saß ich allein mit Aufzeichnungen beschäftigt unter dem Sonnendach vor der Hütte. Nur Buttler, unser Präparator, arbeitete im Innern. Alle anderen waren schon vor Sonnenaufgang zu einem Jagdzuge gebrochen. Es war sehr heiß, und ich hatte in der Nacht wegen der Schwüle schlecht geschlafen, so wollte die Arbeit nicht von der Hand gehen. Ich ließ bald den Schreibstift sinken und träumte mit halbgeschlossenen Lidern vor mich hin. Da gaukelte plötzlich ein prachtvoller Tagfalter vor meiner Nase umher. Es war ein wundervolles Exemplar des Troides paradiseus. Daß er auf Neuguinea vorkam, wußte ich. Nun war es mir sehr wissenswert, ihn auch hier im australischen Busch zu bestätigen. Zudem glaubte ich in ihm eine seltene Abart gesehen zu haben. Schnell ergriff ich den Käscher, der unter dem Sonnendach hing, und eilte dem Falter nach.— Es war wie verhext. Glaubte ich, ihn schon zu haben, so entwischte er mir, um sich in einiger Entfernung wieder niederzulassen. Einen recht mühsamen Weg führte mich der Falter. Ich mußte dichtes, mit langen, spitzen Dornen bewehrtes Buschwerk umgehen. Gewirre von rauhstacheligen Schlingpflanzen verlegten mir den Weg. Es war eine furchtbare Anstrengung, sich hindurch zu arbeiten. Dazu kam die Angst, den Schmetterling aus den Augen zu verlieren. Bei meinem Jagdeifer achtete ich nicht darauf, daß ich mich immer weiter vom Blockhause entfernte. Da überflog der Falter ein Gebüsch, das dicht mit den Ranken einer Hopfenart durchflochten war. Es dauerte geraume Zeit, bis ich mich hindurch gewunden hatte. Ich fürchtete schon, daß mir das Tier verloren sei, da sah ich mich am Rande einer fast kreisrunden Lichtung. Etwa 80 Gänge im Durchmesser. Vielleicht war sie durch einen Windbruch entstanden, vielleicht befand sich hier auch früher einmal eine Ansiedlung der Eingeborenen. In Schweiß gebadet, an Händen und Beinen zerschunden stand ich da. Aber der Anblick, der sich mir bot, entschädigte mich für alle ausgestandenen Mühen. Stellen Sie sich vor: die ganze Fläche war von einem Blumenflor bedeckt, wie ich ihn in solcher Ueppigkeit und Farbenpracht noch nie geschaut hatte. Und darüber hin flatterten Tausende von Schmetterlingen in allen Größen und Farben. Ein Wunder, ein Paradies von unbeschreiblicher Schönheit. Zu meiner größten Freude wiegten sich unter den Faltern Dutzende von der Art, zu denen der von mir verfolgte zählte. Bald barg meine Sammelschachtel eine Anzahl dieser farbenprächtigen Tiere. Mit einem Male überlief mich ein unangenehmes, unerklärliches Gefühl. Ich sah hörte nichts und hatte nur das Empfinden, als wenn ich von feindseligen Augen beobachtet würde, von denen mir Gefahr drohe. Da stand ich inmitten der Lichtung von brennendem Sonnenlicht hell beleuchtet. Rings um mich her der stille australische Urwald; wie eine dichte Wand, wie tiefe, undurchdringliche Finsternis bot er sich meinen von Licht und Hitze brennenden Augen dar. Das unheimliche Gefühl verstärkte sich zur Angst, zu einer Angst vor einem furchtbaren Schicksal, dem nicht zu entrinnen sei. Kälteschauer überfluteten mich trotz der Hitze. Kein Lüftchen regte, kein Blatt bewegte sich. Immer tiefer bohrte sich die Angst in mein Gehirn. Die Büsche begannen in einem tollen Wirbel um mich zu tanzen und schnitten mir grausige Fratzen. Da hörte ich ein leises Rascheln, an meinem Ohr pfiff etwas vorüber. Hinter mir zitterte ein langer, dünner Pfeil im Boden. Ein zweiter folgte von der anderen Seite. Pfeil auf Pfeil surrte an mir vorbei: Ich war von Buschnegern umstellt. Instinktiv griff ich zum Gürtel. Meine Pistolen lagen im Blockhaus. Nur in Hose und Tropenhemd, ohne Waffe, in der Hand das harmlose Schmetterlingsnetz sah ich mich den Giftpfeilen blutdürstiger Feinde, die ich nicht einmal erblicken konnte, ausgesetzt. Noch war ich unverletzt. Aber ich wußte, daß mich die nadelscharfe Spitze eines dieser Ga schosse nur zu ritzen drauchte, dann war ichst unrettbar verloren. Um kein ruhiges Ziel zu bieten, sprang ich in roßen Sätzen hin und her. Meine Hände durchfingerten nervös die Taschen. Da fand ich darin— meine Zwille und eine Handvoll groben Schrots. War es nun Galgenhumor oder das Bestreben, die unheimliche Stille zu übertönen? Jedenfalls begann ich mich in wildem Tanze im Kreise zu drehen. Mit der Zwille schoß ich ziellos in die mich einschließende Blättermauer und sang dabei alle Studentenlieder, die mir einfielen, vom Gaudeamus bis zum Fuchsenritt. Ein Aufschrei erscholl, noch einer. Es brach und raschelte ringsumher im Laubwerk, dann wurde es still. Vor Aufregung und Anstrengung brach ich zusammen.— Zwei Büchsenschüsse zerpeitschten die Stille. Ich schrie meinen Namen immer wieder. So fand mich Butler. Er hatte mich vermißt und besorgt die Umgebung des Blockhauses nach mir abgesucht. Endlich vernahm er aus der Ferne mein irrsinniges Singen, und er war der Richtung nachgegangen, von größter Unruhe erfüllt, als plötzlich mein Gesang abbrach. In seiner Sorge feuerte er die Schüsse ab.— Mehrere Ruhetage brauchte ich, um mich zu erholen. Einige Wochen später, als wir von einem Jagdzuge heimkehrten, stellten unsere Hunde einen Eingeborenen, der unsere Abwesenheit benutzt hatte, die Tür des Blockhauses zu erbrechen. Kaum erblickte er mich, wurde sein Gesicht aschgrau. Mit den Anzeichen furchtbarster Angst stürzte er vor mir nieder, drückte sein Gesicht auf den Erdboden und wimmerte immer das gleiche Wort, das wir natürlich nicht verstanden. Bei dem Verhör— einer unserer Träger, der die Sprache der Eingeborenen radebrechte, diente als Dolmetscher erfuhren wir, daß die Buschleute mich für einen mächtigen Zauberer hielten, der mit wilden Tänzen und Gesängen dem Sohne des Hänntlings ein Auge vernichtet und einem anderen Krieger den Kehlkopf verletzt habe, so daß er bis heute nicht sprechen könne. Wir behielten den Burschen anfangs als Geisel, später als Diener. Er zeigte sich als ganz intelligenter Junge, der uns besonders auf der Jagd gute Dienste leistete. Aber die Angst vor mir wurde er nicht los. Meine Zwille und die Studentenlieder hatten mir das Leben gerettet und den Ruhm eines mächtigen Medizinmannes eingetragen.“ So schloß der Geheimrat seine Erzählung, und seine Frau setzte hinzu:„Nach der Rückkehr meines Mannes bat ich ihn, mir diese goldene Nachbildung der Zwille als Andenken an seine Rettung anfertigen zu lassen.“ „Ja,“ sagte Heinsberg,„und das Original hängt dort an der Wand. Aber schießen kann man damit nicht mehr; das Gummi ist längst brüchtg geworden? —12— Eine deure Nacht Eine lustige Amateur=Gaunergeschichte, erzählt von Walter Kaulfuß. Auch Inserate haben ihre Schichsale. Stand da vor einigen Jahren in einem westfälischen Blatte folgende Anzeige:„Welcher Wirt hat am Sonntag eine Taschenuhr für die Pfand von mir angenommen?... straße.“ ——— Die Tagesstunde, zu der Karl Krause sich zu erheben pflegte, war längst vorüber. Die Sonne hatte bereits ihren höchsten Stand erreicht. Da erst erwachte Karl Krause. Er hatte furchtbare Kopfschmerzen. Haarspitzenhatarrh. Man kennt das. Krause versuchte zu denken. Es kostete große Mühe. Allmählich kehrte die Erinnerung an den vergangenen Abend zurück bis auf eine Lücke, die sich nicht füllen ließ, so sehr Krause! sein Gehirn auch zermartete. Ja, ja, es war sehr spät geworden. Die Stimmung hatte sich immer mehr gesteigert, und das gute Bier mundete so schön, daß man sich wirklich daran satt trinken konnte. Was auch ausgiebig geschehen war. Wie spät mochte es wohl nun sein? Krause wollte nach seiner Uhr greifen, die er immer auf den Nachttisch zu legen pflegte, doch nicht da. Sollte er sie verloren haben? Donnerwetter, wenn das die Frau erfuhr, die in einigen Tagen von ihrer Reise zurückkehrte! Die Uhr war ein Brautgeschenk. Krause sprang erregt aus dem Bett. Während er sich ankleidete, dachte er nach, wie er die Uhr wieder Da war wieder das Loch im Setinp i., otze einmal die Kneipen besuchen, die er gestern denn noch, wo er überall gewesen war?... Blieb also nichts weiter übrig, als eine Anzeige aufzugeben.— Die Wirkung dieser Anzeige war überraschend. Schon am nächsten Tage kamen mehrere Wirte mit Uhren, die bei ihnen als Pfand zurückgelassen, aber nicht wieder eingelöst worden waren. Doch keine dieser Uhren gehörte Krause. Das war für ihn wenigstens ein Trost, daß es noch andere Zecher wie ihn gab. Krause sollte bald aber eine weitere Ueberraschung erleben. Zwei Tage, nachdem sein Inserat in der Zeitung erschienen war, kam eine junge, hübsche, blonde Frau zu ihm:„Sie sind Herr Krause?" „Sie vermissen Ihre Uhr?“ „Vermissen, nein, d. h. ja...“ „Sie haben sie verpfändet.“ „Woher wissen Sie das, meine Gnädige?“ Die Dame zog aus ihrer Handtasche eine Uhr, Krauses Uhr.„Ich sehe Sie überrascht!“ Leise lächelnd, gab die Dame Aufklärung: „Sie waren kürzlich in einer sehr angeregten Stimmung, kamen in unsere Gesellschaft...“ Krause wollte einwerfen, daß er bisher nicht das Vergnügen gehabt hätte, die Dame kennen zu lernen, doch diese fuhr unbeirrt fort: „.. und erfreuten uns durch mancherlei Scherze. Im übrigen waren sie sehr freigebig.“ Krause bekam einen gelinden Schreck. Er. der jeden Groschen auf die hohe Kante legte, er freigebig! Daher also die Ebbe in seiner Geldbörse. 7.64# „... und hatten sich schließlich verausgabt. Mein Mann half Innen aus. Sie gaben ihm die goldene Uhr als Pfand. Hier ist sie; Sie wollten sie ja nach drei Tagen einlösen. Ich komme also zum festgesetzten Termin.“ „Dann kommen Sie also nicht auf Grund meiner Anzeige?“ fragte Krause. Die Dame verneinte und wiederholte nochmals, daß ihr Kommen verabredet war.„Wissen Sie nicht mehr“, fügte sie mit einem vielmer unbehaglicher. Hatte er denn in seiner „sehr angeregten Stimmung" noch mehr Dummheiten gemacht? Fast schien es so. Nur stammelnd kam er zu einigen Bemerkungen. Er entschuldigte sich, daß er anscheinend an dem Abend zu weit gegangen sei, und fragte schließlich, wieviel er denn schuldig sei. „Einhundert Mark“, war die Antwort. „Ein— hundert— Mark!“ Krause mußte wohl oder übel zahlen, damit die Geschichte nur aus der Welt verschwand und nicht zu Ohren seiner etwas zu energischen Frau kam.—— Nach einigen Abenden, es war der vorletzte der Strohwitwerzeit Karl Krauses, erhielt er von seinen Freunden eine Einladung zu einer gemütlichen Herrensitzung. zing. Trotz des Voraufgegangenen. verbleibende freie Zeit wollte er wie in einem luftleeren Krause ging Aber die iym ausmüten... Hes uin eme! 25 Es wurde an diesem Avend viel gerebet, und manches Profit erscholl. Der Gefeierte war Karl Krause. Seinem wiederholten Drängen nach Aufklärung der Ehrung, zu der er doch in gar keiner Verbindung stehe, wurde schließlich stattgegeben. Die Aufklärung war die: Man kannte Karl Krause als Geizhals. Seine Freunde hatten sich vorgenommen, ihn zu schröpfen: Wenn Karl Krause des Guten übergenug hat, knöpfen wir ihm seine Uhr ab, lassen sie ihm durch eine zarte Hand überbringen, und zwar gegen Herausgabe eines Hundertmarkscheins. Diese hundert Mark aber sollten dann an einem feuchtfröhlichen Abend in das goldgelbe Naß umgewandelt werden. Was nun also geschah. Und da sieht man, daß auch Inserate ihre Schicksale haben. Abenteuer im Nebel Erzählung von Hans Auer. Ich kenne den Londoner Nebel nicht, der die Stadt umschlingt wie ein Polyp. Nebel war mir lange Zeit etwas Trauliches, wenn er im Dämmern die Straßen sanft verschleierte, resignierte Vorhänge um die Gärten zog und alle Kanten und Schärfen milde strich. Da konnte ich die Geborgenheit der vier Wände wußter auskosten, die Heimlichkeit des Ofens und des Teewassers. Dann lernte ich den Nebel im kennen. Das ist ein ehrlicher Feind, der sich vorher ankündigt und dich offen und kampfesmutig anstürmt, der von den Graten herab jaus seinem Vernichtungswillen macht. Das ist der ehrliche Nebel, der aus den Wolken kommt, ungehemmt, wild, fast jauchzend vor Ungebundenheit. Es ist der Nebel, der furchtbaren Rhythmus und Bewegung hat; Kraft der Atmosphäre, Zorn und Aufruhr. Ein Nebel, gegen den man kämpfen kann. Von einem andern Nebel will ich sprechen. Von dem heimtückischen Dunst und Broden, der aus den Niederungen steigt, aus der Erde quillt wie das versteckte Böse; von jenem Gifthauch. der aus dem Boden dampft, wie alle aufgestapelte Sünde, die empor will.—— Ich war auf der Jagd in den Niederungen des Murflusses, der hell und grundklar als duell in den Salzburger Alpen entspringt, um ich nach Hunderten von Kilometern Laus breit und träge mit der Drau zu vereinigen, dann durch Kroatien weiter zu fließen. Die Jagd war in Untersteiermark, nahe der jugoslavischen Grenze. Dort umsäumen schon weite Ebenen, Walddickicht und Wiesen die Mur; und die welligen Berge sind ahnungsfern. Es war ein strahlender Herbsttag. Ein Tag, an dem das Sonnengold im letzten sommerlichen Vergießen über die Blätter tropfte und sich breit und gütig über die Wiesen legte, worin es knisterte und käferte. Wir schossen Hasen. Mein Gastgeber, der Baron Harrasser und ich. Zu Ende der Jaad kehrten wir in einer kleinen Schenke ein, und am späten Nachmittag rüsteten wir uns zum Heimweg. Der Gutshof lag drei Kilometer weit weg. Es war schön zu gehen durch die in denen noch abendliches Getier wisperte. Wir aber wollten nicht mehr schießen. Wir hatten unsere Pfeifen angezündet, die in der sachten Dämmerung schon etwas rot glühten. Es war eine wunderbar klare Luft. So klar, als ob sie frisch eingelassen worden wäre. Aeste und Blätter zeichneten sich wie in Scherenschnittarbeit vom Himmel ab, der ein harter, glatter Edelstein war. Alles würde überdeutlich. Konturen waren mit dem Lineal konstruiert. Man wünschte sich Milde. Und dan goß noch der Mond, prall und siegend aufsteigend, sein kaltes Licht über das Gefilde, das windlos, wie in einem luftleeren Glasnasten dalag. Wir sprachen nichts. Alle Tiere schienen schlafen gegangen zu sein. Es war grausam Wir kamen auf den schmalen Pfad durch dichtes Unterholz auf Wiesen.„Was liegt dort?“ fragte ich meinen Jagdherrn und deutete auf ein weißes Tuch, das etwa fünfzig Schritte vor uns lag. Er machte ein böses Gesicht.„Nebel!“ knurrste er. „Nebel?“ „Beeilen wir uns!“ Es war ein sonderbarer Nebel, der aussah wie ein Geisterlinnen, das im Mondlicht zum Trocknen ausgebreitet war. Er quoll aus dem Gras heraus und legte sich, kaum fünf Zentimeter hoch ein Geviert groß, um den Boden. Ich dachte mir: Hättest du ein Gefäß bei dir, könntest du diese Masse wie Schlagsahne hineinlöffeln.„. I. k 196.22 u. Mamst. Ich trampelte auf diesem selrsamen Viereck herum. Das Weiße— wie eine Spiritistenphotographie sah es aus— wich vor meinem Schuh. Gleich aber schloß es sich wieder, bösartig, wurde höher, wuchs, stieg aus dem Boden. „Nebel!“ schrie Harrasser.„Halte Dich nicht auf— sonst finden wir nimmer heim!" Ich lachte. Als Antwort schoß er, wie um Hille. 4ien GA. „Bist Du verrucht:“ schrie ich. „Schweig!“ herrschte er mich an. Und da begann dieser Nebel grauenhaft zu wachsen. Heimtückisch wie ein Intrigant schob er Regimenter voll weißer Undurchsichtigkeiten aus dem Boden. Grotesk: den Weg sahen wir nicht. Wir gingen, ja. Aber bis zum Kopfe, geradezu mathematisch abgeschnitten, waren wir mit dem weißen, undurchdringlichen Bodennebel eingedeckt. Vor mir eine wallende, weiße Schicht. Unsere Körper verschwanden. Zwei Köpfe wandelten da, sie sahen den klaren Mond, den ausgesternten Himmel. Und ihre Körver steckten im weißen Dunkel. „Laufen wir!“ schrie der Kopf neben mir. Und dann wurde er verschlungen. Ich war allein. Himmel, Mond verschwanden. „Harrasser!“ schrie ich. Totenstille. Der Nebel hatte mich gefressen. Er war über meinen Kopf gestiegen.„Harraser Nichts. Ich tappte in einem Bad voll Weichem, Feuchtem. Ich jappte nach Luft. KratzenDeg Ftilchiges flaß in meine Keble. obend besucht hatte. Und dann— SGSED. AEOE SCHESEE SEM5SBEE SERGSS eine weiße Wand, verzerrte meine Konturen, grotesk ins Riesenhafte. Ich rief. Meine Stimme klang, als ob ich in einem ausgepolsterten, luftdicht abgeschlossenen Raum gesprochen hätte. Alles verschlang dieser Nebel. i, wich hrce#5 Und nun kroch er auch in mich hinein. Ich spürte es ganz deutlich, wie er meine Lungen fraß, ich bekam plötzlich Atembeschwerden und lähmende Argt...#4#ärt. test vict. „Harrasser!“ schrie ich. Ich horte fast nichts. Hatte ich denn einen Knebel im Mund? Ich tappte vorwärts, stieß an Bäume an, die wie Gespenster knapp vor meinem Gesicht auftauchten. Wie Gewürm brodelte der Nebel aus der Erde, immer dicker. Regimenter, Armeen aus milchweißem, kaltem Dampf. Ich wußte nicht mehr, wohin ich ging. „Harrasser!", Nichts. Er suchte mich wahrscheinlich ebenso im Kreise wie ich ihn. Da wuchs vor mir etwas auf, so nahe, daß ich es fast mit den Händen fassen konnte: Ein Reh Wir sahen uns in die Augen. Im Ausdruck des Tieres lagen Angst und Hilflosigkeit. Doch es floh nicht. Es machte einen Schritt zur Seite, dann war es vom Nebel verschluckt. Der Schweiß rann mir von der Stirn. Das Atmen wurde immer schwerer, es schnürte mir die Kehle zusammen.. 2nc z aamt „Nebeltod!“ schoß es mir ourch oen Kopf. Nie hatte ich gedacht, daß der Nebel so ein fürchterlicher Feind sein konnte, Ich hielt erschöpft inne. Jeder Atemzug bereitete mir Schmerz. Ich fühlte, wie der verfluchte Nebel mich auszufüllen begann, mit jedem mühseligen Atemzug. Da ergriff mich Wut. Mit meinem Jagdstock schlug ich auf diesen Gespensternebel ein, ich begann zu laufen, geradeaus oder im Kreise, ich weiß es nicht mehr— und da, da lief ich, nein, fiel ich plötzlich aus diesem Nebel heraus, mitten in eine mondgleißende Wiese. Meine Lungen schöpften tief Kraft und Luft. Hinter mir sah ich die Nebelwand dick, weiß und tödlich. Ich lief mondhellem Leben entgegen. Vor dem Gutshof erwartete mich Harrasser.„Weißt Du nun, warum ich geschossen habe? Damit meine Leute wußten, daß wir im Nebel steckten. Du warst nicht der Erste gewesen, der darin unaam. —1•— Eine Mark für ein Kind Skizze von G. W. Beyer. Es würde hier entschieden zu weit führen, wollte man den Gründen nachgehen, die den Jüngling Michel Raiblinger eines schönen Tages in lebensüberdrüssige Stimmung versetzten. Vielleicht war es Enttäuschung in der Liebe, die den jungen Mann zu der Auffassung gelangen ließ, daß dieses Dasein doch nicht mehr recht lebenswert sei. Möglicherweise spielte auch die Langeweile eine Rolle. Auf jeden Fall beschloß Michel Raiblinger an einem hellen Wintertage, aus diesem Leben zu scheiden. Für einen Sportsmann wie ihn wäre es sicher am ehrenvollsten gewesen, er würde sich in seinen Wagen gesetzt haben und mit Vollgas gegen irgend eine widerstandsfähige Mauer gerannt sein. Leider war dies aber nicht möglich, da besagtes Auto sich gerade in der Obhut eines Gerichtsvollziehers befand. So geriet Michel Raiblinger auf den Einfall, sich im Fluß zu ertränken. Er wußte da im Stadtpark eine Stelle, wo das Wasser eines kleinen Strudels wegen niemals gefror. Und dann hatte er einmal mit einem Menschen gesprochen, der schon ohnmächtig aus dem Wasser gezogen worden war. Dessen Aussage zufolge gab es gar keinen schöneren Tod, denn er wollte, nachdem das Bewußtsein geschwunden war, liebliche Musik vernommen und den verträumten Strand eines südlichen Wunderlandes erblickt haben. Also schrieb Michel Raiblinger ein paar tiefgefühlte Abschiedsbriefe an die wenigen Menschen, von denen er annahm, daß sie sich näher mit seinem Ableben befassen würden, zog ein reines Hemd und einen Sonntagsanzug an dazu den noch recht neuen Wintermantel, und wandte sich dem Stadtpark zu. Odwohl der Himmel in strahlender Bläue auf den Schnee herab glänzte und Hunderte von fröhlichen Menschen sich auf dem Eise tummelten, bereute der junge Mann seinen Entschluß nicht im geringsten. Er war nur um so überzeugter, daß er in diese Fröhlichkeit nicht mehr hinein paßte. Rasch ließ er die Schlittschuhläufer hinter sich und strebte der Stelle zu, die er sich ausgesucht hatte. Er stand am Ufer, und vor ihm gurgelte das Wasser. Die Sonne hüllte sich schon in die rötlichen Schleier des zur Neige gehenden Tages, die Bäume warfen schwarze Trauerschatten auf den weißen Schnee. und der Himmel nahm hoffnungsgrüne Farben an. Michel Raiblinger fand das alles sehr stimmungsvoll und der ernsten Lage völlig angepaßt. Nur störten ihn die frohen und lauten Rufe einiger Kinder, die, zweihundert Meter rechts von ihm und halb durch einen kleinen Hügel verdeckt, den Hang hinunter und weit auf das Eis hinaus rodelten. Der lebensmüde Jüngling wollte sich schon ins Wasser fallen lassen, als plötzlich ein entsetzter Schrei ihn aufsehen ließ. Drüben bei den Rodlern war ein Kind zu weit auf das Eis hinaus geschossen und eingebrochen. Da vergaß Michel Raiblinger unvermittelt alle Selbstmordgedanken, warf seinen Mantel von sich und rannte stolpernd und rutschend über das Eis. Er warf ein paar Kinder, die sprachlos und erstarrt dem Ertrinkenden zusahen, von ihren Rodeln, band diese in rasender Eile zusammen und schob die lange Schlange bis an den Rand des Eises vor. Er handelte mit der Tatkraft und Geistesgegenwart wie sie kein Filmheld überzeugender an den Tag legen konnte. Deshalb störte ihn auch das Geschrei eines Mannes, der sich wie wahnsinnig gebärdete:„Mein Junge, mein Junge!“ „Halten Sie den Mund und hier hinten die Rodel!“ schnauzte Michel Raiblinger den Verzweifelten an. Dann sprang er ins Wasser und erwischte den Jungen, der schon halb ohnmächtig geworden war, gerade rechtzeitig genug am Kragen, um nicht noch eine Reise unter das Eis unternehmen zu müssen. Ein Dutzend Menschen war inzwischen zusammengelaufen und begrüßte den Retter mit bewundernden Rufen. Der Vater stürzte sich mit dem erstickten Lachen des Ueberglücklichen auf sein Kind, riß es in die Arme, drückte es an seine Brust und hüllte es in den Mantel, den einer der Zuschauer selbstlos ausgezogen hatte und ihm übergab. Michel Raiblinger stand schlotternd vor Kälte daneben, und doch erfüllte ihn die Gewißheit, sich nützlich erwiesen zu haben, mit einem ihm bis dahin unvekannten Glüchsgefühl. Inzwischen kam von der Eisoahn ein Sanitäter mit ein paar Decken herüber gerannt, und hinter ihm her trabte unter möglichster Wahrung seiner amtlichen Würde ein Schupo. „Rasch ins Warme!“ sagte der Sanitäter und hob das Kind auf den Arm. Michel Raiblinger wunderte sich. Bisher war es ganz selbstverständlich, daß der Vater noch keine Zeit gefunden hatte, dem Retter zu danken. Doch jetzt schien er ohne ein Wort dem Sanitäter folgen zu wollen. Plötzlich aber besann sich der Mann, wandte sich, zog die Hand aus der Tasche und bot sie Michel Raiblinger. Er war ganz gerührt, als er sagte:„Für Ihre edle Tat!“ Ein Zweimarkstück blieb in der Hand des Retters zurück. Michel Raiblinger besah sich die Münze in sprachlosem Staunen. An klingenden Lohn hatte er wirklich nicht gedacht. Zwei Mark! Eine Beleidigung. Sein Gesicht war alles andere als geistreich. Doch die Spannung löste sich sofort, als der glückliche Vater rasch besonnen sagte:„Geben Sie mir bitte eine Mark wieder heraus!“ Da ließ Michel Raiolinger das Geldstück fallen und gab dem Manne eine Ohrfeige, daß der arme, sparsame Vater sich aufs Eis setzte. Dann ließ sich der Retter in aller Ruhe vom Schupo wegen Körperverletzung und tätlicher Beleidigung aufschreiben, suchte seinen Mantel, den er leider nicht mehr fand, weil der schon längst gestohlen worden war, und— ging nach Hause. Dort legte er sich ins Bett und schwitzte, um den Schnupfen wieder aus dem Leide zu bekommen. Als seine Bekannten von diesem Abenteuer erfuhren, suchten sie Erklärungen dafür, warum sich Michel Raiblinger nicht das Leben genommen hatte, um so mehr, als er nun doch einmal naß geworden war. Der eine meinte:„Der hat wohl gemerkt, wie unangenehm kalt das Wasser ist.“ Der andere sagte:„Als gut erzogener Staatsbürger mochte er nicht aus dem Leben scheiden, nachdem die Polizei ein Interesse an seiner lebenden Person genommen hatte.“ Ein dritter war der Ansicht:„Der Wert eines Menschenlebens ist ihm erst zum Bewußtsein gekommen, als er um eines ringen mußte.“ Rechtsanwalt Vollmacht, den sparsamen Vater auf Zahlung von Schadenersatz für den verdorbenen Sonntagsanzug. Bevor diese Prozesse zu seinen Gunsten durch. gführt sind, wird Michel Raiblinger nicht freiwillig aus der Welt scheiden. des Herrn Peter Plank Humoreske von Anton E. Zischka. Es ist nur selbstverständlich, daß ein Mann ein so entzückendes Mädel wie Gladys Olliver küssen will, wenn er es zum erstenmal nach drei Monaten Trennung wiedersieht. türlich wird kein halbwegs wohlerzogenes Mädel sich vor der Victoriastation, an einem Loudoner Sonntag noch dazu, küssen lassen. Und so verfiel man auf den Ausweg, die paar Stufen zur Abfahrtshalle hinunter zu gehen und dort vor dem Blauen Zuge eine entzückende Abschiedsszene mit heißen Umarmungen zu spielen. Was so gut gewesen sein muß, daß Gladys mit Peter zum Fünf=Uhr=Zug hinüber ging und dort die Szene wiederholte— und schließlich sich nicht scheute, das auch noch vor dem letzten, eben abgehenden Fernzuge zu probieren. 5.51 Bomier K. 1.n Da erschien der wuroige Portier. Er hatte ihnen die ganze Zeit über zugesehen, hatte über diese beiden jungen Leute lächeln müssen. Aber es ging doch nicht an, sich hier wie in Parie zu benehmen.„ „Sie würden besser varan tun, Herr“, sagte er also zu Peter,„mit Ihrer Dame nach der * hn binüb Alle drei hatten nur teilweise recht. Der eigentliche Grund, warum Michel Raiblinger seinen selbstmörderischen Plan nicht zur Ausführung brachte, ist sehr einfach: Er hatte plötzlich gemerkt, daß sein Leben doch noch einen Inhalt besaß, den Kampf um sein Recht. Deshalo erstattete er zuerst gegen Unbekannt Anzeige wegen Diebstahls. Dann suchte er einen Anwalt auf und beauftragte diesen mit seiner Vertretung in dem.zu erwartenden Strafprozeß wegen Körperverletzung und tätlicher Beleidigung. Und schließlich gab er dem schnell uns der Holle.— Diese kleine Geschichte kennzeichnet oas Bech dieses Peter Plank. Er war ein Genie. Kleine Ideen aber verschafften ihm doch meistens, was er erreichen wollte. Und dann kam unweigerlich immer so ein dickes Ende nach. Eine unwichtige, aber peinliche Enttäuschung, ein böser Rüchkschlag, 4—s. I. Si. f. Nun war er drei Monate in Paris gewesen Hatte den Herbst auf den großen Boulevarde erlebt, war durch das Lichtermeer der regennaßen Champs Elysees gebummelt, hatte viel Glück gehabt in allen kleinen Dingen und schließlich wie immer seine Enttäuschungen geerntet. Die größte dieser Enttäuschungen aber war Ariane. Ihre Art, Schulden zu zahlen. Und wie seine Hilfe in ihrem Geschäft eine Bumeranggeschichte wurde. Die ist wert, erzählt zu werden. Denn sie zeigt, was vielen Menschen immer wieder geschieht: Wie alles, was immer sie anfangen, auf sie zurückfällt. Ariane ist mit Peter verwandt, so nahe, daß er sie nicht besonders gut leiden kann. Aber es gehört zu seinen Hauptleidenschaften, anderen Menschen Freude zu machen... Ariane hatte schon vielerlei versucht, aber wenig Erfolg gehabt. In der Anfertigung kunstgewerblicher Arbeiten war ihr kein Erfolg beschieden gewesen. Dann hatte sie mit Modellkleidern begonnen, und alles, was da blieb, war ein kleiner Laden in der Rue de la Vaix. Hier traf Peter sie, als sie vor ihrem eigenen Schaufenster stand und die Hüte anstarrte, die sie jetzt herstellte. „Ich kann nicht begreifen“, sagte sie ihm gleich,„wieso gerade meine Hüte niemand kauft Sie sind nicht schlechter als alle anderen hier, aber fünfmal so billig. Der hier kostet bei mie 50 Franken— und dort drüben bei Renees 400. Die werden ihren Kram los und ich nur mein Kapital.“ Peter verstand nicht viel von Damenhüten. wohl aber einiges von Frauen. Er sah sich die Modelle an und darauf die Preise. Und dann hielt er Ariane eine Rede über ihre Unfähigkeit, psychologisch zu denken. Er ließ sich neue Preisschilder geben und schrieb den Hut, der 50 Fanken kostete, mit 500 aus. Er riß aus Harvers Bazar eine Reklameseite, die ähnliche Hüte zeigte; dann schnitt er die Zin ma weg und malte einen genialen Text dazu, der behauptete, Arianes Modelle würden in dieser größten amerikanischen Mooezeitung als voroildlich abgebildet. Ariane drohte der Schlag zu treffen. Peter aber erklärte ihr, daß keine der Amorikanerinnen, die da draußen vorbei gingen, glauben würde, ein Hut, der nur 50 Franken koste, sei modern, sei wert, auch nur angesehen zu werden. In einer Luxusstraße Warenhauspreise zu verlangen, sei ebenso blöde, wie in einem Eine=Mark=Laden erstklassige Klaviere in die Schaufenster zu stellen... Als er eing, standen die Phantasieprette angeschrieben.