S##- T.MN-GnS ###1 5 S SSSS9.3 PSSSE“ ensgagag BSm c Drscosatss.v a TyrxSßSSoTRSSDSESUR STES SaNas** Gagenrg S#5U B. HOSTGES“nS EEgE JAATRTAENS55 S5S T S SWOTTTTUTMUTDFTTOEEN F anorlon,fInet senr?c S B.-#SSS — 2 SSuS S880.83 GRDSPS — Kleine Bosheiten Von Walsing. Man hat sich in Gesellschaft gut unterhalten, wenn man Gelegenheit hatte, gut von sich zu reden. Die kurzen Behanntschaften sind die besten. * Größten Eindruck macht auf uns der Eindruck, den wir selber bei anderen erwecken. * Die Taktlosen haben immer recht. Mancher gibt nur deshalb acht auf sich, damit er die Selbstachtung nicht ganz verliert. „Laß es bleiben, Basil. Ich sage Dir zuverlässig: besser, Du tust es nicht.“ „Was soll da besser sein! Ich weiß es selbst, daß ich es besser nicht täte, die Wahrheit hast Du über mein Los gesprochen. Für mich täte ich es besser nicht, aber für das Recht, Bruder, soll man sich einsetzen.“ „Aber so sage mir doch, woher das alles gekommen ist?" „Ja, woher... Er besichtigte alles, stieg von der Draisine, schaute in das Wärterhäuschen. Ich wußte es schon, daß er streng fragen würde, alles habe ich gehörig in Stand gebracht. Schon wollte er davonfahren, da komme ich mit einer Klage. Er fängt sogleich zu schreien an Hier, sagt er, ist eine behördliche Besichtigung, so und so, und du kommst uns mit Klagen über deinen Gemüsegarten! Hier, sagt er, sind Geheimräte, und du kommst mit deinem Kraut herangekrochen!— Ich hielt es nicht mehr aus, sprach ein Wort, nicht sonderlich schlimm, aber er hielt es für eine Beleidigung. Wie er mir eine herunterhaut... und ich stehe da, als ob es sich so gehörte. Sie fuhren wec da kam ich zur Besinnung, nun da wusch ie mir das Gesicht ab und ging." „Und Dein Wärterhaus?“ „Mein Weib ist dort geblieben. Sie wird sich nicht verschlafen. Uebrigens, mag es nun mit ihnen gänzlich seinen Weg nehmen.“ Basil erhob sich und schickte sich zum Fortgehen an. „Leb wohl, Simon.“ Ich weiß es nicht, ob ich mir Recht verschaffen werde." „Gehst Du zu Fuß?“ „An der Station bettele ich mich auf den Güterzug, morgen werde ich in Moskau sein.“ Die Nachbarn nahmen Abschied. Basil ging und lange war er fort. Sein Weib arbeitete für ihn, schlief Tag und Nacht nicht, sie verbrauchte sich ganz und wartete auf ihren Mann. Am dritten Tage fuhr die Revision durch: eine Lokomotive ein Güterwagen und zwei Wagen erster Klasse, und Basil war immer noch nicht da. Am vierten Tage sah Simon die Frau seines Nachbarn, ihr Gesicht war vom Weinen geschwollen, die Augen waren gerötet. „Ist der Mann zurück?“ fragte er. Das Weib fuhr mit der Hand durch die Luft, sagte gar nichts und ging ihres Weges. Stmon hatte einst, als er noch ein Knabe war, gelernt, aus der Sumpfweide Pfeischen zu machen. Er brennt einem Stäbchen aus Weidenholz das Mark aus, bohrt, wo es nörg ist, Löcher hinein, schließlich macht er ein Mundstück und bringt es so geschickt an, daß man spielen kann, was einem einfällt. In müßigen Stunden fertigte er viel solcher Pfeischen an, u. er schickte sie durch einen ihm bekannten Güterzugschaffner in die Stadt auf den Markt. Dort gab man ihm zwei Kopeken für das Stück. Am dritten Tage nach der Revision ließ er seine Frau zu Hause, damit sie den abendlichen Sechsuhrzug erwarte, er selbst nahm ein Messer und ging in den Wald, um sich Stäbchen zu schneiden. Er gelangte bis an das Ende seines Streckenbereiches— an dieser Stelle machte der Bahnkörper eine scharfe Kurve— stieg die Böschung hinunter und ging durch den Wald dem Fuße eines Hügels zu. Nach etwa einem halben Kilometer gab es einen großen Sumpf und in seiner Umgebung wuchsen die vorzüglichsten Sträucher für seine Pfeischen. Er schnitt ein ganzes Bündel Stäbe und machte sich auf den Heimweg. Er geht im Walde, die Sonne steht schon tief, Totenstille umgibt ihn, man hört nur, wie die Vögel zwitschern und wie das dürre Gezweige unter den Füßen knistert. Simon war kaum ein wenig weiter gegangen, bald mußte er den Schienenstrang erreichen, da kam es ihm vor, als höre er noch etwas anderes, gleich als ob irgendwo Eisen an Eisen schlüge. Simon beschleunigte seine Schritte. Ausbesserungsarbeiten gab es damals auf dieer Streche nicht. Was mag das nur bedeuten? — denkt er. Er tritt aus der Lichtung herben auf der Strecke kauert ein Mensch und macht sich zu schaffen. Simon begann leise zu ihm hinaufzusteigen. Er denkt, es ist einer gekommen, um Schrauben zu stehlen. Er schaut hin— und da ist der Mann aufgestanden, in den Händen hält er eine Brechstange, er will schreien— kann es nicht. Er erblickt Basil, er gewinnt mit großen Sprüngen die Höhe u. verschwindet mit Brechstange und Schraubenschlüssel kopfüber von der Schüttung. „Basil Spiridow! Leibliches Väterchen, Täubchen, kehre um Die Brechstange her! Wir setzen die Schiene ein, niemand wird etwas erfahren. Kehre um, rette Deine Seele vor der Sünie Basil wandte sich nicht um, er ging fort in lven Bohd. Simon steht über der ausgebrochenen Schiene, seine Stäbchen hat er fallen lassen. Der Zug kommt, kein Güterzug, ein Passagier= 339;„Ihn wird er nicht aufhalten, auf beine le: es ist keine Flagge da. Die Schiene wird er nicht an ihren Platz bringen, mit nackten Händen wird er die Schwellenbacken nicht festschlagen. Man muß laufen, unbedingt in das Wärterhaus laufen, um irgendein Gerät Simon läuft zu seinem Wärterhäuschen, der Atem geht ihm aus— nun fällt er hin. Aus dem Wald läuft er heraus— zum Wärterhaus sind es noch zweihundert Meter, nicht mehr, da hört er— in der Fabrik sing die Dampfpfeise zu heulen an. Es ist sechs Uhr. Um sechs Uhr zwei Minuten wird der Zug vorbeikommen.„Herrgott, rette die unschuwigen Leute!". Und Simon sieht es vor sich, wie die Lokomotive mit dem linken Rad in die Schienenlücke greift, ins Wanken gerät, sich auf die Seite legen, die Schwellen in der Fahrt aufreißen und in Stücke schlagen wird, und da ist die Biegung, die Kurve und die Böschung, und da wird sie sich hinunterwälzen, zweiundzwanzig Meter in die Tiefe. Und dort in der dritten Klasse, sie ist mit Menschen vollgestovft, kleine Kinder—— Jetzt sitzen sie noch alle da und denken an gar nichts.„Herrgott, erheuchte mich!"—— Nein, zum Wärterhaus kuusen und rechtzeitig zurückkehren, dazu hat er keiSimon lief nicht zum Wärterhaus, er kehrte um, er lief schneller als zuvor. Er rennt fast ohne Besinnung, er weiß es selbst nicht, was noch werden soll. Rannte hin zu der abgerissenen Schiene: da liegen seine Stäbchen auf einem Haufen. Er beugt sich nieder, ergriff eines davon, ohne zu wissen warum, lief weiter. Es kommt ihm vor, als käme der Zug schon. Er hört ein fernes Pfeifen, fühlt die gemessene und leise Erschütterung der Schienen. Weiterzulaufen, dazu fehlt ihm die Kraft, er bleibt stehen, etwa zweihundert Meter von der schrecklichen Stelle entfernt. Da blitzt ihm ein lichter Gedanke durch den Kopf. Er zog seine Mütze herab, nahm sein baumwollenes Taschentuch heraus, zog sein Messer aus dem Stiefelschaft, er bekreuzigte sich.„Herr segne mich!“ Er stieß das Messer in den linken Arm, oberhalb des Ellenbogens, Blut spritzte auf, floß dahin in heißem Strahl. In ihm durchnäßte er sein Taschentuch, faltete es auseinanGuter Bescheich Von Richard Zoozmann. Der alte Bauer Trump war äußerst arm Und äußerst fromm. Und so erschien ihm einst Nach brünstigem Gebet im Traum ein Engel. „Sag, lieber Engel!“— sprach der arme Bauer „Was gelten hunderttausend Jahr beim Herrn?" „Eine Minute,“ sprach der Engel freundlich. „Und was sind hunderttausend Mark beim Herrn?" „Ein Pfennig.“ sprach der Engel.—„Lieber Engel, So bitte den Allgütigen, daß er mir Nur einen einzigen Pfennig gebe.“—„Warte Eine Minute,“ sprach der Engel freundlich. U.=B. Nr. 6531. Gisela von Berger: Die Schlange. Drei Novellen. Mit einem Nachwort von Felix Salten.(76 S.) Heft 30 Pf., Band 60 Pf., in Halbleder 1.50 Mk. Das Problem des Todes als sanftes Hinübergleiten in die andere Welt, als stilles Loslösen und Entgleiten aller Schwere der Körperlichkeit, erfüllt diese drei Erzählungen von sterbenden Menschen, die das Leben liebten und den Tod fürchteten. Aber das Rätsel Tod: lächelt über das irrende Blendwerk des kleinen seltsamen Leidens, das Leben heißt, und wird zur Befreiung, zum wunderbaren Glücksgefühl. Ein Buch, das besinnlich macht und ans Herz geht. UB. Nr. 6541: Herm. Stehr: Der Schindelmacher. Novelle. Mit einem Nachwort von Dr. Hans Knudsen. Heft 40 Pf., Band 80 Pf., Halbleder 2.— Mk. Der Schlesier Hermann Stehr gehört zu den Dichtern, die mit Gerhart Hauptmann in der Zeit des Naturalismus bekannt geworden sind. Es wäre aber ganz falsch, Stehr aus solchen äußeren Gründen zum Naturalisten abstempeln zu wollen. Seine ganze Entwicklung zu einem Dichter verantwortungsbewußter Diesseits=Seligkeit hat es bewiesen, daß ihn die Probleme des Naturalismus gar nicht interessieren. Das wird auch an einer seiner bedeutendsten Novellen der Frühzeit deutlich: der nun neugedruckte„Schindelmacher" ist ganz. beherrscht und bestimmt von seelischen Kraften und Kämpfen. Die Darstellung der aufkeimenden Rache des alten, aber noch kräftigen, vernachlässigten und ausgenützten Schindelmachers, der schließlich sich aufbäumt und alles mit sich in den Abgrund zieht, hat man nicht zu Unrecht mit Shakespeares„Lear" verglichen. Der Berliner Literarhistoriker Dr. Hans Knudsen, der zu den ersten Vorkämpfern für Stehr gehört, hat in einem Nachwort des Dichters künstlerisches Wesen in knappen Strichen sicher gezeichnet. Man darf daran erinnern, daß Gerhart Hauptmann das deutsche Volk gemahnt hat: „Möge Stehr bald so allgemein und voll gewürdigt werden, wie es sein tiefer Wert gebieterisch fordert“. u— aar im ragt der Bahnkörper auf, dro= abgeschraubt.“ näßte er sein Taschentuch, faltete es der, spannte es aus, vand es an das Stabchen und hielt seine rote Flagge hoch. So steht er da, schwenkt seine Flagge hin und her, und der Zug wird schon sichtbar. Der Maschinist sieht ihn nicht; er wird zu nahe herankommen, und auf zweihundert Meter wird er den schweren Zug nicht mehr zum Stehen bringen! Und das Blut fließt und fließt. Simon preßt die Wunde an seine Seite, will sie zudrücken, aber das Blut hört nicht auf zu fließen. Offenbar hat er den Arm tief verwundet. Ihm wurde schwindlig; vor den Augen tanzten schwarze Mücken; dann wurde es ganz dunkel. In den Ohren hört er Glockenklang. Er sieht den Zug nicht und hört nicht den Lärm. Nur den einen Gedanken hat er im Kopf:„Ich werde nicht durchhalten, werde umfallen, werde die Flagge fallen lassen: der Zug wird vorbeifahren durch meine Schuld—— hilf, Herr, schicke mir Ablösung——“ Da wurde es ihm schwarz vor den Augen und leer im Herzen, und er lietz die Flagge fallen. Aber das blutige Banner fiel nicht auf die Erde; irgend jemandes Hand erfaßte es und hielt es hoch empor, dem herankommenden Zuge entgegen. Der Maschinist sah es und gab Gegendampf. Der Zug hielt. Aus den Wagen sorangen die Leute heraus, liefen zu einem Haufen zusammen. Sie sehen: da liegt ein Mann, ganz mit Blut bedeckt, ohne Bewußtsein, ein zweiter steht neben ihm mit einem blutigen Fetzen an einem Stöckchen. Basil ließ seine Augen über die Menge gleiten. dann senkte er den Kovf. „Bindet mich,“ sagte er,„ich habe die Schiene Zweizüger Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. P 1n 9ob I, das tiefd die Ge90 S S 2 9####S: = E: B. * =SOR* 9838 S #— S#guse S 59— S B.SSS S 47. „Sn L.8 Benr. S. Sas *• 8.0. S#0 8 S S S 80 S Sg.— 6i 8.553 S S S 8 25 85 S 95 * 8 G 9 25 S###nS 0 S85C S S SFSTERE nTohtfenS # S 8 S S 8 8 BEagg! E S 5—9 % en — R OEFERAR LTTRSE ## Tom.: O,i Fomr 3 9. .- 5: *S. S e. SE #g 8 35 # 2 8 5 S. S S. a Nr. 29 Samstag, 25. Juli 1925 Professor Hummelbrunn Skizze von Wilhelm Momma=Veibert. Untersekunda... grauweißgestrichene, den Scheuklappen der Pferde verwandte Blendscheiben... im gleichmäßigen Trott verknöcherte Professoren... und Gymnasiasten, die in angeborenem Uebermut die Kandare professorlicher Erziehungsweise zerbissen und über die Stränge schlugen.... In den Schulsaal hinein schien die Sonne und zog immer wieder den strafenden Blick des Professors auf sich. Hummelbrunn dozierte Naturgeschichte: Die Systematik der Pflanzen; die Sekundaner trieben Naturgeschichte. Sie hatten jedem eine widerhakige Kletterfrucht angehängt und eine gar in wohlgezieltem Schuß dem Herrn Professor als Orden an die Brust geklebt. Der sah es nicht; auf dem Katheder stand er, schaute durch seine Hornbrille auf eine Blüte herab, bog mit fleischigen, ungeschickten Fingern ihre Blütenblättchen auseinander und ordnete sie— wie im Selbstgespräch vor sich hinmurmelnd— in eine Klasse des Linnéschen Systems ein. Da... plötzlich ward es lebendig. Die dekorativen Kletten verwandelten sich in kriegerische Wurfgeschosse; ein großes Tohuwabohu entstand, in das des alten Hummelbrunn etwas rostige Stimme hineinpolterte:„Flegel sind Sie! Ganz gemeine Flegel!" Er machte Anstalten, sich auf Gottfried Himmelreuter und mich, die schlimmsten Uebeltäter, zu stürzen, besann sich dann aber und schritt mit stoischer Ruhe aus dem Zimmer. Gleich darauf schrillte die Glocke durchs Haus... —.—— Sonnschein im Bruch... goldener Sonntagnachmittags=Sonnenschein. Gottfried Himmelreuter und ich hatten einen Pirol aufgestöbert, waren keuchend ihm nachgepürscht und entdeckten ihn schließlich in der Spitze einer himmelragenden Pappel, aus der sein weicher Ruf ein einziges Mal zu uns herniederscholl. Dann strich er ab. Wir gaben es auf, ihm zu folgen, verschnauften ein wenig, schauten uns um, standen einen Augenblick wie versteinert und lachten dann aus vollem Halse. Ein zu komisch Bild bot sich unvermittelt unseren Blicken dar. Vor uns, mitten in einer von Knabenkrautblumen übersäten Wiese, saß der alte Professor. Er steckte in seinem ewigen, salzgrauen Rock, dessen Schöße er hinten seitwärts geschlagen hatte; die Beinkleider waren hochgezogen, daß die ungewichsten Schäfte seiner Stiefei sichtbar waren. Den breitkrempigen Hut hatte er in den Nacken geschoben und die Trille vorn auf der Nasenspitze sitzen. So hockte er im Gras, hielt einen gespitzten Bleistift in der Hand, hüpfte von Blüte zu Blüte, den Stift wie einen Bienenrüssel in jeden Kelch tauchend. Und jedesmal, wenn er auf seiner Spitze die beiden Pollen stehen und sich allmählich nach vorn neigen sah, freute er sich wie ein Junge und hüpfte zur nächsten Blüte. Er hatte nicht einmal Zeit, sich aufzurichten. Der alte, ungefügte Hummelbrunn... ein Handlanger der Natur, ein Bienchen, das emsig von Blume zu Blume flog, in ihren Narben neues Leben zu wecken! Wir hatten Sinn für die Komik des Lebens; so lachten wir noch, als des Alten Brillengläser im Sonnenschein wie zornig auffunkelten und er mit seinem erschrockenen Kinderblick auf uns sah. Doch er überhörte es; er war in rosigster Stimmung und zürnte uns nicht. „Kommen Sie nur heran!“ rief er mit seiner zitterigen Stimme zu uns herüber.„Ich seh' das gern, wenn junge Leute sich einmal in der Natur umsehen!" Das klang so gutmütig, daß unser Lachen bald verstummte; und nach kurzer Zeit saßen wir neben ihm im Gras und halfen ihm mit gespitztem Bleistift bei seiner duftigen Beschäftigung. Dabei erzählte er mit kindlicher Begeisterung von der Bestäubung der Knabenkräuter, sodaß der anfänglich sehr im Bereich der Möglichkeiten liegende Gedanke, ihm einen Schabernack zu spielen, uns nun absurd erschien. Sväter strichen wir mit ihm durchs Bruch, darin er gut Bescheid wußte— und als Gottfried Himmelreuter, der sich noch besser in ihm auskannte, ihn zu einem verlorgenen Plätzchen führte, da die kleine stachlichte Drosera ihre löffelförmigen Blättchen als Fliegenfalle in der Runde ausgelegt hatte, da floß sein Herz über vor Freude, und er ward immer gesprächiger... Im Abendsonnenlicht gingen wir miteinander über die schnurgerade, staubige Landstraße der Stadt zu. Der Herr Professor kom nicht zu Ende mit seiner Weisheit; sein Mund stand nicht still, und seine Rede floß wie ein geschwätziges Bächlein daher.... „Das Bruch,“ sagte er in stiller Begeisterung, „ist eine Welt für sich: eine Wunderwelt, darin jeder Sumpf und Tümpel, jedes Moor ein Abgeund von Fragen und Rätseln ist. Da kommt man nicht zu Rande, nie!“ Und nach einer Weile fügte er stillächelnd hinzu:„An einer einzigen Pflanze könnte man sein ganzes Leben lang herumstudieren und die ewigen Lebensgesetze alle an ihr ablesen!“ Der Sinn der Worte und die in ihnen glühende tiefe Begeisterung gingen uns ans Herz. Wir kannten den trockenen Systemmenschen aus der Schule nicht wieder. Er hatte der verschen und lateinischen Namen versehen und systematisch geordnet. Und viel Staub lag darauf, recht viel Staub. Wir sahen fragend auf ihn; er war uns ein Rätsel. Zuletzt fragte ihn Himmelreuter:„Wollen Sie nicht einmal mit der Klasse ins Bruch gehen, Herr Professor? Das würde sicher für alle eine Freude.“ Aber da kam das unsagbar traurige, das vorhin in seinem Schluchzen aufgeklungen, wieder in seinen Blick. Er schüttelte bedenklich den Noof und sagte tonlos:„Das ist unprodukriv; das gibt ein Durcheinander in den Köpfen: er Menschen. Sie müssen erst einen geordneten Ueberblick haben, nachher finden Sie sich schon da draußen zurecht." Wir sahen uns gegenseitig verständnislos an: wir ahnten da eine Tragik, nur ward uns nicht bewußt, wie traurig das alles war... Am andern Morgen teilte uns der OrdinaD Sehnsuchtsland Ein kleines Zimmer im Dichterheim, Der Abend tritt milde und traulich herein. Alte Gemälde an bunter Wand Und heimlich glühendes Sonnenland. Harfentöne, nah und doch weit, Irgendwo noch schlummernde Zeit. Und ewig klingendes Menschengemüt Im schwebenden, lebenden Harfenlied. Wo seid ihr alten Träume hin? Und war ich einst, der ich heute bin? Harfe flüstert es zu mir her: „Bist zwar kein Träumer— kein Schwärmer mehr, Doch immer noch ist es dein Herz, das so singt, Grad' wie die Königin Harfe klingt"—— Harfe steht im Dichterheim, Klingt und singt und träumt sich ein; Alte Gemälde an bunter Wand.—— Alles Orplid— Unser Sehnsuchtsland. Reinhold Peting. UDCDEDES K knöcherten Professor daheim ausgezogen; nur der Mensch Hummelbrunn war ins Freie gekommen, der begeisterte, herzensgute, goldene Mensch, der in der Woche unter Schulstaub und Aktenkram vergraben war. Wir wußten es bisher nicht, daß in seiner Seele noch eine Spur von Begeisterung wie ein letzter Streifen Abendsonnengold schwebte; jetzt spürten wir es. Wir hätten dem alten, knorrigen Herrn um den Hals fallen mögen. Und dann zeigte sich uns der Mensch Hummelbrunn in seiner ganzen Reinheit. Dein alten Manne ward der Weg zu weir, und wir setzten uns zur Rast in den Straßengraben. Da überkam es ihn plötzlich, und seine wasserhellen Augen wurden feucht. Er schlug uns unvermittelt kameradschaftlich auf die Schulier. als wollte er sich mit einem burschikosen Scherz über die Rührung hinwegsetzen; dann schluchzte er heftig auf und schluckte, als würge ihm etwas im Halse. Er konnte nicht sagen, war in ihm war; aber das alles war so tieftraurig, nie wenn einer vor seinem Tod entdeckte, daß er am größten Glück des Lebens unbedacht vorüberging. Wir standen in seelischer Unbeholfenheit dabei und wußten nicht, was wir anfangen sollten... Nachher nahm uns der alte Herr mit in seine Wohnung und zeigte uns Sammlungen: Lauter saft= und farblose Pflanzen, sauber und mit viel Liebe zerleat. gevreßt. aufgeklebt, mit deutrius mit, Herr Professor Hummelbrunn der verflossenen Nacht an einem Schlaganfall verschieden. Gottfried Himmelreuter sah mich, ich Gottfried Himmelreuter an; wir####tten beide Tränen in den Augen. Die anderen mußten nicht, ob sie weinen oder schmunzeln sollten. Ihnen war der plötzliche Tod des Alten eine der vielen Ungeschicklichkeiten, die sie an ihm erlebt hatten. Nach und nach über wurden auch ihre Augen feucht.— Als wir ihn nach drei Tagen zur Ruhe trugen, hatte es in der Nacht vorher geregnet, und die Knabenkräuter, die wir ihm im Bruch gepflückt hatten, trugen große Tautropfen in ih. ren Kelchen. Die Sonne spiegelte sich darin; als wir ihm die Blumen ins Grab warfen, da leuchteten und schimmerten sie wie Gold. —2— Lebensretter Skizze von Hanns Luckenwaldt. Man mußte eben die schadhafte Stelle mit viel Geduld, Sorgfalt und Geschick unter den Kragen schieben. So machte der Schlips— man sah, er hatte bessere Zeiten gebrant— noch einen leidlichen Eindruck. Karl Schüller überprüfte im Spiegel das Gesicht und die Brustpartie. Mehr zeigte das etwas matte Glas nicht. Das Haar konnte nicht besser sitzen. Auch über den Hinterkopf fiel es glatt und ohne Strähnen, wie er mit einem Taschenspiegelchen feststellte. Jetzt straffte er die Gesichtshaut und musterte jeden Zentimeter der soeben rasierten Kinn= und Mundpartie. Kein Härchen zeigte sich, wenn auch Waschseife die schon längst verbrauchte Rasiercreme hatte ersetzen müssen. Das verwaschene Oberhemd würde der hochgeschlossene Reversausschnitt zum großen Teil verdecken. Er atmete tief. Behutsam, als wäre es hauchzartes Glas, nahm er den Anzug hinter dem Eckvorhang vor— er ersetzte den Kleiderschrank— und befreite ihn von der Papierhülle, die er zum Schutz gegen Staub und Motten umständlich um das Kleidungsstück gelegt hatte. Sein Anzug! Sein letzter Anzug, rechnete man das zerschlissene Sportkleid nicht, das jeder Althändler bedauernd zurückgewiesen hatte. Bedächtig, als handelte es sich um eine feierliche Angelegenheit, legte er Hose, Weste und Jackett an. Seine Mienen hellten auf. Wohlgefällig musterte er Sitz und Schnitt des Kleidungsstücks. Und damit glomm ein letztes Fünkchen Hoffnung hellauf. Er würde die Stellung erhalten. Endlich, nach fast sechs Monaten Arbeitslosigkeit würde er wieder schaffen dürfen, Geld verdienen. Geld verdienen, Schulden abzahlen können! Karl Schüller dachte an den weisen Amerikaner, der riet, lieber das Bett zu verkaufen, als den letzten gutsitzenden Anzug. *. und erwarten wir Sie in den Vormittagsstunden zwecks persönlicher Rücksprache. Wir suchten uns ein Nachtlager und hatten auch bald eine kleine Schlucht erreicht, die uns für unsere Zwecke gut dünkte. Von drei Seiten war sie gut eingeschlossen. jedoch unpassiervar erschen und überdies an seinem Ende ebenfalls ron einer Felswand umschlossen war. Der schmale Weg, wenn man hier von einem Wege sprechen will, den wir zu der Schlucht bedeckt, und glänzender, silberheller Schnee zog sich gleich langen Spinnenarmen an den Graten und Felsriffen talabwärts, wo er sich in den graugrünen Halmen der spärlichen Savannen und Gebirgsprärien verlief. . Ich befand mich in Begleitung des bekannten Indian=Forschers Professor Curtill und seines Neffen, des Geologen Mr. Seervend, sowie dreier Shoshone=Indianer, die auf dem Heimwege zu ihrem Stamme am Snakefluß im Staate Idaho waren. Unser Suchen erstreckte sich diesmal auf einen Gegenstand, der dem Aussterben nahe war, nämlich den berühmten und auch berüchtigten Grizzlybären. Es kam uns sehr zu statten, daß wir die heimkehrenden Shoshones trafen, die gegen ein kleines Geschenk gern bereit waren, uns auf Pfade zu führen, die nach einsamen, höher gelegenen Gegenden führten, in denen sich diese Bären vermuten ließen. Bisher hatten wir keinen Grizzly gesehen, noch eine Spur von einem solchen gefunden. Der Grizzly, auch Grisly genannt, erreicht oft eine Größe von 2½ Metern, ja, vor einem mals unb wohl ein zwanzigstes Mat. planmäßig um 910 Uhr verlassen hatte, und Iitlesdg Lächelnd blickte er auf die risr.) AuuPerte, las nicht weite Leusetage, in der schwätrzscher, zau 11.1 uun Shiller zu mig, wener Morgenkasse von Kornblumen und rotem sichte er die(cloß er die Augen. Dann Ade, traner Gefährtel Es wird ohne dich gee 777 diese Schlucht in ainan dichten Faunonmalh) der Ber Kelf- GerchSss der non Sehäiltehen ad g srhreczten Grschmak auf der Zunge!—]„„„ jedoch unwassierhar ersch an „Herrlich, daß die Sonne schon am FrühmorWölkchen Regen meldete. verständschies. „Er schritt langsam durch die Straßen. Der Zug fuhr erst in einer halben Stunde. Der Lahnhof lag im neuen Industrievierte! außerhalb der eigentlichen Stadt. Ueber den Fluß führte der Weg. Auf der Brücke verweilte er. Eine leichte Brise wehte Kühlung. Drunten rauschte das sonst träge Wasser, gedrängt von den Schneeschmelzen im Gebirge, und schäumte trotzig an den Brückenpfeilern empor. „Jin„ Find spielte am üser im Gras, mutter„enngclein. Es hatte einen großen feuerroten Ball, den es warf und haschte. Karl Schüller legte die Hand an den Mund „Hallo!" und„Hoh!". Das Kind winkte ihm zu. Aber er mußte wohl gehen. Um 9,10 Uhr fuhr sein Zug. Und noch einmal rief er und streckte die Arme aus, als wollte er den Ball fangen, den das Kind in seinen winzigen AermTesien Sanl und letzt warf es den großen seuerKarl Schüller lachte. Dann beugte er sich über das Geländer. Der Ball trudelte erst snelgn und dann in großen Sprüngen die userboschung hinab, und— das Kind schrie auf — ins Wasser. 55.# Strömung faßte den Ball, schleuderte üder im Augenblick gegen einen Weidenstrauch, der im Wasser stand. Der hielt ihn mit den Aesten. Ball becsiem porh üiter ais vergnbosen gien(Spitze heller, während das Kopfhaar kurz und!„Der flüinke Hirsch ist betrübt, ich sehe es ihm Hänßschen winkte er dem Kinde das, die CCDMCDKCDNCCDCCDCCDCCDKCGDT gen, was ihn bebrüchts: den Freumde nicht koDer Indianer richtete sich bei meiner Anrede die halb englisch, halb shoshonisch war, etwas auf, wendete sich jedoch nicht nach mir um. Dann antwortete er finster: „Die weißen Männer wollen den König unserer Berge töten, von dem es nur noch wenige, vielleicht nur noch einen gibt. Die weißen Männer, die uns das Pulver brachten, sind schuld daran, daß der stolze Grisly ausstirbt; —— wie—— unsere Rasse——“ In tiefem Schweigen verharrten wir beide. unseren Gedanken nachhängend. Doch plötzlich wurden wir aus unseren Sinnen geweckt. Oben, in der Schlucht, entstand ein Geräusch. ein leises Scharren und Schnaufen, und dann gellte ein Schreckensruf des Geologen durch die Nacht:„Zu Hilfe. ein Grisly!“—, dem das erschrockene„Uff! Uff!“ der Indianer folgte. In langen Sätzen eilte ich hinauf. Der erste, der mir begegnete, war der etwas furchtsame Geologe, der mit Zetergeschrei an mir vorbeistürzte. Dann folgten die beiden unbewaffneten Indianer und zuletzt kam Professor Curtill angerannt, mir mein dovvelläufiges geladenes Gewehr in die Hand drückend. Der Professor nostierte sich nehen mich, der ich weitgeöffneten Auges in die Finsternis vor mir starrte. Wir beide hatten uns rechts und links der Schlucht an die dunklen Felswände geschmiegt, die unDer letzie EFiZzG Skizze. von Hanns=Walter Kappler. Wir hatten seit einigen Tagen bereits den South=Paß hinter uns und kamen dem Fré=shinauskamen, war sehr steinig und voller Schutt mouts=Paß, im Staate Wyoming der Vereinig= und Geröll. Irgend eine Spur von Erde oder ten Staaten, näher. Die Kuppen der hohen, Gras war nicht zu finden, nur am Rande des himmelanstrebenden Mounts waren schneebe=Tannengestrüppes war eine dünne Schicht von Moos. Da es schnell zu dunkeln begann. schlugen wir rasch die Zelte auf, während unsere Begleiter noch im Zwielichte etwas trockenes Holz sammelten, und bald flackerte ein lustiges Feuer auf, an dem wir plaudernd unser Nachtmahl brieten. Wir drei Forscher unterhielten uns angeregt über das Thema unserer Reise, den Grisly. Während unserer Rede siel es mir auf. daß der Führer der Shoshone=Indianer finsteren Angesichtes in das Feuer starrte, während seine Begleiter ebenfalls in tiesem Schweigen verharrten, bezw. ihre Mahlzeit verzehrten. Mir schien es, als reue den Shoshones der Lohn, den sie von uns empfangen, um uns auf die Spur eines dieser Bären, wenn überhaupt hier noch welche zu finden waren, zu führen. Nach Beendigung der Mahlzeit erhob sich der Führer, der„flinke Hirsch“ genannt, und betrat schweigend den Eingang der Schlucht, durch den wir hier herauf gekommen waren. Ich folgte ihm langsam. Der flinke Hirsch stand an den Stamm einer Jahrhundert hat man Exemplare erlegt, die oft kahlen Tanne gelehnt, und schaute ernsten An3 Meter groß waren. Sein Gewicht beträgt gesichtes nach Westen, dort, wo soeben der gegen 300—500 Kilogramm. Das lange, zot=letzte Schimmer des Tages verlöschte. Ich legtige, verworrene Haar ist dunkelbraun, an ders te die Hand auf seine Schulter und sprach leise: land. Von der Brücke führte nur eine Treppe zum Wasser. Sekunden verrannen, ehe er den Zugang fand. Dann stürzte er die hohen Steinstufen hinab, rannte bis zu dem Weidenstrauch. „Der feuerrote Ball tänzelte noch immer zwischen den Aesten. Aber das Kind, das Kind! Er zitterte, seine Augen schweiften suchend umher. Dort, mitten im Strom, ein helles Etwas. Und jetzt das blonde Haar. „Herr Gott im Himmel!“ Er preßte die Zähne aufeinander. Dort war ein Boot. Mit wenigen Sätzen hatte er es erreicht.. Er riß an der Kette. Das Schloß ließ nicht locker. Jetzt tauchte das kleine Körperchen wieder auf. Einen Augenblick überlegte er, einen winzigen Augenblick. Nicht an sein Leben dachte er. Den Anzug streifte sein Blick. „Und erwarten wir Sie in den Vormittagsstunden...!“ Die Briefzeilen tanzten in seinem Hirn.—— In der nächsten Sekunde kämpfte er mit der Strömung.— auf der Brücke hatten sich Menschen angesammelt, sie schrien und gestikulierten, aufgeregt und sensationslüstern. Der Strom war stark, doch er bezwang ihn, chn und den Tod.—8wang Jetzt reichte man ihm vom Boot aus Stangen, mit denen sie den Erschöpften und mit ihm das Kind aus dem Wasser zogen.— Den Tag war er nach Hause gewankt und vor Erschöpfung zusammengebrochen, nachdem er sich kaum der nassen Kleidung entledigt hatte. Als er erwachte, sah er die noch immer feuchten, formlosen Teile seines Anzugs auf der Leine mitten im Zimmer hängen. Verzweifelt vergrub er das Gesicht in die Kissen. Erst als die Wirtin klopfte und gegen ihre Gewohnheit ins Zimmer trat, richtete er sich hoch. Sie brachte die Zeitung. aus der sie voller Stolz den spaltenlangen Artikel über ihres Mieters Tat vorlas. „Und melden soll sich der Unbekannte. Das war ja die Tochter vom Fabrikbesitzer! Gehen Sie man gleich heute noch hin!" Karl Schüller schüttelte müde den Kopf. Das Wasser hatte das letzte Fünkchen Hoffnung gelöscht. An das Rasiermesser, das drüben auf dem Waschlisch lag. dachte er. Die Alte ging achselzuckend. „Die Zeitung lag auf seinem Bett. Unwillkurlich fielen seine Blicke auf fette Titelzeilen, deren Bedeutung er erst mählich erfaßte: „Wieder ein furchtbares Eisenbahnunglück! Der D=Zug 501 fuhr heute morgen kurz vor Station Z. aus noch ungeklärter Ursache Notturno Im treibenden Nachen. Dämmerung. Stille. In den Uferbäumen Dann und wann Ein Atemzug Nachtwind, Eine Fledermaus schwirrt. Eine Welle gluckt müde. Noch eine. Noch eine. Ich sitze, am Hut die Nebeltropfen, Und zähle am Ufer Die roten Lichtchen,— Auf den nassen Rudern — Preißelbeerklein— Flirrt's vom Reflexchen. Karl Maria. PDRRD sehr hell ist. Erwähnenswert sind besonders die weißen Krallen die bis zu 15 Zentimeter lang wachsen. Der Grisly bekämpft selbst den starken, amerikanischen Büffel, und auch den Menschen, ohne besonders von diesem angegriffen zu werden. Er lauert dem ahnungslos einherschreitenden Indianer auf richtet sich dann schnell auf und umarmt sein Opfer, das er an sich drückt und meist schon durch diese an die dunklen Felswände geschmiegt, die un„innige“ Umarmung tötet. Eine besondere Vor=sierer brannen Kleidung gut zu statten kamen. liebe des Grislys ist das Gehirn seines Opfers. jedoch mußte unser Geruch den Bären aufmerkEr zermalmt zuerst die Hirnschale und saugt sam machen. das Gehirn aus.! Totenstille herrschte ringsumher. Ich Erlagung des Brialy gllein schan aug nahm ain loiseg Klirran anschoinend stöß das Gehi Die Erlegung des Grisly, allein schon aus obigen Gründen, gilt bei den Indianerstämmen als eine besondere, rühmliche Heldentat, und der glückliche Jäger trägt die Klauen und Zähne als Halsband. Der Pelz des Grisly ist sehr geschätzt. und besonders das Fleisch sehr nahr= und schmackhaft; und wiederum sind es von letzterem die Füße des Bären. die der eingeborene Indianer, wie auch der Savannenjäger, als eine unvergleichliche Delikatesse bezeichnet. Man hebt diese Füße des Bären solange auf, bis sie von Würmern durchzogen sind und nun so richtig saftig werden, nun werden sie verspeist und die schmunzelnde Miene des Jägers läßt den Zuschauer ahnen, daß für ersteren ein solcher Schmaus wahrhaft das Höchste der Gefühle bederctet. Wir Europäer aber—— danken für diese Mahlzeit!— So hatten wir uns also vor einigen Wochen von Fort Laramie aufgemacht, um den Grisly, diesen gefährlichen wie interessanten Burschen, in den Regionen seiner Jagdgründe, den Felsengebirgen aufzusuchen.— auf den Personenzug 3454, der unsere Stadt men. bend gekomTotenstille herrschte ringsumher. Ich vernahm ein leises Klirren. anscheinend stöberte der Ruhestörer unsere Pfannen und Tiegel durch. Dann hörte ich ein leises Tapsen, ein schnaufendes, kaum hörbares Knurren— der Grisly nahte sich uns.— Noch sah ich nichts. Mein tavferer Professor mochte wohl das Jagofieber bekommen haben, denn ich heobachtete, wie er unruhig an der Felswand hin und her scheuerte. Da plötzlich— tauchte einige Schritte vor mir eine hohe, dunkle Gestalt auf, die fast gespensterartig auf uns zustrebte. „Der Grisly kommt!“ schrie der Professor, erhob sein Feuerrohr und zwei rote Blitze zuckten—— ! Seine zwei einzigen Schüsse, und der Grisly stand noch. Nun lag es an mir, sonst waren wir verloren. Ich hob die Büchse— Der Bär schien in mir seinen nächsten Gegner richtig zu erkennen, denn er wendete sich nach mir.— Da bot er mir die richtige Seite— sch.schoß— der Bär wankte,— dann meine ##te. Kugel.— da stürzte er röchelnd und schnaufend zu Boden. „Hurra!“ schrie der Geologe und kam plötzlich mutig vorwärts gestürmt, riß sich los, als 65 S 8 8 S 5 Eg S S#E ES“ 2 s 2 E 5 5 T 5 92 9 S5 S 2 S 2 S 5 2 2. — 2 m TuSEESTTS Pa SSSESSSSOSSSGSSE 262 77.— 5.— 55 m SUEESES GHßSLR0MS 9 8 S 9 # ich ihn warnend aufhalten wollte und stützte sich mit theatralischer Pose mit seinem rechten Fuß auf den Büren, um gerade eine seiner, uns zur Genüge bekannten, schwunghaften Reden zu halten, als etwas für ihn unerwartetes geschah. Der Bär wälzte sich plötzlich um und angelte mit seiner Pfote nach dem Beine des entsetzt herunterspringenden Mister Scervend, erwischte aber doch noch dessen Wade und riß ihm mit seinen langen Krallen die Hosen auf und das Bein dazu, dann fiel der Bär langsam zurück — er war tot. Dies alles geschah so schnell, daß keiner von uns dem letzten Racheversuch des Gvisly zuwoxhonnen komnte.— Suein Der Geologe schrie, als ob er am Spieße stäke, und hinkte unter Verwünschungen und Schmerzgeheul um den Leichnam des Bären herum, während wir anderen doch lächeln mußten. Es war ihm immerhin zu gönnen, diese kleine Ermahnung fürs Leben. „Es stellte sich heraus, daß die Wunde nicht gefahrlich war und in diesen kalten Zonen ohne ben; seine großen Augen singen die retzten Strahlen der Sonne, sein Blick träumte weit hinten am Horizont, wo die Sonne wie eine leuchtende Scheibe in das Meer versank. Ich redte ihn an, erfreut wie jeder es wohl gewesen ist, den die Unkenntnis der Sprache einsam macht. Inmitten lachender Menschenschwärme schloß er sich mir an und nahm an meinem Tische Platz. Wir sprachen von der Heimat, von all dem, was uns nahe liegt und uns wie ein unsichtbarer Faden verbindet mit dem Lande, wo wir geboren sind, dort wo das Märchen unserer Kinderzeit lebt, das uns in stillen Stunden lockt und ruft. Und wie wir uns auch wehren, wohin wir auch gehen. der Faden schlingt sich mit uns über die Welt.— Hell lachten die dunklen Frauen neben uns, ununterbrochen sprang der sonore Klang der Männerstimmen von Tisch zu Tisch, Weingläser klingelten leise aneinander, und draußen flüsterte der Wind in den zen Blättern der Palmen. Der Mond goß sein Licht wie flüssiges Silber in das Meer, unzählige Sterne flimmerten groß und klar am Himmel. Eine vibrierende Musik flog aus dem Salon zu uns herGröße von 2.70 Matax[über, lachend und jauchzend perlten die Töne ein selten schönes und großes Exemplar. Seinin endloser Folge. Jetzt brach das Lied ab. Gewicht mochte 450 Kilogramm betragen. das Salsche der bese ie Kie ehisce Teil, den Indianern schenkten, wie auch die schmackhaften Tatzen des Grislys. Kopfschüttelnd nahmen sie besonders diese von uns entgegen, sie konnten nicht begreifen, warum wir diese Delikatesse verschmähten. Die Indianer teilten sich in die Tatzen und verstauten sie sofort in ihren Satteltaschen. „Es gxaute der Morgen bereits, als wir die letzten Reste des Grislys beseitigt hatten. an der Kaddeui dem„füinken Hirsch“ wieder un bei kahlen Tanne des Taleinganges, an der jetzt das zusammengerollte, riesige Fell des Grislys hing. Der Shoshone betrachtete es schweigend und finsteren Blickes. Ich ahnte, was sein Gemüt durchzog.6 Dann schaute er die Kette der Zähne und Hängt Bastg, die 10 mir gefertigt und umnge„Uff,— der weiße Mann ist ein tapferer „Aber der Indianer ist doch der Mueines roten Kriegerguen war s der Ruhm ate gefürchteten Grisly und mit ihm: entgegenzutreten und mir iym zu kämpfen auf Leben und Tod meite au war ehrlicher Kampfl Heutes Der Mann erhebt das Feuerrohr— ein Schuß aus dem sicheren Versteck— und der Freisent wirtsodeg. Per trug die Kette der der roten## ohren: Der weiße Mann oder schwieg beschämt, denn ich mußte ihm Prshef iu nach suhr er fort:„Mein weißer Brader ii noch einer der Guten unter den Ser Grieiy mögz,slair meine Rede verzeihen, Felsengebirge— Teicht st es der lebte deser Die Stimme des„flinken Hirsches" wurde Brsie kest gzignenersticht.„—— der letzte man an der Leichten ist noch der Tag, an dem und „Bravo!“—„Bueno!“—„Etcelente!“ lachte es wild durcheinander. Der Dirigent mit den ngsnaturells, einer Bedürfnis ist und großen Erlebens Außenwelt übertragen, dankte lächelnd. Allmählich verebbte die Beifallswoge, an den Tischen wurde das Gespräch wieder ausgenommen. Mitten im Gespräch brach mein Gegenüber ab und wandte horchend den Kou zur Erwartung Rings in roten, blauen, gelben Farden prangt die Welt mit Freuden, Tausend grüne Säulen wölben Sich zu lustigen Gebäuden. Weiße Blütenbäume wehen, Die wie Fackeln sich entzünden; Elfen tanzen ungesehen Auf den weichen Wiesengründen. Und mir ist, frohleuchtend müßte Sich ein Glück vom Himmel stürzen, Das den Mund mir lächelnd küßte, Lange Stunden hold zu kürzen. Müßte tief das Herz mir füllen, Schweigen schenken allem Leide, Und mich ganz in Liebe hüllen Wie in himmelblaue Seide. Richard Zoozmann. sige Schatten und wie ein Traum. Ein letztes Aufflackern am Horizont, blutrot wogt die Dünung, dann spinnt die Dämmerung ihre grauen Fäden über den Deich, hinab über die Dünen bis hinaus auf das Meer—— Ich sah sie fallen auf deine Hand Und bin aufs Knie gesunken Und hab von deiner schneeweißen Hand Die Tränen fortgetrunken. Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib, Die Seele stirbt vor Sehnen— Mich hat das unglücksel'ge Weib Vergiftet mit ihren Tränen. Wie eine unendliche Klage, wie das Suchen einer ewigen Sehnsucht, die ihre Erfüllung in den Sphären geistiger Vollendung sucht, um endlich den Weg zurückzutasten, den einsamen, steinigen Weg der Enttäuschung. Ein Schluchzen, ein stilles Weinen, dann erstarb die Stimme, verhauchend im All. Der Sänger neigte den Kopf nach vorn, sein Gesicht vergrub sich tief in den Händen. Lautlose Stille, starres Schweigen, dann wogte es heran, um endlich wie ein Sturm heranzubrausen:„Alemana, Alemana, deliciosa, deliciosa, bravo, bravo!“ Bleich erhob er sich und dankte. Dann schlich er hinaus, ein Einsamer, in die Nacht.„Hasto luego, Bruder! Wir sind Meteoren, fremd auf fremder Welt, wie uns das Schicksal treibt, so geln und stranden wir.“ Seite. Wie ein Tasten weit, weit aus der Ferne schwangen sich die Töne der Geigen herüber, getragen von der schönen Altstimme eines Cellos, hinaus in die sternenübersäte Nacht des Südens. Ein unendliches Weh klammerte sich um mein Herz. Und vor mir, die Welt ringsum vergessend. die blauen Augen in Tränen „ull tr###eiche des letzten Indianers stehtsschwingmentd, singt er; sein herrlicher Tenor spricht: Die letzte Rothaut— der letzte dersc###ngr sich mächtig über die Melodie und zieht 9Deresgohone ales in seinen Bann: wandte sich schnell um, und schritt talabwärts. Ich aber lenkte meine Schritte zurück ins Lager, nahm die Kette ab un) verwahrte sie in meiner Satteltasche, ganz Nie hat iemand diese Kette gesehen, aber jetzt bole ich sie doch hervor aus dem Fach meines Schreiktisches und betrachte Das ernste, fast edelgeschnittene Gesicht des „flinken Hirsches“ schaue ich im Geiste, und höre seine trourige, flüsternde Stimme:„—— der letzte Grisly,—— der letzte Indianer?“ —— Ein deutsches Lied Skizze von Dan. Gerdes. Fern im Westen brach der Tag zusammen wie eine sinkende Glut. Auf dem breiten Gesims der Veranda gelehnt, sah ich hinaus auf das weite Meer. Die Brandung warf sich hoch an die nackten Felsen hinauf, Sprühtropfen flimmerten sekundenlang wie Milliarden RubiBende Pu 34r1c in die purpurglei„Wie ist das herrlich, o wie herrlich,“ sagte eine klangvolle Stimme neben mir wie im Selbstgespräch. Erstaunt blickte ich zur Seite: er sprach deutsch. Es war ein Mann so um die dreißig Jahre, im hellen Strandanzug. Er schien meine Bewegung nicht bemerkt zu haDas Meer erglänzte weit hinaus Im letzten Abendscheine, Wir saßen im einsamen Fischerhaus Wir saßen stumm und alleine... Ein atemkurzer Raum, der Blick des Dirigenten suchte, ein feines Lächeln, die Melodie sank zu einem Pianissimo herab und schmiegte sich an die Stimme in vollendeter Begleitung. Das Lachen der dunkelhaarigen Frauen und Männer erstarb, wie rom Zauberschlag getroffen, verstummte das Gespräch, eine Frage glänzte in ihren dunklen Augen. „Silencio! Silencio!“ flüstert's aus allen Ekken, raunt es aus jedem Winkel. Verträumt knistert es in den Palmen, man hört den Atem des Meeres, hört das ewige monotone Lied der Brandung. Der Nebel stieg, das Wasser schwoll, Die Möwe flog auf und nieder, Aus deinen Augen liebevoll Fielen die Traen hernieder... Ich sitze in den weißen Dünen der Heimat . Am Horizont sinkt die Sonne, schwer rollen die Wogen über das Watt an den Strand und die weißen Schaumkronen funkeln und glühen im Abendgold. Möwen hetzen sich mit hartem Schrei, ihre Schwingen sind in Purpur getaucht. In der Ferne ziehen die Fischewer, die braunen Segel füllen sich mit der leichten Brise, vor ihrem behäbigen Bug tanzen die weißen Gischtflocken, lautlos ziehen sie dahin wie rieSabotage Aus der Erzählung„Das Signal“ von W. M. Garschin. Aus dem Russischen übersetzt v. Dr. Aug. Diehl. Einst fuhr der Streckenvorstand vorüber, um den Bahnkörper zu besichtigen. In drei Tagen sollten wichtige Herrschaften aus Petersburg die Strecke bereisen. Sie hatten eine Revision vor, so mußte vor ihrer Durchfahrt alles in Ordnung gebracht werden. Man ergänzte und ebnete die Beschotterung, sah die Schwellen nach, schlug Klammern fest, zog die Schrauben an, erneuerte die Farbe der Pfähle ließ an den Uebergängen gelben Sand ausstreuen. Die Frau des benachbarten Bahnwärters trieb sogar den alten Vater hinaus, das Gras abzurupfen. Simon arbeitete die ganze Woche. Alles brachte er in Ordnung, auch seinen Kittel flickte und reinigte er und das Messingschild rieb er solange mit Ziegelstaub, bis es glänzte. Auch Basil arbeitete. Da kam der Streckenvorstand auf der Draisine angefahren. Vier Arbeiter drehen an den Handgriffen, das Getriebe schnurrt, das Wägelchen läuft dahin, zwanzig Werft in der Stunde, nur die Räder heulen. Nun ist es herangeflogen zu Simons Bahnwärterhäuschen. Simon springt herbei, macht wie ein Soldat seinen Rapport Alles erwies sich in Ordnung. „Bist Du schon lange hier?“ fragt der Vorstand. „Seit dem 2. Mai, Euer Wohlgeboren.“ „Schön. Danke. Und auf Nr. 164 ist wer?“ Der Streckenmeister, welcher mit ihm auf der Draisine fuhr, antwortete: „Basil Spiridow.“ „Spiridow, Spiridow... Ah, das ist der gleiche, den Sie voriges Jahr aufgeschrieben haben?“ „Es ist derselbe.“ „Nun schön. Betrachten wir uns Basil Spiridow. Vorwärts.“ Die Arbeiter legten Hand an die Griffe, die Draisine setzte sich in Gang. Simon sieht ihr nach und denkt: Nun, die werden schön mit dem Nachbarn umgehen. Zwei Stunden später macht er seinen Strekkengang. Er sieht, aus der Lichtung kommt jemand den Bahndamm entlang, auf seinem Kopfe ist irgend etwas Weißes sichtbar. Simon versuchte zu unterscheiden: Basil, in der Hand einen Stock, über den Schultern ein Bündel, die Wange mit einem Tuch verbunden. „Nachbar, wohin hast Du Dich aufgemacht?“ ruft Simon. Ganz nahe trat Basil heran. Ein Gesicht hat er nicht, er ist bleich wie Kreide, die Augen sind wild. Er begann zu sprechen— die Stimme bricht ihm. „In die Stadt“, sagt er,„nach Moskau... zur Verwaltung.“ „Zur Verwaltung... sieh da! Du willst Dich also beschweren? Laß es fahren, Basil, vergiß es „Nein, Bruder, ich werde es nicht vergessen. Es ist zu spät zum Vergessen. Du siehst, er hat mir ins Gesicht geschlagen, mich blutig gehauen. Solange ich lebe, werde ich es nicht vergessen. es nicht so bleiben lassen!“ Da nahm ihn Simon bei der Hand.