JTägag S S 85 8 3 8 SSaC 37 d0 K ∆ 7 S 5 2 K 3— S 508 8·#0 9 5 E 8 GNWNNWWVVVVe 2 S * 50 s 0 ∆ S* S 25 8 66 * 92 legenheit zu einem neuen Unternehmen recht Kompligen einen Blichk voll tüdlichen HasseosAbolkenballen Audes,#isturigg Fezenglsse ab, günstig sei. Der Zollkommissar sollte versetztszu..„ 64(öelen die 62s werden, und es würde längere Zeit dauern, bis Drei A##telstunden spater umdeten die belasein Nachfolger eintraf. Außerdem war das denen Boote im Schlepp des Engländers. Der Patrouillenboot zur Ueberholung nach einemswunderte sich, daß, PlPBrh, gritzsg.,Pachese! anderen Hafen gefahren, Irgend ein Helfers= guftguchteg und die, Lox em entrütrger#Als helfer unter den Zouwachrern seiost mochte densdas leßre Boot ausgelauen. w gz; Ezng en, sasen beiden Schmugelern dieses amtliche Geheimntes missar höflich an Die Pru hung nun krönen Sie mitgeteilt haben.[Senor. Vielen Dank. und nun krönen Sie Ein Zufall wollte es, daß in diesem Augen=Ihre Liebenswürdigkeit dadurch, daß Sie dem blick der Zollkommissar selbst eintrat. Höflich, richtigen Zollkommissar, der in ein paar Tagen als seien sie seine besten Freunde, begrüßte erskommen wird, die entliehenen' Uniformen die Schmuggler, um sich nach kurzer Unterhal= mit meinem besten Dank überreichen.“ tung wieder zu entfernen:„Auf baldiges Dabei knöpfte er den Waffenrock auf, streifte Wiedersehen.“—„Auf baldiges?“ antwortete die Hose ab, warf die Mütze ins Boot und das Mischblut mit überlegenem Lächeln. stand im Seidenanzug. Dann drückte er dem „Nein, auf Nimmerwiedersehen! Denn wir verblüfften Engländer ein Bündel Banknoten wissen, daß Sie versetzt sind, daß Ihr Patrouil= in die Hand und verschwand, jeder Zoll ein lenboot nicht mehr hier ist.“— Der Kommissar Spanier. rde bleich nar vigbarraschuing. Doch hMann über Bord Skizze von Alfred Petto. wurbe bleich vor Ueberraschung. Doch bevor er etwas erwidern konnte, sprang der Spanier dazwischen:„Achten Sie doch nicht auf sein dummes Geschwätz!“— Der Zollbeamte verbeugte sich flüchtig und ging. Da schoß der Mischling auf Rivas zu:„Dummes Geschwäßz rede icht Besser ein Dumm Di, Schiffefungen der„Norwegen“ hatten bst. in Der Spanier sah uhn scheinbar ge=seinen Schwimmlehrer wie kein Schulschiff auf wer. 9%, Bizu Zähut, dos Beischlaut und zogste nur einmal der rechte Augenblich zu Verachtung, Dann verließ er den Raum. Dgclignbsgeien bieb Seiger.## Kleibenden keine Rede mahr. Durüchsseine Tatzen,— der ganze Kerl war in WirkCalderon denslichkeit einem Bären nicht unähnlich. Morgens Doch drei Wochen zpäiter hat Cuurtun. v. um sieben Uhr, oft auch schon um seche, wenn s chmnder u— Schadet nichts. Allein kann ichlder feuchte, schleimige West oder der salzige Ost er gpynden, Th führen. Heute abend war=über Bord, strich und die Wasserkämme gegen das Geschäft oeper, Iuhrer.„wachzer, Hoch„itgudie Schiffsplanken schlugen, daß es matschte, tet wieder ein Sege., Sie machen doch mi:“(dann standen die Jungens schon auf Backbord. Su seinem hiest gg für Angt.“ Wennt giz; Die dünnen Schwimmhosen, fanst nichts am Das Mischblut, dien. e##u. grpf.„enn Ss. sich Fürchten, steche sich den Gewinn auein ein.““...Gzuggste mit dom dummem Esei, — Der Ingenieur ließ ihn gehen. Dann legte] Der Eisbar nunzel## mit den dummen kleiScahlaten nieder vin eines Rotorbootes zumsggg,„Neuglein. Er rieb sich die breitern, Ke geg un beimn zu ahen. it emeden ue sichen Wdern und groberz, Poier e Papserretrngel an dem du opten.....#os.##.# Rohes, Gemeines, wenn se vie Schortagtungel In der Nacht weckte ihn tauter Ruk. Ersumfes; Liogsten pomm Piahgnn mst Hoturftungg trat aus der Türe. Da stand einer in der Unisorm des Zollwächters:„Der neue Kommissar ist eingetroffen. Er wunscht Sie zu sprechen.“ Verschlafen stolperte der Engländer an Land und stand vor— Rivas. Der sah ihn unter seiner goldbetreßten Mütze von oben herunter an:„Senor, in meiner Eigenschaft als Zollkommissar beschlagnahme ich Ihr Boot im Namen der Republik. Sie werden uns in die Bucht hinausfahren und meinen Anordnungen aufs Wort folgen, sonst...“ Er strich mit der Hand über die Pistolentasche. Der Engländer fügte sich schweigend. Vier Zollwächter stiegen außer dem neuen Kommissar zu ihm ins Boot. Während er den Motor anwarf, bewunderte er im Stillen die Klugheit der Regierung, die einen mit allen Schlichen vertrauten einstigen Schmuggler als Zollkommissar einstellte. Weit draußen auf dem Wasser lag wieder der Schatten des Zweimasters. Ein paar Gestalten schienen die letzten Waren in die schon überladenen Ruderboote zu verstauen. Sie horchten auf, als sie das Motorgeräusch hörten doch gleich klang die triumphierende Stimme des Mischblutes vom Deck des Seglere herüber:„Na, Senor Engländer, haben Sie sich doch anders besonnen und wollen Sie mich ins Schlepptau nehmen?“— Auf eine Handbeioegung des Zollkommissars hin verzichtete der Ingenieur auf die Antwort und legte längsseits des Schiffes an. Ehe Calderon die Zolluniform erkannt hatte, stand der Kommissar vor ihm auf Deck. Seine Goldtressen leuchteten matt, und die Besatzung des Seglers trat diskret zurück. In innerkolumbianische Angelegenheiten wollte sich ihr Kapitän nicht mischen. Er hatte seine Aufgabe erfüllt und die Waren abgeliefert. Calderon wollte sich wehren und stürzte sich auf den Komissar. Doch Rivas unterlief ihn und warf ihn zu Boden. Die Zollwächter fesselten das Mischblut. Calderons Leute in den Ruderbooten sahen dem Kampf gespannt zu, doch sie wagten keine Hand zu rühren. Rivas ordnete seine im Handgemenge ein wenig verschobene Uniform und sagte dabei: „Enrico Calderon, ich brauche mich Ihnen nicht vorzustellen. Ich beschlagnahme Ihre Waren als Schmuggelgut. Was Sie selbst anbelangt, so lasse ich Ihnen die Wahl: Wollen Sie an Land geschafft und abgeurteilt werden. oder sind Sie bereit, mit diesem Segler nach Trinidad zu fahren und sich hier nicht wieder sehen russen?“—„Trinidad“, entschied das Mischahne Ueberlegen und wert dem einstigen zu laf ####t lumfaßr hielten, wenn Eiskern mit dem stump fen, untersetzten, schwerfälligen Körper gegen die Reeling gestemmt dalag und mit schnarren der Stimme sein„Eins=zwei=terrei“ zählte. Gewöhnlich begann der Tanz so: Wer nicht schwimmen konnte oder sich ängstlich zeigte mußte einen Schwimmgürtel anlegen. An die sem Gürtel befand sich ein etwa zehn Meter langes Tau. Nun stellte sich der Schwimmer auf Backspier. Eiskern nahm das Tau in die Hand und kommandierte„Los!", worauf der andere die acht Meter, um die sich die Schiffswand vom Wasserspiegel bis zum Achterdeck erhob, hinunterspringen mußte, ob er nun wollte oder nicht. Entweder sprang er von selbst, oder er wurde von Eiskern hinabgestoßen. Steif wie ein Sack, mit krummen Bei nen und eingezogener Brust plumpsten sie ins Wasser; und wenn sie wieder herauf kamen gab Eiskern eins, zwei Meter am Seile nach so daß sie schwer und steif wieder unter Was ser sanken. Da fingen sie nun an, zu schreien und zu brüllen und mit Armen und Beinen um sich zu schlagen, bis Eiskern schließlich das Tau stramm anzog und sein„Ein=zwei=terrei" be gann. Er veränderte dabei nichts in dem breiten Gesicht, nur in seinen Augen war ein schadenfrohes Grinsen, er blies die Luft durch die Rusenlöcher, als unterdrücke er ein Lachen. Darum hatte mancher ihm Rache geschworen Vor allem Paul Froese. Der arme Junge, wenn er so triefnaß und gänsehäutig heraufgekrochen kam— die Rippen konnte man ihm zählen, die Haare standen borstig hoch vor Kälte, seine Lippen waren blau— und wenn er dann immer und immer wieder hinabspringen mußte, dann tat er den anderen unbeschreiblich leid. Wer Paul Froese rächte, war der neue Schiffsjunge. Er kam geradewegs aus Kiel und hieß Timm. Ein sehniger, geschmeidiger Junge mit hellen blauen Augen und blondem Haar. Man erzählte ihm gleich am ersten Abend die Sache mit Eiskern. Timm konnte schwimmen. Er lachte über die Erzählungen, er besaß eine ziemlich rege Phantasie, so daß er sich die verzweifelnden Schreie und Zappelbewegungen vorstellen konnte. Aber die Quälereien mit Paul Froese schienen ihm doch zu mißfallen. Er suchte den Jungen mit den Augen. Der saß in der Ecke der Kajüte und kaute an den Fingernägeln. Timm hatte einen guten Gedanken. Nach einer Weile sagte er:„Das wird ein Heidenspaß!“ Anderentags traten sie zum Schwimmen an. is ging ein milder Südwest, die schweren die wie eine Sint### üder D## Srg Eiskern fragte Timm:„Kannst Du schwimwven. 1 Timm zog das Gesicht lung und sagre ängstlich:„Nein, „Dann mußt Du es lernen.“ Das war der Auftakt. Timm band den Schwimmgürtel um, Eiskern legte das Tau über die Reling. daß es beim Springen nicht hemmen und Timm die Brust zuschnüren konnte. Dann trat Timm auf Backspier. Er straffte den schmalen sehnigen Körper, hob die Arme, bog die Handflächen nach außen. Timm war ein guter Schwimmer. Eiskern kommandierte, während er die Angel hielt:„Los!“ Timm schnellte los wie ein weißer Vogel, sicher glitt sein Körper ins Wasser. Das schen hallte an der Schiffswand wieder. Eiskern lag mit dem schweren Körper gegen die Reling und wartete. Wenn der Junge herauf kam, zappelnd, Wasser hustend, würde Eiskern das Seil nachgehen lassen.— Wo die weiße, schäumende Stelle des Einsprunges im Wasser war, sprangen Blasen herauf, ertönte ein Zischen und Gurgeln. Timm blieb lange unter Wasser. Eiskern hielt das Tau ruhig in den Händen, er starrte auf die Stelle, wo die Blasen jetzt spärlich wurden. Wo blieb der Kerl? Ob er vielleicht doch schwimmen konnte? Eiskern wurde unnruhig, suchte das Wasser mit gierigen Augen ab, zog das Tau an, es gab nach; er zog und zog. Der Schwimmgurt war noch daran, aber aufgerissen. Kein Timm zu sehen. Alle Wetter, der Kerl war ersoffen.— Mann über Bord! „Mann über Bord!“ ging's wie ein Lauffeuer Noch nie hatte man Eiskern so aufgeregt gesehen. Er lief an der Reling unaufhörlich auf und ab. Das Rettungsboot wurde klar gemacht. Die Taue knirschten in den Flaschenzügen, die Kurbeln quietschten. Jetzt stand das Boot bordauswärts, baumelte wie eine Nußschale in den Stahlträgern. Eiskern sprang hinein, gleichzeitig mit vier anderen. Die kleinen dünnen Augen standen groß und ängstlich offen, die Adern auf seiner Stirn waren wie dicke Stränge. Er lehnte sich über den Rand des Bootes, während es hinunter sauste. Nirgends eine Spur von Timm. Daß er nicht wieder herauf kam! Er war ohne Zweisel ertrunken.—— Da kletterte Timm seelenruhig am Fallreep hinauf. Von seinem Körper tropfte noch das Wasser, sein Haar war triefnaß, er klapperte mit den Zähnen. „Timm!“ schrien die anderen. Eiskern sprang im Boot unten auf, starr und blaß vor Schreck. Da war der Junge ja!— Wie, nicht ertrunken? Nach einer Weile kam wieder Farbe in Eiskerns Gesicht, er sah Timm mit offenem Maule zu, wie er am Fallreep hinauf klomm, wie er sich über die Reling schwang und von oben herunterwinkte. Sie zogen das Boot wieder hinauf. Die Drähte heulten in den Flaschenzügen. Eiskern saß darin, starrte vor sich hin. Sein Körver hatte etwas Müdes, Schleppendes. Er kam kaum über die Reling. Er ging auf Timm zu, packte ihn am Arm, schüttelte ihn, die Zornesader sprang ihm über die Stirn, die Röte stieg wieder in die Backen. „Kerlchen!“ giftete er heraus.„Ein Glück, daß Du schwimmen kannst!“ Er gab ihm eine Ohrfeige. Er fühlte, daß ihn hundert Augen ansahen; wie ein Pudel zog er ab. Trottend, schwerfällig— wie ein Bär. Timm erzählte abends, er habe unter Wasser den Gurt gelöst und sei unter Wasser bis zum Fallreep geschwommen. Dort habe er gewartet bis etwas geschah. Diesen Erfolg habe er sich freilich nicht versprochen.— Eiskern ist sehr klein geworden; er zieht jetzt, wenn die Jungens an die Oberfläche kommen gleich die Angel an, daß sie bis zum Knie im Wasser liegen. Und zählt dann sofort sein „ne=gpeisterrei“. Die ein Fluch. Ein ganz Schlauer. Der Gemeindediener soll am Bach ein paar Tafeln aufstellen, auf denen das Verbot des Badens an diesen Stellen vermerkt ist. Er führt das auch gewissenhaft aus und schreibt auf die lerste Tafel:„Baden verboten!" aber bei den übrigen, die in Abständen von fünf Minuten aufgestellt werden, macht er sichs bequem und schreibt auf:„Hier auch“,„Hier auch!“ OIFU SPCETTP SSIT Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: Dr S. Sung, altena. Eine Stunde vor Mitternacht Skizze von Hans Greifenstein. Im Westen neigte sich die blasse Herbstsonne zum Untergang. Rauschend fuhr ein kuhler Wind durch die Wipfel des Parks und die schwermütige Pracht der Astern und Georginen. Fröstelnd schmiegte sich das junge Mädchen in den Arm des Mannes:„Ach, Andre, wenn ich nur wüßte, weshalb der Vater so sehr gegen dich eingenommen ist! Noch heute hat er mir erklärt, daß von einer Heirat zwischen uns beiden gar keine Rede sein könne, und er wünsche nicht, dich kennen zu In den dunklen Augen des Mannes blitzte es spöttisch auf:„Das ist doch ganz klar! Gerhard Walden, dem du neulich den Laufpaß gegeben hast, obwohl er deinem Vater so genehm war. hat gegen mich geheßt. Ein„Setrehggen sohn, der einmal eure Fabrik überachmen kann, ist deinem alten Herrn natürlich lieber als ein hergelaufener Künstter wie ich.“ „Andre, so darfst du nicht sprechen. Als ich ihm sagte, daß ich ihm nicht angehören könnte, hat er mich noch gebeten, ihm wenigstens Freundschaft zu bewahren. Wenn ich mal in Not käme, solle ich ihn rufen. Er stände jederzeit für mich bereit... Ach, daß ich die Mutter so früh verlieren mußte! Sie hätte mir sicher geholfen... Aber diese Unsicherheit ertrage ich nicht länger, Du mußt unbedingt mit dem Vater sprechen.“ „Aber wie kann ich denn, wenn er mich hartRes eie „Nein. Allerdings— abends, wenn das Personal schlafen gegangen ist, sitzt er noch stundenlang, bis weit nach Mittemnacht, vor seinem Schreibtisch und arbeitet.“ „Soso. Wenn ich also um diese Zeit Sommen würde, dann müßte er mir Rede und unnoort „Aber natürlich. Hinauswerfen wird er dich nicht. Doch höre, Andre! Eben denke ich daran, daß heute abend nach sieben Uhr keins von unseren Mädchen mehr im Hause ist. Wie wäre es, wenn du dann— etwa um nenn Uhr herum kommen würdest! Ich lasse die Gartentür offen, und du erscheinst dann urplötzlich in Vaters Arbeitszimmer. Ich will natürlich „Fabelhafte Ideel Ausgezeichnetl. Also abgemacht. Heute abend um neun Uhr. Leb' wohl, Kleinchen!“. I. Haulse, Ham kund 6. Aber als Lilo nach Hause kam, fand sie zu ihrem Schrecken den Vater reisefertig.„Ich muß noch heute abend nach Hamburg fahren. Ein großes Geschäft steht auf dem Spiel. Laß dir die Zeit nicht lang werden... Tut es dir denn so leid, daß du mal allein bleiben, mußt? Na, schließ nur alles gut zu, ehe du zu bett gehst. Also, auf Wiedersehen!“— Lilo hatte Mühe, ihre Enttäuschung zu verbergen. Ein unerk#urliches Gefühl der Bangigkeit beschlich sie. Aber nur einen Augenblick. Dann brach der Frohsinn achtzehnjähciger Jugend wieder durch. Würde sie doch bald wieder mit dem Liebsten zusammen sein! Als die neun Schläge der Standuhr in dem dunklen Arbeitszimmer verhallt waren, saß das junge Mädchen wartend am Fenster und blickte in den regennassen Garten hinaus. Heulend fuhr der Wind um das stille Haus. Der arme Kerl! Daß er durch dieses scheußliche Wetter mußte! Wo er nur blieb? Diese Künstler können eben niemals pünktlich sein. Aber schade war es doch, daß die Unterredung mit dem Vater doch wieder hinausgeschoben wurde. Lilo zweifelte nicht daran, daß es dem Geliebten gelingen würde, durch das Feuer seiner Beredsamkeit, durch die sieghafte Gewalt seiner Persönlichkeit den Starrsinn des Paters zu überwinden. Fühlte sie selbst sich doch stets wie auf mächtigen Schwingen in eine Samstag, 13. Sepiember höhere Welt davongetragen, wenn Andre ihr von seiner fernen Heimat im Ungarlande, von seinen Reisen durch die sonnigen Gefilde des Südens erzählte, die er mit dem Auge des Malers erschaut. Fast drohte ein Schwindel sie zu überkommen, wenn die feurige und drch ritterliche Zärtlichkeit des jungen Mannes sie umfing. Und zu denken, daß sie beinahe die Braut des biederen Gerhard geworden wäre, dieses braven, bärenstarken, aber im Brunde doch ziemlich spießerhaften Burschen. Ein Glück, daß es nicht zu spät war, als sie Andre kennen lernte! Wie herrlich mußte das Leben an seiner Seite sein.„5 Lilo versank in holde Traumereien. Die Augen fielen ihr zu. Lockende Bilder stiegen empor. Sie sah sich im Brautkleide vor dem Altar. Leise Musik ertönte... Aber dann, ach, was spielte der Künstler schlecht. Welch kratzende Geräusche...! Plötzlich war sie ganz wach. Aus dem Nebenzimmer kam ein Schleichen, Schaben, Kratzen... Was war das? Einen Augenblick drohte ihr das Herz stille zu stehen. Einbrecher? Himmel, sie hatte ja die Türen aufgelassen. Für„ihn“, für Andre... Aber die Nerven der Achtzehnjährigen hielten stand. All ihre Selbstbeherrschung zusammen nehmend, schlich sie sich an die Tür zum Nebenzimmer: Da— vor dem Geldschrank bewegte sich ein dunkler Schatten.... Der schmale Lichtkegel einer Blendlaterne fiel auf das Schloß. Sollte sie um Hilfe schreien? Aber es würde sie ja niemand hören. Hier konnte nur einer helfen: Gerhard, der Starke, der Getreue. Gerd!! Lautlos glitt das Mädchen zur Tür hinaus, drückte sie leise ins Schloß, horchte.... Nur dec Sturm heulte um das Haus. Rasch zum Fernsprecher. Die Nummer des Freundes kannte sie... Drüben meldete sich eine wohlvertraute Stimme:„In einer Minute bin ich da!"— Die Retterhatten ein leichtes Spiel. Vom Garten, von der Straße her drangen Polizeibeamte in das Haus.„Hände hoch!“ Das Licht flammte auf. Irgend jemand riß dem Eindringling die Halbmaske vom Gesicht. „Andre!“. Ein Schrei aus Mädcheamunde. Dann sank Lilo ohnmächtig in Gerhards Arme. Der trunkene Sommer Skizze von Werner Lürmann. 1930 „Zigeuner!“ sagt Felix in die Stille. Beo halten klingt es wie das Spiel der braunen Heimatlosen. Frau Melitta nimmt den Hund kürzer an die Leine. Zwischen ihren Brauen steht eine Falte.„Schmutziges Gesindel“, das ist allen, was sie entgegnet. Betroffen sieht der Mann zu ihr hin:„Ich beneide sie fast.. Pferde, Geigenklänge, Tanz ums Lagerfeuer.. Mit ihnen geht der tiefe Atem der Welt——“ Dann verstummt ur svermrt.„ Auch die Frau schweigr. Unterdes rollt der Wagen an ihnen vorbei. Ledergeschirr rasselt, und die Räder kreischen. Der braune Mann knallt mit der Peitsche. Dazwischen klingen lockender Sang der Geige und das zornige Gebell des Hundes. 4 chm Als die beiden zum Dorf hinadgehen, summt Felix die fremdartige Melodie vor sich hin. Vom Turm hallen drei Uhrschläge. Dann stehen sie vor dem winzigen Bahnhossgebäude. Eben schnaubt der Zug heran, der Felix zur Stadt zurücktragen soll. Ein paar Worte fliegen zwischen ihnen noch hin und her; weit beugt sich Felix aus dem Fenster; der kiesbedeckte Bahnsteig gleitet hinweg. Schlank und jung steht die Frau im sommerhellen Kleide, den großen Hund an der Seite, und winkt. Felix schwenkt die Mütze, bis der Zug ver, schwindet.„„.—* Das Lanoyaus, in dem Frau Melitta als Frau des Gutsbesitzers Textor wohnt, liegt am Flusse. Grüne Läden umrahmen die weißen Fenster. Um Veranda und Terrasse rankt die blaue Waldrebe. Von hier geht der Blick zum Wasser, darauf braunschwarz die Segel der Torfschiffer ziehen und sich dunkel im blaugrünen Gleiten der Strömung spiegeln. Jenseits über dem Deich ragen vor blauer Luft holzgeschnitzt die Pferdeköpfe vom First der Gehöfte. Gastem uuiusf im Setestm Auf dem geöffneren Frügel im Gartenzimmer stehen noch aufgeschlagen die Noten, aus denen Felix spielte— Brahms, Chopin, Tschaikowsky Roter Phlox leuchtet aus sapanischer Vase. Einen Augenblick lang setzt sich Frau Melitta in einen der Korbsessel, die an der Terrassenbrüstung stehen. Sie ist allein. Duft später Rosen wogt vom Garten herauf. und langsam hebt sich ein rötlicher Mond jenseits über dem Wasser. Das tut gut und beruhigt... Dann kommt die Mamsell und bittet zu Tisch Man nimmt die Mahlzeiten im getäfelten Speisezimmer. Die Vorhänge sind schon zugezogen. Aus grünem Lampenschirm flutet Licht. Von den Wänden glänzen altersdunkle Oelbilder. Ihr Mann nimmt eben Platz, als sie eintritt. Die Mahlzeit beginnt. Felix' Platz ist leer. Ehe Frau Melitta dem Mädchen zum Abräumen schellt, fragt Herr Textor, ob sie den Jagdwagen benutzt habe, um den Gast zur Bahn zu bringen. Seine Stimme ist ruhig wie Mir gingen" antwortete die junge Unter dem dunkelgrünen Baldachin alter Linden geht die Straße hinein in oas Land. Flimmernde Sommersonne glüht über Wiesen seitwärts. Unter dem Wipfeldach ist es schat-Bahn zu bringen. Seine Stimme ist ruhig wie tenkuhl und erträglich..„limmer. Wit plutzen;, enktogrtete dir julcg Zwei Menschen gehen hier zum con, und Frau.„Felix läßt noch grüßen“. Indes kommt zur Bahnstation. Es ist früh am Nachnittag. Weit hinten über den sonnezitternden Flächen ruhen weiße Wolken. Und es ist sehr still, die Straße leer von anderen Menschen. Die Beiden schweigen, während ihr Blut im Rhythmus des Schreitens schwingt. Auf der Windhöhe, wo die Ruhebank steht, verhalten sie den Schritt. Oft an den Abenden saßen sie hier, wenn der Horizont in goldbraunem Dunste schwamm. Vor ihren Blikken geht die Straße hinab zum Dorf. Mit moosbewachsenen Rieddächern ruht es unter den Baumwipfeln. Kinder haschen sich auf dem steinernen Kirchplatz; ein brauner Wagen kriecht jetzt schwerfällig aus dem Dorfausgang und folgt dem grauen Band der Straße. Neben den zottigen Gäulen geht peitschenschwingend ein Mann, und hinter winzigen Fenstern werden schwarzhaarige Frauenköpfe sichtbar. Es sind Zigeuner. Gedämpftes Spiel einer das Mädchen herein, um abzudecken. Herr Textor hat Abrechnungen mit dem Verwalter und geht zum Arbeitszimmer hinüber. Spät noch lehnt die Frau an der Terrassenbrüstung. Höher gestiegen ist der Mond und schwimmt als silberhelle Scheibe im tiefen Himmel der Julinacht. Es kostet Ueberwindung, an Schlaf zu denken. Drunten durch die silberstäubende Flut zieht ein letztes schwarzes Boot, und der dunkle Alt einer Mädchenstimme schallt sehnsüchtig vom Wasser herauf. Da ist es mit Frau Melittas Kraft zu Ende. Die Maske der Gel= enheit fällt mit jäher Gewalt von ihrem Antlitz, ihr Kopf sinkt langsam auf den Stein der rüstung... Jeden Morgen reitet Herr Textor über die Felder. Bald auch ist das Korn schnittreif. Sensendengeln steht in der Luft. Alle Fenster stehen morgens weit offen im Landhaus. Der Flügel ist seit langem geschlossen. Es sind Zigeuner, Gedämpftes Spiel einer Flügel ist seit langem geschlossen. Geige weht aus donn Wageninnern durch die Morgen für Morgen wartet die Frau auf das warme Lust. zSiume des Briefträgers. Der Hund liegt ihr E 8 S 8p * S 1 Ggze J5S TSE ## s **** ZSRARSS# GWuguas am G S Sotig 95852 öpg-H2SE 20 Sbuug SSgöo S98SgSg Sg 3—SCÄESOESSSTEEENG OSeO* S—"„ Ler ac B888—.0 5• ENAN CAR 35 E zu Füßen. Ihr Herz klopft vor Erwartung. „Zigeuner!" sagt sie einmal träumerisch vor sich hin und hält erschrocken inne. Dann ist ein Brief von Felix da. Lange hält sie den Umschlag in der Hand, ehe sie ihn zu öffnen wagt. In ihrem Kleide, das die Farbe der gelben Dahlien hat, sitzt sie und liest. Von den zukkenden Schultern gleitet das seidene Tuch zu Boden. Künstler sind wohl immer treulos, empfindet sie dunkel—— Von den Rasenflächen draußen grellt die Sonne, daß die Augen schmerzen. Es ist sehr heiß, ein Gewitter wäre Erlösung. Aber der Himmel strahlt in fast südlicher Bläue. Sie schließt den Brief in den Kirschbaumsekretär. Später wird sie ihn zerreißen. Das muß sein. Als sie am Flügel vorübergeht, streifen ihre Hände über das blanke, schwarze Holz... Sie steigt die Treppe hinauf zum Obergeschoß und holt aus ihrem Zimmer das Badezeug. Als sie zum Fluß hinabgeht, ist es, als brenne alle Glut des Sommers noch einmal auf. Auf dem heißen Holzsteg vorm Bootshause sitzt ihr Mann und schlägt mit den braunen Beinen das Wasser. Sein Kopf mit dem messingfarbenen Haar steht vor der lichtblitzenden Flußfläche. Er hört ihre Schritte und ruft ihr übermütige Worte zu. Dann wirft er sich vornüber und schwimmt schon mit langen Stößen flußabwärts. Sie entkleidet sich langsam. Scham ist in ihr, quälende Angst, doch ganz tief drinnen verhaltener Jubel.„Heimat!“ sagen ihre Lippen laut. Sie hebt die nackten Arme und eine Welle von dunkler Bewegung überglüht ihr Gesicht. Dann löst sie die Kette und treibt das Boot in die Strömung. Unter der roten Badekappe quillt eine braune Haarsträhne hervor. Sie ist wie überschüttet vom Feuersang der Sonne. Weit drunten auf dem weißglitzernden Flußspiegel steht der Kopf des Gatten. Als das Boot mitten im Fluß gleitet, greisen die Fäuste des Mannes um das Heck. Sein Hagsehaig debt: sich über das Phorz. Frau Melitta stemmt die Ruderblätter gegen die Strömung. Sie sagt kein Wort der Abwehr. Denn aus den Augen des Mannes bricht eine solche Fülle von Licht über sie ein, daß sie leidenschaftlich ergriffen wird vom trunckenen Gefühl der Macht und des Glanzes, die darinnen wohnen. Eine Lohntüte ging verloren Skizze von Georg Wagener. Eltern sollten in der Wahl der Vornamen für ihre Kinder vorsichtig sein. Heißt jemand Pretschke, so wäre es von seiner Seite aus angehraht genesen, seine Tochher Augite gder! da zu nennen. Doch niemals Liane! Denn wie kann man von einem Mädchen, das Liane gerufen wird, verlangen, daß es sich dem langweiligen Einerlei des Alltages willenlos einfügt und mit Liebe und Begeisterung seinen Dienst als Packerin in der Konditorei Süßkind in Berlin versieht? Hunderte von Torten gingen dort durch Liane Pretschkes Hand. Die Provinz hatte „## Bedarf an solchen Sützitokeite:, zung serer lieben Frieda zum 20. Wiegenfeste, stand in Zuckerguß darauf geschrieben. Vber der Konditormeister hatte zwei Herzen gezaubert, die ein Band umschlang, und darunter war zu lesen:„Lina=Karl". Wieviel schöner hätte es doch ausgesehen, wenn sich vom braunen Hintergrunde des Schokoladengusses das eine leuchtende Wort abgehoben haben würde, das für sich allein ein Gedicht war, das oon schlanken Armen sprach, die sich wie eine ezotische Wunderpflanze liebedurstig, lebenshungrig um den schönsten Stamm im Männerwalde ranken: Liane! Doch für Fräulein Pretschke wurde keine Torte gebacken, und das süße Mädchen hatte alle Aussicht, inmitten der süßen Pracht der Konditorei zu versauern. Liane spürte das selbst und wollte sich dagegen wehren. Wenn ihr auch das Glück versagt blieb, so konnte sie doch wenigstens im Kino Zeuge jener seligen Minuten sein, da zwei Menschen einander durch die stumme Sprache der Augen soviel zu sagen haben. Und dann träumte sie in ihrem Stübchen von Liebe, die auf der Flimmerwand noch schöner war als in Romanen. So ging Liane eines Abends wieder ins Kino. Sie wurde vom Gesehenen restlos befriedigt. Sie erlebte eine wunderbare Fügung des Kinoschicksals: Ein armes junges Mädchen verlor in der Untergrundbahn einen Brief. Ein hübscher Jüngling, der natürlich in der Wahl seiner Eltern recht vorsichtig gewesen war, fand die Epistel und stellte sie der Adressatin zu. Liebe auf den ersten Blick, Kampf mit den in Vorurteilen befangenen Eltern des ehrlichen Finders. Sieg, Kus, Ende. Jum Weigen schon. Fräulein Liane war begeistert. Den ganzen nächsten Vormittag dachte sie nur an das Gluck des jungen Liebespaares auf der Flimmerwand. Ach, sie würde sich schon zu benehmen wissen, wenn sie einmal in die Lage der Briefe verlierenden jungen Dame kommen sollte, und.. Aber so etwas gab es leider nicht. Doch noch am Nachmittag, am Freitag, dachte Liane an das Gesehene zurück. Sie war beim Torteneinpacken so in Gedanken, daß sie die Lohntüte, die ihr Herrn Süßkinds Buchhalterin gab, irgendwo hin steckte und weiter sann. Was interessierte sie da die Torte, die sie gerade in den Karton verstaute und deren Zuckergußschrift verriet, daß eine ganz gleichgültige Tante Malwine sich zu ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstage den Magen daran üverladen würde? Erst zu Hause erwachte Liane aus dem Sinnen. Das war, als ihre Mutter fragte:„Bekomme ich heute kein Kostgeld von dir?" Da fiel Liane ein, daß sie ihre Lohntüte gar nicht in ihr Täschchen gesteckt hatte.„Ach". tröstete sie sich,„die Tüte wird auf dem Vacktisch liegen.“ Leider traute Frau Auguste Pretschke der Sache nicht recht, und der Abend wurde unerquicklich.— Der nächste freilich noch mehr. Denn, soviel auch Liane gesucht, gefragt und geweint hatte, ihre Lohntute fand sich nicht. Von Kinobesuch konnte deshalb in dieser Woche nicht mehr die Rede sein, und Lianes Frühstücksbrot ermangelte sichtlich der Butter mütterlicher Liebe. Eine Woche später aber klärte sich der geheimnisvolle Fall auf. Ein Brief aus Lentschen a. d. Persenne lief im Büro ein:„Die Torte, die Sie in meinem Auftrage meiner Großtante, Frau Malwine Zuntzel, schickten, hat deren volle Zufriedenheit gefunden. Dagegen weiß meine Verwandte nicht, was sie mit der über 33,64 Mark lautenden Lohntüte für Liane Pretschke beginnen soll. Sie bittet mich, besagter Dame mitteilen zu lassen, sie möchte in Zukunft ihre Lohntüten nicht als Unterlage für Torten benutzen. Ludwig Licht.“ Natürkich mußte Liane Pretschke an diesem Tage einen gewaltigen Anschnauzer einstecken. Herr Süßkind schrie sogar etwas von Entlassung und beruhigte sich erst, als seine weinende Packerin versprach, dem Lentschener Kunden sofort schriftlich zu danken und demütig um Verzeihung zu bitten. An Glück und Liebe dachte sie in diesem Augenblick bestimmt nicht. Eine schmerzliche Träne netzte vielmehr den Brief an Herrn Licht. Außerdem vergaß sie aber nicht, durchblicken zu lassen, daß sie noch sehr jung und in Anbetracht dessen der Verzeihung des Kunden und seiner verehrten Frau Großtante doppelt würdig sei. Tatsächlich hatte Herr Ludwig Licht in Lentschen a. d. Persennen Verständnis für diese unschuldige Jugend. Er schrieb postwe ndend, alles sei vergeben. Doch falls Fräulein Liane noch immer einen Kummer im Herzen trage, so würde er sie gelegentlich seines in einer Woche zu erwartenden Besuches in Berlin gern davon befreien. Und zum Schluß meinte er: „Ich kenne Berlin kaum. Wollen Sie nicht mein Schutzengel sein und mich sicher durch alle Fäyrnisse der Weltstadt geleiten?" Fräulein Liane war kein Unmensch und sagte ja, roomit Herr Süßkind mit Rücksicht auf den guten Kunden einverstanden war. Es kann ohne Uebertreibung behauptet werden, daß beide, Herr Licht und Liane Pretschke, recht angenehm überrascht waren, als sie dank einigen kennzeichnenden Blumen auf dem Anhalter Bahnhof nicht aneinander vorbei liefen, sondern sich kennen lernten. Liane machte ihren neuen Bekannten mit allen Sehenswurdigkeiten Berlins vertraut, soweit diese architektonischer Art waren oder zur Gattung Kino gehörten. Andere Attraktionen der Weltstadt kannte die junge Dame nicht, was den Herrn aus Lentschen a. d. Persenne sehr für sie und ihre Unverdorbenheit einnahm. Es erübrigt sich, bei der Schilderung dieser Berliner Spaziergänge länger zu verweilen. So sei nur bemerkt, daß Liane nach drei Tagen um Verlängerung ihres Urlaubes nachsuchen mußte und daß Herr Licht am sechsten Abend entschlossen war, der jungen Dame sein Herz zu Füßen zu legen. Vorher aber wollte er einen älteren Mann um dessen Meinung über diesen folgenschweren Schritt bitten. Dies fiel ihm um so leichter, als sein Onkel Günther Zuntzel, der Neffe seiner Großtante Malwine, ein unverbesserlicher Junggeselle, in Berlin wohnte. Wenn dieser ja sagte, konnte Ludwig seine Liane ruhig zur Frau Licht machen. Also lud er sich mit der jungen Dame bei Onkel Zu el ein. Fräulein Pretschke war trotz ihrer Unverdorbenheit Evastochter genug, um sich auf diesen Schritt ihren eigenen Vers zu machen. Führt ein Neffe dem alten Onkel ein Mädchen vor, wenn es sich nur um eine flüchtige Bekanntschaft handelt? Nein. Also mußte man als vernünftiges Mädchen diesem beachtenswerten Onkel um den Bart gehen. So kam es, daß die junge Dame Herrn Zuntzel, der übrigens gar nicht so alt war, sehr freundlich begegnete und sichtlich einen guten Eindruck auf ihn machte. Um so überraschter mußte Ludwig Licht sein, als ihm der Onkel beim Abschied sagte:„Junge, ich kann dir noch nicht sagen, ob du sie nehmen sollst oder nicht. Warte noch zwei Wochen mit deinem Antrag.“ Die Erklärung für diesen eigenartigen Rat erfolgte, als zwei Wochen später im Intelligenzblatt“ eine Anzeige stand: Liane Pretschke — Günther Zuntzel, Verlobte.“ „Liane Zuntzel!“ sagte Herr Ludwig Licht, als er sich einigermaßen gesammelt hatte.„Pfui Teufel!" Sicher dachte er dabei nicht an das Geld des Onkels. Er meinte damit wohl nur die Zusammenstellung zweier Namen, die phonetisch nicht zu einander paßten. Man ersieht hieraus wieder, daß Vater Pretschke besser getan hätte, seine Tochter Ida oder Auguste taufen zu lassen. Aber vielleicht wäre dann die Geschichte gar nicht passiert. Die Reise Skizze von E. v. Medem. Verschiedenen Bekannten der jungen Frau Ura fiel in letzter Zeit ihr betrübtes Aussehen auf, und sichtlich ervlaßte sie, als sie eines Tages den Brief folgenden Inhalts erhielt: Liebe Frau Ura! Auf eine unerwartete Nachricht hin muß ich heute abend mit Papa nach Frankfurt verreisen. Die Koffer sind erst halb gepackt, deshalb nur diesen schriftlichen Gruß. Herzlichst Ihre Dorothea Eberbühlemann. Zwei hektische Flecken der Aufregung entstanden auf Frau Uras blassen Wangen, und befangen suchte sie ihre Zimmer auf, um sich zum Essen anzukleiden, das heute wegen der Reise ihres Gatten früher eingenommen werden sollte. In der Diele sah sie den Handkoffer ihres Mannes stehen. Auf der Hülle leuchtete ein bunter Zettel, und das Wort Frankfurt fiel Frau Ura in die Augen. Frankfurt? — Ein Schreck fuhr ihr in die Knie, daß sie heftig zu zittern begann. Auch ihr Gatte fuhr also nach Frankfurt ebenso wie das Fräulein Eberbühlemann!? Und ihr hatte er gesagt, nach Dresden verreisen zu müssen?— Oh!— Doch dann besann sie sich auf die Lächerlichkeit ihrer eifersüchtigen Schlußfolgerung und erinnerte sich daran, daß der Zettel ja alt war und von einer früheren Reise her an dem Koffer klebte. Heute aber ging ihres Mannes Fahrt sicherlich nach Dresden, und diese Tatsache war äußerst beruhigend. Frankfurt und Dresden lagen ja weit auseinander! Frau Ura lächelte in den Toilettenspiegel hinei.— Möglichst harmlos trat sie ihrem Gatten bei Tisch entgegen. Herr Ura war in fürchterlicher Eile, hatte die Uhr vor sich hingelegt, warf ein Glas um. fluchte, rannte mit dem Mundtuch davon, warf es ihr lachend zu, kam noch einmal zurück, küßte Frau Ura schnell und verschwand dann. Die Früchte aß sie bereits allein. Nur seine Stimme klang noch nach:„Lebe wohl, morgen abend Siebenuhrzug. Sie saß ganz still in dem großen Eßsaal. Sie zwang sich dazu, beruhigt zu sein, weil Frankfurt und Dresden in zwei verschiedenen Richtungen lagen, und es gelang ihr, in dieser Nacht zu schlafen. Auch am nächsten Morgen war noch die Ruhe in ihr. Sie ging durch ihre hübschen, sonnendurchfluteten Zimmer, und als ihre Freundin Anni Lau sie besuchte, waren beide lustig und vergnügt. Anni Lau brachte wie stets Nachrichten aus der Stadt; unter anderem erzählte sie auch, wie sie sich gefreut habe, gestern auf dem Bahnhof Herrn Ura zu treffen. Der kleine Trip nach Frankfurt werde ihn gewiß erfrischen, besonders da auch Eberbühlemanns dabei seien. Dorothea Eberbühlemann sei doch wunderschön und so verwandelt in letzter Zeit, wahrscheinlich eine Liebe usw. usw. „Mein Mann...“, sagte die junge Frau Ura,„Mein Mann... mein Mann ist nicht nach Frankfurt, er ist nach Dresden gefahren!" Doch Anni Lau hörte niemals hin, wenn andere Leute sprachen, und so lächelte sie auch hier bloß zerstreut und sagte:„Ja, er wird eine vergnügte Reise mit Eberbühlemanns haben", küßte Frau Ura flüchtig und trippelte hinaus. Und nun, schöne Frau Ura?— Dresden war also dennoch eine Lüge gewesen? Oh diese schrecklichen Gedanken der Eifersucht! Alles wiederholten sie! Alle Qualen der letzten Wochen wickelten sie in einen Knäuel zusammen und steckten ihn Frau Ura in den Hals. Damit ging sie nun ratlos umher, stand schließlich im Kofferzimmer, klingelte der Zose und begann mit zitternden Fingern zu pachen. Die EEHSNC' SETSLBELSGE TSTMT SE5g S 5533S5Sg, ES S 9552 HOESEFES-ZOSEARES E“ S5 5 88 * 8.8.0 7. 200 S 5 . — G5 SES2 n--g-EEL B 85 SSgbsg.# 555 SptoS-5. SBpBRSESEE S 8— SSEEEEES EGSGESSPSSE EE5SSESESSS 5 2 58 hhne ann Zofe war neugierig und entschloß sich zu der Frage, wohin die Reise ginge, denn sie wußte daß sie mitfahren würde.— „Nach Frankfurt", klang es durch den Knäuel hindurch, und Frau Ura wurde rot, als sie dies sagte. Ein wenig nach sieben kam sie im Reiseman tel die Treppe hinunter. Da hörte sie in de Diele eine Stimme.„Ist meine Frau zu Hause?"— Und die Antwort des Dieneks „Die gnädige Frau wollen soeben verreisen.“ Sie stand steif am Treppengeländer und war tete.— Dann sah sie ihren Mann schnell heraus blote und Glutöfen. eilen, und freundliche Besorgnis lag auf seinen Himmel über ihm; er Gesicht, als er fragte:„Ist etwas geschehen? „Nein", stammelte sie verwirrt,„warun fragst Du so?“ „Weil Du plötzlich verreisen willst, Liebste.“ „Ich verreisen?— Nein, durchaus nicht. ich wollte nur... zu Anni Lau.“ sEs ging bergab mit ihm. Jahrelang trieb ersBefehl nur in mutwilligem Scherz gegeben, sich in Wartesälen und Schnapskneipen der Induitriestädte herum. Nun aber trat plötzlich eine Wendung ein. Jugendwo hatte er heute früh auf einem Bahnso; gestanden; und als ein Güterzug langsam ai ihm vorbei rollte, wagte er impulsiv einen Sprung auf den fahrenden Zug und ließ sich in eine unbekannte Ferne entführen. So stapfte er nun durch eine Welt, die er noch nie gesehen. Weit hinter ihm lag die drohende, bedrückende Gewalt der Zechen und Weit wölbte sich der cimmel üder ihm, er hatte ihn noch nie gesehen. Sein Körper straffte sich, die Lungen begannen tief zu pumpen. Eine neue, starke Empfindsamkeit erfaßte ihn und riß ihn ungestüm aus der dumpfen, quälenden Verlassenheit seines bisherigen Daseins. Mit einem dunklen Ahnen ward ihm bewußt, daß er urHerr Ura war beruhigt und bat:„Dochlsprünglich dieser blühenden, fruchtgeweihten jetzt bleibst Du da. Komm, wir gehen zusam men hinauf, und ich erzähle Dir von Dresden.“ „Von Dresden?" Ja, komm!“ Frau Ura ging also mit ihrem Manne, um sich von Dresden erzählen zu lassen. Und so mußte sie nun die Erlebnisse anhören, die er funden waren, und wartete auf den Augen blick, wo sie ihm das sagen würde— Herr Ura machte eine Pause. Da begann sie:„Was Du mir da erzählst, ist alles nicht.. In dem Augenblick sprang die Tür auf, und Anni Lau flatterte ins Zimmer, um sie her das Feuer einer Sengation. Sie hatte wieder ein mal eine Neuigkeit und spielte sofort ihren Trumpf aus:„Dorothea Eberbühlemann hat sich verlodt." Worauf Herr Ura seelenruhig bemerkte: „Ich denke, Sie hätten uns etwas Neues zu berichten?" Anni Lau rief wütend:„Ja, genügt Ihnen das nicht?" „Durchaus nicht“, sagte Herr Ura,„denn von dieser Verlobung wußte ich bereits. „Oh, natürlich, Sie kommen ja aus Frankfurt, ich vergaß.“ „Nein, wenn Sie erlauben, komme ich aus Dresden.“ „Ja, richtig, Sie sagten gestern auf der Bahn, daß Sie nach Dresden reisen vollten. Ich stifte auch stets Verwirrung an! Aber wie kommt es, daß Sie dennoch bereits wissen...?“ „Die Fahrt nach Dresden“, meinte Herr Ura, „hindert mich durchaus nicht daran, zu wissen. daß Erik Warenström seit zwei Monaten heimlich und seit gestern öffentlich mit Dorothea Eberbühlemann verlobt ist, da ich seit zwei : aten dabei die unerquickliche Rolle des guten Freindes in der Sache spielen mußte, mit Heimlichkeiten und Mitwisserschaft und allem, was dazu gehört. Ich weiß, daß nun endlich alles klappt, daß Dorothea sich soeben den schwieger nütterlichen Segen in Frankfurt holt und— was für mich das Erfreulichste ist—, daß ich mich für meine Person jetzt von diesem romantischen Schauplatz zurückziehen darf. Anni Lau war enttäuscht und ging fort, um andere Leute mit ihrer Nachricht zu über raschen. Herr Ura legte den Arm um seine Frau: „Blasse Wangen, Kleines“, und er küßte diese Wargen, die rosig wurden, und den hübschen ein wenig verlegen lächelnden Mund. Erde gehörte. Als es Abend wurde, kam er zu einer abgelegenen Waldmühle. Nahebei stand ein alter schuppen. Eine Leiter führte auf den Heubalken, und die stieg er hinauf. Wandermüde warf er sich in das Heu und streckte sich zum Schlafe. Durch das lockere Pfannendach funkelten die Sterne; der runde Mond stand golden über einem fernen Tannenwald. Draußen in den Linden flüsterte der Wind. Traumhaft rauschten die blitzenden Wasser des Mühlenteiches durch das undichte Wehr. Es war noch dunkel, als er von seinem Lager aufbrach, um weiter zu wandern. Eine Wachtel schlug im Korn. Im schlummernden Dorfe krähte ein Hahn. Alles lag noch im sanften Frieden der Nacht. Allmählich aber färbte sich der Himmel rot. Der Morgen begann zu grauen. Schnitter mit blitzenden Sensen und Bauernmägde mit dem Rechen über der Schulter wünschten ihm übermütig einen „Guten Morgen". Bald stieg der Sonnenball in lodernder Pracht empor. Hellklingend grüßte eine Morgenglocke. Tautropfen blitzten im Grase, und in den Tälern wallte weißer Nebel. Magnus ließ sich beschaulich am Rande eines Kornfeldes nieder und streckte sich lang. Ueber ihm stand die blaue Ewigkeit. Hauchzarte Wölkchen segelten über ihn hin. Im Kornfeld wühlte geheimnisvoll der Wind. Und ehe Magnus sich versah, hatte das Weben der Natur ihm einen tiefen, erquickenden Schlaf beschert. Er war erschöpfter, als er ahnte. Wie lange er gelegen hatte, wußte er nicht. Doch ahnte er, daß es Stunden gewesen sein mußten, denn die Sonne stand nun hoch am Das Brot am Wege Skizze von Josef Kamp. Den ganzen Tag war Magnus Wentker als blinder Passagier im Bremserhäuschen eines Güterzuges hungernd und schlafend durch unbe kanntes Land gefahren. Am späten Nachmittag, als der Zug auf offener Strecke hielt, kroch er aus seinem Versteck, sprang über den Bahndamm, schnitt in der nächsten Wallheck. einen Birkenbengel und stapfte los. Der Wez führte ihn durch schattige Eichenwälder, über grune Bergwiesen und an wogenden Kornfeldern vorbei. Er war bisher kaum über die Grenzen der Fabrikhöfe und Zechenhalden hinaus gekommen. Seine Eltern entstammten zwar einem alten Bauerngeschlecht, aber durch die Inflation waren sie um ihre gesamte Habe gekommen, und das Schicksal hatte sie ins Industrie gebiet verschlagen. Das wurde für den armen Magnus zum Unglück. Ursprünglich ein Bauernjunge, mugie er von der Schulbank gleich in vie Faorin. Lange halt er es aber nlahnt aus und so erging es ihm dann überall. In Koh lenzechen und Hammerwerken, Eisenhütten und Kesselschmieden, nirgendwo blieb er. Di beklemmende Luft, das Geräusch der Maschi nen, die Art der Berufskollegen, das alle wirkte dermaßen auf sein Gemüt, daß er all und er pflanzte sich dicht hinter Magnus um ihm die Sense abzunehmen, ehe ein Unhes# geschehe. Aber welch ein Wunder: Der Magnus mähte wie ein Alter! Mit wuchtigen, vollen Armen hieb er drein. Rauschend fuhr die Schneide durch das fette Gras, und in langen Schwaden brachen die Halme nieder. Alle sahen es mit Staunen. Auch Magnus selbst wunderte sich sehr. Es war ihm, als habe er sein Leben lang nichts anderes getrieben. Und welche Freude, welche Glückseligkeit durchrieselte ihn bei diesem Werk! Die Bauernnatur seines Geschlechts wurde in ihm lebendig. Das Blut seiner Väter begann in ihm zu singen. Er fühlte sich ganz mit seinem Werk verbunden. Er spürte, daß er lebte. Er wußte mit einem Male, daß er die Heimat gefunden hatte. Ohne aufzusehen tat er seine Arbeit. Bis der Bauer ihm die Faust auf die Schulter legte.„Kerl!“ rief er. „Wer bist Du? Ein Landstreicher— ein Bauer“ Das kann ich nicht begreifen. Sag mir, wie das kommt! Ich habe kaum einen gesehen, der so die Sense wirft. Dich kann ich gut gebrausgen: Magnus warf die Sense hin. In seine Augen kam ein lebendiges Leuchten. Mit beiden Händen griff er nach des Bauern Arbeitsfaust.„Herr!“ rief er,„nehmt mich an als Knecht. Es soll Euch nicht gereuen.“ Sie wurden einig. Der Bauer hat es nie bereut. Magnus wurde ein ganzer Kerl. Er hatte seinen Platz gefunden. Das Blut seiner Väter war in ihm iebendig geworden. Der neue Zollkommissar Die Wirklichkeit nacherzählt von G. 2. Brandstetter. Gelegentlich eines Hahnenkampfes an der kolumbianischen Nordküste lernte der Engländer I. Bance Marshall die beiden kennen. Santiago Rivas nannte sich der eine und war ein echter Spanier. Dem anderen, Enrico Calderon, rollte sicher schwerfälligeres Negerblut in den Adern. Beide aber schienen das eine gemeinsam zu haben: rücksichtslose Energie und Geld. So feierten sie auch im Wirtshaus des kleinen Hafenortes den Sieg ihrer Kampfhähne durch ein Gelage, zu dem alles eingeladen wurde. Auch der Engländer. Der wußte nichts über Person und Beruf der beiden, doch aus Riva's Worten erfuhr er bald, daß Himmel und brannte, daß ihm der Schweiß ausbrach. Er rekeite sich hoch, raffte den Wanderstecken aus dem Graben, um weiter zu ziehen. Als er jedoch um die Ecke des Kornfeldes bog stutzte er. Vor ihm zwischen den Halmen standen ein Korb und ein Geschirr. Und weit zurück, in einem Wiesenhang, gewahrte er drei Männer mit breitrandigem Hut, die ihre Sensen mit weitem Schwunge durch das saftige Gras fahren ließen. Zwei Mädchen mit sommerlichen Klapphüten und die Arme bis zur Schulter entblößt, arbeiteten bei ihnen. Magnus betrachtete lüstern den Korb. Er spürte mit einem Male einen unbändigen Hunger. Wann hatte er den letzten kargen Bissen genossen. Wo war die Zeit, da ihn ein ordentliches Mahl gesättigt hatte! O, die Zeit wußte er nicht! Und hier lag nun das Brot am Wege. Er war ausgehungert bis aufs Blut. Geld zum Brotkauf besaß er nicht. Zu betteln schämte er sich. Da vermochte er nicht zu widerstehen; mit einem hastigen Griff bemächtigte er sich des Korbes und Geschirrs. Sprang zurück hinter das Roggenstück und begann gierig zu essen. Ha, wie das mundete! Alles um sich vergessend, hieb Magnus grimmig drein. Ungefähr war er fertig, da nahte das Verhängnis. Bronzebraun und glänzend vom Schweiß der Arbeit, die entblößten Arme wuchtig in die Seite gestemmt, stand plötzlich die Hunengestalt des Bauern vor ihm.„Na, Männeken!“ brüllte er.„Was ist denn das!— Schmeckt's? He!" Dann aber verzog sich sein erstauntes Gesicht zum Lachen.„Hela!“ rief er über die Wiese hin.„Hela! Kommt mal flink her!“ Er winkte, und bald sah sich der ertappte Magnus von einer staunenden, schimpfenden und lachenden Schar umringt. Er suchte stammelnd nach Worten. Aber ehe er so weit kam, sagte der Bauer:„Na, was ist da noch zu machen! Er zum Unglück. Ursprünglich ein Bauern=hat ganze Arbeit getan, seh ich wohl.—„Aber e, mußte er von der Schutbank gleich inncnetzen, das sag ich bir: wer essen will, abrik. Lange hielt er se aber nicht aus muß auch arbeiten. Los, also für die Kos#. Wotzen doch mal sehen, ob Du in auen Teilen so behende bist.— Da hinten wartet die Sense.“ Magnus mußte gehorchen. Er nahm also die Sense zur Hand und begann zu mähen. Er hatte ja noch nie ein solches Gerät geführt. mählich einer dumpien Ergebenheit pentiel Solches voraussetzend hatte der Bauer seinen zu sein und die Kolumbianer über ihn selbst gut unterrichtet waren:„Sie arbeiten hier in der Gegend als Ingenieur und besitzen Ihr eigenes Motorooot?“— Ja“, mußte der Engländer antworten. Aus Höflichkeit setzte er hinzu:„Haben Sie Lust, mit mir eine Fahrt zu unternehmen, vielleicht Fische zu fangen?" Die Einladung wurde angenommen. Aus dem Fischen wurde freilich nichts, denn die Kolumbianer schienen sich weit mehr für Boot und Motor zu interessieren. Beide ernteten ihr Lob. Die aufschließende Rückenflosse eines Haies lenkte plötzlich die Aufmerksamkeit des Engländers von seinen Fahrgästen ab, und er hob sein Jagdgewehr. Doch mit einem höflichen Lächeln kam ihm das Mischblut zuvor, und eine Kugel aus seinem schweren Trommelrevolver zerschoß dem Tier das Rückgrat. Ein zweiter Schuß sollte es töten. Da bellte jedoch hinter Calderon die Pistole des Spaniers auf, und der verendete Hai drehte den weißen Bauch nach oben.„Danke für die Hilfe“, sagte Calderon verbindlich, doch dem Engländer schien es, als lauere in den Augen des Mischlings der Haß gegen den Kameroden, der ihn ausgestochen hatte. Dem Engländer blieb keine Zeit, um über die Entdeckung nachzudenken.„Senor“, sagte Rivas,„wir wissen, Sie schrecken vör einem kleinen Abenteuer nicht zurück. Wollen Sie uns mit Ihrem Boot beim Schmuggeln helfen? Ein leichtes Geschäft. Sie brauchen nur mit uns die Ware vom Schiff draußen in der Bucht zu übernehmen.“— Der Engländer überlegte nicht lange. Das Abenteuer tockte. Schon in der nächsten Nacht fuhr er mit seinen neuen Bekannten in die Bucht hinaus, ein paar Ruderboote im Schlepptau. Ein Zweimaster schaukelte draußen mit abgeblendeten Lichtern. Das Umladen der Ware dauerte nicht lange, und ungesehen vom Patrouillenboot der Zollwache erreichte der Schleppzug das Ufer, wo Packesel und Eingeborne auf das Schmuggelgut warteten. Damit war die Aufgabe des Engländers beendet, und der klingende Lohn, den er gleich erhielt, schien ihm reicht verdient. Einen Monat lang hörte er nichts von seinen nächtlichen Passagieren. Dann traf er sie in der Schenke. Er schien ihnen willkommen Se