Sei FE b SS SSSAES. n wi * 5 * S 5 5 R 93 H: S.s 98 T SOIRg S 2 * Ein Bild aus dem völlig überfluteten Hankau. schen sind ertrunken. Noch dazu herrichen Typhus und Cholera in den überfluteten Gedieten und fordern zahllose Opfer. Die Hungersnot unter der geflüchteten Bevölkerung ist katastrophal. Furchtbar ist die Not in China, das sich mit einem eindringlichen Hilferuf an den Völkerbund gewandt hat. Die Wasser des Jangtse und seiner Nebenflüsse haben Städte und Dörfer überschwemmt, Hunderttausende von Menein plätscherndes Geräusch am Ufer mich aufdorchen ließ. Vorsichtig beugte ich mich zurück. Da da sah ich zu meiner Ueberraschung ein Tier, das uns noch nie begegnet war. Es sah wie eine Kreuzung zwischen Waschbär und Hund aus. Es schien nach kleinen Fischen zu jagen, wandte sich aber nach einer Weile und verschwand im Walde. Später trafen wir noch weitere Artgenossen dieses merkwürdigen Tieres, meist gegen Abend in der Taiga, wo diese Waschbärhunde scheinbar nach Wurzeln oder Nüssen scharrten, aber auch auf Waldmäuse erfolgreich Jagd machten. Ein interessantes Zusammentreffen fällt noch in diese Tage: Am Flußufer des Ulache stießen wir auf vier Chinesen, von denen zwei am Ufer in der prallen Sonne lagen, während die beiden anderen bis an die Brust im Wasser standen. Da wir nicht wußten, wen wir vor uns hatten, schlichen wir uns lautlos näher. Ein Erlenbusch deckte uns. Die beiden Chinesen am Ufer schienen zu schlafen. Mehr interessierte uns aber das Treiben der beiden anderen. Der eine von ihnen hielt eine starke, lange Stange in den Händen, die er ins Wasser bis auf den Grund stieß. An diesem Stocke tauchte der zweite dann hinab, blieb eine Weile unten und brachte etwas mit herauf, das wir als einen Stein ansahen. Der Taucher warf es auf die Uferböschung. Dann tauchte er wieder, übernahm beim Wiederauftauchen die Stange, sein Gehilfe tauchte unter und kam mit den rätselhaften Funden zurück. Wir vermuteten zunächst, daß es sich um goldhaltiges Gestein handele. Erst als wir näher herankamen, erkannten wir, daß die vermeintlichen Steine— Flußperlmuscheln waren. Da traten wir aus dem Versteck. Die Söhne des Himmels erschraken bei unserem Anblick fast zu Tode. Ihr erstes war ein Fluchiversuch. Als wir sie indes lachend zurückriefen, kamen sie vorsichtig und zaghaft wieder. Spater hörten wir, daß den Chinesen das Perlfischen in den Flußläufen nicht gestattet ist, daß sie es aber trotzdem in abgelegenen, versteckten Wassern und stillen Seitenarmen ausüben. Die Ausbeute ist durchweg sehr gering. Man rechnet mit einer Perle auf sechzig Muscheln. Dabei ist sie in der Regel so winzig, daß sie kaum einen Wert darstellt. Nur die Hoffnung. einmal einen der großen, gutbezahlten Funde zu machen, die auch hier und da vorkommen, läßt die Perltaucher weiterarbeiten. Der Jahresertrag zweier Leute aus diesem Geschäft schwankt natürlich je nach Glück und Ertrag. Er wird durchschnittlich mit drei= bis vierhundert Goldrubeln angegeben. Und dafür tauchen die armen Teufel unermüdlich, ständig von Gefahren umgeben, in den selbst im Sommer kalten Gebirgswassern, vom Morgen bis zum Abend, mit einer Handvoll Reis. Bohnen und ein paar Tropfen Bohnenöl als Nahrung. Unsere Hoffnung, von den Chinesen etwas über die Möglichkeit weiteren Fortkommens zu hören, etwas über den Weg durch die Wildnis zu erfahren, erwies sich als trügerisch. Für sie war hier die Welt zu Ende, und sie erklärten, weiter als bis hierher könne man überhaupt gut Glück den Weitermarsch anzutreten. Ehrfürchtig grinsend und fassungslos vor Erstaunen blickten die vier Burschen uns nach, als wir in der Nacht der Taiga verschwanden. Schrecken von hin und Seuchen in Chinchzsont, o schr ch uich gasgerse, ic gee gewöhnliches entdecken. Ich wollte mich, wenn auch nur halb beruhigt, zurücklehnen, als ich plötzlich zwischen den niederen Büschen etwas chleichen zu sehen glaubte. Ich starrte ein paar Sekunden angespannt dorthin. Ich irrte mich nicht: Der Löwe schlich uns an. Unser Baum stand— einige kleine Büsche ausgenomemn— auf freiem Gelände. Fesselnd war es nun, zu beobachten, wie sich das Raubtier unter Ausnutzung jeder noch so kleinen Deckung an uns heranpürschte. Seine Geschicklichkeit bewies mir, daß es ein erfahrener Menschenjäger war. Deshalb wollte ich auch auf keinen Fall eine Gelegenheit zum Schuß versäumen. Ich wartete, bis die Katze etwa zwanzig Meter entfernt war. Zielte auf die Brust. Feuerte. Ich hörte, wie die Kugel den Löwen traf. Wutendes Brüllen war seine Quittung. Unglücklicherweise warf ihn der Schuß nicht nieDer. In großen Sätzen sprang er davon. Doch bevor er verschwunden war, konnte ich ihm noch drei Schüsse aus meinem Magazingewehr nachjagen. Ein zweites Aufbrüllen zeigte mir an. daß ich ihn nochmals getroffen hatte. Mit Ungeduld erwarteten wir beide die Dämmerung. Beim ersten Morgenschimmer begannen wir die Verfolgung. Ich hatte einen eingeborenen Fährtenleser mitgenommen, so daß ich unbehindert Umschau halten konnte. Mahina folgte mir unmittelbar mit meinem Karabiner Häufige Schweißspuren ermöglichten uns rasches Gehen. Wir hatten kaum einen halben Kilometer zurückgelegt, als aus dem Buschwerk rechts von uns ein Knurren herüber schallte. Ein paar Meter vor uns lag der Löwe, funkelte uns an und zeigte die Reißzähne. Ich zielte sorgfältig und feuerte. Noch im schuß sprang das Tier hoch, ging zum Angriff vor. Ich feuerte nochmals und meine Kugel warf es über den Haufen. Doch im nächsten Augenblick war der Löwe wieder auf den Beinen und ging uns an, so rasch es seine schweren Verwundungen erlaubten. Ich schoß zum dritten Mal, doch anscheinend fehlte ich. Deshalb griff ich mit der Hand hinter mich: „Mahina, den Karabiner!". Doch Mahina war nicht da! Der Schreck über den unerwarteten Angriff des Löwen war für meinen tapferen Gewehrträger zuviel gewesen. Er saß mit dem Karabiner schon auf einem Baum. So blieb mir nichts anderes übrig als dem Beispiel zu folgen. Nicht einen Augenblick zu früh! Denn wäre dem Löwen nicht ein Hinterbein zerschossen gewesen, so würde er mich noch erreicht haben. Ich hatte kaum meine Beine hochgezogen, da stand das Tier am Fuß des Baumes. Einen Augenblick verharrte der Löwe. Dann hinkte er ins Buschwerk zurück. Die Sekunde hatte mir genügt, um Mahina den Karabiner aus der Hand zu reißen, und ich feuerte. Es schien der Fangschuß zu sein, denn der Würger fiel zur Seite und blieb regungslos liegen. Unvorsichtig in meiner Freude ließ ich mich vom Baum fallen, rannte auf das Tier zu und— sprang erschreckt zurück. Der Löwe griff nochmals an! Doch zwei Schüsse aus meinem Karabiner, einer in die Brust, der andere in den Kopf. endeten den Kampf. Fünf Meter vor mir brach das Tier zusammen. Es starb wahrhaft königlich und verbiß sich im letzten Augenblick noch in einen Ast, der vor ihm auf dem Boden lag. Unter dem närrischen Freudengeheul meiner Leute ließ ich die Beute nach meinem Lager bringen. Ich fand nicht weniger als sechs Einschüsse im Körper des Löwen. Er maß zwei Meter neunzig in der Länge und einen Meter zwanzig in der Höhe. Leider war auch hier das Fell durch die Dornen beschädigt. Eine wahre Wallfahrt der Eingeborenen nach meinem Lager begann, als die Nachricht vom Tode des zweiten„Teufels“ sich rasch über das Land verbreitete. Alle wollten sie die Trophäen des„Teufelstöters“ sehen. Unser Bahnbau wurde seitdem niemals wieder durch Löwen gestört. Halal! Recht bald nach unserem Triumph gab uns der zweite Löwe deutlich zu ernennen, daß er noch lebte. Nur ein paar Nächte später unternahm er den Versuch, sich den Wegebauinspektor zum Mahl zu holen. Das Tier kletterte die Stufen zum Bungalow des Beamten hinauf und strich knurrend um die Veranda herum. Der Inspektor hörte den Lärm und dachte, er käme von einem betrunkenen Arbeiter.„Scher dich weg!“ schrie er deshalb wütend, machte aber zu seinem Glück keine Anstalten, herauszukommen. Enttäuscht, daß ihm das Menschenfleisch entgangen war, riß der Löwe zwei von des Inspektors Ziegen und verzehrte sie an Ort und Stelle. Von Oberstleutnant J. H. Patterson. (Schluß.) Auf die Mitteilung von diesem Vorfall beschloß ich, in der nächsten Nacht unweit des Wegebau=Bungalows auf Anstand zu gehen. Der Zufall wollte es, daß sich in der Nähe eine leere Wellblechbaracke befand, deren Fenster gut als Schießscharten dienen konnten. Vor diese band ich drei Ziegen als Köder an einer ungefähr zweieinhalb Zentner schweren Eisenschiene fest. Die Nacht schien schon ereignislos verlaufen zu wollen, als kurz vor Tagesanbruch der Löwe doch noch auftauchte. Er sprang auf eine der Ziegen, zerrte sie mit sich und zog auch die beiden anderen Tiere sowie die Eisenschiene fort. Ich feuerte verschiedene Male, aber es war noch zu dunkel, um irgend etwas sehen zu können, und mein einziger Erfolg blieb der, daß ich einer Ziege den Garaus machte. In den nächsten zehn Tagen hörten wir nichts mehr von unserem Quälgeist. Sollte ich ihn doch getroffen haben, und war er irgendwo im Busch verendet? Trotz alledem blieben wir nachts noch immer auf unserer Hut. Und das zu unserem Glück! Denn in der Nacht zum 27. Dezember wurde ich durch die Angstschreie meiner Draisinenmannschaft aufgejagt, die vorsichtshalber außerhalb der Umzäunung auf einem Baum schlief:„Der Löwe will uns herunter holen!“ Es wäre Wahnsinn von mir gewesen, hätte ich das Lager verlassen, denn die Nacht war so dunkel, daß ich die Hand nicht vor Augen sehen konnte. So mußte ich mich damit begnügen, ein paar Schüsse abzufeuern, in der Hoffnung, den Würger damit zu verscheuchen. Ich hatte auch Erfolg, denn meine Draisinenleute wurden in der gleichen Nacht nicht mehr von ihm gestört. Am nächsten Morgen entdeckten wir, daß er ihrem Zelt einen Besuch abgehatte, und rund um don Baum fanden stattet halle, und kund um den Baum funden wir einen regelrechten, von seinen Tatzen get zenen Kreis. In der nächsten Nacht wählte ich diesen Baum zum Hochsitz, hoffte ich doch, der Löwe würde sich wieder einstellen. Das Unternehmen stand von vornherein unter schlechten Auspizien, denn als ich auf den Baum klettern wollte, erfaßte meine Hand beinahe eine Giftschlange, die um einen der Aeste geringelt lag. Begreiflicherweise kam ich recht schnell wieder auf die Erde. Einem meiner Leute gelang es. das Vieh mit einer langen Stange zu töten. Die Nacht war zum Glück hell und wolkenlos, und der Mond badete alles in seinem Licht. Ich wachte bis zwei Uhr morgens. Dann kam die Reihe an meinen Gewehrträger Mahina Eine Stunde lang hatte ich friedlich, mit dem Ricken gegen den Baumstamm gelehnt, geschlafen, als ich plötzlich mit einem unbehaglichen Gefühl aufwachte, das mir sagte. irgend etwas nicht gehen. So blieb uns nichts übrig, als auf ginge um mich vor sich. Doch Mahina war auf Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz. Aktena. — D*— #eSSg. E. ST 5 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 37 Mittwoch, 16. 1931 Herbst auf der Alm, die Kühe ziehen heim *** Die festlich geschmückten Tiere werden hinab ins Tal getrieben. Wieder ist die Zeit des großen Abtriebs der Kühe von der Alm gekommen, und festlich mit Blumen, Bändern und Stoffmasken geschmückt ziehen die braven Tiere heim in die Dörfer, begleitet von den fröhlichen Sennen und Sennerinnen. les monts du Sauerland“ Seltsamer Reisebrief eines französischen Sauerland=Wandsrers in einer Pariser Zeitung. In der Pariser katholischen Zeitung La Croix erschien vor einigen Tagen unter dem Titel „Impressions d' Allemagne„Dans les monts du Sauerland“ eine Reiseschilderung aus der Feder von Leon Donadig; er schildert eingangs die Gegend von Bilstein im Sauerland wie folgt: „Ich weiß nicht, ob es malerischere Gegenden gibt als jenen Teil Westfalens, der unter dem Namen Sauerland bekannt ist. Es ist Gebirge, welches scheinbar zu Ihnen neigt, damit Sie es ohne zu viel Mühe erreichen können. Aber man muß es durcheilen, um seine wirkliche Schönheit zu entdecken. Ich kenne nichts Anmutigeres als diese Gemälde, welche sich immer wieder darbieten, wenn Sie vom Auto oder aber von der Eisenbahn aus diese kleinen hübschen Ortschaften sehen, in Gruppen oder Streifen vor Ihnen ausgebreitet, überragt von der feinen Spitze eines Glockenturmes. Zerbrechliche Häuser des Sauerlandes, weiß gekälkt, aber von einem so graziösen Eindruck durch die tausend weißen Quadrate weißen Glanzes, die eingerahmt sind von dicken schwarzen Linien, von Balken, welche sich manchmal über der Fassade in hübschen Arabesken kreuzen. Zahlreiche Höhen sind mit einem Turm gekrönt, der als Ausblick erbaut ist und eine Plattform trägt zur Freude des Wanderers. Am Fuße ladet Sie ein freundliches Restaurant zu allen Bequemlichkeiten der Stadt ein. Bilstein, das ich besichtigen wollte, ist eine der. berühmtesten Burgen. Selbstverständlich haben die Deutschen, welche Meister sind in der Kunst, ihre Sehenswürdigkeiten zu entdecken, dorthin eine Autobusverbindung geschaffen. Von Altenhundem, wo wir den Zug verlassen, fährt uns das schwere Fahrzeug die lange Straße, welche den Berg ersteigt, und dann geht es wieder im langen Schwung den steilen Hang hinab. Bilstein ist eine entzückende kleine Stadt, duckt sich in das Tal des Gebirges und ist eine begehrte Sommerfrische. Auf dem gegenüberliegenden Kamm liegt der alte Adlerhorst der ehemaligen Ritter, verborgen unter seinen hohen Bergen. Erblickt man ihn von unten her, von der Straße nach Olpe, dann ist er, ruhend auf seinem mächtigen Felsen, eine furchtbare Feste, die den Menschen und der Zeit zu trotzen scheint. Noch voll Stolz auf seine entschwundene Macht lädt er ein, ihre Ueberbleibsel zu betrachten,„Salus intrantibus“ lesen wir in großen schwarzen Buchstaben in dem Portalbogen. Aber bis in die beiden dicken Türme, welche den Eingang verteidigen, sieht man hinter den wiederhergestellten Mauern nichts als Vogelnester. Das sind die Wandervögel, wie man diese mächtige Vereinigung der Jungen und Mädchen nennt, die während des Sommers auf den Straßen wandern, um praktisch die Geographie ihres Landes zu lernen und alle seine Schönheiten zu sehen. Die Macht, welche einst der Burg gehörte, liegt jetzt beim Bürgermeister. Der Bürgermeister von Bilstein, Graefenstein, dessen Gast ich heute bin, ist der scharmanteste Mensch. Von der Regierung ernannt, steht er etwa 50 Ortschaften vor, die zusammen nur vier Gemeinden bilden(Kirchveischede, Grevenbrück, Elspe und Rahrbach). Er führt den Vorsitz im Gemeinderat, ohne dort jedesmal die Debatten zu leiten. ein Recht, das dem Gemeindevorste her zusteht; aber der Bürgermeister kann durch sein Veto die Entschließungen aufheben. Dieser schwierigen und mannigfaltigen Aufgabe entledigt er sich mit Klugheit und Aufopferung. In dieser Zeit der öffentlichen Not, wo mehr als ein Drittel der Bevölkerung dem Gemeindehaushalt zur Last fällt — dieses Jahr enthält der Haushaltsplan an Ausgaben 120000 Mark mehr als voriges Jahr lohne entsprechende Einnahmen—, in dieser schweren Zeit gab Graefenstein allen ein schönes Beispiel des Opfermutes, indem er zugunsten des Unterstützungsfonds auf 20 seiner Einkünfte freiwillig verzichtet. Wie schade, daß nicht alle Anderen seinem Beispiele folgen! Das Unglück ist groß, wenn man den Statistiken glaubt, und das Los der Arbeitslosen ist wirklich erbärmlich, aber das zeigt sich nicht immer den Blicken des Zuschauers. In den Städten sind die Schaufenster der Modehäuser, die Restaurants, die Kinos und die Theater, wie zur Zeit des Wohlstandes; sogar der äußere Aufwand. In seiner Stadt von 4000 bis 5000 Einwohnern besichtigte ich ein Mädchenpensionat, das von Nonnen unterhalten wird, ein prächtiges Gebäude, wie es frisch aus den Händen der Arbeiter kam(damit scheint das vor zwei Jahren neuerbaute Lyzeum in Olpe gemeint zu sein) Luxuriöse Salons, ein getäfelter Festsaal, der mit teuren Sesseln und Stühlen möbliert war, und dieses Gebäude, wo man allenthalben Annehmlichkeit und Wohlergehen findet, das für über 100 Mädchen an Stelle des alten erbaut wurde, welches man unzureichend nannte, behergt in allem 32 Pensionärinnen. Als ich zu der Nonne, welche mich begleitete, sagte:„Schwester, nach allem, was ich soeben bewunderte, wie kann man dann noch von Deutschlands Armut sprechen?“ rief sie verlegen:„O, wir haben Geld geliehen, und dann, nicht wahr, für die Wissenschaft, für die Zukunft des Vaterlandes... Man baut doch nicht für einen Tag.“ Die Wissenschaft! Wenn man wüßte, welchen Eindruck dieses Wort auf die noch einfache Seele des deutschen Volkes macht! Der simple Student wird schon ehrerbietig gegrüßt. Der Doktor zählt unter die Granden des Reiches und der Professor gilt als Halbgott. Sie selbst sind ganz naiv von ihrer Ueberlegenheit überzeugt. Als Beispiel gebe ich diese kleine Szene deren Zeuge ich in Münster wurde und welche mich herrlich amüsierte: In dem Wohnzimmer ein pensionierter Professor, dick, mit dem Lächeln des Buddha. Neben ihm am Tisch stestend ein Student, der an der Universität! Französisch treibt. Er hält in der Hand eine Zeitung und stellt an den Lehrer Fragen aus der Lektüre oder aus dem Gedächtnis. Es wird dann ziemlich humorvoll geschildert, wie der Student sich mit immer neuen Schwierigkeiten in der französischen Rechtschreibung an den untertänigst bewunderten Professor a. D. wendet. Dieser entgegnet mit exaktester Genauigkeit, wie es die Grammatik vorschreibt. Nach jeder Antwort bewundert der Student die Weisheit seines Lehrers, worauf der Professor nur jedesmals entgegnet:„Ja, ja, ich weiß sehr viele Dinge“... —1•— Und bei den Adenauern Immer und immer fließen die Wasser hoch oben aus den Bergen herunter in's Tal und eilen zum großen Strom des rheinischen Landes, der sie hinwälzt in's ewige Nordnieer. von wo der Sturm sie wiederbringt in großen dunklen Wolken, die gerade in diesem Jahre so rücksichtslos den Sommer verregnen! Und so schäumt und rauscht denn die friedliche Ahr heuer ein wenig stärker und munterer ihren ca. 60 ckm langen Weg oben hoch hinter Ahrdorf hei herunter nach Sinzig— Kripp, wo sie sich freudig dem alten Vater Rhein in die Arme wirft. Zwei große ganz verschiedenartige Gebiete durchmißt ihr Lauf. Bis Dümpelfeld Brück herunter ein idyllisches Wald= und Wiesental, dann aber geht's durch wildzerklüftete Felspartien hinunter bis Ahrweiler, Neuenahr, wo sich das Tal zur fruchtbaren Mündungsebene weitet. Wuchtig und majestätisch ragt dort die Landskrone auf, die wie eine stolze Königin der Ahrverge zum Rhein hinüber grüßt. Und während an der unteren Ahr die Winzer mühselig ihren Rotspon an den Felshängen ziehen, holt der Bewohner der oberen Ahr seine Nahrung aus dem Holz der Wälder, züchtet schönes, hellbraunes Vieh und treibt auf den Hohen ein wenig karge Landwirtschaft. Doch mag der Boden im Ertrag auch noch so schmal sein— landschaftlich ist das Gebiet oben um die Hohe Acht, den Hochnelberg und den Aremberg herum voller eigenartigster Schönheit. Nette, Nitz Eltz, Brohl quellen neben der Ahr aus dieser Erde und mit Oesterreichs größte Dichter auf den neuen österreichischen Briefmarten bebe ue u eaheeste asaeae, Aaiene auer a ae eases een, ben Von Pozoerwaltng dal, un Zi. Bidnse von Hestereiche großten Dichlu“„Hein heißze Butz, sest Turiezi. neue Serie von Briefmarten herausgebrachtstern nach zeitgenösischen Dartellungenzeigen, war eigen Augenblich ze ggnag er. den Dolch aus dem Gurt. Die Messer sitzen ihnen locker in den Scheiden. Nina mag Turridu nicht ansehen, und doch bleibt ihr Blick wie gebannt an ihm hängen. Er hat noch den breiten, roten Mund und die heißen Augen; aber sein Gesicht ist vermühr. Nun schwingt er sich aus dem Sattel und führt „Ich wünsche Euch Gesundheit und einen guten Tag“, sagt er.„Ich wollte den Gau in die Schwemme reiten und dachte nicht, wußz ich hier so viele Freunde treffen wurde." „Freunde... das kann man wohl sagen“ bestätigte ihm der alte Negri und reicht ihm „Das will ich meinen“, sagt Turridu. Du hast damals ein gutes Zeugnis abgelegt für mich Daß sie mir fünfzehn Jahre aufgebrannt haben, das ist nicht Deine Schuld. Fünf habe verbüßt.“ Den Bräutigam mißt er vom Scheitel bis zum Schuh.„Mein Unglück ist Dein Glück gewesen. Warum hast Du denn den Dolch in der Faust? Ich bin doch nicht ein Kerl, dem mit der Klinge beizukommen ist.“ „Ah, Deine Kraft kennen wir. Daß Du das wilde Herz hast, ist Dein Schyetog, Soll, die Nina deswegen ihre Jugend verwurten: „Nun— ich hätte auf sie nicht fünfzehn, ich hätte dreißig Jahre gewartet; das schwöre ich bei der Madonna.“ Dabei greift er nach dem „Laß die Flinte, Menschl“ sagt der alte Regri und legt ihm die Hand auf den Arm.„Setz. Dich mit uns an den Tisch des Friedens! wait der Nina— das ließ sich nicht länger hinausschieben, weißt Du. Es ist zuviel lästerliches Zeug geredet worden unter den Leuten. Ic selbst bin es gewesen, der darauf gehalten hat, 8 *e Liebe. Run ist die Begnadigung. dig Freiheit hat keinent uchSchneid durchmißt der Adenauer Bach den Hauptort dieser Gegend, das alte, entzückende Kreisstädtchen Adenau, das mit seinem, von traulichen Fachwerkhäuschen eingerahmten Marktplatz, auch der Verkehrsmittelpunkt dieses, durch den Nürburgring weltbekannt gewordenen„Motorsportgebietes“ ist. Doch mag nun auch der„Ritter vom Steuer“ an Renntagen der stillen Eifel dort oben seinen knatternden Stempel aufdrücken, mögen die begeisterten Kilometerfresser der Landstraße, die Motorräder„benzinkarawanenärtig“ dor! oben zusammenziehen: Diese Landschaft hat dennoch ihre Stille. Langsam beginnen die Wälder zu gilben. Der frühe Herbstwind wirbelt schon die ersten Blätter zur Erde, aber wenn die Herbstsonne jetzt über den Aremberg lacht, im Tal von Adenau spielt, oder die Virneburg beleuchtet, dann ist dies stille Land, in dem hier und da noch ein Stück Heide rosa leuchtet, sehr begehrenswert als Ruhe= und Erholungsstätte. Mondänes Leben wie in Aachen, Wiesbaden, Kreuznach etc. finden Sie zwar nicht da oben. Wenn Sie aber irgendwo in einem Gasthaus „Zum wilden Schwein“ oder wie es gerade einkehren, wird Ihnen kräftiges Eifeler .## meine riehe. Run ist die Begnadigung gelenbacher, Gegend etwa folgendes sagen: Esskommen. Aber oie.#.„ ar keinen, wird im Lauf der Zeiten auch wieder der Laglten Einn mehr keitzen'igugf und startt kommen, an dem wir wieder mit der natür), Er laßt fühlt er eine Kinderhand auf lichen Bferdestüche vorlieb vevzgig zie Huih, Knie. Es ist Pippo, der kleine Brude fabriken„Motore bauen.„— Das war nicht Rina. Damals war er vier sabriken Rotore bauen.— 2. J.——.). ist er neun. Höre, Aurridul“ sggt Piopg,. nürvurgrings bezw. motorsportsem 2tich, zeugtelsebr u. mix einmal versprochen, mich mir aus. rielmehr von der Tenkungsart dieses Bauern=„ Du haft v.„men und mit mir einen Galopp schlages, der langsamer jedoch mit größeren Pierd 5 vegu zu reiten, daß mich alle sehen. Zeiträumen, mißt— Einstweilen aber, tegensagj. der Strabe ganz andere Sache als auf dem da, wo einstenz, Haferkriggen, waren, Benzin=(g, ist doch eine ganz torstelen, e auen e, ve, gpe bisger) Turidu sieht den braunen Jungen gerührt Pockutschen kud übersiüsng gevorden. Lisan.„Du jolst nicht vergeblch auf mich gewareseoute pste e berzicher doe Hevd, Romanestet haben. Wenn Du wilsi, Hönnen wir es d iu Oeden enwigen ieh peov zutg mitsietzt machen: Er lehnt die Flinte an den tik. Begegneze uns nämlich ein Posiau.o mitsietzt, machen fliegenden Fahnen, das zum Sängersest fuhr.(Stuyl. i min ich. Die Lieder des Gelangvereins, die den Gensg Da hebt Turridu ihn in den Sattel, springt tatt des Rotors überönten, Klangen ebe z, dem Gaul in die Kruppe, und hussal fliegen sie schön durch die Eisel wie weiland das Bost=/Hahin. Als sie wiederkommen, Gil e; muß man selbst erleben und selber Jungen die Augen vor Glück.„Allala, das Au dies mug zwan feicht Elieven und geeet war schön!“ mitenpinden. Ran mutz sich in den Bupth“ Turidu siehzt sch nach seinex Fhrtzung, Die aus des Pulsschlages dieser uralten Eiselland=slehnt noch dort am Stuhl. cpost, über die das Sombel der Gegenwart ber sPatronen haben se heraus genommen. 25ch Kennwogen duwero gbershgat die Ahrsdanke Euch für Eure Redlichheit und fu eier v, berlichen Felspartien bei Fnsal, bei Prüch mit einander getrochnei“, zen güchen, seigt 9ie 9# gtmahr g per dulut, de: Ptumh) Wirft sich die Flinte auf ven Rumen, streg Kreuzberg, Altenahr, Walporzheim ragen auf in den Bügel und sprengt hinaus in die wie ewige Bahrzeichen. Herbstausenthalt Berge. Wer Adenau zu kurzem Herostachenthalt berge wählt, begeht kein: Dummheit, denn hier oben ist es billig, die Ausflugsmöglichkeiten sind vielgestaltig und sie wohnen mitten zwische alter und neuer Welt. Dazu sind Sie ganz nah beim„Ahrdoktor“, einem vorzüglich an der Ahr gezogenem Rotspon, der nicht nur bei St. Pater in Walporzheim, sondern auch in jedem Gasthaus zu Adenau kredenzt wird. Bauernbrot, prachtvolle Eifeler Milch un auch selbstgeschleuderter Honig vorgesetzt. Für 4,50 M gibt es in Adenau, Virneburg, Kempenich, Antweiler, Blankenheim, Brück a. d. Ahr und wie die Orte des großen altzz. Fulkangebietes alle heißen, überall Pension. Langweilig wird's Ihnen nirgendswo, so Sizilianische Bauernhochzeit Von Max Geißler. Lungwennig wild2 Jynin wandern mögen und ein wenig auf Entdekkungssahrten gehn. Da 9½53,35211, zwischeg den traulichen Eifelnestern Auoelbach und Wimbach zur Erinnerung an die Nöte des 30jährigen Krieges, das sogenannte Schwedenkreuz, eine sehenswerte Partie mit der Nürburg im Hintergrunde. Prachtvolle Waldpartien bieten Ihnen die Jagdgründe im Extal dei Adenau. Sehenswert sind die malerischen Winkel des Dorses Acht, die Tuffsteinindustrie bei Werbern, Kempenich, die alte Eifelmühle bei Herresbach. Lohnend ist eine Wanderung durch's Nitztal zur Virneburg. Der Wasserfall des Ahbachs bei Nohn ist sehenswert und ein Besuch am Mosenbrucher Weiher, einem erloschenen Vulkan, lohnt auch. Und wir das ganze Ahrtal von Kirchen und Kapellen durchsetzt ist, die oft vorwitzig um die Ecke lugen jo findet man hier oben an den Bergwegen überall Mirakelchen, Kreuze und Heiligenstöcke unter uralten Bäumen, die äußerst malerisch Knorrig und kernig sind die wetterharten Leute hier oben. Typen sind darunter. die heute noch die Charakterköpfe der alten Eburonen verraten. Mit diesen zum einen Plausch in einer alten Eifelstube— da können sich die Valten in ve, Knutr, urd Hen andern im Ttreiterstach. de mangelt ihnen nicht an Sonu zher fin.„Ah, Turridu ist ja in Ustika auf der Scheimenstüchen. Dem Movor gesginizgllung. leere. Bist Du nicht klar im Kopfe, Ninaz“ So hörte ich einen Waldbauern aus der Mül= Sie sind aufgesprungen, alle. Einer reißt —•.— Zwiebel, Oel und Portugiesische Tafelfreuden. Von H. S. Auerbach. Portugal zählt zu den von deutschen Reisenden wohl am wenigsten besuchten Ländern unseres Erdteils, und so ist es nur natürlich, daß man bei uns über die dortigen kulinarischen Verhältnisse meist nur recht verschwommene und gewöhnlich irrige Vorstellungen besitzt. Hört der Durchschnittsdeutsche, daß in der vortugiesischen Küche Oel und Ziebeln en.# vorragende Rolle spielen, z gein gt,## entse des Ane Veri bsten be in. Juh be oe sach, ohne zu aihzen, bach uzgcen SeL a7 6 vongeve Woye gexesitg, die de mit iu Opstrhehbiche Unterschede gesehen und uugz. 2ah Ede oringt— ein Feiz, aun sitzen, se um den eine Zwiebel, richtig behandelt, zum Lecter. risch auf der WBiese und halten das„weih=/tiggen grden kann. Und so wird mar auf slen: Gerz, E=Zeiznolen; Hazu glbte BaeswyPyen, ustronomischen Streiffahrt zürch das seisch und gencheiktnoten; ungn Zors Miaivo= einer Ftanien noch manche— meit angenehser und Ciro.,, mie olieberraschung erleben. mögen nicht nach jedermanns aber gegen die herrlichen gedämpften Lissaboner Zwiedeln oder die saftigen Schalotten in Tomatentunke wird schwerlich jemand Einwendungen erheben Unberechtigt ist auch das Mißtrauen gegen eine als„cebolada“, Zwiebelbrühe, aufgetragene Schüssel, in der feingeschnittene Rindfleischscheiben zwischen gekochten und rohen Zwiebeln und einzelnen Kartoffeln in einer rotbraunen Tunke schwimmen: ein sehr beliebtes Volksgericht. Wie in allen südlichen Ländern tritt auch in dem Tliche sitebenden Flascgrestent He rchzi5, ine Fremde wird sich allerdings lieber an eine der mit dem bei uns unter diesem Namen und unglaublich flach, häufig nur halb so dick Dos gleiche ait zie Spanier sagen, en su en urtaer in der eigenen berze, Beise dichten Vogovt vebgizr unseren Augen widerivd Pussehzene der Tiere an das bei der die ganz leestschert sind, aber gperstransg, Beionderheit bilbe: her„maneigt gzggn Bürzt, eiber Bohmhpfiegt, Kräftiger siad der aus Zwei Jahrhunderte auf einem eine da Serra und verschiedene Schaf= und Zieenkäse.— Natürlich herrscht an Obst jeder lrt kein Mangel. —s2— Der Feigendistelkrieg Eine Nutzpflanze wird zur Landplage. Von E. Conz. Jeder, der einmal in den Süden kam, vorahmlich an das Mittelmeer, kennt die Feigeng an e, eine Kakteenart. Denn manähen Gliedern, auf denen im Frühjahr walge rote Früchte leuchten. Monate hinird die Feigenditer,ihngs, üppigen Wuchies Reschiel enie celscheceice en Landplage sprechen, und seit Jolgze mar e zlich in Australien gar nicht einmal seimisch. Im Jahre 1838 erst wurde sie von inem eltigen ereiIXer Sergsäinder halte gre Päne mit ehr Er wollte die Cochenille Leider hatte der Engpgdie Kaszeazisgh, dos trockene aufreziste nichr die tht. Seöche oder ob die Feigen Opuntien— Jpiel: nillezucht geeianete,ug, geno Faul gingen die vier keine Rolle. Auf jeven, Zie geigendiftel Kaktusschildläuse ein, Obwoh,„iemand machte 9 domo); in Gegenteil, die Kaktee würde Aber auch diese Hoffnung erfüllte sich nur zum geringen Teil. Dagegen begann das unaufhaltsame Wachstum der genügsamen Pstunze zu einer Gefahr für die Farmer zu werden. Mühsam urbar gemachtes Ackerland wurde von ihr verseucht, und mancher Bauer floh geradezu vor ihr. Solange in dem ganz dünn besiedelten Land noch genügend fruchtbarer„Zoden vorhanden war, konnte immer noch Ersutz für die von der Feigendistel eroberten Ländereien gefunden werden. Doch um die Jahrhundertwende war der Zeitpunkt gekommen, da sich auch die Regierung der Gefahr nicht mehr verschließen konnte. 1910 hatte die Pflanze 80000 Quadratkilometer bepflazshore g.,Begheggeg erobert. 1916 hatte sie sich schon auf ein Geviet von rund 100000 Quadratkilometern ausgebreitet. Zur gleichen Zeit waren in Australien im ganzen nur 70000 Quadratkilometer Land Dringende Abwehrmaßnahmen erschienen erforderlich. Zuerst versuchte man es nochmals mit der Einführung der Orundloge zu ter gernichtung der Feigendistel versuchte man die Vernichlung der Feigendistel durch Menschenkräfte und Maschinen. Man ging mit Arsenik und anderen Giftstoffen gegen die Landplage vor. Doch auch hiermit konnte trotz der großen Unkosten kaum etwas erreicht werden, und außerdem wurden durch das Gift de uich gelange moan P1h.5 und vermehen Du. L8ag Eae, Bieser Reie nach Australien eingeführt. Die Mottenraupen und dort ständig beobachtet. „feld“ ausgesetzt und dort ständig beobachtet. Innerhalo von vier Jahren hatten sie sich derartig vermehrt, daß 1930 das australische Bundesamt zur Bekämpfung der Feigendistel eine halbe Milliarde Motteneier abgeben konnte. Die Motte legt ihre Eier in dattelförmiger später nur noch fünf Tage lang ihces Levens uRotte zu erfreu glanze geht ohne Ausnahme ein. Die Glieder verlieren bald ihre sattgrüne Farbe und nehmen ein fahles Gelb an. Innerhalb zwei, höchstens drei Monaten, wenn die Motte sich entpuppt hat, ist die Feigendistel, die ihr als Hauswirt und Nährmutter dienen Obwohl die Zucht der Caetoblastis augenblicklich noch in den Kinderschuhen steckt, ist es doch schon gelungen, insgesamt 4000 Quadrat Aus einer Ostsibirienfahrt von Joseph M. Velter. In den ersten Frühlingstagen trafen mein Gefährte Imquill und ich überraschend auf ein kleines Chinesendörschen. Es lag an der Mündung des Notoche in den Ulache und hieß Notochousa. Bald erfuhren wir, daß dieses armselige Dörfchen zu den ältesten Niederlassungen der Mansen(Ussuri=Chinesen) im Gebiete des Sichota Alin überhaupt gehört. Hier führte der uralte Weg vorüber, der die wilde entlegene Welt des Ussuri mit der St. Olgabucht verband. hier trafen sich in alter Zeit Fallensteller und Händler. Aber die Reichtümer der Taiga gingen immer mehr zurück, die Jäger blieben aus, das Dörschen sank in Vergessenheit. Es fristet ein armseliges Dasein... Ein paar Tage blieben wir in Notochousa, dann ritten wir den Ulache aufwärts der Ostküste zu. Der Frühling mit seinem kurzen, bestrickenden Zauber war gekommen, chinesische und koreanische Jäger streiften in der Taiga auf der Jagd nach Isjubrhirschen. Um diese Zeit ist das Geweih der Hirschen für die Chinesen am wertvollsten. Im Herbst wird das alte abgeworfen, im zeitigen Frühjahr beginnt es, aufs neue durchzubrechen. Jetz ist es weich zart und durchblutet, noch„im Hast“ und wire von den Chinesen, in deren Meoizin es eine große Rolle spielt, hoch bezahlt.„Panty“ das Geweih in diesem Zustande. Der glückliche Schütze, der einen Isjubrhirsch im Bast erlegt, kann damit rechnen, wenigstens dreihundert Goldrubel dafür zu erhalten. Wertvoller allerdings sind die noch durchbluteten Pantygeweihe der gefleckten Hirsche, für die oft anderthalbtausend Goldrubel geboten werden. Täglich fast trafen wir auf unserem Ritte Hirschjäger, Russen und Koreaner meist, während in den kleinen Siedlungen chinesische Pantykocher auf die Beute warteten. Das Abkochen der jungen Geweihe bis zum völligen Härten, bei dem die wirksamen Säfte nicht verloren gehen dürfen, ist eine große Kunst. Das Abkochen in dem heißen, gerade siedenden, aber nicht wallenden Teeabsud nimmt Wochen in Anspruch. Eine einzige Unaufmerksamkeit— und das Geweih springt, reißt auf und wird fast In früheren Jahrzehnten fingen Chinesen und Koreaner die Hirsche oft zu Hunderten mit Hilfe von Fangzäunen und Fallgruben. Heute ist der Bau der Fangzäune, Lutewas genannt, glücklicherweise verboten; doch stießen wir verschiedentlich an Wasserläufen auf alte, verfallene Zäune. Da sich die Basthirschezihre, Kampfohnmacht bewußt, während, der Gionate der Geweihbildung in die tiefften Dicungen zurückziehen, fallen der Geldgier der Jäger nur noch wenige Tiere zum Opfer. Infolgedessen steigen die Preise für Panty ständig, so daß die Pantyjagd sich immer noch zu lohnen scheint. Auf unserem Weiterritt fanden wir außergewöhnlich viele Fasane, auch Wachteln und Rebhühner. Ein merkwürdiges Tier aber fiel mir besonders auf. Ich saß eines Abends mit der Angel am Ulache zwischen Weiden und Erlen versteckt. Die besonders schmackhafte