S 2 2 BSSSSOGESEE-SBain„engagg Sesßs 882 Tan OSGxig age SasSag-#g gog“ Seg##- Ban# FgEGOES SxShäsn FRSSTTTS NNTTTT Sa#es =9 8..0 SE 5 S S Se. 38.8 9•.5559 888PES Bags 88e SeagSE Sg#n „SDBBuRN FSTLASS E### — S S 2. 859 # S E S 8 9* Sg. Sgzgn 8588— TSSESSE N F ToheaBOng 9 570%s —951. S S, 80 OTSEE 5 5 68 S 8 8.8•00 S S 8 S 8 8 an — S S ** 2s S 9 E Bür dts'ee Rat, das auch das semne werden. #### ogte er zögernd:„Ich habe Dir ein Gestandnis zu machen.“ Ein Geständnis! Zuerst erschrak sie, dachte, ihr Glück sei bedroht. Unsinn! Sicher nur ein kleines Abenteuer aus der Junggesellenzeit. Sie lächelte:„Gestehe, Sünder!“. Doch er blieb ernst:„Ich habe meine Stellung verloren.“—„O!“. Sie besann sich rasch:„Du wirst eine andere finden.“—„Vielleicht. Doch es ist nicht alles. Ich habe Dummheiten gemacht. Sie liegen länger zurück, in der Zeit, da ich noch keinen Halt an Dir hatte. Ich habe aus Gefälligkeit für einen anderen falsche Eintragungen in die Lohnlisten gemacht und dem Bekannten das Gelo gegeben. Gestern erst entdeckte es mein Chef. Er hat es angezeigt.“ Der Schreck lähmte sie einen Augenbl'ck. Dann sagte ihr sein angstvoller Blick, daß sie helfen mußte:„Wenn ich Dir das Geld gebe, daß Du den Schaden ersetzest?“—„Dann wird alles gut sein.“ Er begleitete sie zur Sparkasse. Sie gab ihm mit etwas zitternden Händen dreitausend Mark. Doch dann schüttelte sie alle Verzagtheit von sich ab: Jetzt erst gehört er mir ganz. Ich habe ein Recht aus ihn! Sein Arbeitgeber mußte ein Unmensch sein. Er erstattete doch die Anzeige. Ein trauriger Abend war es, als Elisabeth Wenk den Verlobten ängstlich frogte:„Freik“— Nein. Drei Monate Gefängnis.“ Sie starrte ihn an:„Kein Ausweg!“—„Doch. Bewährungsfrist, falls ich dreitausend Mark zahle.“ Ihr Glück war bedroht. Verbrechen wäre es gewesen, sich an das Geld zu klammern. Am anderen Morgen gab sie es ihm. Wog nicht ihre Liebe jedes Opfer Ee war nicht das letzte. Seine Freiheit hatte u gesichert, nicht die Existenz. Abend für nd durchflogen sie die Stellenangebote. Endlich fand er den Posten, der ihm Aussicht auf Aufstieg verhieß. Doch eine Bedingung mußte erfüllt werden: Viertausend Mark Kaution. Zweitausend besaß sie nur noch. Sie suchten lange nach einem Ausweg. Er wußte ihn endlich:„Bestell Möbel auf Abzahlung. Wir verhaufen sie. Die fälligen Raten hannst Du leicht bezahlen, wenn ich erst die Stelle habe.“ Sie wunderte sich, daß sie den Vorschlag nicht Sttev,#richtwiez,„Wundernl Warim denns Ader funszeyn Jahre auf das Gliick bergen.„Nein“, sagte die Königin und reichte war tot. Warum verschmähte er auch den dem Günstling die Urkunde zurück.„John Ca=[Trunk und mit ihm die Galgenfrist, die ihn gerew bleibt hier.“— Essex warf den Kopf in denir haben würde? Nacken:„Warum?"— Der welke Hals der Nachrichten aus London, daß er bei der Könialten Frau straffte sich in der steifen Krausetlgin noch tiefer in Ungnade gefallen sei, hatten Weil ich es will!“—„Das ist kein Essex veranlaßt, mit den Iren Waffenstillstand Grund!" Da traf die Hand der Königinlzu schließen, um sich Elisabeth zu Füßen werplatschend das Gesicht des Grafen. Glü=ssen zu können. Eine der Bedingungen der hendrot griff Essex ans Schwert. Doch dannAufständischen hieß:„Laß Kishoque frei!“ stieß er es in die Scheide zurück und verließ das Der Fluch des Gehenkten verfolgte Essex Schloß.„Sein Kopf sitzt lose auf den Schul= nach England. Kaum zwei Jahre später fiel tern", flüsterte ein Höfling einem anderen zu. der Kopf des einstigen Günstlings unter dem Er irrte sich. Die Ironie der Königin spielte Richtschwert.— gern mit ihren Liebhabern. Das Köpfen hätte„Kishoques Fluch wird Dich treffen!“ sagen ihr manchen Spaß verdorben. So schickte fielheute die Iren zu Jedem, der ihre Einladung Esser selbst als Statthalter nach Irland.„Inszu einem guten Trunk ablehnt. die Verbannung“, sagten die Schranzen, und sie 6 zt es nicht fohren, und wenn der Preis ist.„Ja; ich bestelle.“* ar Tage später schon fand sich der Käueitausend Mark? Nein. Fünfzehnhunt. Doch wenn Sie die beiden alten Zimmereinrichtungen dazu schlagen, gebe ich zweitausend.“ Ihr Glück forderte das Opfer:„Nehmen Sie alles.“ Sie lächelte unter Tränen, als Walter Steiner ihr dankte, ihr die Hand küßte:„Du haft mich wieder gerettet, Du Beste, Schönste von allem.“ Als er sich verabschiedet hatte, träumte sie von der Zukunft, die ihr gehören mußte, weil sie sie erhauft hatte.— Sie sah Walter Steiner nicht wieder. Kein Mensch erfuhr, was sie in den drei Wochen litt, bis die Polizei sie auf die Anzeige des Abzahlungsgeschäftes hin in ihrer leeren Wohnung verhaftete. Sie hegte noch immer einen Funken Hoffnung. Auf dem Präsidium zertrat man auch diesen:„Ihr Verlobter? Ein derufsmäßiger Heiratsschwindler!“ Alt und vergrämt saß sie auf der AnklageHant.„Dem Staatsanwalt siel es nicht leicht seine Pflicht zu erfüllen. Er fand nur entschuldigende Worte für das übermenschliche Leid des verblühten Mädchens. Menschen konnten hier nicht mehr strafen. Das Gesetz forderte einen Monat Gefängnis. Die Bewährungsfrist ersparte der Unglücklichen das Letzte. An der Tür des Sitzungssaales trat der Staatsanwalt auf Elisabeth Wenk zu:„Sie haben Ihre Stellung verloren? Ich weiß eine andere für Sie“ In einem Kinderheim sucht Elisabeth Wenk heute ihre Sehnsucht nach Glück zu stillen, ihr Bedürfnis, mütterliche Liebe zu spenden. Kinder sind keine Erwachsenen, die über alte Jungfern gin um Unterzeichnung der Bestallung bat, zu Kishogue fiel fast in die Arme des Boten. Doch freundlich, um seine hämische Vorfreude zu ver=die Begnadigung nützte ihm nichts mehr: er Das große Los Heitere Skizze von E. v. Winterfeld=Warnow „Einziger und Hauptgewinn: ein hocheleganter Halbverdeckwagen!“— So stand es in den Ankündigungen und Plakaten. Hocheleganter Halbverdeckwagen, das paßte auch zu der Veranstaltung, deren Krönung die Verlosung sein sollte. Es war eine landwirtschaftliche Tagung, anschließend Festversammlung mit Damen, die Kishognes Fluch Einer irischen Legende nacherzählt von Hermann Soller. Es war um das Jahr 1598, als Robert Devereux, Graf von Effex, der junge Günstling der alternden Elisabeth von England, seinen Feind John Carew zum Statthalter von Irland machen wollte. Nicht um feurige Kohlen auf das Haupt seines Widersachers zu sammeln, sondern um ihn zu verderben. Denn das Amt war gefährlich und mußte dem Inhaber Ungelegenheiten verursachen, wenn nicht gar die Ungnade der Königin zuziehen. Doch Elisabeth machte dem Srafen einen hatten dieses Mal recht. Das empfand der Graf bald selbst, denn er fühlte sich unglücklich auf dem neuen Posten. Die Iren waren keine geschmeidigen Höflinge, mit denen der Statthalter hätte umspringen können. Jahrhundertelange Bedrückung hatten sie halsstarrig gemacht, und als sie sahen, daß Essex nach einigen Versuchen, dem Land seinen Willen aufzuzwingen, sich aus Sehnsucht nach London zu langweilen und lässig zu werden begann, da glaubten sie die Gelegenheit zum Abschütteln des englischen Joches gekommen. anschließend Festversammlung mit Damen Der aufruhr entbrannte, und gleichzeitiglmit einem Ball und endlich der angekündigten brachen Seuchen unter Essex' Truppen aus. So Verlosung beschlossen werden sollte. Hauptredblieb der Statthalter mit seinem Heer umner des Tages natürlich der„Marquis". Herr Dublin liegen. Die verlorene Gunst der Köni=[Fürst war ja die bekannteste Persönlichkeit im gin beschäftigte ihn mehr als der Krieg. London Kreise, ein tüchtiger Landwirt, einer, der was war seine Sehnsucht.„Rufe mich nach Londonskonnte und was erreichte.— Daß man seinen zurück!“ klang es aus jedem Brief, der an die Namen in„Der Marquis" umgewandelt hatte, Herrschsrin ging.„Schlag den Aufstand mitswar nicht bös gemeint. Bosheit liegt im allMitteln nieder!“ war die einzige Antwort. gemeinen dem Pommern nicht. Aber es klang Mit halbem Herzen zog der Statthalter ge=sdoch ein bißchen gutmütiger Spott hinein. Der gen die aufständischen Iren ins Feld. Sein„Marquis", nun ja, er konnte alles, wußte heer war durch Seuchen, sein Wille durchsalles, hatte alles, stellte seine äußerlich gewichAerger geschwächt. Geplänkel mit kleinen iri=ltige Persönlichkeit überall in den Vordergrund. schen Abteilungen brachten ihm weder Lorbee=„Ich!— Na ja! Ich— sollt' das nicht könren noch Vorteile, sondern nur Verluste undinen? Kleinigkeit!“— Und er konnte es! Nur ein paar Gefangene.. seins hatte er bisher nicht gekonnt. Ein Weib Unter denen sand sich ein junger Unterführer.sfinden. Trotz seiner 35 Jahre. Teils wollte er Kishogue hieß er. Begeistert war er für seinlnicht. Teils wollte sie nicht. Weshalb eigentum denn? Vaterland ins Feld gezogen, gern bereit, fürslich? Er war eine ansehnliche Erscheinung, groß, gewartetsdie Freiheit Irlands sein Leben einzusetzen. Ersbreit, wuchtig im Auftreten. Vielleicht ein bißeie lhatte dabei wohl an den Tod im Kampfe ge=schen zu wuchtig. Im allgemeinen sah er auf dacht, doch nicht an das Ende, das ihm Essex be= die Weiber herab:„Heiraten? Nee, danke bestimmte. Verärgert durch die geringen Erfolgestens. Könnte mir passen, ins Joch zu krieließ sich der Statthalter zu Handlungen hinrei=schen!“ ßen, die seinem Namen Schande bereiteten. So] Aber heute schien's, als sei er nicht mehr so sah er in Kishogue nicht mehr den ehrlichenganz abgeneigt. Da war die Lieselotte vom der Achtung verdiente, sondern den re=[Malzmüller. Bildhübsch! Zierlich schlank! Einbellischen Hund, der verenden mußte: Er ver= ziges Töchterchen. Der Marquis tanzte heute urteilte ihn zum Tode am Galgen. ssogar. Und alles machte schon ganz leise seine Kishogue fluchte dem Statthalter, als er das Beobachtungen. Beileibe nicht laut! Denn er Urteil erfuhr. Den Strick, die Strafe der Mör= konnte höllisch ungemütlich werden. der, Diebe und Betrüger, für ihn, der um die blinzelte sich zu. Sollte er wohl Freiheit des Vaterlandes gekämpft hatte! Durchslich...“ Dublin ging ein Schrei der Empörung. Konn= Das Fest ging dem Ende ten die Engländer nicht dem Jungen einen ehr=Nummer 333. Wer hat sie? lichen Tod gönnen! Die Aufständischen schick=]„Na, wer soll sie haben, die Glücksnummer? ten Unterhändler und baten um Kishoques Le=Ich natürlich. Hier!“ Gewichtig trat er vor, ben. Essex kümmerte sich nicht darum. shielt seine Nummer hoch. Ein bißchen protzig, die Engländer schließlich Kishoguesein ganz Teil selbstbewußt.„Na ja— also— zum Galgen, der weit außerhalb der Stadt dü= warum sollte ich sie nicht haben? Kann ihn ster gegen den hellblauen Sommerhimmel stand. grade gebrauchen, den Halbverdeckwagen. Wo Die Sonne brannte, der Schinderkarren rum=habt Ihr denn den Gewinn? In der Remise pelte über den steinigen Weg, und die Pferde derlnatürlich. Los, ich komme mit.“ lenglischen Reiter wirbelten erstickenden Staub„Nein, nein; er wird gleich gebracht.“ hoch. Der drang Kishogue mit jedem Atem=]„Hierher?“— Da war er schon, der hochzug quälend in die Lunge und dörrte ihm die selegante Halbverdeckwagen. Hochelegant? Jal Kehle aus. Die Schweißtropfen zeichneten Schneeweiß mit weißer Felldecke, mit rosa ihren dunklen Weg über das verstaubte Gesicht.[Schleifchen, ein—— Kinderwagen! Einer Wirtsfrau, deren Haus an der Straße Brüllendes Gelächter ringsum. Der Marquis stand, tat der Landsmann leid. Junges Blut,sstand versteinert.„Ein— ein Kinderwagen!" das da vom Feind noch auf dem Wege=umsjubelte, lachte es in der Runde. Die Damen Galgen geschunden wurde, dem zu den seelischensquiekten vor Vergnügen. Der stolze Gewinner Qualen auch die letzten körperlichen nicht er=starrte das weißrosige Wunder an. Seine Stirn spart blieben! Da eilte sie in die Stube undldrohte finster. Die Adern an der Schläfe liefen holte einen Krug mit frischem Bier:„Halt!“—sdick und breit an. Aber er schwieg. Seine Der Schinderkarren stand. Die englischen Rei=Hände ballten sich zu Fäusten. Das Gelächter ter fühlten wohl selbst ein wenig Mitleid mitswollte nicht aufhören. Da deutete iemand auf dem Opfer. Auf ein paar Minuten kam es jalden Gewinner. Um Himmels willen, gleich auch nicht an. So sagten sie nichts, als dielgibt's ein Unglück! Aber nein, er schwieg, wohl Wirtsfrau Kishogue den Krug bot:„Trink!"szum ersten Mal in seinem Leben, drehte sich Doch der Ire schüttelte den Kopf:„Nein, nein.lkurz um und ging hinaus. Macht rasch ein Ende mit mir! Soll ich aufleben] Das Gelächter verstummte. Nein, das hatte nach Deinem Trunk, nur um den Abschied vomlman nicht gewollt. Es konnte ja auch keiner Dasein doppelt schwer empfinden zu müssen?sahnen, daß grade der„Marquis“, den KinderWeiter, weiter!“— Da ließ die Wirtin traurigswagen gewinnen würde. Da stand das weißden Krug sinken, und der Schinderkarren rum= rote Etwas in der Mitte des Saales verlassen pelte weiter.— allein. Das Fest war böse gestört. Hallo! Der Henker arbeitete rasch. Kaum eine Mi=Musik!“ schrie einer,„tanzen!“. Aber es fehlte nute war vergangen, seitdem Kishoque dinsdie Stimmung.“ Die meisten dachten an AufStrick über seinem Kopfe baumeln soh, dasbruch. Leise huschte ein schlankes, blondes Mäschwang sein Körper selbst im Leeren.(del hinaus. Doch dann bereute der Henker seine wohlge=] Was ihm die Lieselotte gesagt hat, ist niemanmeinte Eile. Denn ein Reiter jagte den Cal=(den zu Ohren gekommen, aber— nach einigen genberg hoch und schwenkte ein Blatt Pap'er.[Wochen wurde die Verlobung bekannt gegeben, „Macht ihn los!“ brüllte er noch im Jagen.„Be=sund schließlich ließ der„Marquies“ doch noch #sch zog der Cer=sseinen Gewinn hoten, den hocheleganten HalbAber man heute endzu. Verlosung. Strich durch die ausgenlügelte Rechnung. Biel=sehl vom Statthalter!“— Rasch zog der S###=seinen Geminn leicht war das Lächeln, mit dem Essex die Köni= ner seinen Dolch und schnilt den Strang durch verdeckwagen. SwsoBremeür Sacre Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 30 Samstag, 26. Juli 1930 Abschied Skizze von Alfred Hein. Georg West hatte weder Land noch Leute geliebt, die er nun verließ. Er war Staatsbeamter und vor zehn Jahren wider Willen in diesen östlichen Winkel des Reiches versetzt worden; immer nannte er sich eine Fliege in der Käseglocke, und täglich wenigstens einmal hatte er dies„Sibirien" verflucht. Die Kindheit am Rhein, die Studienzeit in Marburg entwichen ihm traum=unwirklich wie einem Zuchthäusler. Grimmig äußerte er oft zu. seinen Kollegen: wenn er die letzte Station der Provinz mit dem Zuge, der ihn endlich für immer davon tragen sollte, passiert hätte— dann würde er noch einmal all den jahrelang ertragenen Mißmut über seine Verbannung ausspucken. Er haßte das graue Meer, er haßte die Ebene, er haßte die melancholische, harte, mißtrauische Art der Bewohner hierzulande. Er war gerecht genug, um nicht anzuerkennen, daß nicht nur die von ihm geliebten Gipfel, nicht nur der weinbergfröhliche Strom da fern im Westen, daß auch das brandende Meer, die weltverlorenen Wälder und Seen Zauber und Schönheit besitzen, aber immer lag ein Schatten der Gefangenschaft für ihn über der Landschaft. Er wußte, daß auf die östlichen Menschen, wenn man sie für sich gewonnen hatte, mehr Verlaß war als auf die leichteren Landsleute, er verspürte oft die suchende Hand eines Menschen, der gern sein Freund werden wollte, in der seinen— immer aber überwältigte ihn die Wut über das Schicksal, das ihn hierhin verbannt hatte, und er blieb lieber einsam. All die Jahre voll Alltagsfron in der für ihn ungeliebten Oede waren ein einziges Warten auf den Urlaub, dann sauste er mit dem ersten Zuge gegen Westen, und mit Frohlocken fand er die stoize schöne Heimat in unverwelktem Glanze. Jahr für Jahr bewarb er sich bei seiner vorgesetzten Behörde um Versetzung, er wurde schon damals als lästig empfunden, und immer ward ihm die Bitte abgeschlagen. Als er sich darein fand,„lebenslänglich verurteilt"" zu sein, als er sich mit den rauhen, gutherzigen Kumpanen mit innerem Hohn anbiederte, da lag eines Tages unter den langweiligen Dienstbriefen ein an ihn persönlich gerichtetes Schreiben: Er war an den Rhein versetzt, in die Heimat. Im ersten Augenblick sprang er mit einem Juchzer auf, und die unerwartete plötzliche Freude nahm ihm alle klaren Gedanken. Die Kollegen beglückwünschten ihn, sie hatten es ihm nie nachgetragen, daß er auf ihre Heimat verächtlich herabsah— die meisten von ihnen waren all diesen nach ihrer Meinung sentimentalen Gefühlen abhold; ein gutes Auskommen und eine gewisse Gemütlichkeit machten ihnen in ihrer östlichen Gelassenheit das Leben erträglichz, Doch schon als er abends in sein möbliertes Zimmer trat(er war manchem hübschen Mädchen zum Leid in seinem hassenden Trotz Junggeselle geblieben) und die Wirtin ihm mit ihrem ewigen„Guten Abend, Herr Rat“ entgegen kam, das ihm schon zum Erbrechen über war, so daß er oft grußlos knurrig an ihr vorüber ging, heute erwiderte er zum eigenen Erstaunen freundlich den Gruß. Und er merkte, wie Wehmut sich in seine Stimme schlich. Er blieb stehen und sah in das alte, karge Gesicht, er nahm ihre Hand und sagte:„Denken Sie, Frau Dolligkeit, ich muß Ihnen kündigen. Ich bin versetzt.“ Die alte Frau sah ihn stumm an, dann streichelte sie seine Hand, und zwei Tränen rollten ihr herunter.„Haben Sie es denn hier so schlecht gehabt?“ fragte sie leise. Er antwortete nicht. Wie kam die Frau zu dieser Frage? Immer hatte er sie nur über das Notwendigste unterrichtet, aber sie schien alle Jahre gemerkt zu haben, was in ihm vorging, ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Er ließ verlegen die Hand los, verkroch sich in seine alte, unwirsche Knurrigkeit:„Das Obendbrat. „Ja, ja— Herr Rat— aber gewiß doch—“ Er aß fast nichts, rannte bald wieder hinaus. Tisch, Bett, Schrank und Bilder an der Wand sahen ihn alle so zärtlich an. Er wanderte planlos durch die Straßen der alten, düsteren Stadt, in denen er jeden Laden und jeden Giebel bis zum Ueberdruß genau kannte— aber die Mißachtung war fort, sein Blick streichelte die stummen Gefährten seiner jahrelangen Qual voll Liebe; ja, voll Liebe. An einer Straßenecke stieß er mit Hilde Masuhr zusammen. Wie alt sie geworden ist, dachte er, wie vergrämt. Einmal— vor zehn Jahren — hatte es einen Flirt zwischen ihnen gegeben; sie wartete damals auf das entscheidende Wort aus seinem Munde; er sprach es nicht aus, sondern ließ sie bald wieder allein. Jahrelang grüßten sie sich nur stumm. Heute ergriff er ihre Hand:„Ich werde Sie verlassen.“ Und wieder traf ihn kein empörter Blick, sie drückte seine Hand und sah beiseite. „Verzeihen Sie mir—“. Was waren das nur für Worte, die da aus ihm sprachen?. Sie lächelte:„Was soll ich denn verzeihen, Herr West? Daß Sie endlich glücklich werden? Ich freue mich, Sie taten mir oft so leid. Lassen Sie sich's recht gut gehen.“ Sie schritt schon weiter. Ihr Gang war ein wenig unsicher. Aber sie sah sich nicht mehr um. Heute liebte er sie. Wenn es im nüchternen Leben möglich wäre, er hätte sie hier auf der Straße in die Arme geschlossen: Komm mit, du geliebtes Kleinod, diese letzten zehn Jahre Unklar und in tiefster Seele zerrissen floh er die Stadt und kam an den Waldsee vor den Toren. Immer hatte er für die Naturschönheiten dieses„Tümpels“ nur einen geringschätzigen Blick gehabt. Heute bestieg er zum ersten und zum letzten Male in den zehn Jahren einen Kahn und fuhr in den mondlichtstillen See hinaus. Sein Herz erfüllten eine unbeschreibliche Sanft mut und Hingabe. Das Glucksen der Wellen gegen den dahingleitenden Kahn war wie ein Schluchzen. Und er mußte weinen. Nachts, als er schlaflos im Bette lag, wollte er sich die ihn erwartenden Schönheiten der Heimat vorstellen, aber mächtiger umfing ihn das stille armselige Land, das er verlassen sollte und das all seiner Verachtung zum Trotz dennoch von seiner Seele Besitz genommen hatte. Die Kollegen forderten ihn auf, am Tage vor seiner Abfahrt ein„kreuzfideles" Abschiedsfest lzu geben, und alle waren fröhlich bei dieser Feier, nur er lächelte wehmütig; nach Mitternacht, als der Wein in ihm wirkte, lag er einem der rauhen guten Gesellen, die er doch„nie recht leiden mochte“, in den Armen und sagte immerfort:„Mein lieber, lieber Petruschinski, warum muß ich Dich verlassen?" Sie versprachen alle, ihn am anderen Tage zur Bahn zu bringen; doch als sie ihn abholen wollten, war er bereits mit einem früheren Zuge heimlich abgereist. Der Spruch der Skizze von Felix Kempf. Aus dem Gestrüpp des Kiefernwaldes arbeitet lsich mühsam eine Gruppe schwedischer Dragoner heraus. Die blaue Schärpe des Leutnants ist zerrissen, die Federn auf den Schlapphüten der Soldaten hängen geknickt. Endlich ist die verfallene Straße erreicht. Der hellblonde Offizier atmet tief auf. Zehn Stunden irrt er mit Eilbriefen für Feldmarschall Königsmark in der Brusttasche durch diese Wildnis. Es ist ausgeschlossen, noch heute das Hauptquartier jenseits, des Flusses zu erreichen, denn der Abend dämmert heion. Der dunkelnde Himmel ist von breiten, schweselgelben Streifen durchzogen. Gespenstisch ragen die Silhouetten der Kiefern empor, und der Waldkauz ruft unheimlich durch die Stille. Die Abteilung reitet vorsichtig dahin. Plätzlich blähen die Pferde ihre Rüstern.— Ah, dort müssen Menschen sein, denn feierlich still, wie von einem Opfertisch, steigt eine Rauchwolke in die Luft. Den übermüdeten Tieren wird die letzte Neige ihrer Kraft abgepreßt, und in scharfem Trabe geht es auf die scheinbar so gastsiche, Flluftige Säule zu. Jetzt poltern die Hufe über eine ehemalige Dorfgasse. Hier sieht's aus wie überall: Brandschutt zur Rechten und Linken. Der Leutnant blickt geradeaus auf den heftiger werdenden Qualm, aus dem die Flammen schön züngeln. Das Feuer muß hinten auf dem Kirchplatz brennen. Als die kleine Abteilung die Mündung der Gasse erreicht, bietet sich ihr im letzten Zwielicht des Tages ein grausiges Schauspiel. Schwarze Menschengruppen stieben blitzschnell auseinander und stoßen ein langgezogenes Wutgebrüll aus, als schrien hungrige Wölfe nach Raub. Der Platz ist menschenleer. Aber oben auf einem brennenden Holzstoß sehen die Krieger ein altes Weib, von der Lohe bestrahlt. Die Flammenflecken schon gierig zu ihren Füßen. „Reißt den Scheiterhaufen auseinander!" ruft der Leutnant, und als die abergläubischen Soldaten noch zögern, springt er als erster ab und schleudert die Brände zur Seite. Gleichmütig schaut die Hexe ihre Retter an. Keine Wimper ihres fahlen Gesichts zuckt, ihre geröteten Triefaugen schauen tückisch von dem einen zum andern. Gebückt steht sie in der Mitte ihrer Befreier. „He, Vettel, kannst Du nicht danken?"— Die Alte ballt drohend die Faust gegen die vertriebenen Quäler, läßt aber die Spottreden und Fragen der Retter unbeantwortet. Man sieht es ihren hastigen Bewegungen an, wie sie nur nach einer Gelegenheit späht den Ring zu durchbrechen. „So billig sollst Du nicht entwischen“, spricht der Leutnant,„zum mindesten liest Du meine Zukunft aus meiner Hand heraus!“— Er reicht der Alten die Hand hin, indes einer der Reiter ein brennendes Holzscheit als Fackel hält. Die Hexe sieht starr die Linien an und lacht höhnisch in sich hinein. „Sprich, Weib, bestätige mir, was andere vor Dir verkündet haben: Werde ich nicht zu hohen Ehren gelangen, warten meiner nicht Glück und Reichtum in Fülle?“ Mit heiserer Flüsterstimme murmelt die Hexe: „Von Ruhm steht nichts in den Linien. Aber— Ihr werdet weder auf Erden noch im Wasser sterben. Laßt mich gehen!" Um die unheimliche Wirkung dieser Prophezeiung abzuschwächen, brechen die Dragoner in ein tolles Gelächter aus. Der Leutnant beißt sich auf die Lippen, schüttelt mit eisernem Willen die aufkeimenden bösen Ahnungen von sich und spricht mürrisch:„Laßt die alte Hexe laufen.. Wo bleiben wir während der Nacht?“ Unten an den Flußwiesen hat ein Dragoner bei der Ankunft die Ruinen eines Schlosses bemerkt. Der Hauptturm, dicht am Wasser, ist noch leidlich erhalten, weil sein dickes Mauerwerk aller Zerstörungswut gespottet hat. In dem Erdgeschoß werden die Gäule untergebracht. Außer zwei Soldaten, welche die Wache übernehmen, klettern alle in das obere Stockwerk. Todmüde fallen die Dragoner hin. Der Leutnant lehnt an der Fensteröffnung und blickt in die stille Nacht. Gleichmäßig und unaufhörlich gleiten tief unten die Wellen vorüber. Der Mond geht auf.: In seinem sanften Lichte er kennt er deutlich das andere Ufer. Es lockt ihn wie mit Zaubergewalt, als winke ihm von dort die Erfüllung aller Wünsche. Seine heiteren Phantasien werden plötzlich durch ein furchtbares Gebrüll unterbrochen. Blitzschnell erkennt der Offizier die Gefahr. Die fanatisierten, durch das lange Kriegselend zur Verzweiflung getriebenen Bauern haben die Wache überfallen und niedergemacht. Die Muskete ergreifend stürzt sich der Leutnant mit dem Rest seiner Dragoner nach unten. Zu spät! Die Kerle haben die Pferde schon fortgetrieben und empfangen mit wohlgezielten Schüllen die sch SE SESBSS%SSSSSEES-PSSE BSEE SSPSSESSSE TBE S Ss-Se858SEO= S3SSPSSS GSSEESE Sagsmhuenn Saaypne pEES SI SOOSTSAOSSPESRDSSSES SNESOMSOSEgSSTINGES B ScmenegeszaSSu a SSSHBBESSEE * ∆*— S — S 84 Sr S 108 aPGOGSSEGEERSEE 5 S S5SSG B.5EE ### 88 S5 S5EG B·hLOgCOSSOFEE; S BEÄEMLESSSEROSES dischen Krieger. Die Schar muß sich zurückziehen. Ihre Lage ist ernst. Als der Morgen naht, erkennen die Dragoner, daß sie belagert sind. Wohl vermögen sie mit ihren Nusketen die Bauern vom Turm fern zu halten. Was aber soll geschehen, wenn die letzte Kugel verschossen ist? „Wir sitzen in der Falle,“ meint der Leutnant. „Es bleibt uns nichts übrig, als in der Nacht, ehe der Mond aufgeht, uns nach dem Flusse hinunter zu lassen und schwimmend das andere Ufer zu erreichen.“ Im Laufe des Nachmittags werden die Soldatenröcke auseinandergerissen und zu einem kesten Strick verknotet, stark genug um einen Mann zu tragen. Dann bestimmt das Los, in welcher Reihenfolge die Flucht gewagt werden soll. Der Leutnant ist der vorletzte. Der Tag geht friedlich zu Ende. Die Nacht bricht an. Ihre Stille hat etwas Drohendes. Dem Häuflein bleibt nur eine doppelte Wahl: entweder von den Bauern getötet zu werden, oder, wenn Fortuna es will, durch den Fluß schwimmend das rettende Ufer zu gewinnen. Durch eine schmale Fensteröffnung wird der erste hinunter gelassen. Das leere Seil wird heraufgezogen. Da ertönt auch schon hinten aus der dunklen Ferne ein Käuzchenruf, das verabredete Zeichen der Rettung. Fast hörbar klopsen die Herzen der Männer. Auch die nächsten beiden werden glücklich gerettet. Jetzt sind nur noch der Leutnant und ein Mann im Turm. Die Spannung wird schier unerträglich. Dem jungen Offizier klingt plötzlich der Orakelspruch der alten Hexe im Ohr. Leise, ganz vorsichtig, tritt er die Fahrt an. Es geht glücklich immer tiefer Schon hört er ganz nahe das Rauschen des Wassers. Da— was bedeutet die Stockung? Der Strick war doch lang genug! Ein Knoten muß in einen Steinspalt geraten sein. Der Leutnant spürt, wie der Soldat vergeblich nach oben zieht Jetzt versucht er selbst, den umschlingenden Strick zu lösen, um den Sprung in das Wasser zu wagen. Sein Fuß sucht einen Halt, ein Stein löst sich und fällt laut klatschend in den Fluß. Wie auf ein erwartetes Zeichen flammen plötzlich einige Fackeln hinten am Schlosse auf. Die Bauern sehen den unglücklich Hängenden. Schüsse fallen. Nach einiger Zeit wird es wieder still. Der Mond geht auf. Hinter einem dichten Busch kommt die Hexe hervor. Ihr grotesker Schatten fällt lang auf das Ufer. Sie zeigt mit dürrem Arme nach dem Turme.„Hi, hi, hi.— sogte ich es ihm nicht, daß er weder auf der Erde noch im Wasser sterben würde!“ Frau Storeus Halsband Der Wirklichkeit nacherzählt von John C. Waters= Chicago. Wenn das Gerücht nicht schon durch die ganze Stadt gelaufen wäre, so hätten doch alle, die sich zu den oberen Kreisen von St. John rechneten, aus dem gesellschaftlichen Teil der Zeitungen erfahren, daß Fürkt und Fürstin Rubetzkoi im ersten Hotel abgestiegen waren. Die Rubetzkois! Keiner Amerikanerin, die ein Haus machen wollte, brauchte es gejagt zu werden: Die Rubetzkois gehörten dem russischen Hochadel an. Verbanden sie nicht auch verwandtschaftliche Beziehungen mit den Romanows? Welche Ehre, daß sie gerade St. John zum Aufenthalt gewählt hatten! Die Stadt wußte die Bevorzugung gebührend zu schätzen. Alles riß sich um das Fürstenpaar. Zum fünfzigsten Male schon mußte es vom Rußland der Vorkriegszeit erzählen. Ueber Empfänge am Zarenhof, riesige Feste auf den Gütern der Rubetzkois. Dann Krieg, Umsturz, Bolschewisten. Ja, hätten die Rubetzkois nicht immer ein mitfühlendes Herz und eine offene Hand für ihre Muschiks gehabt, so logen sie jetzt irgendwo verscharrt als Opfer der Sowjets. Doch die Bauern schützten sie gegen die Angriffe der ersten Bolschewistenhorden, versteckten das Fürstenpaar, das seinen unschätzbaren Familienschmuck hatte retten können, und halfen ihm über die Grenze. Die Fürstin zerdruckte eine Träne in wehmütiger Erinnerung an Ivan Ivanowitsch, Sergei Michailowitsch und wie die Treuen sonst noch heißen mochten.— Die ersten zehn Jahre nach der Flucht hatte man in Europa zugebracht. Doch die Alte Weit war morsch und schläfrig. Nichts anzufangen mit den Leuten dort drüben. Deshalb schiffte man sich eines Tages kurz entschlossen mit seinen Juwelen nach Amerika ein. Die Vereinigten Staaten waren doch etwas ganz anderes Hier konnte ein strebsamer Mensch noch vorwärts kommen. Besonders in St. John. Eine keine Stadt mit großer Zukunft! So etwas kannte man in Europa gar nicht! Geschmeichelt warf sich St. John in die Brust. Ja, die Rubetzkois wollten sich hier niederlassen. Einen Teil der Juwelen verkaufen und eine große Sache aufziehen. Was? Das wußte man noch nicht so recht. Vielleicht Land kaufen und Großfarmer werden. Vielleicht auch Maultierzucht treiben. Die Maulesel von Missouri, ja, die waren eine Klasse für sich. Hatten sie nicht den Krieg gewonnen drüben in Frankreich! St. John lachelte geschmeichelt. Natürlich brachten die Zeitungen alle möglichen Interviews mit dem Fürstenpaar. Nur der Lokalredakteur vom St. John Inquirer war der Ansicht, ein paar Zeilen im gesellschaftlichen Teil genügten. Ueberhaupt ein merkwürdiger alter Kauz, dieser Beddington. Kümmerte sich den Teufel um so wichtige Dinge wie Gesellschaften, Verlobungen, Hochzeiten und anderer Ereignisse innerhalb der exklusiven Kreise. Saß Beddington da eines Nachmittags zehn Minuten vor Redaktionsschluß auf seinem Drehschemel. Das Telephon alingelte.„Inquirer“, brummte Beddington.„Hier Frau Storey“. Ein bekannter Name. Der Mann, schwerreich, spielte eine große Rolle in der Stadt.„Vielleicht interessiert es Sie, zu erfahren, daß die Fürstin Rubetzkoi sich eines meiner Halsbänder angeeignet hat. Keine große Sache freilich, nur 15000 Dollar wert, aber doch eine recht peinliche Angelegenheit. Ich will die Dame nicht anzeigen. Sie verstehen aber, daß ich die weitere Anwesenheit der Fürstin in St. John nach diesem bedauerlichen Vorfall nicht mehr für wünschenswert halte. Eine kurze Notiz in ihrer Zeitung dürfte genügen.“ Der alte Beddington staunte. Donnerwetter, ein gefundenes Fressen für ihn. Sensation. Die lohnte schon eine Extraausgabe. Diese Blamage für die Gesellschaft.„Hören Sie, verehrte Frau Storey, für eine kurze Notiz erscheint mir die Sache doch zu wichtig. Ich werde sofort einen Reporter zu Ihnen schikken, und wir lassen ein Extrablatt los.“— „Nein, schicken Sie niemand. Ich will nämlich abreisen. In ein paar Minuten. Der Wagen steht schon vor der Tür. Ich fahre auf ein paar Monate nach Europa. Ich kann Ihnen die ganze Geschichte gleich am Fernsprecher erzählen. Also am Sonnabend gab ich dem Fürstenpaar zu Ehren ein Abendessen. Die Fürstin interessierte sich für meinen Schmuck, und ich zeigte ihr alles. Als sich die Gäste verabschiedet hatten, vermißte ich ein Halsband. Nirgends zu finden. Am nächsten Vormittag kommt das Stubenmädchen, das die Fürstin neu eingestellt hat und das lange Zeit bei meiner Schwägerin diente, zu mir:„Frau Storey, hier ist Ihr Halsband. Ich sah, wie die Fürstin es in einen ihrer Schmuckkästen legte, und habe es nachher fortgenommen'. Ich war entsetzt. Dann rief ich die Fürstin an. Ich hörte, wie sie am Fernsprecher beinahe weinte:„Zeigen Sie mich nicht an,Frau Storey! Das Halsband gefiel mir so gut, und ich wollte eine Kopie davon machen lassen, um es Ihnen wieder zu geben'. Ich habe Ihr versprochen, die Polizei nicht zu benachrichtigen, aber ich möchte unsere Gesellschaft vor der Fürstin warnen.“—„Besten Dank, Frau Storey“. Beddington hängte, gegen seine Gewohnheit ein wenig aufgeregt, den Hörer K „Knapp“, wandte er sich dann an seinen Gehilfen, einen jungen Reporter,„Knapp, so eine Sensation! Schreiben Sie, damit es noch in die Abendausgabe kommt:„Eine Fürstin, die Juwelen....—„Erlauben Sie mal", kümmerte sich Knapp nicht um seinen erstaunten Chef und griff nach dem Hörer:„Fräulein können Sie mir nicht die Nummer des Teilnehmers angeben, der eben mit uns sprach? Ja! Vielen Dank. Mister Beddington, lassen Sie die Finger von der Meldung. In einer halben Stunde hören Sie von mir. Es wird ein schönes Extrablatt geben!" John Knapp verschwand, ehe ihn sein verdutzter Chef aufhalten konnte. Zehn Minuten später trat der Reporter unangemeldet in Begleitung eines Polizeioffiziers in das Hotelzimmer der Fürstin Rubetzkoi:„Entschuldigen Sie den Ueberfall. Ich wollte nur das Gespräch fortsetzen, das Sie eben mit unserem Lokalredakteur führten.“— „Herr, was fällt Ihnen ein? In meine Zimmer zu dringen! Wer sind Sie? Mit wem soll ich gesprochen haben? Schutzmann, befreien Sie mich von der Gegenwart dieses Menschen!" —„Augenblick“, meinte John Knapp.„Es tul mir leid, daß ich Sie nicht bei Ihrem richtigen Namen ansprechen kann. Daß Sie weder Rubetzkoi heißen noch Fürstin sind, werden Sie ebenso zugeben müssen wie die Tatsache, daß Sie uns einen Bären aufbinden und später eine Beleidigungsklage wegen falscher Beschuldigungen an den Hals sagen wollten. So ein paar zehntausend Dollar Schadenersatz, nicht wahr? Herr Leutnant, vielleicht übernehmen Sie jetzt die Führung des Gesprächs, nachdem Sie meine Beschuldigung gehört haben.“ Der Rest war eine große Sensation. Ein Extrablatt des Inquirers berichtete mit trockenen Worten, die besser wirkten als der schärfste Sarkasmus, daß die Fürstin Rubetzkoi eine russische Schwindlerin war, die wegen verschiedener Hochstapeleien mit ihrem Partner steckbrieflich gesucht wurde. Die Blamage der Gesellschaft war grenzenlos. „Mensch!“ wunderte sich am Abend Beddington.„Knapp, wie haben Sie das herausgebracht?“—„Sehr einfach. Eine halbe Stunde bevor die Gaunerin bei uns anrief, las ich in einem Konkurrenzblatt, daß Frau Storey heute morgen schon über New York nach Europa abgereist ist. Die Nummer, die mir die Fernsprechdame angab, war die des Hotels der„Fürstin" und den Rest besorgte das Verbrecheralbum. Na, Mister Beddington, wie wäre es, wenn Sie mir eine Zulage bewirkten?“—„Wird gemacht" rieb sich Beddington die Hände. Draußen auf der Straße brüllten die Zeitungsjungen:„Sensation. Der Inquirer entlarvt ein Hochstaplerpaar!“ Die Heimkehr Skizze von Wilhelm Lennemann. Dem Häuslerssohn Fritz Rode wollte es in der Heimat nicht recht glücken. Da trieben ihn Abenteuerdrang und Leichtgläubigkeit über das große Wasser. Hier brauche man nur zuzureichen und das Glück und das Gold zu fassen, so hatte er gelesen. Und das wollte er schon! Himmel, ja, er hatte doch zwei Arme! Aber kaum war er im gesegneten Lande, da brach der Krieg aus. Jahrelang schritt Fritz Rode in Not und Leid, und nur die schrecklich=bittersüße Sehnsucht und das schmerzliche Heimweh waren seine täglichen Gäste. Und dann kam der Friede. Nach Monden der Qual und Reue machte sich Fritz Rode wieder auf, fuhr heim und stand nun, arm, wie er ausgefahren, wieder in der alten Heimat. Es überschauerte ihn, wenn er leise und heimlich das Wort sagte, das Wort„Heimat", und noch ein zweites„Mutter“! Er stieg in dem kleinen Städtchen aus, das seinem Heimatdörfchen am nächsten lag. Es war schon zehn Uhr abends. Er schritt durch die Stille der Straßen den Hügeln zu, die sich waldgekrönt hinter den letzten Häusern dunkel emporwölbten. Großäugig stieg der Mond über dem schwarzen Königsholze hoch. Weich und warm stand die Sommerluft zwischen den nahe gerückten Häusern. Hart klang der schwere Tritt des Heimgekehrten auf dem holprigen Pflaster. Dem Manne war es, da er so ging, ganz eigen zumute. Er fühlte die Nähe der Heimat. Alles rückte ihm wie zum Gruße liebevoll nahe; und doch wollte ein heimliches Bangen nicht von ihm weichen. In den harten Tagen der Fremde war er nach und nach der heimatlichen Sinnesnot abgestorben. Die Heimat rückte ihm fern und ferner. Sie wurde ihm zu einem schönen Traum, zu einem Paradiese heimlicher Wunder. Und nun stand er vor den Toren der blühenden Gärten. Und ihm bangte, öb die Heimat ihn wieder aufnehmen und ob er sie wieder recht würde verstehen können. Erwartungsvoll und nachdenklich schritt er zwischen Hecken und Wiesen dem Walde zu. Mit wonnigem Behagen er den süßen, schweren Duft des Heues ein. Ob auch die Mutter ihre Wiese schon gemäht hat? fuhr es ihm durch den Sinn,— Zeit wär's und das rechte Wetter! Dann schlug der Wald seinen Mantel um ihn, sein Tritt verhallte auf dem weichen Boden. Ein dunkles und geheimnisvolles Raunen wellte durch die schwanken Kronen. Dem Lauscher aber ward das Spiel der Winde zu lieblicher Musik. Er fühlte, daß Saiten in seiner Seele mitklangen und Lieder erwachten. Es wurde ihm freier und wohler, alles erschien ihm näher und trauter, inniger und brüderlicher. Der Wald öffnete sich, eine Hochfläche breitete sich aus. Ein starker, würziger Duft schlug dem Wanderer entgegen. Er holte tief Atem. Mit weiten Augen sah er über die Aecker. Er hätte sie mit brünstiger Liebe umfassen mögen. Er hielt seine Rechte von sich, daß sie durch den raschelnden Roggen glitt, er ging an die andere Wegseite und riß eine Handvoll blühenden Klee ab. Er trank den frischen Duft, als wolle er damit seine Seele füllen für Jahr und Tag. So schritt er durch die blühende, reifende Sommernacht seinem Dörfchen entgegen. Die Erde gärte, und die Ernten reiften, und in ihm stieg ein beseligendes Gefühl emnor, daß er wieder in der heimnisvollen Quellen trank, daß ihn wieder dieselbe Kraft beseelte, die auch Korn und Gras und Baum und Strauch durchfloß. Es war weit nach Mitternacht, da er das Haus seiner Mutter erblickte. Da blieb er vor einer Wiese stehen; hoch stand das Gras, viele Blütenflocken schwammen darin. Das hier war seiner Mutter Wiese. Und sie war noch nicht gemäht! Seine arme Mutter! Ja, es wurde Zeit, daß er heim kam. Nun würde er ihr wieder die Arbeit abnehmen, die sie niedergedrückt hatte die sechs Jahre lang! Tausend geheimnisvolle Stimmen riefen und lockten; ihm war, als müsse er in das flutende Gras hineinschreiten, als ob... Da durchzuckte ihn ein freudiger Schreck. Ein starker Wille stand in ihm auf. Mit langen, hastigen Schritten ging er dem Hause der Mutter zu. Leise trat er auf den Hof. Stumm und still lag das Haus. Er ging in den Schuppen, er tastete an der Wand, er langte sich Sense und Wetzstein und verließ wieder bebend und leise wie ein Dieb den Hof. Ein kaum merkliches Lächeln spielte um seinen Mund. Wieder stand er vor der Wiese. Er stellte die Sense hoch. Das Mondlicht blitzte in der blanken Klinge. Er strich mit dem Stein über das klingende Eisen. Dann stellte er sich breit und fest hin, faßte die Sense, holte weit aus, und mit raschem Schwunge zog er sie weitbogig durch das Gras. Tausend Stimmen jubelten in ihm, rauschende Akkorde füllten seine Seele, sein Herz brannte. Schrittweise sprang das blanke Eisen hin und her... Dem Mäher war's, als habe er nunmehr erst völlig seine Heimat wiedergewonnen, da er sich ihr in Arbeit verbunden. Wonneschauer überrieselten ihn, und im Rausch und Taumel mähte er Strich für Strich. Er übersah mit frohen Augen das Werk der Sommernacht. Da grüßte ihn der neue Tag. Die Sonne stieg mit rotem Glanze, als er wieder dem Hause der Mutter zuschritt. Da schlug der Hund an, ein Fenster öffnet sich.„Fritz!“ schrie die Mutter im seligen Schreck. Dann rissen zitternde Hände die Tür auf und zwei Arme hingen um seinen Hals. Kein Wörtlein fand die Frau, nur ihre Tränen flossen im übervollen Glücke und schwemmten jahrelanges Leid und alle Not hinweg. „Nun sind wir wieder beieinander“, sagte er froh,„und Arbeit ist und Brot und Friede; was fehlt uns noch, daß wir nicht den Tag zwingen könnten!“ Gegen Morgen erst suchte er für wenige Stunden sein Stüblein auf. Behaglich streckte er sich auf sein Lager, im stolzen Siegerbewußtsein, wie ein König nach gewonneuer Schlacht. Und traumhaft dehnten sich ihm die Wände und hob sich das Dach. Die Roggenäcker und Wiesen rückten nahe, und Schollen- und Ernteduft flossen über ihn hin. Er langte mit Riesenarmen weit um das Land und hielt es und sah darauf, lächelnd und stolz. Und über ihm glühten die heiligen und ewigen Sterne. So kehrte der Bauer Fritz Rode in seine Heimat, und so warben in stillen Stunden miteinander die Heimat und der Heimatsucher und wurden ein jeder Sieger und Besiegter, und Knecht. und aus ihren ge- das Fieber und alle anderen kropischen Krank=jund derartig zugerichtet worden, ouß sic Herr Die Zinnmine von Seram-Patang Skizze von Roger Barnston. Besorgt betrachtete Jonny Chalmers seinen Freund Ben Haliwell, der nach mehrjähriger Abwesenheit nach London zurückgekehrt war und ihm heute zum ersten Male wieder in dem gemütlichen Rauchzimmer des Ingenieur=Klubs gegenübersaß. Ben bemerkte es. Er lächelte. „Du findest, daß ich nicht gerade glänzend aussehe; leider muß ich Dir auch darin Recht geben, aber das mörderische Klima der malaiischen Halbinsel fordert seine Rechte. Wie Du ja weißt, übernahm ich vor fünf Jahren die Leitung der Zinnminen von Bradley Brothers, die stark am Zinngeschäft beteiligt sind und deren Hauptminen auf der Malaiischen Halbinsel liegen. Das Erz wird dort teils auf oberiridischem Wege abgebaut, teils auch im Untertagebau gewonnen. Zum Glück sind aber die letzteren Minen in der Minderzahl, denn die Hitze in ihnen ist derart, daß auch die zähen chinesischen Kulis, welche die Hauptmasse der Arbeiter stellen, diese Art von Arbeit nur wenige Monate zu betreiben und zwar am lohnendsten durch Baggerung. Doch auch diese Tätigkeit stellt unerhörte Anforderungen an den Europäer. Das ewig feuchtwarme Klima, diese Treibhaustemperatur, schafft zwar eine wundervolle farbenprächtige Flora und erfüllt alles mit FruchtbarDer Schrei nach dem Glück Eine Geschichte aus dem Leben, erzählt von G. W. Beyer. In der Straßenbahn lernte Elisabeth Wenk heiten und eine Unmenge von fliegendem und Fell als vollkommen zerfetzt und wertlos erkriechendem Gewürm, vor allem Schlangen. wies. Wir arbeiteten wegen der Abkühlung stets in Die tote Großkatze muß übrigens tatsächlich der Nacht. Wenn aber die Zinnminen von dem der so heiß gesuchte Menschenfresser gewesen elektrischen Licht taghell erleuchtet waren, dann ssein, denn von jenem Tage an herrschte Ruhe, krochen die Reptilien von allen Seiten heran, und keines der Raubtiere hat sich seitdem im und man mußte vor ihnen auf der Hut sein.[Lager von Seram=Patang sehen lassen. Auch die Baggereimer brachten sehr häufig.—(22— Schlangen hinauf, grauschwarze Kobras, grüne Baumschlangen, Reptilien aller Art. Ja einmal wurde sogar ein Python von dem Eimer erfaßt und nach oben befördert. Meine Chinesen hatten schon ordentlich Erfahrung bekommen, mit diesen Tieren abzurechnen und sie durch Hiebe ihrer scharfen Spaten zu töten. Meine beste Mine war die von Seram=Pa=sihn kennen. Ein Erlebnis für sie, die seit fünftang, wo ich eine ergiebige Fundstelle entdecktszehn Jahren die gleiche Strecke fuhr und verhatte. Ich arbeitete dort mit einer Kompreseslernt hatte, von den Männern Ritterlichkeit zu sionspumpe, die den Wasserstrahl mit einemserwarten. Er war aufgestanden, als er sie im Druck von 200 Atmosphären schleuderte. Sie Gang stehen sah. Das Blut schoß ihr damals säuberte das Riff mit einer Kraft, die der eines sins Gesicht, und als sie seinen Sitzplatz annahm, aufschlagenden Artilleriegeschosses gleichkamlssenkte sie den Kopf, um ihre Verlegenheit zu Diese Mine lag in der Nähe einer dichten verbergen. Dschungel, die ich, um Zeit zu sparen, nur sos Und nun traf sie ihn täglich. Sie wußte jetzt, weit hatte roden lassen, als es die Arbeit not=wie er hieß: Walter Steiner. Ein merkwürwendig machte. Leider war in meiner Nachbar=diger Zufall, daß auch er in der Nähe des Halleschaft ein sehr unangenehmer Gast erschienen:schen Tores beschäftigt war. Ein Ingenieur. ein Tiger, und zwar ein sogenannter Menschen=[Er begleitete sie jeden Morgen bis vor die Tür fresser.(des Geschäftshauses, in dem sie seit fünfzehn Ich war gerade auf einer Mine weiter im Jahren hinter der Schreibmaschine saß. FünfNorden, als ich die Nachricht bekam, daß dieserszehn Jahre! Ein weiter Weg von den phanTiger zwei meiner Kulis getötet hatte. Denstastischen Hoffnungen eines Backfischherzens bis einen holte er fort, als der Mann mit einem zur verbitterten Schicksalsergebenheit des versanderen Chinesen zum Holzfällen in den Wald blühten Mädchens. Sie hatte immer gewußt, zegangen war, und den anderen schleppte der daß sie nicht schön war. Doch sie glaubte zuerst, Tiger frech von seinem Arbeitsplatze davon, ehesihre frische Jugend könnte ersetzen, was ihr die noch die entsetzten Gefährten zu Hilfe eilen Natur an Reizen versagte. Stand es nicht so in konnten. Ich machte mich sofort auf und eiltelden Romanen: Das Herz gibt den Ausschlag, nach Seram=Patang, wo ich die Kulis ganz ver=lund das Glück findet zu jedem Mädchen! Doch stört antraf. Die Chinesen erblickten in demsfünfzehn Jahre vergebliches Hoffen und WarTiger den Geist eines mächtigen Häuptlings dersten, Enttäuschungen und nun ihr eigenes Bild Vorzeit, der auf diese Weise die Verletzung seines sim Spiegel, die schärfer gezeichneten Falten um Gebietes an uns rächen wollte. Ich beruhigte diesden altjüngferlich herben Mund, hatten alle Leute, so gut es ging, und unternahm mit dem Träume der Jugend langsam zerstört. weißen Aufseher von Seram=Patang sowie zwei] Doch dann ham er, Walter Steiner! Wie landeren Engländern, die ich aus dem Nordensklug war er, stattlich und hübsch, ein Mann dem mitgebracht hatte, mehrere Jagdausflüge, um die Mädchenherzen zufliegen mußten. Zu Dutdieser gefährlichen Bestie habhaft zu werden zenden konnte er sie haben, jung und hundertTagelang krochen wir in der Dschungel herum mal schöner als sie! Doch seine Augen ruhten Wild sahen wir von allen Arten, aber den Tigersnur auf ihr. Sicher konnten sie tiefer sehen als bekamen wir nicht zu Gesicht. Mißvergnügt, die anderen Menschen: bis ins Herz. Was hätte von den Moskitos zerstochen und vom Fieberseg da genützt, sich noch zu verstellen, Gleichgeschüttelt, kehrten wir nach Seram=Pantang zu=gültigkeit zu heucheln, wo Liebe hell loderte? rück, wo uns der zurückgebliebene Ingenieur„Ja“ hatte sie gesagt, als er sie um ein Stellmit der Nachricht empfing, daß in unserer Abwe=Hichein in einer Konditorei bat. senheit wieder ein Kuli von diesem Mörder an Nun saß sie an seiner Seite. Zum ersten Mal gefallen und fortgeschleppt worden war. Nurneben einem Mann, dessen werbende Worte durch eine Erhöhung des Lohnes sowie das festeldem Weibe in ihr galten:„Könnten Sie mir Versprechen, dem Tiger innerhalb von acht Ta=gut sein?" War es die Spannung des Niegen das Lebenslicht auszublasen, gelang es mir, erlebten, die ihre Antwort verzögerte, oder die Kulis für diese Zeit festzuhalten. Meinelmädchenhafte Scheu? Wollte es der Zufall, daß Laune war denkbar schlecht. Sollte mich dieser sin diesem Augenblick eine Schallplatte zu näseln unheimliche Menschenfresser dazu zwingen begann von einer kleinen Konditorei und einem meine beste Mine aufzugeben? Daß nach Ab=Liebespaar? Die ersten Töne des kitschigen lauf der vereinbarten acht Tage auch nicht ein Schlagers lösten in ihr ein unterbewußtes MißArbeiter mehr auf dieser Unheilsmine bleiben behagen aus. Doch dann fesselte sie plötzlich würde, war mir vollkommen klar. der Rhythmus und— und seine Hand, die sich Am Abend desselben Tages stand ich nach um ihre Hüfte legte. Da brach der letzte Wall denklich neben dem Chinesen Mah=Daloi undsaltjüngferlicher Herbheit und Ungläubigkeit, sah ihm zu, wie er den Schlauch der Kompres=(der sich um ihr Herz gelegt hatte, zusammen: sionspumpe auf das Riff richtete. Plötzlich be= Ja, ja, jak“ Es klang wie der Schrei nach merkte ich, wie sich der Chinese verfärbte.Liebe, nach Glück, wie das Bekenntnis einer „Massa“, murmelte er,„Massa, dort!“ Dabeisfünfzehn Jahre lang verhaltenen Sehnsucht. starrten seine Augen entsetzt auf eine Stelle der) Er dankte ihr. Dann sprach er van der 3, Dschungel. Ich folgte seinem Bliche und des vi Gunaur#yr. Lum spiucg er von der merkte zwei gelblich grüne Punkte. Es warskunft. Klar sah er sie vor sich liegen: Verlobung, lich schoß mir ein Gedanke durn den Kopflsstilles Glück abgeklärter Menschen. Seine ebenever, Masse bei mitr. Ziadem war eilnlssähnscheft schoß nicht unbedingt tödlich, dann hatte ich den nur der zarte Ausdruck des Verstehens sein: angeschossenen Tiger auf dem Halse. Da kamsgeblich hoffte, durfte kein langes Marten mehr mir der rettende Einfall. Ich hatte ja die furcht; gamnkat warden.““ scttien uagbare Waffe in Gestalt, des komprimierten Was= Grßemutel* serstrahles bei mir. Mit einem Ruck riß ich dem Warum sollte man hier im lauschigen Zusamzitternden Chinesen den Schlauch aus der Handlmensein nicht auch von materiellen Dingen und richtete den Strahl auf die Stelle, an derssprechen, umso mehr als das Liebesliederrepersoeben wieder die beiden gelblich=grünen Stern=toire des Grammophons erschöpft schien? Von lein sichtbar wurden. Ein furchtbares Aufbrül- seinem Verdienst erzählte er. Es war ja nicht len, dann Stille. Ich stellte den Strahl ab und gerade hoch, doch genug, um beider Glück zu wartete, während meine Leute, durch das Ge=ssichern. Da lächelte sie nur:„Und wenn es auch brüll aufgeschreckt, herbeieilten, die schußfecii=(weniger sein sollte, so mach Dir keine Sorgen. gen Gewehre in der Hand. Nach kurzer Bero=Ich habe gespart. Achttausend Mark und Mötung beschlossen wir, die Nachsuche auf denlbel“. weiche Seligkeit für sie, zu wissen, daß nächsten Morgen zu verschieben. Eine bewaff=ser nicht allein der Gebende war! esche eice ence äice eie Pe cesäie eie e chie esce ecihl katze hatte aufleuchten sehen, fanden wir den Drei Wochen zerschmetterten Körper eines mächtigen Tiger=an den Finger Sie trug ihn wie ein Siegesmännchens. Von dem mit unheimlicher Wuchtszeichen auftreifenden Strahl war er in der Mitte ersaßzt Wieder sohen sie zusammen. In Elisaseid