2 9 S 9. 2 * * 6 5 23 2.502. F Siggsns SuEu FERSU Pasen und überall nur als Zwang auf das Tier zur Unterhaltung und Belustigung des Menschen betrachtet werden darf. Je weiter wir uns von den Menschenaffen entfernen, desto geringer wird die Menschenähnlichkeit. Am indischen Wanderu oder Bartaffen kann man durch würdige, bartähnliche Umrahmung des rundlichen Affengesichts noch eine gewisse Aehnlichkeit mit den Fakiren und anderen mehr oder weniger zweifelhaften Menschenheiligen seiner Heimat entdecken; und den kohlschwarzen, so gut wie schwanzlosen(er hat nur noch ein winziges Stummelchen) Mohrenmakaken von Celebes kann man wirklich negerähnlich finden, wobei man allerdings darüber wegsehen muß, daß er keine wun##igen Lippen hat. Lippen im menschlichen Sinne mit einer gewissen Umstülpung der Mundschleimhaut nach außen gibt es überhaupt im ganzen Tierreich nicht, und das ist außerlichkörperlich einer der schärfsten, zugleich aber auch unerklärlichsten Unterschiede zwischen Mensch und Tier. Er bringt es mit sich, daß die Tiere nicht im menschlichen Sinne küssen können. Wanderu und Mohrenmakak gehören zu den Makakartigen im weitesten Sinne des Wortes. d. h. den Affen Indiens, des benachbarten Asiens und der benachbarten Inseln, soweit diese nicht Schlankaffen, Gibbons(Langarmaffen) oder Menschenaffen(Orang=Utan) sind. Diese Makaken müssen in ihren gewöhnlichsten Arten, dem halblangschwänzigen Rhesus und dem langschwänzigen Javaner(=Affen), die Hauptmasse des Affenvolkes im Zoologischen stellen, ebenso in der Tierbude und dem Affentheater, ja sogar beim Leierkastenmann das Affengeschlecht vertreten. Wenn man irgendwo einen Affen sieht, so kann man Hundert gegen eins wetten, daß es ein Rhesus oder Javaner ist. Er wird, zumal irgendwie menschlich angezogen, immer noch einen gewissen menschenähnlichen Eindruck machen. Eine Sache für sich, eine selbständige Paral= lelreihe zu den Altweltsaffen sind die Affen der Neuen Welt in Amerika. Sie haben dementsprechend auch ihre geistige Spitze. Das sind die Kapuzineraffen, die unzweifelhaft sehr kluge Tiere sind, mit Steinen sich Nüsse aufschlagen usw. Sie haben auch eine Eigentümlichkeit, die nur bei amerikanischen Affen vorkommt: den Wickelschwanz, Greifschwanz, an dem sie sich nicht nur festhalten, sondern sogar frei aufhängen können. Kaum noch affenartig wirken die kleinen, nur eichhörnchengroßen Löwenäffchen, so genannt nach ihrer gelben Farbe und der mähnigen Kopfbehaarung. Sie bilden mit vielen Verwandten die artenreiche Gruppe der Krallenäffchen, und dieser Name besagt schon, daß sie in der Gliedmaßenbildung(nicht mehr platte Nägel, sondern spitze Krallen) von den übrigen Affen abweichen. Mittels dieser Krallengliedmaßen laufen sie an den Baumstämmen des südamerikanischen Urwaldes hinauf und über die Aeste dahin wie Eichhörnchen, und sie haben eine helle Stimme, die wie Vogelgezwitscher klingt. Auch in ihrem geistigen Wesen sind sie kaum mehr als Affen zu bezeichnen, und schon Huxley, ein Zeitgenosse Darwins, hat gesagt, daß zwischen ihnen und den Menschenaffen eine tiefere Kluft klaffe als zwischen Mein= enaffen und Menschen. Das ist nun körpelich schon am lebenden Tiere unverkennbar, und auch geistig hat es sich neuerdings als endgültig richtig erwiesen, seit man angefangen hat, die geistigen Leistungen der Menschenaffen methodisch zu erforschen. Das hat mit glänzendem Erfolg Wolfgang Köhler geleistet, jetzt Ordinarius für Psychologie an der Berliner Universität, durch wohldurchdachte, jahrelang fortgesetzte psychologische Versuche(Intelligenzprüfungen mit Menschenaffen, insbesondere Schimpansen) auf der eigens zu diesem Zwecke von der Berliner Akademie der Wissenschaften eingerichteten Versuchsstation in Teneriffa auf den Kanarischen Inseln. Da hat sich unzweifelhaft gezeigt, daß die Menschenaffen Intelligenz, d. h. eine gewisse Ueberlegung und wirkliche Einsicht in ursächliche Zusammenhänge besitzen. Ferner, daß sie zur Erreichung bestimmter Zwecke nicht nur des Gebrauchs von Werkzeugen fühig sind, sondern sogar die ersten Anfänge primitiver Selbstanfertigung von Werkzeugen leisten können. Weiter, was sehr interessant und gerade für die allgemeine geistige Höhe bezeichnend ist: sie standen intellektuell durchaus nicht alle auf gleicher Höhe, der eine erwies sich dümmer als der andere, während man z. B. doch annehmen darf, daß alle Schafe gleich dumm sind. Noch mehr erstaunen uns die zutage tretenden Charaktereigenschaften der Menschenaffen im Verkehr miteinander und mit dem Pfleger. Von ihnen könnte man sich als Mensch geradezu beschämt fühlen, wenn man nicht bedächte, daß insbesondere den Schimpansen als echten, gesellig lebenden Herdentieren eine ziemlich weitgehende Eindämmerung des Einzelegoismus zur zweiten Natur werden mußte, mit der Zwangsläufigkeit, die eben das Tier vom Menschen in so vielen Beziehungen unterscheidet. Eben dieses Zwangsläufige, dieses angeboren Zwangsmäßige setzt aber den moralischen Wert der Leistung herab. Der Mensch hat mehr freien Willen, eigennützig und schlecht zu sein, und ist es deshalb auch öfters. Bei den Schimpansen der Teneriffastation kam Futterneid und Futterstreit kaum vor, wohl aber beobachtete man friedliches und freiwilliges Teilen der Futtermengen untereinander. Bei irgendwelcher vermeintlichen oder wirklichen Gefahr standen ohne das geringste Zaudern alle für einen ein, auch für den Pfleger. Wenn Unberufene auf der Station sich herumtrieben und Köhler sie mit lauter Stimme wegwies, erhoben seine Schimpansen einstimmig ein Kriegsgeschrei, das die Entfernung der Eindringlinge sehr merklich beschleunigte. Geradezu rührend— und für uns Menschen beschämend — ist und bleibt aber die Dankbarkeit der Schimpansen. Als sie eines Nachts von einem fürchterlichen Gewitter vollkommen durchnäßt waren, ging kein einziger an dem in der geöffneten Stalltür stehenden Pfleger vorbei ins Trockene, ohne ihn zärtlich zu umarmen. Schließlich fehlten auch physiologisch=psychologische Abirrungen nicht. Die eine Schimpansin gebärdete sich, obwohl körperlich vollkommen und normal weiblich ausgebildet, den anderen gegenüber als typisches Mannweib und zeigte auch dem Wärter gegenüber eine gewisse Rauflust, die sonst nur dem Männchen zukommt. Die Menschenaffen Afrikas und Asiens unterscheiden sich auf den ersten Blick leicht durch die Farbe: der asiatische Orang=Utan von Sumatra und Borneo ist rotbraun, die beiden Afrikaner Schimpanse und Gorilla sind schwarz gefärbt. Da aber der Gorilla bis jetzt nur ganz ausnahmsweise einmal lebend gezeigt werden konnte, so kann man in der Praxis einen roten Menschenaffen ohne weiteres als Orang. einen schwarzen als Schimvansen ansprechen. Beide zählt jeder Zoologische Garten, der sie aufzuweisen hat. zu seinen Hauntsehenswürdigkeiten. Der Orang ist meist sehr stillen Wesens. was ihn übrigens nicht hindert und auch auf der Menschenaffenstation in Teneriffa nicht gehindert hat, Beweise großer Intelligenz zu geben. Junge Schimpansen aber worden kraft ihres lebhaften, liebonsmürdigen und lustigen Masons sohr schnell die erklärten Lieblinge des Publikums. —.2— Man bereitet sich auf die Schrecken des künftigen Gaskrieges vor Am Ausguncd—b3 Gasschutzübung in Metz(Elsaß=Lothringen). In allen Ländern rings um Deutschland ist man seit langem dazu übergegangen, die bevölkerung auf die Schrecken des Gaskrieges der Zukunft vorzubereiten. Fast regelmäßig finden in den französischen Grenzstädten kommen. Uebungen statt, an denen alle privaten und öffentlichen Sanitätsmannschaften teilnehmen. Nur in Deutschland ist man bisher über spärliche Anfänge des Gasschutzes nicht hinausgeKanada eist fünf Robinsons aus. Kürzlich fand in Kanada eine Volkszählung statt, die manche interessante Tatsache zu Tage förderte. So auch die Geschichte mit den fünf japanischen Robinsons, von denen die Welt sonst vielleicht noch nichts erfahren haben würde. Einer der Volkszähler besuchte auch die kleinen Inseln, die in seinem ausgedehnten Bezirk der Küste von Britisch=Kolumbien vorgelagert waren. Es bestand ja die Möglichkeit. daß sich auf der einen oder anderen Menschen angesiedelt halten, ohne daß dies den Behörden bekanntgeworden wäre. Tatsächlich traf der Beamte auch auf fünf Männer, die über das Zusammentreffen mit ihm freilich nicht entzückt schienen. Und das nicht ohne Grund. Es handelte sich nämlich um Japaner, die keinerlei Einreise=Erlaubnis besaßen. Sie berichteten dem Beamten, sie hätten vor vierzehn Jahren zur Besatzung eines japanischen Transportdampfers gehort, der im Stillen Ozean unterging. Zwei Monate lang hätten sie im offenen Boot auf dem Meere getrieben und von ungekochtem Reis und ein wenig Wasser###sebt, bis sie völlig erschöpft an die kanadische Küste gespült worden seien. Auf der Insel gefiel es den Gelben dann anscheinend sehr gut. Sie fanden dort Existenzmöglichkeiten genug, und an menschlicher Gesellschaft, sonderlich an weißer, schien ihnen nichts zu liegen. Deshalb wünschten sie auch jetzt den Volkszähler zum Teufel. Der fromme Wunsch ging freilich nicht in Erfüllung. Der Beamte meldete nämlich den Vorfall, und bald darauf wurden die fünf Robinsons verhaftet, um nach wenigen Tagen als lästige Ausländer nach Javan abgeschoben zu werden. Kanada würde freilich kaum einen Schaden erlitten haben, hätte es den Entwurzelten, die schon vierzehn Jahre lang im Lande waren, auch weiterhin Gastrecht gewährt. Der Spezialfall. Der Lehrer bemüht sich, den Jungen die Wahrheiten deutlich zu machen, die in den Spriowwörtern stecken. „Nehmen wir zum Beisviel das Sprichwort: Der kürzeste Weg ist der beste!“ Fritz Soulz in der letzten Bank schüttelt hörbar den Kopf. „Was hast Du dagegen einzuwenden, Fritz Schulz?“ „Det stimmt nich Herr Lehra det der kürzeste Weg der beste sin soll. Mein Vata sacht det is Quatsch!“ „Hm.. merkwürdiger Mensch, Dein Vater! Was ist er denn?“ Droschkenchauffeur!“ Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. Der englische 82000 Tonnen=Dampfer „Lusitania“, der im Mai 1915 von einem deutschen U=Boot der englischen Küste versenkt worden war, soll jetzt gehoben werden. Die Engländer wollen nachweisen, daß die Vermutung des deutschen U=Boots, die Lusitania führe Waffen an Bord, falsch gewesen ist. Unbekannte deutsche Siedlungen Von Diplomvolkswirt W. Mehlan. Millionen deutscher Brüder führen draußen, jenseits der Grenzen, inmitten fremden Volkstums, wie Inseln im reißenden Strome, einen heldenmütigen Kampf um die Behauptung ihres nationalen Ichs. Millionen anderer deutscher Brüdner treibt die Unzulänglichkeit der Heimat und die eigene Not fernerhin übers Meer, drüben in zähem Ringen um persönliche Geltung auf sich allein gestellt ihre Lebenskraft zu erweisen. Allzu selten zwar gedenken wir dieser Millionen deutscher Brüder, doch immer dann, wenn zorniges Mitgefühl mit ihrem Geschick als nationale Minderheit unsere Herzen mitbluten läßt oder wenn freudiger Stolz auf ihre Erfolge als Pioniere uns beglückt. Wer weiß aber überhaupt von jenen anderen Brüdern, die, als Splitter da und dort in fremden Landen, still und unerkannt für deutsche Art leben und wirken? Zwei solcher Siedlungen befinden sich Bulgarien, die eine im Westen, nordöstlich von der Hauptstadt Sofia, und die andere im Osten, unweit von Varna, dem heute schon internationalen Bade am Schwarzen Meere. Zwei Bauernsiedlungen: Bardarski=Geran und Endsche. Erst seit wenigen Jahren weiß man vor ihrem Tasein. So well abseits von den großen Linien des Verkehrs wohnen diese deutschen Brüdec, in geschlossenen Siedlungen mitten unter bulgorischen Bauern. sanz durch Zufall erhielt man von ihnen Kenntnis, als ein deutscher Lehrer aus Philippopel auf der Wanderschaft bei ihnen vorüberkam. Damals erst ist auch das Wirtsvolk auf sie aufmerksam geworden. Bulgarische Sachverständige gingen nun zu ihnen hin, um nähere Kunde über sie einzuholen und nach der Hauptstadt zu bringen. Die vorbildliche Anlage ihrer Dörfer und ihr vorzüglicher Agrarbetrieb fanden rühmliche Anerkennung. Vor einigen Jahren hat das bulgarische Landwirtschaftsministerium die deutschen Wirtschaften amtlich zu Mustergütern erklärt. Wo heute Bardarski=Geran steht, war vor 35 Jahren noch öde Steppe. Schon vor langer Zeit, unter dem Drucke des Türkenjoches, hatten die bulgarischen Bewohner dieses Gebiet verlassen. Der nach der Befreiung des Landes einsetzenden Rückwanderung schlossen sich auch deutsche Siedler an. Ums Jahr 1890 kamen etwa 100 Schwabenfamilien aus dem Banat, gründeten Bardarski=Geran und machten das Land urbar. Ihre letzten Ersparnisse mußten sie für den Boden hergeben; ihre Hoffnung, ihn für umsonst zu erhalten, war vergebens gewesen. Jahre voll unsäglicher Mühen und Opfer standen ihnen bevor. Vielen schwanden Hoffnung und Zuversicht; verzweifelt schnürten sie wieder ihr Bündel und zogen weiter— nach Amerika. Unabhängig von Bardarski=Geran ist Endsche entstanden. Hierher kamen Deutsche aus Bessarabien, das damals zu Rußland gehörte. Zunächst hatten sie sich in Pleven niedergelassen und waren dann, zwei Jahre später, im Jahre 1899 nach Endsche übergesiedelt. Wer die ersten schweren Jahre in der neuen Heimat gut überstanden hatte, wer durch die Notforderungen der Balkankriege und dann des Weltkrieges nicht aus dem Sattel geworfen wurde, der lebt heute in einem gewissen Wohlstande. Reicher Erntesegen lohnt jetzt alle überstandenen Mühen und Nöte. Fast ohne jede Düngung gibt der fruchtbare Boden reichsten Ertrag. Des Siedlers Stolz und Reichtum ist die Viehzucht. Keine Seltenheit, daß die Bauern 6 bis 12 prächtige Pferde ihr eigen nennen und die Bäuerinnen mehrere hundert Kövfe Geflügel. Es geht unseren deutschen Brüdern dort unten wirklich gut. Deutsche Tüchtigkeit hat sich auch dort wieder vollauf bewährt. Wenn die Siedler auch meist die bulgarische Staatsangehörigkeit erworben haben, so sind sie doch deutsch geblieben. Was zahllosen Deutschen fern von der Heimat verloren geht, sie haben es getreu und stolz bewahrt: ihre deutsche Art und Sitte. In Bardarski=Geran lehren an der bulgarischen Schule vier deutsche Schwestern, von den Siedlern aus teln unterhalten, die Kinder deutsch lesen und schreiben, unterrichten sie in Religion und in Handarbeiten. Endsche hat seit 1910 auch eine Kirche. An der 1925 errichteten deutschal Schule und dem damit verbundenen Waisenhause wirken zwölf deutsche Schwestern. Schule und Waisenhaus werden vom bulgarischen Staate entgegenkommend unterstützt. Beide Siedlungen sind heute erst 40 Jahre alt und doch schon in ihrem Wirtslande hoch angesehen. Wen das Schicksal führt oder wen die Reize des eigenartig schönen Landes lokken, der gehe hin zu ihnen. Er wird hoch erfreut ausgenommen und herzlich bewillkommnet werden, und nur ungern wird man ihn wieder gehen lassen. Des Fragens ist kein Ende. Man hört so gern und doch leider nur selten von der lieben deutschen Heimat. Die Landschaft der Meere Von Kapitän Ernst Römer=Hamburg. Wenn der Landbewohner den Begriff „Weltmeer“ denkt, so wird er damit die Vorstellung einer endlos ausgedehnten, sich ewig gleichen Wasserfläche verbinden. Und eine Seereise durch verschiedene Meeresgegenden würde an dieser Vorstellung zunächst nichts ändern. Für den Seekundigen gibt es indessen untrügliche Merkmale für die Eigenart dieses oder jenen Meeres, und wenn wir ihn etwa von England aus mit verbundenen Augen in ein Seeflugzeug verfrachteten und ihm sagten, der Flug ginge über die Nordsee, in Wirklichkeit jedoch landeten wir auf dem Nordatlantik würde unser Mann die Irreführung gewahr? Bestimmt; und zwar zunächst durch die Farbe des Meerwassers: Sie ist über den Tiefen des Ozeans dunkelblau, in der Nordsee dagegen grün. Weiterhin würde ihn die Art des Seeganges stutzig machen. Ozeanische Wellen haben andere Formen als solche der von Ländermassen eingeschlossenen Randmeer: Jenen gestatten die mächtigen Tiefen und weiten Flächen des Ozeans eine Ausbildung nach Länge und Höhe, wie sie für die Wogen der Nordsee nicht möglich sind, die Nordsee hat infolgedessen kurze und steile Wellen. Als weiteres, wesentlich unterscheidendes Merkmal kommt die Dünung hinzu, jene geheimnisvollen, ihrer innersten Natur nach nicht erklärbaren, immer anzutreffenden„Atemzüge des Weltmeeres". die für die Ozeane so eigentümlich sind. Eine Wellenbewegung nämlich, ein Durchschwingen der Meeresoberfläche, das auch bei völliger Windstille da ist. Meist die Folge eines irgendwo und fern aufgetretenen Sturmes. Die lange, sanft geböschte Form der Dünung— man achte auf den malenden Wortklang dieses Zweisilbers!— ist überaus kennzeichnend und kann sich eben in eng begrenzten Meeresteilen nicht entwickeln. Neben solchen Unterscheidungen, die wohl zumeist nur vom erfahrenen Auge des Seekundigen gemacht werden, gibt es andere, die sinnfälliger sind. Das rauchende Wasser unter der neufundländischen Küste zum Beispiel, dort, wo das eisige Wasser des Labradorstromes den tropisch erwärmten Gewässern des Golfstromes in die linke Flanke fällt. Oder weiter südlich die Sargassosee, jene seltsame Golfkrautwiese in Eiform, die nahezu stromfrei inmitten des Kreislaufes eines Systems von Meeresströmungen liegt. Solche und andere Erscheinungen also, hervorgerufen durch meerische und witterungsmäßige Vorgänge, sind nur einem bestimmten Meeresteil eigen und verleihen dessen„Meereslandschaft" das Gepräge. Noch deutlicher, und den Verhältnissen auf dem Festlande entsprechend, werden die Unterschiede, wenn man die Meeresstriche nach ihren Zonen vergleicht. Eine aus Wüstenstaub bestehende Dunstschicht über dem Roten Meer, dem Seemann jede Sicht nehmend, wird nie in der Ostsee zu finden sein, losgerissene, treibende Inselchen mit Palmenbestand sind dem nördlichen Indischen Ozean vorbehalten und ein riesiger Eisberg — etwa von dei Größe Helgeiands—. gegen dessen biöulich soummernde Steilwände die sturmgetriebene Wozen Pranden, gehört als Landschaftsbild von undarstellbarer Wucht und Er öße in die einsamen Weiten des südlichen Atlantischen Ozeans. Endlich ist die Tierwelt mitbestimmend für das Gesicht einer Landschaft und deren Grenzen. Auf der Fahrt vom Norden nach Westindien oder Südamerika zeigt das erste Auftreten von fliegenden Fischen, daß man sich nun der ewia heiteren Landschaft des Passates S S. 5 S355. 36 5874 *• 1 2.5.— 5885S S 22 S 2 5 P aREUTE ###gg SSVTCSPEESGG ADEHERSSUIETE * 5 " S 0 * 9— B 8— S.S S 1832SS * 35 □ A-ERZSAAASRAUSS ASERASEESSSSSEASGRELSuuS# * 6 *„„ GS B·SaESO * 5 S S = 9 5 * 1 5 amp S Uoh a Eine feuer= und ranchlose Siedlung Die völlig elektrifizierte Siedlung Neu=Tempelhof bei Berlin. Im Süden der Reichshauptstadt entstand eine Siedlung aus mehreren Neubaublocks, die für sich in Anspruch nehmen darf, eine der modernsten Siedlungen Europas zu sein. In diesem neuentstandenen Stadtteil gibt es kein Haus mit Kohlen= oder Gasöfen; es wird in Neu=Tempelhof nur elektrisch gekocht, gebügelt und geheizt. nähert, dieser Symphonie aus stetigem Wind und rhythmischem Wogengang, aus Sonnenglast und Himmelsbläue. Der Hai tritt auf, Scharen von Delphinen und Pottwalen bevölkern das Wasser. Im Stillen Ozean, besonders in der Nähe der mittel= und nordamerikanischen Küsten, wird häufig die Riesenschildkröte gesichtet, und in den Gewässern der malaiischen Inseln hat die Seeschlange ihre Heimat. Eine Gegend von ausgeprägten Land, schaftszügen findet sich dort, wo der La Plata in den Südatlantischen Ozean mündet. Noch auf hoher See verraten die Wassermassen dieses mächtigen Stromes ihr Dasein durch die grünblaue Wasserfläche, die häufig von Stromwirbeln durchzogen wird. Hier trifft man, vom Norden kommend, zum erstenmal den Pinguin, diesen Harlekin unter den Wassertieren. Schließlich sind es zwei Vögel, die ausschließlich die Meere südlich des Aequators bewohnen und im Landschaftsbild des Südatlantik nicht fortzudenken sind: Kaptaube und Albatroß. Noch nie ist es gelungen, diese Tiere auf die nördliche Halbkugel zu bringen. In den schweren Weststürmen, mit denen der Segelschiffsmann bei Kap Horn kämpfen muß, mut er den Albatroß als einzigen Weggenossen. Unermüdlich, oft tagelang umkreist dieser königliche Vogel mit seinen mächtigen Schwingen das einsame Schiff. Und diese Einsamkeit, in der man dort unten, an der Grenze des südlichen Eismeeres, durch die graue Wasserwüste segelt, ist die seelische Landschaft des Meeres. Entdecker Brocasches Zentrum genannt. allen Tieren vollkommen fehlt. Auch den menschenähnlichsten Menschenaffen. Und wenn wiüberhaupt mit diesen modernen Methoden das ganze Gehirn durchforschen, vor allem den für uns hier wichtigsten Teil, die sogenannte Graue Hirnrinde, so zeigt sich ferner, daß in der Zahl der Gehirnzentren, d. h. der Spezialorgane, von denen alle die verschiedenen Gehirnleistungen ausgehen, alle Tiere dem Menschen weit unterlegen sind. Wiederum auch die menschenähnlichsten Menschenaffen. Vergleichen wir zwei entsprechende Hirnrindenfelder bei Mensch und Menschenaffe, so finden wir beim Menschenaffen gegenüber dem Menschen höchstens ein Sechstel etwa an Zentren. Und das wichtigste Gehirnzentrum, das Sprachzentrum, haben, wie gesagt, die Tiere, auch die Menschenaffen, überhaupt nicht. Diese beiden Beispiele, einerseits die positive Blutsverwandtschaftsreaktion zwischen Mensch und Menschenaffe, andererseits der gewaltige Unterschied in der Zahl der Gehirnzentren zuungunsten der Menschenaffen und das vollkommene Fehlen des Sprachzentrums bei ihnen, sollen dartun, wie uns der Fortschritt der Wissenschaft immer bessere Klarheit schafft über das Verhältnis des Menschen zu den Menschenaffen und damit zu den Tieren überhaupt. Die körperliche Verwandtschaft ist unverkennbar und unverleugbar; aber auf geistigem Gebiete, vertreten durch sein körperliches Organ, das Gehirn, läuft ein scharfer Trennungsstrich zwischen den heutigen Menschen und den heutigen Tieren. Da nun aber alles eigentliche Menschentum sich äußert in der Sprache, und zwar in der begrifflichen Wortsprache, die etwas ganz andres und viel mehr ist als die Aeußerungen von Gemütsbewegungen, Schrecklaute usw., die die Tiere auch haben, so bleibt auch heute noch, ja heute erst recht wirder aller nötige Spielraum für jegliche Sonderwertung des Menschen, wie sie mit den verschiedenen religiösen Bekenntnissen verbunden ist. Anderseits, wer auf der Grundlage der entwicklungsgeschichtlichen Weltanschauung Erklärung sucht, der muß nach dem Gedankengang. den er sonst in der ganzen Tierwelt und ihren fossilen Resten bestätigt findet, annehmen, daß unter diesen Vorfahren der heutigen Lebewesen auch die Uebergangssorm vom Affen zum Menschen in ihren versteinerten Knochenresten ruht, jenes vielbesprochene, im Darwin=Zeitalter„missing link“ genonnte „fehlende Glied“. von dem man ein Schädeldach und einen Oberschenkelknochen auf Java gefunden zu haben glaubt in dem Pitbecanthropus erectus, dem aufrecht gehenden Akfenmenschen. Das ist aber noch umstritten, und jedenfolls könnte man auf die geistige Leiitungsfähigkeit dieses Verbindungsgliedes nur dann mit einiger Sicherheit schließen, wenn man einen ganzen Schädel gut erhalten fände. Füc den streng naturwissenschaftlich Tenkenden steht also die Affen=Menschfrage immer noch unbefriedigend. Aber verlassen wir diese allgemeine Erörterung der toten Vergangenheit und wenden wir uns der lebendigen Gegenwart zu, wie sie sich in den mit uns auf der Erde lerenden Affenformen darstellt! Zunächst den menschenähnlichsten und deshalb mit Recht Menschenaffen genannten. Da ist nun wirklich die Menschenähnlichkeit in vieler Beziehung erstaunlich. Ein sozusagen historisches Beispiel mag ein bezeichnendes Streiflicht darauf werfen. Als seinerzeit im alten Berliner Aquarium Unter den Linden der erste junge, lebend nach Euopa gebrachte Gorilla starb, erklärte Rudolf Virchow, unser großer Pathologe, daß selbst ein erfahrener Fachmann diesen Leichenfund von dem eines an derselben Krankheit gestorbenen Kindes kaum unterscheiden könne. Auch äußerlich betrachtet, sind Kopf und Gebiß, Körper und Gliedmaßen sehr menschenähnlich. Sobald man ins Einzelne geht, aber doch wieder verschieden. Und zwar gehen Schädel= und Gebißbildung nach der allgemeinen tierischen, Körper= und namentlich Gliedmaßenbildung nach der besonderen Seite des Klettertieres hin. Und es wird dabei noch ganz unverkennbar, daß der junge Menschenaffe und der junge Affe überhaupt dem jungen Menschen, dem menschlichen Kinde ungleich ähnlicher sind als der ausgewachsene Affen erste Vild von der Rettung der Besatzung des ehemäligen Flettner=Rotorschiffs„Vaden Von Geheimrat Prof. Dr. Ludwig Heck, Direktor des Zoologischen Gartens in Berlin. Sie stehen beim großen Publikum im Vordergrund des Interesses. Das sieht man im Zoologischen Garten alle Tage. Weniger erfreulich ist die Art dieses Interesses. Sie besteht allermeist in Gelächter. Ein Affe kann machen, was er will: er wird belacht. Im letzten Grunde natürlich, weil er so menschenähnlich ist. Aber ist denn das an sich etwas Lächerliches? Man sollte eher meinen, es müßte zu genauerem Zusehen und Nachdenken anregen und zu dem Wunsch, in verständiger Weise sich darüber klar zu werden, was denn an solchem Affen menschenähnlich ist und was nicht. Die Blutserumforschung besitzt heute ein Verfahren, mittels dessen sich die systematische Anordnung der Säugetiere, wie sie die Naturgeschichte aus Gründen des Körperbaues getroffen hat, bestätigen läßt, und zwar durch den sogenannten Verwandtschaftsniederschlag. Diesen Verwandtschaftsniederschlag erhält man deutlich, wenn man Schimpansenblut, also Menschenaffenblut, auf Menschenblut reagieren läßt. Das ist eine Tatsache, an der man heute nicht mehr vorbei kann. Die moderne Gehirnforschung versteht es längst, ein Gehirn in unzählige feine Querschnitte zu zerlegen, aus denen man sich dann das Ganze mit seinem feineren und feinsten Innenbau unter dem Mikroskop wieder zusammensetzen kann. Dabei zeigt sich aber, daß der im höheren Sinne allerwichtigste Teil des Gehirns. das Sprachzentrum. nach seinem Affe und Menschenaffe dem ausgewachsenen Menschen. Das entspricht aber nur einer allgemeinen Grundregel im ganzen Reiche des Lebendigen. Man bedenke zum Beispiel, wie ähnlich sich kleine Hühner= und Fasanenkücken und wie verschieden ein alter Fasan und ein alter Haushahn sind! Namentlich am Kopfe des heranwachsenden, zur Reife kommenden Afsenmännchens vollzieht sich eine unverkennbare Abkehr vom Menschlichen ins Tierische dadurch, daß der Hinterteil im Wachstum zurückbleibt und der Gesichtsteil, die Schnauze, immer weiter vorwächst. Zugleich treten im Gebiß verlängerte Eckzähne auf, ähnlich, nur nicht so stark wie bei den Raubtieren. Der alte Affenmann wird also beißkräftig und wehrhaft gemacht; als Kehrseite dessen bleibt aber das Gehirn dermaßen zurück, daß es beim größten, mehrere Zentner wiegenden Gorillamann nicht größer ist als bei einem neugeborenen Menschenkinde Der Mensch ist eben— und hier bietet sich, für den naturwissenschaftlich Denkenden wieder ein aufklärender Einblick in seine eigene Natur— das„Gehirntier", das„Denktier“. Er hat das Gehirn zur höchststen Vollkommenheit ausgebildet, wie das Pferd den Lauffuß und der Maulwurf den Grabsuß. Mittels seines besser ausgebildeten Gehirns aber hat er alle seine Mitgeschöpfe überflügelt und sich zum Herrn der Erde aufgeschwungen; denn mittels dieses Gehirns kann er sich alle Werkzeuge künstlich anfertigen, welche die Tiere, unter die verschiedenen zoologischen Gruppen verteilt, natürliche Organe am Leibe tragen. Tabei dient die Hand dem Menschen noch als besonders feines und vielseitiges Organ, gerade weil sie sich ihre ursprüngliche Form mit fünf Fingern erhalten hat, und namentlich einen starken Daumen, der so weit vorn sitzt, daß er mit den übrigen vier Fingern kräftig und geschickt zusammenarbeiten kann. Bei den Affen, auch bei den Menschenaffen, ist dagegen der Daumen schwach und nicht nur zurückgebildet, sondern auch zurückgerückt; er sitzt so weit hinten an der Hand, daß er den übrigen Fingern nicht entfernt so kraftig und sicher sich entgegenstellen kann wie beim Menschen. Und diese Rückbildung des Handdaumens geht durch die ganze Affenreihe hindurch. Sie geht bei den afrikanischen Stummelaffen(schönster Vertreter der Guereza) so weit, daß von dem Daumen nur noch ein warzenartiger Stummel vorhanden ist. Die Gruppe der schwarzweißen Guerezas oder Seidenafsen ist unter den Stummelaffen ganz besonders geziert durch eine weiße Seitenmähne, die sich am Körper entlang von den Vordernach den Hinterbeinen zieht und von der schwarzen Grundfarbe naturlich äußerst wirkungsvoll abhebt. Auch der Schwanz ist mit Weiß geschmückt, bei den verschiedenen Arten in verschiedenem Grade. Beim WeißschwanzGuereza vom Kilimandscharo, den uns der Leipziger Geograph und Hochgebirgsforscher Hans Meyer zuerst näher kennengelehrt hat, wird der Schwanz zum prachtvollen, dickbuschigen und leuchtend weißen„Roßschweif". Bei den indischen Schlankafsen geht die Rückbildung des Daumens noch weiter als bei den afrikanischen Stummelaffen, nämlich bis Ein Viertel der deutschen Fischdampferflotte liegt auf Stillgelegte Hochseefischdampfer im Cuxhavener Fischerei=Hafen. Nachdem viele Tausend Tonnen Fracht= und Passagierdampfer nutzlos rostend in den Häfen liegen, ist jetzt auch ein Viertel aller deutschen Hochseefischereidampfer zur Arbeitslosigkeit verurteilt worden. Die direkten Fischeinfuhren aus Norwegen und Dänemark haben verursacht, daß viele Mengen Fische deutscher FischereiGesellschaften unverkauft verdarben. Die Berufsgenossenschaft der Hochseefischerei sah sich daraufhin genötigt, 25 Prozent der gesamten deutschen Fischdampferflotte stillzulegen. zum völligen Verschwinden; sie haben an der Hand überhaupt nur noch vier Finger. Ganz entgegengesetzt wie der Daumen der Hand verhält sich bei den Affen die Daumenzehe am Fuß. Sie ist sehr stark ausgebildet und wirkt mit den übrigen Zehen ähnlich zusammen wie bei uns der Daumen an der Hand, dadurch, daß sie wie dieser weit abgespreizt und den Zehen entgegengestellt werden kann. Der Affe hat einen ausgesprochenen Kletterfuß. Er ist ja auch ein Klettertier, wenigstens in der Hauptmasse seiner verschiedenen Gattungen und Arten. Freilich gibt es auch Erd= und Felsenaffen, die weniger auf die Bäume gehen. So die Paviane oder Hundsaffen, die sich auch durch ein wenig menschenähnliches Gesicht mit eckiger, vorgestreckter Hundeschnauze unterscheiden. Sie sind alle Afrikaner, und auf den nordostafrikanischen Gebirgen, insbesondere in Abesfinien und den angrenzenden Ländern, leben zwei Gattungen: der graue Hamadryas und der schwarze Dschelada, deren alte Männchen durch verlängerte Schulterhaare mit einer Art„Kutschermantel" bekleidet sind. Warum dieser Mantelschutz gerade ihnen zuteil wird, während die viel schwächeren und zarteren Weibchen und Jungen sich ohne ihn behelfen müssen, ist eins der unzähligen Rätsel die uns die Natur immer noch aufgibt: wenn wir ehrlich sind, ohne jede Hoffnung auf Lösung. Man könnte vielleicht meinen, dieser Mantel sei ein Schutz der alten Männchen bei ihren Beißereien um die WeibDie Besatzung der„Baden=Baden" nach der Uebernahme auf den amerikanischen Dampfer „Swan". Rechts(ohne Schuhe) der amerikanische Leutnant Evans, der sich bei der Rettung durch besonderen Mut auszeichnete. Am 9. November ging im Caribischen Meer das ehemalige deutsche Flettner=Rotorschiff „Baden=Baden" im Sturm unter. Nur ein Teil der Besatzung konnte unter ungeheuren Schwierigkeiten von dem amerikanischen Dampfer„Swan“ gerettet werden König Alfons von Spanien(Mitte) im Kreise der bayerischen Königsfamilie. Hinten links(stehend) Prinz Ludwia von Bayern, vorn links(sitzend) seine Gattin, eine Tante des spanischen Königs, vorn rechts tüitzend! Prinz Alfous von Bayern. chen, aber die meisten Pavianarten haben diesen Mantel überhaupt nicht. Es geht also auch so. Noch rätselhafter sind beim Oschelada fleischrote Stellen am Hals und auf der Brust, die, wie rasiert, jeglicher Haare entbehren. Ein fürchterliches Affenscheusal nach menschlichen Begriffen, in seiner Art aber ein imponierendes Prachtstück unter den Pavianen, ist der stummelschwänzige Mandril mit seinem nächsten Verwandten, dem Dril. Beide stellen im alten Männchen den höchsten Gipfel der pavianmäßigen Ausprägung des Affenkörpers dar. Gedrungene, außerordentlich kräftige Glieder, ein ebensolcher Rumpf und, darauf sitzend, ein Kopf, der seinesgleichen nicht hat. In Form und Farbe. Ein riesiger Schädel, aber hauptsächlich bestehend aus der lang vorgezogenen Schnauze mit einem geradezu fürchterlichen Gebiß, das den Vergleich mit dem eines Leoparden sehr wohl aushalten kann und beim Mandril dazu himmelblaue, wulstige Backen zu beiden Seiten einer dunkelsiegellackroten Trompetennase. Beim Dril ist das ganze Gesicht schwarz, und die kleinen, ganz oben unter vorgewölbten Knochenwülsten sitzenden Augen blitzen daraus um so tückischer hervor. Die Kehrseite des Tieres ist mit ähnlichen schönen Farben mehr oder weniger zart überflogen, wie beim Mandril das Gesicht, aber mehr ins Rotlila spielen, und es ist merkwürdig, daß wir Menschen diese an sich ohne Zweifel sehr schönen Farben, die uns an einem Vogel oder einer Eidechse entzücken würden, beim Mandril abscheulich finden. Er wird der Mehrheit der Menschen dadurch nur noch widerwärtiger, und das muß seinen Grund wohl darin haben, daß durch diese auffallenden Farben die unangenehm bedrohlichen, unwillkürlich ein gewisses Grauen einflößenden Formen. zumal der höllische Kopf, nur noch mehr hervorgehoben werden. Dabei ist der Mandril von Natur nicht bösartiger als andere Affenmännchen auch. Aber man denke sich diesen athletischen Affen im engen Käfig sitzend, ohne Arbeit und Zeitvertreib, den ganzen Tag belacht und geneckt vom lieben Publikum! Da soll einer nicht die Zähne fletschen und an den Eisenstangen rütteln, daß alles wackelt! Anderseits war es aber eine höchst erfreuliche, man möchte fast sagen: moralisch bedeutsame Erfahrung, daß es dem ausgezeichneten Affentheaterbesitzer und Affenabrichter Broekmann gelungen war. vom Mandril sowohl wie vom Dril je ein altes Männchen jahrelang(in den 70er und 80er Jahren) durchaus lenksam und arbeitsfähig zu erhalten. Diese beiden Riesenaffen waren geradezu die Säulen des Revertoirs. spielten Abend für Abend ihre Rollen zur Zufriedenheit ihres Meisters und zum kreischenden Entzücken des Publikums. Ihre Panne mit der Pudelequinage war der Höhepunkt. Man wird aber doch nachdenklich, wenn man sich klarmacht, wie auch hier die Arbeit und Pflichterfüllung, die Ableistung eines ganz bestimmten Tagesnensums erziehlich, günstig auf Körver= und Seelenzustand wirkte. Das j“ die für das Fier selber wirksame und heilsan.e Seite der Dressur. die deshalb nicht immer