83g 2 S Sa m 2. S 5 S S. S S R 800 S S S 5 ** 79.8 00—.— S S 20 S n GDEaF yE— Die Spreewaldstadt Lübben hat wieder Garnison Die Truppen rücken in die festlich geschmückte Stadt ein. Unter großer Begeisterung der Bevölkerung zog in die Sprewaldstadt Lübben das Ausbildungsbataillon des Infanterieregiments Nr. 9 ein, das von Wünsdorf nach Lübben verlegt worden ist. Die Stadt ist damit wieder zur Garnison geworden. Sie haben schon Freundschaft geschlossen. Soldaten der neuen Garnison Lübben machen den Spreewälderinnen den Hof. Banditen. Fast gleichzeitig wurde Bartoli unschädlich gemacht. Er hatte von einem Bastieser Unternehmer, der bei Palneca eine Sägerei einrichten wollte, eine größere Summe als Gegenwert für die betreffende Erlaubnis verlangt. Der Unternehmer weigerte sich. Bar=sich nur noch nicht, wie ich dahin ge toli drohte ihm mit dem Tode. Simonetli, der seit Tagen suche ich einen Abftieg Bastieser, begab sich daraufhin in die Höhle ihn nicht. Unsere Lage ist heikel, des Tewen. Er verland es durch geschicktes Unterhandeln den Band iien von seinen Führern zu trennen. Im Busch brach ein Wortwechsel aus. Bartoli wollte den Bastieser über den Haufen schießen. Doch Simonetti dam ehm zuvor. Inzwischen war vom Innenministerium der Krieg gegen die Banditen eingeleitet. Verschiedene Orte, darunter besonders Palneca, wurden bei Nacht und Nebel von starken Abteilungen besetzt. Alle Einwohner mußten sich auf dem Hauptplatz versammeln, alle Häuser wurden durchsucht, gewaltige Mengen an Waffen gefunden. In Palneca allein verhafteten die Gendarmen 61 Helfershelfer des erschossenen Banditen. Die anderen Einwohner wurden zusammengepfercht; man will auf diese Weise den in den Buschwald geflohenen Anhängern u. Führern Bartolis die Lebensmittelzufuhr abschneiden und sie aushungern. Die gleiche Methode sall a:n#n der an deren verseuchten Landesteilen angewandt werden, wei! sie die einzige ist, die vollen Erfolg verspricht, ihne das Leben zu vieler Gendarmen und kobilgardisten aufs Spiel zu setzen. Mein erster Büffel Jagderlebnis von Rudolf de Haas. Ureinsamkeit im Herzen Afrikas. Ich raste auf einem Felseathron. Die Hochsteppe um mich herum ist eine Wildnis von Granittrümmern. Nur die Schluchten weisen üppigen Baumwuchs auf, die Höhen selbst sind kahl. Das Wunder der Landschaft ist der Teppich wilder Blumen, die alle Hänge schmüchen. Mitten unter diesen bunten Blumen hat meine Frau gestern zwei Nashörner in freier Wildbahn gemalt, während ich viele Stunde von hier Esenantilopen jage Zur Zeit arbeitet sie senseits der nächsten Schlucht; sie sitzt vor einem blauroten Riesenklotz, über den giftgrüne Euphorbien wie eine Natternbrut dahinkriechen. Es ist ihr um die Farben zu tun. Die Wand unter mir stürzt mehr als send Meter ab. Ein blaßblauer See glitzert in der Tiefe. Sein Ostufer kränzt ein weiter Wald malerischer Borassuspalmen. Der ist mein Ziel. Flußpferde und Büffel führen dort noch ein Leben wie im Paradiese. Leider weiß ich nur noch nicht, wie ich dahin gelangen soll; und finde denn das Wasser hier oben ist salzhaltig.— Den heißersehnten Nashornpfad bescherte uns der nächste Tag. Nur auf den Zickzackwegen, die sich die Dickhäuter bahnten, bietet sich die Möglichkeit, in die Tiefe zu gelangen. Diesmal kämpfen wir mühsam gegen den Schwindel an. Die Wand scheint senkrecht; in den Felsritzen kommen nur Kugeleuphorbien fort. Oft findet der Fuß kaum einen Halt. Auf dem letzten Drittel des Weges deckt mannshoher Pflanzenwuchs den Hang. Fast senkrecht, wie ein Kamin, führt ein dunkler Schacht abwärts. Nur durch Rutschen können die Nashörner hier nach unten gelangt sein. Wir tun es ihnen nach. Dornen reißen uns das Gesicht und die Hände wund und zerfetzen die Kleider. Der Atem stockt in der windschnellen Fahrt. Das Knirschen der Steine zerschneidet die Nerven wie mit einem haarscharfen Messer. Völlig zerschunden, aber mit heilen Knochen kommen wir unten an.— Das Jagdrevier erreichen wir heute nicht mehr; wie weit der Borassuspalmenwald noch entfernt ist, erkennen wir hier erst in der Randwüste des Sees. In einem Sandloch lagern wir, gegen Winde geschützt. Die Schwarzen finden eine Pfütze, in der sich Regenwasser gehalten hat; es sieht nicht verlockend aus, aber zum Tee ist es geeignet. Sobald die Sonne sinkt, hallen langgezogene Klagelaute über das Sandmeer dahin; die Schakale verlassen ihre Schlupfwinkel. Schon summen die ersten Moskitos. In der Nacht weckt mich Löwengebrüll. Es kommt vom Seeufer her und entfernt sich in der Richtung auf den Palmenhain. Ich richte mich auf und lausche; ruhige Atemzüge in der Nähe verraten, daß meine Frau einen gesunden hat. Auch am Lagerplatz meiner Leute ist alles ruhig. Der weiße Sand leuchtet im Silberschein. Der Mond steht über dem Borassuswalde im [Osten. In seinen Strahlen glängen die Aeste tau= und Wedel einer Dumvalme. die sich in geringer antfernung von unserem Lager erhebt unt wie beschwörend ihre Geisterarme reckt. Plötzlich dröhnt die Erde zu meiner rechten. Eine Gnuherde ist auf mich aufmerksam geworden und rast in panischem Schrecken davon.— Das klare Wasser eines Gebirgsbachs, der aus einer ungeheuren Schlucht vom Oldeaniberge herabströmt, ladet uns zum Bade, kaum daß wir zwei Stunden marschiert sind. Unter dem rostbraunen Gefieder wilder Dattelpalmen bereiten wir das Früh##ick. Kronenkraniche betrachten mißtrauisch unseren Weitermarsch. Sobald sie die Schwingen rechen, wird ein einsamer alter 0 affenbulle tufmerksam und geht in hohen Fluchten ab. Der Borassuswald ist nicht das Paradies für das wir ihn hielten. Die vierzehige Fährte der Flußnferde. die zur Nachtzeit auf Aesung geoonen waren, führt wieder hinein, aber der Boden ist sumnfig und verlocht nicht zur Fährtenfolge. Wir ziehen an seinem Saum entlang und wandern im Bogen um den See, gen Süden hin. Kaum eine Stunde von hier winkt ein Galeriewald den Willkommenaruß. Durch seinen Schatten rauscht der Schilffluß dem See zu. Der See selbst, der Mittelpunkt des abflußlosen Beckens, hat Salzwasser, aber der Schilffluß ist das natürliche Element aller Flußpferde, die im Borassuswald hausen. Eben durchqueren wir in der Richtung auf unser Ziel eine weite, nur mit Dornbüschen bestandene Lichtung, als vlötzlich mein Fuß stockt. Am Saume eines Waldstreifens, der mir den zur Rechten gelegenen See verhüllt, heben sich seltsam geschnittene Schattenrisse von den Stämmen der Bora usnalmen ab. Rabenschwarz, in ungeheuren Ausmaßen, ehern in ihrer Ruhe wie Gestalten auf einem Postament, ragen dort zwei Tierkörper auf.„Büffel!" rufe ich instinktiv dem nächsten Schwarzen zu. —„Mbogo!“ wiederholt er das Wort in der Sprache der Afrianer. Von den dräuenden Umrissen der Urstiere, des für den Jäger gefährlichsten Wildes, fliegt mein Blick zu der Sänfte meiner Frau, die dicht hinter mir ist. Die ganze Karawane stockt, wie in Bronze verwandelt stehen die Träger da. Auf einen Wink von mir greifen die Schwarzen zu. Ehe sie sich dessen versieht, ist meine Frau in die Gabel der nächsten Akazie gehoben. Ein Regen von Dornen, Borke, Astteilchen und Schmutz prasselt auf sie herab, die Neger sind an ihr vorüber geschnellt und in die Krone geklettert. Wie von der Erde fortgefegt sind alle Träger der Karawane. Das Bild ist nichts Neues für mich. Sobald sie erfaßt haben, daß die Sachlage ernst ist, hält sie nichts mehr. Langsam visiere ich. Erst der Knall reißt die Büffel aus ihrer Ruhe. Offerbar haben sie die Karawane nicht eräugt. Unsere Witterung können sie nicht haben, wir sind unter dem Winde herangekommen, rein durch Zufall. Woher die Gefahr kommt, wissen sie noch nicht. Der vierte Schuß fällt, ehe sie hinter dem Waldstreifen verschwinden. Bevor ich nur einen Gedanken fassen kann, sind sie hinter den Borassuspalmen herumgaloppiert und nehmen uns von dort aus an. Die dräuenden Häuvter tief gesenkt, stürmen sie in die Lictung vor, dem Todfeind entgegen, den sie nach Büffelart durch einen Angriff im Rücken zu überraschen meinen. Die Kugel trifft den einen der beiden svitz von vorn. Er wirft sich im Feuer herum, der andere folgt ihm. Beide verschwinden hinter dem Borassuswald, von dem sie gekommen. Sofort nehme ich die Fährte auf. Im selben Augenblick sind alle Schwarzen wieder auf der Erde. Gleich hinter den ersten Palmen stößt der Fundi“, der Fährtensucher, der allein treu ausgehalten hat, einen Freudenschrei aus. Er weist auf eine dunkle Stolle weiter vorn im Grase: sie entvunnt sich als der größte der beiden Bullen, der hier zusammengebrochen ist. Die Schweißfährte des zweiten führt in einen finsteren Borassuswald, der unmittelbar am Seeufer sich in der Richtung auf den Schilffluß ontlang strecht. Da das Licht nicht ausreicht, lißt sie sich nicht alleu lange verfolgen. Als ich zurückkomme, ist meine Frau schen eifrig debei. den erheuteten Urstier zu malen. Das gewaltige Gehörn wächst in der tte wie Granit zusammen und weist Moos auf. Es ist die herrlich e Trophäe, welche die wudnis am See zu bieten vermag. Für die Schwarzen ist die schönste Stunde der Sie stechen das rleisch an die Spieße und braten die ganze Verautwortlich H Semmelmann Altena. Druck und Verlaa: V. A. Santz, Altena. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung v. 45 Lonnerstage 1d. Koveuber kkehr der Wegener=Expedition aus Grönland nach Kopenhagen Oben: Dr. Kurt Wegener, der Bruder des verstorbenen Grönlandforschers Prof. Alfred Wegener, der an der Expedition als Metorologe teilnahm, spricht ins Mikrofon. Neben ihm links: Dr. Watkins, der englische Führer der Expedition. Unten der Dampfer„Hans Egede“, auf dem die Grönlandsforscher nach Kopenhagen zurückkehrten. In Kopenhagen kamen die Teilnehmer der Wegener= und Watkins=Expedition an, wo sie von Vertretern der deutschen, der dänischen und englischen Regierungen aufs herzlichste begrüßt wurden. Alle Redner gedachten mit bewegten Worten Prof. Alfred Wegeners, der im Dienste der Wissenschaft in Grönland ums Leben kam. Schmuggel im Westen Von Karl Busse=Hellwig. Die Verbrennung von geschmuggelten Waren lenkt die öffentliche Ausmerksamkeit auf Vorgänge in den Grenzgebieten, die dort längt alltäglich geworden, aber einem großen Teil der Bevölkerung Deutschlands unbekannt geblieben sind. Mitten im Lande kann man sich bei uns gar nicht vorstellen, daß eine lokale Polizeibehörde überhaupt die Möglichkeit gewinnen kann, Waren im Werte von mehr als hunderttausend Mark zu verbrennen. In unierer Zeit wird dazu naturgemäß sofort die Frage aufgeworfen: Weshalb verbrennt man? Weshalb führt man die geeigneten Waren nicht der Winterhilfe zu? Die Behörden verkriechen sich hinter gesetzliche Bestimmungen. Diese Ausflucht gehört durchaus in das Gebiet der Maßnahmen, die eine Mißachtung der Bürokratie einfach erzeugen müssen. Die bestehenden Vorschriften verlangen zunächst den Versuch einer Versteigerung. Erst wenn sich dabei die Selbstkosten der Behörden, wozu auch die Zölle gehören, nicht aufbringen lassen, erfolgt die Vernichtung. Sie tritt heute selbststverständlich eher ein als in anderen Zeiten, da das Sinken der Kaufkraft auch den Absatz der zollhinterzogenen Waren hindert. Die Zollbeträge können heute schon vielfach nicht mehr für die anfallenden Waren ersteigert werden, ganz abgesehen von deren Eigenwert. Die außergewöhnlich hohen Zölle auf eine Anzahl Einfuhrwaren namentlich Kaffee, Tee, Schokolade und sämtliche Rauchwaren einschließlich des Zigarettenpapiers gestalten den Schmuggel nach Deutschland sehr lohnend. Die betreffenden Zölle sind sämtlich fast ganz reine Finanzzölle, dienen also nicht dem Schutz irgend einer deutschen Industrie, sondern sind lediglich dazu bestimmt, die Kassen des Staates zu füllen. Die Reichseinnahme aus dem Tabak überstieg im letzten Jahre 1,1 Milliarde Mark. Der Kaffee brachte allein an Zöllen 230 Millionen Mark bei einem Einfuhrwerte von 293 Millionen Mark. Das bedeutet also, daß nahezu die volle Hälfte des Kaffeepreises „gespart“ werden kann, wenn man ihn unverzollt einführt. Und die Schmuggler sind natürlich gern bereit, diese„Ersparnis“=Möglichkeit recht weiten Kreisen des deutschen Volkes zugänglich zu machen. Deshalb entwickelten sich in gewissen Grenzgebieten des Westens, über welche die Kolonialwaren in unser Land strömen, Zustände, die zuweilen sehr stark an amerikanischen Schnapsschmuggel erinnern. Alle neuzeitlichen Erfindungen einschließlich Auto, Funk und zuweilen sogar Flugzeug werden zur Robilisierung der hier gegebenen außergewöhnlich hohen Verdienstmöglichkeiten aufgewandt. Auch vor der Anwendung der Waffe gegen den pflichtgetreuen Zöllner schreckt man nicht zurück. Unendlich vielartig ist der Erfindungsreichtum der Schmuggler in der Herstellung von Schmuggelverstecken. Ehrsame Autoreifen müssen es sich beispielsweise gefallen lassen, daß man sie nicht mit Luft, sondern mit Kaffeebohnen, Tee, Kakao, Tabak, Butter füllt. Kaffee ist als Füllmittel auch für andere Autobehälter, in denen eigentlich Benzin enthalten sein sollte, für Koffer und Kanister, für den Raum unter den Sitzen, für die Auspolsterung doppelter Böden besonders beliebt, weil an ihm am meisten verdient wird und die kleinen Kaffeebohnen sich nahezu wie eine Flüssigkeit bis in den letzten Winkel der Hohlräume verteilen lassen. Zuweilen kommt irgend jemand aber auch auf die Anwendung echter Wildwesteinfälle. Kürzlich brauste ein Lastwagen durch den Bereich der Zollkontrolle, der keine Anstalten traf, artig anzuhalten und sich auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen. Den Zollbeamten blieb nichts anderes übrig, als von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Dieses Lastauto schüttelte aber die Kugeln einfach ab und ward nicht mehr gesehen. Erst bei einem späteren Durchoruchsversuch an der„Westfront“ gelang die Aufhaltung des Autos, weil der Führer eine schwere Verwundung davontrug. Nun stellte sich heraus, daß man es mit einem gepanzerten Wagen zu tun hatte, der den Injassen die Zollkontrolle wesentlich vereinfachte. Ein erheblicher Teil der geschmuggelten Ware wird naturgemäß in den volkreichen Bezirken des Industriegebiets untergebracht. Hier ermöglicht die Zusammenballung von Menschenmillionen zwar den Absatz der herbeigeschafften Güter, gleichzeitig verfügt die Polizei dort aber noch über gewisse Ueberwachungsmöglichkeiten, weil die Verbraucher sich hier auf eine Anzahl räumlich getrennter Städte verteilen. Deshalb treten die meisten Schmuggelwaren, nach amtlicher Schätzung etwa 75 Prozent, sofort den Weg nach Berlin an. So mancher Lastkraftwagen zieht seinen raschen Weg aus dem Westen nach der Reichshauptstadt mit der Beute wohlorganisierter, meist schwer bewaffneter Schmugglerbanden, die über eine wohleingespielte Vertriebsorganisation in Berlin verfügen. Die Berliner Polizei, die schon die Zunahme der Raubüberfälle nicht zu verhindern weiß, steht dem Schmuggelbetrieb natürlich fast machtlos gegenüber. Geschmuggelten Kaffee kann überhaupt kein Polizist entdecken; denn geschmuggelte Bohnen sehen genau so aus wie nichtgeschmuggelte. Bei den Zigaretten und dem steuerpflichtigen Zigarettenpapier ist es etwas anderes, weil das Fehlen der Banderolen auf Schmuggel schließen läßt. Aber auch die Banderolen werden aus Einbrüchen nicht selten dem„wilden Handel" der Reichshauptstadt zur Verfügung gestellt. Händler sind durchweg Erwerbslose. Sie bekommen Zigaretten und andere Waren aktentaschenweise von den Hehlern die ihnen meist tatsächlich unbekannt sind und von denen sie nur wissen, daß man sie an bestimmten Treffpunkten findet. Werden diese Erwerbslosen„geschnappt“, dann kann man ihnen wenig oder gar nichts anhaben; denn sie haben ja sicherlich nicht geschmuggelt; jedenfalls kann die Zollbehörde den dafür vorgeschriebenen Beweis niemals erbringen. Sie muß eben den Schmuggel zu verhindern suchen. Wo das ge 855 5R 58 S 5 8 * *** 9 S•5 S Sun 8 S S STP B SNS. * 8 S 1 G S S *" 0•5 *.* S S 2 E S•9 S-TS.pMRE EOHS an EiuUII Oben: Die Sturmflut durchbricht einen Damm an der englischen Südküste. Unten: Eingestürztes Haus bei Winchelsea (Südengland). Die schweren Sturmfluten, die die Küsten des Kanals in diesen Tagen heimsuchten, haben überall schwere Verwüstungen angerichtet. Vielfach sind die Dämme geborsten, sodaß das Land weithin überschwemmt ist. zu geringen Erlöses sich noch in die Un= nicht mehr Anlaß zu Gerede geben. 1 an Vegzepe, Ttiste zu, nrig ia die Unüsten dr Vernichtung begehrter und für jedermann brauchoarer Waren sturzt. Sie sollten sofort der Winterhilfe zugeleitet werden. Englands volkstümlicher Spaßvogel Von Ludwig Laßlinger= London. Das war so um die Jahrhundertwende herum. Da traf beim Bürgermeister der altehrwürdigen englischen Universitätsstadt Cambridge die sehr erfreuliche Nachricht ein. Seine Hoheit der Sultan von Sansibar werde geruhen, den berühmten Ort am nächsten Tage mit seinem Besuch zu beehren....ig Diese Absicht war durchaus nicht erstauntich. Warum sollte der schwarzbraune Potentat, der sich gerade in London aufhielt, nicht auch Cambridge, die Wiege englischer Intelligenz, beSeine Hoheit traf mit dem sahrplanmäßigen Schnellzug ein. Sie und ihr aus drei Würdenträgern bestehendes Gefolge trug reiche arabische Tracht, und wundervolle Juwelen glitzerten vom riesigen Turban des Sultans. Bürgermeister verlas die eigens zu Zweck aufgesetzte Begrüßungsrede vom Blatt. Der Potentat verstand allem Anschein nach kein Wort davon, doch einer aus seinem.,.. übersetzte ihm die Ansprache, antwollen im Auftrage seines Herrn sehr leutselig darauf. Dann ließ sich der Araberherrscher die berühmte Universität von innen und außen zeigen, widmete dem Rektor ein paar anerkennende Worte und langte beim Festbankett mit erfreulichem Appetit zu. Sehr befriedigt von allem Geschauten verfügte er sich wieder zur Bahn. Natürlich stand es am nächsten Tage in den Londoner Zeitungen, wie gut Seiner Hoheit dieses Camorioge gefallen hatte. Darüber wunderte sich niemand— außer dem Sultan selbst. Denn der war am Tage vorher nicht einen Schritt aus London herausgekommen, noch weniger in Cambridge gewesen. S. blieb der Polizei nichts anderes übrig, als die Mystifikation zu untersuchen. Sie hatte den Schuldigen bald entdeckt. Er nannte sich William Horace Cole und war nicats anderes als Student der an dur v.“: kruzggjührten Universität. Ganz England lachte um: den Neh. mehr unlaß zu Gerede geben. Seitdem ist Cole eine teils gefürchtete, teils volkstümliche Gestalt für die Englander. Deshalb kann es auch nicht wunder nehmen, wenn man sich jenseits des Kanals trotz aller Sorgen mit Mister Coles letztem Streich beschäftigt: Der Spaßvogel hat geheiratet. Mit seinen fünfzig Jahren ein junges Mädchen. Ganz im Stillen, denn wahrschemnlich fürchtete er, daß irgend ein Konkurrent ihm einen ähnlichen Streich bei der Trauung spielen könnte, wie er es mit Dutzenden von jungen Ehemännern getan hat. Ehrlich gesagt, die Witze, die er sich in dieser Hin icht erlaubte, waren ein wenig grob. Er warb ein oder zwei, in einem Fall soger sechs Mäd n, die am Kirchentor auf das Brautpaar: zu warten hatten. Kamen dieden Verliebten glückstrahlend an, so wurde der Bräutigam plötzlich von einer jungen Dame angehalten:„Ach Liebster, ich weiß, du mußtest di'es Mädchen heiraten. Ich nehme es dir nicht übel, denn ich bin des en sicher, daß wir beide inner'ich doch verbur“, eiben werden. Ich bleibe dir ewig treu.“ In jedem Falle wurde der ahnungslose Bräutigam puterret, die Braut kreideweiß, und die Flitterwochen waren sicher zum großen Teil mit Unschuldsbeteuerungen von seiten des armen Mannes ausgefüllt. Freilich wählte Mister Cole zu seinen Opfern nur solche Leute aus, die er eines kleinen Denkzettels für würdig hielt. So ärgerte er sich eines Tages, als er in Portsmouth durch einen Matrosenposten aus dem Hafen verwiesen wur.::„Zivilisten habn hier nichts zu suchen.“ Damals war gerade das Schlachtschiff„Dreadnouaht“ fertiggestellt worden und sollte vor allen neugi eigen Augen geschunt werden. Cole wollte es jetzt erst recht sehen. Also erhielt der Hafenkommandant am nächsten Tage den Besuch einiger Inder, von denen sich einer als ein bekannter Mayaruoscha vorstellte. Der Admiral beeilte sich, dem hohen Besuch den ganzen Hafen zu zeigen, ordnete sofort für die gesamte ankernde Flotte Flaggengala an, und als er mit dem Maharadscha an Bord des„Dreadnought“ kam, wurden zur Begrüßung des indischen Herrschers neunzehn Kanonenschüsse gelöst. Erst nachdem sich der Potentat verabschiedet hatte, erfuhr der bestürzte Admiral, daß er ein Opfer William Horace Coles geworden war. Der Spaßvogel selbst wurde nicht zur Rechenschaft gezogen. Nach dem Kriege entwickelte sich Cole zum Doppelgänger des augenblicklichen Premiers Ramsay Macdonald. Als solcher erschien er verschiedentlich in politischen Versammlungen. Wenn er dann„erkannt“ wurde, verblüffte er seine Zuhörer durch politische Ansichten, die denen eines Sozialistenführers gerade entgegengesetzt waren. Die Verlegenheit der Labour=Leute bereitete ihm köstlichen Spaß. Macdonald selbst erlebte durch die Mystifikation manche unangenehme Stunde. Einmal traf Cole auf der Straße einen Trupp Arbeiter vom Londoner Gaswerk. Durch selbstbewußtes Auftreten wußte er den Leuten den Glauben einzuflößen, er sei ein hoher Besamter des Werkes. Sie mußten ihm mit ihrem Wagen folgen und auf der Bond Street im Herzen des Londoner Verkehrs die Straße aufreißen. Ein paar Schutzleute sahen dabei interessiert zu und bemühten sich, den durch die Absperrung bedrohten Verkehr reibungslos abzuwickeln. Inzwischen suchte das Gaswerk seine Arbeiter, bis es durch Zufall am nächsten Tag das gähnende Loch in der Straße und die ahnungslosen Leute traf. Mister Cole gin lwieder straflos aus. Das Gaswerk wollte sie ich Die Söhne des reichsten Mannes der Welt heiraten Die Feier anläßlich der Verlobung der Söhne des Nizam von Heidarabad. In der Mitte sitzend: Der Exkalif der Türkei, Abdul Medjid(2), zu seiner Rechten Prinzessin Durri Shevar(1), zu seiner Linken Prinzessin Hanem Sultana (3), stehend(mit Alumenkrone) die beiden Söhne des Nizam von Heidarabad. Mit orientalischem Prunk wurde in Nizza die Verlobung der beiden Söhne des Nizam (Kaiser) von Heidarabad, des wohlhabendsten aller indischen Fürsten, und, wie es heißt, reichsten Mannes der Welt, mit den Töchtern des türkischen Kalifen Abdul Medjid gefeiert. Das Fest der Vermählung soll demnächst in Indien begangen werden. 8 2 GSECE 1— um 62 S 9 S S 8 S S SSE GEUESAEG G G5SE E *— 6— 8 ..• FÖE SAEEEN FADSSR 5E 8 9 5 " 8 a S 5 —□— S S 9= R 5 ——*— 2 8 S 2 5 Sm G 3 9 — wohl nicht durch eine Anzeige seinen Zorn zuZiehen.„, an.. 9 4r 0, Der bekannte Parlamentarier Locker=Lampson, der ein sehr würdiger Herr ist, hat ebenfalls noch ein Hühnchen mit Cole zu rupfen. Die beiden trafen sich auf der Straße. LockerLampson hatte es etwas eilig, weil er einen Autobus nehmen wollte. Da schrie Cole hinter ihm her:„Haltet den Dieb!“. Was auch prompt geschah, und zwar so gründlich, daß der Abgeordnete unter dem Gejohl einer hundertköpfigen Menge zur nächsten Wache geschleift wurde, wo sich naturlich seine Unschuld herausstellte. Mister Cole hatte sich längst aus dem Staube gemacht. Sein letzter großer Streich war der Staatsbesuch, den er in der Rolle des Londoner Oberbürgermeisters der Stadt Marseille und einer Reihe anderer französischer Orte abstattete. Er spielte seine Rolle vierzehn Tage lang, und sein selbstbewußtes Auftreten ließ auch nicht den geringsten Verdacht auftauchen. Später hüteten sich die an der Nase Herumgeführten, Strafanzeige gegen den Spaßvogel zu erstotten. Sie wollten sich nicht noch lächerlicher machen. Nun hat William Horace Cole geheiratet. England hofft nun, seine reizende junge Frau würde ihn sanft aber um so sicherer zur Vernunft bringen. Hoffentlich trügt diese Zuversicht nicht. Die junge Frau Cole sieht nämlich aus. als wäre sie selbst einem Spaß durchaus nicht abgeneigt. Entsetzlich, wenn sie in die Fußtapfen ihres Mannes treten wollte. —.— Banditenkrieg auf Korsika Offiziersbesuch in Berlin Die ungarischen Offiziere salutieren vor dem Reichsehrenmal in der Neuen Wache in Berlin. In der Reichshauptstadt ist eine Abordnung von Offizieren der ungarischen Armee eingetroffen, die dem Reichspräsidenten die Ehrenurkunde über seine Ernennung zum Protektor eines ungarischen Infanterieregiments überbrachte. Die Ofsiziere statteten auch dem Reichsehrenmal in der Neuen Wache unter den Linden einen Besuch ab, um zum Gedenken ihrer gefallenen ehemaligen Kriegskameraden einen Kranz niederzulegen, dessen rotweißgrüne Schleife die Inschrift trug: denken der treuen „In dankbarem AnWaffenbrüderschaft— mit denen die Regierung Frieden schließt. Falsch verstandene Räuberromantik führt zu unerträglichen Zuständen. Von Georges Mouysard. Endlich ist das eingetreten, was mehr als eine viertel Million Korsen seit Jahrzehnten fordern: Frankreich hat den Banditen auf der „Insel der Schönheit“ den Vernichtungskrieg angesagt. Insgesamt 1500 Mann, Mobilgarden und Gendarmen, mit Panzerwagen, Maschinengewehren, Scheinwerfern und Flugzeugen sind aufgeboten worden, um dreißig bis vierzig Mörder und ein paar hundert, vielleicht auch ein paar tausend ihrer Anhänger und Helfershelfer für immer unschädlich zu machen. Frankreich hätte es niemals soweit kommen lassen dürfen. Eine besonders im letzten Jahrhundert vertretene falsche Auffassung von Räuberromantik führte zur Duldung von unglaublichen Zuständen. Man sah im korsischen Banditen eine Art von Helden, der um seiner Ehre und um der seit Jahrhunderten eingebürgerten Blutrache wegen vogelfrei geworden war, der sich aber anderen Leuten als seinen Feinden gegenüber niemals zu einer Gewalttat hinreißen ließ, sondern im Gegenteil immer wieder seine Hochherzigkeit bewies. Solche Banditen gab es früher auf Korsika wirklich. Da waren im vorigen Jahrhundert die Brüder Bellacoscia, die in den Bergen um Bocognano, dreißig Kilometer landeinwärts von Ajaccio, als unumschränkte Herren lebten. Sie hatten eine Reihe von Menschen auf dem Gewissen. Doch ihr erster Mord war gekränktem Gerechtigkeitsgefühl entsprungen, und deshalb hielt die ganze Gegend zu ihnen. So blieben verschiedene Unternehmungen gegen die Brüder, darunter eine, bei welcher 500 Mann Infanterie eingesetzt wurden, ohne Ergebnis. Das Maquis, der unwegsame korsische Buschwald, oder ihre Anfänger boten den Bellacoscias immer neue Schlupfwinkel, und schließlich schlossen die Behörden mit den Brüdern einen regelrechten Frieden. Diese nachsichtige Haltung mußte als Schwäche der Regierung aufgefaßt werden und das Banditenwesen begünstigen. Die Kugeln saßen locker in den Gewehren. Die Aussicht, durch Kontributionen ein Leben ohne Arbeit führen, bei Hunderten von Menschen durch Abgabe des Ueberflusses den Wohltäter und Herrn spielen zu können, war verlockend. So schoß man bei der ersten Gelegenheit einen Widersacher nieder und war dann„Bandit aus Ehre“. Fünf Sechstel der korsischen Bevölkerung litten unter diesen Zuständen. Der Rest— hier handelte es sich fast immer um geschlossene Ortschaften— hielt zu den Banditen, weil die Kontributionen oft ausreichten, um allen Anhängern des betreffenden Banditen ein arbeitsloses Leben zu erlauben. Angesichts einer so starken Gefolgschaft gewannen die „Rächer“ politischen Einfluß, und dieser— zusammen mit den Schwierigkeiten, die das durchwegs wildzerklüftete Land und der Buschwald größeren Operationen entgegen setzten, und mit der noch immer in vielen Köpfen spukenden Räuberromantik— war schuld daran, wenn gegen die Banditen nicht mit der nötigen Energie vorgegangen wurde. So konnten die„Könge des Maquio“ metstens schalten und walten, wie es ihnen gefiel. Castelli, der zuletzt dreiundzwanzig Menschen auf dem Gewissen hatte, durfte sich ungestört auf dem Col von Ercarota von seinen Anhängern und Führern— den von ihm zu diesem Dienst gepreßten Leibwächtern— einen betonierten Unterstand bauen lassen, in dem er sechzig Gendarmen mit zwei Maschinengewehren Widerstand leistete. Michaeli herrschte unumschränkt bei Solenzara, lebte teils im Busch, teils im Hause einer seiner drei Frouen und war gleichzeitig Besitzer einiger gutzehenden Krämereien. Spada, der Schrecken der Cinarca besaß die Konzession für die Kraftpost Ajaccio Sari d' Orcino. Bartoli war der herrscher der 200 Menschen um Palenen den Col von Verde. Auf der Jagd nach den Führern der korsischen Banden. Der korsische Räuberhauptmann Spada mit einer Journalistin, die ihn überredete, sich fotografieren zu lassen. Vielleicht hätte das Unwesen noch lange weiter geblüht, würden alle Banditen ihrer alten Regel treu geblieben sein und die Fremden unbelastigt gelassen haben. Caviglioli aber, der aus der Westküste um Cico sein Unwesen trieb, überfiel im Sommer dieses Jahres den Badeort Guagno und plünderte die Gäste: Bartoli drohte iym deshalb furchtbare Strafe an, versuchte aber bald darauf selbst vom ersten Hotel in Ajaccio 20000 Franken zu erpressen und führte eine Massenflucht der ausländischen Besucher herbei. So sah sich die Behörde geradezu gezwungen, um des Fremdenverkehrs willen gegen die beiden Banditen vorzugehen. Cavigliolis Erschießung, die kürzlich bei Vico erfolgte und zwei Gendarmen das Leben, zwei andere die Gesundheit kostete, war der AufEin Panzerautomobil der französischen Polizei auf einer korsischen Bergstraße. takt zum jetzigen großen Feldzug gegen die