Goethes Freund, der Scharfrichter Von Max Bauer. Es ist eine unbestreitbare Tatsache: Goethe, unser unsterblicher Heros, hatte einen uktiven Scharfrichter zum Freunde, an den er schrieb und mit dem er Geschenke tauschte, den er beluchte, um mit ihm stundenlang zu plaudern, sem er speiste und trank. Und dieser ganz vergessene Freund seiner Exzellenz des Herrn Staatsministers war Karl Huß, Scharfrichter von Eger in Böhmen. Goethe hatte mehrfach von Huß vernommen. Neben seinem Berufe übte der Nachrichter wie sost alle seine Amtsbrüder eine begr Hgerigen auch geheime ärztliche Praxis und Tieren aus, die ihn we zg.rrpepigzte jehge die Landesgrenzen führte. Fahrten, um seinem leidenschaftlichez, Sgegen lertrieb zu frönen und oft für seine Bemühungen statt Geld Gegenstände für seine Sammlung zu erbitten. Und dem regen Geist in dem armen Nachrichter sagte gar Mineralien, ausgestopfte Tiere, alte Waffen, Hausgerät, Münzen, Pflanzen, das er alles in einem ständig an Umfang zunehmenden Mueum in der Scharfrichzg,purde Haz gn ne Sammlungen dur lohnigurorte gla Kuriosit, den Gästen der unsernen Ku.veir als Kuriosität bestaunt. Zu seinen berühmtesten Besuchern zählte Goethe. Auf seinen Reisen in die böhmischen Bäder machte er gern bei Huß in Er erzählte darüber in seinen Tagebüchern. So im August 1806. Am 4. dieses Monats war er in Eger angekommen, und schon am nächsten Tage führte ihn sein Weg zu Huß. In seinen Tagebüchern heißt es darüber unter dem 5. August 1806:„Früh nach 7 Uhr ging bgg, Ragen ab, Mad. Unzelmann(vom Berliner theater, Kurgast in Franzensbad) abzuholen, Wir gingen zum Scharfrichter, Huß genun;, welcher eine schöne Munzsammlung besitzt.“ Auf den 13. Juli 1808 fällt ein zweiter Besuch Goethes, diesmal von Franzensbad aus, ein dritter auf den 20. April 1820. Von da mehren sich die Besuche, und wieder zu Hause angelangt, beeilt sich Goethe, Huß Sammlung durch eine Münzsendung zu vermehren, nicht ohne eine Gegengabe in Mineralien zu erbitten. fi die er nach Erhalt„aufs Schönste“ dankt. So zieht sich der Verkehr mit Huß Jahre hindurch hin, und noch 1828 schließt Goethe einen Brief nach Eger an einen dortigen Freund:„Grüßen Sie Herrn Huß zum Schönsten und sagen Sie mir etwas über sein Behaben und seine Sammlung.“ Das war die Zeit, in der sich von seinem bis dahin ausgeübten Scharfrichkerberuf zurückzog. Huß, am 3. Januar 1761 als Sohn eines Scharfrichters geboren, seit 1782 mit einer ehrsamen Egerer Bürgerstochter verheiratet, die des anrüchigen Scharfrichters wegen mit allen ihren Angehörigen gebrochen hatte, wollte nun ganz seinen Neigungen leben. Fürst Metternich auf Schloß Königswart bei Marienbad erstand von Huß, nachdem Eger den Ankauf der Sammlung abgelehnt hatte, diese gegen eine Leibrente für das alte Original, dem der Fürst auch Amt und Titel als Kustos von Königswart nebst Wohnung im Schlosse übertragen hatte. Zehn Jahre des Glückes verbrachte nun Huß dort als unermüdlicher Ordner und Wächter der von ihm zusammengetragenen Schätze. Im Jahre 1824 war er Witwer geworden, und 14 Jahre später schloß er selbst die Augen für immer. Das Häuschen in Eger, in dem er amtiert und seine Schätze aufgestellt hatte, wurde niedergerissen. Doch dort, wo es stand und wo Goethe als Gast weilte, legte die Stadt Eger ein großes umenbeet an, das noch heute von Goethes Freund, dem Scharfrichter, kündet. in der großen Garnison, deren beständiges Damoklesschwert der berühmte, der Sage nach allgegenwärtige, ganz sicherlich aber all.issende Kommandierende General des Grenzkorps wor. Indessen wie es nun einmal im irdischen Geschehen liegt selbst in jener Fesiung wurden strenge Vorschriften allgemach oon der lieben Gewohnheit angenagt. Rücklings des Arsenals lagen nämlich die Reitplätze der Truppen. und wenn die Herren Offiziere vort ihre Rosse nach dem Dienst noch etwas getum melt hatten, pflegten sie von drüben ihre Burschen mitsamt den Pferden auf einer gräßlich langweiligen und harten Straße hinter den Mauern und Kasernen lang nach Hause zu schicken, sie selber aber setzten sich auf die Straßenbahn, die an der Vorderseite der Werkstätten vorüber ins Städtchen führte, und machten es sich angenehm und leicht. Anfangs wußten sie die Parole haargenau, später aber kümmerten sie sich immer weniger und schließlich den Teufel darum. Sie brummten dann etwas in den Bart und waren längst vorüber, ehe sich der verblüffte Posten zu irgend einem Einspruch aufgerafft hatte. So kam es, wie es— in jener Festung— kommen mußte. Eines Tages stand die alte Exzellenz ubrplötzlich mitten auf dem Arsenalhof, sprach einen Dragonerleutnant, der munter plaudernd mit seiner jungen Frau vom Reiten heimpilgerte, sardonisch lächelnd an und fragte ihn nach Ausweis oder Parole. Der himmelblaue Reitersmann besaß nicht cinen Schimmer von einer Ahnung. Er hatte dem Posten, der ihm vorschriftgemäß das Kennwort abverlangte, behaglich erwidert: „Man nich so neugierig, mein Sohn!" und war fröhlich an dem präsentierenden Musketier vorübergewandelt. Das nahm der„Alte“, der im Kleinen stets zugleich das Große sah, verdamm übel. Ein Strafgericht ohnegleichen frach los, und ringsum herrschten Heulen und Zähneklappern. Zuletzt bekam auch der Oberst, bessen Regiment den schuldigen Wachmann gestellt hatte, seinen Spritzer auf den sauberen Rock. Er tobte darüber nicht wenig und war schwer zu beruhigen. Jedenfalls aber schwur er mit den schwersten Eiden, wenn einer seiner Leute abermals irgendwen— und wenn es der„Alte“, ja S. M. höchstselbst in eigener Person wäre— ohne Parole ins Arsenal hereinließe, so wolle er, der Oberst, dafür sorgen daß dem Himmelhund die Augen übergingen. Die Parole Um diese Zeit sollte der Avantageur Wunderlich ebendieses Regiments seine erste und einzige Wache schieben. Er war ein gewandtes Kerlchen von behenden Geistesgaben, floß beharrlich über von militärischem Diensteifer und versprach im ganzen ein guter Soldat zu werden. Man stellte ihn an die rückwärtige Werkstättenpforte; dort war es einsam, dort konnte er keine Dummheiten machen. Die grausame Geschichte von der verweigerten Parole brannte noch frisch im allgemeinen Gedächtnis, und selbst die verwegensten Dragonerleutnants befolgten neuerdings die Wachvorschriften so ängstlich wie ein junger Rekrut. An ebendiesem Tage ritt aber auch Wunderlichs Oberst und Regimentskommandeur den neuen Gaul auf dem Reitplatz rückwärts des Arsenals ein wenig für eine bevorstehende Besichtigung zurecht. Recht zufrieden mit sich, saß er ab, schickte den Burschen mit dem Pferd flugs nach Hause und schritt rüstig auf die Pforte zu. Er strebte eiliger als sonst in die Stadt, denn er war für den Abend zum Oberstabsarzt auf ein Krebsessen eingeladen. Seit einiger Zeit gab es diese schmackhaften Krustentiere auch in den Vogesenbächen und der Oberst, der sie in Küstrin an der Oder schätzen gelernt hatte, kannte kein herrlicheres Gericht. Der Avantageur sah seinen hohen Vorgesetzten nahen.„Aha!“ dachte er.„Jetzt will er Dich auf die Probe stellen!" Nun, darauf war er vorbereitet. Stramm pflanzte er sich neben sein Schilderhaus, und als der andere auf sechs Schritt heran war, schmetterte Wunderlich:„Halt! Wer da?— Parole!“ Dabei blitzte er seinen Kommandeur forsch an. schon mit etwas schleppender Stimme:„Erst die Parole, Herr Oderst!“ Und ein wenig sanfter fügte er hinzu:„Ich bitte gehorsamst, Herr Oberst!“. Ein Avantageur wußte ja nie, ob ihm am Ende nicht doch eine Dummheit unterlief. Der Kommandeur wand sich in seinen Gedanken. Da war er schön hineingekapert. Aber aufs Geratewohl sagte er:„Gneisenau!“ „L—leider nein, Herr Oberst", erwiderte Wunderlich kleinlaut. Etwas Schreckliches begann ihm aufzudämmern. Eine peinliche, entsetzliche Stille entstand. Der Oberst überlegte: Sollte er etwa die grozen Namen aus den Befreiungskriegen durchprobieren? Einen nach dem anderen Blücher, Scharnhorst, York, Kleist, Boyen, Grolman, Horn, Hünerbein usw.? Das war unmöglich. Von rechtswegen mußte er umkehren. Aber das war noch weit blamabler. Und vor alsem hätten ihm beim Oberstabsarzt die anderen die größten Kredse weggegessen. Am allerwenigsten aber durfte er mit dem Posten parlamentieren und einen faulen Pakt schließen. Denn das war ja das Verzwickte: Der andere, der kleine Wunderlich, konnte, durfte nicht zurück. Der Avantageur aber überlegte: Soll ich fünf gerade sein lassen und auf die Parole verzichten? Das ging nicht an; es var ein Wachvergehen und unter Umständen das Ende seiner soldatischen Laufbahn. Und wenn er sich schon überwand, den Oberst passieren zu lassen, wie sollte er sich dabei benehmen? Sollte er nach der Vorschrift präsentieren, oder sollte er beiseite sehen? Nein! Es war ganz undenkbar. Andererseits— sollein stolzer Regimentskommandeur. immerhin behaftet mit einem kleinen Makel dienstlicher Fahrlässigkeit, vor dem jüngsten seiner Untergebenen den offenen Rückzug antreten? Auch das ließ sich nicht vorstellen. Das Schweigen drückte immer fürchterlicher. Wunderlich schwitzte dicke Angsttropfen, und die Hand, die den Gewehrkolben hielt, zitterte ihm. In der Einfalt seines Herzens betete er:„Einen Ausweg, allmächtiger Himmel! Einen Ausweg!“. Und er wurde erhört. Das Weinen war ihm sehr nahe. Aber mit einem Male erhellten sich seine Züge. Er spitzte die Lippen und flötete trotz seiner stramm dienstlichen Haltung, ein wenig heiser und brüchig zwar, aber durchaus verständlich: „Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd!“ Und noch einmal zuversichtlicher, klarer: „Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.“ Der Oberst stutzte. Dann lachte er behaglich. Der Sinn der Vorschrift wurde zwar ein wenig beschädigt, aber der Buchstabe blieb heil. Oder man konnte es auch herumdrehen. Auf jeden Fall war die verzweifelte Lage beendet, in der zwei gleichstarke Gegner wie ein Paar halssarriger Widder die Hörner widereinander stemmten, um von rechtswegen in alle Ewigkeit so zu verharren. Der Zwiespalt war auf eine findige, wahrhaft„pfiffige“ Weise behoben. Waren aber nicht Findigkeit und P figkeit ausgezeichnete soldatische Eigenschaften? Der Kommandeur schritt auf die Pforte los. „Lützow“, gab er die Parole. Wunderlich präsentierte. Es war ein tadelloser Griff. Der Oberst aber konnte nicht anders—, er streichelte dem jungen Krieger die halb noch kindliche Wange. Danach jedoch drohte er ihm mit dem Finger.—— Nach dem nächsten Liebesmahl im Kasino wurde Fähnlich Wunderlich— er hatte inzwischen die erste Staffel zum Feldmarschall erklommen— zum Kommandeur gerufen. Der hohe Herr schien sehr leutselig zu sein und winkte ihn abseits.„Sagen Sie, Fähnrich!“ sprach er, und seine Augen blitzten überaus vergnügt.„Was hätten Sie neulich getan, wenn die Parole z. B. Hünerbein gelautet hätte?“ Wunderlich schaute zu tiefst erschrocken zu ihm auf.„Der Mensch versuche die Götter nicht!“ entfuhr es ihm. Eine Geschichte aus alter Zeit von Franz Adam Beyerlein. Sechs Uhr abends wurden die Werkstätten des Arsenals in der gewaltigen, damals deutscher, Jeitung geschlossen. Wenn dann die letzArbeiter gegangen waren, zogen an den beider engen Turchlaßpforten in den seiten des riesigen Hauenrechtecks zwei Posteauf, und fortan durfte niemand mehr einpassieren es sei denn, er zeigte einen Ausweis der Zeugmeisterei vor oder nannte die Parole die töglich eigens für diesen Zweck von der Kommandantur ausgegeben wurde. Das war Suchistäglich und bitterböse gemeint wie alles Der Oberst stockte mit Fuß und— Zunge. „Die Parole?“ grübelte er.„Zum Donnerwetter, die Parole!“ Morgens hatte er noch gar nicht erwogen, am Nachmittag zu reiten, und daher den Kommandanturbefehl nur ganz obenhin gelesen. Ein Name aus den Befreiungskriegen war die Parole gewesen. Aber seicher? WelchDer andere aber beharrte im fröhlichen Eigensinn der Weinlaune:„Was hätten Sie getan, Fähnrich?“ Wunderlich überlegte fieberhaft.„Abermals will er mich aufs Eis führen", dachte er bei sich,„da heißt es, nur nicht verblüffen lassen!“ Und nach kurzem Zögern erwiderte er bescheiden und doch zugleich keck:„Ich wäre vor Ratlosigkeit in den Boden gesunken, Herr Oberst. Dann war der Weg frei.“ weichtrg Wegher? So lobte er denn fürs Der Kommandeur stieß lachend mit seinem erste:„Brav, arantageur! Gut so!“ und won= Tähnrich an Ms Ant ofigl ihm ganz aue Fähnrich an. Die Antwort gester###m gunz aus der Maßen. Hier hatte einmal einer Kopf und Herz auf dem rechten Fleck. te weiter. Vielleicht—— Aber der kleine Wunderlich überlegte:„Halkommt es zum Klappen!“. Er ruckte sich alsol Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. noch strammer zusammen und rief hell, wenn Druck und Be#eg: P. J. Santz, Alten# Beilage zum Altenaer Kleisblatt zugleich Neuenraber Zeitung Mittwoch, 9. Dezember stärkste Scheinwerfer der Welt in England erfunden 1931 Bruder Ofen Von Richard Euringer. Den Herd in seiner kultischen Bedeutung, als Heiligtum und Hochaltar des Hauses begriff ich in Westfalen. Das Deelentor des alren Bauernhofes führt in ein Gotteshaus, wo ottes Statthalter, der Mensch, mit Frucht nd Kreatur unter einem Dache haust. Aus inen Raufen äugt das Rind, zu beiden eiten; auf Halmen wanderst du hindurch ans ene Feuer, in dessen Brand der Kupferkessel ingt am Hahl, der große Topf kocht, der da ensch und Tier mit neuem Leben nährt alle Tage ihres Lebens. Im Rauchfang dörrt das Tote, das Geschlagene. Kraft und Leben speichernd. Hier, no die Schwalbe nistet, die vor Blitzschlag schützt, gegnet sich das Leben mit dem Tode. Seine Toten bahrt der Bauer an der Feuertätte: Opfer, Staub und Asche. Urvätermythen sind ins eiserne Relief der Brandplatte gegossen. Heilig ist der Herd. Rauchaltar, Schlachtaltar, Hochaltar des Hauses.., Nichts spricht deutlicher für die Sachlichkeit dieser Deutung als die naive Selbstverständlichkeit, mit der der bodenständige Westfale das„Maschine“ nennt, was wir anderen unter Herd verstehen: den seinem kultischen Ursinn entfremdeten Kochofen. * In Klosterzellen fand ich die Beschaulichkeit der Wärme., en Gurd Der Mönch hat keinen Herd. Er, der nur Pilger ist auf dieser Erde, der keine Kinder zeugt, kein Weib ernährt, kein Heim hat und kein Haus hält; er, der nicht erbt und weitererbt, hat keinen Herd. Tod und Leben sind ihm nur ein Gleichnis. Er kocht sich keine Suppe, er braut sich keinen Trank.„., G... uhe cht. Er tischt an einer Tafel, die er nicht gevelat. stärkt sich, dankt, und kehrt zurück in seinen Der Mönch hat keinen Herd. Was in die Zelle dringt, bleibt Wärme, Strahlung, labende Gedorgenheit.„ 47—5 Es sind die schwarzen Gußeisenofen, die man in Klosterzellen findet. Da flackert kein Feuer, brennt kein Brand. Das Element bleibt vor der Tür. Dort kniet der Bruder und sorgt. Wirft Scheit und Torf ins rote Maul, mißt dem Siedel sein Teil Wärme zu. Der bittet nicht und dankt nicht friert nicht und wird nicht heiß. Er kennt das Spiel der freien Flamme nicht, er rührt nicht an Ruß und Asche. Abendbrot und Morgenrot dünkt ihn das Erröten seiner Zelle, das er nimmt aus Gottes Hand durch die Hand des Bruders vor der Tür.„„„ Unschuldig bleibend, bleibt er Gottes Schuloner. An französischen Kamie lernte ich die Senjalionen des feudalen Feuers. Faszinierendes Feuerwerk geistreicher Züngelei in brillanter Repräsentation. Frivoles Spiel zwischen wehenden Volants; Feuersbrunst als Dekoration, Augenlust vorm Spiegel zwischen den galanten Aventüren amouröser kleiner Götter, im Genuß des Stündchens, Plauderstündchens, Schäferstündchens, das ein goldenes Pendülchen tickt... Beizend loht die leuchtende Verschwendung. Was die Wälder wuchsen, prasselnd wird's verpraßt. Was die Zinsen zahlten, fährt zum Teufel, in Verzückung.„/1.61, gäuf. Leuchtende Gesichter. Erlauchte Kopfe. Ein bißchen Nerv, ein bißchen Pointe Man fröstelt über einen Witz. Man heizt und hüstelt man verbrennt und bleibt sehr kühl.... Esprit, dein Name ist: cheminee! I. n. r.: Der Riesenscheinwerfer, der auf ein Auto ontiert ist, in Tätigkeit. Das Strahlennetz des ScheinV. montiert ist, in Tätigkeit. Das St werfers am nächtlichen Himmel. In England wurde ein neuer Scheinwerfer in Betrieb genommen, dessen Strahlen angeblich eine Höhe von 5000 Meter erreichen. Die Lichtbündel bilden am Himmel ein riesiges Nevauadrat, zwischen dem jedes etwa am Himmel befindliche Flugzeug sichtbar werden muß. Für die ubwehr von Luftangriffen in einem Zukunftskriege kommt diesem Scheinwerfer eine bedeutsame Rolle zu. Wer je an oberbayerischen Kachelösen den Rücken rieb, im Forsthaus oder Grenzhaus, im Wirtshaus, unter Bürgern oder Bauern, den hat die derbe Ehrlichkeit des Familienlebens angelacht. Der weiß wohl, wie man Loden trocknet, Kinderwindeln wärmt, wo man den Apfel brät, den Mehlpapp aufkocht und wo der Kuchenmichel„geht“. „Einkacheln“ nennt sich das behäbigst selbstbewußte Wort für heizen, und Onkel Ofen hat den Schneemann zum Gevatter. Tannenzapfen frißt er,„Buzzelküh“, Reisig, Wurzelholz und Torf. Brikett und Kohlen, Schuhsohlen, Sardinenbüchsen, Fußlappen und Käspapier. Der Kerl hat einen guten Magen. Aus der Bank drumherum wächst er wie ein Baum, um den man fangermandeln kann, hinter dem man sich versteckt und„Kuckuck!" durch die Durchsicht ruft. Das ist aus irden Erde nichts als ein Brokken Erdenkloß in heller Selbstzufriedenheit. Zwischen Gamsgeweih und Herrgottswinke! ein Stück Lebenswärme. * „Heizung“ nennt sich der Herd der Herrschaft, die eigenen Eingang für die Lieferanten hat. Man wünscht den Ofen stubenrein. Alles einlich, peinlich, glatt. Frieren wäre so verpönt wie Transpirieren; man hat seine Temperatur. Das Stubenmädchen liest sie korrekt am Ein Handgriff: kalt. Kein Wort von animatischem Bedürfnis Die Heizungskörper bleiben anonym, kunstgewerblich kaschiert. Ein wenig trocken schmeckt die Luft; nun ja man lebt ja nicht davon! Manchmal freilich liest man in Romanen von Haus und Herd und rotem Feuerschein. „Romantik!“ sagt der Fratz. Man hat vielleicht kein Heim; na ja, Kind, man bewohnt die Räume: Das Mysterium der Glut fand ich im arabtschen Mangal. Da hockt ein Mensch, das bartumkräuselte Gesicht tiefversunken in das glimmende Geheimnis. Er trinkt die Glut. Wie schwergewürzten Wein. Seine Nasenflügel wittern einen Duft, der Haschisch ist und Opium, Tabak, narkotische Betäubung. Es geht nicht um das bißchen Holzkohle, das ein Wasserpfeifenraucher auf die Nargileh legt; nicht um das bißchen Schutz vorm Zugriff kalter Nächte nach Sonnenorgien des Tages: Inbrunst löst magnetisch Glied um Glied vom Leibe, der ins Wesenlose welkt, wenn die Seele sich in goldener Schale sammelt. Magie des selbstverlorenen Selbstgenusses.. ein Oestlicher, Nomade, gekauert übers gluende Mangal. Steckkontakt. Elektrizität als Mädchen für alles. Flirt mit dem Feuer. Feuer? Wielo?: al 3 F.2 52 55 2** 9— 6 2 * * 2 5 „S Og5g— GSS G# EE 9 5 S SgxgSJegSwüE S# —.F 9 7 —. * 2 8 S 9 5 P#E — E 9 85 8 66 4. S 10 S S -ABEENSSO. 2•3. a S 8 —* 5 8 58 9 2 0 *E * 0 — J•2— * S B0 S SwPTSEAR• S o HSESSDSESSDS S-aLbohnzae. 2 85 6 3 * 8 SgETSESEROEBUSSELE c SRESSNOESEBNOSSSE Das Ende des englischen Riesenluftschiffs„R 100“ Das Metallgerippe der„R 100“ wird im Lufthafen von Cardington(England) abgewrackt. Nachdem sich endgültig herausgestellt hatte, daß das engl. Riesenluftschiff „R 100“ eine Fehlkonstruktion war, ist das Luftschiff kurzer Hand zur Verschrottung verkauft worden. Damit haben die englischen Luftschiffpläne ein unrühmliches Ende genommen.„R 101“, das Schwesterschiff der„R 100“ wurde bekanntlich in vorigen Jahr bei einem Flug über Nordfrankreich vernichtet. les destikliert, raffiniert, mechanisiert. Kontakt genügt. Man steckt den Stöpsel, ist so weit. Patent für Junggesellen beiderlei Geschlechts. Immer zu haben. Verpflichtet zu nichts Tischlein deck' dich als„Herd“. Herd!? Wie komisch patriarchalisch! Feuer? Wärme? Man knipst. An. Aus. rieh. u es Möblierter Herr. Dame mir Eigenheim.] Der Rest: Annonce und Cafee. Herd ist etwas, das überwunden werden will. Heizer vorm Kessel. Drunten in der Hölle schmorend, röstend, triefend von Schweiß, erstickend in Qualm und Dampf, während oben auf spiegelndem Deck die elegante Welt der Nonchalance sich rekelt. Internationalität auf blasierter Luftfahrt. Erster Kajüte mit voller Verpflegung und neuzeitlichem Komfort. Dazu gehört— tief unten irgendwo im Souterrain— das bißchen Bruder Feuer! Bruder Wahnsinn! Bruder Der Jüngling im Feuerofen singt. Ein Heiliger auf seinem Rost, ein Märtyrer in seiner schreienden Ekstatik. Narben und Wunden. Zoten und Schnaps. Fluch und Gelächter. Zyklopen am Werk. Riesen bauen die Götterburg dem Götzen Mensch. Wie der Abgesandte des deutschen Kaisers Beduinenscheich wurde Der Abenteuerroman eines bayerischen Ulanenleutnants. Von Dr. Werner Krueger= Hamburg. Der italienische Journalist Paolo Zapa ist im August von einer ausgedehnten Saharareise zurückgekehrt. Und in seinem Berichte, der kurzlich in einer italienischen Zeitung veröffentlicht wurde, befindet sich eine Episode, die geeignet ist, den deutschen Leser stutzig und nachdenklich zu machen. Es soll gleich vorausgeschickt werden, daß sichere Erhebungen darüber noch nicht vorliegen, daß aber eine große Wahrscheinlichkeit gegeben ist, trotz der an sich abenteuerlichen Begebenheit. Paolo Zapa fand im Süden Marokkos in weißem Burnus einen wetterharten, gebräunten Mann, der ihm auf seiner Durchreise mit Geleitbriefen und Eskorte den beschwerlichen Karawanenzug erleichterte und der für einen weiten Wüstenbezirk mit übegcheicg frgerigen Dieser Scheich, der ein leidliches Italienisch sprach entpuppte sich nach einigen erstaunten Berten des stgssenischen Zournalissen als ein! Deutscher, und zwar als der bayerische Leutnant Erich von Satzen vom zweiten Ulanenregiment. „Ich wurde“, sagte dieser rätselhafte Mann, und Zapa stenographierte seine Worte,„ich wurde 1916 im amtlichen geheimen Auftrage von meiner Regierung nach dem maurischen Wüstenlande geschickt, um einen Aufstand der blauen Krieger(womit die marokkanischen Rebellenstämme am Anti=Atlas in der nordwestlichen Sahara wegen ihrer Gesichtsfarbe gemeint sind) gegen die Franzosen zu organisieren.„„ 1942 tuat ich mit Am 16. Novemver 1916 traf ich mit dem früheren deutschen Konsul in Fez, Herrn Probster, und dem türkischen Offizier Achmed Hairi Bey im Lager der Blaugesichter ein. Unser Auftrag lautete, dem Herrscher der maurischen Wüstennomaden, dem Hiba, Schreiben des deutschen und des türkischen Gesandten in Madrid im Namen des deutschen Kaisers und des türkischen Sultans zu überbringen. Der Herrscher der Wüstennomaden befand sich in einer trostlosen Lage. Auf dem Papier verfügte der Hiba über 12000 Soldaten, tatsächlich lagen die Dinge aber ganz anders. Die Marokkaner, besonders wenn sie verheicatet sind, halten es nicht lange bei den Waffen aus. Es kommt allzu häufig vor, daß ganze Stämme, denen der Kriegsdienst langweilig geworden ist, den Posten verlassen. Ich mußte also damit beginnen, die Soldaten an strengste Manneszucht zu gewöhnen. Außer der militärischen Unterstützung verlangte der Hiba Geld. Nur damit könne man aus maurischen Nomaden ein ka###iges Heer mache.n Der deutsche Konsul versprach ihm Kanonen, Munition, Gewehre und auch Geld, erklärte aber, daß er zu diesem Zwecke nach Deutschland reisen müsse. Ihr wollt mich verlassen?“ fragte der„Hiba“ argwöhnisch. „Nein, im Gegenteil', antwertete Konsui Probster,„Leutnant von Satzen wird hier bleiben, um Deine Leute auszubilden.“ Und damit verabschiedeten sich meine Begleiter auf Nimmerwiedersehen. Ich blier als Instruktionsoffizier, in Wahrheit aber als Geisel im Lager des Hiba zurück. Seit fünfzehn Jahren bin ich von der zivilisierten Welt abgeschlossen, und erst zwei Jahre nach Friedensschluß erfuhr ich überhaupt daß der Krieg beendet sei. Und das kam so: Es war am 20. August 1920, als mich der Hiba bat, sieben Männer mit Käppis(Fremdenlegionäre), die nördlich von Tiznit gefangen genommen worden waren, zu verhören. Mit den Rufen„Kamerad! Kamerad!“ näherte ich mich der gefangen genommenen Gruppe, die mich entgeistert anstarrte. „Leutnant Erich von Satzen, vom Zweiten Ulanenregiment, hier in besonderer Mission des Kaisers!“ meldete ich. Da löste sich drüben ein einzelner, hochgewachsener Mann: HHauptmann Max von Hafer vom Dritten Bayerischen Infanteriecegiment'. Unwillkürlich stand ich stramm. Der Mann vor mir war ohne Kopfbedeckung. Die Uniform hing ihm in Fetzen von den Gliedern. Als ich mich von der ersten Ueberraschung etwas erholt hatte, fragte ich immer noch erstaunt:„Offizier und in der Fremdenlegion? Warum sind Sie nicht geflohen und wieder an die Front, Herr Hauptmann?“ „An welcher Front denn?“ „Nun, im Osten oder im Westen!“ Holland im Zeichen der Wirtschaftskrise Streikende Arbeiter in der holländischen Industriestadt) Enschede. Die Wirtschaftskrise wirkt sich jetzt auch in solchen Ländern aus, die wie Holland von den Schrecken des Krieges, der Revolution und der Inflation verschont geblieben waren. Holland hat besonders große Verluste durch den Sturz der englischen Währung erlitten und muß dazu ein nicht unbeträchtliches Arbeitslosenheer ernähren. In verschiedenen Städten kam es zu Streiks, die zeitweilig den Einsatz größerer Polizeiabteilungen nötig machten. Von Hofer schüttelte langsam den Kopf. „Der Krieg ist aus.“ Mit schwacher Stimme brachte ich hervor: „Wer hat gesiegt?“ Hauptmann von Hofer antwortete kurz: „Wir haben den Krieg verloren. Uns hat der Hunger besiegt. Und der Hunger war es auch, der mich in die Fremdenlegion trieb.“ „Ich verstand“, so erzählte Leutnant von Satzen dem italienischen Journalisten weiter, „daß der Krieg auch für mich verloren war. Ich verstand, daß Konsul Probster nie mehr wiederkehren würde, und daß ich keine Aussicht hatte, je von hier wegzukommen. Manchmal dachte ich daran, an meine Mutter zu schreiben, die nicht weiß, daß ich noch am Leben bin. Aber das hätte nichts genutzt. Der Brief wäre ja doch nicht angekommen. Nachdem ie meine europäischen Kleider aufgebraucht hatte, legte ich den Burnus an und ließ mir Haupt= und Barthaar nach maurischer Sitte stehen. Ich lernte die Sprache immer besser zu gebrauchen und der Habi ernannte mich zum Scheich, indem er mir seine Tochter zur Frau gab. So geht es mir leidlich gut und vor allem—— ich lebe! Ich glaube“, sagte der bayerische Scheich zum Schluß zu Zapa,„daß meine Mutter noch irgendwo in München oder dessen Umgebung lebt. Sagen Sie ihr und sagen Sie der Welt, daß hier im Süden von Marokko ein Leutnant Erich von Satzen vom Zweiten bayerischen Ulanenregiment lebt, der im Jahre 1916 in besonderer Mission des Kaisers mit einer Sendung beauftragt und von der neuen Regierung vergessen wurde. Eine solche Nachricht bewirkt vielleicht, daß irgend jemand an mich denkt, vor allem kann diese Nachricht ein Trost für meine Mutter sein.“ Soweit die Worte des Leutnants von Satzen. Es sind natürlich sofort Ermittlungen angestellt worden. Eine Frau von Satzen konnte nicht ermittelt werden. Ebenso wenig sind die Namen von Satzen und von Hofer in den Listen des Kriegsarchivs zu finden. Dagegen stimmen die Namen der angegebenen Truppenteile und des Konsuls. Es ist möglich, daß der die deutsche Sprache nicht beherrschende italienische Journalist die Namen falsch niedergeschrieben hat. Es ist aber auch möglich, daß der Leutnant aus nicht näher erkennbaren Gründen falsche Namen angab. Im Sommer 1916 war in der obersten Heeresleitung wiederholt vorgeschlagen worden, in die marokkanischen Wirren deutscher= oder türkischerseits einzugreifen, indessen ist nichts von einer erfolgten Sendung zu finden. Allerdings wurden derartige ganz geheime Missionen gewöhnlich nicht durch das amtliche Tagebuch festgehalten, sondern Taschenbuchaufzeichnungen der verantwortlichen Führer ersetzten die aktenmäßige Notierung. Diese Villa wurde der Stadt Hannover Eine der schönsten Villen Hannovers, die einen Wert von mehr als einer Million Mark repräsentiert, wurde in diesen Tagen an die Stadt Hannover verschenkt, da die Besitzer die Steuer= und Zinslasten des Grundstücks nicht mehr tragen konnten. So bleibt denn der bayerische Scheich im Süden Marokkos eines der vielen Abenteuer der Nachkriegszeit, und es muß abgewartet werden, ob diese und andere ihn betceffende Zeilen Näheres über ihn an das Tageslicht zu bringen im Stande sind. —4..— Weihnachtliche Pflanzeuwelt Vom Tannenbaum wollen wir heute nicht reden, auch nicht von seiner bescheideneren Schwester, der Fichte oder von seinem älteren Nebenbuhler, dem Taxusbaum, den man noch vor hundert und einigen Jahren— von Goldund Silberschaum blinkend— als Sinnbild der unvergänglichen Weihnachtsstimmung— in die Wohnungen der Stadtbewohner trug. So harg ist die weihnachtliche Pflanzenwelt ja gar nicht, daß nur diese immer grünen, freilich meistgeliebten Zweige zum lieben Christfeste erfreuen können, wenn wir auch die Berichte mancher Chronisten, daß die Apfelbäume in der Weihnacht Blüten tragen, ins Reich der Legenden verweisen müssen Ausnahmsweise, in besonders milden Wintertagen, mag dergleichen vorgekommen sein, im Jahre 1865 zum Beispiel sah man, nach der Versicherung eines elsässischen Pflanzenfreundes, eine große Anzahl Apfelbäume um die Weihnachtszeit mit Blüten bedeckt. Der Apfelbaum war in grauer Vorzeit den heidnischen Göttern geweiht und daher schon damals in den heiligen Weihenächten Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit. Den Nachfahren ist es aber mehr um den schönen Anblick zu tun, und so wendet man tatsächlich in manchen Gegenden allerlei Künste. an, um Obstbäume, oder auch nur einen im Zimmer beherbergten Zweig, für die Weihnachtsfeiertage zur Blüte zu bringen. Als Glückszweige werden die der verschiedensten Bäume und Sträucher feilgehalten. In manchen Orten setzt man sie am Barbaratage in ein Gefäß mit Wasser und etwas Kochsalz und hält es für eine gute Vorbedeutung, wenn bis zum Christabend die Blüten hervorgesprossen sind. Mit der Mistel hat es noch eine besondere Bewandtnis, die junge Mädchen sich merken müssen, für den Fall, daß sie einmal die Weihnachtszeit in England verleben. Es herrscht dort nämlich der Brauch, daß man jede Person, die unter dem als Weihnachtsschmuck im Zimmer aufgehängten Mistelzweige angetroffen wird, küssen darf. Auf diese Weise kann die Mistel zum Glückszweige werden, als der sie auch geschätzt wird. Uralt ist jedenfalls die Sitte, in der Zeit der heiligen Weihenächte Ein Ueberbleibsel des alten Studentenrechts verschwindet Blick in den Universitätskarzer. Nach einem neuen Gesetz über das Disziplinarrecht auf den staatlichen Hochschulen soll jetzt neben anderen Resten des akademischen Sonderrechtes die Karzerstrafe abgeschafft werden. Die Einsperrung in den Karzer war bekanntlich eine Art studentischer Ehrenhaft, die in letzter Zeit überhaupt nicht mehr verhangt wurde und bereits früher mehr als Gelegenheit zu allerlei studentischem Uebermut denn als Strafe angesehen wurde. Soviel von Bäumen und Sträuchern. Wie steht es nun aber um den Blumenflor des Weihnachtsfestes? Vor allen Dingen um die sagenumwobene Rose von Jericho, die um die Jahresneige welken soll, um dann in der Christnacht zu neuem Leben zu erwachen? Sie wächst in Syrien und Palästina und besitzt die Eigenschaft, sich unter dem Einfluß der glühenden Hitze dieses Landes in dem Maße kugelförmig zusammenz;, len, als ihren Zweigen die Feuchtigkeit entzogen wird. In so vertrocknetem Zustande finden sie die Pilger, oft weit von ihrem Ursprungsorte entfernt, wenn die Herbstwinde sie dem leichten Boden entrissen und fortgetragen haben. Befeuchtet man die nach dem Abendlande versandten Blumen am Weihnachtsabend, so breiten sich die eingetrockneten Teile ihrer Blumenkcone von neuem aus, so daß die Rose wirklich neu zu blühen scheint.— Von einer um die Weihnachtszeit im Freien blühenden Pflanze, dem Seidelbast, lesen wir in Gottfried Kellers „Grünem Heinrich“ und müssen es wohl dem blumenliebhabenden Verfasser glauben, daß er in seiner Heimat diese Beobachtung machen konnte.— Bekannter ist als Weihnachsblume die Christrose, die man wirklich mitunter in den Alpentälern und=wäldern um diese Zeit pflükken kann, wenn auch ihre hauptsächlichste Blütezeit erst im Februar beginnt. Diese liebliche Pflanze, deren Gestalt entfernte Aehnlichkeit mit der Heckenrose aufweist, hat manchen Dichters Phantasie angeregt. In einer der anmutigsten Legenden von Selma Lagerlöf ist ihr Zauber eingewebt. Wer aber nachfühlen will, wie die Augen eines deutschen Dichters ihren zarten Reiz genossen, der lese Eduard Möriches feinsinnige Strophen„Auf eine Christrose“. Marie Salander.