eine schmerzliche, süße, sanfte Mädchenstimme, die den Namen gerufen hatte. Oben, im Kassenraum, stand ein Herr, breit und untersetzt, mit sehr blondem Haar und einem vierkantigen Gesicht. Hichory ging geradewegs auf ihn zu.„Sie kommen zur rechten Zeit, Herr Denser,“ sagte er mit einem trostlosen und gequälten Lächeln. „Glauben Sie mir, Hichory", erwiderte der Blonde, höflich den Hut lüftend,„nie vordem habe ich unter dem Beruf, den ich ausübe, und unter den Pflichten, die er mir auferlegt, derart gelitten.“ Gemeinsam bestiegen die beiden Männer den draußen wartenden Kraftwagen. —12— Die Nakete Phantastische Skizze von Arthur M. Fraedrich. In dem kreisförmig angelegten Stahlkanal sauste das langgestreckte, blinkende Projektil. Geraume Zeit hindurch kreiste es in seiner starren Stahlbahn mit stetig wachsender Geschwinoigkeit. Einige dutzend Male hatte es bereits den Umfang der 24 Kilometer langen Bahn durchbraust. Hinter den Beobachtungsfenstern standen Astronomen, Physiker und Ingenieure und ließen die Zeiger der Instrumente nicht aus dem Auge. Wenige Sekunden nur noch, dann mußte der sausende Körper seine Stahlbahn durch eine Ausfalluke in tangentialer Richtung verlassen und in den Weltenraum hinausschießen. Zweimal noch kreiste die Rakete an den Beobachtern vorbei: dann ein Hebeldruck: mit donnergleichem Getöse blitzte sie in die Unendlichkeit hinaus. Die als unüberwindbar scheinenden technischen Schwierigkeiten waren beseitigt. Die Geschwindigkeiten verhöhnten die Trägheitsgesetze Durch diesen Schuß in das Weltall sollten kosmische Rätsel gelöst und Hypothesen bewiesen werden, welche die Astronomen an Hand ihrer langwierigen Berechnungen aufgestellt hatten. Die Rakete war befähigt, registrierende Aufzeichnungen über kosmische Funktionen zu machen, und hatte als Ziel den Sonnentrabanten Mars.— Die irdische Dunsthülle wurde im Nu durchschnitten. Das ewige Schweigen mit seiner Unendlichkeit umgab die zigarrenförmige Rakete. Lautlos schoß sie durch das Universum, getrieben von ihrer der Erde entnommenen leEeiigen Euergie. Nur in ihr war Leben. Zierliche Instrumente, durch winzige rotierende Walzen gesteuert, erfüllen automatisch ihre Aufgaben. Der Meteorograph hatte sich auf den Nullpunkt eingestellt, nachdem er bei Durch brechung der Erdatmosphäre eine zackige Kurve projizierte. Das Thermometer zeigte jetzt die absolute Weltraumtemperatur: 273 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt. Nach geraumer Zeit. Der Mond mit seinen Kratern Tycho und Kopernikus wurde zur Rechten sichtbar. Wie die Augenhöhlen eines Menschenschädels klafften diese tiefen Löcher. Ehemals durch das Weltall vogabundierende Meteore zog der Mond zu sich heran, und mit ungeheurer Wucht schlugen sie diese Vertiefungen in die damals noch zähflüssige Masse. Als dann das Quertal der Mondalpen erreicht wurde, rührte sich der Meteorograph und malte auf dem Millimeterpapier eine schwache Kurve: dünne, kaum sichtbare gasige Wirbel, aus den vielen Kratern aufsteigend, erzeugten diese leichte Reaktion. Ein kaum wahrnehmbares Knacken der selbsttätig arbeitenden Kameras.— Vorbei.— Die Rakete zitterte mit konstanter Geschwindigkeit weiter in diesemunbegrenzten Nichts, wo Raum und Zeit nicht zu trennen sind. Die Einsamkeit umgab den chromstählernen Raketenleib. Das ewige, scharfe Sonnenlicht spiegelte sich in dem kalten Glanz des Stahls. Plötzlich hauchte wieder Leben zwischen die Instrumente. Der Mars mit seinen Strahlenreflektionen, die sich auch jetzt noch als Kanäle, von der Natur geschaffen, zu erkennen gaben, rückte mit Gigantenschritten näher. Das Thermometer verließ den tiefsten Skalawert, und sein feiner Registrierstift glitt in langsam ansteigender Linie über das Papier. Das Hygrometer, das bislang in Ruhe verharrte, bewegte sich ebenfalls und zeichnete den prozentualen Wasserdampfgehalt der Marsatmosphäre in einer wellenförmigen Kurve auf, während das Uhrwerk leicht und sicher die Auslöser der photographischen Apparate betätigte. Aber kaum hatte die magnetelektrische Vorrichtung die auf genommenen Diagramme geordnet zwischen enge Klammern gelegt, als auch schon im Gebiete des Hellespontus der Aufschlag erfolgte. Eine gewaltige Detonation. Die Explosivstoffe in der Raketenspitze warfen den schweren Geschoßkörper mit ungeheurer Wucht zurück und erteilten ihm, genau wie es berechnet wurde, eine Rückgeschwindigkeit in Richtung des Ausgangspunktes, der Erde. Sinnreich angeordnete, stoßauffangende Vorrichtungen im Innern der Rakete bewahrten die Instrumente vor allzu heftigen Erschütterungen. Jedoch, nicht genau dieselbe Bahn ihrem Heimweg. Der Kurs hatte durch den schiefen Einfallwinkel auf dem Mars eine geringe Abweichung erfahren. Die Rakete streifte nur den Anziehungsbereich des Erdplaneten. Sie steuerte direkt auf die Sonne zu. In ihrem gepanzerten Leib trug sie Aufzeichnungen großem astronomischen Wert. Wieder eine lange tote Ruhe; dan durchbrach das abgeirrte Geschoß die Venusatmosphäre, die einen leichten Einfluß auf alle Instrumente zusübte, besonders auf den Feuchtigkeitsmesser 's könnte als Beweis dienen, daß die Venus. die den Erdbewohnern als Morgen= und Abend stern im reinsten Lichte erstrahlt, ebenso wie die Erde Meere und Wasser hat. Als aber schließlich der Merkur zur Linken in Griffnähe kam, schwiegen die sonst aufmerksamen Instrumente. Nur das optische Auge sah. Es zeichnete mit scharfen Konturen die Merkurkugel auf die photographische Platte und erbrachte hiermit den Beweis, daß dieser Sonnentrabant ohne eigene Rotation ist. Etwas Grauenhaftes hatte der Merkur im grellen Sonnenlicht. Er entschwand wie ein schwebender buntbemalter Riesenball. Die Rakete sauste weiter. Die Sonne kam beängstigend schnell näher. Ein blendendes, schaurig=schönes Glutmeer. Die Instrumente begannen zu registrieren. Dann arbeiteten sie ruckartig. Der Alkohol preßte sich schneller durch die luftleeren Röhrchen der Thermometer, und hohe Wertungspunkte auf der Skaia boten keinen Halt. Als jetzt die Chromosphäre der Sonne durcheilt wurde und die heißen Gase der meilenhohen glühenden Fontänen, welche von den Protuberanzen ausströmten, den Leib der Rakete umspülten, lief der Stahlmantel blau an, zeigte blaubraune Flecke... glühte. Das dicke Glas vor den Kameraausschnitten stellte sich konkav, bildete Klumpen, tropfte, verdampfte und zeichnete die schmale Spur der Rakete, die jetzt mit wachsender Kraft von der Sonne angezogen wurde. Ihre Spitze wurde weißglühend, schmolz zu Tropfen; brodelte. Unheimlich schnell saufte der Erdenkörper in das kochende Glutmeer.— Auf dem Planeten Erde sahen in Erregung fiebernde Augen auf die Ehren. Heute sollte die Rakete irgendwo herunter stürzen. Unschätzbare Werte würde sie in sich bergen. Werte, die Schleier von den Menschenaugen rei ßen mußten. Laut den Berechnungen der Astronomen hatte der Zusammenstoß der Rakete mit dem Mars schon längst stattgefunden. Sie mußte in den nächsten Stunden aus der Ewigkeit zurückkehren. Radiowellen zuckten um den Erdball. Auf sämtlichen Sternwarten durchsuchten geübte Beobachter die Atmosphäre nach dem zurückkehrenden Körper. Spannungsschwere Stunden, langsam schleichende Minuten vergingen. Nichts zeigte sich am Firmament. Unterdessen waren die vom Menschengeist so sinnreich erdachten Konstruktionen längst den heißen Gasen der Sonne zum Opfer gefallen. Pit Grus' bestes Feuilleion Skizze von Elfriede Müller=Berlin. Pit Grys war schon ein anerkannter Schriftsteller, bevor er die Groninger Nachrichten übernahm. Damit wurde aus dem Feuilletonisten ein Politiker, und wenn auch etwas Wahres daran sein mag, daß Politik den Charakter verdirbt, so konnte man von Pit Grys nur sagen, daß die gute Meinung, die die Oeffentlichkeit von ihm hatte, noch zunahm. Alle Autoren leben zu drei Vierteln von der Meinung wie die Schauspieler vom Beifall, und nur zu einem Viertel vom Essen und Trinken. Darum sind sie viel früher erholungsbedürftig als andere Menschen, und so blieb auch Pit Grys eines Tages nichts übrig, als seinen Nerven das Zugeständnis einer Ortsveränderung zu machen. Er packte seine Schreibmaschine ein, fuhr nach Köln und nahm von dort ein Flugzeug in die Schweiz. Dem Staube der Welt entflohen! Ja, wie wohl das tat, über alles hinweg zu schwingen und sich der Unermeßlichkeit zu überlassen. Sein Schwung hatte in letzter Zeit häufig gelitten, und er hätte manchmal etwas für einen kraftvollen Anstoß des seelischen Pendels gegeben. Aber nun war er in richtiger Stimmung. Jetzt die Schreibmaschine herausgenommen und dann über den Leitartikel für den Sonntag her! Wo war das Papier? Pa... pier...? Hatte er überhaupt daran gedacht? An so negative, untergeordnete Sachen? Papier konnte man ja heutzutage in jedem Laden auf der Welt bekommen. Aber hier oben gab's keine Läden, obwohl auch hier„Welt" war. Also stellte Pit Grys fest, daß es einen sehr erheblichen Raum in der Welt gab, wo das Geld nicht den Schlüssel zu den Dingen bildete. Aus der Abwesenheit des Staubes schien sich demnach auch eine Entthronung des Mammons zu e geben. Was nützte einem jetzt die kunstreichste Reiseschreibmaschine, was die eigene Tatkraft? Die Entscheidung lag beim Negativen, beim fehlenden, unbeschriebenen Papier. Papier!— Du ungeheure Großmacht der Welt, aus der du nicht mehr wegzudenken bist. Wälder verwandeln wir in Zeitungen, Bücher, Dokumente, Verträge, Urteile und Geldscheine. Was Hirne ersinnen und Herzen empfinden, das vertrauen wir dir an, du Vermittler eines Aeons an den anderen. Was bleibt von unseren Gedanken, wenn sie keinen Boden finden, darauf sie sich wie die Taube und der Rabe Noahs niederlassen können? Enttäuscht klappte er die Maschine wieder 31 „Dem Himmel sei Dank!“ sagte eine Frauenstimme hinter einer Zeitung. Ziemlich verhalten, aber nicht so leise, daß Pit Grys es nicht gehört hätte. Er blickte hinüber und fand sofort, daß er bestimmt nicht sehr geistreich aussah. Verlegene Augenblicke, die schließlich ein lachendes Bekenntnis von drüben beendigte: „Nehmen Sie mir meine Offenherzigkeit nicht übel!“ „Im Gegenteil, meine Gnädigste, ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet.“ „Das ist mehr, als ich verlangen kann und erwartet habe.“ „O, bitte. Sie hatten vollständig recht, mich als Störer des himmlischen Friedens hier oben zu empfinden.“ „Das tat ich keineswegs; aber ich hätte mich auch nicht überwunden, Sie aus Ihrer Papierverlegenheit zu befreien.“ „Es reut mich nicht um meinen Leitartikel.“ „Nennt man das so, weil sich Menschen davon leiten lassen?“ Er lächelte.„Das eigentlich weniger; aber es läuft wohl indirekt darauf hinaus.“ „Ich lese in den Zeitungen eigentlich nur das Feuilleton; alles andere lohnt meiner Meinung nach gar nicht, weil's morgen und übermorgen schon nicht mehr wahr ist.“ „Ich bin verblüfft, meine Gnädigste..“ „Ja, es ist so, nicht wahr? Das schöne Papier ist oft viel zu schade für die Druckerschwärze. Jetzt habe ich Sie aber arg beleidigt. Uebrigens erinnern Sie mich an einen jungen Lyriker, der manchmal zu meinem Papa auf die Redaktion kam. Ich war damals noch ein Kind. Er hatte einen so komischen Namen: Pil Grys.“ „War wohl ein arger Stümper?" „Im Gegenteil, ein himmlischer Mensch. Ich verschlang seine Gedichte. Er war der Held meiner Träume, und ich habe Tränen geweint, als Papa eines Tages erzählte, er sei ins Ausland gegangen. Tagelang trug ich mich mit romantischen Plänen, und wenn man mich nicht in eine sichere Pension gesteckt hätte, wer weiß, was geworden wäre.“ „Trug der Grys nicht damals einen Vollbart?“ „Natürlich, einen goldblonden. Also kannten Sie ihn doch?“ „Ein wenig.“ Pit Grys bescheinigte sich in diesem Augenblick, daß er überhaupt nur sehr wenig vom Leben kannte. Man hatte seine sehenden Augen und sah doch oft das wartende Leben nicht, während man mit Eifer bemüht war, Papier zu beschreiben und zu bedrucken. Das arme Leben; es wartete geduldig wie das weiße Papier, das man vergessen hatte.— Nein, das Leben kam doch zu Worte, wenn man sich dem Staubgetriebe entzog.— Da saß Sigrid Terbrüggen, kein Zweifel.„O. Sigrid!“ „Haben Sie eine Ahnung, wo Pit Grys eigentlich gelandet ist?“ „Er schwebt augenblicklich noch zwischen Himmel und Erde, Hoffen und Harren, Sigrid Terbrüggen...“ Jähes Erröten, dann Totenblässe.—„O, was habe ich angestellt! War mir doch—“ Als sie ein paar Stunden später in Zürich landeten, wußte Pit Grys noch mehr als vorher. welche Bedeutung den negativen Dingen zukommt. Er hat später bekannt, daß ihm das beste Feuilleton seines Lebens an dem Tage gelang, als er mit seiner Schreibmaschine auf die Reise ging und das Papier zu Hause ließ. Sigrid Grys. geborene Terbrüggen, aber hat immer die Meinung vertreten, daß ein gutes Feuilleton über alle Leitartikel geht. Verantwortlich: H. Semmelmann. Altena. Druck und Verlag: Dr C. Santz, Altena. — BIEUGTLEDUPTITae Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 45 Samslag. 30. Robember 3699 Die verräterischen Absatznägel Der Wirklichkeit nacherzählt von G. W. Brandstätter. Sechsmal hatte Johannes Else, der wegen schwerer Einbrüche im Zuchthause zu Kapstadt, saß, seiner Zelle ohne Erlaubnis des Direktors Lebewohl zu sagen versucht, doch ebenso oft war er vom Mißgeschick verfolgt worden. Aber Johannes Else gab die Hoffnung nicht auf. Im Gegenteil schien die Gelegenheit in nächster Zeit für ihn sehr günstig zu sein, denn durch die Zellenwände klopften die Gefangenen einander das Gerücht zu:„Das Zuchthaus toird geräumt. Wir kommen alle nach Pretoria in ein neues Gebäude.“ Auf dieser Verlegung baute Else seinen Fluchtplan auf. Er begann sofort zu handeln und sparte sich seine tägliche Ration an Rauchtabak auf. Nach Wochen war es ein ansehnlicher Haufen, der unter der Matratze verborgen lag, ein über zeugendes Argument, um Elses etwaige Wünsche bei Mitgefangenen durchzusetzen. Tatsächlich konnte er dank des begehrten Krautes einen Schicksalsgenossen, der in der Schneiderei arbeitete, überreden, einen Anzug, ein Hemd, einen Kragen und einen Schlips für ihn zu unterschlagen. Ein anderer Sträfling, ein gelernter Bäcker, war gegen eine zweite Gabe Tabak bereit, die Kleidungsstücke in Papier einzuschlagen und das Paket in einer Nische im altertümlichen Schornstein des Backhauses zu verstecken. In den Nächten fraß sich die blattdünne Feile die bisher allen untersuchenden Blicken entgangen war, geräuschlos durch die Mittelstange des Zellenfensters, und die Stahlspäne, mit denen Else den Schnitt verkittete, täuschten die Wärter. Dann kam die Nacht vor der Räumung des Zuchthauses. Da riß Else die zerschnittene Stange heraus und ließ sich an den zusammengeknoteten Fetzen seiner Matratze in den Hof hinunter. Wenige Schritte trugen ihn zum Backhaus hinüber. Mit dem geübten Auge des Einbrechers fand Else in der Dunkelheit rasch den Schornstein, und kaum eine Minute später saß er zusammengekauert in einigen Metern Höhe in der mannstiefen Nische:„Morgen abend winkt die Freiheit!“ Doch der Ausbrecher täuschte sich. Denn als am nächsten Morgen die Wärter seine Zelle leer fanden und dem Direktor die Flucht meldeten, verschob dieser die Räumung des Zuchthauses auf den nächsten Tag:„Erst müssen wir den Kerl haben!". Alle Räume des großen Gebäudekomplexes wurden durchsucht, nur an den Schornstein des Backhauses dachte niemand. Doch gerade dieses Versäumnis wäre Else beinahe zum Verhängnis geworden, denn als der Befehl eintraf, die eine unvorhergesehene Ration Brot zu backen, fiel es niemandem ein, daß ein Mensch im Schornstein in Lebensgefahr schwebte. Drei Oefen sandten ihren Rauch und ihre Hitze durch den engen Abzugskanal, und die Qual schien Else unerträglich. Der beißende Qualm entzündete seine Augen, seine Kehle war ausgedörrt, und die Zunge schwoll an. Es kostete ihn fast übermenschliche Anstrengung, um sich nicht herunter fallen zu lassen und an die Schornsteinklappe zu pochen:„Hilfe nehmt mich fest!" Doch der schier endlose Tag ging noch rechtzeitig vorüber, und als Else das kreisrunde Stück blauen Himmels am Schornsteinmund verblassen sah, stieg er mühsam zur Klappe hinunter. Er konnte sie hochheben und stand endlich im Backraum. Er fiel über einen der Tröge her, in dem noch Wasser zum Anmengen des Teiges stand, und die trübe Flüssigkeit schien ihm der köstlichste Trunk seines Lebens. Dann begann er seine Lage zu überdenken. Er erkannte, daß die Verlegung noch weiter verschoben sein mußte, denn im Backraum war nicht aufgeräumt worden. So mußte sich Else auf weitere qualvolle Stunden im Schornstein vorbereiten. Deshalb füllte er einen Napf mit Wasser und nahm ihn mit in sein Versteck. Am Morgen sing die Qual von neuem an. Doch Elses Körper begann sich an sie zu gewöhnen, und seine Energie überwand alle Schwächen. Fünf Tage und Nächte mußte er in seinem Versteck bleiben, und einige Brotreste, die er in der Bäckerei fand, bildeten seine einzige Nahrung. Dann aber entdeckte Else eines Nachts, daß der Backraum gesäubert und aufgeräumt war, als sollte er nicht wieder benutzt werden. Im Morgengrauen hörte er das Scharren Hunderter von Füßen auf dem Hose, und als er sich an eines der verstaubten Fenster wagte, sah er den langen Zug der bewachten Sträflinge zum Tore hinausströmen. Frei! Er wartete noch bis zum Abend. Dann stahl er sich über den Hof hinüber in das Wärterhaus. Kein Mensch war im ganzen Gebäude. Doch in einem Schlafraum fand Else Seife und Rasiermesser, und das kalte Bad im Waschzimmer war füst ihn eine Erlösung. Er zog die Kleider an, die er seiner Tabakration verdankte, und niemand hätte jetzt noch in ihm den Sträfling vermutet. Nun galt es, durch das Gefängnistor zu kommen. Vorsichtig schlich sich Else heran. Das Gitter stand auf, und ein Blick durch die Tür des Pförtnerhauses verriet dem Flüchtling, daß der Wärter schlief. Gleichzeitig sah Else den Mantel und die Dienstmütze des Mannes am Haken hängen. Er besann sich nicht lange, öffnete leise die Tür und trat drei Sekunden später als Gefängniswärter aus dem Tor. Besaß Else nun seine Freiheit wieder so verfügte er doch nicht über einen Pfennig Geld. Auch war er gewiß, daß die Polizei noch wochenlang alle Schlupfwinkel und Kaschemmen doppelt scharf beobachten würde. Da fiel ihm ein, daß ein Freund in East London am Indischen Ozean ihm sicher Unterschlupf und Mittel gewähren würde. Die Schwierigkeit bestand nur darin, nach dem 600 Kilometer entfernten Ort zu gelangen. Doch der Flüchtling besann sich rasch auf einen Ausweg. Bei seiner hastigen Durchsuchung des Wärterhauses hatte er auf einem Schreibtisch Blankofahrscheine für Gefängnisbeamte gesehen, die wahrscheinlich erst später mit anderen Papieren zusammen nach Pretoria gesandt werden sollten. Kurz entschlossen schlich Else noch einmal durch das Tor zum Wärterhaus, füllte einen Fahrschein für„einen Gefängniswäter nach East London“ aus und vermerkte darunter:„Das Fehlen des Dienstsiegels des Direktors ist mit dem Um zug nach Pretoria zu erklären.“ Kurz danach stand Else an der Bahnsteigsperre. Als der Beamte den Fahrschein prüfte, klopfte selbst dem alten Verbrecher das Herz Doch der Schaffner gab den Ausweis unbeanstandet zurück:„Danke.“ Nun fühlte sich Else vor jeder Entdeckung sicher. Er besaß sogar die Stirn, unterwegs nach längerer Fahrt einen Bahnhofswirt um Essen und Bier zu ersuchen: „Mir ist auf dem Transport das Geld ausgegangen. Schicken Sie aber nur diesen Gurschein an die Gefängnisleitung, und der Betrag wird Ihnen erstattet.“ Er hieb irgendeine Unterschrift unter ein Stück Papier und freute sich über das billige Mahl, das erste seit sieben Tagen. Früh morgens verließ er in Cambridge, einem Vorort von East London, den Zug, weil er den Hauptbahnhof mit der Polizeiwache vermeiden wollte. Siegesgewiß machte er sich auf den Weg zur Wohnung seines Freundes. Trotzdem war es ihm nicht unangenehm, daß es stark zu regnen begann, weil er den Mantelkragen hochschlagen und sein Gesicht beinahe verbergen konnte. Kaum einige hundert Meter trennten ihn noch vom Hause seines Freundes, als er rasche Schritte hinter sich hörte, und plötzlich legten sich ein paar kräftige Fäuste auf seine Schultern:„Halt, Du Lump!“ Else beherrschte sich rasch:„Lump? Was wollen Sie von mir? Ich bin doch Gefängnisbeamter.“ Die Schutzleute ließen ihn nicht lobker:„Schöner Gefängnisbeamter! Da, sieh Dir einmal den Abdruck Deiner Zuchthäuslerstiefel an!“. Da wurde Else trotz aller Beherrschung bleich:„Verflucht! Daran habe ich nicht gedacht.“ Im aufgeweichten Bürgersteig hinter ihm waren deutlich die Spuren seiner Absatznägel zu sehen, die eine Pfeilspitze bilderen, das Kennzeichen der Stiefel für Zuchthäusler. Zwei Tage später zog Johannes Else, vom Direktor freudig begrüßt, in seine neue Zelle zu Pretoria ein. Diosomatte Skizze von J. Ewald. Berecht. Uebertragung aus dem Dänischen von E. Münster. Vor ein paar Jahren hatte es angefangen, mit einem leidenden Ausdruck in seinem Gesicht und der mitleidig zärtlichen Frae ihrerseits:„Bist du krank, lieber Mann?“ „Ach, es ist nicht der Rede wert,“ hatte er düster geantwortet. Aber, liebe Else.. wenn ich sterben sollte... die Versicherungspolice liegt bei meinem Anwalt..., und das Sparkassenbuch im Geheimsach meines Schreittisches lautet auf deinen Namen.. Die arme kleine Frau war vor Schreck totenbleich geworden. „Warum sagst du das alles, August, öht du denn wirklich krank?“ „Glaubst du, ich würde klagen, wenn ich nicht krank wäre?“ „Aber um des Himmels Willen., soll ich dann nicht gleich an den Arzt telephonieren?“ „Nein, ich danke. Sollte meine Stunde geschlagen haben, so muß ich mich eben mit dem Unvermeidlichen abfinden.“ „Ja, aber was fehlt dir denn, August?“ „Ich habe alle Symptome einer Bauchsellentzündung. Aber laß uns abwarten. Es ist ja doch ganz gleich, was wir tun.“ Frau Else hatte eine schiaflose Nacht. Am nächsten Morgen stand sie zeitig auf. Ruhelos ging sie in den kalten Stuben umher, voll Sorge auf das erste Zeichen von ihm wartend... Nun hörte sie ihn laut gähnen und aus dem Bette springen. Zitternd vor Angst und Kälte sank sie auf einen Stuhl und da— wahrhaftig, er sang! Jetzt flog die Tür auf, und er kam heraus. „Guten Morgen, Herzchen! Wollen wir nicht das schöne Wetter benutzen und ein bißchen spazieren gehen? Wenn du mit dem Morgenkaffee warten kannst, trinken wir ihn draußen im Tiergarten.“ Sie sah ihn nur an... Und dann tat sie das, was alle Frauen so meisterhaft verstehen: sie verschloß alle ihre Gedanken und Empfindungen im innersten Kämmerlein. Sie hatte eine gesunde, natürliche Wut auf den Mann, aber sie sagte nichts und ging mit ihm spazieren. Und nun verging ein ganzer Monat, ohne daß ihm etwas fehlte... Aber dann bekam er eine Erkältung und etwas Husten. Nach drei Tagen hatte August eine Tuberkulose festgestellt. Und als er eines Tages noch dazu auf einer Banenschale ausrutschte und sich ein paar Schrammen auf der Hand zuzog, befürchtete er einen Wundstarrkrampf und machte mit seinem Anwalt ein neues Testament... Aber bei einem Fest mit Tanz im Grünen hatte er das Pech, sich großartig zu amüsieren, wobei er seinen todgeweihten Zustano völlig vergaß. Frau Ekse sah nur zu. Jetzt kannte sie ihn, und sie seufzte oftmals im stillen Kämmerleia: Wie kann ich ihn heilen? Nicht von all den Krankheiten, die er ebenso schnell vergaß, wie sie gekommen waren, sondern von diuer aler SS SESSGB. ESS5S SBMEEESESOES PSSgSESSSSSASEARESS 8 555 8. EFG Jas53 ESPRSEESToLSgER„SARFESTRADSSSEOgES CMEGSSSESGSRASE5LULE SLTENSENESUSCS BSEAE88/ BARSEE 55 8 SORSS E DFESSTTEE E E-SSSE „SPgeHLSETROEE 3 E #####58 P SSg s Aoög egäd Eäö, BS 85##BBEESS ARRSREESSESE,SASSESLE SSMBFEBOEZAS E SES„SFSSP ESGSG SSÄERSSSESEgEOELSB-PNRVLE * SÄOAZUAN 8333E ZRÖBEEZSLOGRTELE3ES den, erbärmlichen Angst, die seinen Sinn be=Erkranbung der Stimmbänder hatte das Schickherrschte und das Leben in dem kleinen Heim sal einen zum milden Seelsorger bestimmten unerträglich machte. Die Zeit verging... P44sia Em. Im Oktober verspurte er plozuch heftige Schmerzen in der linken Seite und erklärte, naß er bestimmt eine Blinddarmentzündung hätte. Sie warf ihm einen kleinen, boshaften Seitenblick zu und sagte:„Mein guter Junge, der Blinddarm sitzt aber rechts. Wenn du also:icht gerade ganz abnorm gebaut bist, mußt du schon eine andere Diagnose stellen!" Er war tief gekränkt und schwieg. Aber am nächsten Tage konnte er ihr erzählen, daß der Schmerz auf die rechte Seite übergegangen war. Nun würde sie wohl nicht mehr an dem Ernst der Sache zweifeln... Abere jetzt war bei Frau Else das Maß voll. Kalt und forschend sah sie ihn an:„Ich glaube, daß du recht haft!“ sagte sie.„Diesmal scheint es wirklich ernst zu sein!... Sag mal, du hast Theologen zum Vorstand des Frauengefängnisses„Kühlehaide“ gemacht. Mit freundlicher nun schon seit Jahren heiserer Stimme wandte er sich jetzt an die vor ihm stehende etwa drei„ jährige Frau, die erst vor wenigen Minuten seinen Arbeitsraum betreten hatte und verczuchtert in ihrer grauen Sträflingskleidung wartend nahe der Türe stand. Den Blick in den Akten sagte er:„Bitte näher zu treten, Elisabeth Rupp.“ Absichtlich hatte Schobert das hier nur zu oft gebräu lide„Du" vermieden, aber auch das „Sie“ schien ihm bei der ganzen Sachlage nicht recht am Platze zu sein. Darum fuhr er jetzt in der gleichen Stilart fort:„Zwei Jahre! Diebstahl im Rückfall!.. Aber tadellose Führung, zur allseitig geäußerten Zufriedenheit des Aufsichtspersonals. Hm! 1.. Nun.. auf meine Veranlassung hat der Herr Justizminister probeweise eine neue Vergünstigune beschlossen. Acht Tage Urla#ch in doch hoffentlich immer regelmäßig deine Lebens= gAngzliguug Brschussen. mut Tage Urlaub in versicherung bezahlt? Wie hoch ist sie übrigens?“ die Heimat. Selbstverständlich unter Polizei„Ich... ich glaube... 20000...“ aussicht. Abreise heute nachmittag 2 Uhr 50.“ „Es ist unverantwortlich, daß du nicht höhers Schobert sah auf. Er war gespannt, welchen versichert haft, Augusti. Was sind denn schon die Eindruck die Gergchezaunge peiersog, gienen Vergze perischert dest, Arout Bos 1.—.., zen, stigung auf seine, Gesangene machte, undo nengte Zinsen von Mooo; Was sollich denn anfang z fesistellen daß sich Elisabeth Rupp in einem Zuwenn ich gezwungen wünde, zu arbeiten: Jostund geistiger Verwirrung befand. kann doch die Kinder nicht versorgen, wenn ich!(gie schien ihn offenbar gar nicht recht begleichgeitg meinen Lebensunte zzolt, hastzeiten griffen zu haben. Freilich! Schon war ja der müßte! Daß du daran nicht geoacht###:. Jachtzehnte Monat ihrer Strafzeit verflossen., über geh nur jetzt zu Bett, du haft sicher hobesjund das ewige Einerlei dieses Lebens hatte die Bchr.(Anstrichliche mie do manche Geidenaget Ie aber.. Joschtimmm wich es doch nicht! und das ewige Einerlei dieses Lebens hatte lungluckliche, wie so manche Lewensgesahrtin hotti... Lieg ganz fill, ich teiephanziere Liach von der es noch. nach dem Jokuor. und dann wirdt at ese en Sach ganz ausgezeichnet gewesen in Jehre, das seildem vergangen 9. (2.— Die Vergünstigung Stizze von Paul Richard Greiner. Die dem Geist der Zeit entsprungene Mildershm madernen Stufollzng wor Eie eifäch rabatten sie selbst einst mit sorgsamer Hand geheat und gepflegt. Wie lag das allec so weit, ach so weit! Und wie verschwand das heute trotz der Schwärze der Nacht unter einem kalten, unfaßbaren, körperlich schmerzenden Weiß! Hier brannte keine Laterne mehr, und Elisabeth Rupp tastete sich vorwärts, einem Lichtschimmer folgend, der durch das Fenster der vertrauten Wohnstube fiel. Wie eine Diebin— sie war ja eine— pürschte sie sich jetzt an ihres Mannes Eigentum heran. Sie war daheim! Aber sie blieb vor der Haustüre stehen und wagte es nicht, den Klopfer zum Rufe in Bewegung zu setzen. Und hier unter dem hell erleuchteten Fenster des Erdgeschasses las auch nach der Stoin don der so schlimm mnd er voch v### shinter diesen Mauern, stumpfsinnig gemacht. sein...*“.] Da entschloß sich Schobert zu dem ihm immer „Siehst du, jetzt hast du so lange von deinen noch ein wenig widerstrebenden„Sie.“ Krankheiten geredet, daß du gar nicht mehr]„Sie können also in die Heimat reisen, Elisadaran glaubst, wenn es wirklich gefährlich ist.]beih Rupp. Laut Akten nach Rodberg, das sind brauchst ja nur in den Spiegel zu zuchen viereinhalb Bahnstunden. Fahrkarte und ProGanz blaß bist du, und der Schweiß stekt dir aus vignt werden Ihnen von der Gesängnisverder Stirn... Jetzt, wo meine und der Kinder waltung zur Verfügung gestellt. Wir haben Zukunft auf dem Spiele steht, wirst du es mir heute den 12. November. Am 19. mittags überlassen, zu handeln. Ich werde sofort nachspunkt 12 Uhr finden Sie sich wieder im Amtsdem Arzt schicken. Sind die Schmerzen schon raum von„Kühlehaide' ein!" schlimmer geworden? Du muß mäuschenstill] Eigentlich hatte Schobert ein Wort des auf dem Rücken liegen...“..:[Dankes, wenn nicht gar einen Ausbruch der Ihr kalter, klarer Blick hitte Freude aus dem Munde der von ihm vor allen — bezwungen. Er war wehrlos. Sonst hattesanderen Gefangenen Begünstigten erwartet. zneckt und verspottet, über alle seine Aber zu seiner Enttäuschung entfernte sich EliMog:. hatte hn in seiner Rollelsabeih Rupp lautlos, wie sie vor knapp einer odn e io bestärkt. Aber jehzt„7 Kalt Viertelstunde gekommen war. Schobert schütus Närtyrer bestärht. uver Po:....— stelte den bereits ergrauenden Kopf. Dann siel und geschäftsmäßig vetrachtete sie den Fall. Ver, sein Blick durch das Fenster in den von hoben Shwunden alle frontliche Angst. Und Wie bte[Nauern umschlossenen Gesängnishof, wo die s Wächter die Anstaltsinsassen gerade im Kreise Du wirst dich genau nach meinen anoronugen herum führten, denn der Zeiger der Uhr schrieb ichten! Eine ordentliche Blinddarment= den Nachmittagsspaziergang laut„Ordnung“ sindung haft du, aber es it nicht schlimm, vor. venn das Uebel rechtzeitig entfernt wird! Heut= Auf die nun entblätterten Akazien, die in den zutage stirbt haum einer von hundert an einer Tagen des Mai sogar dieses Fleckchen Erde verBlinddarmoperation! Du mußt sofort ins Kran= schönten, senkte sich aus bleigrauem Himmel tenhaus. Natürlich bist du feige wie alle Män= der erste Sehnee. er und zitterst bei dem Gedanken an eine) Leise vor sich selbst und seinem Beruse erschauOperation. Aber ich gestatte mir zu bemerken, ernd, gab sich der Mann mit dem weichen Herdaß meine und meiner Kinder Zukunft auf dem zen erneut=seiner Arbeit hin.— Spiele steht, wo du so schlecht für uns gesorg:] Alg Elisabeth Rupp die Station Reichenbühl. geschpoges uug uug noch der Stein, den der Matthias gelegentlich eines Anstriches herangewälzt hatte und dem, was sie ja nicht wissen konnte, eine furchtbare Bestimmung vorbehalten war. Elisabeth Rupp hatte diesen Stein erklettert. Und wie eine gehetzte Hündin floh sie schon nach wenigen Minuten querfeldein. Vor sich das Bild:„„ Mat Unter der traulichen Hängelampe der Matthias auf dem Sofa, und an seiner Seite eine fremde junge Frau, die das Kind.. ihr Kind auf dem Schoße hielt und den Arm um des Mannes Hals geschlungen hatte!.. Elisabeth Rupp ist nie mehr nach„Kühlehaide" zurückgekehrt. Aber unter seiner Post fand Direktor Schobert an einem der nächsten Tage den hastig hingekritzelten Brief:„Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß man mich nicht finden und mich nicht aus der ewigen Ruhe in dieses Leben zurückrufen wird. Aber man soll den Gefangenen keine Vergünstigungen gewähren. Elisabeth Rupp.“ von der es noch eine halbe Wegstunde nach dem Aostor, v. Sun, gen sind Hichtsicrem Peiiacdorfe„sch. 14 t, geeruge, 106 senau beschreiben, wo die Schmerzen suno. Nichtsdie Nacht über walo und Flur. Der Novemvahr, es tut auch weh, wenn du hustest: Dachle ber hatte die erste weiße Decke über Weg und ch mirs doch genau wie bei meiner Kiisine, als Steg gebreitet, und die durch Schoberts Glück ie die schwere Blinddarmentzündung hatte... Begünstigte schritt gleich einer Somnambulen Am ganzen Körper zitternd, in Schweiß ge= wie über einen Teppich hin. Das alles ver#adet, verbrachte August die Viertelstunde bis mochte sie nicht zu begreifen. Und doch! Sie zur Ankunft des Arztes. Dieser hatte vorher wurde von einer unsichtbaren Hand geführt. mit Frau Eise gesprochen, machte ein sehr be=Ein Uebermächtiges, das weit stärker als der d#hliches Besicht und schrieb den Schein für das in ihr zerbrochene Wille war, hielt ihre Hand Krankenhaus... Dann war er gegangen.(umsaßt und brachte sie allen Bedenken zum Der arme Auguft biß die Zähne zu ammen.[Trotz schicksalsicher und unentrinnbar nach Die Luft war erfüllt von blanken Messern, er Rodberg, wo man mit Fingern auf sie zeigen roch schon den Aether, soh die Aerzte in ihren würde und wo das Häuschen mit dem verweißen Kitteln, fühlte den harten Overations= zweifelten Manne und dem während ihrer weiden Kutein, fogie oen 811.—.—.—.[Abwesenheit dem Säuglingsalter entwachsenen omtrse Kabe Jund. * b Sche pagte er. r ene:) Wamm sie gestohlen hatte! Zun zweiten vsch im Bette auf.„Rem, vo—.zgoch gsaz Male? Im Rückfalls Sie wußte es nicht. habe keine Schmerzen mehr, du weißt 20.),—.=[Denn nicht die Not hatte ihre Hand geführt, chen, daß ich Hypochonder bin und mir immer, hern ein ihr rätselhafter Dämon, weil die alle möglichen Krankheiten einbilde. Aber von feine Wäsche auf dem Tische des Warenhauses jetzt an soll das anders wenden. Gib mir meine in He, nahen Kreisstadt allzu verfühnrerisch ausSachen. Ich pill aufstehen, denn mir sehlt nichtsgebreitet lag. Spnderdauermase Ne ferg u Lalenstrate Die Schmugalerin auf der „Hansestadt“ Skizze von Artur Brausewetter. „Puh— ist der Koffer schwer!" „Da liegt schon der Dampfer„Hansestadt Bonse“###tem Sthumnter Um den dickbauchigen gelben Schornstein gleißt die Sonne, und die Schiffssirene ruft wie letzte Mahnung. „Darf ich dem Herrn den Koffer tragen?“ Aus blassem, feingeschnittenem Antlitz betteln zwei rehbraune Augen zu ihm empor. Schon haben die schmalen Hände nach seinem Gepäck gegriffen; der schmächtige Junge schultert es mit einer Gewandtheit, die man ihm kaum zugetraut hätte, fliegt wie ein Pfeil an dem wetternden Beamten vorbei, der die Pässe anfordert. „Ein Teufelskerl!" denkt Klaus Kort. „Wohin darf ich den Koffer tragen?" „Luxuskabine D. Aber beeile Dich! Das Schiff geht gleich ab, und der Paßbeamte hat schon nach Dir gefwngt“. Ja schmiwpisch Station Reichenouh,„Zu Befehl!“ kommt es siy. shch##eh zueine habe Vegtunge ngafrigt..,„ eknenden Bauch der Gebz. Rodberg war erreichte, lag Im dunker aufgarnenen Su#ch des Kabiim Schatten der Häuser, daß ja nicht ein Schein der spärlichen Beleuchtung, die man sich hier leistete, in ihr Gesicht falle und einem Unberufenen ihre unerwünschte Anwesenheit verEndlich bog sie in die schmale Seitengasse ein, an deren Ende das bescheidene Grundstück des Matthias Rupp, ihres Mannes, lag. Schon von weitem erkannte sie das alles wieder. Den Fachwerkbau mit seinen drei Räumen, das adernep Stufogewponden.“— Die, Hiebelsenster mit dem grüngestrichenen, Ladenstritt ein junges Mädchen, Erwos Knospendes bein Wunder: durch eine ungesährliche das Gärtchen, dessen Bemüsebeete und Blumen= it in ihrer Erscheinung, Ader diese rehbrgunen nenganges ist der Junge verschwunden. Ein Offizier tritt an Klaus Kort heran:„Der Herr Kapitän lassen zum Abendessen bitten. Acht Uhr im Speisesaal.“ An blumengeschmückter Tafel sitzt Kaus Kort mit dem Kapitän. Am Nebentisch hat eine Dame Platz genommen, blond, rassig. Vornehm, vielleicht ein wenig auffassend gekleidet.„Eine Baronin Rödern", erwidert der Kapitän auf Klaus Kort interessierte Frage, „die Gattin eines einflußreichen Diplomaten. Ich werde sie an meinen Tisch bitten.“ Nichts kann Klaus Kort gelegener kommen. In perlendem Gespräch fließen die Stunden dayin. Die zweite Flasche Niersteiner Spätlese ist geleert, die dritte bestellt. Die anmutige Fremde hat eine so eigene Art zu unterhalten, sich unterhalten zu lassen. Die Romantik des Abenteuerlichen umschwebt ihre Gestalt, singt durch ihre Worte. Klaus Korts Künstlerseele schwelgt in Entzücken. Geheimnisse steigen auf, Motive werden wach, Rätsel reizen. Eine Weile noch wandelt man über das Promenadendeck. Wundervoll ist die Nacht. Schwarz, von goldenen Sternen durchsät. Und die Mondsichel wie ein leuchtender Fingerzeig in das Land der Verheißung. Endlich trennt man sich. Klaus Kort begibt sich in seine: Kabine. Nein, zum Schlafen ist er nicht aufgelegt. Er streckt sich auf dem schwellenden Diwan. Die Nachklänge des Abends schmeicheln durch seine erregten Sinne. Mit einem Male— ja, was ist denn das? Wie von unsichtbarer Hand öffnet sich die Verbindungstür seiner Schlafkabine— und hinein tritt ein junges Mädchen. Etwas Knosvendes Augen, die halb verlegen, halb bittend auf ihn gerichtet sind— ja, hat er die nicht schon einmal gesehen?— „Wie kommen Sie hierher? Und wer sind Sie?“ „Ihr kleiner Gepäckboy von vorhin. Und wie ich hierher komme? Sie haben mich ja selber mitgenommen. W T2, M „Ich— Sie mitgenommen: Das wirh ja immer besser: Aber wenn Sie sich einbilden, daß ich Ihretwegen zum Hehler und Betrüger werde, dann irren Sie. Ich werde Sie dem Kapitän melden.“.. „Das werden Sie nicht run“, kommt es ruhig zurück.„Es war meine einzige Rettung.“ „Rettung? Vor wem?" „Vor meinen Eltern.“ „Also ein kleiner Durchbrenner! Ihre Eltern waren Ihnen zu streng.“ „Sie wollten mich an einen alten Lebemann verkaufen, dessen Sekretärin ich war. Da lief ich ihnen davon. Und, nicht wahr, jetzt werden Sie mich nicht verraten?“„.#.##„ Ein seltsames Empfinden fteigt in ihm auf. Ist es Mitleid—? „Nein", erwidert er langsam.„Ich werde Sie nicht verraten. Aber was machen wir nun mit unserem kleinen Ausreißer?“ „Geben Sie ihm etwas zu essen. Er hat einen schrecklichen Hunger.“ Er reicht ihr von seinen Vorräten. Auch einen Apfel, den sie zwischen den gesunden Zähnen zermalmt. „Sie sind gut. Und das tut wohl... so wohl!“..„. Mslies Gour Er streicht iyr über das wellige Haar. Da nimmt sie seine Hand, zieht sie an ihre Lippen.— Durch die seidenen Vorhänge schimmert der anbrechende Tag. Auf dem Oberdeck steht Klaus Kort Zoppot ist in Sicht. Wollte hier nicht die blonde Baronin aussteigen? Hatte er sich nicht vorgenommen, ein Gleiches zu tun? Aber die da unten ihrem Schicksal überlassen? Dicht angereiht stehen die Passagiere, zum Aussteigen gerüstet. Da plötzlich— kaum weiß man, woher sie kommen— ein ganzer Stab von Zollbeamten. Und mitten unter ihnen mehrere Schupoleute. „Niemand verläßt das Schiff! Der Ausgang ist polizeilich gesperrt.“ Klaus Kort fühlt sein Blut stocken.„Was ist geschehen?“ fragt er den diensttuenden Offizier. „Ein ungeheurer Diamantenschmuggel ist aus Antwerpen signalisiert. Eine junge Dame, die unerkannt in Swinemünde an Bord gekommen sein soll—“ Klaus Kort greift mit der Hand nach der Reeling, faßt ins Leere.—„Sie also! Und mich wird man der Mitwisserschaft verdächtigen!“ Ein Gedanke jagt ihm durch das Hirn: di blonde Baronin!„Die Gattin eines einfluß: reichen Diplomaten“, hatte der Kapitän gesagt. Er wird sich ihr anvertrauen, sie um ihren Schutz bitten. B 4—4 Schon ist er, nicht ohne Muhe durch die aufgeregte Menge den Weg sich bahnend, an ihrer Seite. Aber ein Beamter kommt ihm zuvor, nähert sich wenig auffällig der Baronin.„Ich bitte Sie, mir Ihre Koffer aufzuschließen." „Mein Gepäck unterliegt nicht der Revision“ gibt sie kurz zurück. „Ich muß dennoch darum bitten", erwidert der Beamte, jeden Widerspruch abschneidend. Sie erbleicht, greift in die Tasche, überreicht die Schlüssel. An die Reeling gelehnt steht Klaus Kort. Tausend Gedanken und Fragen hämmern auf ihn ein. „In ihren Kleidern, ihrer Wäsche, zwischen die Borsten ihrer Bürsten versteckt, hat man ein ganzes Lager der wertvollsten Brillanten gefunden, deren Herkunft noch zweifelhaft ist. Ihr Name und ihr Paß waren gefälscht. Und wir—!“ Ist es der Kapitän, der zu ihm spricht? Er faßt sich mit der Hand an die brennende Stirn. Ist es denn noch nicht Morgen? Will der Spuk dieser Nacht nicht enden?— Die„Hansestadt Danzig“ hat Zoppot verlassen. Der unablässig tätige Motor rasselt Pillau entgegen. In seine Kabine tritt Klaus Kort. Ein verschuchtertes kleines Bündel kauert auf seinem Divan...„ 15, 14 M „Wenn Sie nicht oa sind, habe ich eine furchtbare Angst—!“ Wieder streicht seine Hand über ihr welliges Haar. Zärtlich... ein wenig väterlich fast. „Kopf hoch, mein kleiner Ausreißer. Ich habe alles dem Kapitän gebeichtet. Er wird Gnade walten lassen. Und jetzt mache ich einen Vorschlag. Wir nehmen zuerst im Speisesaal ein seines Mittagessen ein. Und dann begleiten Sie mich auf meiner Studienfahrt Ostpreußen. Aber nicht als mein Gepäckboy. Sind wir einverstanden?" Ein Paar rehbrauner Augen strahlt ihm die Antwort entgegen, welche die stammelnden Lippen nicht zu geben vermögen. Spälberbn An Herbsttagen, nebelschweren, Wenn Sturm die Mauern laut umtobt, Laß deine Stoßkraft sich bewähren, Mein Herz, in manchem Kampf erprobt. Zu unverwelklich schönen Kränzen Wand Zweig um Zweig die Treue dir. Ein Siegeoglanz von ewigen Lenzen Ist dein Begleiter— schon allhier. So hilf den Müden, hilf den Bleichen, Die von des Herbstes Schwere krank, Zum Aufblick hin zu Lebensreichen, Wo jede Klage schweigt— im Dank. Anna Enders=Dix. Quitt Skizze von Felix Rohmer. Noch war der raffinierte Einbruch bei der National Bank in Nushville in aller Munde, als an einem schönen, warmen Sommertage ein junger, braungebrannter Mensch mit feingeschnittenem, klugem und freundlichem Gesicht in Memphis auftauchte, offenbar in der Absicht sich hier für längere Zeit niederzulassen. Er mietete zunächst im erstklassigen Hotel„Mississippi South“ zwei Zimmer. Der Geschäftsführer, ganz begeistert über den leutseligen, eleganten Fremden, geriet in eine längere Unterhaltung mit ihm. Dabei kam das Gespräch natürlich auch auf den Einbruch in Nashville. „Man hat Denser auf die Fährte gesetzt", erzählte der Geschäftsführer.„Der ist sicher der beste Kriminalist, den wir hier im Süden haben, ein wahrer Bluthund. Aber diesmal hat er sich gründlich verhauen. Alle Anzeichen wiesen darauf hin, daß Jack Smith es getan haben müsse. Und Denser war derselben Meinung. Doch dann wurde es ein Reinfall. Es stellte sich nämlich heraus, daß Jack in der fraglichen Zeit gerade im Gefängnis saß. Er kam erst vier Tage später heraus— also ein einwandfreies Alibi, nicht wahr?“ Der Fremde, der mit halbem Ohr, immerhin mit dem gespielten Interesse zugehört hatte das die gute Erziehung verlangt, auch wenn es sich um etwas Gleichgültiges handelt, nickte mit dem Kopf und lächelte freundlich. „Kennen Sie eigentlich Denser?“ fragte der Geschäftsführer.„Er ist eine Berühmtheit hier unten.“ „Nicht wersönlich, leider,“ sagte der Gast. „Aber ich glaube sein Bild zuweilen in den illustierten Blättern gesehen zu haben. Er ist breit und untersetzt, nicht wahr, mir sehr blonden Haaren und einem vierkantigen Gesicht, auffallend schmaler Nase und kleinen, fragenden Augen?“ „Richtig— ja, so sieht er aus“, meinte der Geschäftsführer, überzeugt, die charakteristischen Merkmale eines Menschen noch nie in so knappen Worten dargestellt gejehen zu haben. Der Fremde lief ein paar Tage offenbar planlos in der Stadt herum. Inzwischen ergab sich, daß Memphis für ihn durchaus nichts Unbekanntes bedeutete. Vielmehr war er sogar hier geboren, hieß James Hiochry und man erinnerte sich, daß er vor ein paar Jahren unmittelbar nach dem kurz hintereinander erfolgten Tode seiner Eltern, mit einer Gruppe junger Abenteurer nach Alaska gegangen war, um dort sein Glück zu versuchen. Vor seinen Kameraden von damals zeichnete sich Hichory dadurch aus, daß er das gesuchte Glück auch wirklich fand. Er warf zwar nicht mit den Dollars um sich, aber er mußte sehr wohlhabend sein. Samuel Francis hätte das gern bestätigen können. Vielleicht geschah es in Erinnerung an alte Zeiten, daß Hichory gerade Samuel Francis mit der Verwaltung seines Vermögens betraute. Es gab noch zwei oder drei sicher ebenso gute Bankhäuser in Memphis. Aber James hatte einmal mit Franeis Tochter Dora gespielt, als beide noch Kinder waren, er liebte sie dann auf knabenhafte Art, und wenn die beiden später auseinander kamen, so lag es nicht an Dora und nicht an James, sondern wohl hauptsächlich an dem Alten, der den Umgang Doras mit einem solch durchlarmen Burschen nicht wünschte. Aber Hichory war nicht nachtragend— das zeigte sich jetzt. Und Samuel Francis hatte keine Veranlassung mehr, störend zwischen die beiden jungen Leutchen zu treten. Denn Jomes war mindestens ebenso wohlhabend wie der Alte. Dora war sehr glücklich über die Rückkehe ihres Jugendgespielen. Das Mädel hätte Jomes auch geheiratet, als er noch arm war. Daß sie es nicht zu tun wagte gegen den Willen ihres Vaters— mein Himmel, wer den Alten kannte, konnte ihr daraus keinen Vorwurf machen. Selbst James tat es nicht, so sehe liebte er##,### vit s Vthen E Knapp sechs Wochen nach seiner Annunft galten er und Dora bereits als verlobtes Paar. Er verkehrte in Francis' Hause, als wäre es sein eigenes, wurde von allen, mit denen er in Berührung kam, geliebt, weil er zu allen freund lich war, und die offizielle Bekanntgabe der Verlobung schien nur eine Frage kürzester Zeit zu sein. Ein paar Tage vor dem angesetzten Termin forderte Samuel seine Angehörigen und Hichory— der ja ohnehin bald genug in den Familienkreis aufgenommen sein würde und zudem ein begründetes Interesse daran besaßz, die Einrichtungen der Bank kennen zu lernen — auf, den neuen Tresor, den er kurz nach jenem immer noch unaufgeklärten Einbruch in Nashoille in Auftrag gegeben hatte, anzuEs wurde fast ein Picknich. Franeis' Frau kam mit Dora und den kleineren Geschwistern. dann noch ein paar Verwandte und Bekannte, alles in allem ein gutes Dutzend Personen. Der Tresor befand sich im Keller des Bankhausesz. Man mußte eine steinerne Treppe hinunter steigen, die oben in den großen Kassenraum einmündete. Francis erklärte mit etwas kindlichem Stolz eingehend die Konstruktion der Wände und der aus schweren Panzerplatten gebildeten Tür und ließ sich dann über den kunstvollen Mechanismus des Schlosses aus. „Es können nur zwei Personen gleichzeitig die Türen öffnen,“ sagte er,„mit zwei verschiedenen Schlüsseln. Einen habe ich, den anderen hier Herr Addison, mein erster Buchhalter.“ Dann wurde die Tür geöffnet. Sie drehte sich fast muhelos, trotz der ungeheuren Last, die sie in sich verkörperte. Francis ging als erster mit seinem Schlusselbund hinein, um einen der noch besonders vergitterten Safeschränke aufzuschließen. Aber er hatte haum den sehr beschrankten Innenraum betreten, als die Tür, wahrscheinlich durch die Unachtsamkeit eines der Kinder, sich jancsam in ihren Angeln drehte und, ehe noch temand darauf kam sie festzuhalten, mit einem leisen, klichernden Geräusch ins Schloß fiel. „Baimherziger Himmel!“ schrie Addison, der Buchhalter, und sein aschgraues Gesicht zeigte erst den anderen, daß etwas Schlimmes geschehen sein müsse. „Aber so schließen Sie doch auf!“ schrie die Frau des Baukiers.„Mein Mann muß ja de drinnen ersticken, wenn es so lange dauert.“ "„Ich kann nicht,“ stöhnte Addison, er hat den anderen Schlüssel bei sich.“ Er fingerte aufgeregt und hilflos an dem Schloß herum. Die Kinder weinten leise. „Man müßte mit einem Sauerstoffgebläse..“ meinte einer der Gäste. „Das dauert viel zu lange,“ brummte der Buchhalter schwitzend.„Außerdem— es ist eine Frage, ob man damit durch diese dicken Panzerplatten durchkommt. Sicher nicht, sonst brauchte man ja gar nicht diesen komplizierten Mechanismus zu erfinden.“ „James,“ sagte Dora zu Hichory, der stumer dastand, und legte den Arm um seine Schulter,„ich habe so viel Vertrauen zu Dir. Kannst Du meinem armen Vater nicht helfen?" James sah sie ernst an. Gib mir einen Kuß, Dory!“ flüsterte er.„Dann will ich es versuchen.“ Und er küßte sie, die Ueberraschte, vor all den Menschen mitten auf den Mund. Dann schicke er einen Boten ins Hotel, mit dem Auftrag, ihm einen kieinen, genau beschriebenen Koffer zu bringen. Der Bote kam nach wenigen Minuten zurück, er keuchte— der Koffer mußte sehr schwer sein. Hichory warf noch einen langen traurigen Blick auf Dora, ehe er ihn öffnete. Da lag, vor den Augen aller, die kostspielige, aus feinstem Nickelstahl hergestellte vollständige Einrichtung eines modernen Einbrechers. Keiner sagte ein Wort, als Hichory mit seinen blitzenden Werkzeugen fast spielerisch an der Tür des Tresors herum arbeitete. Nach vier oder fünf Minuten sogte er leise:„Fertig!“ Er wartete noch, bis Addison die Tür langsam aufzog, dann nahm er seinen Koffer und ging. ohne sich umzudrehen, die Treppe hinauf. Er hörte jemanden rufen:„James.“ Aber er tat, als gälte das Wort nicht ihm. Es