S Sas S 1: S 88 5— 2.* * O 2 3 S9 2 R 5 S 3 5 8.7#### = S 9•5 e s: 2. 2 5 315 * 9 2. 2 * * 8 S•PE 22.2•• a T5 öS E * 6 S** *a.." S S 6 2 2 0 S** S * 9 F— 3 29S2.R &am T2sg 353E 8 * T5n3* 5g. à 4*. S31SS SASuEg a a 8 Zeri Der Peitschenschlag Ein Histörchen von Walther Mittasch=Berlin. Allmorgendlich entrollte dem weitgebauchten Tore der Brauerei„Zum güldenen Löwen“ der wugen mit voulen Fässern, den die beiden gurben, breithrüstigen Belgier zogen. Oben au dem Kulscheroock saß Michael Rauhbach, anzuschauen wie Gott Gambrinus. Es wedelte ihm ein suchsiger Vollbart vom Kinn; zwischen gutmütig funkelnden Aeuglein klebte eine dicke, rote Nase. Und in der dicken Faust steckte eine gewaltige Peitsche. Wenn er diese Peitsche und damit einen gediegenen Lufthieb schlug, dann knallte das, als habe ein fürwitziges Stadtknechtlein seine Muskete obgeschossen. und manch Bürgersmann hob mißtrauisch schnüffelnd den Kopf aus seinen Vatermördern. Aber die Tauben, die rucksend um den silbern sprrdelnden Marktbrunnen wak„ koden sich auf klaschenden Fligeln und atterten nach dem schönen alten Giebel der „otheke, allwo sie die vergrünten Renaissaneeschnörkel mit ihrem blutwarmen Leben dekorierten. Alltäglich auch ratterte der Vierwagen durch die Schwalbengasse, wo das Gasthaus„Zum grünen Schwanen“ stand. volle Fässer schluksend, leere ausfpeierd. Unter den alten RübBlampen hin. die alsdann leise klirrten, rumpelte der Wagen, den Mathias Rauhback tenkte. Eigentlich hätte er seinen Weg besser am Stadtgraben entlang genommen; aber es soll verraten werden, weshalb Michael lieber durch die Schwalbengasse donnerwetterte— und weshalb er— genau dreimal— jenen gewaltigen Lufthieb tat, der wie ein Musketenschuß die enge Gasse durchgellte und über den Stadtmauerturm ins Blaue flog. Hieb galt der rotbraunen Dorothea Frändlein, die bei dem ehrsamen Herrn Alois Breitschneider, der gesamten Heilkunde Doktor, Dienste tat. Pfiff der Musketenknall am Küchensensterlein vorüber, dann segte Jungser Dorothea an die Haustür und sunkelte von dem Beischlag aus wie die ausgehende Morgensonne den sorschen Rosselenker und seine schellenklirrenden Gäule an. Ein wetterwendisch Persönchen, die rotbraune Dorothea; und abends am Marktbrunnen eine der Spritzigsten und Dreistesten. Aber der Michael schlug trotzdem den Lusthieb. Es würde ihm etwas sehlen, wenn die Rotbraune mit dem Sonneneines Tages nicht auf dem Beischlag stusen steht ein staubiggrauer Hausdrachen, an dem weder die Sonne noch der Michae! Freude haben. So unterblieb denn der erste Peitschenknall.— Alsdann ist auch der zweite Juchzer der bunten Schnur verflogen. Im Häuschen Nr. 16 haust ein Ratsschreiberlein Das nahrte sich von Aktenstaub und galliger Tinte. Und wurde allmorgendlich„nervös“ vor dem rohen Peitschenlärm und katzbuckelte um den Herrn Bürgermeister, und hetzte bei dem Herrn Brauereibesitzer... Na. und so verboten sie dem Michael das Peitschenknallen.— Seitdem ist der kranke Knabe noch blasser und stiller geworden. Der=schöne, lustige Wager rumpelt nun nicht mehr durch die Schwalbengasse, und die grauen Schatten haben sich wieder enger und enger um das Kind gezogen. so daß der Meister Totenoräber schon leise ansangen kann, das Grabscheit zu schärfen. Und den dritten Peitschenknall hat der Michael auch aufgegeben. Der macht ihn keinen Spaß mehr. Aber auch gar keinen.— Man kann's wohl begreisen. Wenn der Michael heute beim„Grünen Schwanen“ vorfährt, dann steckt er halt nur noch zwei Finger in den Mund— und p'eift laut und gellend. Schön klingt es nicht. Aber wer Ohren hat, zu lauschen. der hört aus dieem harten. kreischenden Pfiff den Groll eines tief im Innersten getroffenen Herzen. —1—.— Der Fünszigmorkschein Skizze von Grete Massé. Die kieine ältliche Frau Alma Hoenicke geht, den Kopf voller Sorgen, durch das Warenhaus. Wie ein schmaler schwarzer Schatten gleitet sie in ihrer altmodischen Mantille und dem ounnlen Filzhütchen stumm durch die Räume. Sie hat in der Lebensmittelabteilung ein wenig Schmalz gekauft und ein paar Tuten Hülken„—cher. Gerne halte nle noch ein wenig Fleisch Den zweiten Hieb schlug der Michael vor dem Häuschen Nr. 17. Dort lag hinter den gebauchten Fensterscheiben und den wundersam verschnörkelten Christrosen ein krankes Kind. Em kleiner Junge, der arg gelähmt war und dem das Leben nur wie eine flüchtige Legende schien, die man nicht glauben darf.— Wenn morgens der Bierwagen vorbei dröhnte, die breiten behaarten Pferdehuse Funken schlugen. die Ketten und Schellen klirrten, die Fässer rumpelten und über alledem die Peitsche ihren fröhlichen Schrei kreischte,— dann spitze der kranke Junge die Ohren, und es war ihm, als faßte das Leben ihn an, mi: einem neckischen, spielenden Finger... und dann zogen sich die grauen Schatten, die sonst so schwer und dicht herumschwebten. ein wenig zurück und verblaßten.— Der Knabe war zu schwach, um sich auszurichten... deshalt konnte er ihn nicht sehen, den Bierwagen Wohl aber hören; und das genügte. Schon vor weltem vernahm er den lustigen Wagen, verfolgte ihn in Gedanken, spürte ihn heranvoltern, schüttern und klirren, atmete gewissermaßen den Peitschenschlag ein, versank kurze Zeit in sehnsüchtige Träume. von Wiesen und Wäldern, durch die lange Straßen zogen, auf denen andere wandern durften... und begleiteic dann den sachte verebbenden Lärm mit wachen Ohren..“ von dem seinen, rhythmischen Zittern des Bettes seltsam angeregt. Und der dritte Schlag und Knall war das Signal für den„Grünen Schwan“. Auf dieses hin kugelte Petersen, der dicke Wirt, unter dem Vorbogen hervor, stellte sich mit dem grünbeschürzten Bauch in die Sonne, die auf den Schnallenschuhen und Westenknöpfen ein kindlich Geblänker vorzauberte.— So ging das alle Toge. Und man sollte meinen. es wäre ein Stückchen, ein winziges Stücklein Weltgeschehen, was sich da mit unabänderlicher Notwendigkeit abspielte. Aber dennoch hat es sich gewandelt. Der fröhliche Wagen rollt heute über den Stadtwall... und die Peitsche hat das Kreischen verlernt. Zuvörderst ist die rotbraune Dorothea ohne Gruß und Kuß mit einem Schmiedegesel#en daron gegangen; und auf den Beischlagfrüchte. Gerne hätte sie noerstanden oder wenigstens einen Käse oder ein halbes Pfündchen Schinkenspeck. Aber in ihremn Geldbeutel schimmern nur noch trübe ein paar Groschen. Ihr Mann ist seit Monaten stellungslos. Trotz seiner Kränklichkeit und seiner vorgerückten Jahre läuft er sich Tag für Tag die Hacken ab. Aber für jeden ausgeschriebenen Posten sind Dutzende von Bewerbern da. Und die Arbeitgeber ziehen die jüngeren Leute vor. So ist die Not in die kleinen Stuben der Hoenickes eingezogen. Ein Stück des Hausrates nach dem andern wandert ins Pfandhaus. und immer geringer wird die Hoffnung, sie wieder einlösen zu können. Plötzlich blickt die alte, kleine Frau erstannt vor sich nieder. Dicht vor ihr, auf dem Fußboden des Teppichlagers, liegt ein Fünfzigmarkschein. Die blaisse vergrämte Frau starrt auf das Geld. Da liegt es. unbeachtet. Keiner scheint es zu vermissen. Für sie aber würde es Reichtum bedenten und Glück. Man könnte damit die Miete zahlen, auch im Korridor die herausgebrochene Fensterscheibe ersetzen lassen, damit ihre von rheumatischen Schmerzen geplagte Schulter durch die Zugluft nicht noch mehr zu leiden habe. Dem Manne würde man die Schuhe neu besohlen lassen und ihm einmal ein kräftiges Essen vorsetzen. Schon will sie sich bücken. Da summt ein Sprüchlein aus Kindertagen durch ihr Gehirn.„Unrecht Gut gedeihet nicht.“ Sie richtet sich wieder kerzengrade auf. Sie geht weiter und schreitet von Verkaufsstand zu Verkaufsstand. Es kommt ihr gar nicht zum Bewußtsein, wie sinnlos es ist, daß sie die sunkelnden Dinge des Luxus beschaut, die für die Frau eines Stellungslosen gar nicht in Betracht kommen. Plötzlich ist sie wieder im Teppichlager. Ganz ohne ihren Willen und ohne ihr Wissen. Jäh schießt ihr das Blut in den Kopf. Da negt noch immer der Fünfzigmarkschein. Keiner hat ihn gesehen. Er hat auf sie gewartet. Dus Schicksal wehte ihn dahin, damit es für sie ein Aufatmen gebe in ihrer häuslichen Not. Sie bückt sich, so schnell es ihr das schmerzende steife Kreuz erlaubt. Der Schein knistert zwischen ihren Fingern. Sie hält ihn fest. Freude flackert in ihrer Brust auf. Sie denkt an die guten Dinge, die so notwendig sind und die sich für dieses Geld beschafsen lassen. Aber wie sie weiter geht, da ist es plötzlich. als hielte sie in der Höhlung ihrer Hand nicht ein bedrucktes Papier, sondern eine glühende Kohle. Die brennt sich ein in ihre Haut, daß die ganze Innenfläche der Hand schmerzt. Sie schlägt die Augen nieder, denn sie meint jeder, der vorüber geht, müsse ihr die Schuld von der Stirne ablesen können. Und plötzlich denkt sie:„Eine alte Frau geht durch dieses Haus, die eine Diedin ist.. Sie kommt an einem Spiegel vordel. Sie blickt hinein. Sie schaut in ihr eigenes Angesicht wie in ein fremdes. Da sino Linien um ihren Mund, die sie nie an sich gekannt. Da liegt ein Ausdruck in ihrem Blick, wie ihn ihe redliches Auge noch nie gehabt. Und plötzlich fällt ihr ein, daß der Schwiegersohn ihr heute Abend durch seine zweite Frau den kleinen, vierjährigen Sohn ihrer verstorbenen Tochter zum Besuch in die Wohnung schicken will. Entsetzen überfällt sie bei dem Gedanken, daß das Kino sich an sie schmiegen und nach der Hand oreifen werde. die Diebesgut zwischen den Finaern gehalten. „Nein,“ spricht sie leise vor sich hin,„nein, Hänschen soll keine Großmutter haben, die nicht ehrlich ist..“ Urd mit ihren kleinen, müden, lant'osen Schritten geht sie in das Fundbüro des Warenhauses und legt dem würdigen Herrn mit goldener Brille und dem weißen Barte, der am Schreibtisch sitzt, den Fünfziemarkschein auf die braune, glänzend polierte Hol#latte.— Aber merkwürdig. obwohl sie sich des gestohlenen Gutes entledigte, hat sie immer noch das Gefühl, als trüge sie in der Handfläch: die feurig glübende Kohle, die sich in ihre Haut brennt. Die Menschen auf der Straße scheinen sie mit Blicken zu mistern, die ihr die Schamröte in die Stirne treiben. Es ist. als wäre es allen bekannt, daß sie sich gehückt und nach fremden Geld gegriffen hat. Sie alle scheinen zu glauben. sie verberge noch immer den Fünfzigmarkschein in ihrer Hand. An der Straßenecke steht ein Polizist und sieht sie en. Die kleine Frau Hoenicke meint, er verfo'ge sie mit den Blicken, wie man mit beobahtenden Augen die Schritte eines Verbrechers verfolgt. Und plötzlich klopst in ihrer Brust das Herz wie ein Hammer. Sie sieht in den Spiegelscheiben der erleuchteten Läben, daß er ihr nochgeht. Ihr wanken vor Angst die Knie Obwohl es kalt ist, fühlt sie an ihren Schläfen die Schweißtropfen ausbrechen. Ihre Lippen zittern. Jetzt ist er neben ihr. Er sagt:„Sie heben Ihren Handschuh verloren, kleine Frau!“. Und er hält ihr einen dünnen. abgeschabten schwarzen Vollhandschuh hin, der ihr in der Erregung entfallen ist. Sie nimmt ihn an sich. Ihre farblos gewordenen Lippen vermögen kaum eine Dankeswort zu stammeln. Obwohl sie zu Fuß aach Haus gehen wollte. um die Fehrgroschen zu sparen. steigt sie in die elektrische Pahn. Mag das letzte Geld drauf gehen! Ihre Kräfte sind zu Ende. ihre Nerven qualvoll überreizt Sie muß endlich die eigenen v'er Wände um sich haben, zwishen denen sie sicher ist, daß bein remder Blick sie mehr trifft. Als sie heim kommt, ist es in der Wohnung ganz dunkel. Sie testet nach den Streickhölzern und entzündet die Gaslampe über dem Küchentisch. Eine kleine Helle verbreitet sich langsam in dem Raume. Das plötzliche Licht bringt die Augen der alten Frau, die eben noch das Dunkel umfangen, zum Blinzeln. Sie schau; auf die Wände, auf den Herd. wo in der Ase noch ein Restchen Teuer glimmt. Da gewisren ihre blinzelrden Augen auf dem Tisch einen Fünfeigmarkschein, so neu und blank wie der im Teppichlager des Warenhauses. Ein Gefühl des Schwindels packt sie. Die ganze Küche scheint sich um sie zu drehen, und die kleine Lampe über dem Tisch schwankt bin und her. Sie glaubt, der Fünfeigmarkschein habe sie verfoigt und breite sich, ihr zum Hohne, hier vor ihren Augen aus, um sie zu quälen und ihr redliches Heim zu entweiben. Sie stöhnt auf. Obwohl sie sonst sanften Gemüts ist, überkommt sie ein solcher Zorn, daß sie diesen entsetzlichen Fünfzigmarkschein pockt um ihn zu zerreißen und die Fetzen in die Asche des Herdes zu streuen. Aber wie sie den Geldschein aufhebt, liegt ein beschriebener Zettel darunter. Sie nimmt aus ihrem Nähkörbchen ihre Brille und setzt sie auf. Nun erkennt sie die Sckrift ihres Mannes. Da steht in Eduards sauberen, sorgsam und pedantisch gesetzten Buchstaben:„Habe in einer Fabrik einen Vertrauensposten erhalten. Man gab mir fünfzig Mark Vorschuß. weil ich schon viele Monate ohne Arbeit und Verdienst bin.“ Die alte. kleine Frau Hoenicke sitzt auf dem Küchenstuhl, hält den Fünfzigmarkschein in ihrer Hand, und aus ihren Augen tropfen Tränen der Freude auf ihn nieder. Samstag, 16. Februar Jetzt ist zu Haus der Fasching.. Skizze von Paulrichard Hensel. Die Sonne war über den wirren Steinhaufen der Campagnadörfer untergegangen. Ir dem von Mauern umhegten Garten eines kleinen Hauses, das ihnen zur neuen Heimat geworden war, saßen zwei deutsche Maler und tranken st.ll und versonnen ihren Wein. „Jetzt ist zu Haus der Fasching“, sagte der eine und sah mit einer versteckten Sehnsucht an den Lypressen vorbei nach Norden.„Es war doch schon. Einmal im Jahr konnte man ein anderer Mensch sein, listig und ausgelassen und die Mädels waren König'nnen urd Blumen und Sterne, und man brauchte ihnen nichts zu glauben, weil sie ja alle Masker trigen— was, Klaus, man vergißt nicht alles, nicht wehr?“ Das Cesicht des anderen war ernst geworder.„Nein“, sogte er,„ich vergesse auch nich daß,es doch alles so töricht ist, was wir vom Friching denken. Ich habe mir nie viel aus desen Festen gemacht. Was gingen mich so viele fremde Menschen an? Aber einmal habe ich eine Maske tragen müssen. lange über den Aschermittwoch hiraus. und die hat sehr gedrückt— weil ich einen Menschen, den ich liel hatte, ohne Maske sah... Das war noch auf der Malschule. Ich sehe an Teinem Lächeln, daß Du richtig geraten hest: Es handelte sich um ein Mädchen. Nicht um irgendeins, sordern um das, das ich liebte urd das für mich das genie Leben bedeutete. Ein nie gekanntes Gefüh inneren Zusammengehörens verband uns en feltenes Verstehen und Ineinanderausgehen Aber wir mußten uns nach außen verstellen, emd zu einander tun— was brauchten mieren von unserer Liebe zu wissen? In Nenees wacherte sümen der Klatsch. Sie den Ateliers wucherte schnell der Kla war n der Bildhaverklasse. Daß sie immer fre ndlich und fro, ich war, machte die Männe; ammorkiamer auf sie ala auf jede anderNe. achmernsamter auf sie u.p auf ster aidere. Urd einer. der Martin Roch. verlor sein Herz genz an sie. Sie liebte ihn nicht, ich wußte das aber— mochte ihr seine Zune gung schmeicheln oder war ihr das eigene Verhalten unbewußt — eder Unbesangene mußte den Eindruck gewinnen, daß zwischen den beiden eine herzliche Freundschaft bestand. Sie lieh sich von Mater al, das sie vergessen hatte; in den Frühstückspauen halsen sie sich gegenseitig aus. und es ging keiner am Platze des anderen verüber, ohne für die Dauer ron ein paa: worten stehen zu bleiben. Das tat unserer Liebe keinen Abbruch. GeVerantwortlich: H Semmelmann. Altena. Druck und Verlag: Dr. C. Sanz. Altena. ständig wuchs und ich selbst in dem Zustan war, daß ich keinem Menschen böse sein konnte. verstand ich das Mädchen und sah nicht mehr, als es im Grunde wohl war: Die Unbetargenheit einer kollegialen Vertraulichheit, die ras arbeiten leicht macht. Ich hatte Gselas Briefe und taufend schöne Erinnerungen. Und kam wirklich eine Mißstimmung über mich weil die Wirklichkeit unter fremden Menschen doch immer ganz anders aussieht, als ein im Alleinsein gesprochenes Wort klingt, so fpürte Gisela es soort, kam und gab mir die Hand und löschte mit einem Lächeln alle törichten Gedanken aus. So verging etwa ein halbes Jahr. Wir bereiteten unser gewchntes Künstlersest vor, das heißt, wir arbeiteten gemeinsam an der Ausstattung der Räume, hielten aber unsere Kostüme dis zum Fest selbst voreinander verborgen. Gisela wußte, daß ich nicht daran teilnehmen würde. Arbeit und Krankheit hielten mich zu Hause.„Schade“, sagte sie,„ohne Dick macht es mir keine Freude.“ Ich empfand etwas wie Trost dabei, obwohl das sicher egoiNacht Nacht schleicht heran, die leise singt. In breitem dunkelm Strom bezwingt Sie die verstummten Felder. Mit schwarzem Flutenschwall ergießt Sie sich zur Stadt und übersließt Das Haus und löscht die Lichter, Bis sie, vom eignen Einsamsein Entsetzt, erschauernd querseldein Zum sernen Hahnschrei flüchtet. Max Bittrich. Freude zu machen und ihr ein paar Blumen zu soringen, ehe sie sort ging. Dann sah ich sie ind betrachtete das Kostüm, das sie tragen wollte, und hörte, wie sie sagte:„Martin Rock hat es für mich entworsen. Er will mich nachhe: abholen— Da ging ich ganz langsam nach Hause. Und ich, der nicht zum Tanz ging. legte die Maske des Lächelns und Freundlichseins an. weil ich wußte, daß irgend ein bitteres Wort dem Mäddie Freude genommen und vielleicht noc Sa#mumeres geweckt hätte. Sie aber, die das Nusnenkleid anzog. hatte in Wirklichkeit vielleicht eine Maske abgelegt, die sie immer getragen hatte: Der andere war wieder da. als könne es gar nicht anders sein und als göbe es gar nichts darüber zu deuteln und zu denken. Ich weiß nicht, ob ich recht oder unrecht empkunden have. Aber das eine war mir am an Febe. Aber das eine war mir am an veren Morgen, am Aschermittwoch, bewußt über diesen Tag hinaus— nicht nur im Fasching— es immer Menschen geben wird, dic im Maskenkleid gehen, ohne daß sie es wissen ind andere, die wissend sich verstellen müssen wenn sie nicht wehe tun wollen. Aber auch die Kraft des Verstellens hat ein inde. Und damit weißt Du den Grund, warum ch die Heimat verließ und hier wohne.— den Grund, von dem die lachende und schöne Giselc nie etwas erfahren hat.“ Er leerte lanosam den Rest der Flasche ir ein Glas und hob es wie in einem versichlenen Gruße gegen den Himmel. „Urd nun ist wieder zu Haus der Faschng...“, sagte er leise. —1..— Aschermitttooch im Schnee Skizze von Paulrichard Hensel. Auch der Wintersportplatz im Gebirge wollte seinen Fasching haben. Die Menschen schienen keine Müdigkeit mehr zu kennen. War am Tage die reichliche Schneedecke mit Schlitten Skiern belebt, so füllten sich abends die Säle der großen Hotels mit festlich gekleideten und tanzfrohen Menschen. Und daher kam es wchl auch, daß Rita Sommers Besuche bei dem jungen Buckhandler seltener wurden. Sie ging gem zu Johannes Gracht, der seinen kleinen Sltan as zum eigenen Vergnügen zu unterschalten schten, bei dem es immer allerlei hübsche iun sehenn buntes und bizarres Kunstgewerbe gab und in dessen Korbsessel vor der elektrischen Teemaschine es sich so angenehm plouderte. Und da kam es wohl vor, daß sie die am Tage wie am Abend umworbene Schönden Sportplatz und die Freunde vergaß weil die Stille des Raumes. das Leuchten in den Augen des Mannes seine Zurückhaltung wärmten und wohl taten. Aber wenn sie sich dessen bewußt wurden, war sie plötzlich, wie nich edu###st dabe,„obwohl das sicher eggizdessen bewußt purden, war sie plößzlich wiel nich heunl, war. Aver am Abend übersteilverwandelt. Er son nicht denken, daß ich in ihr es mich von, schnell noch dem Mädchen eine verliebt bin, sagte sie sich in einer Art mädchenhaften Stolzes; es gefällt mir so, wie es ist, und es soll gar nicht anders sein. In den Hotels waren andere Männer, mit großen Namen und großen Börsen, die der jungen Rita Sommer nahe standen. Nein, ein Fürt oll es nur sein, ein gescheiter, gelstiger, erfrichender Flirt— mehr nicht. Johannes Gracht, der in dem Reichtum seider Bücherstube wenig an dem fröhlichen und luxurkösen Leben um ihn herum teilnahm, purte dies alles mit seinem Instinkt. Er hatte das junge Mädchen lieb. Und er sagte sich mit einem Schein von Recht: Wenn sie oft zu mir kommt. gern und freudig kommt, muß doch ohl etwas sein, was uns ganz heimlich innerlich bindet. Aber er sprach nicht darüber. Er war gescheit genug, sich damit zu bescheiden, gefällig, gern gesehen und so etwas wie ein guter Freund zu sein. Einmal schlug er eine Morgenfahrt im Schlitten vor. Rita überlegte.„Heute aberd ist der letzte Ball im Exzelsior.. Gracht senkte ein wenig den Kopf.„Und da werden Sie also morgen müde sein—“ Sie lächelte seltsam.„Ich glaube auch.“ Tann ging sie bald. Johannes war sehr still zeworden.— Es war der letzte und daher der ausgelassenste und glänzendste Ball. den das Kurhaus veranstaltete. Rita Sommer fühlte sich in ihrem klement. Sie wurde bewundert und umworben, aber ihre Laune und ihr Temperament zannten keine Bindung an einen:“:“: sie geroß wohlig den Triumrh ihrer Schörheit urd (leverlegenheit. Einer aber, der Arzt Laensch, ieß sich durch die Schar der Anbeter nicht beirren. Er hatte schon auf den Schneeplätzen sich mmer wieder der hübschen N= zu nähern versucht, und nun sollte ihm dieser Aberd die Entscheidung bringen. Urd noch ein anderer war viel an Ritas Seite: Brand“; der Filmdirektor mit der großen Villa in Hiddensee. Es war schon spät in der Nacht. als Rita und Prandt sich in eine Loge zurückgezogen hatten. das Madchen war müde geworden— gewiß nicht vom Tanz—, aber ein nie gekanntes, beklemmendes Gefühl hatte sie befallen. Woh'n waren alle die Männer, die anfangs nicht von ihrer Seite gewichen waren? Jetzt hatte eder ein Mädel im Arm. das ihm gern ein Abenteuer verhieß—. und keiner hatte wohl mehr gewollt... Ein schmaler Raum mit Büchern und Vasen tauchte vor Ritas Augen auf. uind on Worte erinnerte sie sich, die nicht sorch eend schleierlos waren wie die heute ihr ins Ohr geflüsterten— ob er jetzt wohl an sie dachte? Da war Brandt plötzlich aufgesprimngen, hatte sie umschlungen, hielt seinen heißen Mund dicht an ihr Gesicht:„Komm fort von hier— hast mich lange genug warten lassen— morgen ist Aschermittwoch, kannst dann wieder zu den anderen gehen— aber heute gehörst Du mir...“ Sie schrak zusammen. Aber weniger Bestürzung als Scham lähmten ihr die Lippen. Heute nur? Und morgen schon vergessen? Und an mehr dechte auch er nicht? Wo war Igensch jetzt? Warum half er ihr nicht? Bielleicht küßte er jetzt neben der Tapetenwand eine andere — der Morgen kommt ja so schnell—, und man wird müde vom Warten, ja, so war es wohl— Urd nun bog eine feste Hand ihren Kopf zurück— Da sprang sie auf. Ohne sich umzusehen, var sie in der Garderobe. Ruse eilten ihr noch. Sie war aber schon draußen in der Winternacht.— . Es war sieben Uhr früh, als es an der Tür des Buchhändlers klopfte. Draußen stand Rita. „ich sah Licht bei Ihnen. Nun? Der Schlitten st vorgefahren", sagte sie mit einem leisen Lächeln. Lohannes Gracht sah sie fassungslos an. War es denn möglich? Sie hatte ihn nicht ver *# S5SER 9 g.6n B##s-Eaße GOGUETAS. GEAEN24 □D 52 2 S 15 8 5 2S 82 E E 5 580 F•OBSES E EE—25SSBoEsn 8.—• E— G 8 = S ST .8 2 S 222 * 22 E 9 52 * □ 2 —. GgES SEN E: AHT FEOOEPSUEG „„* B-SLS NEE SSEEER-S“ E gAEESgS S 5 SE * S-SEE 5 8S 55 SSE0 2 * S 5* RRSSSSLEBE Tanz gewesen und hattejdichten viel Lustigkeit und Sensation und Sie ooch an die Schlittenfahrt gedacht—[werdon ein gutes Geschäft me#= Ach gellen; st, war zum Tanz geweren doch an die Schlittenfahrt gedacht— „Oder sind Sie eben erst aufgestanden?" fragte das Mädchen, belustigt über sein erstauntes Gesicht. „Ich habe noch gar nicht geschlafen", erwiderte er leise. Dg. murde Ritas Gesicht ganz lieb und still. ##r halle an sie gedacht, die ganze Nacht, das prauchte sie nun nicht mehr zu fragen; und sie hatte es gefühlt. Fast schweigend fuhren sie in den Morgen hinein. Nach einer Stunde, auf einer Anhöhe schickten sie den Kutscher nach Hause. Die Dunkecheit war gewichen. Schneebedeckt und schlummernd, unter einem Nebelschleier, lag das Städtchen unter ihnen. Und als Rita immer noch schwieg, fragte Johannes leise:„Sind Sie nun traurig, daß der Fasching vorbei ist?“ „Wäre ich dann gekommen?“ Und als schäme sie sich ihrer Weichheit. nohm sie resolut seine Hand:„Nein— Ihr Vorschlag war gut. Man muß mit wachen Augen in diesen Morgen sehen—“ Da begriff der Mann das große, unerwartete Geschenk der Liebe, das ihm dieser Morgen brachte. Sie hatten in den vergangenen Tagen viel miteinander gesprochen, hatten sich verstellt, bezähmt und versteckt. Jetzt war der Fasching vorbei, und was sie sich jetzt sagten war ehrlich und unverhüllt. Aber es bedurfte keiner Worte mehr dazu: nur ihre Hände hielten sich fest, und ihre Augen lösten sich nicht soneinander. und ihre Lippen sanden eine belengendere Sprache. Dann gingen sie eng verschlungen durch den sich teilenden Nebel dem Glockengeläuten aus der Tiefe entgegen. —.— Wozu das alles? Humoreshe von Leo Walther Stein. „Zwanzig!" heuchte der Vorhangzieher. Nun kann ich bald nicht mehr.“ Der Vorhang og in die Höhe.„Die beiden Herren Autoren ch einmal allein“, rief der Regisseur. Glücksrahlend verbeugten sich Hans Merten und 1 Läumler, die beiden Väter des Lustspiels „Wozu das alles?“, dessen Uraufführungserfolg von dem dankbaren Publikum mit allen Anzeichen eines großen Abends besiege!t wurde. Ein ungleiches Paar! Hans, der elegante. schlanke Lebemann, mit dem ewigen Einglas im rechten Auge. und Max, der etwas untersetzte, bebrillte Intellektuelle, dem der Dr. phil. aus jeder Falte seines bejahrten Smokings hervorsah. Bei geschlossenem Vorhang umarmten sie sich jetzt, und schwuren sich ewige Freundschaft und immerwährende Zusammenarbeit. Max. der stets gefühlvolle. besiegelte den Eid mit zwei schallenden Küssen auf Hansens beide Wangen und einem besonders herzhaften auf den Mund. Ein übermütiges Lachen ließ sie beide ausschauen.„Oh, wie komisch— ich muß immer lachen, wenn zwei Männer sich küssen.“—„Recht haben Sie, Mrs. Forster“, rief Hans.„es ist geradezu ein Verbrechen, wenn eine so reizende, berückend schöne Frau gänzlich unbeteiligt zusehen muß.“ Die wirklich außergewöhnlich hübsche, junge Amerikanerin reichte lachend ihre beiden Hände ihren Schützlingen zum Kuß. Ihren eindlußreichen Bemühungen, und nicht weniger ihrer Dollarmillionen war die Annahme und Uraufführung des Lustspiels der beiden— in den weitesten Kreisen unbel annten— jungen Autoren zu danken. Nun waren sie gemacht! Der noch vor der großen Pause sehr zurückhaltende, als bösester Miesmacher bekannte Theaterdirektor fragte bereits nach dem nächsten Stück. Natürlich habe er, als Entdecker der beiden Neuschöpfer des deutschen Lustspiels, das erste Anrecht darauf. Er verlange schon jetzt die endgültige Zusage.„Wir werden sehen, Mister Direktor, was wird gut sein für meine Freunde. aber nun— mein Wagen wartet. und das Essen im Bristol auch." Nun saß man in bester Laune bei einem raffiniert zusammen gestellten Abendessen Hans, ein glänzender Gesellschafter. beherrschte die Unterhaltung, war unerschöpflich im Erzählen von Anekdoten und zitierte dabei auch schon ganze Stellen aus dem zweiten Stück das beide in Arbeit hatten. Der Direktor war werden ein gutes Geschaft machen.—„ach Geschäft, immer nur Geschäft", brummte Max, „man will doch den Geschmack veredeln!"— „Der Herr Veredler!“ spottete Hans.„Wir trinken auf die hundertste Aufführung von „Wozu das alles?“—„Und auf die zweihundertste von dem neuen Stück!“ rief Mrs. Forster.—„Das Stück ist angenommen, unbesehen“, schrie der Direktor,„ich schicke Ihnen den Vertrag.“ Am nächsten Morgen— Hans plätscherte vergnügt in seiner Badewanne— erschien Max mit einem großen Pack Zeitungen.„Hier Hans, habe ich die Presse.“—„Glänzend naturich!"—„Wie man's nimmt— sie konstatieren alle den großen Abenderfolg.“—„Na also, was willst Du denn?“—„Aber hier, bitte höre nur:„eine gute Idee— es hätte ein richtiges Lustspiel werden können, wenn nicht...“ und hier:„leider durch gewisse Unwahrscheinlichkeiten stark ins Schwankhafte gsxzerrt...““—„Unverschämtheit!“—„Der Memn hat ganz recht, ich habe Dir ja immer gesagt, wir dürfen nicht nur auf die Lachwirkungen...“—„Nein— weinen sollen die Leute im Lustspiel!“ spottete Hans und ließ die Brause spielen.„die Hauptsache, wir haben den Erfolg!"—„Ja, aber Erfolg verpflichtet, spritz doch nicht so, ich werde ja ganz naß— und das sage ich Dir, Hans. unser zweites stuck schreibe ich so nicht weiter. Es wird ein Schwank, das decke ich nicht mit meinem Namen!“—„Dann laß es doch bleiben.“ Hans sprang aus der Wanne.„Spritz nicht so. wir wollen alles noch einmal gründlich durchsprechen.“—„Es bleibt, wie es ist: Du hast ja geehen, wie der Direktor gestern darauf flog.“ —„Lieber Hans, ich erkläre Dir. ich schreibe so nicht weiter, eher trenne ich mich von Dir!"— „Bitte, wie Du willst, ich bin nicht auf Dich angewiesen, ich kann auch allein.“—„Meinst Du vieneicht, ich kann nicht allein?"—„Versuch's, Du wirst ja sehen. wohin Du mit Deiner blöden Literatur kommst!“—„Hans, Du wirst beleidigend. ich habe einen guten Stoff für eine Tragikomödie!“—„Schreib' sie doch!“ „Ich habe sie vorhin am Telephon Mrs. Forster erzählt.“—„Die wird sich ja gebogen haben vor Lachen!“—„Begeistert war sie, ich gleich zu ihr."„Jetzt, früh um zehn Uhr?“ lachte Hans.„Also um halb elf!"— „Nimm mir's nicht übel, Max. Du machst Dich sächerlich mit Deiner Kurschneiderei!“—„Lächerlich? Das werde ich Dir beweisen!"—„Du, und diese entzückende, übermondäne Frau?“ —„Die Gegensätze ziehen sich on. Uebrigens bestelle ich mir heute zwei neue Anzüge, dann sollst Du mal sehn!“—„Gratuliere zur Verlobung. Herr Doktor!“—„Du bist ja nur eiferfüchtig, weil sie mich begünstigt!— Wollen wir wetten, daß sie Dich nicht nimmt?“— „Dich vielleicht?“.—„Wer weiß, wenn ich ernstlich will!“—„Untersteh Dich. die Frau gehört mir! Das trennt uns für ewig... Leb wohl!“ Die beiden Autoren, die sich noch gestern ewige Freundschaft und immerwährende Zusammenarbeit geschworen hatten, waren mitinander zerfallen. Vergebens bemühte sich der Theaterdirektor, der um das nächste Stück besorgt war, sie wieder zusammen zu bringen— alles umsonst. Sie schrieben jeder für sich ein eigenes Stück.„Lassen Sie“, sagte die schöne Amerikanerin zu den Vermittlern.„jeder Mensch hat den freien Willen, zu machen eine große Dummheit, man wird sehen, was ich Igae“— hier, der Glückliche mit dem großen Erfolge. Na ja, er kann ja auch wirklich was, ich gönne es ihm.“ Max ging zum Fenster und sah trübsinnig in die Nacht hinaus. Hans trat ein.„Da 'st ja Max." Er sah den Kranz.„Hat natürsich großen Erfolg gehabt. Ich gönne es ihm, ler ist in ein guter Kerl— und ein storkes Ta'ent.“ Mit zwei Schritten war er bei Mar und streckte ihm die Hond entegen.„Ich gratuliere Dir!“— Zu meinem Durchfall?"—„Dirchsafl? Gohört denn der Kranz nicht Dir?"— Mir? Nein. ich denke Dir!“—„So seh' ich aus", lachte Hans. ausgezischt!“—„Du guch?“ —„Und wie! Schon nach dem zweiten Akt!“ — Ich schon nach dem orston.“—„Mein horzsichstes Beiseid!“—„Gleichfassa!“—„Aber Mar. wie bann man auch sein Stück nennon! Wenn Du noch Durst gesogt hättest!" —„Ja, ja, lieber Hons Du haft mir sehr ge—„Und Du mir!“—„Wir waren töricht!“—„Zwei Riesenrösser waren mir! Aber ich war schund!“—„Nein. ich!“—„Mar!“— „Hans!“ Urd in den Armon lagen sich beide. Durch den Türnorhang steckte Mrs. Forster das reisende Könschen.„Hebe ich es so aut gemacht?"—„Gnädige Frau!“. Die haiden Freunde bedockton die ihnen ontgegen gestrackton Hände mit Küsson„Schluß! Wir wassen asson. Sie werden sich sicher sehr freuen meinen Mann kennen zu lernen!“—„Ihren Mann?“ — Nos. er ist angehammen— wir waren in Scheidung, aber nun ist alles wieder gut.“ Der Amokläufer Skizze von Hans Arnold. Die Glocke am Pfahl in der Straße eines in der Nähe von Smarang liegenden javanischen Kamnongs schrillte laut und aellend, und unmittelbar darauf erschallten die Schrechonsmfe der geängsteten Einwohner:„Amok! Amok!“ Da wurde auch scon die Gestalt des Amobsäufers, des maduresischen Tobakarbeiters Bolawan, sichtbar. Im schnellen, aber unsicher schwankenden Lauf näherte er sich, die Argen starr und blutunterlaufen, in jeder Hand und ewischen den Zähnen einen tedbringenden Kris. Da lagen auch schon zwei Onfer, ein östorer Mann und ein junges Mädchen, die scheinbar die Gefahr zu spät bomerkt hatten und sich nin in ihrem Blute wälzten. Schüsfe erschallten, von denen einer bereits getroffen zu haben schien. denn von der Wange des Amokläufers rieselte ein dünner Blutstreifen. Unbeirrt lief dieser aber weiter Da führte ihn ein####ll oder auch das Schicksal den jungon bollindilschen Beamten van Leumen dor nahen Tobak#flanzung in den Wea. Der Weise 2oa seinen Prowning und richtete ihn auf den Moduresen. Aber irgond etwas Geheimnisvolles veronsatte ihn, die Waffe auf den ihn bereits unmittelbar bedrohenden Burschen nicht abeedrscken: er sorana vielmehr zur Seite, indessen dieser mötzlich wie vom Blitz getroffen zusammensank und sich in Krämvsen auf dem Boden wälzte. Nun saßten auch einige bisher äraftlich hinter den Haustüren abwartende Dorfinsassen Mut. entmanden mit vieler Mühe dem heftig ##m sich schlagenden Burschen die Wassen und brachten ihn in sicheren Gewahrsam.— begeistert. Mrs. Forster lachte ihr frohestes,jeden von ihnen— ohne Vorwissen des andern der schwerfällige Mar— nach Schluß der Vorstellung in ihre Villo fühlte sich etwas an die Wand#gedrückt und war verstimmt. Er machte darauf aufmerksom daß dies alles nur ein Entwurf sei, es müsse ein stark literarischer Einschlag in den Stoff hireingearbeitet werden„Um des Himmels willen!“ schrie der Direktor.„Wollen Sie mir mein Geschäft verderben? Lachen will mein Publikum. dazu einen Schuß Svannung: aber ### Prodlem, keine Sombolik.“—„Des“, nur kein Problem, keine Sombe...„Des“. Autor.“ Stumm betrachtete Max den Kran nruchtere die Amerinanerin bei,„so müssen Siesund nickte wehmütig.„So so"... Hans ist aue Hans schrieb ein Lustspiel, Max seine Trarikomödie, und beide hatten das Glück, daß hre Stücke angenommen, und an zwei ersten Bühnen der Reichshauptstadt zur Eröffnung de Winterspielzeit aufgeführt wurden. An dem gleichen Tage! Ihr Selbstbewußtsein war aufs höchste gestiegen. Wozu einen Mitarbeiter? Man konnte Ruhm und Geld für sich allein gewinnen, und mit ihnen die schöne Frau, als Siegerpreis des sicheren Erfolges. Die beiden ehemaligen Freunde und nunmehrigen Konkurrenten wußten ja nicht, wem sie Annahme und Aufführung ihrer Stücke zu verdanken hatten. Mrs. Forster lachte sich ins Fäustchen und freute sich auf den Tag der Aufführung: sie hatte sowohl Hans als auch Max versproschen, der Uraufführung beizuwohnen, und eingeladen Jeder hoffte, das Haus als Bräutigam verlassen zu können.. Der große Abend war vorüber— als erster erschien Max in der Villa Er wurde von der Zose in den Salon geführt. Auf dem Sofa in der Mitte des Raumes lag ein großer Lorbeerkranz mit der Aufschrift„Dem glücklichen Autor.“ Stumm betrachtete Max den Kran Einige Zeit darauf sand in Samarang die gerichtliche Ahndung dieses Falles statt. Der Angeklagte, bisher inbescholten und als fleißiger, zuverlässiger Arbeiter bekannt, verweigerte hartnäckig jegliche Aussage. Die beiden von ihm— leichter als es zuerst den Anschein hatte— Verletzten waren Vater und Tochter und hatten keinen Strafantrag gestellt: im Gegenteil bat das junge. auch für europäische Begriffe auffallend hübsche Mödchen um Freilasfung des Angeklaaten. Der Richter. ein soviaser. bereits seit vielen Johren in den Tropen msässiger und mit der Myche der Eingeboreinen zemlich vertrauter Mann. forschte sie über ihre Beziehungen zu dem Maduresen aus. Ob sie ein Verhältnis mit ihm gehabt habe? Aber zuch sie büllte sich in hartnäckiges Schweigen. Die ziemlich seltsamen Begleitumstände des Falles. vor allem der Grund, weswegen van Leuwen den als Amokläufer doch vogelfreien Maduresen nicht ohne weiteres niedergeschossen hatte. interessierten ihn. Zudem wußte er. daß die malatische Rasse eine ihr zugefügte kung nie vergißt. und befürchtete infolge#dessen das Mädchen und wohl auch der junge Heder. zu dem diese, wie er vermutete, in zurten Beziehungen gestanden haben mußte, würden doch über kurz oder lang der Rache des Burschen zum Opfer fallen. Er vertagte den Fall, um bei van Leuwen nähere Erkundigungen einzubolen. Diese bestättoten seine Vermutung. Es war die alte Geschichte. Das hübsche Mädchen hatte sich— wohl auch auf Veranlassung seines Vaters, der sich von der Beziehung seiner Tochter zu dem olländer besondere Vorteile versprach— van euwen genähert, ihm mit der naiven Koketterie ihrer Rasse Avancen gemacht, und der st seit kurzem dort befindliche, noch wenig andeskundige Fremde war sehr bald den innlichen Reizen und Lockungen des Mädchens erlegen. Dabei wurde natürlich der frühere Liebhaber— eben jener Belawan— vernachässigt, und dieser wieder betäubte zunächst Wut und Enttäuschung mit Opium, bis Eisersucht und Rauschgift ihn so entnervt hatten daß er eines Tages zum Amokläufer wurde. — Sehr ernst geworden, fragte nun der Richter seinen jungen Landsmann, wie er sich die weitere Entwicklung dieses Falles denke. Etwas betreten meinte van Leuwen, daß der Bursche nach Verbüßung seiner Strafe das Mädchen heiraten und er selbst dann dem Paar eine reichliche Brautgabe zukommen lassen würde.„Damit dürfte nach meiner Erfahrung die Angelegenheit nicht erledigt sein", meinte der Richter,„jedenfalls gebe ich Ihnen den Rat, sofort um Ihre Versetzung in einen anderen Bezirk einzukommen.“— Einige Tage dorauf wurde Belawan zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Mit geradezu stumpfsinniger Ruhe nahm er das Urteil on. Van Leuwen legte der Warnung des Richters keinerlei Bedeutung bei. zudem lernte er einige Tage darauf die bildschöne Tochter eines soeben nach der Kolonie versetzten Beamten kennen und verliebte sich sterblich in sie. Ein Vierteljahr später waren sie Mann und Frau. Von seiner früheren Geliebten hörte er seit jenem Vorfall nichts mehr. Ihrem Vater hatte er ein reichliches Geschenk übergeben, und bei dieser Gelegenheit versicherte ihn der Alte un#erwürfig, daß seine Tochter in einem anderen rampong arbeite und bald den Sohn eines ircundes heiraten würde. So schien alles in bester Ordnung zu sein als auf einmal die holländische Gesellschaft von der Nachricht erschreckt wurde, daß der bisher in glücklichster Ehe lebende van Leuwen seine junge Frau in einem Anfall geistiger Umnachtung erstochen habe. Die Begleitumstände der Tat waren allerdings dunkel und seltsam. Wie die eingeborenen Diener bekundeten, hatte sich das junge Paar wie immer in bestem Einvernehmen zur Ruhe begeben. Am nächsten NTorgen fand man die junge Frau tot in ihrem Bette auf. Ein ihrem Mann gehöriges kurzes Jagdmesser steckte noch in ihrer Brust, während dieser selbst in einem apathischen Zustand in seinem Bette lag und keinerlei Auskunft zu geben vermochte. Eine völlige Erinnerungslosigkeit schien ihn befallen zu haben. Aus seinem Munde kam nur ein wirres Gestammel. Es blieb nichts anderes übrig. als ihn nach Batavia in das Sanatorium eines als Psychiater bekannten Arztes zu schaffen. Allmählich kehrte seine Erinnerung zurück. Er behauptete, in jener Nacht einen Schatten gesehen zu haben, der ihn durch einen furchtbaren Schlag auf den Kopf betäubt haben müsse. Von allem weitern wisse er nichts. Schließlich wurde er nach allmählicher Besserung seines Zustandes als geheilt entlassen. In der gerichtlichen Untersuchung stand man zwar seinen Angaben mißtrauisch gegenüber; das Verfahren wurde aber niedergeschlegen, da jeder Beweggrund für eine Absicht seiner Tat sehlte. Herr Picard Skizze von Thomas Lindner. Herr Guillaume hatte wirklich sein Kreuz zu tragen. Man muß sich vor Augen halten, daß er seit Jahren Abteilungsvorstand in einem zentral gelegenen Polizeirevier der Stadt Paris war. Und dazu noch für Kriminalfälle! Aus diesem Grunde wurde der elegant gekleidete alte Herr, der eben über die Schwelle des Amtszimmers tret, von Herrn Guillaume nicht gerade sehr liebenswürdig empfangen. „Wohl wieder solch ein Querulant“, fihr es nämlich bei dessen Anblick durch den Kopf des Kommissars.„Einer, der sich einbildet, daß man ausgerechnet für ihn auf der Welt sei.“ Aus solchen Erwägungen heraus beschloß Herr Guillaume, der im Grunde seines Wesens Bureaukrat war urd nichts anderes, diesen Herrn zunächst ein bißchen warten zu lassen. Daher wandte er sich an den alten Herrn mit den Worten:„Ich muß Sie schon bitten, mein Herr, sich einen Augenblick zu gedulden Wollen Sie bitte auf diesem Stuhl Platz nehmen?“ Bescheiden und ohne einen Laut von sich zu geben, folgte der alte Herr dieser Aufforderung. Da gelang es eines Tages jenem Richter der ihn seinerzeit gewarnt hatte, den Fall ziemlich restlos aufzuklären. Er stellte fest, daß Belawan, der eine Woche vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen war, sich in jener Zeit in seinem früheren Kampong aufgehalten hatte. Weiter ermittelte er, daß etwa eine Woche später die einstige Geliebte des Eingeborenen. die nach ihrer Verheiratung in einem ziemlich weit entfernten Kampong lebte, in der Nähe ihrer Hütte tot aufgefunden wurde. Eine sichtbare Todesursache war nicht festzustellen; sie mußte einem Herzschlag erlegen sein. Auch in diesem Kampong hatte man ihn gesehen. Belawan wurde nun verfolgt mit dem Ergebnis daß er schließlich in die Enge getrieben von neuem Amok lief und dabei getötet wurde Die völlige Aufklärung des Falles war somit nicht mehr möglich: immerhin sprach eine große Wahrscheinlichkeit dafür, daß Belawan in der Mordnacht van Leuwen durch einen heftigen Schlag betäubt und dann die junge Frau mit van Leuwens Messer erstochen hatte. Dann mußte er diesem einen jener landesüblichen geheimnisvollen Gifttränke, in deren Herstellung ja die malaiische Rasse Meister ist, verabjolgt haben, dessen Folge die Erinnerungslosigkeit van Leuwens war. Auch der plötzliche Tod seiner früheren Geliebten war sicher durch irgend ein unmittelbar tödlich wirkendes Gift erfolgt. Van Leuwen kehrte als kranker und seelisch gebrochener Mann bald darauf nach Holland gerbich..— Herr Guillaume, der bislang vor seinem Schreibtisch gesessen hatte, erhob sich! Gravitäti'chen und sangsamen, man könnte beinahe sagen, feierlichen Schrittes, so wie er das nun einmal an sich hatte, begab er sich alsdann an den Aktenschrank und entnahm diesem ein Aktenstück. Die Bearbeitung dieser Sache eilte durchaus nicht. Es war die Voruntersuschung eines Falles, der ins Stocken geraten war, der, wenn das so weiter ging. der Verjährung anheim fallen würde. Darum mußte er von Zeit zu Zeit bearbeitet werden, und Herr Guillaume hielt diesen Augenblick, da der Alte wartete, für hierzu am besten geeignet. So band er denn das nun vor ihm auf dem Tisch liegende Aktenbündel dieses halb verschimmelten Falles in aller Seelenruhe zunächst einmal auf und brannte sich eine Zigarette an. Und dann, die etwas spitze Nase in die Foliobogen versenkend, ließ er das Auge verstohlen dann und wann zu dem imwillkommenen Gast hinüberschweifen, der ihm sicherlich nur überflüssige Arbeit aufzuhalsen und keinerlei Befriedigung seines Ehrgeizes zu gewähren hatte. Herr Guillaume war in seinem Beruf ergraut. Somit hatte er einen Blick für seine Leute. Der da vor ihm neben der Tür in der Ecke des Amtszimmers saß war ein„Bourgeois“. Einer, der etwas auf seinen äußeren Menschen gab, der sich seiner Stellung bewußt geworden, der trotz seines vorgeschrittenen Alters etwas Dandymäßiges trug. Offenbar einer, dem es das Leben leicht gemacht hatte! Endlich schien dem Kommissar der Augenblick des Handelns gekommen zu sein. Er schloß den Aktendeckel, warf sich in den Schreibsessel zurück, nahm den Klemmer von der Nase. und trommelte mit dem Bleistift auf der Tischplatte. Das pflegte er stets zu tun, wenn er amtlich in Aktion trat. „Sie haben mir vermutlich eine Anzeige zu erstatten", begann jetzt Herr Guillaume. „Allerdings!“ „Dacht' ich's mir doch gleich“, knurrte der Kommissar ein wenig ungnädig vor sich hin. „Aber wenn ich bitten darf, fassen Sie sich nach Möglichkeit kurz. Meine Zeit ist bemessen.“ Bei diesen Worten zog Herr Guillaume die Uhr. „Sechs Minuten vor zwölf. Ich pflege pünktlich zu dieser Zeit mein Essen drüben in einem Restaurant zu nehmen. Bis dahin müssen wir zu Ende sein. Also bitte! Womit kann ich dienen?“ „Darf ich Ihnen zunächst meine Personalien bekannt geben, Herr Kommissar?“ „Das wird allerdings unumgänglich sein!“ Leider!(Dieses Wort sprach Herr Guillaume nicht aus, er dachte es nur!)„Also los!“ „Ich heiße Maurice Victor Picard. bin 63 Jahre alt, geboren in Paris am 4. März 1861 und wohnhaft Boulevard des Filles=du=Cal= vaire 16. Seit fünfzehn Jahren bin ich Kassierer der Komischen Oper und genieße, wie Sie sogleich sehen werden, an diesem Institute eine Vertrauensstellung.“ Herr Gaillaume ward ungeduldig. Darum unterbrach er:„Und was hat das mit Ihrer Anzeige zu schaffen. Herr Picard, daß Sie seit fünfzehn Jahren eine Vertrauensstellung genießen? Oiien gestanden, ich recht. Wir haben setzt nur noch vier Minuten bis zwölf.“ Er sah dabei auf die vor ihm liegende Uhr.„Kommen Sie bitte auf den Kernpunkt Ihrer Angelegenheit!“ Ter Herc, der sich soeben als Picard vorgestellt hatte, fuhr sort:„Der Umstand, daß ich einen Vertrauensposten seit fünfzehn Jahren an der Komischen Oper bekleide. erschwert meinen Fall. Ich habe nämlich während der letzten vier Jahre. seitdem der Frank zu fallen begann, ein sehr luxuriöses Leben geführt!“ „Herr... um mir das mitzuteilen, sird Sie hierher gekommen?“ polterte nun Gvillaume #os.„Wir haben jetzt nur noch drei Minuten vor zwölf!“ „Ich habe viele Bankette und Bälle besucht, bin Mitglied zahlreicher Vergnügungs### ellschaften gewesen, habe Autofahrten und Reisen ins Ausland unternommen.. Wieder war Guillaume drauf und dran lorzupoltern. War dieser Mensch denn verrückt, daß er hierher kam, um ihm von seinen Reisen und Autofahrten zu erzöhlen, ausgerechnet ihm, der nur lumpige vier Wochen Urlaub im Sommer hatte und dessen Einkünfte kaum zu einem bescheidenen Aufenthalte in einem kleinen Neste an der Küste der Normandie reichten? Was wollte der überhaupt? Sich über ihn lustig machen? Warum war der eigentlich hier? Indessen schien Herr Picard vollkommen mit seinen eigenen Gedankengängen beschäftigt zu sein. Wenigstens nahm er von Guillaumes von Minute zu Minute wachsender Ungeduld nicht die geringste Notiz. sondern sagte anscheinend ohne jeden Zusammenhang mit den bislang von ihm vorgebrachten Dingen:„Man ging in seinem Vertrauen mir gegenüber so weit, Herr Kommissar, daß man nicht einmal die Bankbelege von mir eingesordert hat.“ Da entfuhr es Guillaume:„Welche Bankbelege denn? Wovon reden Sie denn eigentlich. Herr Picard?“ Da fuhr sich dieser mit der Hand über die Stirn, als ob er so die in seinem Kopfe sich jagenden Gedanken festhalten und zur Ordnung zwingen könnte. Und plötzlich, als ob ihm etwas total Entfallenes wieder zu Bewußtsein käme, sagte er:„Ach so! Die Hauptsache sagte ich Ihnen, glaube ich, ja noch gar nicht, Herr Kommissar. Ich habe in den letzten 4 Jahren an der Kasse der Komischen Oper die Summe von 520000 Francs unterschlagen!" Bei diesen Worten Picards sprang Guillaume von seinem Sessel auf, als ob ihn ein giftiges Insekt gestochen hätte. Er vergaß sogar die Uhr, die vor ihm auf dem Tische lag und auf der es mittlerweile zwei Minuten nach Mittag geworden war. Er ging auf Picard zu, packte diesen an beiden Schultern und begann ihn zu schütteln. Und stieß dabei hervor:„Das ist doch nicht wohr, dos kann gar nicht wohr sein! Wenn das s wäre, das würfe ja meine ganze Praxis über den Hausen, das sprache ja jeder sachmannischen Erfahrung Hohn. Sie wollen mich zum besten haben. Herr Picard! Oder aber. Sie wollen mir eine Falle stellen. Ich bin nicht der Erstbeste, der in eine solche Falle läuft, verlassen Sie sich darauf. Ich lasse mich nicht hineinlegen. Warum bringen Sie sich selbst zur Anzeige? Nennen Sie mir einen plausihlen Grund für diese Tatsache, ehe Sie voraussetzen, daß ein Beamter von meinem Alter und meiner Erfahrung auf diesen Leim kriechen Der alte Kommissar war die Aufregung selbst, aber Picard bewahrte seine Riche vollkommen. Im Tone freundlichsten Zuredens versicherte er:„Sie dürfen meinen Worten das vollkommenste Vertrauen entgegen bringen, Herr Kommissar. denn es steckt keine Falle oder sonst dergleichen dahinter. Aber wenn Sie mir keinen Glauben schenken wollen. dann überzeugen Sie sich bitte selbst. Das ist das einfachste Ding in der Welt. Es sird von hier nur wenige Schritte bis zur Komischen Oper. Sehen Sie die Bücher nach Prüfen Sie die Kasse. Sie werden feststellen, daß 520 000 Francs fehlen, wie ich Ihnen eben gesagt habe. Darf ich bitten....“ Da brauste Guillaume auf:„Nun behaupten Sie nur noch, daß die Stimme Ihres Gewissens...“ Verzeihend lächelte Herr Picard:„Aber das behaupte ich in diesen Zeiten ja gar nicht, Herr Kommissar. Nein! Allein die Dummheit der Menschen, die solches vier Jahre lang geschehen ließ, ist mir unerträglich geworden. Darum tun Sie mir den Gefallen.“ Guillaume folgte Picard und stellte die von diesem behaupteten Tatsachen in ihrer unum das nichtlitäßlichen Nichtigkeit fest.