4 Buntes Allerlei. Das durchschnittliche Gewicht des Gehirns beträgt beim Elefanten gegenüber dem des Menschen unter Voraussetzung eines gleichen Kürpergewichtes etwa 467 Gramm, beim Walfisch 245, beim Menschen 138 Gramm. Beim Pferde erreicht— immer unter derselben Voraussetzung, dasselbe nur 57, beim Gorilla 42, beim Orang=Utan 39, beim Schafe 13 Gramm. Absolut wird also das Gehirn des Menschen von dem des Elefanten und des Walfisches an Gewicht, relativ aber auch— also im Verhältnis zum Körpergewicht, von dem der kleineren Affen, der Singvögel und mancher Insekten übertroffen. Der Lachs kann sich im Wasser in einer Stunde leicht vierzig Kilometer weit fortbewegen. Alle Vögel vermeiden bei dem Bau ihrer Rester hellfarbige Stoffe, wahrscheinlich, weil solche etwaigen Feinden die Auffindung der Nester erleichtern würden. Hühnerfütterung mit Hilfe einer Weckeruhr. Ein Farmer in Oregon(Vereinigte Staaten), der eine kleine Landwirtschaft mit Federviehzucht besitzt, hat ein neues Verfahren zur Fütterung der Hühner während seiner Abwesenheit ersonnen und ausgeführt. Auf jedem Hofe stehen in gewisser Höhe Kasten mit Futter, die jeder durch einen Draht mit der Weckeruhr im House in Verbindung stehen. Wenn der Besitzer nun des morgens ausgeht, stellt er die Weckeruhr auf die zur Fütterung der Hühner bestimmte Stunde ein, und wenn diese kommt, läßt die Uhr die Drähte frei, und die Futter sinken zu dem hungrigen Geflüge! hinunter. Rotweinflecke entfernt man von Marmor durch Anträufeln mit Zitronensaft, aufgelöster Weinsteinsäure oder auch Salmiakgeist. Bei glanzlosem Marmor kann man die Flecken mit gepulvertem Bimsstein, Stachelhalm oder Ossa sepia abreiben und mit etwas Ol überstreichen, um einigen Glanz zu erzielen. Truckstellen aus Plüschmöbeln entferut man, indem man die Stellen vorsichtig mit einem reinen Schwamm befeuchtet und ein heißes Bügeleisen einige Zeit so darüber hält, daß der Stoff nicht berührt wird. Die feuchten Härchen werden durch die Hitze wieder in die Höhe gezogen. Sonderbar. „frau Wirtin, was ist denn das mit dem Honig, der ist ja ganz ungenießbar?!“ „Warum net gar, und i hab’ no extra an Insektenpulver oben drauf rumg'streut, daß mer dös Ungeziefer nöt dran geht!" Der Wert und die Haltbarkeit des Fleisches geschlachteter Tiere wird durch die Art der Schlachtung mit bedingt. Je rascher die Tötung erfolgt, um so besser und haltbarer ist das Fleisch. Das beste Mittel gegen Stuhlverstopfung ist nach Kneipp stündlich ein Schluck Wasser. Spitzwegerich und Löwenzahn leisten dabei gleichfalls gute Dienste. Wöchentlich 3 bis 4 Oberkörperwaschungen und 2 Halsbäder, oder aber nur 2—3 Oberkörperwaschungen, 2 Halsbäder, 2 Schenkelgüsse und ein Sitzbad sind die gewöhnlichen Mittel. Wassertreten, Sandalentragen und Barfußgehen sollten fleißig geübt werden. Sauerkraut als Heilmittel dürfte noch weniger bekannt sein, doch ist dem so. Sauerkraut leitet die krankhaften faulen Säfte und Gase aus und wirkt heilsam auf vorkommende Magenschwächen, stärkt die Blutbildung in bedeutender Weise, so daß manche blasse Gesichtsfarbe gerade infolge des Genusses des Sauerkrautes einem gesunden Aussehen weichen muß. Gegen rheumatische Gelenkschmerzen empfiehlt sich eine Einreibung aus 30 g Kampfer in 30 g Terpentinspiritus. Kopf kühl, Füße warm. Der gesunde kräftige Mensch mit gutem Haarwuchs bedarf eigentlich gar keiner Kopfbedeckung. Am wenigsten sollte sie warm sein. Fur Kinder und junge Leute sind in gemäßigtei Klima die Pelzmützen z. B. ganz zu verwerfen. Frühzeitiges Ausgehen der Haare, Neuralgie, Kopfgicht, Kopfschmerzen und viele andere Übel sind in vielen Fällen auf das Zuwarmhalten des Kopfes in den Jugendjahren zurückzuführen. Die Natur gab genügend Schutzmittel für das Gehirn in der starken Knochendecke und den unzähligen Haaren. Eine zu warme Kopfbedeckung hindert auch das Zustandebis Erahi##### kommen eines schönen käftigen Haarwuchses. ungstliche mutter werden gut tun, ihre Kinder schon frühzeitig an kalte Waschungen des Kopfes zu gewöhnen. Wenn jemand mit dir hadern will, So rat' ich, daß du schweigest still Und im nicht helfest auf die Bahn, Dä er gern wollt' eine Ursach' han. Falausgabe. Die leeren Felder der Figur sind so mit Buchstaben auszufüllen, daß die wagerechten Reihen folRätsel-Ecke. 8 gendes bezeichnen: 1. ein optisches Instrument, 2. den Heldeneines Romans, 3. eine Tierklasse, 4. ein Sternbild, 5. einen Ort am Harz, 6. eine Gartenpflanze, 7. eine Stadt in Westfalen, 8. eine niederländische Hasenstadt.— Die Anfangsbuchstaben nennen ein türkisches Vilajet in Nordafrita. Kryptogramm Thonurne, Vomitivmittel, Bernuth, Patzenhofer, Wirballen, Addison, Schießgewehr, Zeltraum, Legierung, Konzerthalle. Jedem der obigen Wörter sind drei aufeinanderfolgende Buchstaben zu entnehmen, deren Aneinanderreihung ein Zitat aus Schillers „Wallensteins Tod“ ergibt. Bilder-Rätsel. Sülben=Rätsel. a be bel ben bi bi bo dar di dro ee eien erd frei gelb heb ma ma mau me o o bc pin rei ren ri ri ru rup se si tal tett um. Aus obigen Silben sind 13 Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. einen französischen Tragöden, 2. einen dramatischen Schriftsteller, 3. eine Farbe, 4. ein Blasinstrument, 5. einen Wiederkäuer, 6. ein Tonstück, 7. eine brandenburgische Stadt, 8. einen Bund, 9. eine spanische Provinz, 10. ein Element, 11. einen weiblichen Namen, 12. ein Naturereignis, 13. ein Land in Asien.— Bei richtiger Lösung nennen die Anfangs= und Endbuchstaben je einen Tenoristen. Arithmetische Lyra. 10 4 2 3 9 2 12 7 2 13 13 14 1 9 14 3 18 14 17 9 8 11 2 6 9 18 19 10 F iu 1 2 11 7 7 7 5 10 8 7 15 14 16 17 9 5 9 russisches Gouvernement rumänische Hafenstadt, judischer Hohepriester, Goldgewicht in Guinea, Stadt in Böhmen. Stadt in Westfalen. tierisches Produkt, männlicher Name, Südfrucht, Nebenfluß der Seine. Göttin, türkischer Titel, Verbindung. Bei richtiger Lösung nennt die senkrechte Mittelreihe eine Inselpruppe im Atlantischen Ozean Auflösungen der Rätsel aus voriger Rummer. Arithmogriph: Astrachan, Siegmund, Treviso, Robert, Achat, Cher, Hel, As, n. Wortbildung: 1. A Natter, B Minna, C Termin. 2. Boas, Sarah, Assa. 3. Brera, Deiltzsch, Rade. 4. Dante, Schendy, Teschen. 5. Al, Daber, Ida. 6. Beni, Oden, Nio. 7. Lais, Kerner, Isker.— Tartini. Bilder=Rätsel: Herrengunst, Aprilenwetter— Frauenliebe, Rosenblätter— Und des Spiels tückisch Glück— Wandeln sich im Augenblick. Verschiebung: Seefahrt, Querallee, Viadukt, Monocle, Landhaus, Leopold, Sperling.— Flunder— Alkohol. Silbenvorsatz: Kempten, Adal, Lachse, Andro, Brege, Arnsberg, Rheineck.— Kalabar. Ersatz=Aufgabe: Toscana, Ponceau, Wolchow, Spechte. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Kar! Schaumburg, Berlin.— Druck und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin=Schoneberg. 12 Veilage zum Altenaer Kreisblatt. 1912. Forstgebilfe Brandt. Skizze von Alb. G. Krüger. ir hatten uns leider nicht geirrt! Die Art und Weise, wie die teuflische Wut seiner Todfeinde ihn zu Tode gemartert, zu beschreiben, erlassen Sie mir, bitte, meine Herren! Zum Teil haben Sie ja ähnliche gräßliche Dinge miterlebt! Er war, den Ameisen zum Fraß, bei lebendigem Leibe eingegraben worden.— Das Grauen und Entsetzen zu schildern, das uns beim Anblick dieser Leiche packte, ist einfach unmöglich. Nur ein einziger von uns blieb ruhig— Brandt. Minutenlang starrte er den Toten an. Er sprach kein Wort. Aber die Augen in seinem Gesicht sprühten förmlich Flammen. Plötzlich drehte er sich kurz um und ging davon. Von diesem Augenblick an war eine merkwürdige Veränderung mit dem Menschen vorgegangen. Er schien in einem völligen Traumzustand zu leben. Zu Hause war er fast gar nicht mehr. Höchstens ein= oder zweimal in der Woche erschien er, aß für drei, schlief ein paar Stunden und war dann wieder spurlos verschwunden. Wo überall er umherstreifte? Gott allein mochte es wissen! Ich störte ihn nicht. Und nun machten wir unvermutet eine ganz sonderbare Entdeckung. —(Fortsetzung Die Khallerei in der Forst hörte nach und nach fast ganz auf. Aber auch die Schmuggler schienen sich aus unserer Gegend verzogen zu haben. Ja, noch mehr! Aus den kleinen Dörfern und Weilern ringsum verschwand mal hier einer, mal da einer auf Nimmerwiedersehen. Und merkwürdigerweise waren das stets solche Leute, die einen wüsten Lebenswandel geführt hatten, denen sozusagen alles zuzutrauen gewesen war. Viele andere zogen mit Sack und Pack aus der Gegend fort. Kurz, die Wilderei und Schmuggelei stand auf dem Aussterbeetat. Wir staunten! Hing Brandts fieberhafte Tätigkeit damit zu. sammen? Oder wo sonst war der Grund zu finden? Gelegentliche Fragen beantwortete mein Gehilfe höchstens mit einem müden Achselzucken, einem jähen Blitz aus seinen Dämonenaugen, aber stets mit tiefem Schweigen. Da brachte ein Zufall— wenn es einen solchen gibt— Licht, grauenhaftes Licht in das Dunkel. Auf einem Dienstgang hatte ich mich, wie das so kommt, länger aufgehalten als gewöhnlich. Zehn Uhr war es schon. als ich mich anschickte, nach Hause zu gehen. Es war eine wundervolle Frühlingsnacht. Alles in Blüte Und genau so und Duft. Kein Lüftchen rührte sich. Leise zirpten die Grillen Beute wittert, im Gras. In den Sümpfen quakten die Frösche. Aus den Büschen tönte zeitweilig der gedämpfte Liebeslaut eines Vogels. Und darüber wölbte sich in starrer Ruhe der wolkenlose Nachthimmel, von dem das strahlende Licht des Vollmondes herniederglänzte. In den Schneisen lagerten geheimnisvoll silbriggraue Schatten, unterirdischen Wesen vergleichbar, die neugierig das Leid und Weh der Menschen zu erspähen trachteten. Wie zum Träumen war diese Nacht geschaffen. Langsam ging ich meines Weges. In tiefen, wohligen Atemzügen hob und senkte sich meine Brust.— Da stutzte ich plötzlich. Ungefähr dort, wo am Knick des Weges heute die kleine Tannenschonung steht, kam mir plötzlich Brandt entgegen. Angestrengt sicherte er nach links hinüber. Ich war durch das Buschwerk ziemlich gedeckt, und er schien mich gar nicht zu bemerken. Vielleicht sah er mich auch wirklich nicht. Jedenfalls schritt er ruhig vorwärts, ohne von mir Leutnant Sebrößer-Strankz.(S. 3.) wie ein Raubtier, das in weiter Ferne eine sah auch Brandt aus. Ich sah das alles genau, fast mit einem einzigen Blick meiner Augen. Schien doch der Mond tageshell und ließ jeden Gegenstand auf diese Entfernung genau erkennen. Völlig lautlos, ohne ein Glied zu rühren, verharrte ich an meinem Platze, starrte ich meinen Gehilfen an. Und ein ganz eigenes, mir völlig rätselhaftes Grauen beschlich mich leise beim Anblick dieses wie ein Raubtier dahinschleichenden Menschen. Brandt schritt vorüber, ohne mich zu bemerken. Und als er vorbei war, packte mich der unwiderstehliche Drang, eine bohrende, peinigende Neugier, ihm zu folgen, zu sehen. was er machen würde. Vorsichtig, jeden Fußbreit sicheren Bodens ausnützend, hastete ich nun in einiger Entfernung hinter ihm her, doch so, daß ich all sein Tun und Treiben genau beobachten konnte. Eine weite Strecke schlich er vorsichtig, fast völlig unhörbar vorwärts. Ab und zu blieb er lauschend halten. Und blitzschnell warf er dann Ostafrika: Previsorische Militärstation im Innern.(6. 3.) Notiz zu nehmen. Eben wollte ich ihn anrufen, als mir sein sonderbares, ungewöhnliches Wesen auffiel. Den Oberkörper weit vorgestreckt, die nie fehlende Büchse schußfertig in der Hand, ging er nicht, sondern schlich er langsam, lautlos wie eine Katze dahin. Kein trockener Ast kackte unter seinen Tritten, und das weiche Moos machte jeden seiner Schritte unhörbar. Aber Himmel! Wie sah der Mensch bloß aus? Jeder Muskel seines Körpers schien auf das äußerste angespannt. Der ganze Körper zuckte und bebte nervös. Das verzerrte Gesicht hatte eine förmliche Leichenfarbe angenommen. Die Flammenaugen blickten stier voraus und schienen jeden Gegenstand, jede Bewegung blitzschnell zu erfassen. Und die Oberlippe hatte sich in der Erregung über die Zähne gehoben, so daß diese raubtierartig btitzten. den Kopf hin und her. Endlich bog er in eine Schneise ein, deren Grund aus weichem Sande bestand. Das war mir lieb. Denn dieses vorsichtige Schleichen, dieses gespannte Aufmerken auf jeden trockenen Zweig hatte mich bereits tüchtig in Schweiß gebracht.= Die Schneise mündete in eine Waldwiese. Und als ich diese erreichte— war Brandt verschwunden. Angestrengt spähte ich überall umher. Nichts! Er war verschwunden, wie in den Erdboden versunken.— Was nun? Auf der Wiese befand sich ein Hirschwechsel. Das wußte ich. Lag Brandt auf dem Anstand? Dazu war es aber noch viel zu früh? Auch sein ganzes Gebahren deutete wenig genug auf eine friedliche Jagdfahrt. Was mochte hier vorgehen?— Und wo war er geblieben? Die Sache wurde immer rätselhafter. In tiefem Sinnen stand ich da, als mich plötzlich das leise Krachen eines trockenen Astes heftig zusammenschrecken ließ. Blitzschnell kauerte ich mich zwischen das Unterholz und lauschte mit fieberhaft erregten Sinnen. Vorsichtig spähte ich dabei nach der Richtung, aus der das Geräusch gekommen. Zuerst konnte ich nichts bemerken. Der Mond war hinter eine Wolke getreten. Und wie ein schwarzer Schleier glitt deren Schatten über die Wiese. Nun wurde es wieder hell. Und sobald meine Augen spähend den Waldsaum drüben entlang strichen, bemerkte ich in der Deckung unter den Bäumen den Kopf und die halbe Brust eines Mannes, der aufmerksam in die Wiese hinaus sicherte. Ich konnte das Gesicht nicht erkennen, aber Brandt war es keinesfalls. Das sah ich sofort. Dafür war die Figur zu klein. Aber wer sonst konnte das sein? Dem da drüben mochte wohl alles sicher erscheinen. Leise bewegten sich die Büsche. Und ein Mann in einer russischen Bluse, langen Stiefeln, um den Leib einen Ledergürtel trat vorsichtig in das Mondlicht hinaus, wo er sich nochmals scheu nach allen Seiten umblickte. Dann hob er eine Flinte, die er fest an den Leib gedrückt getragen hatte, hoch und schritt schnellen Schrittes schräg über die Wiese auf die Schneise zu. Ein Wilderer also! Vielleicht einer der Mörder des armen Finke! Der kam mir geraderecht! Ich machte fertig und wollte den Kerl eben anrufen. Da zuckte rechts, fast unmittelbar neben mir ein Feuerstrahl auf. Der Knall eines Büchsenschusses dröhnte mir in die Ohren. Ein dumpfer Fall des Wilderers zeigte, wie gut der Schütze getroffen. Mit Blitzesschnelle sprang dieser aus dem Buschwerk auf sein Opfer zu. Ich erkannte Brandt, wie er mit einem Freudengeheul den Leichnam des Getroffenen aufhob, um die Schußwirkung zu prüfen. Dann aber— merkwürdig, zu merkwürdig!— legte er langsam, sanft, wie nur je eine Mutter ihr Kind, die Leiche auf den Boden, kniete dabei nieder, zog seinen Hut und faltete die Hände. Mir schwirrte der Kopf. Wahrhaftig, ich wußte nicht mehr, ob ich bei Sinnen war. Aber ich hätte Jahre meines Lebens darum gegeben, wenn ich all das nicht gesehen hätte, wenn ich meilenweit von diesem schrecklichen, grauenvollen Ort entfernt gewesen wäre. Ich wollte aufspringen, fortlausen— ich konnte es aber nicht. Eine dämonische Gewalt, der ich mich mit aller meiner Kraft nicht zu entziehen vermochte, hielt mich fest. Der zweite Akt des Dramas auf der Wiese begann: Langsam erhob sich Brandt und strich schwankend auf der Wiese umher, bückte sich hier, bückte sich da. Zuerst konnte ich nicht erkennen, was er da trieb. Dann aber sah ich es. Er pflückte Blumen. Wahrhaftig— er pflückte Blumen. Bald hatte er einen tüchtigen Strauß beieinander, wickelte ihn mit Bindfaden zusammen und steckte ihn in seine Jagdtasche. Dann warf er sein Gewehr und das des Toten über den Rücken, nahm sans und liebevoll die Leiche in seine Arme und schritt mit derselben quer über die Wiese dem Moore zu. Meine Nerven drohten zu versagen. Mich schüttelte das Grauen Aber folgen mußte ich ihm. Ich mußte— mußte! Brandt schien jeden Fußbreit des Moores zu kennen. Denn ohne nach rechts oder nach links zu blicken, schritt er unentwegt vorwärts. Ich kannte das Moor nur wenig. Es gab da wohl einen Steig, von dem ich nichts ahnte. Total verblüfft aber war ich, als ich plötzlich in hellem Mondschein die Ruine vor mir liegen sah. Die hatte ich bisher noch nie gesehen. Jetzt erreichte Brandt, die Leiche immer noch fest an sich gedrückt, das altersgraue Gemäuer und verschwand darin.— Ich wußte nun nicht, was tun. Diesem Dämon folgen?— Nein! Also, ich wartete. Es dauerte lange, ehe sich in der Ruine wieder etwas regte. Waren es Stunden, waren es nur Minuten, die so vergingen? Noch heute kann ich mir keine Rechenschaft darüber geben. Endlich erschien Brandt wieder auf der Bildfläche. Bleich, aber ruhig und gelassen wie immer, betrat er das Moor, als ob nichts geschehen wäre. Da packte es mich plötzlich. Allmeinestockenden Sinne lösten sich in dem einzigen Schrei: „Brandt!" Mit einem wunderbaren Kinderlächeln um die bleichen Lippen sprang er sofort auf mich zu, und fröhlich tönte es mir entgegen:„Sind Sie's, Cheschen?— Das ist ja fein! Na, kommen Sie mal mit, ich will Ihnen was Hübsches zeigen!— Sie ahnen nicht, wie fleißig ich gewesen bin!— Staunen werden Sie— staunen...“ Damit ergriff er eifrig meinen Arm und zog mich fort, der Ruine zu. Die grauenhaften Eindrücke, die in den letzten Stunden wie Keulenschläge über mich hereingeprasselt waren, hatten mich so mürbe gemacht, daß ich weder Worte fand noch Kraft zu irgend einem Widerstand. Willenlos folgte ich ihm. Brandt, immer heiter schwatzend und lachend, zog mich zwischen das Gemäuer, von dem er jeden Stein zu kennen schien; so sicher bewegte er sich hier vorwärts. An einer kleinen Pforte machte er halt, drehte sich zu mir, und den Finger geheimnisvoll auf dem Munde, flüsterte er leise:„Still— sie schlafen!"—(Schluß folgt.) Drahtiese Telephonie im Rutomebil. Unsere Bilder. Ein neuer deuticher Fallschirm.(Zu dem Bilde S. 1.) Der Schirm ist die Erfindung des Müncheners Schmittner. Er hat aufgespannt einen Durchmesser von 4,80 m. Wenn der Absturz beginnt, bewirkt eine 2,30 m lange Stahlspirale die Entfaltung des Schirmes. Die ersten Versuche in Gronsdorf gelangen vortrefflich. Das Gewicht des Fallschirmes beträgt jetzt 26 Pfund, soll aber noch verringert werden, um nicht zu sehr die Ballons und Akroplane zu belasten. Das neue Schiller-Denkmal für Leipzig.(Zu dem Bilde S. 1.) Leipzig hat vor kurzem ein anziehendes Denkmal Schillers erhalten, das als Gegenstück zu dem Denkmal des jugendlichen Goethe am Naschmarkt den jungen Schiller zeigt, wie er zur Zeit seines Aufenthaltes in Leipzig aussah. Die prächtige Herme des Dichters ist ein Werk des Leipziger Bildhauers Joh. Hartmann, dessen obiger Entwurf den ersten Preis erhielt und zur Ausführung gelangte. Leutuant Schröder-Strantz.(Zu dem Porträt S. 2.) Dieser Offizier ist der Leiter der deutschen Expedition durch die Nordostpassage. Das Expeditionsschiff wird durch Kapitän Berg, einen genauen Kenner der nördlichen Gewässer, geführt werden; ihm zur Seite steht Kapitänleutnant Sandleben. Für die Hauptforschungsgebiete, Meeres=, Erd=, Tier= und Pflanzenkunde usw., ist ein Stab von namhaften Gelehrten gemonnen. Aus Oflafrika.(Zu den Bildern S. 2.) Unser Bild gibt eine Vorstellung von dem mühseligen Vordringen der deutichen Pioniere in das Innere von Ostafrika. Oben die provisorische Station, unten einen regelrechten, von deutschem Fleiß und deutscher Ordnung zeugenden Bau. Drahtlose Telephonie im Automobik.(Zu obigem Bilde.) Eine wunderbare Erfindung hat der Engländer H. Grindell Matthews gemacht, der ein praktisches System drahtloser Telephonie in einem Auto installierte. Die Versuche mit diesem fahrbaren drahtlosen Telephon, welche vor dem König von England stattfanden, hatten einen vollen Erfolg. Unser Bild zeigt das Auto mit drahtlosem Telephon.