fundene Diamanten wurden ihm sofort über. geben und von ihm in einer kleinen Büchse gesammelt. Diese Büchse kam jede halbe Stunde an den Oberaufseher. Der Kiessand wurde auf Karren gepackt und zu einem engmaschigen Sieb gebracht. Zwei Männer bedienten dieses, und der Aufseher nahm die Steine, die im Sieb blieben, in Verwahrung. Der Kies, der durch das Sieb hindurchging, floß in einen Karren und wurde nach einem Sortiertisch gebracht. Hier schaufelten zwei andere Männer den Kies auseinander; gefundene Diamanten nahm der Aufseher zu sich. Der nachgebliebene Kies wurde nochmals durchgewaschen und jede moderne Vorrichtung angewandt, um auch des kleinsten Steines habhast zu werden. Alle Arbeiter standen unter scharser Bewachung; es war ihnen nicht einmal erlaubt, während der Arbeit die Hände in die Taschen zu stecken. Man dachte nach, daß die Angelegenheit der Diamantenselder— auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die Wüste— den verbotenen Handel verhirdern würde. Die Felder waren von Stacheldraht umzäunt, kein Arbeiter durfte während der sechs Monate seines Kontraktes diese Umzäunung verlassen. Die Leute wurden tatsächlich schärfer bewacht wie Sträflinge. Bewaffnete Polizei patrouillierte Tag und Nacht. Nachts suchte ein großer Scheinwerfer das Lager ab. Wenn ein Mann sich verdächtig machte, wurde er sofort durchsucht. Einige Aufseher durften noch wort Nolloth gehen, um Nahrungsmittel und das, was die Arbeiter brauchten, einzukaufen. Diese selbst waren im Lager immer unter Aufsicht. Trotzdem, der verbotene Handel blühte. Zuerst in kleinem Umfange, dann immer größer und größer werdend. Die Diebe singen an, jede erdenkliche List zu gebrauchen. Die ersten hinübergeschmuggelten Steine wurden in Konservenbüchsen mit Haserbrei getan. Ein Strick am Deckel ermöglichte ein Schleudern, so daß die Büchse weit wegflog, wo der Spießgeselle scoon wartete. Der Haferbrei verhinderte das Klappern, und durch das Schleudern vermied man Fußspuren in der Nähe der Umzäunung. Vor längerer Zeit entdeckte die Polizei diese Art von Schmugge'n. Noch strenger wurde die Aufsicht, doch die Diebe waren nicht zu schlagen. Sie erdachten andere Mittel; da, wo der kluß ins Meer mündete, ließen sie sich auf dem Wasser treiben, in der Nacht trafen sie die Gräber, und Pakete von Steinen wanderten in ihre Hände. Wieder entdeckte die Wache die Diebe, und es wurde angeordnet. auf jedes fremde Fahrzeug in der Nähe der Diamantenfelder zu schießen. Eine Bande kam auf den sensationellen Gedanken, die Felder zu überfallen und mit ihrer Beute zu entkommen. Tagelang segelte ein Schoner auf und ab und wartete auf ein Zeichen von der Küste. Doch vergeblich. Die Pläne wurden entdeckt und die darin verwickelten Arbeiter verurteilt. Aber der Schmuggel wurde fortgesetzt. Obgleich die Arbeiter, die das Lager verließen scharf durchsucht wurden, gelang es ihnen doch, Steine mitzunehmen. Einmal starb ein Mann, ein Sarg wurde aus Port Nolloth gebracht, der Begräbniszug verließ das Lager. Dus Auto. auf dem der Sarg stand, verschwand in der Entfernung. Später entdeckte man, daß in dem Sarg nicht die Leiche, sondern Kies mit Steinen weggebracht worden war. Andere Arbeiter, die das Lager verließen, benutzten alle Listen der Diamantendiebe. Sie versteckten die Steine in Stiefelabsätzen, in Rasierseise, Pfeifen und Stöcken. Einige schlitzten sich sogar den Schenkel auf, taten einen Diamanten in den Schnitt und ließen dann die Wunde wieder zuheilen. Andere spülten die Steine mit Bier hinunter. Ein Diamantendieb schluckte so fünfundzwanzig Steine, bekam aber zu seinem größten Leidwesen nur zwanzig wieder heraus. Der unglückliche Dieb nimmt jetzt noch täglich Brechmittel, um den Reichium zu finden, der irgendwo in seinem Körper verloren gegangen ist. Wenn die Schmuggler aus dem Lager entkommen sind, begeben sie sich in die Stadt, wo Abenteurer herumlungern, die gewillt sind, die verbotenen Steine zu billigen Preisen zu haufen. Der Handel wurde so ausgedehnt und mirkte dermaßen auf die Märkte in London und Newyork, daß die Regierung und die Syndikate sich gezwungen sahen, mit größerer Energie in den unerlaubten Handel einzugreifen. Sie schickten ihre Agenten unter die Wbenteurer, um die Steine ohne viel zu fragen zu kaufen. „Niemand vermag sich vorzustellen,“ erzüh#'te mir ein Agent,„wie schlau diese Schmuggler sind. In Autos können z. B. die Steine gut versteckt werden. Im Benzinbehälter, im Futter der Haube. in den Löchern des Kühlers ist setzt ein halbes Dorf in Brand Die niedergebrannten Häuser von Aufhausen bei Augsburg: 23 Menschen verloren ihr Obdach. Oben links: Der Brandstifter, der 6jährige Johann Trautwein, weint — nicht vor Reue— sondern weil er photographiert wird. Sieben Wohnhäuser, sowie der Kirchturm des Dörfchens Aufhausen bei Augsburg, wurden innerhalb von 2 Stunden das Opfer eines Feuers, das ein noch nicht 6jähriger Junge im Spiel angezündet hatte. Platz für sie. Wenn man solch ein Auto gründlich untersuchen wollte, dann müßte mun es in Stücke zerlegen. Ich glaube, Namaqualand ist heute das reichste Land der Welt, Diamanten im Werte von 2000 Mark werden für ein Nichts verkauft. Man braucht nur in die Wüste zu gehen und einige Eingeborenendörfer zu besuchen. Die Eingeborenen, die seit Jahren die Steine aus dem Sand ausgesammelt haben. verkaufen sie zu billigen Preisen. Für einen Diamanten, der durch einen Flaschenhals geht, zahlt man eine, für einen größeren vielleicht 2,50 Mark. Händler aller Art, berüchtigte Persönlichkeiten treiben sich hier herum. Nach einigen Tagen fahren sie mit dem Auto nach Transvaal und verkaufen da die Steine, die sie vorgeben, in Transvaal gesunden zu haben, öffentlich zu den Marktpreisen.“ Andere Diamantendiebe kaufen sich in den Diamantenfeldern bei Lichtenberg eine „ausgediente Mine und tun so, als ob sie graben. Die hereingeschmuggelten Steine aus Namaqualand werden in die Grube getan und dann als Transvaalsteine wieder ausgegraben. Wenn man aber eine Mine besitzt, dann darf man die Steine öffentlich zum richtigen Preise verkaufen. Vor einiger Zeit entdecte die Polizei, daß die wunderbaren Funde in Transvaal nur eingeschmuggelte Steine aus Namaqualand waren. Meistens verkaufen die Schwindler ebenso wie ihre Steine ihre Minen an jemanden, der an den Reichtum der Mine glaubt. Dann entkommen sie so schnell wie möglich über Kapstadt auf ein Schiff. Um die Steine aus Afrika nach Europa und Amerika zu schaffen dazu gehören wieder Scharfsinn und manche List. Der Dieb weiß genau, daß er in Newyork oder London bessere Preise erhält als in Johannesburg. Darum gebraucht er jedes Mittel, um über oas Meer zu entkommen. Einmal war da ein Mann, der Hunde sehr gern hatte. Er reiste oft von Südafrika nach Europa— immer mit einer Anzahl von Hunden, die er sehr liebevoll behandelte. Doch, wenn sie aus der Quarantäne kamen, wurde er plötzlich unbarmherzig. Er tötete alle Hunde und hielt Leichenschau. In jedem Tiere wurden Tiamanten gefunden. Die Diamantenschmuggler ließen die Hunde einige Tage hungern, dann gaben sie ihnen ein Stück Fleisch, das mit Diamanten gespickt war. Die Tiere verschlangen es gierig, und die Steine wiren so in Sicherheit, bis die Hunde getötet wurden. So geht der Handel weiter. Männer und Frauen sind gewillt, das Wagnis zu unternehmen, um des großen Vorteils willen, der darin steckt. In London und Newyork gibt es Händler genug. die Steine kaufen, ohne zu fragen, woher sie kommen. zumal der Brillaitschmuck in der ganzen Welt immer wieder Anhänger findet. Hindu Blutrache in Kalifornien. Unter den in Kalifornien ansälsigen Hindus herrscht seit etwa einem Jahrzeynt eine ebenso zeheimnisvolle wie blutige Fehde, die kürzlich, bereits das vierzehnte Opfer gefor##ert hat. Ihre Ursache liegt noch durchaus in Dunkel gefüllt; doch spricht viel für die Wahrscheinlichkeit, daß sie aus politischen Aus inandersetzungen zwischen nationalgesinnten Hindus und inderen, die Anhänger der britischen Herrschaft varen, hervorgegangen ist. Hinzutretende perönliche Beleidigungen und Eifersüchteleien ührten schli zlich zu einem Morde, der ann m Wege der Blutrache mehr als ein Tutzend inderer nach sich gezogen hat. Das letzte Op'er des unheimlichen Krieges im Dunkeln###t der Student Sani Ram Pande, dessen Leiche kürzlich, an das Rad eines Traktors gefesselt, aiber ohne Kopf am Ufer des Sacramento gebunden wurde. Genau in der gleichen Weise hatte man auch die dreizehn früher den gezeimnisvollen Mördern zum Opfer Gefallenen aufgefunden. Der Unglückliche scheint sich des ihm bevorstehenden gewaltsamen Endes völlig bewußt gewesen zu sein, denn erst vor einiger Zeit kam er zur Polizei in Sacramento mit der Bitte, Fingerabdrücke von ihm zu nehmen, damit man für den Fall, daß auch er ines Tages enthauptet aufgefunden würde, die Leiche erkennen könne. Die Vorsichtsmaßnahme erwies sich als durchaus angebracht, denn nur mit Hilfe dieser Fingerabdrücke war es nöglich, den Ermordeten als Sani Ram Pande Jestzustellen. Blatt 9 Winterberg der Sauerland=Karte 1:50000 des Sauerland=Verlages zu Iserlohn 1,50; aufgezogen und in Schutztasche 4,— Mk.) ist soeben in 2., verbesserter Auflage erschienen. Das Blatt der 14teiligen Sauerland=Karte enthält die höchsten Erhebungen des Sauerlandes und damit des Hauptskigebiet und die romanischsten Teile des ganzen sauerländischen Gebirges. Es reicht von Niedersfeld im Norden bis über Battenberg im Süden, von WestfeldDotzlar im Westen bis Minden im Osten. Alle Wanderstrecken und bezeichneten Skiwege sind, rot eingezeichnet, auf den neuesten Stand gebracht. Auch die Hauptstrecke des neuen Hauptveges 14 Warstein=Biedenkopf liegt auf Blatt Winterberg. Durch Hinzunahme von Grün für Wald als 6. Farbe hat die plastische Wirkung des Kartenbildes sehr gewonnen. Nunmehr liegen 4 von den Blättern, nämlich Winerberg, Hagen, Arnsberg und Waldbröl in dieser neuen Darstellungsart vor. Die Karte st durch jede gute Buchhandlung zu beziehen. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verag: C. Sanz, Altena. * * — S 3 * * # 312n 5 g 9•*"•25 * 8.—573 * 93.: 5 83 g5Ss 2à. 9571 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 15 Mittwoch, 8. April 1931 Künstlerjahre in Weimar Von Walter Haeckel. (Fortsetzung aus Nr. 13) Des Großherzogs genzes Interesse galt in erster Lin'e dem Theater, der Oper und der Kunstschule. Da war es natürlich auch für uns Jüngsten in der Antikenklasse ein besonderes Ereign's, wenn es heß:„Heute kommt der Graßher##cg!“ Kalckreuth stürmte herein: „Kinderchen. haltet Euch bereit!“ Wenge Minuten später erschien er dann mit dem allerhöchsten Herrn. Von Staffelei zu Staffelei richtete Carl Alexander an die Kunstjünger die gleiche Froge:„Wie heißen Sie, wie lange sind Sie schon hier, wo sind Sie her?“ Um dann eingehende Kritk an den Arbeiten zu üben. So kam er auch zu mir, wobei Kalckreuth mich als Ernst Haechels Sohn vorstellte. „Ah. freut mich sehr, freut mich sehr! Wie geht e: Ihrem Herrn Vater? Ich habe gehört, daß des Zoologische Museum in Jena reich besetzt ist, vorzüglich!“— Dann wandte er sich zu meiner Arbeit. Kalckreuth hatte mir den realistischen Kopf eines germanischen Sklaven aus der Römerzeit aufg baut, an dem ich mich gründlich versuchen sollte. Serenissimus fragte mich nun:„Ah. was ist das für ein: Kopf?“ —„Ein alter Geimane, Köngliche Hoheit.“ Wie mir das schwer und verlegen von der Zunge ging, zum ersten Male meinem Landesrater gegenüber!„Abscheulich, abschenlich! Wer hat Ihnen den Kopf gegeben?“—„Mein Lehrer, Herr Professor Graf von Kalckreuth.“ Der stand hinter mir und versetzte mir etliche Nüffe!„Unbegreiflich, unbegreiflich! Sehen Sie, mein Lieber, und ich, wir sind doch auch Germanen, wir sind doch viel schöner!“ Damit war ich in Gnaden entlassen. Im größten Gegensatz zu ihm stand sein Sohn, der joviale Erbgroßherzog Carl August, bei seiner ausgesprochenen Vorliebe für die Landwirtschaft die„Endrübe“ genannt. Er Itt schwer unter der Tredition seines Hauses, die strenge, steife Hosetikette war ihm von Herzen zuwider. Schon durch seinen reinen Weimarischen Dialekt wirkte er natürlich und ungezwungen und fühlte sich unter den Grundbesitzern des Landes immer am woh'sten. Meinem Vater gegenüber äußerte er einmal: „Seh'n Se. Herr Professor, ich möchte nun so gerne einmal ganz alleene von Weimar durchs Mühltal nach Jena geh'n, aber immer muß so e dummehriger Adjutant derbei sein!" Toch auch er hatte gelegentlich für die Kunst Interesse zu markieren und erschten dann ebenfalls eines schönen Tages in der Kunstschule. von Kalckreuth zu uns geleitet. Kalckreuth stellte mich vor.„Ach gar, wie geht's—n Ihrem Vater? Hatt'n Sie denn keine Lust zu studieren, interessieren Sie sich nicht für die Infusor'en?— Was ist denn das für'n Kopf, den Se da zeich'n?“—„Die Niobe, Königliche Hoheit!“—„Richt'ch! Wie lange müss'n Se denn d'ran zeich'n?“—„Vier Wochen, Königliche shelt.“— Er zu Kalckreuth gewandt: „Na, Herr Graf, ich glaube, wenn ich'n Jahr an dem Kopf säß', ich brächt'n nicht fert'ch“. Und mit schönen Grüßen an meinen Vater empfahl er sich. Im Herbst 1888 schenkte der Großherzog seine alte Hofschmiede dem Theater gegenüber gelegen, seinen Malern als Künstlerheim. Das war nun ein Ereignis sondergleichen, und alle Mal.klasen, die sonst wenig Fühlung untereinander hatten, arbeiteten unter Kalckreuths anfeuernder, begeisterter Führung für die Instandsetzung der alten verräucherten Räume unter möglichster Erhaltung des Milieus. Um Weihnachten war das Heim fertig gestellt. ein Künstlerheim, wie man es sich bei der allergrönten Ein'achheit in der Auestellung in solcher Originalität nicht besser wünschen konnte. in dem nun das erste Künstlerfest, der„Christaindlmarkt“, ganz We mar in Erstaunen setzte und außer dem Häuschen sab. Der Eröffnung wohnte Carl Alexander mit einer Freude und erzlichkeit bei, die allgem in überraschte. Der ganze Hof zottelte in Reih und Glied hinter ihm her, die mitwirkenden Durchlauchtigsten Schwestern Fürst n Wittgenstein und Gräin Görz=Schlitz mit einem ausgesuchten Daneuf'or verliehen dem Fist einen märchenhafen Zauber. Einheimische Künstler und Schriftteller von Rang und Namen, die„tönenden unstler“ vom Theater, der Oberregsseur Brock, Generalmusikdirektor Dr. Lassen, der eu engegierte Richard Strauß gaben dem Lanzen Klang und We’he. Die Musen und die Grazien hatten große, festliche Tage! In illen möglichen, auch unmöglichen Kostümen summelten wir Kunstschüler uns in ausgelas'enem Uebermut. Das ganze wurde von dem zewandten Hausvogt Lucas von Crenach bereut. Immer wieder äußerte der gütige alte arst seine helle Frande zu dem überroschend elungenen Fest:„Meine Maler, meine Ma2r!“ Jahre später auf einem ähnlichen Künstlerest um die Weihnachtszet— es fanden wohl m ganzen nur vier statt, da nach Kalckreuths Weggang von Weimar der„spir'tus rector“ sehlte und auch viele seiner Schüler IlmAthen verließen— erschien Carl Alexander eichfalls mit seinem Adjutanken Grafen Byandt, der in großer Verehrung der Gräfn öörz zugetan war. Sie und ihre Schwester ie Firstin Wittgerstein, traten als Genien auf. als Hüterinnen eines goldenen Schatzes, bei dem wir Jüngsten als Wache auf Posten waren. Serenissimus. durch Glanz und Schönheit unseres„Zauberbergs“ gefesselt, hielt länger im Gespräch bei uns aus, sein Adjutant konnte sich aber gar nicht trennen und vorgaß eänzl## seiner Schutzpflicht am Allerhöchsten so daß der Großherrog' im Weitergehen sich nötzlich in einem arderen Raume alle'n befand und in den Seal rief:„Wo ist Bylandt, wo ist Bylandt??“ Als er erschien, leote ihm Corl Alexander nohe:„Mein Lieber, Sie haben sich zur für mich zu interessieren." Das war sehr jiedlich! Zwischen diese mehr öffentlichen Veranstalungen wurden aber auch geschlossene Herreneberde eingeschoben, bei denen begre flicherweise an„Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung" nicht gespart wurde, zumal Graf Börz den Reigen führte urd die Herren vom Ho'e und vom Theater dabei nicht zurückstanden. So trat der Maler Carl Strathmann der Clown unter den Künstlern. an seinen Tisch und persiflierte die Erlaucht folgendermaßen? „Alle Gerzen brennen, alle Gerzen brennen, Nur die Grafen Gerzen brennen nicht!" Sofort replizierte aber Emil: Alle Männer können's, alle Männer können's Nur die Strathmänner können's nicht!" Allgemeines Hallo, und begossen zog SpleenStrahmann von dannen. Wir anderen kühlten unser Mütchen an dem Abend in den gewagtesten Aufmachungen und Karikaturen, darunter eine Anzahl als Töchter des Parodieses. Nun war es nicht leicht, unseren distinquierten Landesvater zu bewegen, diesem feucht=fröhlichen, saftigen Fascingstreiben beizuwohnen, aber auf diplomatischen Schleichwegen einiger hoher Herren gelang es doch, und er amüsierte sich köstlich, obwohl er gelegentlich in gefährliche Enge geriet. So krallte ihn im lustigsten Treiben eine der verführerisch verkleideten Bajaderen an:„Königliche Hoheit, darf ich heute Aberd mit ine Sagoß fahren?“ Worauf Carl Alexander, im Augenblick etwas verdutzt, aber sofort der Maskenfre heit gerecht werdend, erwiderte: „Nein, meine Liebe, heute Abend nicht!" Ja, in diesem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, des letzten Carl Alexanders— er starb im Januar 1901— stand Weimar im Zeichen der schönen Künste. Er war unser Schirmherr, urd wir nutzten diesen allerhöchsten Schutz weidlich aus, was den biederen Bürgern mitunter schwer auf die Nerven fiel, wenn sie schließlich auch selber ihren Spaß dabei hatten. So wurde eines Tages im Wochenblättchen bekannt gegeben, daß der Prinz von Siam mit Gefolge auf der Rückreise von Berlin dem Broßherzog seine Aufwartung machen werde. Banz Weimar war auf den Beinen zum Pahnhof. Was sich an Droschken und Land zuern auftreiben ließ, wurde gemietet und vor: kostümierten Künstlervölkchen besetzt. Lucas von zranach hatte stillschweigend den Oberbürgermeister und Bahnhofsvorstand davon verständigt, sodaß der feierliche Empfang des exotichen Prinzen mit Ehrenjungfrauen, Fahnenschmuck und Musik vor sich gehen konnte. Die roten Läuser waren aus den Fürstenzimmern des Bahnhofs zum Geleise gerollt, und pünktich lief— nicht der D=Zug aus Berlin, sondern des Lokalzug II. bis IV. Klasse von Apolda ein, wo die Metamorrhose der Kunstjünger vor sich gegangen war. Darin nun die Kaiserliche Soheit, der Prinz von Siam in Tracht und Onden seines Landes. gelb wie eine Banane! Die Formalitäten wickelten sich spielend ab, uind flott rollten die Equipagen in langer Reihe nach We'mar hinein. Die Bürger guckten, neugierig, kritisch, spöttisch, mißtrauisch und — genarrt!„Die Maler, die verfluchten Kerls, wenn se uns nur nicht schone widder fer'n Narr'n halten! Aber der Großherzog erlobt'n je alles!— Ach, he, der Prinz von Siam, das is doch Curt Liebig un sei Kawasse Leo Günher, der Hut'ch, pass'e mal uff.'s is so, wie ssch's sage! Nune fah'n die Ludersch ooch noch bei'n Großherzog ins Schloß! He, un de Wache trommeln se ooch noch'raus, da heertsich doch alles uff!“— Und richtig, als der Wagenpark in den Schloßhof einbog, trat die„Wache rausss“ und präsentierte im Trommelwirbel! Carl Alexander begrüßte vom Balkon aus winkend einen exotischen Vetter, den Prinzen von Siam. den er abends in der Oper in die Hose oge bat. Sprach da nicht doch über Generaionen in dem hohen Herrn das Blut seines zroßen Ahnen wie ein spätes Abklingen der ollen Tage des jungen Carl August und „ethes? Ein lukullisches F.stessen im„Ruse ischen Hof“, dem damals ersten Hotel Weimars, gab dem Ereignis offiziellen Anstrich Blötzlich fühlte aber der Prinz von Siam ein Bedürfnis, von dem Cranach den Wirt verständigte. Nach kurzer Zeit hieß es, es sei alles bereit. Eine Flügeltür öffnete sich, und auf einem Plüschsessel thronte— die„Vase“! Später einmal stattete der Berliner Künstlerverein St. Lukas— die Lukasgilde— den Weimarischen Koll gen einen Besuch in Corpore 1b. Da war der Empfang aber bedeutend einacher, wenn vielleicht auch origineller. Alo brenjungfrauen erschienen alte Modelle mit Rüben= und Krautsträußen, im Ochsenwagen ging es in die Stadt. Zusammenlegbare EhrenForten wurden pessiert und dann wieder aufzebaut, Bacchus herrschte in den übermütigen Tagen. Festvorstellung im Hoftheater, dann eucht=fröhl'cher Umtrunk im Künstlerheim bie in den früheren Morgen. Andern Tageo ehlte einer der Berliner Gäste! Im Russischen dk. Erbprinzen, Elefanten, Adler, Schwan, in den Weinstuben von Sebesse, Freund, in Werthers Garten— genannt Werthers Leiden!—, überall vergebliche Suche. So kam nach auf den eineig rettenden Gedanken: Wir müssen den Mann ausklingeln lassen und „on#zeiliche Erlaubnis einholen. Das geschab zag den iu Verlast genn eiu Proden Glochke rend in Weimare Stragageu auu; deklamie. winrde der meinfroß uuder. Und wo süsem Schlaf und pe Tolge gefunden?— in Felsene mit dum g raum im Park, unweit des samkeit“:: dem Goetheschen Spruch„Einsamo heilgern, was er im Stillen be„ien Peicheung aut dm Suriet sein Glüchs öunt, daß ihm Resesche i er für Bnd lsich zu zeinu vertraut, tröstlich und hüf, este e e.-eceer cbe Pilste Fir eläubgen, selgen Zungen! Im Kunstie rheim fanden wir uns alle wieder, wabewegt und erregt euud etra er noch so muste“;, daß irgen eine auslösung glötzlich Eranach, zui Erleuchtung überkam Er. un,, den Hausvogt; wir müssen Stunde einenn in dieser heligen hilst dabein“ gStreich spielen, Kalchreuth, Du Lein wansch and, Beimar log in tiefer Ruh ie Menschenseele war mehr in den StraPlätzeg,„Jelbst das Auge des der Schillerstraße i Gerechten. In neehöhe über eina gronte in dovvelter Manwot gestrischener, Schirmgeschäft ein weißBaraplute, dar mo zag gelnannterg, dlecherner Kelchreuth mit: gerunter. Eranach und mit ihrem Gardemaß, einer auf den andern, wonten das Attentat wagen, wir andern sollten an den verschiedenen Straßenecken schmokrmten. Carmt Posten stehen. So sich ein zer wir aus, Lautlose Stille— plötzdon un, arder Frach, wie von einem brechenine Künstlerheim Huschen und Schleichen und— der Schirm war geborgen. Als aber am anderen Morgen die diederen Bürger den Theaterplatz kreuzten, erstarrten sie teils wutentbrannt, teils schadenroh vor dem Goethe=Schiller=Denkmal: Die Tibskuren waren über Nacht„beschirmt"! „mapergellen Hleihft auch eine„Hexenverbrenu grgignn seit bei dichkem Schnee Holzstoße thronte eine große weibliche Strohpuppe in Kleidersetzen. die als Märtyrerin der schönen Künste den Flammentod erleiden sollte. Der Markt= Flaß- kaid gestopst voll Menschen. Das Armdarch seinen Absulanten verkreien, die hohe Obriakeit voll versammelt. Und unter mysteriösen Zeremonien und Versemungen der Gugelmänner stieg die Strohseele aus lodernden Feuergarben gen Himmel. fröhliche, ausgelassene Treiben in dem Blischichen Iusammenwirken der verschiedensten Feuschuftsklassen, vom einfachsten kleinen Maler bis hinauf zu dem Landesherrn, nicht zum wenigstene begründet in den führenden Persönlichkeiten der Lehrer und Meister der Kunstschule, wo das Menschentum über Rang und Stand erhaben war, hatte seinen Mittelpunkt vor allem in der sturm= und drangvolten, überzeugungsstarken Persönlichkeit des Grafen Leopold von Kalckreuth. der mit Ulrich von Hutten sagen konnte:„Die Künste und die Wissenschaften blühen, es ist eine Lust zu leben!“ Seine kampf= und tatfrohe Natur, seine„olle Hingabe an die gute Sache, die Neue Malerei, sein Bemühen, dieser zum Siege zu verhelfen, riß auch das ganze für Kultur interessierte Weimar und weit darüber hinaus die streitenden Parteien mit sich. Was aber Kalckreuth nicht hoch genug angerechnet werden kannte, war die Zivilcourage, mit der er seine Kunstanschauung gerode seinen Standesangehörigen gegenüber rückhaltslos vertrat. Seisep argu greifende, soziale Einstellung ließ i ven Landel der Zeiten frühzeitig erkennen und befähigte ihn zum Führer der ihm von allen Seiten zuströmenden Jungen. Ihm war es vor allem zu danken, wenn das alte, fast nax von der Tradition lebende Weimar für sahre eine neue entwicklungsfähige, leider nur stezeit erleben konnte und als Kunst### gieder einmal in der vordersten Linie Zeit bestätigte die „Tages Arbeit! Abends Gäste! Saure Wochen! Frode. Feste! eet dein künftig Zauberwort!“ rheinischen Frühling entgegen Von Heinz Ader, Bad Godesberg. Er fließt und raunt und rauscht und murmer in den Pinipen Iumer aus dem Somden Frühlung aater und aus dem Vinter mn. Treibeig, wößt af. Jahre führt er Alirrendes Frühfing# er steigt er alljährlich, wenn der Frühling nommt. Dann fliegen die Mänen auf, die sich oft auf seinen Wellen schaukeln und in den Landebrücken der Dampfer und Motorboote am Ufer knackt und kracht es. als scsaun tr.. i9 der alte„uiese zum Frühtugsauferstehungsfest in der Natur. Und ganz österlich treiben und knospen im Rheinland die Bäume. Die„Märzamseln" schlugen im Siebengebirge schon in der Abendsonne der letzten Februarwoche, da noch Schnee en Drachenfels bedeckte. Doch wochenlang wolvre sich tiefblauer Vorfrühlingshimmel über das erwachende rheinische Land, und die einsamen Pfade des Rheinhöhenweges waren in bisier seit zum Wochenende schon ziemlich In den stillen Tälern der Eifel und des Hunsrücks verklang das fröhliche Geschrei der schlittenfahrenden Jugend. Irgendwo werden dann auch Sie die Herrlichkeiten der rheinischen Heimat neu erschauen wollen. Irgendwo werden dann auch Sie in Rheinlands Bergen das Erwachen des rheinis hen Frühlings in Feld und Wald und Wiesental erleben wollen! Trotz aller Not der Zeit! Nein— gerade wegen dieser Not unserer Gegenwart. Wo wollen und sollen wir heute noch Kraft und Mut und Lust herholen, wenn nicht aus der ewig sich selbst erneuernden Frühlingsnatur unseres herrlichen Heimatlandes? Munter springt und hüpft die glucksende Ahr durch ihr teils wildzerklüftetes romantisches Felsental. Fröhlich, in ewig lachendem Rhythmus schlängelt sich die Mosel dahi n. Main, Nahe, Lahn, Wied und Sieg wetteifern in schönem Lauf um den Vorrang:„Beglückensten Strebens zum Rhein!“— Er aber wallt ruhig zu Tal, gleitet seinen Jahrtausende alten Weg und fließt ruhig und majestätisch an all den traulichen Städtchen vorbei in den sagendurchsponnenen Rheinulcheeglocklein läutete. Der Großherzog war####..“ durch seinen Adintanten vortreten die hahg frühling. Hier schwatzen die Stare von Namedy und Nonnenwerth schon von summenden Bienen. Fischer, Winzer und Bauern fragen sich schon: Ob wohl auch in diesem Jahre wieder die Schwalben ihr Nest an unserem Hause beziehen? In den rheinischen Gaststätten aber ist Hausputz. Ein großes Trommeln auf Kissen und Matratzen hat begonnen. Und wenn auch der Fremdenstrom nicht so gigantisch und überwältigend wird wie das letzte Hochwasser des Rheins: Der rheinische Gastwirt verzagt nicht. Er ist zäh, beharrlich, tatkräftig und zukunistsgläubig wie Eiselbauer und Moselwinzer. Genau so wie die Schornsteine der Schleppdampfer auf dem alten Strome, so werden auch unsere Kamine wieder rauchen, sagt der Volksmund und gibt damit nicht nur seinem Vertrauen, sondern seinem tiefen Wissen Ausdruck über den Wiederanbruch besserer Zeiten, nach dem ewigen Gesetz von Wechsel und Wandlung. chiechten da der Rheinländer in Zeiten traurig sein?!— Ihm winkt der Fruyling in den Bergen von Rheinstein und Stolzenfels! Ihm winkt der kommende Blütenzauber vom Vorgebirge Köln, Bonn bis Rolandseck, von Niederlahnstein, Braubach bis Kamp, Bornhofen und im rheinischen Kirschenparadies gegenüber von Salz— Boppard und rings um die schöne Rhein=Moselstadt Koblenz. Naturgefühl beseelt den Rheinländer tiefst. Er ist verwachsen mit Sonne und Wolken und Winden, ist verwachsen mit Bergen und Strom. Warum soll ihn unser aller Geldmangel so drücken, daß er sich geschlagen und traurig heiseite stellt, wenn demnächst der Ginster bluht?! Am Rhein lacht Sonne und Liebe erwach. den Frühlings ins Land und wißt Ihr, was ich am Strome im rauschenden Wellenschlag fand? Einen Klang vom Glöckchen im Kirchlein, den Schlag vom schaufelnden Rad, einen verlenden Tropfen der Freude und wieder Neulust zur Tat. Der Sternenhimmel im April Von Dr. Dr. Carl G. Cornelius. icd immeinte te der verschwinden allmäh, egr, und mit ihnen sinkt die Muchstraße in die Lünste des Horizonts. Ihr Sternenband zieht sich tief am Himmel von Westen Pac„Pgrdosten, doch sind die leuchtendsten oarin— Sirius im großen Hund, Beteigeuze im Orion, Aldebaran im Stier— nur noch kurze Zeit am Abend zu sehen(AnJus d%s akts um 11, Mitte 10, Ende 9 schon gan. de weiße Rigel im Orion schon ganz nahe in den Strahlen der Sonne untergetaucht ist, stehen Procyon im Kleinen Bund, Castor und Pollux in den Zwillingen und Capella im Fuhrmann auf der anderen Seite der Milchstraße noch etwas höher. Im erblickt man neben den Zwillingen den Sternenhaufen der Krippe im Krebs, dann den Löwen mit dem gelblichen Regulus. Unter wache und den unscheinbaren Bildern des Bechers und Raben erstreckt sich der ausgeZshnte Leith, der Wasserschlange, deren einziger heuer Siern, Alphard, mit Procyon und negulus ein gleichschenkliges Dreieck(Spitze bei Procyon) bildet. Nahezu im Zenith jindet magu. dest Großen Pagen, zu dem außer den große Anzagle desannten Sternen noch eine anderer südlich und westlich dastehender gehören. Die Verlängerung leines Deichseloogens weist auf Arctur im Bootes und weiterhin auf die glänzende Spica in der Jungfrau. Oestlich hiervon geht das Tierkreisbild in der Waage auf; der Raum unterhalb des Bootes wird von Herkules, der Schlange und dem schönen Sternbogen der Krone eingenördlichen Teil des Himmels sieht„man die helle Wega in der Leier und Deneo im Schwan schon wesentlich höher stehen als im Vormonat. Immer tiefer dagegen sinkt das W der Kassiopeia, dessen zweiter Buchstabenzuge folgend) mit Mizar dem mittleren Deichselstern des Großen Wagens verbunden, genau in der Mitte der Linie teicht den Polarstern,„den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht", auffinden läßt. In ein paar tausend Jahren wird jedoch Wega diese dichterische Bezeichnung mit— eben,## idenig Recht in unspruch nehmen, denn dann ist der„ruhende“ Pol zu jenem hellen Sterne gewandert. Nur die Tatsache, daß die Bewegung des Pols so außerordentlich langsam vor sich geht, hat Anlaß zu dem ernähnten Zitat gegeoen. In Wirktichkeit beschreiot die Erdachse infolge der Anziehung von Sonne und wond auf den Aequatorwutst unseres Planeten im Laufe von 26 500 Jahren einen bestimmten Kreis, und diese Bewegung findet ihr Abbild in dem Vorrücken oder der sogenannten „Prucession“ des Himmelspoles. Die Planeten befinden sich im April in guter Beobachtungslage, namentlich der in unseren Breiten bei so oft bewölktem Horizont schwer auffindbare Merkur. Am günstigsten ist er zwischen dem 10. und 20. aufzusuchen, wo er eine Stunde lang am abendlichen Nordwesthimmel funkelt. Venus ist nur noch etwa eine halbe Stunde als Morgenstern zu sehen. Ihre Rolle hat Saturn eingenommen, der im Bilde des Schützen sein freilich viel weniger helles Licht in den Morgenstunden leuch en Stunden ist er gegen Monatsende sichtbar. Jupiters Sichtbarkeit nimmt stark er in den Zwillingen noch bis zur dritten Morgenstunde zu beooachten, am Schluß des Aprils sinkt er bald nach Mitternacht unter den Gesichtskreis. Mars folgt ihm in der zweiten Morgenstunde, er ist kein besonders auffallender Stern mehr und wandert langsam vom Krebs zur Grenze des Löwen. Uranus bleibt auch im April unsichtbar, während Neptun bis zum Morgen mit einem kleinen Fernroyr im Löwen gesucht werden kann. Die Sonne tritt am 21. aus dem Zeichen des Widders in das des Stieres. Ihre Mittagshöhe nimmt beständig zu, die Tageslänge teigt von knapp 13 Stunden am 1. auf 14¾ Stunden am 30. des Monats. In der Nacht vom 17. zum 18. erleidet die Sonne eine partielle Verfinsterung(etwa ½ des Sonnendurchmessers), die jedoch nur in Asien und im nördlichen Eismeer sichtbar werden wird. wies dagegen am 2. April eine totale Verfinsterung auf, die in Deutschland während ihres ganzen Verlaufs zu sehen war. Die folgenden Hauptlichtgestalten des Mondes treten ein: am 9. um 21 Uhr 15 Minuten Letztes Viertel), am 18. um 2 Uhr(Neumond) und am Viertel). 25. um 14 Uhr 45 Minuten(Erstes * 9 □ □ S 8 gUE BSGRNE — 5—.— POTE ** S SHuses s S 805 u 2 8 * SghSSF FEESSSpgeE SSRSRSSRRS 9 5 25 * * * Naturschutz=Ausstellung in Berlin Ein künstlicher Teich in der Ausstellung, auf dem lebendes Vogelwild nistet. sn###,##terwoche in Berlin ist diesmal dem Gedanken Naturschutn Heimatschutzes gewidmet. Anläßlich des eine Aueitzespaes wurde in den Hallen am Kaiserdamm reiche Schan auf. fnet, die eine interessante und lehrbewegung dietet. Lebieten der deutschen NaturschutzIndianer als Erfinder Von Ulrich von Riet. Daß die spanischen Entdecker Amerikas bei den wilden Eingeborenen der von ihnen zuerst Im. Bau von überaus schnittigen Ruder— aus Baumstämmen ausgebrannten und geschnitzten Einsitzern, die mit Paddelrudern angetrieben werden— sind die Wilden am Amazonas und allen seinen Nebenströmen Moister In(bichen Fuhrzeugen schieß ausgefundenen wesindi Meister. In saschon Fot uuu re —spe junwenen westindischen Inseln das Lavak roten Griea iper Fahrzeugen ieheben die rauchen kennen lernten, das durch sie nachs:: Frieger mir einer geradeza unwahrscheinEuropa kam und dann seinen Siegeszug umslicen Geschwindigkeit durch das Wasser die Erde antrat, weiß man. Es ist aber weitlunddr Herstellung von Waffen, Tierfallen weniger bekannt, daß gerade die sonst aufsihre große Peschichste; die Viden ebenfalls einer sehr niedrigen Kulturstufe stehenden süde(merden..... Pfeile und Bogen amerikanischen Indianerstämme eine Reihel“ en in allen Arten und Längen für die ###rfindungen und Entdeckungen gemacht Kriegsrast Zweche(Jagd, Fischeschieben, haven, die für die ganze Menschheit von größ=(egziesswaffen) vergestelltz besonders das Blaster Bedeutung geworden sind.(:9y, von dem man gelegentlich biDie indianischen Medizinmänner warenPeter lange„Kanonen“ sieht b bezw. sind die besten Kenner der tierischen und 9ochste Berool pflanzlichen Produkte des unermeßlicher aatlichen urwaldes, deren Artenfülle noch ggitlos Volzen schießen, zu deren Antrieb auch kein Europäer je ganz durchforscht hat. Jenerg##en längsten Rohren nur ein recht zeringer Männer allein wissen, welche von den vielen“usthauch genügt Tiarin sie K.....:“. Am wichtigsten sind aber in aller Welt die Indianern entdeckt: Pf Dieses Heu“ wird aus Tonpfeifen geraucht und verschafft dem Raucher, ähnlich dem Opium, die wunderbarsten Traume. Da die Einfuhe aller bekannten Rauschmittel nach den Veretnigten Staaten streng verboten ist, verlegten sich tüchtige Leute sogleich darauf, dieses noch heuähnliche Gift dorthin auszuführen, und zwar schickten sie irgend welche Glas waren, die in dieses„Heu“ verpackt wurden. So kam es anstandslos durch den Zoll. Das Neueste auf diesem Gebiete ist das Peyote, ein aus einem kleinen Kaktus gewonnener Saft, der angeblich die seltsamsten Halluzinationen hervorruft. Er soll dem Berausch= ten Dinge vor Augen führen, die sich Hunderte von Kilometern weit weg an anderen Orten ereignen, soll in Trancezustand versetzen usw. sich die indianischen Zauberer mit solchen Pflanzengisten berauschen, ehe sie als Wahrsager auftreten. Diese Medizinmänner, die zweifellos sehr viel Unfug verübt haben und es noch tun, machten andererseite auch bedeutsame Erfindungen, denn diese Leute kannten schon lange vor den Europäern die Antisepsis und brachten mit gewissen keimtötenden Pflanzensäften und durch Au stimmter Blätter auf die dicht Wunde auch se hoffnungslos Heilung. Damit sind nur die wichtigsten indianischen Liste lies: T.a nag.. au seführt. Die handeltc beliebig verlängern, doch ir es sich dabei dann meist um in Europo unbekannte produkte. Jedenfalls ist dadurch die hohe Intelligenz dieser Wilden bewiesen, die durch ihre scharfe Naturbeobachtung schon oft weiße Forscher, die darin nicht mit ihnen in wettbewerb treten können, beschämt haben. —2— Iiamantenschzungget im Namaqnaland h bis zu drei hat dort die Giste wirken. Sie sind und wie diele in der Bereitung der unfehlbar tödlich wirbeners Ino., marg####elater lanzensäfte Drogen, gesoorden: das Chinin, das KoSe# ie hahen 3. B. den Fisch= kain, die„aatz,„verschiedene Farbstoffe, das jung durch Vergiften des Wassers schon lange peruhmte Pfeitgift Curare, mehrere Betäuvor der Ankunft der Europäer ausgeübt. eggsmittel, Rauschgifte und anderes uin vespowers woichalen Erfindungen ist diel Die Milder perm:“ den—sg ge stecr Abich witne gen Pfeilgifte, und gie haben z. B. den FischGe besonse#tir oex,#urogger ausgeübt. soungsmittel, Rauschgifte und brsoners Wichligen=Ersnwungen.2 blesg. Die Eilden verwendeten gegen Fieberanfälle Hängematte zu nennen, die in der tropischen#ie getrocknete und gemahlene Rinde des Zolle Amerinas fur Eingeborene und Weiße Chinabaumes Deutschen Chemikern gele den besten Iodustriellnachten die e Iudianer in Verdl vor Jahrhunderten endecht haben, dat wanider schmer Veentich inger st die Entdetung Siese eiticae e e ee gen, uug maniet gomersbetäubenden Birkung des Kohains ese ginge anouenfrucht rösten und nach das deshalb in der Chirurgie weitestgehende un da bsisri, Versahren behandeln mutz, Anwendung sand. Die Eingeborenen in Verbente in hers Treie Mehl zu gewinnen, das sund Volivten kauen die rohen Kokablätter, e###r#etamnten Tropenzone ein unent.=wodurch sie in einen aufgeregten und halb beBehrliches Volksnayrungsmittel bildet, von dem causchten Zustand geraten, in dem sie die die. Entzeczung von Kautschut ist den Kräste besizen. Auch bei überaus anstrengenSröigse dersteteven, vie ihre Boote und dielden Dauermärschen hat sich das Kauen““ Geich ser heit Vesähe schon in der vorspani= Kokabläter bewäht. der Imprägnierung von Stoffen, die dadurch Parggrn, auern eines in Süddrasien und völig wasserdicht wurden und haben auch zuganz Südamerika sehr gucdes wich ein in erst Gummibälle hergestellt, die in zleichersgekocht Wer diesen.... Weise von den wilden und halbwilden Stäm= Strapazen leichter und leidet Prrau scwwere men heute noch erzeugt werden Dies geschiehtlunter der großen Hitze. indem man einen langen, zähen Gummifaden und argentinischen Heer ist der Maté allgemein eingeführt, und die Infanterie wird dadurch Bite besäharu.eistungen bei größter Da die unermeßlichen Urwälder des nördlichen Subamerika auch von den Indianern noch längst nicht ganz durchforscht sind werden alljährlich neue Pflanzen gefunden oder an bekggnten neue Wirkungen entdeckt. So wurindem man einen langen, zähen Gummifaden zu einem Knäuel aufwickelt, in den man dann mit einer als Hohlnadel wirkenden Dornspitze hineinsticht Dann wird sehr kräftig Luft hinein geblasen, wodurch sich der Knäuel zum Ball rundet, denn die klebrigen Fäden bilden eine zusammenhängende Wand Mit diesen derten Fralricht Fomnsgig, ahet. gax, JahrhanBerten de den die Euro zuerst von Süddort nach England. egerrecht Tennis Europäer dort gespielt, dieser Sport, kennen lernten. nach Nordamszi## Von William Makin, dem bekannten Weltreisenden. In einem alten Auto war ich durch die Unmengen von Sand nach Namaqualand gekom. und hätte endlich die neuen DiamantenUnterwegs lernte ich die von Ameisen und Wunzen heimgesuchten Hotels der kleinen Städte Van Rhynsdorf und Calvinia kennen; sie waren mit fremden Menschen Fps secher ie er kurze Zeit in Afrika weilten. der Mitteior ah ich einen Zettel angeklebt mit tenbandel( 9 der unerlaubte Diamanber#, streng bestraft würde. Die Diebe über, die sich in den Bars befanden, lächelten grimmig und bestellten mehr zum Trinken. hate räben Hafie Handel mit afü gesorgt, daß der unerlaubte tam P## git Liamanten als eins der schlimmsten Verbrechen in ufrika gilt. Fünf Jahre Gefängnis erwarten den Mann, der dabei wischt wird. Und doch ist dieser Handel das größte Geheimspiel von Südafrika und nur wenige Menschen können der Versuchung wiHotel in Port Rolloth saß. Diese kleive Stadt tische Hepöstzerite du Plöslich eine koomopol. lische Lebelllung bekommen. Nicht weit von istg tenlicht i eichtum, den ogar Amerikaner, Holländ tenselhern gernese denn der in den Dlamam tensechern gelesen war, und kleine Säckchen Hand gingen standig von Hand zu Früher waren die Diamantendiebe fast immer Halbblut und Eingeborene, die wohl listig waren, aber doch leicht erwischt wurden. Die großeg„Diamantensyndikate haben ihre sige nen Geheimpolizisten, und für einige Jahre gguptes. Le. den Handel in Schranken halten. die Regierung in den neu entdeckten Feldern von Neuqualand zu arbeiten anfing, schen woren autet Viele ersanden sie. ie den Reichtum u.hilgsghig Sande holten, nicht ihnen gehören? Der geheime Handel begann. Zuerst war der der in den Prschnen getroffen. Der Weihe, uurich gewern arbeitete, lebte einsam um 1chegn Immer zwei Männer arbeiteren unter der Kontrolle eines Aufsehers. Ge—