S6L. seinen kurzen Veinen stehend. Tabei hielt er, dern nur aufsiel wie der übermäßige Gebrauch i Tier., ste und Aopensihl. Wenn Herl „Mot chlen gesrnklen Kopf streifte, schten e: gelligend zu stegen: Was macht das Mavel bloß mit seinem Haar?— gelbe Hände trlegt man, wenn man nur h sieht. Eines Tages gab es eine neue Aufregung, ie von Hudes Person avlenkte: Herr Grau#### hatte in der Lotterie gewonnen, und zwar o erheblich, daß man darüber schon aus dem äuschen geraten konnte. Aber er blieb merkvürdig ruhig. Das lenkte auch Hildes Aufnerksamkeit wieder auf ihn. Wenn ihr das geklückt wäre!“— Eigentlich, wenn er so saß vergaß man ganz, daß er so klein geraten. Und wie ge'“:: er war, daß ihn solch G.uutsfall sicht um die Besinnung brachte! Von ihren n angezogen, hefteten sich Herrn Graurocks Augen auf Hilde, und sie stellte fest, ausdruckslos waren die nicht, sie sagten gar manches. Als der Dienst zu Ende war, hatte die Augensprache zwischen ihnen beiden eine solche Beredsamkeit erreicht, daß Hilde sich nicht verwunderte, auf dem Heimwege von Herrn Traurock eingeholt und zu einer kleinen Feier es Glückszufalls aufgefordert zu werden gen zu können. In desem Augenblick ging der elegante unt hüolche Prokur.st, Herr Scmidt, an dem unglechen Paar vorüber und dachte mit amüsiertem Lächeln: Froschkön.g und Prinzessin Hilde Frählich ahnte mehr, als sie es w.rklich wahrnahm, diese Lächeln und antworlete m einem ftirrenden Argenausschlag. Zwischen Hilde und Herrn Schmidt bestand eine Geheimsprache. Sie hatten nie anderes als gleichgültige Worte miteinander gewechselt. aber vom ersten Sehen an war dieses heim!a Bündnis zwischen ihnen: Ja, wir— wir sind die beiden Hübschen, Eleganten her,— die an. eren dagegen— p—. Diese Geheimtuerei bueb- vielreicht ihr stärkster Reiz— durchaus harmlos. Sie verpflichtete zu nichts. Herr Schmidt war mit einer reizenden jungen Frau verheiratet. und bei einem Vergnügen hatte Hilde neben beiden in der Kleiderablage gestanden und beobachtet, wie Herr Schmidt seiner Frau zärtlich in den Mintel half. Herrn Schmidts Lächeln war ungefährlich, aber irgendwie hatte es ihr angezeigt: das dreiste, krähende Männchen an ihrer Seite stellte ihre eigenen Reize ins beste Licht, und so war sie entschlossen, das Intermezzo fortzusetzen.„Sie haben so gar keine Erziehung". stellte sie bedauernd fest.„Doch ich sehe mich nicht veranlaßt, es bei Ihnen nachzuholen, Herr— Herr—“ „Graurock“, fiel der Kleine wutbebend ein schnappte nach Luft. Der Mann reizte Hildes ungezügelte Lachlust. Doch Herr Graurock vergab ihr, denn er sand plötzlich dieses strahlende Mädchengesicht unsagbar anziehend, ebenso wie die beiden rosigen Arme, die sich dicht vor ihm auf die Pultplatte stemmten. Energisch wie er war, legte er rasch das Heft vor Hilde hin und drängte seinen viereckigen dorstigen Schädel beinahe an Hildes linken Arm. Sie wollte schon auffahren, da erkannte sie an seiner demütigen Kopfhaltung, daß Herr Graurock entwaffnet war und nicht etwa hartnäckig seinen Herrenwillen durchsetzen wollte, sondern nur den Wunsch hegte, in ihrer Nähe zu weilen. — So lieh sie ihm schließlich großmütig Gehör. Das war eben Hilde Fröhlichs Stärke: Angreifer zu entwaffnen.— So hatte sie eines Tages die erkrankte Schreibhilfe beim Allergewaltigsten des Hauses vertreten müssen. Am andern Morgen stand das Unheil in Gestalt des Gefürchteten mit drohender Miene und geschwungenem Briefblatt an ihrem Platz und hauchte sie an:„Was haben Sie nun da für einen blühenden Blödsinn zusammengeschrieben, Fräulein?“ Unwillkürlich duckten sich alle Köpfe. Unbekümmert jedoch huschten Hildes Augen über den Bogen, fanden die Wortverstellung, und statt nun lautlos in den Erdboven zu versinken, stieg ein helles und beherztes Lachen über den drolligen Fehler in dem totenstillen Raum zur Decke. Kein Donnerkeil sauste hernieder. Mit undeutlichem Gemurme! entfernte sich der Direktor, von der Tatsache entwaffnet, daß ihn in einem Heer von Angestellten in Jahrzehnten zum ersten Mal ein Paar so verteufelt hübsche Augen völlig unbefangen und, gleichberechtigt angelacht hatten. Wenn Hilde aus dem Dienst in die Freiheit schlüpfte, erwartete sie schon ungeduldig Kurt Das war eine sehr ernsthafte Angelegenheit in Hildes Dasein: Die Angelegenheit. Sie kannten sich fast zwei Jahre, teilten dieselbe Sportneigung für Tennis und Rudern, liebten es, sick gut angezogen in guten Lokalen zu zeigen. Sie paßten durchaus zueinander. Natürlich würden sie heiraten, wenn Kurts Einkommen— er war Apotheker— größer geworden war und Hilde mehr zur Ausstattung angeschafft hatte Sie kaufte ja jeden Monat etwas, Tisch= und Bettwäsche, Stück um Stück, aber dann reichte es wieder nur zu einer Kaffeemühle oder einem Teesieb. Himmel, es war ja aber so schon sehr nett. Der Dienst ging vorüber, dann kam Wochenend. Herr Graurock folgte oft heimlich in Selbstquälerei den beiden hübschen Gestalten, welche die Blicke auf sich zogen. Die Kolleginnen neckten Hilde mit dem ungleichen stillen Verehrer und Herr Graurock mußte es mit anhören, wie H de. zweifellos auf seine mißglückte Firur anspielend. abwehrte:„Das Butterfässel neben mir? Kinder, kommt ja gar nicht in Frage.“ Da schob Herr Graurock einen festen Riegel in sein Her= und zwana seine sehnsüchtigen Argen. nicht mehr nach ihr zu blicken. Um so eifriger blickten bald die andern nach Hilde. Sehr schnell sprach es sich herum, daf ein junger Herr, der Kurt hieß. und Avotheker war, seine Verlobung mit der Tochter seines Chefs bekannt gegeben hatte. Hilde soh nicht auf von ihrer Arbeit. dann aber war sie wie auszuscht. Von einer gewoltsamen, Lustigheit, die Gigmszchans aufgesotdent zu werden. Unoefangen socte sie zu. Herr Graurock war heute ein sehr interessanter Mann, mit dem es sich überraschend gut plauderte. Als sie mit dem letzten Glas anstießen 'ragte er sehr ernst:„Fräulein Hilde, werde ich Ihnen auch nicht— wirklich nicht— lächerlich vorkommen, so klein und breit, wie ick nun einmal bin?“ „Hilde schüttelte den Kopf:„Kommt gar nicht in Frage.“ —.2— Die ungleichen Primadonnen Eine zoologische Filmhumoreske von K. v. Bondy=Wien. In der Filmstadt herrschte grenzenlose Auftegung. Die Arbeit wurde eingestellt, kein Mensch wußte, warum. In der einen Ecke des großen Aufnahmeateliers warteten die Schauspieler auf das Klingelzeichen des Spielleiters. Das Zeichen kam nicht. Eine namenlose Unruhe bemächtigte sich der bunten Gruppe. Was war nur geschehen? Doch nicht etwa wieder ein Streik des technischen Personals? Der wurde ja erst vorige Woche abgeblasen. Die Streitigkeiten zwischen der Gesellschaft und dem Verfasser=Regisseur des neuen großen Russenfilmes waren auch beigelegt; sie hatten sich wie immer um die Geldfrage gezankt, und die Gesellschaft bewilligte nach langem Hin und Her zähneknirschend weitere dreimalhunderttausend Mark. Fritz Langer gehörte nun einmal zu den Filmleuten, die in künstlerischen Fragen nicht mit sich spaßen ließen. Er drehte an seinem neuen Werk bereits über ein Jahr, bekämpfte mit staunenswerter Zähigkeit alle Hindernisse und wollte den Beweis erbringen, daß er die gesamte Filmindustrie reformieren konnte.„Naturalismus über alles“, lautete seine Devise,„weg mit dem amerikanischen Kitsch, weg mit gekünstelter Sentimentalität, der Film muß unverfälschtes Leben und Menschen aus Fleisch und Blut zeigen.“ Bis heute war es Langer stets gelungen, die Schwierigkeiten, die sich massenhaft vor seinen Neuerungsplänen auftürmten, mit eiserner Energie aus dem Wege zu räumen. Er setzte einen Willen in jeder Kleinigkeit durch und durfte mit dem vorläufigen Ergebnis zufrie den sein: in seinem Werk war alles„echt", alles natürlich, alles lebenswahr. Und nun diese verflixte Geschichte mit der russischen Bauernstube! Russische Bauern, die nach dem großen Zusammenbruch des Zarenreiches die Heimat verlassen und die Mutter Wolga notgedrungen mit dem grünen Strand der Spree vertauscht hatten, bauten sie ihm auf, daß es eine reine Freude war. Russische Künstler arbeiteten an der Ausstattung des Zimmers; jedes einzelne Möbelstück war da stilecht. Ein ehemaliger Gardekapitän des letzten Zaren beriet Langer in den russischen Einzelheiten und stellte dem Spielleiter sein Kleinod einen Hausaltar aus dem 17. Jahrhundert, zur Verfügung. Das Zimmer war fertig geworden; bei seinem Anblick rief der Russe begeistert aus:„Fabelhaft, wie Sie das gemacht haben, Meister Langer. Genau wie an der Wolga. Der einzige Unterschied, daß die Stube hier glücklicherweise ungezieferfrei ist!"— Der Russe lachte hell auf und ahnte nicht, welche Folgen seine scherzhafte Bemerkung haben würde. Er kannte eben Langer zu wenig. Der fanatische„Naturalist" wurde stutzig. Ungeziefer? Wenn das den„Bestandeil“ einer russischen Bauernstube bildet, dann ist doch diese ohne Ungeziefer keineswegs vollständig. Dem Mangel muß also schleunigst ab geholfen werden. Die Hilfsregisseure des Meisters erhielten den Befehl, Ungeziefer herbei Der Stab des Meisters war ratlos. Woher nehmen? Bekanntlich sind die kleinen Tierhen in Preußen nicht he.matberechtigt. Man konnte doch keinen Kurier nach dem Balkan entsenden, um eine Handvoll— Wanzen zu holen. Der Requisiteur erklärte empört, daß „so etwas“ keineswegs zu seinen Aufgaben gehöre. Der zoologische Mitarbeiter des Filnes versicherte, noch nie in seinem Leben eine ausgewachsene Wanze gesehen zu haben. Die Aufregung wuchs von Stunde zu Stunde. Als die Primadonna erfuhr, um was es sich handelte, bekam sie Weinkrämpfe und drohte, ihre Rolle zurück zu geben. Es wäre ja eine Zumutung sondergleichen, sie mit solchen„Komparsen“ zusammen zu bringen. Endlich rethete der Liebhaber die peinliche Situation. Er .var ein gebürtiger Wiener, wußte aus eigener Erfahrung, daß die Sache nicht so schlimm sei, und gab den guten Rat, sich an die Direktion des Zoologischen Gartens zu wenden. Die besitze ja alle exotischen Tiere der Welt, müsse also auch über eine Musterkollektion Wanzen verfügen. Die„rechte Hand" Langers warf sich in den Kraftwagen und sauste davon. Zwei Stunden später kam der Abgesandte mit einer Pappschachtel von ansehnlicher Größe bewaffnet wieder. Alles atmete erleichtert auf: nun sind die„Edelkomparsen“ eingetroffen, und die Aufnahmen können fortgesetzt werden. Der „Retter“ öffnete das Kleinod und— die hoffnungsfreudige Erwartung der Künstler wurde aufs ärgste enttäuscht— es handelte sich in der Tat um eine„Musterkollektion". Wohl waren hier sämtliche Abarten der recht ausgedehnten Familie der kleinen Blutsauger vertreten, Wasser=, Schreit= und Schildwanzen in verschiedenen Größen, und auch die Bettwanze (Cimex lectularius) fehlte nicht. Aber— all die Tiere befanden sich im präparierten Zustande, lebende Exemplare besaß selbst der Zoo nicht. Langer tobte. Was nützten ihn präparierte Wanzen? Das wäre doch eine Verspottung seiner„naturalistischen“, Bestrebungen. Man versuchte mit allen Mitteln, den Meister zur Vernunft zu bringen. Vergebliche Mühe! Er wurde erst recht bockig und erklärte klipp und klar, ohne Wanzen nicht weiter zu arbeiten. Nun begann eine„wilde verwegene Jagd“ nach Wanzen. Endlich fand sich ein Tierhändler, der bereit war, zwei Dutzend der edlen Tierchen zu besorgen und der Filmgesellschaft leihweise zu überlassen. Er stellte jedoch die Bedingung, die Wanzen unverzüglich nach ihrem„Auftreten“ wieder abzuliefern: sie waren nämlich tadellos abgerichtete Künstler, ja ogar Stars! Ihr Direktor, ein Artist, der mit einem Floh= und Wanzenzirkus die Welt bereiste, mußte am nächsten Abend nach dem Auslande abfahren und stellte sein„Personal“ nur gegen Zusicherung einer Konventionalstrafe zur Verfügung, um deren Höhe mancher Filmfürst von Hollywood die kleinen Halbflügler= Insekten beneidet hätte. Der große Augenblick war gekommen. „Loslassen!“ kommandierte glückstrahlend Lan ger.„Aufnahme!" die vierundzwanzig Wanzen wurden ökonomisch verteilt, die Schauspieler begaben sich auf ihre Plätze, und die Szene wurde gedreht. Wie bei Langer immer, zehn Mal hintereinander. Endlich war der Meister zufrieden; erschöpft wollten sich die Künstler zur Ruhe begeben. Da mahnte der Spielleiter als ordnungsliebender Mann, erst die„Edelkomparsen" zusammen zu suchen. Niemand durfte die Bauernstube verlassen; es wäre ja immerhin möglich gewesen, daß eines der Tiere—. Die Hilfsregisseure begaben sich an die Arbeit. Nach vierstündigem angestrengtem Suchen waren dreiundzwanzig Wanzen gefunden. Die vierundzwanzigste, das schönste Exemplar der Truppe, fehlte immer noch! Verzweifelt durchstöberten die Leute das Zimmer, krochen auf allen Vieren herum, es entstand ein Tohuwabohu. Die Primadonna des Wanzenensembles war spurlos verschwunden! Langer und seine Getreuen waren niedergeschlagen: der Scherz kostete einen runden Tausender. In diesem Augenblick schrie die Hauptdarstellerin auf und fiel in Ohnmacht. Die kleine Primadonna, hatte soeben ihre große Kollegin gebissen! Die Männer verließen schleunigst den Schauplatz der denkwürdigen Wanzenkomödie, die Kolleginnen zogen die Ohnmächtige aus, und bald kam der Wanzenstar zum Vorschein. Leider— tot. Er mußte seine Kühnheit mit dem Leben bezahlen; die Schauspielerin fiel so unglücklich hin, daß sie ihn zerdrückte. Langer bezahlte die Konventionalstrafe aus eigener Tasche und ist seit diesem Tage ein Frauenhasser. Um so mehr, als der Film trotz alledem— durchfiel! nichts Ansteckendes mehr an sich hatte, son= zu schaffen. Auf der Stelle. Vorantwortlich: H. Semmelmann, Altena Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. — 8 EFU GFIPEPSESTT Nr. 19 Samstag, 12. Mal 1928 Landflüchtig Skizze von Georg Eschenbach. Ueber die Kämme der Waldkarpathen fegt der Sturm; er jagt den Schnee gegen die Feisen, peitscht ihn zwischen die niedergeduckten Legföhren und türmt ihn zu hohen Wällen um den alten Unterstand. Drinnen kauert Martin Opitz, der Siebenbürger Sachse, neben der rauchenden Feuerstelle; auf der rostigen Drahtpritsche wälzt sich sein junges Weib im unruhigen Schlaf der Landflüchtigen. Fünf Tage heult schon der Nordsturm, hält die beiden einsamen Menschen gefangen, rettet sie aber auch vor den Verfolgern. Doch der Hunger droht und mit ihm Entdeckung und Gefängnis. Unbekümmert um die rumänische Fremdherrschaft hat Martin Opitz noch vor wenigen Tagen auf seinem Hof am Fuß des Petrosul Hochzeit gefeiert. Gleich danach brach das Verhängnis über ihn herein. Denn der rumänische Postenführer im Dorf, der auch um das junge Mädchen warb, wollte nicht von ihm lassen. Zwei Tage nach der Trauung stellte er die Frau des anderen zur Rede, riß die Widerstrebende an sich und wurde von Opitz überrascht. Der schlug ihn mit dem Stock nieder und warf ihn auf die Straße. Der Rumäne schleppte sich stönend ins Postenhaus, rief in der Kreisstadt um Hilfe an, behauptete, Opitz habe ihn grundlos angegriffen. Verstohlen kam die alte Ruthenin, die im Dienstgebäude wirtschaftete, zum jungen Bauern und riet ihm zur Flucht:„Wenn er auch Deine Frau angegriffen hat, so wird man doch ihm und nicht Dir glauben. Du wärst nicht der einzige, den sie unschuldig verurteilen.“ So schnürte Martin Opitz sein Bündel zur Flucht in die Berge, und sein junges Weib zog mit ihm; sie wollte nicht schutzlos dem Rumänen preisgegeben sein, den Gatten nicht allein in den Winter hinaus fliehen lassen. Drei Tage wanderten sie durch die Wälder, schliefen nachts in verlassenen Hirtenhütten auf den Bergwiesen und lebten in ständiger Furcht vor den Verfolgern. In einem einsamen Forsthaus im Vasertal klopften sie an, um nach dem Weg zu fragen; mürrisch öffnete eine Frau, betrachtete die Fremden mißtrauisch, flüsterte zu einem alten Mann in den Flur hinein:„Sind das nicht die beiden Deutschen vom Petrosul, die von der Polizei gesucht werden?" Die Tür flog vor Opitz und seiner wegmüden Frau ins Schloß. Wie gehetzt floh das Paar hinauf in die Waldhänge des Rotundul, hoffte über die Grenze nach Polen zu kommen. Als sie die alten Stellungen auf dem Bergkamm erreichten, konnte die Frau nicht weiter. Da fand Opitz den alten Unterstand und suchte dort Zuflucht für die Nacht. Doch nun setzte der Schneesturm ein, der die beiden seit fünf Tagen gefangen hielt. Jetzt gehen die Lebensmittel zur Neige, das letzte Stück Brot ist verzehrt; der Mann muß hinunter zu Menschen, Brot und Speck kaufen. Am anderen Morgen will er aufbrechen, die Frau für zwei Tage allein im Unterstand lassen. Da dreht sich in der Nacht der Wind: heulend und heiß kommt er aus dem Süden herauf, rast über die Kuppe, frißt tiefe Löcher in den klebrigen Schnee, schüttelt die Last in schweren Klumpen von den Föhren und Tannen, läßt kleine, milchtrübe Sturzbäche sprudeln. Neun Stunden lang stapft Martin Opitz durch den nassen, schmelzenden Schnee hinunter zum Forsthaus am Steviora. Wieder begegnet er mißtrauischen Blicken, doch schließlich füllt man ihm den Rucksack mit Lebensmitteln und gewährt ihm ein Nachtlager im das Tal herauf zum Forsthaus spannt, und ge- das Flugzeug, steckten ihre schwarz gelockten winnt die Gewißheit, daß der Förster in ihm Köpfe aus dem blauen Meer und den Gesuchten erkannt hat und ihn den Landjägern in die Arme treiben will. Eilig verläßt er das Haus, schlägt einen falschen Weg ein, um den Förster zu täuschen, und kehrt in weitem Bogen zum Bergkamm zurück. Friedlich liegt um ihn die Einsamkeit der Berge, wolkenlos klar spannt sich über ihr der Himmel, und weit drüben im Süden schwimmt die weiße Zacke des Petrosul im blauen Aether; dort liegt die verlorene Heimat. Da schreckt der Schritt eines Nagelschuhs den Landflüchtigen aus seinem Grübeln; auf dem Felsen fünfzig Meter über ihm taucht eine dunkle Uniform auf, starrt ein verhaßtes Gesicht zu ihm hinunter. Sein Feind, der Postenführer! Deutlich erkennt Opitz die weiße Stirnvinde unter dem spitzen Lodenhut. Da reißt der andere das Gewehr von der Schulter; klatschend fährt die Kugel neben dem Flüchtling in den Felsen; vier=, fünfmal bellt ein neuer Schuß auf. Aber alle verfehlen das Ziel. Da reißt ein jäher Aufschrei den Verfolgten herum; er sieht den Rumänen straucheln und ins Leere stürzen; das Gewehr fällt polternd den Abhang hinunter, der Körper des Landjägers schlägt gegen den Stamm einer Föhre, seine Hände krampfen sich um die Aeste; der Verfolger hängt über dem haushohen Abgrund. Ein wilder Kampf tobt in der Brust des Flüchtlings. Vor ihm liegt das Gewehr des keindes; ein Schuß befreit ihn vom Verfolger, schafft ihm Rache und— macht ihn zum Mörwenn Astro, im Fenster seiner kleinen Luxuskabine liegend, sie nach Kupfermünzen tauchen ließ. Seit Wochen waren die Zeitungen voll von Astro und seiner Sternentaube. Selbst die monatlich erscheinende Eskimorundschau brachte Abbildungen und beschrieb ausführlich Führer und Maschine. Man hörte von dem merkwürdigen Talisman, der in Form einer erkalteten Bratkartoffel über dem Kühler baumelte, man staunte ob der Radiosendeanlage, die es dem Flieger ermöglichte, alle Phasen des Fluges der ganzen Welt mitzuteilen. Man zerbrach sich den Kopf, weshalb in der Luxuskabine ein Ruhebett aufgestellt war, wo doch Astro immer wieder versicherte, daß er allein zu seinem Nonstopfluge aufsteigen wollte. Immer wieder tauchten neue Nachrichten auf über die Schwanzflosse der Sternentaube, über Astros ürtel und über die Farbe seiner starb Wimpiwampe, frer der siegreichen Regierungstruppen, in Irland kam ein Kalb mit sechs Köpfen und vierzehn Beinen zur Welt, im atlantischen Ozean versank eine Insel,— achtlos ging die Menschheit an diesen Dingen vorüber. Plötzlich bekam die Sache eine neue Wendung. Astro hatte einem indischen Journalisten unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut, daß dieser Nonstopflug gleichzeitig seine Hochzeitsreise bedeuten sollte. Seine Frau hielte sich augenblicklich noch inkognito in Tanger auf, nachdem vor wenigen Tagen der Priester in Barcelona ihren Bund gesegnet habe. Spaltenlang berichteten die Zeitunsich seine Faust um den Kolben, der Finger fährt zum Abzug, ein Druck nur... fällt ihm die Waffe aus der Hand; er kann nicht auf den Wehrlosen schießen. Er packt den Lauf und schlägt das Gewehr gegen den Felsen; krachend zersplittert der Kolben. Zweifelnd blickt der Rumäne seinem Feind ins Gesicht, als der ihm nach Minuten von der Wand zusammengeknotete Riemen hinunter reicht. Erst zögert er, dann packt er den rettenden Halt und steht aufatmend neben dem Flüchtling:„Warum das? Warum hast Du mich nicht erschossen, warum hast Du mich ge rettet?“—„Ich konnte nicht einen Wehrlose: töten.“ Lange steht der Rumäne stumm. Dann reißt er sein Buch aus der Tasche, wirft mit fliegender Hand drei Zeilen aufs Papier:„Da, bring das dem Kommandeur in Szala. Ich habe ein Unrecht an Dir gut zu machen.“ Der Siebenbürger liest:„Ich habe eine falsche Meldung erstattet. Martin Opitz ist unschuldig, denn ich habe die Frau angegriffen.“— Da reicht der Sachse dem Feind die Hand; der Rumäne erwidert den festen Druck dann steigt er ins Ceremostal hinunter, um jenseits der Grenze ein neues Leben zu beginnen. —.2— Der Weltumflieger Eine heitere Geschichte von Karl Theodor Haanen=Solingen. In der Bucht von Tanger lag das schmucke Flugzeug„Sternentaube“, mit dem der bekannte Flieger Astro Akropopolavis, Inhaber von 13 Weltrekorden, den Flug um die Erde antreten wollte. Zwanzigtausend Pferdestärken, zwanzig Metallpropeller warteten auf den Druck von Astros Finger, um mit einem ungeheuren Getöse los zu brechen, als ginge der. Nein, nicht Mord, Notwehr ist es, wennsgen von Astros junger Frau, ihre Vorfahren er den Rumänen niederschießt. Hart kralltbis zum Jahre 1137 nach Christi Geburt er„* Hor H#stam dar Fingarlschionen im Gilde die(röße ihres Traurindes schienen im Bilde, die Glöße ihres Trauringes und die Gravierung wurden bekannt gegeben. Es war gut, daß die Observatorien günstiges Wetter meldeten und Astro in der lichtblauen Frühe eines schönen Morgens seinen Vogel in die Lüfte hob. Die Sternentaube zog einen Kreis über der Stadt, warf über dem Gemüseund Fischmarkt Hunderte von Reklamezetteln für das bekannte Verjüngungsmittel„Ewige Jugend" ab, stieg dann schnell auf zehntausend Meter und ließ die Geldwechsler und Händler, die einsamen Haremsdamen und die weiß gekleideten Wüstenscheiche, die Fremdenführer im roten Fez und die schmutzigen Eseltreiber mit offenem Munde dastehen. Das Heer der Journalisten aber stürmte das winzige Postamt, drahtete den Beginn der Hochzeitsreise, erzählte, wie Astro galant seiner Gattin beim Besteigen des Flugzeuges geholfen und wie er sogar die Kissen aus dem Ruhebett glatt gestrichen habe. Die Menschheit aber saß an ihren Radioapparaten und freute sich an dem lustigen Geplauder Astros, der in das Mikrophon scherzte und lachte, der vom glatten Verlauf des Fluges berichtete.— sämtliche zwanzigtausend Pferde stellten ihre Kräfte restlos und aufopfernd in den Dienst der guten Sache. Alles wartete darauf, daß Astro jetzt eine Meldung durchgeben würde, die besagte, daß er Südamerika erreicht habe— da brach die Sendung plötzlich ab. Nicht der geringste Ton, nicht einmal Nebengeräusche waren zu hören. Man konnte soviel schalten, drehen, stöpseln, suchen, horchen keine Kunde kam von der Sternentaube. Extrablätter wurden in den Großstädten verteilt. Bange Sorge erfüllte die Bewohner der Erde. Die Flugflotten der südamerikanischen Staaten wurden auf die einzelnen Himmelsabschnitte verteilt. Scheinwerfer geisterten in den Abendstunden. Nirein Riesensturm über die weißen Häuser der gendwo war auch nur die geringste Spur von Hafenstadt. Muntere Wellen plätscherten um die großen Schwimmer und lachten über das sonderbare, hochbeinige Boot, dessen schlanker Leib an jene springenden Delphine erinnerte, die draußen mit dummem Blick und unverHeuschuppen. Am anderen Morgen sucht der Förster den! Fremden mit Fragen aufzuhalten; da sieht der gleichlicher Eleganz die Seefahrer unterhielLandflüchtige die Fernsprechleitung, die sich ten. Braune Straßenjungen umschwammen dem kühnen Flieger anzutreffen! Ein Perlenfischer in Alaska wollte das Flügelrauschen der Sternentaube gehört haben. Ein Leuchtturmwächter in Buenos Aires versicherte auf das Bestimmteste, er hätte in großer Höhe die hell erleuchtete Kabine des Flugzeuges erkannt. Professor Abrakdebra von der Uni 5 # S 82 55 &E B BELGSLAEE 5TAEEEFRERSSg ÖGDUTOTSSN n 5551ES8BEH BLEESSaR S. SS EESES 9555-LE ERASSSSOHSE EOSS 3RSB 8OEEDD S S 2K0 LD ELDR EBHEEE“. R E ATSE BESSETSTSEEE verstiätesternwarte in Belojeramischo ließ Villenviertels der Stadt. Daneben ein frisch geZuc,.,## Abrein. duß ein Flug##gspflügtes Feld, die staubige Straße, ein Neubar um 2 Jhr 17 uns dem##tlichen Kratertandsund einen Steinwurf weit die nächste Häuser#ne Pösiersingn... Rus 7######n gruppe— so lag das große Haus da und sehnte des Mondvesudes gelonne: ser.. Am Stamm. nisch de: Ineisinger Weitrnestgeneinde mahnte Josevo Rosenhuber zur He###ld, ewig könne de: Fliege: mit seiner Gutein doch nicht in den Lusten dleiben, in kurzer Zeit werde man schon Näheres über die beiden erjahren. Joseph Rosenhuber, dessen ruhiges, sachliches Urteil in weiten Kreisen geschäßzt, war, Zatiesden zu können, die Häusergruppe sag zu wei sich merkwürdigerweise in diesem Falie geirrtjals daß eine Verständigung möglich gewesen Es vergingen zwei, drei Tage, es vergingen wäre— es war wirklich ein einsames, armes is arsta umd die gmaste Mache hair Dohens Haus wae sich de am Pande des Villenvjortola gruppe== id lag das große Haus da und sehnle sich nach Bezellschaft und Unterhaltung. Der Acker hatte sich von den Schmerzen und Wunden dee Pflüges noch nicht erholt, die staubig. Straße konnte nichts anderes als auf die Autos schimpfen, der Neubau hatte noch keine Vergangenheit, keine Lebenserfahrung. um mitreden zu können, die Häusergruppe lag zu weit, alg daß eine Norständigun, möglich gomosen dir erste und vie zweite zroche, kein Lebenszeichen kamn von der Sternentaube. Die Jvurnalisten hatten sängst wieder Tanger verlassen, nur der Fremdenführer zeigte die Stelle, von der aus Astro gestartet war, und man verkaufte zum hundertsten Male die Schale der letzten Banane, die der kühne Pilot vor seinem Aufstieg gegessen hatte. Das Rad der Geschichte war über den ersten Nonstopweltflug hinweg gerollt. Die Welt interessierte sich für Ernesti Spatzenschwänzchen, der zehn Spinnen dressiert hatte und diese nun in allen Weltstädten Tanztourniere veranstalten ließ. Im Flugzeug aber hatte sich folgendes zuge tragen: Astro und seine junge Frau waren bald das ewige Gerede vor dem Mikrophon leid. Schließlich hat man sich auf einer Hochzeitsreise auch Dinge zu sagen, die nicht die ganze zivilisierte Welt angehen. Astro schaltete das Mikrophon aus. Seine Gattin begann von den Empfangsfeierlichkeiten zu schwärmen die ihrer nach glücklich vollendetem Fluge harrten. Sogar der Sultan von Marokko, der Scheich Marco ben Alibi und der König der vereinigten Wüstenstämme Kabelkau 18. hatten ihr Erscheinen zugesagt. Sie überlegte, was sie anziehen sollte. Das hellblaue Stil kleid oder die grünseidene Crépe de ChineRobe, da stellte sie zu ihrem Entsetzen fest, daß der Rohrplattenkoffer in Tanger zurückgeblieben war. Sie ballte die Fäustchen, trat mit den Füßchen auf, daß Astro Mühe hatte, die Sternentaube im Gleichgewicht zu halten, und erklärte, daß es ausgeschlossen sei, den Flug fortzusetzen. Sie drohte, die Benzinfässer auslaufen zu lassen, wenn Astro sich nicht umgehend zur Rückkehr entschließe. Astro war noch jung verheiratet. Es fehlte ihm jede Routine gegenüber weiblichen Wünschen, und so drehte er gehorsam und ergeben um. Fast hätten die zwanzigtausend Pferde vor Wut gewiehert. Eine Landung in Tanger schien ihm wegen der damit verbundenen #igmage ausgeschlossen, und so nahm er Kurs auf eine einsame Insel im Mittelmeer. Aus den blauen Wogen tauchte nach mehrstündigem Fluge Korsika empor. Auf einem stillen Bergsee landete er, verankerte die Sternentaube, steckte in einen Rucksack das Notwendigste und wanderte mit seiner Gattin bewohnten Gebieten zu. In dem bescheidenen Gasthof eines kleinen Gebirgsdorfes mietete er sich ein und verlebte hier die Flitterwochen in ungetrübtem Glück. Das bescheidene Touri stenpaar erfreute sich bald der Sympathie aller Einwohner. Nach einigen Wochen schickte er dem Chefredakteur der„Saturday Morning Post“ eine Ansichtskarte.„Habe mich leider verflogen. Die Sternentaube liegt seit dem Tage ihres Aufstieges wohl verankert auf dem Vendettasee im Innern Korsikas. Wir befinden uns wohl und kehren demnächst zu dem Festlande zurück— auf dem Luftwe.:. Astro, Chefpilot der Sternentaube, und Frau.“ Wieder stand die genarrte Welt auf dem Kopf. Wieder füllten sich die Spalten der Presse mit der merkwürdigen Hochzeitsreise. Am meisten aber freute sich Joseph Rosenhuber, der wieder Recht behalten hatte. Die Weißwurstgemeinde in Istelfingen ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. —.— Nächtlicher Spuk Skizze von Kar! Theodor Haanen. Gelbgrünes Mondlicht durchflutete den Zauder einer Frühlingsnacht. Wie zaghafter Schnee lag es auf den schimmernden Dächern der schlummernden Stadt. Gaslaternen schimpften über das Zwecklose ihrer Lichtarbeit. Blumenknospen träumten vom Sonnenschein des kommenden Tages. Ein Briefkasten wehrte im vollen Bewußtsein seiner Pflicht einem vorwitzigen Mondstrahl den Einblick in sein Inneres wo wenige Karten und einige Briefe sehnsüchtig des Griffes des Postbeamten harrten. Irgendwo verhallten die Schritte eines späten Wanderers. Die zwölf Klänge einer Mittemnachtsglocke tanzten über Häuser und Straßen, sprangen den Berg hinauf, bis sie im Wald und in den Bergen verschwanden. Haus, wus sich da am Rande des Villenviertels im hellen Mondenschein badete. Lichtwellen spielten um Erker und Turm, btandeten gegen die dunklen Fenster der einzelnen Stockwerke und spiegelten sich in den hellen Messingschildern der Schellen, die davon kündeten, daß im Erdgeschoß die Familie Adolf Pastetchen, im ersten Stock Dr. rer. oec. Jodokus Pyramid und darüber Anastasia Lammfromm wohnten. Wer feine Ohren hatte, konnte an den brummbaßartigen Tönen der Pastetchens, an dem hellen Tenor des Doktor Pyramid und an dem hohen Sopranrauschen Fräulein Anastasias erkennen, daß sie alle im tiefen Schlummer lagen. Wer nicht mit diesem seinen musikalischen Gehör sich dem Hause näherte, der hatte den Eindruck, hier eine wohl organisierte Sägemühle in voller Tätigkeit zu finden. Erinner! man noch daran, daß im Parterre der Kanarienvogel Emma, im ersten Stock Seppel, ein überaus langhaariger Dackel, und in der zweiten Etage Feodora, eine etwas zu klein geratene, sonst aber durchaus rassereine Angorakatze, in ebenso tiefem Schlafe lagen wie die Hausbewohner, so ist die Aufzählung der ruhenden Lebewesen in diesem einsamen Haus vollzählig. Es war ein Denkmal der Ruhe und des Friedens. Ernst Joachim, den die Freunde wegen seiner krausen Einfälle den Bajazzo nannten hatte an diesem Abend seine Bürgerpflicht als Mitglied des Kegelklubs„Rollende Kugel“ voll und ganz erfüllt. Von seiner arbeitsreichen Tätigkeit, die auch den entsprechenden Alkoholkonsum enthielt, wollte er sich durch einen kleinen Gang durch den nächtlichen Frühling erholen. Er kam zum Rande der Stadt und an das einsame Haus. Da fiel sein Blick auf das im Mondschein hell leuchtende Messingschildchen. Ein bezauberndes, geheimnisvolles Leuchten ging von ihm aus. Ernst Joachim drückte auf die Klinke des Gartentores, das ächzte und stöhnte ob der ungewohnten Störung. Schon war er am Messingschild und ließ seine Finger spielen, als gälte es, eine Bachfuge im großen Konzertsaal dem vielköpfigen Publikum vorzuführen. Er sandte an Fräulein Anastasia wild gewordene Zweiunddreißigstel, für den Doktor Pyramid hatte er aufregende S. O. S.=Zeichen vorgesehen, und bei Pastetchens tupfte er zaghaft in gewissen Abständen. Dann kombinierte er in eilenden Passagen die drei Stockwerke untereinander in tollem Spiel und verabschiedete sich mit einem laut schallenden Dreiklang von dem musikalischen Haus. Unbewußt hiel! er es für das beste, sich in einem nurmihaften Lauf außer Seh=, Reich= und Hörweite zu bringen. Der Mond hatte während der merkwürdigen Prozedur eine Wolke vor sein Antlitz ziehen lassen, um in einem eventuellen Prozeß nicht als Belastungszeuge auftreten zu müssen. ein Mittel, das sich bei der letzten großen Keilerei als äußerst praktisch erwiesen. Als das erste Klingelzeichen durch das einsame Haus gellte, legte Emma, der Kanarienvogel, das reizende Köpfchen auf die andere Seite. Seppel, der überaus langhaarige Dakkel, stieß ein etwas unterdrücktes Bellen aus. Er war ein Hund von Kultur. Die Angorakatze schlief ruhig weiter, wie es sich für eine Fürstin von Gemüt geziemt, die alle ihre Sorge ihrem Personal überläßt. Als das Klingeln stärker wurde, erwachte Fräulein Anastasia und rief „Herein". Sie zündete eine Kerze an, sah auf die Uhr, sprang auf und vervollständigte unter neuem Konzert ihre Kleidung. Sie entschied sich für eine schwarz=seidene Empfangstoilette, um nur ja den Besucher würdig zu empfangen. Doktor Pyramid wurde ebenfalls wach verkroch sich bei neuem Klingelansturm tief unter die Decke, in der Meinung, es sei der pfändungsbereite Gerichtsvollzieher, konnte aber dann dem Drang nicht widerstehen und schlüpfte in seine rosafarbenen, mit hellgrünen Quasten bekleideten Lederpantöffelchen; das war der einzige Luxus, den er sich auf dieser entbehrungsreichen Erde leistete. In das eheliche Schlafgemach derer von Pastetchen schrillte ebenfalls der weckende Ruf der Klingel und führte alsbald zu einem heftigen Redestreit junter dem immer stärker werdenden Klingeln ans Fenster.„„ Drei Rolläden öffneten sich langsam, drei Fragen„Ist dort jemand?“ schallten in die Stille der Nacht, die auch jetzt ihr Schweigen bewahrte. Nur der Kanarienvogel piepste, als ob er Gefahr witterte, der Dackel bellte, und Feodora miante. Eine lebhafte Unterhaltung jetzte ein. Frau Pastetchen glaubte an Diebe, Doktor Pyramid an einen Studentenulk und Fräulein Anastasia an das spukhafte Erscheinen des Geliebten ihrer Jugendtage. Bald zeg die Ruhe wieder in das einsame Haus. Weder rauschten die Sägemühlenklänge. Selbst die Tiere träumten, und der Mond verließ in vollem Lichte erstrahlend den Spiegel des Messingschildes. Am andern Tage lasen die drei Parteien folgende Notiz im lokalen Teil ihres Blattes:„In sletzter Zeit wurden die Bewohner entfernt liegender Häuser öfter nächtlicherweile durch unmotiviertes Drücken an den Hausklingeln m Schlafe gestört. Es ist dringend zu wünschen, daß sich die Polizei auf ihren nächtlichen Streifen auch jener einsamen Häuser annimmt. Es ist wirklich an der Zeit, den Unfugstiftern gründlich das Handwerk zu legen.“— Anastasia Lammfromm wußte nicht, daß der Verfasser dieser Notiz Ernst Joachim. der Vajazzo, war, der sich häufig als Berichterstatter für die Lokalzeitung betätigte. So blieb ihr der Glauben erhalten, daß tatsächlich ihre treue Jugendliebe nächtlicherweile geklingelt hatte. Oft noch streichelte das alte Fräulein in Erinnerung an das spukhafte Erlebnis das sammetweiche Fell Feodoras, jener etwas zu kurz geratenen, aber angeblich rassereinen Angorakatze. —.— Jung verheiratet, ohne Vermögen, war er le=,an Hand, der auf dem Feldsessel diglich auf seine. Pension, angewiesen. Doch Karte gesolgt, jetzt blichk Die Dame im weißen Mantel führte alsbald zu einem heftigen Redest über die Frage, wer aufstehen solle. Der Mann schützte beginnenden Schnupfen. sie seine männlichen Pflichten, er seinen plötzlich aufgetretenen Wadenkrampf, sie ihre weibliche Schwäl Einsam lag das große Haus am Rande des che vor. Er blieb Sieger und im Bett, sie eilte Kulissentragödie von Karl MüllerMalberg. Als Kollege Bormann zu uns an das Stadttheater kam, war er dem gesamten Personal eine„unbekannte Größe". Anfang der Dreizig, von schlanker, eleganter Figur, mit tadellosen Manieren, machte er einen vorzüglichen Eindruck. Unwillkürlich schloß man von seinem gewinnenden Aeußeren auf seine Fähigkeiten, witterte in ihm ein überragendes Genie. Alle waren nicht wenig erstaunt, als ihm auf der ersten Probe eine untergeordnete-Rolle zugeteilt wurde. Ja, diese erste Bühnenprobe Bormanns bei uns. Der arme Kerl tat mir in der Seele weh. Unser Oberregisseur, ein alter Routinier kaute ihm jedes Wort vor, bekrittelte jeden Schritt. Es zeigte sich, Bormann war ein miserabler— oder, besser gesagt, überhaupt kein — Schauspieler. Ich konnte beim besten Willen nicht begreifen, was diesen Unglücksmenschen zur Bühne getrieben hatte. Für die Mehrzahl der Kollegen war er nach diesem unglücklichen Debut erledigt. Aber alle offen zur Schau getragene Nichtachtung schien Bormann nicht zu berühren. Im Gegenteil, als er mein Interesse für seine Person bemerkte, ging er mir geflissentlich aus dem Wege. Wie bei vielen größeren Bühnen war es an unserem Stadttheater nicht gestattet, den Vormittagsproben als Zuschauer beizuwohnen. Nun hatte sich seit längerer Zeit beobachtet, daß ganz hinten im Parkett, unter dem ersten Rang, sich öfters während der Proben jemand niedergelassen hatte. Doch konnte man in dem dichten Dunkel, das in dieser Ecke lagerte, nicht erkennen, wer der einsame Gast war. Nur ein grauweißer Fleck ließ sich unterscheiden. Und dieser Fleck erschien stets, wenn Bormann Probe hatte. Eines Morgens kurz vor Beginn der Probe betrat der Direktor das Konversationszimmer.„Meine Herrschaften", begann er nach kurzem Gruß,„gestern hat wieder eine Dame der Probe zugehört. Eine Dame im weißen Mantel. Wer war diese Dame?“ Da meldete sich Bormann.„Meine Frau, Herr Direktor“.—„Herr“, schrie der Theatergewaltige.„Wer hat Ihrer Frau die Erlaubnis dazu gegeben? Kennen Sie nicht das Hausgesetz?“ In das bleiche Gesicht des Gemaßregelten pulste das Blut. Seine Nasenflügel zitterten, die Nägel der gekrümmten Finger preßten sich in die Handflächen. Ich erschrak über die jähe Veränderung, die mit dem sonst so stillen Manne vor sich ging. Einer plötzlichen Eingebung folgend, trat ich vor und sagte:„Die Erlaubnis zum Besuch der Proben habe ich der Dame gegeben.“— „Natürlich, der Herr Komiker! Solche Scherze können Sie sich in Zukunft sparen.“ Er lachte ärgerlich auf und verließ das Zimmer. Nach der Probe begleitete Bormann mich unaufgefordert in meine Junggesellenwohnung Er war aktiver Offizier gewesen. Die Revolution hatte ihn auf die Straße gesetzt. liegenden Karte gefolgt, jetzt blickte er auf:„Gutz Sie davon zu zweil ieben? Unmoglicht„Verzei=shaben Ihren Auftrag meisterhaft ausgeführt. warf ich in seine Erzählung ein,Ich kann Ihnen natürlich nichts versprechen. sehen. Bem ich ers das Kangenseber über bung ae der Ausang ge 8 a ae, efi. Jelies) würde sich alle Hum Besten die Gexopier in Tibi Fhrahim verloreni- Mit Jetzt wurde mir der ständige Probenbesuch großen Schritten ging der Südfranzose im seiner Frau klar. Ihre Gegenwart sollte dem Zimmer auf und ab.„Jede Streifpatrouille, die armen Menschen die Bühnenangst nehmen.—lich zu den Kupferwerken aussende, wird sicherWochen verstrichen. Stillschweigend duldetelich im Passe von Oeida abgeschlachtet! Wäre der Direktor die Anwesenheit der Dame im snicht gerade dieser Chefingenieur der Kompagweißen Mantel während der Proben. fnie Metallurgique draußen! nie gelbhäutigen Schönherrs„Weibsteufel" war auf den Vortugiesen kümmern mich nichts. Aver beim Spielplan gesetzt worden. Ich habe es nie er=Gouvernement ist dieser verrichte Boche hatte, Bormann eine der Hauptrollen zu überKaffeetisch. Glückselig lächelnd Bormann, eine süße kleine Frau mit krank=spitän fuhr herum:„Sie kennen den host dasen Gesicht, in dem dunkie Mäürchensniche:„Wie sol ich hu vor der dropen De Wenn ich erst mal berühmt bin, Lebing,sahr Varterz, ir Zhrmgdenr zhid mir meine sagte ihr Mann und küßte die kleine weiße und zum nutzlofen Hand,„dann geht mein Schatzi auf ein paar Soldaten zu schade. Nun, ich Bochen zur Kür nach, Bad Reinerz und heilsüreintestrammer Gruß, hann wandte sch d. das dumme Herschen.“ In scheuer Ehrfurchts, Her. Sergeant zur Tür. Während er über den sah sie zu ihrem Gatten auf, ein stolzes Strah, Hof des kleinen Forts schritt, flimmerten ihm len in den schönen Augen. Die beiden mub He Augen. Also stand doch wieder die Verganten sich sehr lieb haben.(genheit auf, die er längst erloschen glaubte Hu### maingt lbert Theren stöhnte leise auf. Kamen sie alle Der Tag der Aufführung des„Weibsteu=wieder, die alten Gestalten und Bilder? Er sels“ war da. Vormann konnte seine, Rollschritt vor das Tor und warf sich in das verwie am Schnurchen. Er häfte sie im Traum dorrte Halsagras. Schon zuckten die ersten viohersagen können. 4###rrrr„Otmmet, Frsletten und orangeroten Lichter über den HoriWilde Gier brannte in den Auge pen Berbers, der schlangenbleich die Steinbrocken schlich. Nein, die Giar Allayz vernichte sie jcußten noch nicht, luß die Fahne des Aufruhrs entrollt war und von den Hängen des Atlas bis zu den Küsten des Meeres die Söhne des Propheten ausstanden zum heiligen Krieg. Auch ihre Teufelswagen würden nichts nützen, denn schon meilenweit aufgerissen. Insch Allah! So Allay will, brannten am Abend die Baracken und Hütten, und die Dolche rauchten von Christenblut! Doch was war das? Der Kabyle spähte gespannt in die Wüste. Da kam im Trad ein Reiter heran. Allah vernichte ihn! Der Sohn einer Hö#din trug die verhaßte Montur der Legionäre. Mti einem Fluch sorang der Eingeborene hinter den nächsten Steinblock.—— Kaum konnte sich der Sergeant noch auf dem Rosse halten. Sein rechter Arm hing schlaff herab, und der Waffenrock war mit Blut überkrustet. Im Passe hatte ihm die Bleitugel die Schulter zerschlagen. Bunte Feuerräder tanzten vor den Augen, nur der Wille hielt ihn aufrecht:„Ich muß!“ Schon kamen die ersten Wellblechhütten von Tibi Ibrahim in Sicht. Ruhig lag die Oase. Also kam er noch rechtzeitig! Da knallte ein Schuß. Der Gaut brach in die Knie, schwer nur konnte sich der Legionär aufrichten, ein stechender Schmerz brannte in seiner Hüfte. Taumelnd schritt er weiter. Nun rannten einige Arbeiter des Steinbruches näher, der Schuß hatte sie aufgeschreckt.„Wo ist der Chefingenieur!“ Die erschreckten Mischlinge wiesen auf eine Baracke, aus der ein Europäer trat. Der Legionär taumelte, von zwei Arbeitern gestützt, auf den Ingenieur zu:„Alarm! Die Beni Nossad können jede Minute hier sein— das ganze— Gebiet— ist— in Aufstand begrifv! Retten Sie sich— nach Marakesch! Dort 1 Tox und warf sich in dus wrs'“: ein Blutftarz hemmte, geize Vorte,„find Halsagras. Schon zuchten die erster, g1g Legionärel“ Wie zur oestätigung der Worte derlagen könzen, denn srieen— Himmel, ersatten und orongeroten Lichter über den Harfshauten einige Schülse von den Bergen her. war eben kein Schauspieler. Unyörbar wieszont, die das Nahen des Abends kündeten. Diesüber. Der Ingenieur jaßte sich sofort. Mit sie gekommen verschwand Frau Inge nach dersLegionäre lagen wohl in ihren Baracken, nurszwei Schritten war er in seinem Haus, und Generalprobe aus dem Zuschauerraum. Ichlder Torpfosten lehnte an der Mauer des Tor= hald schrillte die Alarmpfeise. Von allen Seiwollte Vormann noch schnell ein paar Ralz)ravelins. Träge bauschte sich die Trikolore imsten rannten die Arbeiter und Aufseher herbei. schläge für den Abend geben, aber er war nicht Winde. Den Legionär hatten sie vor der Wellblech mehr zu halten.„Ich muß meine Frau nach)“ Paul Stridegg in Tibi Ibrahim! Immer wie=baracke niedergelegt. Sein Gesicht war vom Hause bringen, ihr war heute gar nicht wohl.sder mußte der Legionär daran denken. Zum Schmerz grüngelb. Stockend kamen die Sätze Das dumme Herz— Sie wisen la.“ Dann Donner! Was ging ihn, den heimatlosen Aben=.Die Bahn ist zerstört“ Dann riß er plötzlich Ee schwung Er. steurer, dies denn überhaupt an? Was einst geisdie Augen weit auf:„Sie sind Paul Strideitte Klingelzeichen war uas den wesen, war doch lange gestorben. Aber danndegg?“ Der neben ihm knieende Ingenieur Das britte Kungelseichen war voc zanzshörte er wieder diese klangvolle Altstimme;snickte:„Woher kennen Sie mich?“ Da ging am(Garcklost, dos Pap geben, Pgrcate, 5„Ich weiß nur einen, den ich heiraten möchtellein Schütteln durch den Sterbenden:„Wenn am wucktuc des Vorzangs und blichte in dur Drei oder vier Jahre müßten wir noch warten.]— Sie— zurückkommen— in— die Heimat dalb erhellte Haus in dem ein Summen warsbis Paul seine Stellung verbessert und gefestigts.—, dann— sagen Sie Ihrer Braut, wer— wie in einem Vienenschwarm. Das letzte Zeirshat.“ Wie mit einem glühenden Messer trafen Sie gewarnt! Es war—“ wieder hemmte das den-— die Lichter im Hause verlöschten— Ihn damals diese Worte. Ein Traum ging klir Blut seine Rede, doch noch einmal rafste er Vormann stagd neben mir und flüsterte mirfrend in Trümmer, ein Traum, den die kalte die schwindenden Kräfte zusammen.„Sie hat deiser zu:„Inge, ist nicht gekommen, meine Vernunft wohl immer als unerfüllbare hin=]— mich einst einen Abenteurer genannt. Frau ist nicht da.“— Der Vorhang ging instellte, aber in einem Winkel seines Herzens Ein jähes Zucken, schwer sank der Ko dis Doge.„ hoffte er doch immer auf das Glück: Die Stau= Inge war nicht gekommen uun uunsschlanke Annie von Grumbach. Die Worte da=] Der Ingenieur schlug sich mit seiner Man auch nicht mehr. Ich say mit Schrechten, wiemals belehrten ihn eines Besseren. Dannschaft bis zum ersten Spahiposten durch. In Vormann mitten im Spiel alle Geistesgegen=wurde alles anders. Er ging zur FremdenlesMarrakesch meldete er dem diensthabenden wart verlor. Er bohrte luchend, die stierenigion, wo er nur eine Nummer war, nichts wei Kapitän den Heldentod des deutschen LegioBliche in die dunhelte Eche des Parkettz, wosser. Um ihn vergoß niemand eine Träne, wenkjnärs, der ihn und seine Leute gewarnt. Als seine Frau sonst unter dem roten Rotlämp=sihn einmal die Wüste oder das treffsichere Bleisoer Ingenieur das Kommandantenzimmer den saß. Kalter Schweiß trat auf meinesder Bergkabglen in den glühenden Sand Ma=verlassen, wandte sich Kapitän Lerolles an den Stirg,„Ich fühlte, eine Katastrophe war un rokhos warf...(Adiutanten:„Wenn Sie die Reldung an Seimne gnebeivlich— Und so geschah es— Vormann]“ Aber er kam von seinen Gedanken nichtserzellenz, den Herrn Generalgouverneur über brach plößlich im Satz ab, ktürzte vor diesiog. Paul Stridegg war verloren, wenn ersdie Räumung von Tibi.=Ibrahim verfassen, so Rampe und schrie laut„Ingel“ ins Publikum, nicht gewarnt wurde! Nur zu gut kannte derspergessen Sie nicht, die zweite Kompagnie Dann sah ich ihn wie gehetzt zwischen den Ku. Sergeant die wilden Kabylen. Wie ein Feuer= rühmend zu erwähnen, welche diese schwierige esen verschwinden.„.. Tusbrand hatte der Aufstand um sich gegriffen. Bis Aufgabe fast ohne Verluste durchführte, denn Direktor beruhigte das Publikum mit von Casablanca und Fes Verstärkung kam—: der Kapitän zuckte die Achseln—„der dem Versprechen einer Wiederholung, mit Gül; war längst alles vorbeil Und dennoch, es mußte Tote war ja nur ein Boche!“ tigkeit der gelösten Karten, und das Theatersgehen! Hatte er damals, als er noch der Frei=l Niemand wußte von der Tat des Sergeaneerie seg lengion. Ahnuwpg gstrsahen herr Hubert von Theren hieß, nicht versproten; nur in den Kompagniezimmern flüsterten Von einer schlimmen Ahnung gerrievenschen, der Baroneß Annie Grumbach ein gutersich die deutschen Legionäre die Geschichte von annte ich nach Vormanns Wohnung. Die Freund zu bleiben? Ein wahrer Freund? ihrem Landsmann zu, der deutsche Treue auch Haizstur, stand weit offen. Ich stürmte diel“ Mit Blitzesschnelle brach die Nacht herein. im fernen Marokko gehalten hatte. Holzsrufen hinauf. Auch die Flurtür war nur Vom Fort her klangen die langgezogenen Töne angelehnt. Das gelbe Licht einer Petroleum= des Zapfenstreiches. Hatte man einst nicht im=—s2.— lampe fiel grell auf das wachsbleiche Gesichtimer über ihn gelacht:„Ach ja, Hubert Theren nicht in Frage Storch=Breslau. des Grenzjägers, saß ihr Mann, streicheltestalt. Nun galt es zu beweisen, daß er damals Hilde Fröhlich hatte Sinn für die angenehlangsam u. unaufhörlich die kleine Hand, wäh nicht geprahlt.— Der Kapitän hörte wenig=lmen Seiten des Lebens; und wenn sie dem nüch rend stoßweise trockenes Schluchzen seinesteng später die Meldung des Sergeanten an ternen Bürodienst eine Nase drehen konnte, Brust erschütterte. Leise schlich ich hinaus.. der sich freiwillig erbot, die Europäer in Tibilsein säuberlich eine bunte Papierserviette vor Von Bormann hörten wir nichts mehr,„erlzbrahim zu warnen.„Ich kann Sie nicht hal= sich ausbreiteie auf der sie kunstgerecht und blieb für uns verschollen. Als eine Vision sah": Gergegnt ich noch lange Zeit nachher, wenn ich ins Parkett hinunterblickte, die Dame im weißen Mantel. —12.— Der Abenteurer Eine Geschichte aus Französisch=Marokko von Herbert v. Patera=Wien. Kapitän Lerolles war dem Berichte des in dienstlicher Haltung vor ihm stehenden Serdienstlicher Haltung vor ihm stehenden Ser=srangiert,# geanten der zweiten Kompagnie aufmerksam Reihe mir Erz beladener Loris.— zu warnen.„Ich kann Sie nicht hulessch uhbrglleie, umg der siegähnsgel# und ten, Sergeant, aber eins verspreche ich Ihnent zierlich, als säße sie an festlich geschmückter „Kommen Sie zurück, so nähe ich Ihnen eigen=Tafel, ihr Obst schälte und zerteilte, dann händig die Tressen des Unterleutnants an wollte sie in diesen Minuten genießerischen BeViel Glück!"— Noch in derselben Nacht rittshagens nicht durch geschäftliche Fragen gestört der Legionär ab..[werden. So sah sie auch jetzt sehr hoheitsvoll, Heiß brannte die afrikanische Sonne auf den von der Höhe ihres Büroschemels wirkungsTalkessel. Wie blutende Flankon leuchteten die voll unterstützt, herab auf den neben ihr sterotbraunen Steinbrüche der Kupferminen.shenden, zu kurz geratenen Herrn, der ihr anTaktmäßig klang das Pochen der Maschinensklagend ein dickes Aktenstück entgegenhielt. für Gesteinszerkleinerung. Auf dem Bahnhof„Sie sehen doch, ich bin beschäftigt.“ rangierte eine Materialmaschine eine lange]„Das sehe ich eben nicht", begehrte das putzige Männchen auf, breit und Uramm aus