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Ich konnte doch nicht ahnen, daß o ein trübes Ereignis Dich abhielt.“ „Ja, ein sehr trübes.“ „Schade, daß ich die Leute nicht gekannt habe. Sie hätten mich interessiert. Ist sie in der Weinung anwesend?“ „Ja. Und spielt die aufopfernde Pflegerin. „Und erkennt er sie?" i 1c machr bei Beruchien, etet chnelleres Tempo ein, Aline! Sonst treffe ich hn nicht mehr lebend an.“ „Ja, sa. Schön!— Da war's eigentlich nett, daß Du überhaupt kamst.“ „Ich wollte Dich nicht an der Eche stehen und warten lassen.“ „Wäre Dir nachtröglich herzlich gern verzie hen worden, Albert" „Bist ein lieber Kerl, Aline. Ein verständ nisvoller. Ich bitt' Dich. Tempo. Tempo!“ Das Erbsengrüne saust. Die Autopuppe am Fenster hinten schiögt sich vor lauter Tempo die Nase an der Glasscheibe platt. „Kannst Du nicht noch schnelleres Tempo nehmen? Mich würgt die Angst.“ „Aber der Verkehrsschutzmann...“ „Donnerwetter! Da gibt er gerade ein Haltezeichen. Zum Aus=der=Haut=Fahren ist das Ich zerspringe. Nun? Wird's bald? Immer noch nichts. Ist der Mann in seiner Pose ers#urrt" Jetzti Aline, rase, was Du kannst! Vielzun will Otto, wenn er wieder zum Bewußtsein kommt, mir noch ein letztes Wort sagen Erwürgen könnt' ich diese Frau.“ „Ist sie schön?“ „Zu sehr. „Natürlich beherrschte sie ihn da.“ „Aline, rase! Ich bitte Dich, rase!" „Ja. Ich tu' was ich kann.“ „So, jetzt rechts herum, dort ist die Mozartstraße. Aber nein! Rechts herum, hab' ich Dir doch gesagt. Du hast ja keine Ahnung vom Chaussieren.“ „2a, böre malle „Verzelh, verzeihl Ich bin jetzt ganz außer „So, da sind wir. Bist ein guter Junge, ein braver Kerl, der fest zu seinem Freunde hält Auf Wiedersehen, Liebling!“ „Lebewohll, Norgen ruf ich anl“ Knall, fliegt der Wagenschlag zu.— Albert läuft in das Haus, um es auf der anderen Seite zu verlassen, steigt dort in das Auto von Beppi Kraus, seiner neuesten Flamme. der er vor einer halben Stunde gesagt hat, daß er in diesem Hause einen Erbonkelbesuch von zehn für sein Haus zu gewinnen. Sie kannte halb Europa. Nur Liebe hannte sie nicht. Trotz der vielen Menschen, die sie kennen gelernt hatte.— Eines Tages, als sie für eine große Schau am Abend noch einige Kleinigkeiten einkaufen wollte, blieb sie plötzlich stehen.„Frank!" rief ihre helle Stimme. Der Angerufene drehte sichk um, einu- verlegen, hreit unezwartet eine „Ja doch!“ Wie froh klang ihre Stimme! „Wie geht es Ihnen, Herr Frank? Wie geht das Geschäft?“ Er rückte etwas an seinem schief sitzenden Paletot und sagte:„Das Geschäft ist pleite. Ich reise jetzt— sagen wir deutlicher, ich hausiere. Sie haben gefehlt. Seitdem Sie fort sind...“ Sie blickte ihn erschrocken an. Ja, er sah elend aus, gar nicht der elegante und bewegliche Herr des Modenhauses Frank— ein bekümmerter, alt gewordener Mann. Gefehlt! Sie kannte das Wort noch nicht. Sie hatte in Luxus und Verehrung gelebt; wenn man sie rief, kom sie. Sie war für alle Könjoin auf veen Festen gewesen— und sie halle einem Menschen gesehlt? tür auf die kräftige Aufforderung der Stemmeisen hin nach vorn und fällt den beiden in die Arme. Der Geldschrank ergibt sich. Und nun kommt der große Augenblick! Das Licht fällt in den Bauch des Molochs. Wieviel teusend—.-6 werden es sein? Die beiden Neulinge halten voller Erwartung den Atem an. Der Schein tanzt von einer Ecke in die Er zittert leicht, und die Lampe fällt etwae verlegen, hielt unerwarte; eine weiche Hand in der seinigen und sagte verwein sandere. Er zittert dert:„Das ist doch die Steffie!" dem Träger beinahe aus der Hand: Der Schrank ist leer! Da zog sie Frank, unbekümmert um dae nit der Lampe vorder desser nachsehen Bild, das die sunge, elegante x. de=sren“—„Rindvieh, perteiziot sich de Die Nacht verbirgt zwei dumme Gesichter. Gleich die erste Arbeit ein Mißerfolg! Der Lichtschein fällt noch einmal mit leiser Hoffnung in das Schrankinnere und— auf der Seite wieder heraus. Er tanzt höhnend auf der Wand neben dem Schrank, wie ein Wunderstrahl, der durch Stahl dringt. Doch es ist kein Wunder: Der Schrank hat auf der Seite ein Loch! Ein schönes viereckiges, mit einem Schneidebrenner herausgeschweißtes Loch. Zunftgenossen waren schon vorher da! Enttäuschung und Wut sind zu groß. um schweigend ertragen werden zu können.„Ese!“, sagt der mit dem Brenner.„hättest Du nicht mit der Lamve vorher besser nachsehen könBild. vun vir juunge, Exegunge Lame und der unscheinbare, schäbige Herr boten, nach ihrem kleinen Kabriolett, das an der Verdschwe### stand.„Aber warum denn?“ fregte sie. als e sich vor ihrer Haustür verabsch eden wollte. Das war derselbe kindliche Ton, mit dem sie früher elige e. aste:„Aüder ic bonie dach ic Sat schme: gißt die nächtliche Stille und haut dem in einem Sessel, während sie eilig Zie g Freunde die Faust aufs Kinn.„Hund“, brüllt ehdtrische p#######hiat amchet. sich Teemaschine auf den Tisch stellte. „Nun erzählen Sie“, bat sie und setzte dicht ihm gegenüber. Aber es gab nicht viel zu erzählen. Nur, daf ein Gefühl von Bitterkeit zurückgeblieben wai bei der Erkenntnis: Irgendein Mann öffnet immer einen Weg, aber die Frau geht ihn weiter. allein. Sie hat es ja so leicht, neue Wege zu finden— und alte zu vergessen... Steffie hörte schweigerd zu. Sie dachte daran daß Frank der erste Mann war, für den sie wenn auch kindlich nur, etwas empfunden hatte „Warum haben Sie mich denn nicht geheira tet?“ fragte sie. „Sie hatten noch nichts erlebt, Kind, und wärer mir bald fort gelaufen.“ „Und nun habe ich so viel erlebt— und kan: mir das Leben nicht mehr anders denken.“ Das Telephon läutete unablässig. Draußen wartete die Friseuse, warteten Boten. Steffie kümmerte sich nicht darum. Steffie war eine Dämmerstunde lang kein Mannequin. Es regnete am Abend. Mit hochgeschlage nem Manie'kragen stand ein Mann neben dem Pertal vor dem die Wagen zu der großen Ma denschau anfuhren. Er sah Steffie kommen Erbonkelbesuch von zehndenschau anfuhren. Er sah Steffie komnen Minuten Tauer abstalten müsse, und die er Blumen wurden ihr entgegen getragen. Eifrige ohnehin schon ungebührlich tange am RolantsMänner geleiteten sie In einam Maar var nuten Dauer abstatten müsse, und die er „agesteg funge und Sotan! hat warten lassen. Das kleine Probiermädchen Skizze von Paulrichard Hensel. Eigentlich wollte er sie wegen einer Dummheit tadeln. Aber wie seine Augen über die jugendliche Gestalt Steffies gingen, entdeckte er zum ersten Male, daß er eine sehr hübsche Verkäuferin hatte.„Warum soll ich nicht auch mit einem Mannequin Reklame machen?“ ging es ihm durch den Kopf. Und Philipp Frank, Modenhaus für Mäntel und Kleider, brauchte nicht viel Mühe. um der Kleinen mit dem kastanienbraunen Pagenkopf klar zu machen, was sie in Zukunft zu tun hatte. Das sprach sich bald herum. Franks neue Moden wurden durch die natürliche Grazie ins rechte Licht gerückt. Nun begann für das Mädchen ein anderes Leben als hinter dem Ladentische. Steffie war ehrgeizig, lief mit Begeisterung für ihren Chef und bekam sogar Herzklopsen, wenn er ihr vertraulich auf die Schulter klopfte:„Das Geschäft geht gut, Steffik.“ Und sie wußte nicht, ob das nun Freude, Stolz oder mehr war. Sie bekam Einladungen in andere Städte. „Warum soll ich nicht fahren?“ sogte sie zu Frank, der verlegen zuhörte. Sie ahnte nicht, daß man sie allerorts mit Blumen und Geschenken überschütten würde. Sie siegte für große Häuser. Von der dritten Reise kam sie nicht mehr zurück. Der Leiter eines Pariser Medellhauses nahm sie ohne weiteres für seine nächste Modenschau mit. Eunner gelenleten ste. In einem Meer von Licht tauchte sie unter. Lächelnd sah der fremde Zuschauer ihr nach.„Nun freuen sich viele an Dir“, dachte er,„und Du freust Dich über sie kleine Steffie. Ich bin stolz. daß ich Dich die ersten Schritte gelehrt habe. Es muß nicht sein. daß, wer anderen gibt, für sich selbst etwas gewinnt." Wenige Minuten später war der Platz dem erleuchteten Saale leer. vor Das Loch im Geldschrank Eine Tragödie in zwei Aufzügen erzählt von Otto König. Erster Aufzug. Nacht, finsterste Nacht. Im großen Geschäftshause schlafen selbst die Mäuse Da huscht ein vorsichtiger Lichtstrahl durch einen Spalt. Lautlos öffnet sich die Tür. Das Licht fährt suchend durch den Raum. Der mattglänzende Bauch eines großen Geldschranks esselt den Schein.„Da steht er“, flüsterte der Mann mit der Lampe dem anderen zu, der hinter ihm her schleicht. Fieberhaft beginnen beide die Arbeit. Der Geldschrank lächelt väterlick und vielversprechend. Erst versuchen sie den Griff zu lösen. Es geht ein wenig schwer, denn der, wenn man sein Gesellenstück schrankknacker machen will. Endlich liegt der Griff am Boden. Schneidebrenner beginnt leise zu zischen grißt sich in den Stahl hinein. Endlos la und langsam. Sie gebänte bod u den ganz Großen ritt sich in den Stahl hinein. Endlos anosam] Vom Blädoyer und vom Urteckt gören 8 „ g## b z u v e n B u g### e n i h r g s s u a s m a t e r i a l i s t g u., ü b e r w o z u l e r n t m a n s u. V i l d n c h l s m e y t, E s i i e t e s s i e r t s i e n i c h t. 5 es. Mit ihren zwanzig Jahren war siesn der Einbrecherschule etwas, wenn man nichtssie kann es keine Strafe mehr geben. nachd möhnt und erschittert ent ane wurde ver=mit jedem Geldscrank fertg werden hann'sd wöhnt und erschutterte bisweilen die Modege„Rindvieh verteidigt sich der anere.„Du hättest doch beim Schneiden merhen —üssen, daß schon ein Loch da war.“—„Halt's Naul. Idiot! Du hast die Schuld mit Deiner Eden Lampe.“—„Mach die Klappe zu“, aucht der andere,„sonst gibt's eine in die Futverluke.“—„Ja bei Dir!“ schreit der andere, der andere und schlögt dem Angreifer mit Recht ein wenig beleidigt die Lamve auf dem kopf entswei. Das Loch im Geldschrank grinst reudig wie ein breites Maul. Ins dunkle Zimmer fällt der erste Schein des jungen Tages und bleibt auf einem Stemmeisen liegen. Rachgierig greift der mit dem brummenden Kopf danach und wirkt es dem anderen an den Schädel. Der dröhnt ein wenig hohl. Dann fällt das Eisen polternd auf den Boden. Die Ganoven hören es nicht. Ihre Fäuste fahren einander in die Haare, an die Kehle. Sie prügeln sich, fallen, wälzen sich über einander auf dem Boden, als wären sie m sicheren, traulichen Bouillonkeller. Sie werden erst in die rauhe Wirklichkeit zurück versetzt, als das Licht aufslammt und zwei Schupos ihnen die Pistolen freundlichst unter die Nasen halten:„Aufhören! Hier ist doch nicht der passende Ort, um sich zu schlagen.“ Ein wenig ernüchtert geben die beiden Freunde der Bemerkung im stillen rcht. Leider kommt die Erkenntnis zu spät, denn die Handschellen chnappen herzlos.— Zweiter Aufzug. Vor= dem Schnellrichter. Der Saal ist gestopft voll. Fast alles Kollegen, die„Otto" und„Karl“ mitleidig betrachten: „So ein Pech, gleich beim ersten Mal erwischt zu werden.“ Ganz vorne dran, gleich hinter den armen Sündern, sitzen ihre beiden Damen". Geschminkt, Augen, die zu bitten scheinen:„Herr Amtsrichter, machen Sie's nicht zu schlimm mit unseren Männern.“ Auf dem Tisch vor dem Richter liegen Stemmeisen, Lampe, Schneidebrenner und das heraus geschweißte Stück„aus der Geldschranktür. „Saubere Arbeit“, bemerkt anerkennend ein alter Meister in seinem Fach.„Schade um den Karl und den Otto.“ Alle Ganoven im Saal sind der gleichen Ansicht. Sie meinen, Karl und Otto brauchten in ihrer Bank dort vorn den Kopf nicht hängen zu lassen. Pech kann jeder anständige Geldschrankknacker einmal haben. Doch die„öffentliche Meinung“ erleidet einen fürchterlichen Umschwung, als der Amtsrichter die den Zuhörern in ihren Einzelheiten unbekannten Ereignisse der Unglücksnacht rekapituliert:„Ja, und wie die beiden Angeklagten den Geldschrank geöffnet haben, entdecken sie erst daß er schon ein Loch auf der Seite hat. Diese Dummheit versöhnt ja wohl ein wenig mit ihrer Tat.“ Sie vielleicht, Herr Amtsrich= ter, aber nicht Karl und Ottos Kollegen und die beiden Damen! Die sind ehrlichste Empörung. Die ganze Zunft fühlt sich blamiert. Sie rückt hörbar von den beiden„Idioten" ab. Die Priff. zu lösen. Es geht ein wenig schwer, denn Rechpögel fühlen förmlich, die Berachtung. Otto das Licht darf draußen nicht auffallen und er=glaubt sich vor seinen Kollegen rechtfertigen zu hellt nur die kleine Fläche. Außerdem arbei müssen.„Ja“, dreht er sich um und spricht ten die Finger hastig und nervös. Kein Wun=mehr Wun=1“##hr zum Publikum als zum Richter,„ich war als Geld=seben total besoffen, sonst wäre mir das nicht passiert.“ Armer Ottol Er hat ausgespielt. Der!Er ist moralisch erledigt. Er und Karl sind Luft und ür die Damen. Vom Plsdoper und vom Urteck gören, Herl Otta nichts mehr. Es int#ressiert sie nicht. Für wenn man nichtssie kann es keine Strafe mehr geben, nachdem ferrig werden kann? das Ganoventum sie wie aussätzige aus seinen die Aufregung der hei: Peiben ausgestoßen F: e=-Allmählich legt sich auch die aufregung der der Reigen ausgestoßen hur BarU Mrehe Pr VmAFT Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung K Nr. 31 Somstag, 2. Zugus 1930 Der Knopf Skizze von Carry Brachvogel. Miß Ethel— je nach Bedarf hieß sie auch anders, ganz anders!— stand vor ihrem Ankleidespiegel und betrachtete den Gesamteindruck ihler Persönlichkeit. Sie war zum Ausgehen gerüstet. Oder nein, nicht nur zum Ausgehen. sondern zum Werke, zu einem richtigen, wichtigen Werke, wie ihr solches schon mehr denn cinmal geglückt war. Zu diesem Werke tedurti= es feiner Finger und eines feinen Svürsinns, weshalb sich Frauen besonders gu: dazu eignen, vorausgesetzt, daß sie jung und hüb'ch oder sonst irgendwie imstande sind, Männer zu bezausern.. Miß Ethel hatte bezaubert. Sie lächelte ih em Spiegelbilde zufrieden und ermunternd zu, da sie an den Oberingenieur Woxley von den berühmten Werken Matchinson& Co. dechte. Gelegentlich eines Gartenfestes hatte sie ihn kennen gelernt und ebenso beträchtliches wie saienhaftes Interesse für seine Tätigkeit u.#d seinen Betrieb gezeigt. Davon war er bezausert gewesen, denn er setzte natürlich alles auf ein persönliches Konto. Da sage doch einer, daß Männer nicht eitel sind! Und da als sie dann mit gut gespielter Zaghaftigkeit fragte, ob es wohl möglich wäre, soschen Betrieb(den sie sich wie ein modernes Märchen dächtel). unter zachkundige: Führrg zu senen ging er nicht nur bereitwillig, sondern entzückt auf den Gedanken ein. Vergnügen und Ehre wurde es ihm sein, ihr alles zu zeigen.„Das wird einmal etwas anderes sein, als immerfort Direktoren aus aller Welt zu führen, von denen man nie genau weiß, ob es wirklich Direktoren sind und nicht am Ende doch Leute, die Werksspionage treiben wollen.“ Sie hatte weit aufgerissene, erstaunte Augen mocht.„Werksspionage? Gibt es das wirkich? Ist das nicht nur eine Ausgeburt von Konkurrenzangst und Konkurrenzneid?“ „O doch, das gibt es.“ Er lachte dazu herzlich über ihre Naivität.— Miß Ethel lächelte immer noch ihrem Spiegelbilde zu, fand sich klug und hübsch, war es auch. Kein Flappertyp, sondern durchaus Dame. Diskret gemaltes, intelligentes Gesichtchen, kleiner Haarknoten im Nacken, nicht zu kurzes Trotteurkleid, weiße Seidenbluse mit schönem aber unauffälligem Gürtel, der statt einer Schließe rechts und links dunkle Knöpfe mit feiner, erhabener Goldverzierung am Rand zeigte. Einer dieser Knöpfe war Miß Ethels geniale Erfindung. Wenn man nämlich auf die Goldverzierung dieses einen Knopfes drückte. Miß Ethel war nicht so naiv, wie Oberingenieur Woxley meinte. In besagtem Knopf befand sich eine winzige, aber ungemein scharfe Kamera. Wenn diese heute richtig funktionierte (sie hatte schon öfters tadellos funktioniert!), würde die„Great national Chimistry", die schärffste Konkurrentin von Matchinson& Co., für Miß Ethel auf der Bank eine hübsche Summe einzahlen, nicht die erste ihrer Art und hoffentlich auch nicht die letzte. Miß Ethel hatte keine Bdenken gegen ihren von der allgemeinen Moral etwas abseits liegenden Beruf. Wozu auch? Werksspionage war nicht Kriegsspionage, bedeutete nicht Blut, sondern nur, daß statt der Firma X. die Firma V. Riesengewinne; einsteckte. War das wirklich so schlimm? Miß Ethels Frauenlogik verneinte die Frage. Und wenn ein Oberingenieur auch noch beglückt scheint, weil man sich seiner Führung anvertraut, so müßte man ja hirnverbrannt sein, wollte man solchem Glück nicht die Hand bieten.— Miß Ethel wurde von Woxley mit strahlender Miene begrüßt, entledigte sich im Garderoberaum ihres kleinen Boleros, ihres Hutes, ihrer Handschuhe, ihres Handköfferchens. So wollte es die Vorschrift, von der Woxley, so leid es ihm tat, nicht abgehn durfte. Sie lachte, als er sich deswegen entschuldigte, holte aus dem Handköfferchen ein winziges Seidenbeutelchen, das außer einem kaum wahrnehmbaren Taschentuch ein Geldtäschchen ähnlichen Umfangs enthielt, schüttelte beides vor Woxleys Augen aus. „Damit Sie ganz sicher sind, daß ich nicht Werksspionage treibe!“ Er führte sie überall umher, zeigte alles. Miß Ethel war sehr interessiert, fragte viel und verstandig, ließ unbemerkt mit leichtem Fingerdruck ihre Kamera arbeiten, löste ebenso unbemerkt die Mechanik, die den Knopf am Gürtel hielt, und er glitt in das Seidenbeutelchen, das sie sichtbar mit kleinem, frechem Pendelschlag hin und her schwingen ließ. Sie war außerordentlich vergnügt, denn als erfahrenes Berufsfräulein wußte sie, daß jetzt, da man sich dem Ende der Führung näherte, draußen im Garderobenraum die neu entdeckten, gefürchteten Kurzwellen eingeschaltet würden, die jede hotographische Aufnahme zerstörten. Diese Einschaltung, von der die Werksspionage nichts wissen sollte, aber dennoch wußte, geschah nicht etwa c Veranlassung Woxleys, den Miß Ethel =Umählich für reichlich naiv, um nicht zu sagen dumm, erachtete; sie war einfach Vorschrift geradeso wie niemand mit einer Aktenmappe die Werkräume betreten durfte, wenn er nicht zu ihnen gehörte. Jetzt handelte es sich nur noch darum, das Beutelchen dem Kurzwellenraum fernzuhalten. Dank seiner Winzigkeit glitt es zu Boden, ohne daß jemand acht darauf gab. Zudem wurde Woxley in eben diesem Argendl.: abgerufen, und ein Arbeiter führte an seiner Stelle Miß Ethel weiter, bis der Oberingenieur nach kaum fünf Minuten ihnen nacheilfe, sich entschuldigte und selbstverständlich. seine Besucherin zur Garderobe brachte, allwo er ihr höflich in ihren Bolero hineinhalf, den Hut reichte und es sich nicht nehmen ließ, ihr beim kunstvollen Umlegen des Schals behilf'ich zu sein. Sie amüsierte sich im stillen königlich und dachte:„Wenn Du wüßtest, was ich weiß! Aber Männer sind sehr dumm, wenn sie verliebt sind oder es zu werden gedenken.“ Sie griff nach ihrem Handköfferchen, um das win ige Beutelchen darin verschwinden zu lassen. Erschrak sehr natürlich:„Himmel, mein Beutelchen! Ich habe es verloren. Irgendwo wiro es mir herunter geglitten sein, ohne daß ich's merkte. Ich muß gleich wieder zurück. Entschuldigen Sie die Ungeschicklichkeit, durch die ich Sie nochmals bemühen muß.. „Bitte, es ist mir ein Vergnügen, Sie beruhigen zu können. Das kostbare Beutelchen— hier ist es!“ Er griff in die Tasche seines Rockes und reichte es ihr.„Sie müssen es gerade in dem Augenblick verloren haben, als ich abgerufen wurde Ueberzeugen Sie sich, daß sein Inhalt unversehrt ist bis— ja, bis auf den Knopf. der sich von Ihrem Gürtel löste. Den habe ich als Andenken an diese unvergeßlich=interessante Stunde zurückbehalten. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen einzuwenden?" Miß Ethel hätte natürlich sehr viel dagegen einzuwenden gehabt. Zog es aber vor, stumm zu entschwinden. Ihre Meinung über die Dummheit verliebter Männer hat sich seitdem etwas gründlich geändert. —.3— I. M. 3253 Skizze von Hans Schober. „Bis wann kann ich die Abzüge haben?“ „Morgen abend, sechs Uhr.“ „Das ist mir eigentlich zu spät, ich hätte sie gern früher, weil ich verreisen will. Also bis Mittag.“ „Werde mein Möglichstes tun.“ „Ich rechne bestimmt damit. Auf Wiedersehen!“ Höflich geleitete Paul Löffler, der Inhaber des Fachgeschäftes für Liebhaberphotographie, die junge Dame, die es mit ihren Bildern so eilig hatte, zur Tür. Erna, so hieß die Maid, war äußerst zufrieden. Nun konnte sie schon am nächsten Tage die Aufnahmen mit zum Tennis nehmen und den Freundinnen zeigen. Die sollten gelb werden vor Neid, wenn sie die Bilder sahen, wo Max sie mit dem Auto aufgenommen hatte. Sie würde natürlich erzählen, daß es der Wagen ihres neuen Freundes sei. Warum sollte man denn nicht einmal ein bißchen schwindeln? Doch das Schicksal hatte es bereits anders bestimmt, das Schicksal, das in der Dunkelkammec des Löfflerschen Fachgeschäfts für Liebhaberphotographie waltete. Es bediente sich der Person des jungen Inhabers, der, da die Entwicklung der Filme noch am Abend— der Auftrag war kurz vor Geschäftsschluß ertei#t worden— vorgenommen werden mußte, die e Arbeit selbst besorgte. Die sechs Bilder der ersten Filmrolle zeigten ein Auto, davor und darin in verschiedenen Stellungen ein junges Mädchen, in dem das geübte Auge bald die Auftraggeberin erkannte. Die Aufnahmen waren sehr scharf. Löffler entzifferte sogar die Zulassungsnummer des Wagens. Da stutzte er. I. M. 3253— ist das nicht...? Sicher, das ist ja die Nummer des Wagens seines Freundes Walter Runge. „So eine Frechheit!“ entfuhr es halblaut Pauls Lippen.„Stehlen einen Wagen und lassen sich damit auch noch photographieren.“ Das war ja ein eigentümlicher Zufall. Walter hatte mit ihm tags zuvor eine Autofahrt unternehmen wollen, aber frühmorgens angerufen und mitgeteilt, der Wagen sei in der Nacht gestohlen. Die Nachforschungen der Polizei waren bisher ohne Ergebnis geblieben. Nun hatte sich der Dieb, zumindest seine Mitschuldige, auf diese Weise verraten. Wie gut, daß ausgerechnet er und nicht die Laborantin, die diese Arbeiten sonst besorgte, die Bilder entwickelt hatte. Jetzt brauchten nur Walter und die Polizei benachrichtigt und die Kundin morgen beim Abholen der Aufnahmen gefaßt zu werden.— „Ich möchte meine Bilder haben. Sie sollten heute mittag fertig sein.“ „Jawohl, ich weiß. Einen Augenblick bitte.“ Paul Löffler verschwand im Hintergrund. Erst nach Minuten erschien er wieder.„Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, gnädiges Fräulein. Es ist in der Eile ein kleines Versehen vorgekommen. Die Bilder sind unter die einen anderen Auftrages geraten. Darf ich Sie bitten, sich nach hinten zu bemühen und Ihre Aufnahmen heraus zu suchen?“ Erna bemühte sich. Seltsamerweise wurde sie nicht in den Arbeitsraum geführt, sondern in das Privatkontor. Dort befanden sich schon zwei Herren. Man legte ihr eine Anzahl Bilder vor. Sie erkannte die sechs Aufnahmen am Auto und nahm sie an sich. Da trat einer der Herren auf sie zu, zeigte eine Blechmarke:„Kriminalpolizei. Sie sind verhaftet.“ Erna erbleichte, wankte. Der jüngere der beiden Fremden fing sie auf und geleitete sie zu einem Sessel. Dort saß sie starr, verständnislos. Der Kommissar ergriff wieder das Wort; „Wenn man ein Auto stiehlt...“ „Auto stiehlt.„'“ mechanisch formten die Lit pen des jungen Madchens die Worte nach. Mit einem Male wurde ihr klar, wessen man sie beschuldigte. Eine Ahnung des Zusammenhangerfaßte sie. Sie brach in Tränen aus. Der Kommissar hielt das für den Zusammenbruch der überführten Missetäterin.„Also geben Sie zu, daß Sie gestern mit dem Auto, mit dem Sie hier photographiert sind, einen Ausflug unternommen haben?“ „Nein, nein, wir haben nicht gestohlen, wirklich, wir haben nicht gestohlen. Glauben Sie mir doch, Herr... Herr...! Ich will ja alleerzählen „Das wird Ihnen nicht viel nützen. Hier sehen Sie die Nummer des Wagens auf den md Veris Ach 2s: J 1.328. Er gehörk diesem Herrn da. is1 Iyr Pech, daß die Aufnahmen so scharf Bessoßn und daß Herr Lösser um den ersuche Sie jetzt, mir ohne Widerstand nach dem Polizeibüro zu folgen! „Aber lassen Sie mich Ihnen doch...“ „I#zu ist nachher noch Zeit, kommen Sie „Herr Kommissar“ mischte sich jetzt Walter Kunge, der Mitleid mit der„Diebin“ seines Wazens empfand, ein,„wollen wir nicht hören, was die Dame zu sagen hat?“ Meinetwegen. Und Erna erzählte, immer wieder von Schluchzen geschuttelt. Sie war mit einem Freund in die nahe gelegenen Berge gewandert. Dabei hatte man möglichst unbelebte Wege gewählt. Auf einem Holzabfuhrweg fanden sie ein verlassenes Auto. In der Meinung, die Insassen hätten sich irgendwo im Walde zum Pick„Was host Du, Riak“, fragte er plötzlich.— „Ich weiß nicht“, sagt das Madchen,„der Mann hinter mir hat so eine rauhe Hose an.“ Richard blickt starr, er kann den Sinn des Satzes nicht fassen:„Eine rauhe Hose? Wie denn?“—„Es kratzt mich am Bein!“ Zum ersten Mal an diesem Morgen sah Richard seiner Angebeteten Beine an: strumpflos staken sie in weißen Schuhen, und das weite Beinkleid des Nachbarn schlug im Rhythmus des fahrenden Zuges taktmäßig dagegen.„Stell Dich anders hin“, rät Richard.—„Wo soll ich denn meine Füße lassen?" jammert Ria dagegen. Richard sagt gar nichts mehr und betrachtet die Decke des schaukelnden Wagens. Flirt mit Hindernissen Eine bittersüße Geschichte von Hans Eduard Frank. Richard, vierundzwanzig Jahre alt, gehörte zu jener heiteren Sorte Menschen, die sich schon am Montag auf den Sonntag freut. Er war ein Mann, der in die Welt paßte: tanzen konnte er vollendet, den neucsten Schlager pfiff er schon. wenn die anderen noch bei dem vom vorigen Monat hielten, in Sportsfragen war er erfahren. und sein Gehalt gab er aus, ohne sich Sorgen zu machen. Die heimlichen Konditoreien und öffentlichen Tanzlokale, darin sich das lebensfroh=optimistische Publikum trifft, kannte er ebenso genau wie die tausend Feld=, WaldWiesen= und Wasserwege um Berlin. Solck schätzenswerte Eigenschaften in Verbindung mit blondem Schopf und angenehmer Statur machten ihn zum Hahn im Korbe aller Mödchen, mit denen er gute Kameredschaft hielt, ohne seir Herz für immer an sie zu verlieren. So war Richard. vor Die halbe Stunde Eisenbahnfahrt vergeht schließlich doch. Sie steigen aus und wenden sich vom Bahnhof stracks an den See. Richard ist wieder guter Laune; er tänzelt neben Ria in der Sonne dahin und lotst sie bald aus dem sich die beiden nicht viel Menschenstrom auf einen weniger begangenen eigentümlichen Fund. In Weg, der zwischen dem Schilfufer und dem steil Erna erwachte vielmehr der Wunsch, mit demlansteigenden Wald dahin führt. Selig zu Auto photographiert zu werden, um mit den Zweien,„mit Dir allein auf einer einsamen Inern dann die greundinnen ärgern zu kön=ssel“... Hallo, was hat denn die Ria? Richard Der Kommissar glauhte watärlich bein Warishreht sich nach ihr um: da steht sie und fährt mit ir Rommissür glaubte nutütlich nein Wortsbeiden Händen wie wild an den schlanken Bei„ em„Schwindel“. Er ließ sich aber vonsnen herunter.„Diese Mücken, Richard! Köndem Wagenbesitzer und Paul Löffler dazu bewe=nen wir nicht einen anderen Weg gehen?"— gen, von einer Ueberführung der Sünderin nach Nein, Richard hat sich vorgenommen, diesen dem Polizeiburo abzusehen und zur Feststellung Weg zu gehen und keinen anderen; immerhin ihrer Personalien ihren Vater sowie den seinerssteckt er sich trotz der Sonnenwärme und obAnsicht nach mitschuldigen Freund durch densgleich er gar keinen Appetit darauf hat, eine Fernsprecher herbeizurufen. Er hob dann auch Zigarette an. Das soll die Mücken vertreiben. die Verhaftung wieder auf.——[„Wir sind bald da, Schatzi, dann baden wir. Das Auto fand man an der bezeichneten Im Wasser sind keine Mücken!“— Tapfer hält stelle, und die bald erfolgte Ermittlung der Ria Schritt, nur alle fünfzig Meter klatscht sie wirklichen Täter führte auch zur völligen Ent=schallend mit der flachen Hand gegen das nackte lastung der vermeintlichen. Jene hatten den Bein.„Richard, hast Du Salmiak mitgebracht?“ Wagen einfach im Walde stehen lassen, als der— Richard ist verblüfft:„Salmiak? Wozu geringe Benzinvorrat ausgegangen war. Salmiak? Ich kann Dir sagen, wie spät es ist.“ Erna hat die Bilder weder an jenem Un=Ria ist gekränkt und atmet auf, als der Badeglückstag noch später den Freundinnen gezeigt.splatz in Sicht kommt. Wenn nicht Salmiak Da sie sich mit Max nicht darüber einigen wird das kühle Wasser den juckenden Schmerz konnte, wer für das peinliche Erlebnis verant=der Nückenstiche vertreiben. der eretging ge. Freundschaft in Zie Prüiche und weit schwimmen sie hinaus. Die Beine sind sicht, sich später einmal mit mahr wacht“: hlgerzehren sie das mitgebrachte Freilustfrühstück, häest sch loäter einmal mit mehr Fecht in unz verzsehren sie das mitgebrachte Freilustfrühtüch 1 u 2953 pbat:" Es scheint alles in Butter, da meint Ria: eor dem Wagen 1. u. J#o photographieren zu„Richard, sieh mal meine Veine an.“— R'chard „Bis bald" verabschieder sich der gekränäte Mann, kann sich nicht halten und fügt hinzu: „Und Haare an den Beinen hast Du auch!" Nia weint und geht ohne Gruß weg. Das ist nun zu Ende, denkt sie, und findet kein Wort der Entschuldigung. Richard steigt in die Straßenbahn.„Einmal sagt man sich Adieu“, der Schlager fällt ihm zur rechten Zeit ein. Aus ist es also, fertig, Schluß. Nein, er wird nicht anrufen. Ueberhaupt, hat er sich etwas vorzuwerfen? Lächerlich, diese Mode=Alberei! Richard schaudert's: vor ihm steht eine nicht mehr ganz junge Dame, die ebenfalls geglaubt hat, ihre Beine nicht länger der Mitwelt verhüllen zu dürfen. Krampfadern, — auch das noch! Die nächsten Tage ist Richard nicht zu genießen. Am Donnerstag hält er es nicht mehr aus, faßt sich ein Herz, kauft im nächsten Laden ein Paar Strümpfe und schickt sie seiner Ria mit einem Brief:„Wir wollen das Sonntag noch einmal machen. Und wenn Du schon eine andere Verabredung hast, laß sie laufen. Du bist doch das süßeste Mädel der Ienelt!“ Er stand mit einem kleinen Köfferchen dem Bahnhof und wartete ungeduldig auf Ria obgleich die Zeit des Stelldicheins noch gar nicht gekommen war. Kritisch stand er neber dem Eingang und sah sich die anderen Mädchen an; nein, sie konnten ihm nicht gefallen. Rio war viel schöner und netter, sie war das süßeste Mädel der Welt! Er summte den neuesten Refrain vor sich hin und besorgte die Fahrkarten. Das dauerte eine Weile. und als er wiederkam. wartete Ria auf ihn. Sie war entzückend; er sah nur den Lockenkopf und das ärmellose weiße Hängekleidchen. Schick war das Mädchen Richard war stol; auf seinen guten Geschmack Arm in Arm stürmten sie den vollbesetzten! Zug. konnten sich gerade noch in ein Abtei quetschen, bevor die Türen sich automatisch schlossen. So standen sie in der Menschenmenge. aber Richard sah nur seine Freundin und war glücklich! Den ganzen Tag würde er mit ihr verbringen, ein Herz und eine Seele mas e sie sein, tausend süßen Uniug träumte er. ärgert. tut es:„Na und?“—„Sie sind ganz rot, sich glaube, ich kriege einen Sonnenbrand. Sollen wir nicht lieber in den Schatten gehen?" Seufzend verläßt Richard den Platz mit der schönen Aussicht, wo sie so ganz ungestört saßen. Die Laune will er sich aber doch nicht verderben lassen; im Forsthaus Templin, halbwegs Caputh, ist Tanz. Also dahin! Sie sitzen am Tisch; Ria mokiert sich, ihren Richard aufzuheitern, über andere Pärchen Richard aber ist nicht ganz bei der Sache. Hat es ihm die kleine Rothaarige vom dritten Tisch links angetan? Eine Schönheit, wenn man gerecht sein soll, ist sie ja nun gerade nicht, aber sie hat so etwas Gewisses. Richard zerbricht sich den Kopf. was es sein mag; schließlich kommt er dahinter: fabelhafte Gehwerkzeuge hat das Mädchen! Die schicken Strümpfe lassen die Beine, für die Richard von jeher eine kleine Schwäche hat, besonders zur Geltung kommen. Ein heimlicher Seitenblick auf Ria: der Vergleich fällt nicht zu ihren Gun##en aus, heute nicht, zum ersten Male nicht, denn an anderen Tagen.. Auf der Speisekarte wird Havelzander und Aal grür angeboten, junges Hähnchen und Hamburger Motgans. Ria möchte zu gern jetzt schor essen aber Richard hält es noch für zu früh; für Nikolskoe, gegenüber der Pfaueninsel, hat er sich das Abendessen aufgespart. Bald fährt der Dampfer dahin ab. und weil auf Deck nur noch auf der Sonnenseite Plätze frei sind, führt Richard seine Freundin großmütig ins Restaurant.„Richard, wechsle mir noch ma! eine Mark“, bitte Ria. Richard hat nur nock zehn Pfennige kleines Geld und muß den Kellner bemühen. Mit den Groschen klimpernd verläßt Ria ihren Richard und kommt wieder, als die Pfaueninsel in Sicht ist.„Wo warst Du so lange?“— Ria wird rot:„Ich glaube, ich habe mich erkältet.“ Richard sieht sie schief an behält seine Gedanken aber für sich. In Nikolskoe muß Ria vom Essen aufstehen— sie hat sich wirklich erkältet. Gräßlich, und in Wannsee wollten sie doch noch auf dem Hausboot tanzen! Das geht nun nicht, und abends um sieben sind die Beiden wieder am Bahnhof in der mpfen Stadt. Ria ist beorückt, Richard verDer Moselbandenführer Skizze von R. Delhaes. Um das Jahr 1796 wuchs aus zügelloser Willkür, höchster Bedrängnis und Verwirrung die Auflösung jedlicher Ordnung in westdeutschen Landen. Mit den Franzosen war unglaubliches Unglück und Elend bis tief ins unwirtliche Land der Eifel vorgedrungen. Die Burgen, Klöster und Güter wurden enteignet, alle Vorrechte der Adligen, die Fronden, Zehnten, Jagdrechte und vieles andere, aufgehoben. Die ungekannte Neugestaltung jahrhundertalter Gesetze gefiel zu Anfang den Leuten. Bald aber erfuhren sie die Schrecknisse, die dieser Zustand von Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit mit sich brachte: Ungeheuere Lasten der französischen Einquartierungen, Lieferungen von Getreide, Heu und Schlachtvieh an diese Truppen, unbestrafte Räubereien von Fahnenflüchtigen französischer und deutscher Armeen. Dieses meist lichtscheue Gesindel, aus den Gefängnissen entsprungene Verbrecher, rotteten sich zu wahren Räuberhorden zusammen und vollführten neden(nbrüchen auch Brandstiftungen, Mordlaten sowie andere Scheußlichkeiten. Die Umgebung von Bertrich, jenem heute so bekannten Badeorte, bebte vor Johann Sebastian Nicolai, dem früheren Schmied aus Krinkhof nahe Bertrich, der zum Hauptanführer der „Eifel= und Moselbande" emporgestiegen war. Vor ihm zitterten die gedrückten und hungernden Bauern um ihre letzte Habe. Hauptsächlich beschrängte sich diese Bande allerdings auf den Tiebstahl von Pferden der feindlichen Armee, der in vieler Augen gar nicht einmal als eine unehrenhafte Hendlung angesehen wurde, da er nur die Feinde schädigte. Erst als die deutschen Truppen in das Gebiet kamen und das Stehlen der französischen Pferde vorüber war, raubte man den Bauern einsam gelegener Höfe Pferde und Kühe, um die Tiere an anderer Stelle zu verkaufen. Die Kunde von diesen Missetaten drang auch in die Einsamkeit einer Mühle, die so verst#ct und abseits in einem verlorenen Neventälchen lag, daß sie bisher von Ueberfällen verschont und von den Räubern übersehen worden war. Des Hauses Tochter, die zu dieser Zeit einen tiefen Wald nach Bertrich durchqueren mußte, verspürte deshalb keine sonderliche Angst. Der Vater war heftig erkrankt, jeder Knecht in der Mühle vollauf beschäftigt. Zu Ende der Woche sollten mehrere Fuhren mit Mehlsäcken in die Umgegeno hinaus geschafft werden. Es war niemand da der Emil, das stärkste, Pferd, hätte beschlagen lassen können. Es mußte aber unbedingt vor Antritt der Fahrt in Ordnung sein. Kättchen Simons erbot sich also, selbst nach Bertrich zu gehen und den guten Emil entsprechend herrichten zu lassen. Der alte Simons hegte keine Bedenken als die Furcht vor der Moselbande, denn Kättchen war kräftig und derb und konnte zupacken. Aber da man bisher in der Nähe nichts Verdächtiges bemerkt und gehört hatte, ließ er das Mädchen, mit Ermahnungen und Weisungen gewappnet, den Weg machen. Der Sommertag lachelte und lockte mit blauestem Himel, taufunkelnden Wiesen und vielem Vogelgezwitscher. Kättchen, auf dem Rücken des riesigen und starken Tieres, sang bald zum Hufgeklapper in bestem Rhythmus ein Lied nach dem anderen. Sie war schon weit von der Mühle fort, aber immer noch neben dem heimatlichen Bache, als sie an seinem Ufer einen Mann gewahrte. Er war groß und kraftvoll, trug einen zottigen Vollbart und ließ seine nackten Füße vom Wasser umspielen. Mit schrägem Blick sah er der singenden Reiterin * E88SEO S SEn entgegen, musterte das furchtlose, Mädchengesicht und die prallen Beine, die ungeschickt zu beiden Seiten dem Gaul an die Flanken schlugen. „Euch muß es gut gehen, Jungfer“, rief er, „daß Ihr so Lust zum Singen habt.“ Kättchens Herz hatte beim Anblick des Gesellen wohl ein wenig schneller geschlagen, aber sie bezwang sich schnell und meinte grob:„Gut? Gut geht es keinem in dieser bösen Zeit. Aber besser, daß ich mir die Trübsal mit guter Laune vertreibe als umgekehrt——“ Der Gesell lachte in seinen Bart hinein und fuhr fort:„Habt Ihr denn keine Angst vor Hannes Nicolei, der hier durch die Wälder streicht?“ „Vor Hannes Nicolai? Nee, vor dem nit", lachte Kattchen hellauf und warf die weizengelben Zöpfe in den Nacken, daß es klatschte. „Darf man fragen“, sagte der Fremde in belustigtstem Staunen,„warum Ihr vor dem berüchtigten Kerl, dem Räuberhauptmann, keine Angst habt?“ „Hm“, Kattchen ruschte vom Pferde und rupfte einen Grashalm, den sie sich pfeifend durch die Zähne zog,„als ich ganz klein war, hat mich Vatter mal mitgenommen nach Krinkhof, zum Nicolai in die Schmiede. Und wie der auf den Amboß hieb, daß Feuer umherspritzte, das hat mir mächtig gefallen; und hinterher, da war er mit dem Gaul so sanft, daß ich mich gewundert hab’ und gedacht: Das ist ein guter Mensch——“ „So? Das habt Ihr gedacht?“ „Ja! Und das denk' ich noch heute. Vielleicht ist er nur durch die Zeiten verwildert und verroht." „So, das denkt Ihr?“ „Ja. Und es tut mir leid, daß er die Schmiede nicht mehr hat, daß ich nun den Emil von einem anderen beschlagen lassen muß. Beim Räubern verdient er wohl mehr. Nur totschlagen soll er keinen, das täte mir leid für ihn.“ Dabei schwang sich Kättchen wieder auf Emils Rücken, wandte noch einmal das gesunde, rotbackige Apfelgesicht und war davon. Der Gesell saß eine Weile und ließ die Füße vom Wasser kühlen, und seine Kehle war trokken von einem heiseren Lachen. „...„das ist ein guter Mensch“, hat sie gesagt. Sie wird die Einzige sein, die das sagt. Und ihr allein soll auch von der Bande kein Lot ihrer Habe genommen werden, so wahr ich Johann Sebastian Nicolai heiße!“ Und während er sich trocknete und den Weg zurückschritt, sann er weiter:„Großes Mädchen geworden, Kättchen Simons, ein tüchtiges und resolutes Mädchen. Wird ein gutes Weib geben—“ Er seufzte. Weit und breit sah man es fast als ein Wunder an, daß die Simonsmühle nie von der Bande heimgesucht wurde. Kättchens Aeußerung, unbewußt und offen, rettete das väterliche Gut. Sie hat es zwar selbst nie erfahren, ebenso wenig wie es die Leute erfuhren, die es ja doch nicht geglaubt hätten. belgebracht hat! Seine halte Ruhe!„Minsch, Dansel, sod bas heißen, daß Du zubei's Schießen von die wilden Beesters, die hatssammen mit den Leuwen den Berg rumer aer von mich.„„ ltrudutt büst?“ „Kalte Ruye un heißen wrog, das hann'n sich„Nee, dat eben nich! Dat is ja grad das gefallen lassen. Aber verzähl man.“[Komische an die ganze Geschichte! Ich weiß „Also, das war nämlich auf'n Sonntag Nam=das heutigentogs noch nich, ob Jonny Putt woll dag. Da sag ich zu dem lütten Putt:„Komm,sein büschen gebeewert hat, oder ob der Leuw so Jonny, wir woll'n büschen and Land rojen, unsdoll gerissen hat, ick hab das in mein ganzen denn nimm man auch Deinen Püster mit. Das Leben nich ganz klar kriegen können. Jedenis vielleich meuglich, daß wir son Monkey odersfalls hatte Jonny den Leuwen mit seine Kugel Sowasgoods treffen tun". Na, is also good, grad da getraffen, wo der Steert anfangen tut, Jonny holt sich seinen Püster, steckt sich die Ta= un da war der abgerissen, un ich bumms nu mit schens noch voll Patronens, un wir schippernden Leuwenswanz den Berg'runter! Den an Land. Ich frag' den Schmuttje noch aus Steert, den habe ich denn Jonny geschenkt, un schier Jökelkram, ob wir ihm ein klein Leu=der hat ihm eingesalzen und nachher trocken wen zu's Abendbrot mitbringen soll'n. Unsgeräuchert, un denn hat er ihm seinen Badder was meinst? Wir sünd kaum sone kleine Vier=Imitgebracht. Sein Vadder, der hat mich dann telstunde in'n Busch rein, da kommen wir an mal zu'n steifen Grog eingeladen, un da hab ich sone Felsenpartie, un mit eins, da sag ichtlden Steert wieder getroffen. Der hing da „Jonny, Minschenskind', sag ich,„look out for'n übern Schreibtisch, un die Mudder, die uhlte Leuwen! Klein büschen Steuerbord!" Jonny, dar die Gipsfiguren mit ab, die sie in die Stube der guckt aus, un warraftig: Was da auf dielhatten. Darvon wollte der Badder aber nicks selsenspitze stand, das war'n richtigen Leuw! von wissen, aber die Frauensleute sünd ja un So geruhig un majestätisch stand er da as son mal so.“ Keunig in sein Reich un guckt inne Wüste Gobi!„Un de Leuw? Was is denn nun mit den veig..(Leuwen geworden?“ „was war das for eine Wuste?"!„Das weiß ich sülben nich! Der is vor lauter „Die Wüste Gobi war das, sag ich doch! Also.]Angst ausgekniffen un jümmers liekut in die stand S K 44: gr§/Wüste(Rahi rein. Den hat nümme miodergeder Leuw, der stano da un hatte kein Acht und kein Ahnung von mich un von Jonny. Wir saßen da achter einen Stickelbeernbusch un guckten uns das Spillwark an!“ Waste Gool kein. Den hal kunms woiwheiger sehn! Ich hab mich schon ein paar Mal bei Hagenbeck nach ihm erkundigt, awer keen Minsch hett den Leuwen ahne Steert sehn! Als „Giwwt dat dar ok Stickelbeernbüsch: Dassich dem alten Hagenbeck die Geschichte mal verhabe ich auch noch nich gewußt.“. Fn hab, meinte der:„Der wird woll minai daut nich wosder vergeiten dest Aise mirseinen groben Pogen, wenn meinte sag ich,„Jonny, hier is das Zeit,'n fixen Kerl'ssich verjagt hat, als ihm so mit eins der Steert zu wern! Den Leuwen da, den mußt Du einen beipuhln, un das Fell, das bringst Du denn Dein alten Badder zu'n Andenken mit.“ „Tscha“, sagt da Jonny,„was meinste Daniel, ob ich ihm woll treffen tu?“ „Worum denn nich', sag ich.„Kannst doch woll so'n fetten Leuwen treffen?“ „Tscha“, sagt Jonny,„wenn ich nu nich treff, un wenn er mich dann zu fassen kriggt, un was denn?" „Tscha, denn is das nicks mit das Fellabzieh'n, sag ich da zu Jonny. Un da geb weg war. Da würde sich wohl noch mannigein wunnern, wenn ihm das so mir nix dir nix passiert.“ mich einen Ruck und sag:„Weißt was, sog ichuicze—, partgelber Hut, Das wrübe Geeiggte Skizze von Wilhelmine Baltinester. An der Straßenecke steht ein Auto. Bild schöner Innenlenker. Erbsengrün und zartichgelb, schick. Die Dame am Volant paßt dazu: erbsengrünes Kleid, zartgelber Hut, schick. Sie taucht schon die dritte Zigarette und wirft das fragtsletzte Viertel eben wüteno in den Aschenbecher. Die Löwensagd Ein Garn von Kord Kintscher. „Daniel Bramsail, Seemann“, so steht sein Name auf der grünen Seekiste. Den aber kannst Du am Stammtisch im„Admiral von Trafalgar" erwischen, und wenn der Wasserkessel lieblich summt, die Rumpulle so recht handlich steht, dann mag Dir auch das Glück erblühen, den alten Daniel Bramsail ein Garn abspinnen zu hören... „Das eine will ich Euch sagen: Wenn überhaupt ein Mensch fein schießen kann, denn so is das Käppen Putt. Das weiß ein jeder! Aber was vielleicht nich ein jeder weiß, das is. daß ich das war, der ihm überhaupt erst das Schießen beigebracht hat!“ „Du Daniel? Wo das woll gewesen sein mag? Inne Schießbude auf Sank Pauli woll?“ „Das is Quatsch! Da war das bloße Thearie! Die Praxis, die wo ich ihm beigebracht habe, das war damals, als das auf die Leuwen ging!“ „Daniel, mach keine Dinger! Ihr habt doch nich in Hamburg auf die Fischmarktleuwen losgeballert un die mit Pfeffer un Salz inne Büxen geschossen?“ „Wer schnackt hier von Fischmarktsleuwen? Die Leuwen, um die sich das hier hanneln tut, das war'n welche von'n Kilimandscharo. Ich war damals noch Bootsmann auf die„Elisabeth Wörmann“ un Käppen Putt, der fuhr noch als Schippsjung bei uns.“ „Hat der denn seine Fahrzeit als Schippsjung auf'n Dampkassen gefahrn? Das is ja ganz was Neu's!" „Das hat da ja gar nicks mit zu tun! Die Hauptsach is doch, daß ich das war. der ihm das „ich helf Dich'n büschen!“ „Wie willst Du das denn anstelln?“ fragtsletzte Viertel eben wütend in den Jonny mich. ssie hat nicht übel Lust, wegzufahren und ihm „Ganz einsach“, sag ich„Kiek, de Leuw, der— der ewig nicht kommt— dann telephonisch steht da auf'n Felsen un kickt stiew un fast innes eine gehörige Szene zu machen. Wüste Gobi rein. Un auf die annere Seite von Da erscheint er. Atemlos, abgehetzt, reißt den Felsen dar guckt so'n Dings'raus. Hastsden Wagenschlag auf. pgz.ds schon mal angepeilt: Look ont Jon]„Bist Du verrüchtr“ schrt sie ihn an.„Du Ja, warmaftigt“ ruft Jonng.„Das is fasten zu hasen;“ ir wasene, uich woll der Quast von den Leuwen sein Steert!"— „Das stimmeriert, mein Jung“, sag ich,„unsgang k#ug doch reden, Alinel Go st eine nu paß mal Achtung, was ich Dich sage. Dusßreund ur de Leschehen. büst mit die Schießerei auf die willen Beesterssnoch ein“ Hoffnungslos. Nur noch nicht so ineuwt, un darum will ich Dich nsganz außer mir, Alines büschen helfen! Ich schleich mich sachtens achter Stürbord rum, un wenn ich dichte an densu mir n Armer! Setz; Dich mal erst de Leuwen ran bün, denn kladder ich sutse achters erein und erzähl! Kurs eine Lieberden Leuwen rauf, krieg seinen Steertquast zu cch fassen un halt ihm über die Kante fest, un denn„Ehedrama! Vor vier Jahren verliebt er ih mit alle Gemütlichkeit einenssich. Ich sage ihm: Otto, die taugt nicht für kannst Du ihm mit aule Gemütlichnen eineng.: auf Panzen brennen. Verstehe Jonny? Wenndich. Sie ist nervös, Du auch. sch„Allright“ ruse tu, denn ballerst Du los! Sozg.s.#—. nach, Du nicht. sange mußzte sein still bleiben, daß er nickssbeld Du weni markt. Kannst ihm hier von den Busch aus awer fein aufn Kieker nehmen!“ Na, also ich nu los un auf alle Viere leise wie son Intje von achtern an den Leuwen ran. Der hat auch kein Ahnung un guckt nu ja jümmers stiefut in die Wüste rein.“ „De teuwt dar woll op een Giraffe, de dar vorbikamen sull?" „Das mag wohl sein!— Ich nu sutje den Felsen rauf— un mit eins— da hatte ich dem Leuwen mit beide Hände an seinen Steert zu fassen! Un nu hättste den Leuwen seh'n soll'n. Der verjagt sich nich slecht und wollte nu fix utnen! Denn was anneres konnte er nu ja nich mehr. Tscha, wenn er sich hätte umdrehn können, denn so wär er woll vielleich gar zu gerne auf mich los gegangen. Man das ging nich, un ich hielt den Steert auch viel zu fest, un un ich hielt den Steert auch viel zu fest, unseben abgehetzt vom Geschäft nach Hause— „" A necergtug unn dir guße gegensdet er sie mit dem Wochenenotosser in doen Felsen daß ich ihm hosser hostgen kann VinsGand mitten im Dimma, gependhofer in stemm mich noch ordentlich mit die Fuße gegen den Feisen, daß ich ihm besser halten nann. Un denn rief ich tauthals„Allright“. Un somit, weil das doch das Zeichen war, da ballert nu Jonny auch richtig los! Der Leuw, der schriggte un brüll un brüll un mit eins— ja das war nu eine dümmerhaftige Sache—, mit eins, da saus ich koppsheister rückwärtziger Weise den Felsen'runter! Jungedin, mein Kopp brummte nich slecht, als ich dar so kallerbums'rünnerkeum, man den Steert hatte ich nich los gelassen, den harr ich fastholln!“ Sie jagt ewig n Vergnügen nach, Du nicht. Sie hat kein #. Ea wenig. Sie tangt nicht für Dich. Löse Dich beizeiten tos! Diese Ehe kann nur zu einer Katastrophe führen. Er hört nicht auf mich. Sowie diese Frau auftaucht, bin ich Null, habe keinen Einfluß mehr auf ihn. Sie heiraten. Ich bin einer der Trauzeugen. Wie ein Todeszeuge komme ich mir vor. Knapp vor der Trauung haben sie sich schon gründlich gestritten; er will bloß für drei Tage in ein Ausflugsnestchen, sie für drei Wochen nach Nizza. Es bleibt bei Nizza. Auf der Hochzeitsreise ein Krach nach dem anderen. Dabei lieben sie sich; zumindest von ihm weiß ich, daß er sie aufrichtig liebt. Und weißt Du, was ich glaube: Er hat sich gar nicht selbst angeschossen. Sie ihn! Aber ich will nichts gesagt haben. Man darf nichts behaupten, was man nicht genau weiß. Gefährliche Augen hat dieses Weib— böse Augen. Ein halbes Jahr nach der Hochzeit— er kommt eben abgehetzt vom Geschäfr nag gause.— finHuno mirten im Zimmer stehen, hinrer sich zwei Schrankkoffer und x Hutschachteln. Was denn los sei, fragt er.„Scheiden laß' ich mich. Ich mag Dich nicht mehr“, sagt sie. Er schreit sie an, bekommt einen Jähzornsanfall, sperrt die Türen zu, winselt schließlich, bettelt... Sie bleibt. Und seither beherrscht sie ihn noch mehr. Der Mann verfällt zusehends, er haßt und liebt sie zugleich. Ein Martyrium. Und heute dieser Schlußpunkt des fürchterlichen Dramaa!“