and wußte eine Antwort darauf zu geben. och darüber waren sich alle einig, daß der eldwebel nicht allein gehen durfte, schon klein deshalb nicht, weil er sich sonst als führer zu erkennen geben würde. So nahm Cooper am Nachmittag fünfzehn Mann mit und stellte sich pünktlich an der angegebenen Stelle ein. Niemand war zu sehen. Auch ein Absuchen der näheren Umgebung blieb erfolglos. Die Besatzung begann nervös zu werden. Der Kampf mit einem unsichtbaren Gegner war nicht ihre Sache. So verdoppelte der Feldwebel nachts die Posten auf den Mauern und ließ alle Dienstfreien in einem Raum schlafen. Er selbst legte seine Matratze quer vor die Tür, so daß der geheimnisvolle Eindringling über ihn fallen mußte. Cooper versuchte lange Zeit, wach zu bleiben. Nichts ereignete sich, und am Morgen stand die Besatzung auf, ohne irgendwie gestört worden zu sein. Doch dann kam die Ueberraschung: Im Flur, der die einzelnen Räume verband, lag ein Zettel, mit einigen französischen Patronen beschwert:„Wir hatten nur den Führer bestellt, nicht sechzehn Mann. Wir erwarten dich heute am gleichen Ort und zur gleichen Zeit. Es geht um das Leben aller.“ Auch dieses Mal hatte niemand von dem unheimlichen Besuch etwas gesehen noch gehört. Ueber die Umfassungsmauern konnte der Eindringling nicht gekommen sein. So blieb nur die eine Möglichkeit: Es gab einen geheimen Zugang zur Station. Doch so sehr sich die Besatzung auch bemühte, diesen durch Abklopfen aller Mauern und Wände zu finden, alles Suchen blieb erfolglos. Der Aufforderung zum Stelldichein nachzukommen, hielt Cooper für Selbstmord. Da griff der Feldwebel zum letzten Mittel, das ihm einfiel. Er ließ an allen Türen und Fenstern kleine Glocken anbringen, wie sie zum Geschirr der Tragtiere gehörten. Dann mußten sich die Dienstfreien wieder in einem Raum zum Schlasen niederlegen, und Cooper selbst bezog seinen Posten an der Tür. Er wollte dieses Mal um jeden Preis wach bleiben. Stunden vergingen in der Dunkelheit, ohne daß sich das geringste ereignet hätte. Der Feldwebel begann schon zu ermüden. Anscheinend stellte sich der unheimliche Besuch in dieser Nacht nicht ein. Da unterbrach plötzlich eine der Glocken die Stille. Cooper sprang auf, seine Taschenlampe leuchtete, ein paar Legionäre folgten ihm. Im Flur stand eine Tür auf. Ein Schatten flüchtete, eine der schweren Steinfliesen im Fußboden war herausgenommen, und durch diese Oeffnung zwängte sich eben eine Gestalt, um in der Erde zu verschwinden. Die Faust des Feldwebels hinderte sie darian, und bald stand ein Araber gefesselt im Kreise der Legionäre. Der Mann wollte anfänglich nicht reden. Er gab aber seinen Widerstand nach kurzer„Beindlung" durch die Legionäre auf und gestand, daß er eine dritte Drohung hatte überbringen wollen, die letzte, bevor die ganze Besatzung über die Klinge springen sollte. Eine verfallene Moschee stand durch einen unterirdischen Gang mit der Station in Verbindung. Wer ihn angelegt hatte, wußte der Araber nicht. Seine Auftraggeber waren marokkanische Bolschewisten, die unter der Moschee ein Waffenarsenal eingerichtet hatten. Er oder ein anderer dieser Bande war es gewesen, der früher nachts in die Station einschlich und die Führer erschoß. „Warum nur die Unteroffiziere?“ fragte der Feldwebel.„Hätten wir die ganze Besitzung getötet, so würde uns die Legion eine Kompagnie oder noch mehr Leute hierher geschickt haben. Wir wollten die Franzosen nur einschüchtern, damit sie den Posten von Tines Gadauine aufgaben.“ Mehr war aus dem Gefangenen nicht herauszubringen. Dem Feldwebel genügte auch die Aufklärung. Ihm lag nun vor allem daran, das Arsenal in seinen Besitz zu bekummen. So stieg er an der Spitze einer Gruppe Legionäre in den Gang hinunter Nach einigen hundert Metern stieß er auf eine Tür, die nur angelehnt war. Er hörte Araberstimmen und sah durch einen Spalt ein paar Gestalten im Kreise hocken. An den Wänden lagen Munitionskisten aufgestapelt und standen Hunderte von Gewehren. Cooper informierte flüsternd seine Leute. Dann stieß er die Tür auf und stürzte in den Raum. Der Ueberfall kam so überraschend, daß sich die Araber kaum zur Wehr setzten. Fünf von ihnen konnten gefangen genommen werden. Die anderen flohen in die Nacht hinaus. Es dauerte Stunden, bis die Besatzung von Tines Gadauine das erbeutete Arsenal in der Station in Sicherheit gebracht hatte. Dann wurde der geheime Gang verschlossen. Seitdem hat in Tines Gadauine kein Unteroffizier sein Leben auf diese Weise verloren. Der Dank, der Cooper für sein umsichtiges Verhalten erwartet, war eigenartig. Er erhielt einen— wenn auch ein wenig väterlichen— Rüffel dafür, daß er seine Rangabzeichen abgelegt hatte. Wilde Tiere— gute Freunde Erinnerungen aus dem alten Rußland. Von Sergej Minzlow. In der Zeit, als Fürst Tolgoruky General= gouverneur von Moskau war, lebte in der alten Kremlstadt ein reicher, närrischer Mann namens Chludoff. In seinem Hause hielt er in völliger Freiheit eine bengalische Tigeria Maschka benannt—, die er als kleines, nur wenige Wochen altes Tier gekauft hatte. Wenn Chludoffs Frau sich mit ihrem Strickzeug beschäftigte, lag Maschka zu ihren Füßen auf dem Teppich und spielte wie eine Katze mit dem Wollknäuel; während der Mahlzeiten hatte sie ihren Platz auf dem Boden neven dem Stuhl ihres Herrn. Bei seinen Spazierfahrten durch die Stadt nahm er das Tier mit sich in seinen Wagen: die Tigerin blickte dabei friedlich zum offenen Fenster der Kalesche hinaus; als sie aber ausgewachsen war, erweckte sie bei den Passanten nicht mehr Neugier wie ehedem, sondern rief durch ihr furchterregendes Aussehen jähen Schreck hervor. Von diesen Spazierfahrten hörte bald auch der Generalgouverneur, der nicht nur ihre Einstellung, sondern auch die Entfernung der Tigerin aus Moskau verlangte. Maschka wurde dem Zoologischen Garten der Stadt geschenkt Anfangs besuchte Chludoff seinen Liebling häufig, aber nach und nach wurden die Besuche seltener und hörten schließlich gänzlich auf.— Zwei Jahre waren vergangen, als während eines nächtlichen Gelages im Freundeskreise sich Chludoff plötzlich seiner Tigerin erinnerte und sie unverzüglich zu sehen wünschte. Es war bereits drei Uhr morgens. Aber Herrn Chludoffs Einfälle kehrten sich nicht an Zeit und Raum. Unter Führung ihres Gastgebers machten sich die Zecher auf den Weg. Der Zoologische Garten war geschlossen, aber der Lärm am Portal weckte den Portier und bewog ihn, die Pforte zu öffnen. Vor ihm stand im aufgeknöpften kostbaren Pelzmantel, umgeben von seinen Gästen, Herr Chludoff mit vom Wein und Frost gerötetem Gesicht.„Ich wünsche Maschka zu sehen", erklärte er dem verschlafenen Portier. „Was für eine Maschka?“ fragte erstaunt der Mann. „Maschka, die Tigerin.“ „Ich darf Sie nicht herein lassen,“ sagte der Torhüter entschieden.„Bitte morgen bennn Direktor vorzusprechen!“ „Ich will aber sofort zu Maschka hin!“ „Unmöglich... Nur wenn der Herr Direktor es gestatten sollte!“ „Her mit dem Direktor!“ „Er schläft aber eben...“ „Weckt ihn!“ „Er wohnt ja nicht hier!" erwiderte der Portier, gab aber die Adresse seines Chefs an, und die Gesellschaft fuhr befriedigt davon. Der Direktor, ein Bekannter Chludoffs, wurde aus den Federn geholt, in den Schlitten gesetzt und nach dem Zoo gebracht. Vergeblich suchte er Chludoff von seinem unsinnigen Vorhaben abzubringen— dieser blieb fest. Die Gittertür wurde geöffnet. Zwei bewaffnete Wärter stellten sich daneben, und Chludoff betrat den Käfig. Beim Schein der Laterne bemerkte man im Halbdunkel an der Wand die ausgestreckte Tigerin. Das Erscheinen von Besuchern zu so ungewohnter Zeit veranlaßte sie, den mächigen Kopf zu erheben. Grünliche Lichter sprangen in ihren Augen auf. „Maschka!“ rief Chludoff. Die Tigerin richtete sich auf und kam langsom auf ihn zu. Die Anwesenden erstarrten. Das Tier sog kräftig die Luft durch seine Nüstern ein, wurde munter und war mit einem Satz an Chludoffs Seite. Eine rauhe, heiße Zunge leckte ihm die Hand. Maschka hatte ihren einstigen Herrn erkannt. Alles verlief glücklich; der durchlebte Augenblick aber war so aufregend gewesen, daß die berauschte Gesellschaft völlig ernüchtert den Zoo gerleh.——. In einem großen Dorf am westlichen Hang des Uralgebirges waltete vor einigen zwanzig Jahren ein russischer Priester seines Amtes, bei dem ein gezähmter Bär im Hause lebte. Der Priester war ein leidenschaftlicher Liebhaber von Pferden, von denen er mehrere besaß. Die Pflege der Tiere hatte er einem Kutscher— einem Tataren— anvertraut, dessen einziger Fehler darin bestand, daß er zu tief ins Glas zu gucken liebte; da aber der Branntwein dem Kutscher nicht recht munden wollte, wenn er ihn allein trinken mußte, so tat er es in Gesellschaft des Bären, dem er von dem Inhalt der Flasche zu kosten gab. Nach und nach wurde Meister Petz, der wie alle seine Stammesgenossen dem Alkohol nicht abgeneigt war, der ständige Saufkumpan des Kutschers. Der Bär durfte in Haus und Hof frei umherwandern. Tamit er jedoch nicht auf die Straße gelangen konnte, war eine Kette an der Hofpforte angebracht. Diese ließ sich infolgedessen nur so weit öffnen, daß ein Mensch zwar hindurchschlüpfen konnte, nicht aber der mächtige Körper des Bären. Dem Hause des Priesters gegenüber befand sich die stattliche Branntweinhandlung. Wenn sich der Tatar mit der leeren Flasche in den Laden begab, setzte sich der Bär vor den Pfortenspalt und beobachtete aufmerksam, wie sein Freund hinter der Tür verschwand, um bald danach mit dem neuen Schnapsvorrat zurückzukehren. Am Abend wurde die Flasche an eine ruhiger Winkel des Hofes gemeinsam geleer worauf sich die beiden in weinseliger Stimmu in den Stall begaben und ihren Rausch au schliefen. Eines Tages— im Sommer— als al Bauern bei der Feldarbeit waren und da Dorf menschenleer war, hatte jemand vergessen an der Pforte die Kette vorzulegen; der Bär benutzte die Gelegenheit, aus dem Hofe zu entwischen. Schnurgerade trottete er in die Branntweinhandlung; im Laden war eine neue Verkäuferin beschäftigt, die vom Vorhandensein eines Bären im Dorfe noch nichts wußte; gre war ihr Schreck, als die Tür plöt lich aussyran und ein mächtiges, zottiges Ungeheuer erschien Mit einem Schrei des Entsetzens stürzte da junge Mädchen zur Hintertür hinaus und rie um Hilfe. Als man sich nach einer Weile in der Laden wagte, fand man sämtliche Branntweinflaschen zertrümmert und geleert. und inmitter des Ganzen lag mit von sich gestrechten Pran ken der stark berauschte Bär— und schlief. Der Priester aber hatte einen erheblichen Schadenersatz für den Unfug zu enteichten, dei Meister Petz angestiftet hatte. Schildkrötenbiß und Autounfall. Schildkröten sind harmlose Tiere— solange man sie nicht ärgert. Leider war letzteres kurzlich bei dem Amphibium der Fall, das ein Amerikaner gelegentlich eines Kraftwagenausfluges an der japanischen Küste entdeckte. Es schien ihm würdig, sein sonntägliches Mahl um ein Gericht zu bereichern. Deshalb packte er das zwanzig Pfund schwere Tier am Rückenschild und wickelte es in seinen Mantel ein. Das Bündel verstaute er auf dem Rücksitz. Leider verhielt sich die Schildkröte nicht so, wie es der Amerikaner von ihr erwartete. Sie verspürte keine Lust zum Autofahren, wühlte sich aus dem Mantel hervor. kroch heimtückisch unter den zusammenklappbaren Führersitz und biß ihren abnungslosen Kerkermeister ins Bein. Ob Zufall oder Vorbedacht, das Tier hatte für den Ueberfall gerade den Augenblick abgewartet, da der Wagen seines Peinigers eine Querstraße kreuzen sollte. Natürlich kümmerte sich der Amerikaner jetzt mehr um sein ernstlich bedrohtes Bein als um den Verkehr, was zur Folge hatte, daß im nächsten Augenblick sein Kraftwagen mit zwei anderen ein Häuflein Elend bildete. Das Ende von der Geschichte: Bis Polizei und Fußgänger das Gewirr ein wenig zerlegt und den eingeklemmten, aber sonst nicht ernstlich beschädigten Amerikaner befreit hatten, war die Schildkröte längst auf und davon. Deutsche Erde, Halbmonatsschrift,(TerraVerlag, Berlin W. 9, und durch jede Buchhandlung). Das erste Heft des neuen Jahrganges der Heimatschrift„Deutsche Erde“ weist eine neue und sehr geschmackvolle Ausgestaltung auf Eingeleitet wird das Heft u. a. durch einen anregenden Artikel„Rettet den Welfenschatz“, der durchaus gangbare Wege zur Erhaltung dieses deutschen Kulturgutes zeigt. Herrliche Bilder finden wir besonders in dem Artikel„Das alte Wirtshausschild". Der Teil„Deutsches Geistesleben“ ist sehr ansprechend und vielseitig. Technik“. Ein neuer und guter Roman beginnt mit Otto Ehrharts„Lied vom sterbenden Moor“ Walter Bloem ist durch eine Kurzgeschichte„Im Sanatorium“ vertreten. Teil„Dies und Das!“, nette Erzählungen finden wir hier und heben besonders ein Erlebnis„Gefahr und Schicksal“ von Gert Wings hervor. Dieses Heft muß jedem Leser gefallen, der neben heimatlichen, auch bildenden und unterhaltenden Lesestoff sucht. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: Dr. C. Santz, Altena. * * * * Leilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenraber Zeitung K Nr. 9 15. Oktober 1930 Jon Meilenrei#ten, Ausfällen und Biersehren Als unsere Vorfahren noch nicht trinken durften, was sie wollten.— Wie die Freiberger drei Vierfässer eroberten.— Wöchnerinnen und Soldaten dürsen den besten Tropfen verlangen. Von Werner Bartels. Wenn Vater heute das Gelüste verspürt, nach dem Abendessen sein Glas Vier zu trinken, so raucht er nur zum nächsten Wirt zu schichen, n einen Krug von jenem Bräu“ holen zu sen, das ihm am besten schmeckt, oder er beiht sich selbst die wenigen Schritte hinüber zu inem Stammplatz. Er kann auch nach Belieen ein paar Häuser weiter gehen, falls er einal das Bier einer anderen Brauerei versuchen will. Unsere Vorfahren hatten es nicht immer so leicht. Alles was Obrigkeit hieß, war schon früheitig zu der Ansicht gelangt, daß der Durst der Intertanen nicht nur wohltuende Wirkungen auf das Wirtschaftsleben ausübte, sondern auch zur guten Einnahmequelle für den Staats= und Bemeindesäckel werden konnte. Deshalb fiel es keiner Behörde ein, diesen Strom durch uninnig hohe Biersteuern zum Versiegen zu bringen, aber das Braurecht war eine Handhabe, ittels deren einzelne Städte, Gemeinden oder Standesherrschaften in ihrem Bezirke das Biermonovol ausübten und die Verbraucher zwanen, ihre Kunden zu werden. Innerhalb eines bestimmten Kreises durfte kein anderes Bier gebraut nach ausgeschenkt werden als das, was der glückliche Inhaber des Braurechts lieferte. Neistens handelte es sich hier um Privilegien, die von den Landesherren erteilt worden waren und das Gebiet, über das sich das Monopol erstreckte, hieß die„Meile“. Diese Bezeichnung mochte ursprünglich zu Recht bestehen, weil der Halbmesser des Kreises, der hierbei um die Stadt gezogen wurde, ungefähr einer Meile entsprach. Doch mit der Zeit wurde dieser Begriff nach Gutdünken der Privilegierten und der Ohnmacht der eingeschlossenen Dörfer entsprechend erweitert, so daß die„Meile", die nicht mehr vom Stadtmittelpunkte aus gerechnet wurde, sondern von der äußersten Peripherie, manchmal bis zu sechzehn Kilometer lang war. So erstreckten sich einige Braugerechtsame einschließlich der Stadt selbst auf ein Gebiet von rund 900 Quadratkilometern. Ganz abgesehen davon, daß viele Dörfer begreiflicherweise mit der übermäßigen Ausdehnung des„Meilenrechtes“, nicht einverstanden waren— mancher Prozeß zeugte hiervon—, wurde von seiten der Landbevölkerung oft der Versuch unternommen, den brauberechtigten Städten ein Schnippchen zu schlagen und fremdes oder im eigenen Hause gebrautes Bier— letzteres kam für den Feinschmecker freilich nicht in Frage— zu trinken. Ein derartiges Unterfangen führte nicht selten zu regelrechten Bierfehden, zu„Ausfällen“ der Städter. Letzterer Brauch war entweder ausdrücklich von den Landesherren gestattet oder zum Gewohnheitsrecht geworden. Einen dieser„Ausfälle" unternahm im Jahre 1609 die Stadt Freiberg gegen das innerhalb der„Meile“ gelegene Dorf Zeuchfeld. Es war um Pfingsten herum, und zum Erstaunen des Stadtschreibers hatten sich die Zeuchfelder entgegen ihrer Gewohnheit noch nicht eingefunden, um ihren Festtaasbedarf an Freiberger Bier einzudecken. Ein solcher Fall war bisher nie eingetreten, so daß der Schreiber es für seine Pflicht hielt, diese unheimliche Angeiegenheit zu klären. Er beauftragte einen Stadtknecht — dessen Nachfolger heißen heute Polizeiwachtmeister—, den Grund für das Ausbleiben der Leuchselder zu erforschen, ohne die Bauern opfscheu zu machen. Gewitzt wie alle Polizisten konnte der Stadtknecht bald feststellen, oaß die Zeuchfelder das diesjährige Pfingstfest mit Naumburger Bier zu feiern gedachten, weil ihnen dieses besser schmeckte als das aufgezwungene Freiberger. Das war offene Rebellion und mußte bestraft werden. So machte der Rat hundert nräftige und trinkfeste Bürger mobil und schickte diese am ersten Pfingsttag bewaffnet nach Jeuchfeld. Oberbefehlshaber war der Stadtbaumeister. Hin ter dem Zuge fuhren zwei Wagen, um die voraussichtliche Beute, das Naumburger Bier der Zeuchfelder, heimzufahren. Natürlich mußte es auch bei einer Bierfehde nach Recht und Gesetz zugehen, und so waren die Freiberger genötigt, erst beim Ritter, dem der Zeuchfelder Grund und Boden gehorte und der dort die Gerichtsbarkeit ausübte, um die gütige Erlaubnis zum Ueberfall auf seine Bauern nachzusuchen. Die Genehmigung wurde ihnen, da sie im Recht waren, erteilt. Und nun fielen die Städter über die überraschten, feiernden Bauern her und jagten die an Zahl Unterlegenen in die Flucht. Ein großes Faß Bier blieb auf der Walstatt zurück, und seinem Inhalt machten die Freiberger mit vereinten Kräften bald den Garaus, um es dann zu zerschlagen. Zwei andere Fässer, die im Gemeindehaus lagen, wurden aufgeladen und nach Freiberg geschafft. Und so endete die Rebellion der Zeuchfelder dank des Umfanges der Naumburger Riesengebinde mit einem großen Gelage. Eine andere Form des örtlichen Biermonopols waren die„freiwilligen“ Verträge zwischen den Standesherren und ihren Untertanen. So vereinbarte eine sächsische Herrschaft zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts mit ihren Bauern daß keiner von diesen brauen durfte, sondern das Bier von der Brauerei des Standesherrn kaufen mußte. Eine Ausnahme wurde nur dann gemacht, wenn bei Hochzeiten und Kindtaufen die Keller der Herrschaft leer waren. Dann durften die Untertanen ihr Bier beziehen, von wem sie wollten, doch auch in diesem Falle mußte die Herrschaft vom Vorhaben unterrichtet sein. Ein anderer Standesherr räumte seinen Bauern wenigstens noch das Recht ein, sich das Bier aus demjenigen Fasse in seinem Keller abzapfen zu lassen, das ihnen am meisten zusagte, und saures Gebräu ganz zurückzuweisen. Ein Standesherr, der den Durst seiner Untertanen kannte und ebenso die Ebbe in deren Kassen, verschaffte sich einen guten Ruf dadurch, daß er beim Kauf von zwölf Eimern Bier den dreizehnten kostenlos dazu gab. Selbstverständlich gab es unter diesen Standesherren auch solche, die ihre Monopolstellung mißbrauchten, indem sie minderwertiges Bier brauten. Deshalb finden wir später die Bestimmung, daß man Bier für Wöchnerinnen und für Einquartierung— die Soldaten hatten wohl hier und da in ihrem Aerger über das dünne Gebräu kräftig auf den Tisch geschlagen — nicht unbedingt von der Standesherrschaft zu beziehen brauchte, sondern dort kaufen durfte, wo es am besten war. Ein Glück, daß wir solche freundliche Erlaubnis nicht nötig haben, um unser Bier dort zu trinken, wo es uns behagt. bei Fischen Auch Fische setzen„Jahresringe“ an.— Die Schuppe als Kalender.— Der Salm erzählt seine Lebensgeschichte. Von H. Soldenhoff= Wien. Zu den Tieren, die ein besonders hohes Alter erreichen, gehören zahlreiche Fischarten. Dem Hecht und dem Karpfen traut der Volksglaube sogar ein Alter von mehreren Jahrhunderten zu. Wenngleich sich hierfür auch kein Beweis findet, so sind doch nachgewiesenermazen 60 oder 70 Jahre kein ungewöhnlich hohes ulter für die genannten und viele andere Fische. Die angegebenen Zahlen beruhten bis vor kurzem auf reiner Schätzung; erst seit Beginn unseres Jahrhunderts sind wir in der Lage, das Alter von Fischen auf wissenschaftlicher Grundlage und sehr genau zu bestimmen. Eizenartigerweise macht man sich dabei die gleiche Erscheinung zu nutze, deren sich auch der Forstmann bedient, um das Alter der Bäume zu erkennen. Ein periodischer Wechsel in der Wachstumsgeschwindigkeit, der durch die in der warmen und kalten Jahreszeit verschiedenen Temperaturen veranlaßt wird, führt beim Holz zur Bildung der bekannten Jahresringe; ganz ähnliche„Ringe" weisen aber überraschenderweise auch die meisten Fische auf. Im Winter und Frühjahr wachsen diese Tiere so gut wie gar nicht, im Sommer und Herbst dagegen um so schneller. Diese Ungleichmäßigkeit spiegelt sich in der Struktur verschiedener Skeletteile wider, und zwar durch die Bildung hellerer und dunklerer mehr oder weniger konzentrischer Linien oder„Ringe", von denen je zwei einem Jahre entsprechen. Man hat also nur entweder die hellen oder die dunklen Linien zu zählen, um das Alter des betreffenden Fisches genau bestimmen zu können. Am leichlesten ist dies beim Karpfen der Fall. Bei anderen Fischarten läßt es sich nicht immer ganz so einfach durchführen. Beim Hering z. B. tritt die Jahresgrenze nur als ganz seiner Strich auf, während sie bei anderen wieder durch plötzlichen Wechsel in der Wachstumsrichtung der kleinsten, die Schuppe bildenden Teilchen, der sogenannten Skleriten, angedeutet wird. Diese scheidet der Fisch zeit seines Ledens in Gestalt kleiner Kreise aus der die Schuppen haltenden Haut ab. Im Winter sind die Skleriten gering an Zahl und nur klein; im Sommer dagegen, wenn das Tier viel Nahrung zu sich nimmt und tüchtig wächst, nehmen sie an Zahl und Größe bedeutend zu. Und so entstehen in der Schuppe die hellen und dunklen Linien, die in ihrer Gesamtheit jedem, der sie zu lesen versteht, das Alter des Fisches verkünden. Uebrigens sind die Schuppen nicht die einzigen Körperteile, auf denen sich beim Fisch deraxtige„Jahresringe abzeichnen. Außer in der Wirvelsäule finden wir sie auch in den Gehörsteinchen oder Otolithen häufig sehr schön ausgeprägt. Dies gilt besonders für die Plattfische, wie die Scholle, bei denen die im Gehörorgan liegenden Steinchen, die gleichzeitig als Gleichgewichtsorgan dienen, ebenfalls von flacher Gestalt sind. Auch der Schellfisch, der Kabeljau, der Aal— um nur einige der bekanntesten zu nennen— besitzen konzentrisch gebildete Gehörsteinchen. Allerdings muß man diese erst abschleifen, will man die Jahresringe er kennen; man liest das Alter daher statt von den Otolithen besser von den sehr deutlichen Schuppen ab. Seitdem wir uns dieses Hilfsmittels zur Altersbestimmung der Fische zu bedienen verstehen, d. h. etwa seit Beginn dieses derts, haben wir manche neue anschauung auch über das Leben dieser Tiere gewonnen. Wir wissen jetzt z. B., daß die Scholle, die neist in einer Länge von 20 bis 25 Zentimetern in der Nähe unserer Küsten gefangen wird, in der Regel vier bis fünf Jahre alt ist; ihre größeren Schwestern aus der offenen Nordsee erreichen zum Teil das 22. Lebensjahr. die aus dem Weißen Meer sogar rund 60 Lenze. Das Wachstum aller Fische verlangsamt sich mit zu. nehmendem Alter außerordentlich. Daher liegen die Jahresringe am Rande der Schuppen immer dichter beieinander und sind häufig nur mit Mühe zu zählen. Sehr merkwürdige Ergebnisse hat die Untersuchung der norwegischen Heringszüge ergeben. Eine jahrelang durchgeführte Beobachtung zeigte nämlich, daß der Jahrgang 1904, von dem zuerst 1908 größere Mengen gefangen wur den, noch lange Zeit, bis etwa 1914, unter den Fängen bei weitem überwog. Die auffallende Erscheinung läßt sich nur durch die Annahme erklären, daß die aus der Laichung des erstgenannten Jahres ausgeschlüpften jungen Heringe besonders zahlreich und kräftig waren, so daß sie noch Jahre hindurch den Hauptteil der Heringsschwärme bildeten, gegen den die später unter weniger günstigen Verhältnissen groß gewordenen Tiere nicht aufkommen konnten. Nicht nur das Alter der Fische läßt sich übrigens von ihren Jahresringen ablesen, diese geben auch sonst noch interessante Auskunft über ihr Leben. So beispielsweise beim Salm. Von ihm war längst bekannt, daß die jungen Tiere ihr erstes Lebensjahr noch völlig im Süßwasser verbringen. Die mehrfach laut gewordene Ansicht, daß dies zuweilen auch noch für ein weiteres Jahr zuträfe, hat erst durch die Kenntnis von der Bedeutung der Jahresringe eine Bestätigung erfahren. Der im Süßwasser gebildete innerste Teil der Schuppe ist nämlich sehr klein, die Skleriten liegen dicht zusammen und bilden am Ende des Jahres den ersten Ring. Bleibt der Fisch ein zweites Jahr im heimischen Bache, so tritt ein weiterer schmaler Ring hinzu. Sobald jedoch das Tier ins Seewasser übergesiedelt ist, wo es reichere Nahrung findet, beginnt es stärker zu wachsen, größere Skleriten zu bilden; die Folge ist, daß die Ringe weiter auseinander liegen. Die Schuppen zeigen uns also, wie viele Jahre der Fisch im Süßwasser, wie viele er in der See zugebracht hat. Von wirtschaftlicher Bedeutung erwies sich die Altersbestimmung bei den in der Zuidersee gefangenen Anschovis. Man fand bei der Untersuchung ihrer Jahresringe, daß die überwiegende Mehrzahl der erbeuteten Tiere kaum ein Jahr alt, also in den Jahren unmittelbar vor dem Fang geboren war. Da nun das Wachstum der jungen Fische in stärkstem Maße von der Sommertemperatur des Wassers abhängt, läßt sich mit Hilfe sorgfältiger Temperaturmessungen in einem Jahre der wahrscheinliche Aus fall des Fangs im nächsten mit überraschender venauigkeit vorhersagen, was für die Fischerei natürlich von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. tschafters, Fürstin Pauline von Metternich, einesschen uns. Ich fand die härlesten. Und dann Stammbuch Von Artur Iger= Weikersheim. Eine Fülle wertvoller Erinnerungsstücke befindet sich im Nachlaß der verstorbenen Kaiserin Eugenie. Eines der interessantesten und historisch bedeutungsvollsten Objekte ist das Stammbuch Napoleons, das nach dessen Tode in ihren Besitz überging. Obgleich die Mode der Stammbuch=Verewigungen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts schon im Absterben begriffen war, huldigte der Franzosenkaiser diesem „Souvenir“=Albumsport in intensivster Weise. Welche Persönlichkeit von Bedeutung auch immer an den Pariser Hof kam, sie mußte sich in den prächtig ausgestatteten, dickleibigen Album mit einem„Geistesblitz" verewigen. Auf diese Weise ist ein großer Teil der damaligen europäischen Herrscher im Stammbuch Napoleons mit einem Gedenkvers vertreten, der, scheinhar flüchtig hingeworfen, meist doch eine tiefere Bedeutung für das Verhältnis zwischen dem Kaiser und seinem Besucher hatte. So entging unter anderen auch Kaiser Friedrich nicht der Aufforderung, ein Souvenir zu liefern, als er Ende des Jahres 1856 in Begleitung Moltkes einen Besuch am Hofe Napoleons machte. Ueber den Abschluß dieses einzigartigen Sammelwerkes weiß Wilhelm von Bulow in seinen Bismarck=Erinnerungen eine interessante Geschichte zu erzählen. Kurz vor dem DeutschFranzösischen Kriege war das Stammbuch bis auf eine Seite gefüllt. Eine Persönlichkeit, sich mit großem diplomatischen Geschick von der Freundin der Kaiserin. „Sie fehlen noch immer, Fürstin“, sagte Navoleon eines Tages, und ehe sie sichs versah, überrumpelte er sie mit einer bereits eingetauchten Feder. „So, wenn ich bitten darf“, sprach er galant. „aber denken Sie nicht viel nach, schreiben Sie, was Ihnen gerade einfällt.“ „Sehr schmeichelhaft, Sire“, erwiderte die Fürstin. Sie nahm darauf aus der Hand des Kaisers die Feder und schrieb auf die letzte freie Seite: „Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag Ein letztes Glück und einen letzten Taa.“ „Ein deutscher Vers“, sprach überrascht Navoleon. Er sagte das, im Gegensatz zu seinen früheren Worten, ebenfalls in deutscher Sprache. Dann wiederholte er mehrere Male: „Dernier bonheur— dernier jour“. Keines Sterblichen Hand machte von diesem kam ich eines Abends betrunken nach Hau:: Ich schwankte auf den Schrank zu, wo meine Flasche stand.„Laß“, trat mir Richard in den Weg.„Du hast heute genug getrunken. Ich stieß ihn zur Seite. Da schlug er mir die Faust ins Gesicht. In erinnere mich nicht mehr daran, was ich im nächsten Augenblick tat. Ich weiß nur, daß ich plötzlich ganz nüchtern war, die Pistole in der Hand hielt und neben Richard stand. Der lag auf dem Boden und... und unter der Locke, die ihm tief in die Stirn herunter hing. sickerte Blut hervor. Ich hatte ihn erschossen!" Harry Tompkins Finger zitterten leicht. Er hatte die Ellenbogen auf die Schenkel gestützt, und die Hände hingen zwischen den Knien hinunter. Er starrte sie an, und dann steckte er sie plötzlich in die Tasche, als könnte er sie nicht mehr sehen.„Ich hätte mich der Polizel stelkeines Sterbischen, Hund machte von,#######sten sollen“, fuhr er fort.„Ich hatte nicht den Tage an mehr eine Eintragung, das vollendete[Mut dazu. Ich ftoh über die Grenze nach KaAlbum ruhte nunmehr verschlossen in einem nada, wollte es in Saskatschewan als FarmSilberschrank. Als aber Napoleon nach derlarbeiter versuchen und rannte weiter nach Schlacht bei Sedan gebeugten Hauptes mit sei=Norden, weil jeder Polizist mir zu drohen nem Adjutanten, dem Grafen von Genile, ein schien:„Dich suchen wir!“ So kam ich hierGespräch führte, hörten die in der Nähe Wei=her. Die sieben Jahre waren eine Qual für lenden den geschlagenen Kaiser ständig vor sich mich. Ich weiß, daß die Weißen den dort hinhinmurmeln:„Dernier bonheur— dernier ten für einen Verbrecher halten. jour“.„ ihnen nichte behannt, dach sie goben Hand aus dem Jenseits Der Wirklichkeit nacherzählt von Harry Wilkins=Milwaukee. ihnen nichts bekannt. doch sie gehen auch mir aus dem Wege, weil ich Pierre Rameaus Partner bin. Manches Mal glaube ich, das Leben hier nicht mehr aushalten zu können. Ich sehne mich nach Menschen. Sie sind der erste, der freundlich mit mir spricht, und deshalb chören Sie auch meine Beichte.“ Mir tat der Mann leid. Ein Mörder war er zer er sellst ale wielmehr ein unsfnges Gesetz. Grenze den Schnepfarrer nannten, weil er die semsh der(g, sestisäezt mie Henr fndiener zu weiße Wüste an der Nordostgrengg, Alaskas 3y Grunde gehen würde, und sagte deshälb:„Sie einem Missionsgebiet erhoren Potv“„ zallen Zielmüssen wieder unter Menschen. Harrn TompVeil gerade von merkwürdigen Busagei lkins. Gehen Sie doch an die Westküste, wo Rede ist, so lassen Sie auch mich einen Veinar niemand Sie kennt, und versuchen Sie dort, zu diesem Thema liefern. Vor zwei Jahrensein neues Leben zu beginnen.“ Ich weiß kam ich über die Grenze von Alaska densnicht ober diese Antwort von mir erhofft hatte. Pon hexguf, um die Pelly Mountains zu be=IZch glaube es aber beinahe, denn er drückte suchen, ucht sahre vorher war ich zuletzt dortsmix Hie Hand so dankbar, als hätte ich ihm das oben gewesen. Ein halbes Dutzend, von den Leben wiedergeschenkt.— Als ich am Morgen Pelzjägern, die dort lebten, kannte ich noch, von ihm Abschied nahm, sagte er:„Ich gehe Harunter einen Indianer. Biexra, Rameau hieb)#g#, Bancouver. Vielleicht sehen wir uns dort der, und ich hatte ihn nicht gerube in bestersnach Erinerung. Der Ramn honnte nienand gesspseder, pir trasen ung nicht wieder. 3ch ke Bei meinem zweiten Vesucke nun sand ichser prost, Eg, Hupersichtlich zu sein, doch aus Perre Rameau nicht mehr allein. Ein Weiherseizntem Satzrsprach wieder seine Rot: war bei ihm. Billiam Wherler vonmt, er saz Leute von der Verittenen Polizei sind an Vord. schien sich zu freuen, daß er einen Weißen traf Dann lag da noch ein anderes Schreiben für „Bleiben Sie doch über Nacht bei uns in der mich. Von der Polizei in Vancouver:„Im Blockhütte", bat er mich.„Bis zu Eddie War=shiesigen Krankenhaus ist ein Mann gestorben, bash ist ja doch ein guter Tagemarsch.“ Ichlder als der verschollene Harry Tompkins blieb. Nicht etwa, weil es mir um das Nacht=Detroit erkannt wurde. Da in der Tasue des quartier zu tun war— allein wäre ich beiToten ein Zettel mit Ihrer Anschrift gesunden Pierre Rameau nie geblieben—, sondern weil wurde, nehmen wir an, daß Sie in der Lage lich aus Wheelers Worten noch etwas anderes sind, uns irgendwelche Aufklärung über den heraushörte:„Ich muß mich einmal mit einem Mann zu geben.“ Menschen aussprechen können.“...] Ich schrieb der Polizei, was ich von Harry Er hatte Gelegenheit dazu, denn der India=Tompkins wußte, und bat, mir die ner rollte sich bald nach dem Abendessen in Umstände seines Todes mitzuteilen. Von der seine Decke und drehte uns den Rücken zu. Antwort der Behörde war ich betroffen. Hier Wir saßen schweigend am Feuer und rauchten ist das Bild, das ich mir an Hand der Ausfüyunsere Pfeifen, bis Pierre Rameau eingeschla=rungen der Polizei von Harry Tompkins Tod sen war. Da beugte sich Wheeler zu mir her=machen konnte: Er war in Vancouver gelanüber und sagte:„Pfarrer, der Name, den ichdet. Sie wissen, daß schon die beiden Povorhin nannte, stimmt nicht. Ich heiße Harryslizisten auf dem Schiff ihn in Unruhe versetzt Tompkins und bin aus den Staaten. Ich habeshatten. Es ist nicht so eheiggzriamggnt in die meinen Namen geändert, weil ich ein Feigling ssicheren, wenn auch quälenden Einsunnet in die bin und ein— Mörder. Ein Brudermörder!“ große Welt zurückzufinden, wenn einen die ErEr schwieg und starrte ins Feuer. Ich sagtelinnerung an eine Schuld verfolgt. Harry nichts. Menschenworte sind zwecklos, wenn Tompkins ging rasch von Bord, um die beiden eine Seele aufgewühlt ist. Sie muß mit sich Berittenen nicht mehr zu sehen. Und dann stand selbst fertig werden, und teilnahmsvolles Lau=ser plötzlich an einer Straßenecke einem schen ist alle Hilfe, die sie von anderen bean= mann gegenüber. Beide starrten sich an. Harry sprucht.[Tompkins fuhr sich über die Augen, als narrte hlechter Bruder, den er vor acht Jahren erschossen sch saß dam= hz,innig, und machte meinem Brushattel Und nun kehrte er sicher aus dem JenKerl, vur leig) vereien. Seitdem sie in densseite zurück, um Rechenschaft von seinem Rörder Seichond„Menschen verbieten wolten, zulder zu verlangen. Das Gesicht des Toten, seine Staaten dem—en grade Lust hat, war ich zum Sprache, die Hand, die Schutzmannzunisorm, trinken, wozu er 9“Zwang ist unleidlich undsalles das war zu viel für Harry Tompkins ausSäufer geworden.„#### der Whisky schmeck= gemergelten Körper. Er brach zusammen. Ein weckt nur Widerstano. und ort 85y2n2 Leggunt te doppelt so gut, weil er niemand, 9=conn:] Die Erklärung für Richard Tompkine, Aufsein sollte. 31452 A# 1ch— versuchtestauchen war ganz einfach. Harrys Kugel hatte Richand— er war alter u., übertreibesihn damals nur gestreift und betäubt. Dann eost w). Seig Reden nüßte nichts. Dannlmachte er sich Vorwürse:„Du hättest ihn nicht i zwi. Sour des Bruders nach Kanada gefolat. bie sie Bona Ssx So#Pg n E 00.5 ###b sich verlor. Und weil er seine Existenz in Detroit aufgegeben hatte, so nahm Richard Dienst bei der Polizei in Vancouver. Er hoffte dabei, der Zufall würde ihm den Bruder vielleicht noch einmal in den Weg führen. An ein solches Wiedersehen hatte er freilich nicht gedacht. Europäischer Luxus in der wasserlosen Einöde. Von Annie Francé=Harrar. Sie lächeln, wenn Sie von einem Hotel in einer australischen Goldgräberstadt hören und donbon sich— ader sagen og auch latet: Na. Dieses winzige Hotel Australia“ in Kalgoor=tlandes natürlichemachtigs, Krokodil und Riesg# lie hatte freilich nur 10 Betten und selten ehrschlange erreichen vielleicht zehn Meter, dials 12 Tischgäste. Aber an Sauberkeit, Ord= Landsäugetiere haben da nur Elefant, Nashorn, nung, freundlichem Zuvorkommen gegen seine Flußpferd und Giraffe heizusteuern. Besucher kann es mit allen übrigen großen Ho] Lächerlich wirkt es,——n„####e ch ale tels von Australien wetteifern, mit dem hüb=Riesen gebärden. Der größte Kaf..i7 ux Lu schen Savoy=Hotel von Perth, in dem es einen Maus, der größte Schmetterling Teeraum voll von schönen, eleganten Frauenstes Taschentüchlein. In der entlegenen und feinstem Luxusgebäck gibt, bis zu demskohlenzeit gab es zwar Libellen von 70 Zentie prachtvollen Menzies= Hotel in Melbournelmeter Flügelspannweite, die gruselig genag mit seinem weißgoldenen, zweistöchigen Speisgegeigg, sein mögen. zzte, Potz gnn nur noch sesaal und den kostbar eingerichteten Festräu=Skorpione von 15 Zenrmmeier selaal und den kostbar eingerichteten Festräu Skorpjoge von 15 Zentger#choergugen men oder dem berühmten Hotel„Australia“ zuvon 12 Zentimeter, an Jetzen,Hngisch denßen Sydney, wo die Woll= und Weizenmillionäre jeder, der es erlebt hat, lebenslungtn# venken absteigen und wo man einen ganz kleinen undwird. gsgurier starben aus die Neroe der sehr delikaten Lunch nicht unter 20 bis 30 au= Die Riesensaut##r statben aus, die Beige vennen stog— voer sugen es auch laut:„Na,stralischen Schillingen(etwa ebensoviel Mark) mikroskopischen Gesen von damals sind das wird auch so ein Hotel sein, das kann ichlserviert erhält. Das englische„fair play“ reisnoch Berge. Wenn der Tangwald mit. mir vorstellen, ein besserer Wellblechschuppen, giert uneingeschränkt in ihnen allen, und diese Riesengeschöpfen eggn#gen jeß, zmmer nach eh dande sehri(Grundbasis macht nicht nur den Wirten, son- snd hein licherzall von Eiesanten oder RiesenAber damit haben Sie nicht recht. Und zwaridern vor allem den Gästen das Leden angeschziangen haf zi., entsetzliche Wirkung eines absolut nicht recht. nehm. Wenn ich an das Hotel„Australia“ in Kalgoorlie in Inneraustralien zurückdenke, so scheint mir, ich bin nicht oft besser betreut worden als gerade dort. Ja, gewiß, unten befand sich eine Bar, ein„Saloon", und da saßen Burschen, die weder tadellos aussahen noch sich tadellos angezogen hatten. Aber selbst sie waren so höflich, wenn es ans Trinken und Singen ging, den geladenen Revolver, wie es sich Der Tod von Tines Gadanine schickt und wie es jeder anständige Kerl tut, heiße Sonne. Durch die hitze=flimmernde Luft] Kampf mit unsichtbaren Gegnern.— Die vorher auf den Tisch zu legen. Für die Wohn=ssausen sonderbare Tiergestalten, Riesenfleder= zoschee als heimliches Waffenlager.— Umgäste des Hafels, aber gab es ein nettes Ehzspannepeiste Peint=, undersichem Kopf, Zinten teiebe marokkanischer Volschewisten. zimmer, blitzblank; und eine hübsche, siets gut(spasehweite, und absogoerlichen,# en teiebe mat angezogene Dame, in der man nicht ohne wei= dreieckig wie ein Segel, vorn mit einem Schna=]. Von Ernst Herbert werri. teres die Birtin vermutet hätte, präsdierte anlbei, Ie,gschnahesstorch Afrikas: Abu Markub. Fremdenlegionäre sund Kanonenfutter für einem der großen und forgfältig gedechtensEgrezind aber Rieseneidechsen, Pteranodon—(Frankreich. Sie kosten nicht, viel, weil sich e—. zahnlose Flieger— heißen sie. Durch die Wasesimmer neue Heimatlose und Entaleiste finden, ung man soll nicht glauben, daß es erwasser, über die sie kreisen, schlägeln sich lange Ech=lum die Lücken aufzufüllen, die EingeborenenKängurnhbraten und geröstete Emuheule odersen einer anderen Sippe(Mosasaurier), bis zul kugeln, Strapazen und Krankheiten in die Vettelwolt und Zingosteats und fonst lirgensshreißig Meter lang, Das ist in der Gegend des Reihen der Legion gerissen, heben: Sr#3 weiche belonders erotische und ungemebbaresheutigen Amerika, im sogenannten Riobrama=scheint nicht einmal der Aczr.g# Gerichte gegeben hätte. In Eurova ahnt manjmeer. Anderswo gibt es Riesentintenfische, mit svon ein paar dieser Söcdner nuch, Brug.,1 dar nicht, wie konservativ die englische Weltskreigrunden Schalen, wie sie der lebende Rau= zu melden, und Verluste innerhalb der Legion egentich st. Wie es überal in fernsten Kon=stilus in der Sundase noch hat, Ammoniten mit müssen schon größeren Unsang angenommen inenten doch irmer wieder ein ganz„echtes, einem Umfang bis zu sechs Metern. Auf dem haben, bevor die dußenwett etwag onvon erunverfälschtes Stück England gibt und wie Lande stelzen hochbeinige Riesendrachen wiefährt. guch die kleinste Gewohnheit, der nebenssch Känguruhs, zehn und zwölf Meter hoch, und an So machte„sich ichte Handgrif der Heimat wie ein Heilig,den Lagunen des Teddagurn, dort, wo früherspohl nicht viele Gedanken, als ihm zum ersten tum bewahrt und von Generation zu Genero=[Deutsch=Ostafrikg auf der Karte stand, sielen sich Zegis, gemelhgt, wurde, der Vosttlag haß, gu tion weiter vererbt werden., die großen Echsen der Brontosaurnsgrtef, ungetfätte, Weise seinen Jene hübsche Dame war schon in Australien —70.— Die Welt der Riesen Tangwald=Ungeheuer.— Zwerge, die sich als Riesen gebärden. Von Willy Ley, Berlin. Ueber südseehaft blauem Meer liegt eine schläggen, hag die eniseglich##ckung eineg Heuschreckenschwarmes. Der Jusammenschluß ist also schließlich das Maßgebende. Denn zum Herrn der Erde wurde kein Geschlecht von Riesendrachen, sondern der Mensch, der kaum zwei Meter mißt. —2— sie hatte die Haus= und Zimmermädchen Zulgen den Brachiosaurus Brancai, eine plumpe P.s“ Gohenins ashommendiert wurde, kund derselben lautlosen Höflichheit zu erziegen ver[Riesengiraffe, deren wahre Größe noch gar nicht Hor, seinen Tod. Stets hatte ihn innerhalb des kanden, als besäße sie ihr, Haus in London feststeht... Zehn Millionen zahre ist. das Stationegehäudes selbst eine französische Piste Mit schwarzem Kleid, weißer Schürze undsher. Also eine„verlorene Welt“. slenkugel niedergestrecht. Ein= oder zweimal weibdem Säubchen traten die dienenden Geiz) Aber falsch wäre es, zu glauben, daß die heu= wolltes die Posten auf den Wällen nachts einen ster wohlgewaschen und gekämmt sum Servie. Welt keine Riesen mehr kennt, ebenso falsch leichten Kaall gehört haben, doch wenn die Veund Silber und Vorzellan genau in derseibensgß die Anscht, daß e in der Urwelt nur Resen setzurg glerxgier,„erzer ssen, gte, Das Gegenbeispiel läßt sich leicht geben. Inlgimentstab dachte man zuerst an die Sbsäct vorgeschrieben ur...(dem Urweltmeer, in dem die Saurier schwam=keit, daß ein Legionär vom Cafan, befallen Katgdornie liegt als Stadt mitten im aus men. bauten winzige mikroskopische Tierchen aus sein konnte, dem plötzlich ausbrechenden Roller, sralischen Busch, ohne Basser, ohne die, giscitesihren Schalen Gebirge, die sicherer auf unsere der unter den Heimatlosen infolge der StroPpurg von Landwirtscheft, ie schwarzg pichle Zeiten gekommen sind als die Riesenleiber der spazen, des mörderischen, aumas und der seals wold, Silber, Kapfer und schwarzss Zinn. Drachen. Heute bauen Korallentierchen— in lischen Depressionen austritt, doch auch diese Alles, was sie verbraucht, muß mit der Bahn der Südsee; und dort steht unter der Wasser= Annahme erwies sich als irrig, nachdem die Beannähernd 17 Stunden weit von Perth gebracht fläche ein mächtiger Wald. Ein Tangwald, des= satzungen ärztlich untersucht worden waren. werden. Selbst das Wasser fließt in einer un sen Bäume vom Tanggeschlecht Macrocystis Schließlich entschloß sich der Regimentskomgeheuren Rohre 400 Kilometer weit von ei= pr zera gebildet werden und mehr als 200]mandeur, einen seiner fähigsten Unteroffiziere. nem künstlichen Stausee herzu. Und dennoch Peter weit fluten. Was ist dagegen der höchste den Feldwebel Cooper, nach Eines Gadauine zu gab es täglich frisches Fleisch und prachtvollen Baum der festen Erdrinde mit etwas mehr als lschicken. Looper wurde über die Gefährlichkett Salat und herrliche, frische Früchte. Die But= 130 Meter? Was hat es auch zu besagen, wenn seines Auftrags nicht im unklaren gelassen. Er ter war gekühlt. Eiswasser beschiug sich in die große Blume Rafflesia Arnoldi im Fieber=ssollte sich unter den Mannschaften die dreißig Kristallkrügen(bei 115 Grad Fahrenheit und urwald Sumatras Blüten von drei Meter Durch besten Legionäre aussuchen. Einer von ihnen. nachdem es 3¾ Monate nicht geregnet hatte!), messer in den Lichtungen auf den Boden legt. meinte:„Wenn der unbekannte Täter in Tines Die Steaks und Muttonchops waren wohl= Die Blumen des Tangwaldes sind viel größer. Gadauine es nur auf Unteroffiziere abgesehen schmeckend und zart, die Orangenmarmelade Allein die Glocke der großen Cyanea=Qualle hat, so wäre es doch besser, Sie legten Ihren wurde nie von Fliegen beschmutzt. Und am mißt zwei Meter im Durchmesser, und ihre Fang Waffenrock mit Ihren Rangabzeichen ab und Sonntagabend kam, genau wie überall auf dem arme reichen zehnmal so weit. Und am Fuße träten als einfacher Mann auf.“ Der Feldenglischen Globus, ein„Heightea“ auf den Tisch der Tangbäume liegt die Muschel Tridacna mit webel befolgte den Rat, und einunddreißig „damit die Mädchen doch auch frei haben kön= zwei Meter großen, unendlich dicken und klo=Legionäre ohne äußerlich kenntlichen Führer nen“. Dieser„Heightea“ wurde pünktlich um 8 bigen Schalen. Ueber sie hin streicht eins der lösten die bisherige Besatzung von Tines GaUhr ausgegongt. Dazu gab es außer Tee, größten Säugetiere, der 20 Meter lange Kache= dauine ab. Butter, Jam und frischem Toast stets kaltessigt ein Wal, dessen Verwandte im Polarmeer] Das Stationsgebäude war von sechs Meter Fleisch(zumeist Truthahn oder Roastbeef), we““ 5 die anderthalbfache Länge aufweisen.(hohen und zwei Metern starken Steinmauern bäck, einen großen gemischten Salat, Käse und Küsten Japans lebt in 700 Metersumgeben. Es besaß nur ein einziges Tor, und eine darte heaite Sruchtswpei schweigend die Tes. Tiese ein Riesenkrebs mit anderthalb Metersdessen Eisenbeschalg machte jeder gewaltsame den die Schuusem Vereich uberftüfsigen Klirren langen Beinen. In den großen Vorderscheren soder heimliche Einoringen unmöglich. So war blickte die Hausfrau verweisend auf. Gerauchtlsitzen grausige Gevilde, wie stumpfe Menschen=ses auch dem Feldwebet, der Tage damit verPttczte dt, Laustrau uxrn,sen jg. Merden zähne anzusehen. Grausiger sind aber noch die brachte, die Station genau zu untersuchen, ungroßen Ringelwürmer der Tiefe, die es auf drei verständlich, wie der Täter hatte eindringen Meter bringen, und die großen Tintenfische, die können.( uue Smisg, Kraken; sechs Meter ist ihr Körper lang, drei=] Ein paar Wochen vergingen oyne Zwischenmal so lang die Fangarme. Dagegen sind die fall. Da entdeckten die Legionäre eines Morgrößten Fische beinahe klein. Der größte Hailgene auf dem Tisch ihres Eßraumes ein Stück bringt es nur auf siebzehn Meter Länge, der Papier, Darauf stand:„An den Führer in Ein bsg, Papen#vl. orge Breter Vroit,=großfische, um zwei Uhr woghr. dugg has p... ec. hin gror es noch einige unbekannte%.##### so wurde 1924 bei Miami einer von 17 Meter Länge angeschwemmt, der total unausgewachsen gewesen sein soll, wie die Fachleute beschwaren. Gegen solche Rekorde sind die Tiere des Festdausfrau gerweise.,# beraucht durste im Eßzimmer üverhaup. nicht werden (welche Wohltat!), dazu ging man dann auf die Straße oder in den Sittingroom, freilich nur ein winziges Zimmerchen, ausgestopft mit Nippes, Polsterstühlen, Kissen und Tischchen. Nebenan befand sich ein Pianino, dessen ursprünglich guter Ton durch die trockene Hitze des Klimas und durch den feinen Sand, der ständig und unaufhaltsam von den Goldfeldern hereingeweht wurde, freilich arg verstimmt war. Aber die Birnen an den Klavierlampen funktionierten tadellos, was bekanntlich selöst in Eurova nicht immer der Fall sein soll. tine, wer dies auch sein mag. Heute um zwei uyr nachmittugp yust au orei Kilometer von der Station auf der Straße nach Marokko zu sein. Es geht um dein Leben.“ Die Legionäre sahen sich ratlosan. Wie war der Brief in den Eßraum gekommen?