2 SafscE: 9# 37— b90. : 85s gss S-363FSOg-8.55 EGS“SRSETGEEEESS SESaGFEG“ Sah GA: SSUEUTgo SSS gSTDETSaG-Bguggn ##egeDoS Mn CoT 59372 S FSo SSßps gTDgExpng ogSOS -•TonSS 58 S.SGTSRS „* ∆TODPAOTNOn 0 Faggog.S Ser en 5g9 SS SFRSBSESR A.FSSGTC STAAGTT SSSTOLOSERENS PPFLOPPOSE“TPEE“S SATTAUgOEG BAOE“SFT S 2.0PCSAZCOSE Gaone-SEg 5 95 21.*7SEN ** * G G□ S 511 BOSOT • S e n O Sön,„eg Srsgeens ***.* SgESe B gn SSgeg *OTTSS. 8.—## SSig"s SPSPSPPSES 580 SnEg n. Wie die Natur oft bei Menschen, die nicht uin Besitze aller Sinne sind, gerade jene Fähigkeiten und Anlagen stärker auftreten läßt, die den entwickelten Sinnen entsprechen, so zeigte auch er schon seit frühester Jugend eine ungewöhnliche Liebe zur Musik. Tas Klavierspiel erlernte er eigentlich von selbst; er fand für Melodien, die er zufällig hörte, leicht die Tasten und konnte dann stunderlang das Thema in verschiedenster Art variieren. Als er die Musikakademie besucht und die besten Zeugnisse erworben hatte, sprach er: „Jetzt glaubt man mir wenigstens, daß ich etwas kann. Ihr Sehenden müßt alles schwarz auf weiße haben, sonst seid ihr mißtrauisch. Wir Bunden brauchen das alles nicht. Wenn sich einer zum Klavier setzt und spielt, wissen wir sofort, ob die Musik in seinem Herzen wohnt oder nicht. Und deshalb muß ich mich freuen, daß ich blind bin.“ Zu manchen Gedichten hatte er schon die Musik geschrieben. Vor allem liebte er Goethe. „Zu seinen Liedern mache ich rote Musik,“ sagte er lächelnd. Man verstand ihn nicht. „Der Gesichtssinn liegt nicht nur in den Augen, wie ihr glaubt. In jedem unserer Nerven zittert eine Ahnung von Farbe. Wenn ich von roter Musik rede, habe ich vielleicht eine ähnliche Empfindung wie ihr, wenn ihr ein schönes Mädchen seht, das ein rotes Kleid trägt.“ So und ähnlich sprach er, wenn er seine Musik zu Mörikes Gedichten grün, zu Dehmels Versen gelb oder zu Rilkes Traumesworten violett nannte. „Eine Oper werde ich nie schreiben, wohl aber möchte ich eine Symphonie komponieren und zwar eine— Farbensymphonie. Denn obwohl ich noch keine Farben sah, liebe ich sie doch mehr als ihr; denn ich erlebe die Farbe.“— Einige Zeit später hörte er von einem musikalischen Preisausschreiben. Die schönste Symphonie sollte dem Komponisten eine große Geldsumme eintragen; außerdem wurde die Aufführung durch die ersten Künstler der Stadt in Aussich gestellt. Da kam eine Unruhe über ihn, die fast komisch war.„Ein halbes Jahr habe ich Zeit. Ich muß bis dahin sertig werden.“— Und er komponierte und trug ein seliges Leuchten im Gesichte wie ein Mensch, der Böcklins farbeninnige Bilder betrachtet. Und er war garnicht überrascht, als„Die Farbensymphonie von H. Omeros“— er hatte diesen Decknamen gewählt— den erhielt. Voll Glück schritt er durch die Straßen und summte seine Melodien vor sich hin, während die Menschen an ihm vorübergingen, ohne zu wissen, daß er der Komponist der vielbesprochenen Symphonie sei. Alle waren begierig, das Werk zu hören, von dem die Kunstrichter begeistert waren, und niemand wußte den Namen zu deuten; denn seine Freunde schwiegen. So wartete man gespannt auf die Aufführung, nach welcher der Komponist sein persönliches Erscheinen zugesagt hatte.— Der große Saal des Konzertgebäudes erglänzte in hellem Lichte. Eine begeisterte Menge erwartete den Beginn der Aufführung. Als nun der Kapellmeister das Podium betrat, wo die Musiker schon versammelt waren, brauste ein ungeheuerer Jubel durch den Saal. Und dann wurde es stille. Ein leichtes Klopsen mit dm Taktstocke, und die Herzen waren geöffnet und bereit, den Segen der Musik zu empfangen wie in den glücklichen Stunden des heiligen Es begann die Symphonie. Im Programm waren vier Teile der Musikdichtung nur mit der Bezeichnung: Rot, Grün, Gelb, Violett angegeben. Als nun die ersten Takte erklangen, stand volle Lebensfreude vor den Zuhörern. Von Liebe sang die Melodie, von Erwachen der Körverlust und von glücklicher Sorglosigkeit. Ein weites Land dämmerte von ferne, in dem große Gärten von glutroten Rosen leuchteten. Ein seliges Liebespaar ging Hand in Hand durch die duftende Sommerlandschaft. Innig leitete ein reizendes Violinsolo zum zweiten Teil über. So süße Musik hatte man noch selten gehört. Eine Melodie lief der anderen nach, ein Jubeln löste das andere ab. Und in überquellender Freude und Liebeshoffnung stürmte das ganze Orchester mit, bis plötzlich mit einem unvermittelten Mollakkord die Musik abbrach. Totenstille... Nur wenige Sekunden... Dann setzte eine klagende Oboe ein, eine Harfe dann gellende Posaunenrufe... Allmählich behrte Ruhe in die Musik zurück, doch sie war Herbsigang Komm mit in diese stille Glut der Erde, Komm mit in diesen Herbst der Welt! Du siehst die Fluren herrlich breit gelagert, Die letzten Felder duften noch nach Brot. Dann bringt der Abend frühen Nebel, I##ver:. Gespinst vor einem goldnen Antlitz. Die Gärten schlafen und die letzten Blumen, Nur noch die Wälder rauschen ungebrochen fort und fort. Wie rauscht ihr auf, ihr wilden Flammen über kalten Bergen, Ihr Taumelwälder hoch empor und tief hinab. O helles Jauchzen in der klaren Luft, O letzte Sonne, schwer und strömend Gold. O Herbst: du Gottverschwender und Geliebter Du kündest mir das kommende Geschlecht der Erde, Das tief im Len: und Sommer stand Und voller Ju“, eine volle Ernte gibt. Schon seh' ich sie, die neuen Menschen: Geklärt und kühn, Die mit entblößter Brust den Wirbelsturm erwarten Und voller Auferstehungslieder sind! Max Barthel. Komponisten, man ahnte, warum er diesen Teil den gelben genannt hatte. Es waren die Stürme des Blutes, die Kämpfe der Liebe, das grelle Ringen der einen Seele um die andere. Ohne Unterbrechung führte die Musik in den vierten Teil über, den violetten. Es wagten sich langsam Durakkorde vor, die schnell wieder zurückgeschlagen wurden bis sie aber schließlich doch starker wurden und der Lebensfreude zum Siege verhalsen. Man sah wieder die Gärten, ein violettes Dämmern stand am Himmel, und sicher gingen die zwei Menschenkinder mit festen Schritten durch den Abend. Manch verstohlene Träne wurde getrocknet, voll Glück atmeten alle auf. In langsamen Melodien, die von ganz eigenartigen, fast exotischen Harmonien getragen waren, endete die Symphonie. Viele saßen stumm und dachten nicht daran, daß es Zeit zum Beifallgeben war. Dann aber wollte die Begeisterung kein Ende nehmen.— „Der Komponist soll kommen!“. Einer schrie es, und alle stimmten ein. Da wurde es still. unheimlich still. Denn vom Kapellmeister geführt, betrat der Blinde, der die selige Farbensymphonie geschrieben hatte, das Podium. Und wie er sich nun mit rührend hilfloser Gebärde verneigte, da wagte niemand, Beifall zu spenden. Noch zitterte in allen Herzen die herrliche Musik, die so jubelnde und schmerzvolle Bilder vom Glücke der Farben gezeigt hatte, daß nun keiner das Wunder verstehen konnte, das den Blinden sehender gemacht hatte als Menschen mit sehenden Augen. Ein junges, schönes Mädchen, die Wangen noch naß von Tränen, fand zuerst den Weg aus der drückenden, geheimnisvollen Stimmung. Sie lief zum Podium, faßte die Hand des Blinden und sagte mit einfacher Stimme:„Ich danke Ihnen!“ Da war der Bann gebrochen, ein Sturm gelöster Menschenfreude tobte durch den Saal; Blumen, die man fast vergessen hatte, wurden herbeigebracht, Stimmen der hellsten Freude schallten durcheinander.— Es ist nicht mehr viel zu erzählen. Denn daß das junge, schöne Mädchen des Blinden Frau wurde, könnte— so leicht verständlich es auch ist, daß ihr Herz zu seinem Herzen hinfand— beinahe zu viel der Seligkeit sein, mehr als man es sonst gewohnt ist. Aber so kommt die Geschichte wenigstens wieder in Menschliche zurück, und das soll doch jeden freuen: das menschliche Glück eines großen Künstlers. gkückte Tzerntschef auch; er sand Verräter in dem Kriegsministerium. Der Graf reiste nach Rußland zurück. Als der Verrat an den Tag kam, war es zu spät, um den Grafen noch einzuholen. Bei dem siegreichen Einzug Alexanders in Paris wurde er von einem Mann um eine Anstellung gebeten, mit dem Hinweis, oaß er dem Graf Tzernischef wichtige Dienste geleistet habe. Der Kaiser antwortete:„Ich bezahle die Spione und Verräter— Dank bin ich ihnen nicht schuldig!“ Bei seinen Inkognitoausflügen in Petersburg bediente sich Kaiser Alexander von Rußland of: einfacher Mietskutschen. Eines Tages nun ließ er sich von einem Lohnkutscher nach dem kaiserlichen Schloß fahren, wo er ausstieg und den Fuhrmann bat, er möge einen Augenblick warten, er würde ihm den Fahrlohn sofort heraussenden.„Nichts, nichts" antwortete der Kutscher,„den Trick kenne ich schon. Ich habe viele große Herren hierher gefahren und sie nie wieder gesehen. Suchen Sie nur in Ihren Taschen nach, vielleicht haben Sie noch soviel Geld drinnen, als ich bekomme.“—„Ich habe wirklich kein Geld bei mir,“ entgegnete der Kaiser,„aber warte, da ist mein Mantel, behalte den unterdessen zum Pfande.“—„Da bin ich eher zufrieden,“ antwortete der Kutscher, „er scheint noch neu zu sein; den Mantel werden Sie gewiß nicht im Stich lassen.“— Der Kaiser lachte herzlich und ging ins Schloß. Nach einigen Minuten kam ein Kammerdiener und verlangte vom Kutscher„den Mantel des Kaisers“; gleichzeitig übergab er ihm hundert Rubel. Der Kutscher entschuldigte sich vielmals, daß er den Kaiser für einen Betrüger gehalten habe. Kreuzwortrhtsei: Mogerecht: 1 Chmes Fört 3 bin, köngöllfb 7 Blume 8. Karte 2. Chem. Stoff 10. Weih lmre 13 Kunstbuffer 16. Tsroelit föngg 14 Stumngung 20. Indischer tleiliger Ri. Arikon H#s 22 503 ner Gorten 23 Ihalien. Stodt. Sankracho: 1 Ter Produkt 2. Fabeldlichter s. Wind 4 Volksmenge SHeibl korname r Abkürzung eines Mückhennamens 9####an erprasiderft 11Tlel 12.#eibl. un S;rech Soct 1SMörhe# fache 18 Erin ichung Schach: Z.weizüger Zwei russische Anekdoten Nach alten Quellen bearbeitet von Hans Lichtenberg. Der Graf Tzernischef war von Alexander (Kaiser von Rußland) mit dem Auftrage nach dann gellende Posaunenrufe... Allmählich Frankreich gesandt worden, so viel als möglich Kehrte Rühe in die Musin zuruck, roch sie wul von dem Operationspian Kapoleons— bei nehtte Ruhe in vir Musin gutuc, bohh se wbarsvon dem Operatzionsplan Rapor gen##### traurig und verzweifelt.. Man verstand den dessen Einfau in Rußland— zu ersorschen. Es Auflösungen aus voriger Nummer: Schach: Se2-0 Hdad 20 Uhz-due oder Scok 2) Sgb-e7(Uht-es)s oder Ses beliebig ALgt-alr Bössellgrung: bei nicht en Boder beller. Frisch gewagt und frisch binaus, Kopf und Arm mit beitern Krüften. Ueheral und st zu daus: wir uns der Sonne fusmen. Sind wir jede Sorge los. Daß wir uns in ihr zerstrenen, Dorum 16 die Welt so groß: Nr. 44 Samstag, 6. November 1926 Verantwortlich: H. Semmelmann. Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. Die letzte Nacht Skizze von Artur Brausewetter. „Todmüde!" Er reckte die Arme. Es war etwas viel gewesen: Pfingsten, die vielen Amtshandlungen, jetzt die große Hochzeit, bei der er als Geistlicher nicht fehlen durfte. Herrlich, endlich zu Hause zu sein. Er legte den Frack ab, glättete ihn sorgsam, öste die weiße Binde, setzte sich auf den vom Großvater ererbten Armsessel an das weit geöffnete Fenster. Vor ihm lag ein kleiner amtlicher Zettel; er streifte ihn flüchtig. Aber in die Zeitungen sah er, nahm zuerst eine ältere zur Hand, denn er war in diesen Tagen nicht zum Lesen gekommen. „Else Bahl vor den Geschworenen. Der Staatsanwalt beantragt Todesstrafe", stand da in fett gedruckten Buchstaben. Ein Antrag war noch kein Urteil!— Dennoch: Hier stand er vor einem außergewöhnlien Ereignis. Er hatte mancherlei iin seinem imte erlebt. Dies aber war das Unbegreifichste. Vor Jahren hatte er die Else Bahl konfirmiert und sie nie vergessen; ein junges, hübsches Mädchen, sittsam, still, bei jeder Regung ihrer Seele errötend.—— In dem kleinen Hintergarten dicht unter ihm blühte der Flieder. Maiglöckchen und Narzissen sandten ihre schweren Düfte, der Kirschbaum gleißte in seiner weißen Pracht, von fern nur hallte der Lärm der Großstadt. Seine Gedanken gingen ihre Bahn. Fragen und Rätsel wurden wach, umspannten ihn tiefer, semmel"n sich in dem Einen.... Mit einem Male ein schrilles Läuten. Vor ihm steht ein Mann in Uniform.—„Verzeihung, daß ich zu so später Stunde störe. Der Herr Gefängnisdirektor schickt mich. Die Else Bahl— Herr Pfarrer haben gelesen, daß sie zum Tode verurteilt ist. Dies ist ihre letzte Nacht—“ Er weiß nicht recht, was er hört, sagt nichts. „Den Herrn Anstaltsgeistlichen hat sie zurückgewiesen. Sie wünscht Herrn Pfarrer Reimers, der sie konfirmiert hat.“ Er fühlt, wie ihm der Schweiß ven der Stirn rinnt. Die letzte Nacht mit einer Mörderin! Er ist noch jung, hat nie etwas Derartiges mitgemacht. Und gerade jetzt, wo er mit seinen Kräften zu Ende ist! Einen Augenblick kommt ihm der Gedanke abzusagen. Dann erschrickt er vor solcher Lieblosigkeit. Sie ruft ihn für ihre letzte Nacht. Und er—— Eine harte Tür schlägt hinter ihnen zu, wird sorgsam geschlossen. Zwischen massigen, ziegelroten, langgestreckten Mauern schreitet er an der Seite des Beamten. Schatten gleiten, schwinden. Kein Laut ist hörbar. Jetzt treten sie in einen panoptischen Bau. Eisenbeschlagene Zellen von oben bis unten, alle übersehbar. Eine im unteren Stock öffnet sein Begleiter lehnt sie leicht an. Auf dem aufgeschlagenen Bett sitzt eine weibliche Gestalt. Frei und aufrecht sitzt sie, in lichtes Weiß gehüllt; es ist, ein wenig aufgearbeitet, ihr Einsegnungskleid. Es war ihr letzter Wunsch. Man hat ihn gewährt. Sie sind allein. Mit einer ruhigen, fast freudigen Bewegung grüßt ihn ihr Haupt mit dem blonden, schlicht gescheitelten Haar. „Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind.“ Er will etwas erwidern. Das Wort bleibt ihm in der Kehle stecken. Draußen hört er den Posten auf= und abgehen. Tapp... tapp. Ab und zu späht ein wachender Blick durch das kleine Guckloch oben an der Tür. „Wie ist es möglich?“ ringt es sich endlich von seinen Lippen. Nur ein leises, müdes Lächeln antwortet. Die Zeit schreitet vor; schneckengleich, dann wieder pfeilschnell... bald wird der Morgen dämmern. „Ich möchte das Heilige Abendmahl empfangen.“ Er ist vorbereitet, nimmt ihr die Beichte ab, reich: ihr Brot und Kelch. Und es ist wie vor sechs Jahren, da er es zum ersten Male tat. Ob sie Aehnliches empfindet? „Es war ein schöner Tag.“ Etwas Träumerisches ist in ihrer Stimme. „Aber was Sie an ihm gelobt, haben Sie nicht gehalten.“ „Ich habe es nicht gehalten, weil ich nicht in der Liebe blieb.“ „So erleichtern Sie Ihr Herz!“ Elenleleanlfenl lalfenlgaliglielealfel Iellenlelien derbstgefühl Nach dem Chinesischen von Hans Bethge. Die Laute herab von der Wand! Deine und meine Schmerzen will ich singen, Verblutender Herbst im Land. Ihr schwarzen Schwäne im Dunkelblau Segekt, wie meine schwarzen Gedanken, Langsam und müde über die schlummernde Au Du stolzer Aglajabaum am Rain! Wo sind nun deine Blätter? Deine Aeste Ragen wie eine schwarze Harfe im Abendschein. Der Wind streift durch dich hin. Ein Brausen und Klirren Schwimmt in der Luft. O Jammer dieser Erde! Böse Gesichter wollen mein Herz verwirren. Dort liegt mein Teich, er ist grau und leblos und fahl; Ich will zu ihm niedersteigen, an seinem Rande Will ich mich lagern, und meine dumpfe Qual Will ich hinaussingen in das vergehende Rot Des kühlen Abends. In mir und um mich her Wittert die Sehnsucht nach dem holden Erlöser Tod. KISRTRTRTETSSTEE Einen Augenblick ist es, als wolle sie sprechen. Dann erstirbt das Wort auf den stammelnden Lippen. Er sieht sie an. Tausend Fragen hämmern durch sein Herz. Fahl dämmert der Morgen. Schritte nahen, hallen dumpf und schwer— kommen näher. „Es ist so weit.“— Sie sagt es in vollkommeuer Ruhe, erhebt sich. Er vermag es nicht. „Noch ist es Zeit. Um Gottes willen sprechen Sie!“ Sie schüttelt das Haupt, langsam und traurig. Da steht auch er auf.„Ich habe viel von Ihnen gehalten,“ ringt es sich aus der Tiefe seiner Seele.„Ich kann so nicht von Ihnen gehen. Und Sie nicht so——“ Er vollendet den Satz nicht. Die Tür öffnet sich. Sie tut einen Schritt vorwärts. Er hält sie zurück, legt ihr die Hand auf das Haupt, nennt sie bei ihrem Namen. Und wieder ist es wie damals— „Ich glaube nicht an Ihre Schuld. Reden Sie zu mir!“ Er hält ihre Arme wie in einer Klammer, läßt sic nicht frei. Ein Schimmer, weich und wunderbar, ergießt sich über ihr Antlitz. „Sie glauben an mich——?“ Wie ein Hauch komm: es von ihrem Munde. „Nein— Sie sind keine Mörderin!“ „Doch— denn ich tötete die Liebe, die in mir war, und—“ „Tann sind wir alle Mörder,“ unterbricht er sie heftig. „Wir sind es vielleicht. Und das ist das Wunderbare. Es wird einem erst in der letzten Nacht klar. Und dann ist es zu spät— wie be. mir. Aber Gott wird mir vergeben.“ Ein versöhnter Frieden leuchtet aus ihren großen, stillen Augen. „Sie stirbt unschuldig!“ schreit es in ihm. An der Tür stehen die Schergen, sie zu holen. energischer Gebärde weist er sie zurück, sprechen kann er nicht.— Eisern stehen sie, unbeweglich. Dann geht es vorwärts. Einen langen, leeren Gang entlang. Eine Glocke ertönt. Von finsteren, kahlen Gebäuden, die sich wie Gespenster in den blaßblauen Himmel recken, ringsum eingeschlossen, ein länglicher Hof. Feierliche Gestalten im Halbkreis, schwarze Acben. Gn Er In der Mitte oven auf dem Gerust ein Herr im gutgeschnittenen Frack. Er zieht ihn aus, faltet ihn sorgsam, reicht den hohen Hut und die weißen Handschuhe einem anderen hinüber. Und nun tritt festen, freien Fußes eine lichtgekleidete Gestalt zu ihm. Der Staatsanwalt erhebt sich.— In demselben Augenblick ist Pfarer Reimers an ihrer Seite. Gott sei Lob und Dank, er hat seine Sprache wiedergefunden! „Halten Sie ein, Herr Oberstaatsanwalt! Der Himmel bewahre Sie und uns! Diese hier ist unschihio— Starr stehen, sitzen sie. Lahmen#### Entsegen überall. Sie aber schüttelt das Haupt... langsam und traurig, wie vorhin in der Zelle. Dann beugt sie mit anmutiger Gebärde das Haupt... nimmt eine weiße Blüte, die aus der Erde sprießt. Hell leuchtet sie in der erhodenen schlanken Hand. Und dann— Ja, wo ist er nur?— Heiß und schwer strömt der Duft aus dem Garten zu ihm empor. Er faßt sich— immer noch abge, pannt und übermüdet— an die brennende Stirn... W., Nct u 4 Wirklich... eine weiße Blute liegt auf seinem Schoß. Sie muß vom Kirschbaum drüben hinübergeweht ein. Eine Weile sitzt er ganz in sich versunken und sinnt dem eben erlebten Traumbild nach ... Tann steht er auf, schaltet das Licht ein, greift zu den Zeitungen, nimmt die neueste. Else Bahl einstimmig von den Geschworenen freigesprochen,“ liest er in fettgedruckten Buchstaben. Nun fällt sein Blich auf den kleinen weißen Zettel:„Montag, den 5. Juni. Vortrag des Herrn Anstaltsgeitlichen: Psychologische Rätsel im Gefängnis.— Als wäre er noch immer im tiefsten Traum. Er hat das Licht wieder ausgeschaltet. Der Mond geistert durch das Zimmer, läßt die Dinge in weich fließenden U. nissen erscheinen, nimmt ihnen das Korperhafte. Nicht= ist um ihn und in ihm, als das stille Rauschen der Ewigkeit Und vom sternenbesäten Himmel, an dem sich ein leichter Wind erhoben, grüßt mit tausend leuchtenden Augen die große vergebende Giaglo Ein Zeitbild von Heinz Tovote. „In der großen Halle wird ja getanzt. Ach bitte, laß uns doch einen Augenblick hineingehen.“ „Aber Kind, bei dem schönen Wetter draußen.“ „uch bitte, Albert, mir zuliebe. Und wenn TpabgängagondSag.s —— 5 .— E— SS T 2aUES SaZMwMESOUSAEG aSCRSEESSERG RASOS „ er umr EEgö-aEn SS„M SOL SE KT•AS-BOMESEL UE FE9S1T9 85 SSSPSPS E E **——"•—6 9 SELESEALS-BRUTE F SP„ESE S S # 8. E• 32:2 9 S 8.9 12 a ERS 95722 *•O E S365 u B Gin -Sa S 8•3— # ich nur zusehen darf, weil Du nun mal selbst nicht tanzen willst.“ A. einmal tanzen", Einen Augenblick zauderte er, dann nickte er ihr zu. Es war ja eigentlich die erste Bitte, die sie in ihrer jungen Ehe an ihn stellte. Aber seinen vierzig Jahren durfte sie es nicht zumuten, daß er diese neumodischen Tänze noch lernte. Also traten sie in den großen Saal des Hotels, wo sie abgestiegen waren. Die Musik hatte gerade wieder begonnen, und der Raum war sast ganz besetzt. Aber der Oberkellner, der sie auch bei Tische bediente und der wußte, daß dieser Herr mit der blutjungen Frau ein behannter Industrieller war, hatte rasch für einen Tisch in der vordersten Reihe gesorgt. Ganz gedämpft wurde an einzelnen Tischen geplaudert, wenn die Jazzkapelle schwieg, nach deren Klängen sich in dem freien Raume zwischen den engstehenden Tischen die Paare drehten. Sie wippte mit dem Fuße nach dem Takte des aufpeitschenden Rhythmus dieser Tanzmusik. „Ach, wie gern würde ich sagte sie leise. „Aber das geht doch nicht, Du kennst ja auch niemand! Der Herr im Cut, der hier und da an einem Tische stehen blieb und die Gäste begrüßte, lächelte und machte ihr eine kleine Verbeugung, und sie sah, wie er mit einem jungen Manne sprach und ihm mit den Blicken den Tisch wies, an dem sie saß. „In einem öffentlichen Lokale, wo Du niemand kennst.“ „Warum nicht! Sieh doch nur, die Herren fordern einfach auf. Die beiden Töchter der Amerikanerin, die mit uns hier ankam, tanzen ununterbrochen. Und die kleine Mand sagte mir, wenn man hier herkommt, heißt das, daß man eben gern tanzen möchte.“ „Deshalb sind wir aber nicht hergekommen.“ „Ich schon!“ sogte sie lachend.„Wenn jetzt ein Herr kommt und mich aufsordert, kann ich ihn doch nicht abweisen.“ Ehe er noch antworten konnte, stand ein blonder Herr an ihrem Tische, machte eine haum merkliche Verbeugung gegen ihn und eine tiefere vor ihr, und schon erhob sie sich. Der junge Mann legte den Arm um sie, und sie tanzten. Sie war ein wenig befangen diesem fremden Menschen gegenüber, der kein Wort sprach, sondern sie nur führte. Stumm blieb er auch, als die Musik abbrach und die Paare im Saale stehen blieben und in die Hände klatschten, bis die N. sik wieder anfing.— Dann brachte er sie wort.os an ihren Platz zurück. An ihrem Tische hatte ein anderes Paar Platz genommen, leise flüsterte sie ihm zu: „Sieh nur, wie komisch, keiner spricht beim Tanze mit dem anderen. Als ob der Tanz eine heilige Handiung sei.“ Ein à einer dunkelhaariger Herr stand vor ihr, und schon hob sie den Arm und legte die Hand auf seine Schulter— und diesmal fühlte sie, wie sie ganz in den Rhythmus des Tanzes aufging. Uno wieder wurde kein Wort gewechselt, nur am Schluß in die Hände geklatscht, bis das kleine Orchester den Tanz noch einmal aufnahm. Sie setzte sich wie beglückt an ihren Platz, und leise sagte sie.„Also das ist ein ganz wunderHarer Tänzer.“ Sie hatte eben die Tasse an den Mund gehoden, als ein neuer Tanz begann.—„Hör' nur: Boleners! Aber mehr konnte sie nicht sagen, denn wieder stand der Herr vor ihr, mit einem seinen Lächerr. den Rund. muß Spanier. Vielleicht kann er kein Wort Deutsch. Aber er mußte doch eigentlich ein bißchen Englisch oder Französisch könne, nicht wahr?“ „Wollen wir nicht gehen?“ „Aber Albert, bitte! Gönnst Du mir nicht, durch die ganze Welt ging, seit die Mistinguette sie gesungen. „Dein Spanier scheint mir aber genug von Dir zu haben.“ „Erlaube mai, er hat so viel mit mir getanzt, daß er auch mal mit einer anderen tanzen kann. Sieh nur die vielen hübschen Frauen. Dort diese beiden schlanken Amerikanerinnen.“ „Dafür sind die Herren um so salopper. In grauen Röckchen, und Dein Spanier trägt sogar Gamaschen.“ Ein schnurrendes Geräusch unterbrach die Stille. Neben dem Orchester war ein Rad aufgestellt, wie er das von den Jahrmärkten seiner Kindheit kannte, wo Pfefferkuchen oder Wirtschaftsgegenstände ausgespielt wurden.— Das Rad war ganz mit Blumen geschmückt, und die Blunen drehten sich nun im Kreise. Eine plötzliche Bewegung kam in die Gesellschaft, die Damen hoben die Köpfe, und sie sahen nach den Herren aus, und ehe noch die Musik begann, standen sie schon in Erwartung der Musik, da kam auch der Spanier und führte sie durch die Paare, die wie suchend zu Boden sahen. Und dann begann die Musik, und die Paare drehten sich; einzelne fast auf der Stelle, andere hatten sich eine Ecke ausgesucht, aus der sie nicht herauskamen, nur wenige tanzten wie gewöhnlich. alelenl Geleilellen eaulielfellellen Vor dem Winter Nun ist er ausgeträumt, der Sommertraum, Rostfarbne Blätter sinken taumelnd nieder. In schwere Nebel reckt die Riesenglieder Der nackte Baum. Der Wandrer steht wie am geschlossnen Sarz Am Wiesengrund, einst bunt von reichem Leben, Das sich ihm tausendfältig hingegeben— Und nun verbarg. Einst prangt es wieder dir im Sonnenschein Mit holden Farben, Wandrerherz,— das wisse. Jetzt aber müssen Frost und Finsternisse Durchlitten sein. Anna Enders=Dix. PISTRTRRRE Man hörte das Schnurren des Rades, nach dem sie ebenso eifrig ausschauten wie auf die Nummern zu ihren Füßen. Das Rad lief la die langcheln um den Mund Alis sie zurückkam, sagte sie:„Weißt Du, e is wehl ein Ausländer sein, ich glaubeen anter. Vielleicht kann er kein Wort Deutsch es ein daß ich tanze?“ Er zuckte ein wenig mit der Schulter, aber er wollte ihr doch nicht zeigen, wie die Eifersucht in ihm aufstieg. Er sah, wie all die vielen jungen Frauen und Mädchen sich dem Tanze hingaben. Er beobachtete nur: der Mann behielt sein ruhiges Gesicht. Sie tanzten nur.— „Ach, Albert, frag doch mal, was eigen die großen Zahlen auf dem Parkett bedeuten. Sieh nur: immer in einem Viereck eine ganz große Zahl. Weißt Du Spanier mich wieder danach fragen?“ „Die Zahlen die Dame am „Hör nur: wieder Valeneia. Weißt du, ob der Padilla Italiener oder Spanier ist? Ich möchte mal den Spanier fragen.“ Und leise summte die die Weladte mit, diel es nicht? Wenn der holt, darf ich ihn einmal sind für den Noulettetanz“, sagte Tische und lächelte ihr zu. samer, und dann hielt es an. Zugleich brach die Musik ab, und der Herr am Rade rief: Nummer 82. Eine helle Damenstimme aus einer Ecke rie ganz aufgeregt:„Hier!... Hier!“. Und die Dame erhielt eine schlanke, rotgekleidete Puppe, mit ganz langen, aus dem kurzen Rocke heraushängenden Beinen, die sie vergnügt in Empfang nahm. Der Tanz ging weiter, und nach einer ganzen Weile schnurrte wieder das Rad. Er sah den Spanier und Lisa, wie sie nicht weit von ihm standen, mit einem Fuße auf einer Nummer, während ihre Augen die Nebenzahlen zu entziffern suchten. Secheundzwange! Er sah, wie Lisa, von ihrem Partner gezogen, rasch einen Schritt seitwärts tat, ehe das Nebenpaar es merkte, und wie ihr das Blut in die Wangen schoß, als sie: Hier! rief. Und schon kam der Manager auf sie zu und überreichte ihr eine Puppe in gelber Seide, die sie an sich drückte, und die sie dann mit der Hand an der Schulter ihres Partners hielt und hoch hob, wie im Triumph, als sie am Tische vorbeitanzte. Als die Musik wieder abbrach, sah er, wie sie ihrem Partner zunickte und an den Tisch kam. „Sieh nur die entzückende Puppe!“ „Sehr schön, aber nun habe ich genug. Wir wollen gehen.“ Aber schon hatte ein neuer Tanz begonnen, und wieder wurde sie von ihrem Partner geholt. Sie wollte die Puppe liegen lassen, aber er nahm sie vom Tische, und sie sah, daß auch die anderen Damen ihre Gewinne im Arm behielten. Er hatte dem Kellner gewinkt, der seinen Block zog und die Nota vor ihn hinlegte. „Erlauben Sie mal, was bedeutet denn dieser Posten?.... Zehn Mark Danse? Der Tanz ist doch frei, oder nicht?“ „Gewiß, mein Herr.“ „Oder ist das etwa für eine Puppe?“ „Lein, mein Herr, dos itt für den.. Er sah nach dem Spanier, der grade vorbeitanzte. „Verzeihung, mein Herr.“ Ich hatte es so verstanden. Aber wenn der Herr nicht damit einverstanden sind.“ „Wie denn, das ist für den...“ „Jawohl, mein Herr! Gigolo!“ „Ach, das ist...“ „Sehr wohl, mein Herx.“ „Aber dann selbstverständlich! Bitte hier!" Sehr vergnügt beglich er die Rechnung.— Deshalb hatte er sich den ganzen Nachmittag geärgert und hatte wie auf Kohlen gesessen? Erleichtert faltete er die Nota zusammen. „Nun wollen wir aber gehen, Lisa!“ Sie sah sich um, weil der letzte Tanz begann, aber der Spanier war nicht zu sehen. Schade! dachte sie. Auf ihrem Zimmer oben sagte sie nachdenklich:„Ich möchte nur wissen, wer der Spanier war. Der Arme kann gewiß kein Wort heutsch. Meinst Du nicht?“ „O doch, das kann er schon.“ „Wieso? Woher weißt Du?“ „Ich habe mich erkundigt.“ Lachend nahm er die Rechnung heraus— legte sie auf den Tisch, und indem er sie mit der Hand glattstrich, sagte er überlegen:„Gigolo! ... Hier steht es: Danse, dance— 10 Mk.“ „Was bedeutet das denn? Doch nicht etwa..“ „Doch! Für die älteren Herren, die mit ihren ungen tanzlustigen Frauen kommen, sagte der Kellner mir. Dazu sind die jungen Herren da. Sie tanzen, aber viel Reden ist verpönt. Tanzen und— Stummsein ist ihr Beruf.“ Sie sah. die Augenbrauen zusammengezogen, auf die Rechnung, und der Glanz in ihren Augen erlosch langsam. Dann sagte sie still: „Schade. Das hättest Du mir nicht sagen sollen.“ „Ach. Du dachtest, um Deiner schönen Augen willen?“ „Warum nicht?— Schade! sagte ich nur.“ „Ja, ja, der Spanier! Und nun nur ein Gigolo. Und ich, der schon eifersüchtig wurde.“ „Warst Du das?“ fragte sie und streichelte dabei die Puppe, die sie noch immer im Arm hielt. Und ein leichtes, zufriedenes Lächeln huschte um ihren Mund, während er sich bedächtig eine seiner schweren Zigarren anzündete und schmunzelnd vor sich hinsagte: „Nur ein Gigolo, der stolze Hidalgo!...“ Hohenfelde Skizze von Felix Burkhardt. Axel Flanßberg putzte in Chicago Schuhe.— Doktor Gregor von Flanßberg belebte zur Abwechselung die Kurpromenade von Ostende.— Lotte Weierstett, geborene von Flanßberg, ließ in Bad Homburg vor der Höhe die Koffer packen, um sich in Harzburg beim Reitturnier vom Tennisspielen zu erholen. Axel Flaußberg umriß in Gedanken die Kurve seines Lebens: Husarenoffizier, Turnierreiter, Stallmeister, Heizer, Chauffeur, Tellermascher. Schuhputzer.— Sein Vetter Gregor stellte Betrachtungen über die Zuverlässigkeit: der Frauen, besonders der kleinen Tänzerin an, die ihn heute wieder vergeblich hatte warten lassen.— Lotte Weierstett ließ sich von ihrer Zofe maniküren und dachte nichts... Im Turmzimmer des Herrenhauses von Hohenfelde schrieb der alte Bernhard von Flanßberg an die drei Kinder seiner Geschwister und bat sie, anläßlich seines 75. Geburtstages einige Wochen auf Hohenfelde mit ihm zu verleben. Er wollte bei dieser Gelegenheit mit ihnen wegen der Besitzübernahme von Hohenfelde Fühlung nehmen. In Axels Brief schob er einen Scheck. Lotte depeschierte. Kam im eigenen Wagen mit Chauffeur, Zofe und acht Koffern. Gregor dankte für die freundliche Einladung, teilte seine Ankunft mit und bat um einen Wagen am Bahnhof. Axel antwortete nicht. Die gnädige Frau überhäufte den lieben Onkel mit Aufmerksamkeiten und wertvollen Geschenken. Gregor legte eine wünderschöne Birschbüchse auf den Geburtstagstisch, machte tadellose Verbeugungen und war in allen Dingen sehr besorgt. Als sie alle am Geburtstage am Frühstückstisch saßen, schneite Axel herein. Frisch, ungezwungen, wie immer. Schüttelte einem Onkel die Hand:„Alles Gute, alter ger Am Nachmittag ritten sie aus. Gregor an der Seite des alten Herrn, Lotte und Axe! hinter ihnen. Sie ritten an Rübenfeldern vorbei. Eine Anzahl Geschirre fuhren die geernteten Rüben ab. Auf einem feuchten Ackerstück waren die Wagen tief eingesunken. Hart trieben die Knechte die Pferde an.„Schinderei!" knurrte Axel, fegte hin, ließ halten, vorspannen. Die Leute gehorchten ohne Widerspruch. S###SSSS Sa ST P- senL 5##5OSNE PBEESgOS SEH ##ESP gO SEEASEST, O SA SS-DGOE ESROU SE S *#5 SOEd S 9 S S• # 5oSn S. S5% ERSSS S888858.8 Vier Wochen blieben die drei Gäste auf Hohenfelde. Gregor wich nicht von der Seite des alten Herrn. Lotte langweilte sich und fuhr jeden zweiten Tag in die Stadt. Axel lebte seine Taze, wie es ihm gefiel. Jagte, ritt aus, trank mit dem Inspektor, war auf den Feldern, in den Ställen. Eines Tages hatte Bernhard von Flanßberg mit seinem Rechtsbeistand eine lange Unterredung im Turmzimmer. „Verehrter Herr Justizrat, ich habe Sie zu mir gebeten, um mit Ihnen über die Besitzübergabe von Hohenfelde zu reden. Um es kurz zu machen: Axel erhält Hohenfelde mit allem drum und dran. Sie werden einwerfen, Axel sei leichtsinnig. War ich auch etwas. Das legt sich. Besitz bindet. Uebrigens hat er wohl genug Haare lassen müssen und ist, wie ich merkte, geheilt. Zuerst hatte ich an Gregor und Lotte gedacht. Aber Gregor: Horcht meinen Diener nach meinen Angewohnheiten aus,- notiert sich den Verlauf meines Tagewerkes und kopiert mich. Ich bitte Sie! Ein Dreißigjähriger lebt wie ein Siebzigjähriger. Das ist schon faul, lieber Herr Justizrat. Dann markiert er den Tugendhaften. Aber wenn er sich sicher fühlt, stellt er der Mamsell nach. Seine landwirtschaftlichen Kenntnisse bezieht er vom Inspektor. Ich weiß schon heute: Ist er Besiger hier, dann läßt er Hohenfelde Hohenfelde sein und verlebt flott die Ernten. ist mir Hohenfelde zu schade. Lotte ist nur Weltdame, scheidet ganz aus. Der Amerikafahrer hat zwar manches auf dem Kerbholz. Aber er täuscht nichts vor. Er gibt sich, wie er ist. Hat über alle Dinge seine eigene Meinung. Sperrt die Augen auf. Läßt sich vom Inspektor nicht übers Ohr hauen. Er ist Bauer aus dem Blute heraus. Ich habe gesehen, wie er vor Tau und Tag mit den Knechten auf die Brache zog. den Pflug einsetzte und Furche um Furche warf. Glauben Sie mir, ich erkenne den Menschen, wenn er hinter dem Pfluge geht. Ich habe das leise Zittern in seiner Hand gesehen, als er den Pflug in die Scholle grub, das stille, fromme Leuchten in seinen Augen. Ich habe gespürt, wie er mit jedem Schritt tiefer in den acker hineinwuchs. Herr Justizrat, ich brauche keinen Erben. Ich will einen Verwalter für meine Erde! Einen geraden Menschen, einen. der nicht mit dem Leben spielt, der es mit Treue und Schaffen füllt.“— Und so geschah es. Worte mit Zurückhaltung an sich vorübergehen.sanderes zu tun, als in die graugrünen, singenAls er vor Sibylle stand und sie ansah, wurde den Wellen sah, wurde den Wellen zu schauen. er blaß, so schön war sie geworden.„Thetje."] Als wieder ein Winter kam, ward Sibylle lachte sie mit erstaunten Augen, woher kommstskrank, vielleicht auch nur müde; denn der Arzt Du, Thetje?"(verordnete Ruhe und wieder Ruhe. Da ließ sie An diesem Abend vergaß der Heimgekehrtesihr Bett ans Fenster rücken und soh auf den die zehn Jahre harter Arbeit in der Fremde, Kirchturm, der sich wie ein dunkler, mahnenall seine Sehnsucht und seine große Einsam=der Finger in die graue Luft bohrte. Wenn die keit.[weißen Flocken im Dämmern fielen, lächelte Nächsten Tages schwammen sie nach alter Sibylle u. dachte an ihre Kinderzeit.„Thetje,"“ Gewohnheit ein weites Stück stromabwärts. murmelte sie dann wohl zärtlich,„Thetje," und Später, als das Dämmern wie ein unbegreif=man mußte ihr das Fenster öffnen, damit sie liches Wunder aus den Wellen emporquoll, den Strom rauschen horte.— sprach Theodor Holtkamp zu Sibylle von seiner] Jan Rieger fühlte ein leises Mißbehagen, als Liebe. Aufrecht standen ihre hohen Gestaltenser durch die weiten Werkshallen geführt wurde, neben einander. Es war schon Herbst, einsaber er ging wiegenden Schrittes einher und wunderbarer Herbst, der Gold aus sei=schaute gleichgültig auf die Bewegungen der nem Herzen verströmen ließ, viel=larbeitenden Männer. Dann stand er im Zimleicht auch rinnendes, rotes Blut, man konntemer des Direktors. Sein unerklärliches Mißes wohl denken.. behagen wuchs. Dieser Mensch da vor ihm, der „Ich liebe Dich, Siohur, sprach Theodortbci seinem Eintritt sitzen blieb und ruhig weiter Holtkamp.„Ich will für Dich arbeiten. Duslas, war selbst nur noch Eisen und Stahl, Masollst mein Himmel sein, immer sollst Du meinsschine und Arbeit, das begriff Rieger. blauer Himmel sein. Du bist so schön, Sibylle.] Indes, er begann mit gewohntem, selbstgefälDu mußt vor gotischen Domen stehen in denligen Lächeln zu reden. Sibylle sei krank und Maienstunden und sinnen, Du mußt durch Win= man müsse ihr helsen: Geld brauche sie, nur terlandschaften fahren, wenn die Sonnenkugel Geld sei das einzig Nötige zu ihrer Rettung. den Schnee violett färbt. Du mußt die Men=' Holtkamp war erblaßt. Sibylle war krank! schen ansehen, damit sie glücklich werden. Und Und wieder vergaß er zehn einsame, harte Jahre. Dann hatte er das Gefühl, als müsse ser diesen Menschen, diesen aufgeputzten, lächelnden Menschen mit den unbeherrschten BeweHerbstlicher Wald Still glüht dein rotes Königsgewand, Grüßt wie ein totes Märchen ins Land— Tot all die Träume, Die einst uns erfüllt.. Welk steh'n die Bäume, Der Schwermut Bild. Sibulle Skizze von Margreth Mengel. „Warum heiße ich Sibylle?" dachte das kleine Mädchen aus irgendeinem Traum heraus und beugte sich weit aus dem Fenster. Der Sommerwind blähte die Gardine hoch wie zwei sehnsüchtige, weiße Flügel, und darüber mußte Sibylle sehr lachen. Unten sah sie Thetje stehen. Thetje, der heinen Vater und keine Mutter mehr hatte und der nun auf einmal da war. Papa hatte ihn jestern aus Hamburg geholt, denn Thetje war ein Mündel. Thetje stand unbeweglich und schaute ins Weite. Es dämmerte schon und Thetje sah, wie der Abend alles Licht von den Wiesen nahm. Er sah es mit staunenden Augen. Wie ein ferner Schmerz stand plötzlich der Gedanke an die große laute Stadt in ihm auf, doch dann dachte er an Sibylle und wurde froh. Er stand noch wartend, da trat sie aus dem Haus. „Sibylle," rief Thetje mit wunderlich tiesem Ton in der Stimme, und Sibylle lachte. „Warum heiße ich Sibylle?“ fragte sie übermütig und griff unbekümmert mit den Händen in das Gewirr der Buschwindrosen, die im Dämmern leuchteten mit weißen, kleinen Gesichtern. Ueber Thetjes graue, verhaltene Augen ging es seltsam hin, dann atmete er jäh:„Weil Du die Menschen glücklich machst, Sibylle,“ sagte er zögernd.„Mache ich Dich auch glücklich?“ fragte das kleine Mädchen und blinzelte neugierig zur Seite. Da gab Thetje keine Antwort mehr. Sie schlenderten an den Strom. Einzelne Lichter lagen schon über dem Rhein, die kamen von drüben. Dahinter lagen die Berge sehr runkel. Thetje sah alles an und dachte daran, daß er sechszehn Jahre alt sei und Sibylle zwolf. —— Das weiße Haus hatte erleuchtete Fenster, die standen in der Nacht wie helle, warme Worte, wie Lächeln oder wie Trost. Theodor Holtkamp fühlte sein Herz klopfen, indes er langsam die Treppen empor schritt. Musik ertönte. Lachen klang durch Menschenstimmen. Es war also Gesellschaft. Die alten Herrschaften saßen bereits beim Wein, und die Jugend tonzte. Er wand sich durch die Menschen und ließ ihre erstaunten Fragen, ihre neugierigen gungen niederschlagen; doch er bezwang sich. Er schrieb einen Scheck und wollte ihn seinem“ Gegenüber einhändigen.„Grüßen Sie Ihre Gattin,“ sagte er heiser. Doch Rieger, nachdem er einen Blick auf das Papier geworfen hatte, schob es zurück. Er sah aus wie ein Raubtier. Die Hände lagen zusammengekrümmt auf den hellen Beinkleidern. Er lächelte sehr häßlich und sehr verbindlich. „Es ist,“ sagte er,„es ist noch etwas anderes.“ Stockend fuhr er dann fort:„Ich gehe nicht zu Sibylle zurück. Ich muß jetzt ins Ausland, Sie verstehen— meine Kunst——, vielleicht— äh. vielleicht interessieren Sie sich nun... Sie verstehen— Sibylle rief im Fieber nach Ihnen,: nur nach Ihnen,— und ich— äh— ich wäre nicht abgeneigt.. Rieger verstummte, denn Holtkamp war auf. gesprungen und sah grau aus. Er hatte verstanden.„Schuft,“ sagte er nur. Eine Weile herrschte Schweigen. Dann fragte Holtkamp in kühlem, geschäftsmäßigen Tone:„Wieviel verlangen Sie?—“ Rieger lispelte einen Betrag. Holtkamps Lippen verzogen sich, aber er schrieb einen neuen Scheck.„Sie reichen sofort die Scheidung ein,“ herrschte er den Maler an und S ließ sich den Empfang des Papieres von ihm Eet e bestätigen. Sehr schnell war dieser denn geimmer Sibylle, immer ströme Deinen zärtlichen]„Arme Sibylle,“ murmelte Holtkamp,„arme Atem aus in die dürstenden Täler meinesskleine Sibylle.“ Er kämpfte einen harten Herzens.“— Seine geöffnete Hand bebte ihr Kampf mit sich; doch fuhr er nicht zu ihr. Er Wir sind nur Wandrer Am schwanken Stab, Bis uns ein Anderer Führet zum Grab. Drauf raschelt nieder Welkendes Laub— Sehnen und Lieder Zergehen zu Staub... Elly Wagner. entgegen...„„. Igtte Leine Pflicht getan und sie von diesem Da geschah es, daß Sivyuens Nacken, dieser#enschen befreit. Theodor Holtkamp tat schon kindhafte, zärtliche, sich beugte. Sie weinte.siange Jahre nichts anderes als seine Pflicht. Theodor Holtkamp blieb aufrecht, wie erstarrt!—— Als Sibylle erfahren hatte, daß Rieger stehen ale er ihr Gesicht sab nur seine Liypensnie mehr zu ihr zurückkomme sichen, uis er cht Gesicht sich, nur semne Lippensg##### zu cht guraakommen würde, lag sie zogen sich jäh zusammen. In seinen Augensz#achen hindurch still auf ihrem Lager. zogen sich jäh zusammen. In seinen Augen wvochen hindurch sehr still sprang der graue Stahi. Sivylle aber ging ge voch dann kam das Leben zu ihr zurück. Sie senkten Hauptes von dannen. Ihre Schrittesbluhte langsam wieder auf. Der Frühling waren voll von Nat, und ihr Herz flog wie ein nahte und der Sommer, und Sibylle fühlte mit verflatterter Vogel in irgendeine fremde Ferne. Erstaunen, wie eine traumhafte, blasse SehnSie dachte an Jan Rieger, den Maler, der sielsucht an ihren Händen hing, wenn sie diese oft gestern noch geküßt hatte... unwillkürlich hoch empor heben mußte gegen ——————— den klaren Himmel. Nur einen Augenblick sah die blasse Frau] Dann war sie so weit, daß sie zu Theodor sinnend in den Schein der kleinen StehlampesHoltkamp ging. Ohne Zögern, mit frohen. auf dem Schreibtisch, dann strich sie mit einersstillen Augen, schritt die hehre Frauengestalt sparsamen Bewegung der Hand übers braunesihren Weg durch das Werk bis in das ArbeitsHaar und beugte sich wieder zu den Büchern, Zimmer des Direktors. Der stand wie gelähmt die vor ihr aufgeschlagen lagen. sund starrte sie an. Sie machte ein paar kleine Sibylle Rieger hatte in den vergangenen zärtliche Schritte auf ihn zu.„Thetje," flüsterte Jahren gelernt zu rechnen. Sie hatte ein stil=ssie und legte die Arme um seinen Hals,„laß les, weißes Gesicht, aus dem ein paar tiefesmich bei Dir bleiben, Thetje, da ich Dich liebe.“ Augen auf die rinnenden Tage schauten. Sibylle Sie lächelte glücklich.„Unsagbar liebe ich Dich. kämpfte schon lange den zähen Kampf um die Thetje, schon lange, lange Jahre.“— heimatliche Scholle, um das kleine Besitztum,] Noch am selben Abend fuhren sie an den das Vermächtnis ihrer Eltern. Sie hatte nur Rhein; in ihre Heimat. wenige Leute, mit ihnen arbeitete sie unermüdlich, oft bis in die späten Nachtstunden. Ihr Herz, ihr klopfendes, überströmendes, glückhaftes Herz war ganz leise gestorben, so dachte Sibylle es. Und nur wenn Jan Rieger, ihr Gatte, kam, konnte es plötzlich aufzittern in Scham und Verzweiflung. Er kam sehr selten und nur, um Geld zu fordern. Brutal und laut, mit lauerndem Lächeln, war er dann plötzlich da, schlürfte durch die Stuben, rauchte ununterbrochen herrschte die Leute an oder schlief. Und Sibylle gab ihm Geld, gab mit schweigenden Lippen und trockenen Augen. Wenn er dann wieder gegangen war, schritt sie wohl an den Rhein, um dort lange zu stehen und nichts Geschichte seltsom. Die Forbensumphone Shizze von Josef Robert Narrer=Wien Die Geschichte des blinden, Komponisten hat viele alltägliche Züge. Denn daß er blind war und die Musik über alles liebte, ist nichts Außergewöhnliches; daß er die Musik empfand, wie ein anderer Farben sieht, obwohl er noch nie in seinem Leben das Licht der goldenen Sonne erblich: hatte, ist schon eigenartiger; daß er aber über seine Blindheit glucklich war, mocht seine