* 14" S#c liche Beamte Jahrhunderte lang schlecht ver-ssitzen ohne eine Ahnung von den Geheimnisfe waltet waren. Unter den Mitgliedern der ver= zu haben, die diese sich durch Worte und Finbotenen Organisationen finden sich nicht sel=gerhaltungen während eines anscheinend ten hohe Regierungsbeamte. Die Gesellschaf= harmlosen Gespräches anvertrauen. Macht ken gelangen dadurch zu ungeheurer Macht,sein Eingeweihter die arguse Bemernung, des Bolkes entartet. einem Die Kongsis, wie die Geheimbünde dort ge= Geheimbündler ihre Pfeifen, Teetassen, Eßgannt werden, können in zwei Klassen geteiltstäbchen und sonstige Gegenstände anders als werden. Viele Geheimbündler treten nur zugewöhnliche Menschen, die es nicht merken verbrecherischen Zwecken zusammen und bilden skönnen. Dieses Geheimnisvolle erweckt große einfach Räuber= und Mordbanden, unter denenAngst unter der Bevölkerung, und die Neudie Seeräuber eine große Rolle spielen. Imlgier, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, zanzen Reiche verbreitet, werden diese Bünd=]führt den Organisationen eine Unmenge Mitnisse durch grausamste Disziplin zusammen ge=glieder zu. halten. Die zweite Art der Organisationen) Geheimbünde, die sich politisch entgegen krägt meist politischen Charakter oder tritt alssstehen und von Haß gegeneinander erfüllt Femgericht auf. Ueber religiöse Fragen kann sind, verüben an ihren politischen Gegnern denkende Chinese sich nichtsgrauenhafte Morde und Untaten. Gewiegte ereifern. Doch auch diese Geheimgesellschaften Zenner der chinesischen Verhältnisse behaupentarteten mit der Zeit so sehr, daß ganze Gersten, die geheimnisvollen Morde der„Brüder“ genden durch sie unsicher gemacht werden kön= untereinander zählen jährlich nach Tausenden. nen. Besonders in unruhigen Zeiten mischen Wenn die Gegner schon im offenen Streit mit sich unberechenbare Elemente hinein, denen esiden grausamsten Mitteln kämpfen, so ist der darum au tun ist ihre persönliche Rache oder ihr Eine der wo jener sein kentern würde. unberechenbare Elemente hinein, denen esidar grausamsten Mitteln kämpfen, so ist der darum zu iun ii, chre, Hhrmug### Tod der Unglücklichen, die als Gefangene in ihren Blutdurst zu befriedigen. die Hände ihrer potitischen Feinde fallen, überEine der behanntesten dieser Gesellschaften aus qualvoll. Nach sicheren Quellen werden führt den Namen Tinlinei= Dreieinigkeitsanders gesinnte gefangene Kongsibrüder nach — oder Triasgesellschaft. Von edelsten Men=(langen Mißhandlungen gewöhnlich lebendig gegründet, artete sie im Laufe der Jahr-begraben. zedes Opfer jedoch soll diesen Tod derte zu einer Räuberbande aus, die vorlmit stoischer Ruhe ertragen. Eine noch grauchinesischen. Umsturz den Süden des Reissamere Todesart ist das vollständige Entkleiches in besaiger Aufregung hielt. Schlagen sowie mit Brenner sah schon den Augenblick kommen, tel erreichen und das Boot Da griff er zu einem verzweifelten Mittel. Er packte ein großer Wesser und sprang über Bord, um dem Haifisch in seinem eigenen Element den Garaus zu machen. Obgleich der Japaner ein ausgezeichneter Schwimmer war, gelang es dem Hai doch, mit seinen Kiefern den linken Arm seines Gegners zu fassen, aber Yugoago tauchte dafür sein Messer mehrere Male in den Leib des Raubfisches, so daß dieser bald erledigt war. Trotz des großen Blutverlustes konnte sich Yugoago so lange über Wasser halten, bis Hilfe heran kam. Der durch Haifischbisse übel zugerichtete linke Arm wird aber amputiert werden müssen. Das Verhalten des Japaners zeigt jedenfalls ungewöhnliche Entschlossenheit. Trapper, Hend und Geigelohür. In den Wildnissen Britisch=Kolumbiene, in der Nähe der kleinen Ortschaft Barkecvo#ue, lebt der Trapper Hans Iverson. Auf einem samere Todesart ist das vollstä velt.### den des Feindes und das Schle seit Wezz,„Streichen des nackten Köxpers mi haolin. Dessenfnesseln, worauf meistens Wahnsinn eintritt. buddhistische Mönche waren als stahlharte Oder der entblößte Leib des Gesangenen wird Männer behannt, die auch den Kampf mit Tiemit Syrup bestrichen, im Walde an einen gern nicht scheuten. Die tapferen Recken ge- Baum gefesselt und den Insekten preisgegenossen im ganzen Reiche hohes Ansehen. Vielesben. Wenn bösartige Waldwespen den KörZöglinge hamen zu ihnen, um im Speerwersen, per überfallen, ist der Tod verhältnismäßig zenspannen und in strategischen Künstensbarmherzig, da der Mensch ihren Stichen unterrichtet zu werden. Als in der Regieschnell erliegt. In Gegenden, wo es viele rungszeit des Kaisers Kanghi der Fürst von Sümpfe gibt, findet man oft solche arme Silu sich gegen diesen empörte, sandte der Opfer in der Mitte des Sumpfes gefesselt scher eine Bitte an die Mönche im fernen stehen und unrettbar langsam versinken. Gebirge, ihm in dem Feldzuge beizustehen. Die““ Niemand in China hat die Macht, diese Gehundertachtundzwanzig Mönche des Klosterssheimgesellschaften zu unterdrücken. Während mit ihren Zöglingen besiegten den Fürsten vonder jetzigen Wirren soll es damit nicht besser Silu und zogen nach Peking, wo der Kaiser sieigeworden sein. voll Dankbarkeit empfing. Doch die weltentsagenden Mönche fühlten sich in der Hofluft nicht wohl und kehrten wieder in ihr stilles Kloster zurück. Bald fanden bei Hof Neider, die aus Eigennutz die bei dem Kaiser verdächtigten und beVerzweiflungskampf einer Biberkolonie. Monarchen wurde so lange zugesetzt, bis Eine Biberkolonie in dem kanadischen Jasperer heimlich das Kloster samt den Mönchen um Naturpark führt jetzt mit Zähigkeit einen hoffzingeln und verbrennen ließ. Fost alle tap nungslosen Kampf, um ihre Behausungen vor feren Männer sanden ihren Lod in den Flam= Vernichtung zu bewahren. Der künstliche See, men. Nur fünf von ihnen konnten sich retten, der ihnen seit vielen Dezennien das Dasein Sie gründeten einen Bund, der es sich zumsicherte, wird jetzt leer gepumpt, um ein neues Ziele setzte, das Land von dem verräterischen Reservoir zu füllen. Sobald aber die IngeKaiser zu befreien. Bald sand dieser Bund nieure in dem Biberdamm eine Oeffnung Tausende von geh Abschied von einander versaßten die fünf P##kommen die fleißigen Biber mit Papp triarchen einen Vers, der noch heute den Mil= und Fichtennadeln aus dem benachbarten Walgliedern der Gesellschaft als Erkennungszei de, um die Oeffnung in größter Hast zu dichchen gilt. sten. Der Widerstand gegen die technische * wie haben die Triasbrüder sich im Neuerung ist so hartnäckig, daß die Arbeiten Lause der Zeit geändert! In einem südlichen der Ingenieure anfangs fast keine Fortschritte wird ein reicher Bauer von Räubern machten. Man konnte gegen die Biber nicht illen und seiner Viehherde beraubt. Amsenergisch auftreten, da alle Tiere in den Naturum sie erst am folgenden Tage haus zu schaffen. Als er sich nun dem toten Elch näherte, bemerkte er einen riesigen Grizzlybär, der sich über den willkommenen Braten hermachte. Iverson wollte gerade die Büchse anlegen, denn einen Grizzly hätte er schon längst gar zu gern geschossen, aber da hatte der Bär ihn auch schon bemerkt und griff, unwillig ob der unerwarteten Störung, den Jäger an. Dieser fehlte in der Erregung mit dem ersten Schusse; als er eine zweite Kugel in den Lauf schieben wollte, hatte er zu seinem Entsetzen Ladehemmung, und ehe er diese beseitiigen konnte, war sein Gegner schon heran. Iverson sah sein letztes Stündchen gekommen, als er von unerwarteter Seite Beistand erhielt. Sein treuer„Billy“, ein deutscher Polizeihund, griff furchtlos den Bären an, der sich erstaunt dem neuen Feinde zuwandte.„Billy" verstand sich aber gewandt den furchtbaren Bissen und übersalten und gurt Stge rg—#eten, da nächsten Tage erhält er die Votschaft, er mögesparkantagen durch das Gesetz geschützt werden. sein Vieh an einer bestimmten Stelle holen. Die Lage wurde schließlich so kritisch, daß das Bauer bittet den Bürgermeister des Dor= kanadische Ministerium des Innern sich dazu ses, ihm Soldaten für diesen Gang mitzugeben, bequemen mußte, den mit der Ausführung der was dieser auch gewährte. Doch wie sie an Arbeiten betrauten Ingenieuren die Bewillidie angegebene Stelle kommen, stehen Männersgung zu erteilen, die Biber lebend zu fangen mit vorgehaltenen Pistolen vor ihnen und dro=lund in Stahlkäfigen einzusctishözn. n##ri#i hen, jeden zu erschießen, der nicht Mitgliedgen eines lebenden Biders ihrer Gesellschaft werden will. Aus Furcht und nur dadurch möglich, daß man im Dach gehen alle auf diese Forderung ein und ziehen seiner Hütte ein Loch macht und dann das Tier mit dem Vieh ab. Ein einziger Soldat besitzts am Schwanz herauszieht. Der Inspektor des den Mut, die Räuber beim Bürgermeister an= Naturparks muß nun eine große Kolonie bezuzeigen. Am nächsten Tage findet man ihnfreits gesangener Biber überwachen uintz, hat mit durchschossenem Kopfe auf der Dorfstraße genug zu tun, um die Tiere mit Lg#rinde 3u liegen. Ist der Bürgermeister tapfer und ehr= versehen, der Hauptnahrung lich, geht er nun selbst mit seinen Soldaten der veränderten Verhältnisse, unter denen sie auf die Suche der Verbrecher. Doch in den nun leben, sind die Biber munter und gesund. wieder in Ordnung bringen und dem Bäre mit einer diesmal gut sitzenden Kugel das Ledenslicht ausblasen konnte. Die Buddhafelsen von Tatung. Eine der Sehenswürdigkeiten Nordchinas sind die„Tausend Buddhas von Tatung" im nördlichen Schansi. Hier haben unbekannte Künstler vor rund vierzehn Jahrhunderten ungefähr tausend Baddhabilder aus dem gewachsenen Felsen herausgehauen. Seitdem besuchten jährlich Tausende die zur Kultstätte gewordenen Klippen von Tatung. Leider befanden sich unter den letzten Wallfahrern auch einige chinesische Offiziere und Soldaten, die einmal etwas von der Sammelwut der Weißen gehört hatten. Deshalb wußten diese Barvaren nichts Besseres zu tun, als 96 der Buddhastatuen die Köpfe abzuschlagen. Sie brachten ihre Diebesbeute nach Peking und fanden dort an den vielen„Altertumshandlern", die fast lediglich vom Betrug an leichtgläubigen ausländischen Sammlern leben, willige Abnehmer. Ein Teil der Köpfe wurde von Mitgliedern der Gesellschaft zur Erhaltung chinesischer Altertümer entdeckt, und diese veranlaßten die schlagnahme der noch nicht verkauften Häupter. Wie die behördliche Untersuchung ergab, hatte den Auftakt zu dieser Schändung ein Pekinger Altertumshändler selbst gegeben, der in ganz unverfrorener Weise beim Militärgouvernement um Stellung einer Soldatenabteilung als Schutzgarde gelegentlich einer Reise bat und dann mit Hilfe dieser Braven ein Dutzend Buddhaköpse nach Hause brachte. Räubern umzingelt und durch Geldge bestochen oder mit dem Revolver gezwungen, dem Geheimbund— in diesem Falle der Triasgesellschaft— beizutreten. Nun ist das Messerkampf mit einem Haifisch. Der japanische Fischer Gamatano Yugoago kürzlich an der kubanischen Küste in der seinem Gewerbe nach, n wollte! Die Rache der als plötzlich ein Haifisch von ungewöhnlicher ganzen Gesellschaft wücde ihn treffen. Größe das kleine Boot angriff und es durch Die Kenntnis der geheimen Zeichen und wilde Stöße zum Umschlagen zu bringen verBräuche der Kongsi=Brüder verlangt jahre- suchte. Yugoago versuchte vergeblich, das lange Uebung, und eingeborene Chinesen er= Untier durch Schläge mit dem Ruder zu versie haunen mit„Brüdern" beisammen“ scheuchen, der Haifisch ließ nicht locker, und Zwillinge beschhstigen zmei Standesümter. Gewöhnlich kann man annehmen, daß der glückliche Vater eines Zwillingspaares die Geburt seiner Sprößlinge freudestrahlend bei einem und demselben Standesamt anmeldet. Bei dem Landwirt Rimbert aus Graval in der Nähe von Dieppe ist dies aber nicht der Fall gewesen. Als nämlich die Mutter das freudige Ereignis kommen fühlte, befand sie sich in ihrem Hause in Graval, und dort kam ein Junge zur Welt. Der Arzt, der Frau Rimbert beistand, hielt es für richtig, die Mutter in aller Eile nach Dieppe ins Krankenhaus zu schaffen. Doch der Kraftwagen mit der Wöchnerin mußte kurz vor der Stadt halten, weil ein zweiter junger Erdenbürger ungestüm Einlaß in diese Welt forderte. So kam es, daß der erste Zwilling in Graval, der zweite in Neuschatel in das standesamtliche Register eingetragen wurde. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: Dr. C. Santz, Altena Beilage zum Altenaer Kreisblalt zugleich Neuentäder Zeitung 1 1930 Höxter=Corvey Zwei alte Kulturstätten an der Oberweser. Elfhundertjährige altersgraue, schicksalsreiche Vergangenheit spiegelt sich in den Fluten der Weser, dem Strom der deutsch von der Quelle bis zur Mündung die lieblichen Fluren und grünen Wälder des Weserberglandes durchZwei Stätten ältester deutscher Kultur sind unser liebes altes trauliches Städtchen Höxter, ein Ort von 8000 Einwohnern fast ohne Industrie und mit ihr durch eine 200jährige Kastanienallee verbunden das frühere Kloster Corvey, heute ein lindenumrauschtes, idyllisches Schloß im Besitz des Herzogs von Ratibor und Corven. Einis4 Nach blutiger Niederwersung oer heionischen Sachsen durch Karl dem Großen von Ludwig dem Frommen gegründet, ging einst vom Kloster Corvey die Bekehrung des gesamten Nordens von Deutschland zum Christentum aus. Ansgar, der Bischof der kandinavischen Länder, zog von Corvey in den unwirtlichen Norden. Durch die Klosterschule zu Corvey, der Kaiser, Könige und Edle ihre Söhne zur Ausbildung überwiesen, wurde christliche Bildung über das heidnische Norddeutschland verbreitet. Manch hochgelehrter Mönch zierte das Kloster und verschaffte ihm Weltruf. Der Benediktinermönch Bruno aus Corvey bestieg im Jahre 996 als Gregor V. als erster Deutscher Papst den päpstlichen Stuhl. Zwar ist das alte Kloster Corvey im 30jährigen Kriege nach fünfmaliger Belagerung bis auf die Grundmauern zerstört. Nur der westliche Flügel der Kirche das sogenannte Westwerk, vollendet 885, hat der Zerstörung widerstanden und ist daher das älteste und ehrwürdigste Bauwerk Westfalene. (Vgl. das bei durchaus wissenschaftlicher Haltung leicht verstädlich geschriebene Werk, welches ein Ereignis für alle Freunde der Kunstund Heimatgeschichte bedeutet: Wilhelm Effmann, Die Kirche der Abtei Corvey. Mit Unterstützung der Provinz Westfalen aus dem Nachlaß des Verfassers herausgegeben von Prof. Alois Fuchs.) Das Schloß selbst ist im 17. Jahrhundert in seiner jetzigen Gestalt neu erstanden. Die alte Hansastadt Höxter aber erzählt mit ihren heute noch stehenden Bauwerken aus der Zeit,ey der 30jährige Krieg Deutschland zu einem Trümmerhausen machte, von einem diuehe d TrU erlebten, bieten Vergangenheit hat, inem arümmerhausen„. zdten ale be henden Leben in den Hansasta##en, als der deutsche Kaufmann die Handelsweit von Antwerpen bis Dorpat beeinflußte und Nord= und Ostsee dem machtvollen Bunde untertan waren. Die winkligen Gassen, die hochgegiebelten Häuser, die mit ihrem alten Baumbestand in wundervolle Spazierwege umgeschaffenen Wälle der alten Festung Höxter, deren Türme und Mauern, heute noch erhalten, manchen Sturm im 30jährigen Krieg erlebten, dem. der Sinn für deutsche Ve viel Interessantes. Reichverzierte Bürgerhäuser in niederdeutscher Holzrenaissance geben der Stadt ihr eigenartiges altertümliches Gepräge. Wohl erhaltene alte Adelshöfe wie die heutige Dechanei und das Tillyhaus erzählen in ihrer breitbehaglichen Pracht von der einstigen Wohlhabenheit ihrer Besitzer. Das 1613 erbaute Rathaus ist ein prunkvoller Renaissancebau mit Türmen und Erker. Die schlanken Türme der breits 1075 erbauten Kilianikirche überragen die Stadt und grüßen weithin in die Ferne. Reich bewaldete Bergzüge bilden von allen Seiten einen reizvollen Rahmen für das Weser durchflossene Bergland, in dem nördlich Höxter der alte Fürstensitz Fürstenberg, die Stätte altbraunschweigischer Porzellankunst weithin sichtbar ist. Auf dem rechten Weserufer dehnt sich der an Hoch= und Schwarzwild reiche Solling, nächst dem Harz das größte Waldgebirge Nordwestdeutschlands mit seinen wundervollen Laubund Nadelwäldern und anmutigen von munteren Waldbächen durchrauschten Wiesentälern aus. Auf dem linken Weserufer zeigt sich der Köterberg, die höchste Erhebung des Weserberglandes mit einem neu errichteten UnterkunftsSpaziergängen und bieten von ihren Höhen Räusche= und Bielenberg dicht an der St Hoch über Hörter ragt die Rabenklippe, die Stelle, die von der Provinz Westjalen für Errichtung des Reichsehrenmals in Vorschlag gebracht worden ist. Wer nach Höxter kommt, soll nicht, wie es früher oft geschah, sich damit begnügen, vom Dampferanlegeplatz in durch die alte Kastanienallee nach Corvey zu gehen und nach flüchtigem Verweilen in der ehrwürdigen Abtei weiter tal. bwärts zu wandern oder zu reisen. Hörter, genau in der Mitte des Weserberglandes gelegen, ist die gegebene Wanderstation. Einige Tage gehören unter Benutzung der Weserdampfer den Sollingwanderungen, dem Aufstieg zum Köterberg, den Ausflügen nach Karlabofen und Pyrmont. An den eingelegten Rubetagen muß man auf dem Felsenkeller, der Wilhelmehöhe 58 88781 0 c S:SETg B ESSTS * G 8— 6# 8 5 ga5ES 1•. 10 UST —.** *T•3 3 9 855 2*— *— + 6 1—— 8— 22 55 * W 10 5 " □ 8 5 ## * * 8• S S E 1## s 0 S 2•8 E 1. 9 5 E 5 a. 8 S * S E 8 : 2 S S 32 SEEDEU 8 SuEE ss 5 a ES SESS 9 0 3— 5• *„* F 9• 9 10— 8— S R— J 0) 5 — gr. " 2— 2— * 8 1 S E g S 9 ** 8 S3n• P• TOET, G BBDDEE 9 22 S 8 5 2 2 68 gnüglich gesessen. oder auf der Bosseborner Hochfläche, dem Heiligenberg, dem Brunsberg und Weinberg ein paar Stunden verträumt haben. Man wird erfrischt, innerlich bereichert die Heimreise antreten. Den kleinen Friedhof der Klosterkirche zu Corvey betreten zu haben, dürfte für jeder guten Deutschen der das Weserbergland besucht, Ehrenpflicht bedeuten. Hier schläft der Sänger unseres Deutschlandliedes Hoffmann u. Fallersleben den letzten Schlaf. Abenteuer mit einer Gottesaubeterin Von Dr. Ludwig Franck=Kairo. Glaubt nicht, daß eine Nonne oder gar eine fromme Büßerin gemeint sei; ein Kuriosum aus der Insektenwelt ist es, dem man den Namen einer„Gottesanbeterin" beilegt. Wissenschaft hat sie„Mantis religiosa", „fromme Büßerin“ getauft, die Franzosen nensie„precheur“, die Engländer„praying mantis“. In Deutschland ist sie schon so selten, daß man sie—„sogar ein Insekt— unter Naturschutz gestellt hat, während man in Aegypten und in den Tropen noch mehreren Arten dieser eigenartigen Fanaschrecken begegnet. Bieder sitze ich in einem b=Pangfeigchgen Sommerhäuschen, die in ewiger Laubfri#ur oas linhe Rilufer Kairos von der Kasar el RilBrücke einen Kilometer lang bis zur Salamekbrücke begleiten. Blattfiltrierte Westsonne sällt in Lichtinseln über Tische und Bsnizez ein Mückenschwarm tänzelt im höherer macht meine Lektüre träumerischDa ertönt mit einem Male das Wehgeschrei eines Brummers, das die silberfeinen stimmen jäh durchbricht. Ich eile Richtung und gewahre nicht o## chreck, daß der Harmlose in die Favahr.ke gauch geraten ist und sein Leben d Zusg— hat, bevor ich seiner wie des gunzen Schaupiel= ansichtig wurde. Stroßhalm mit Gleich einem zersassenen. 4.#t blattäuschenden Flügeln hatte sich die Fangschrecke hier zwischen dem Rebenlaub aufgestellt, um in dem reichbesetzten Birschgebiet der Wendjagd obzuliegen. Der Brummer mußte sich ausgerechnet in ihrer Nähe zu kurzer Rast niedergelassen haben. Ein wohlgezielter Schlag mit den Fangbeinen, ein Aufschreien, und schon drangen die scharfen Kieferschneiden in Kopf und Brust, verschlangen Magen und Eingeweide ließen Flügel und Ringschaten fallen und erledigten in kaum drei Minuten den fette Rumpf des Brummers. Behaglich säubert dann die Rauverin ihre Fangeisen, faltet sie zusammen, und in dieser Haltung, den Vorderkörper leicht empor gehoben, mag sie, zumal bei ihrem weiblichen Gesicht wie den schleppkleidigen Flügeln den Eindruck einer Beterin, ja frommen Bi Seit diesem Brummermord aber sitzt die „Heilige“ in einem geräumigen Glashause meines Arbeitszimmers. Aus persönlicheren Beziehungen will ich weiter erfahren, wie sie ihre Gebetsübungen verrichtet, wie ihr Händefalten fast stets mit einer Mordtat verbunden ist. Es wird Abend in der Glaskammer ihres Terrariums. Hager undschmal, 80 Milumerer lang, sitzt sie mit witterndem Dreieckskopf an dem kleinen Mandelzweig, den ich ihr zu Kletterzwecken eingebaut habe. Grunteuchtende Augen durchschielen den Raum. Ein stets freßSamr: Trieb ahnt bereite, daß sich, etwas im regt, immer mächtiger regt. Diesmal ist es keine Durchschnittsbeute, keine Fliege, kein Brummer oder Heupferdchen, mit denen sie so mühelos fertig wird; diesmal ist es einer, der gelbfarbene Ringe um den Leib trägt, mit mächtigen Kneifzangen und vergifteten., Dolche bewehrt ist. Libellen und Grus##serochen ergaben sich meist kampflos, überließen sich wie selbstverständlich ihrem Schicksal. Die Hornisse aber, die ich zu ihr eingelassen, Wespe derart um sich, dug dir Maniin, aus Rulwiebder freigibt. Wütender durchtürmt die Hornisse das Glasgemach. Fast„wie schüchtert klimmt die Mantis ven Zweig böher hinauf; mehrere Hiebe gehen fehl. Hunger macht listig und grausam. Diesmal schlägt sie nicht am Boden zu. auch nicht Vertikalstamm des Mandelbaumchens; sie wartet, bis der Gegner weidgerecht für den Doppelgriff aus dem Seitenzweige sitzt. Der Schlag gelingt. In die Doppelmeißel eingeklemmt. gibt es kein Entrinnen mehr. Weder Beißen. Krümmen noch Dolchen helfen dem tapferen Kumpen. Nachtlos prallen Stiche und Bisse am Brustpanzer der Mantis ab. Acht Minuten dauert die Mahlzeit an dem geharnischten Wespenleib. Nur einige gelbschwarze Bauchgürtel und stärkere Schenkelnnochen bleiben davon übrig selbst der Stachel samt Gifttasche ich sehe es mit eigenen Augen, werden ohne Magenbeschwerden von der Mantis aufgezehrt Gewiß ist das kein schönes, kein anziehendes Schauspiel. Aber darf man darum unser Insekt als blutdürstig oder grausam verdammen, weil es nur lebendige Kerbtiere frißt? Kann man einen Löwen zu einem Aas= oder Pflanzenfresser bekehren, einen Adlec zu einem Körnervogel? Und wir Menschen, dir wir sogar imstande wären, nur von Pflanzen und Fruchten zu leben, überliefern wir nicht wie selbstverständlich jährlich ganze Armeen von Tieren, nicht nur Schlachttieren, dem Messer und dem 88 4 So war ich meiner Manns nicht ungehalten. als sie Mitte März aus Drüsensaft eine walnußgroße Tonne herstellte und sie mit 30 bis 40 Eiern belegte. Im Mai schon ward die Tonne lebendig: eine ansehnliche Schar Mantiskinder von der Größe unserer Waldameisen stieg daraus hervor. Wieviel ausgewählter Nahrung hätte es bedurft, bis sie nach etwa zehnmaligen Häutungen die Größe der Mutter erreicht hätten? Daher übergab ich sie— die Kinder meiner Mantis— ohne Selbstanklagen dem allnährenden Schoß der Mutter Natur. Weltferne Inseln Was hat sich auf St. Paul ereignet?— Das Paradies der Langustenfischer.— Der Einsiedler von der Schweineinsel. Von G. W. Brandstetter. Einer Meldung zufolge, die in letzter Zeit durch die Tagespresse ging, ist man in Frankreich seit zwei Monaten ohne jede Nachricht von der Insel St. Paul geblieben, und schon wird die Befürchtung ausgesprochen, dieses vergessene Eiland im südlichen Indischen Ozean sei einer Naturkatastrophe zum Opfer gefallen und im Meer versunken. St. Paul? Wo liegt es?“ werden viele gedacht haben. Die Frage ist vollkommen berechtigt, denn die wenigsten haben je etwas von diesem sieben Quadratkilometer umfassenden Inselchen gehört, jenem erloschenen Vulkankegel, den 4500 Kilometer vom nächsten Punkt des afrikanischen Festlandes trennen. Französischer Besitz, war es doch bis vor einem Jahr noch ohne jedes Interesse für das Mutterland, da es kaum bewohnbar erschien und außerhalb jeder Schiffsroute liegt. Verschiedene wissenschaftliche Expeditionen und vereinzelte Walfänger besuchten die Insel, doch wurde sie nie dauernd bewohnt. Erst im vergangenen Jahre lenkte der außerordentliche Langustenreichtum der Insel und ihres durch einen achtzig Meter breiten Einbruch mit dem Meere verbundenen Kiateriees die Aufmerksamkeit einer französischen Erwerbsgesellschaft auf St. Paul, und„wanzig bretonische Fischer waren bereit, sich dort anzusiedeln. Eine kleine Fabrik zur Konservierung der in geradezu fabelhaften Mengen gefangenen Langusten entstand, daneden eine kleine Funkstation. Die mit dichtem Graswuchs, mit Azorellen und Kreuzblütlern bestandene, baumlose Insel sah die ersten Anfänge einer kleinen Viehzucht, Schweine, Ziegen und Hammel, die aus der Bretagne mitgeführt worden waren. Der Franzose Aubert de la Rue, der damals im Auftrage seiner Regierung eine Reise nach den 1100 Kilometer von St. Paul entfernten Kerguelen benutzte, um sich vierzehn Tage lang auf der vergessenen Insel aufzuhalten, nonnte auch einen ans Unglaubliche grenzenden Fischreichtum feststellen. Die Fische bissen selbst an wenn kein Köder an der Angel steckte, und im Magen eines 70 Kilo schweren Ungetüms fanden sich noch lebende Langusten. Letztere lassehrt sich jetzt auf Leben und Tod. Von nurssen sich an der Küste und im Kratersee mit der einer Greifzange gergcht, keiuid sticht die Hand fangen und dienen den Tausenden von hindurch wüten vort auf dem vierzigsten Grab südlicher Breite jene gefürchteten Sturme, die von den Seeleuten die„Brüllenden Vierzig" genannt werden. So mag es für phantasiebegabte Gemüter verlockend sein, sich auf Grund des längeren Ausbleibens aller Nachrichten von St. Paul vorzustellen, daß dieser nur mit den Kraterwänden bis zu 200 Metern aus dem Meer aufragende Vulkankegel in einer finsteren, stürmischen Nacht mit allen Bewohnern in den Fluten versank. In Wirklichkeit ist das Schweigen sicherlich auf eine Störung der Funkstation zurückzuführen. Voraussichtlich wird die„Esperance", die im Auftrage der französischen Regierung gelegentlich ihrer jetzigen Fahrt in die See=Elefantenjagdgründe der Kerguelen auch nach den zwanzig Bretonen auf St. Paul forschen soll, die Bewohner ebenso gesund antreffen, wie andere Schiffe die Osterinsulaner, von denen in den letzten Jahren mehrfach behauptet wurde, sie seien mit ihrer Insel und deren geheimnisvollen Steinbildern untergegangen. Eine traurige Entdeckung mußte dagegen vor einigen Wochen ein Walfänger machen, der auf seiner Fahrt im südlichen Indischen Ozean ein zufällig die zum unbewohnten Crozet=Archivel gehörende Schweineinsel anlief. Dort hatte seit 13 Jahren ein einziger Mensch, ein Australier namens Hardy, gelebt. Die Insel liegt 1100 Kilometer westlich der Kerguelen und gleicht St. Paul in klimatischer und vegetativer Beziehung. Eine neuseeländische philanthropische Gesellschaft unterhält dort ein Lebensmi##eliager für etwaige Schiffbrüchige; sie hatte Hardy als Depotverwalter mit 500 Mark Jahresgehalt und freier Station angestellt. Er bewohnte eine Steinhütte, deren Ritzen mit Moos ausgestopft waren, und besaß nur einen Hund als einzigen Gesellschafter. Eine Funkstatinn bestand nicht. Einmal jährlich lief ein Dampfer die Insel an und erneuerte die Vocrate. Haruy sprach hierbei kaum ein Wort. Er legte schweigend seine Lagerlisten vor und schien froh zu sein, wenn das Schiff den Anker hod. In den dreizehn Jahren seiner freiwilligen Verbannung empfing der Einsiedler ein einziges Mal Briefe aus der Hand des Kapitäns und warf sie uneröffnet ins Feuer. Allem Anschein nach handelte es sich bei ihm um einen gebildeten Menschen, und Gerüchte wollten wissen, Hardy sei australischer See=Offizier gewesen und habe eines leichtsinnigen Streiches willen den Dienst quittieren müssen, weshalb er seinen Namen änderte und zum menschenscheuen Einsiedler wurde. Die Besatzung des außerkursmäßig dort landenden Walfängers war deshalb nicht erstaunt, als sie nicht von Hardy begrüßt wurde. Sie wollte ihn in seiner Steinyutte aufsuchen, doch sie konnte nur noch dem anscheinend vor Monaten verstorbenen Sonderling die letzte Ehre erweisen und seine Ueberreste mit denen seines treuen Hundes zusammen beerdigen. Der Tote hatte keinerlei Aufzeichnungen hinterlassen, so daß nur angenammen werden kann, daß er einer Krankheit erlag. Die einzigen Gegenstände, die auf einen — wenn man es überhaupt so nennen will— Wunsch nach Luxus in dieser urwüchsigen Umgebung schließen lassen, waren drei Bücher, ein Shakesveare, Voltaires„Candide" und Miltons„Verlorenes Paradies". zutraulichen Pinquinen als Futter. Haben die wenigen Bewohner von St. Paul demnach auch nicht unter Nahrungssorgen zu leiden— Gemüse wächst in genügender Menge und es gibt Süßwasser, darunter heiße Quellen, in denen Fische und Langusten innerhalb weniger Minuten gar gekocht werden können —, so ist doch der Aufenthalt auf der Insel wenig angenehm. Der südliche Winter beginnt schon im April mit starken Niederschlägen bei einer Temperatur von fünf Grad und dauer als fast ununterbrochene Regenzeit bis Ende Tasche ihr Hochschuldiplom, das ihnen ihrer November. Während dieser Veriode weicht der Ansicht nach die Welt erobern wird, in der anfeuchte Nebel kaum, und fast das ganze Jahr deren ihre Zahnbürste, drücken die hoffnungsHochschulvagabunden Sechzigtausend Kllometer auf anderer Leute Kosten.— Das gefährdete Anfeheu der weißen Rasse.— Vom Salonwagen ins chinesische Reisfeld. Von John C. Waters=Chicago. Mancher deutsche Konsul hat Grund, über Landsleute zu klagen, die aller Mittel entblößt bei ihm um Unterstützung: nachsuchen, weil die abenteuerliche Fahrt, die sie auf vage Verheißungen hin oder gar aufs Geratewohl und ohne Mittel unternahmen, den Erwartungen längst nicht entsprach. Aber diese deutschen„Weltreisenden" mit ihren Postkarten sind die reinen Waisenknaben gegen den neuesten Vertreter amerikanischen Vagabundentums, gegen den Hochschultramp. Abenteuerlust treibt Hunderte von jungen Amerikanern, die das College absolviert haben, hinaus nach dem Fernen Osten, wo sie bald hilfesuchend in irgend einem Konsulat landen, wenn ihnen das Glück nicht besonders hold ist. Der Wunsch dieser Jungen, die Welt zu sehen, bevor sie ins Berufsleben treten, ist ganz natürlich, aber der Leichtsinn, mit dem diese Orientreisenden ihr Unternehmen beginnen, kennt keine Grenzen. In der einen Tasche ihr Hochschuldip###, das ihnen ihrer * 1. 9 S 22 Sag * 8 0 S S• G * ** S S S„ 2 6 8 2 850 G S 0- nn 8 6 8 S 50 E 8 9 5 2 5 9 68 □ E 8 E S 518 S•— 9"* S 2 C)# * □ a E 5 9.## E * F S 9 5 ** 2 * 5 s 8 — E 8 S 80 5 * S 62r ** S ∆ 8 a 5 S 58 D 8 * 2 S— S 391 ange 8 2.2— 2 Su2 #as S E 6 E 5.— * ### 5 •* 9#3 S 2 S 8 # 8 8 0— 8 6 9 2 C. * 22 S a # S S SEUTEST ** B5 55e 5# „„•588 Btsn Spuusg„„EaPEGPS, engegSae g-OEek. 9E 9.2T Co S• g Sa--Broußeg ug. „S SGUSS SRga-g SD SSgaRE ###.#- Sör5geSSsEg sechtß##u 5 nan a 5 " S 8.— OESDT S%∆ 5• —• SU5#5 vollen Globetrotker ihren Eltern die Hand: „Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott Euch behut'!“ und ziehen weit zuversichtlicher als ihr Vorgänger im Lied nach der Westküste hinüber. Wenn sie dann in Seattle oder San Franzisko ihre Dampferkarte nach Schanghai, dem beliebtesten Ausflugsort dieser Jünglinge, gelöst haben, so bleibt meistens kein Zeyndollarschein mehr in ihrer Brieftasche. ug#m Manchmal haben sie wirklich Gluck. Empfehlungen oder gar alte Bekannte aus den Staaten helfen in Ostassen den aus den Wolken Geschneiten weiter, beherbergen sie einige Zeit und schieben sie dann mit vielen Segenswunschen und drei Kreuzen an einen anderen Gutmütigen ab. An Arbeit denken die Jünglinge nicht, und daß sie im Grunde genommen nur von Almosen leben, verträgt sich merkwürdigerweise sehr gut mit ihrem Nationalstolz. So rühmte sich kürzlich in Schanghai ein Student der Chicagoer Universität, daß er mit weniger als zweihundert Dollars eine Reise von sechzigtausend Kilometern über den Pazifik und kreuz und quer durch Ostasien gemacht habe, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen:„Ich weiß, daß ich anderen auf der Tasche liege, aber das Leben gefällt mir.“ Ein anderer Typ sind die jungen Hochschultramps, die mit leeren Taschen in China oder Japan ankommen und es verstehen, innerhalb kurzer Zeit die Bekanntschaft einer der vielen alleinreisenden wohlhabenden Landsmäninnen älteren Semesters zu machen, die vielleicht froh sind, doch einen Beschützer zu haben. So ist mancher Jüngling, den sein Konsul an der chinesischen Küste aus dem Dienstzimmer komplimentierte, weil es kein Obdachlosenasyl sei im Schlafwagen erster Klasse in Cherbourg eingetroffen, um auf einem Luxusdampfer seine Heimat wieder zu erreichen, da ihm seine Reisebekanntschaft mütterliche Gefühle entgegenbrachte. Im allgemeinen gereicht diese Sorte Amerikaner den Vereinigten Staaten nicht im geringsten zur Ehre. Deshalb find die jungen Leute gerade den Konsuln im Fernen Osten, wo das Ansehen der Weißen schon stark gelitten hat, ein Dorn im Auge, und das Herz der amtlichen Vertreter ihres Vaterlandes schlägt ihnen mit der gleichen Liebe entgegen wie den zerlumpten und betrunkenen amerikanischen Seeleuten, die einen großen Teil der Konsulats„kunden" bilden. Aber letztere haben den Vorzug, daß die Konsuln sie sich von amtswegen mit dem ersten abfahrenden amerikanischen Schiff vom Hals laden können, während das bei den Hochschultramps leider nicht der Fall ist. Ganz abgesehen von ihrer Hoffnungsfreudigkeit sind die Jünglinge oft von der gütigen Natur mit einer Frechheit beschenkt worden, die alles sonst Gewohnte übersteigt. So kamen vor kurzem zwei junge Herren zum Konsul in einem der großen chinesischen Häfen:„Wir sind Sachverständige auf dem Gebiete der Anthropologie und wünschen die Expedition Chapman Andrews in der Gobi aufzusuchen.“ —„Bitte“, meinte der Konsul, der die Sorte Vögel kannte,„tun Sie das. Ich hindere Sie nicht daran.“ Die Jünglinge horchten auf: „Nicht hindern? Im Gegenteil, wir hoffen, daß Sie uns behilflich sind, in die Mongolei zu kommen. Bitte, veranstalten Sie innerhalb der amerikanischen Kolonie eine Sammlung für uns.“ Der Konsul beherrschte sich:„Nein.“ „Dann leihen Sie uns ein paar hundert Dollars, damit wir die Expedition erreichen können.“ Jetzt stand der Konsul in aller Ruhe auf:„Herrschaften, tun Sie mir den Gefallen und verlassen Sie mein Dienstzimmer.“ Die Jünglinge waren schwer gekränkt:„Wir hatten niemals geglaubt, daß ein amerikanischer Konsul so wenig Interesse am Fortschritt der Anthropologie haben könnte.“ Und einer setzte hinzu:„Mein Onkel ist Senator und wird dafür sorgen, daß Sie fliegen!" Einige Zeit später brachte die chinesische Polizei dem Konsul zwei etwas heruntergekommene Gestalten. Der Beamte erkannte mit einer gewissen Genugtuung seine beiden „Anthropologen“. Dieses Mal waren die Jünglinge aber sehr kleinlaut. Die Polizei hatte sie zwischen Tientsin und Peking aufgelesen, als die beiden Forschungsreisenden mit einem Dollar in der Tasche versuchten, den : blinden Passagier zu spielen. Nun mußte der Konsul doch eine Sammlung veranstalten, um die jungen Herren auf den nächsten heimwärts fahrenden Dampfer zu verladen Beim Einlaufen in den ersten japanischen Hasen ging es den„Anthropologen“ aber schon wieder so gut. daß sie auskniffen und nicht mehr gesehen wurden. Zu einer anderen Sorte Hochschulvagabunden gehören die„Schriftsteller". Sie behaupten, auf der Weltreise zu sein, um Eindrücke für ein Buch zu sammeln, schmuggeln und essen sich durch China, Japan ober gar durch die Sendainselwelt und ziehen das Ansehen der Weißen in den Schmutz. Mitunter geben sie auch zu diplomatischen Verwicklungen Anlaß, wie es beinahe jener junge Tramp tat, der angeblich während einer Reise auf dem Jangtse von Chinesen verwundet worden war. Schließlich stellte es sich aber heraus, daß der hoffnungsvolle Jüngling sich selbst eine oberflächliche Wunde beigebracht hatte, weil er seinen Namen in den Zeitungen seiner Heimat gedruckt sehen wollte, bevor er mit seinem Buch voll„selbsterlebter" Abenteuer herausAllgemein sind die jungen Herrschaften der Ansicht, ein Amerikaner könne in China den blinden Passagier noch besser spielen als in seiner Heimat. Viele glauben, eine überlegene Miene, ein gelegentliches Blecken aller Goldzähne und ein möglichst deutliches Zurschautragen ihrer Verachtung für die gelbe Rasse genüge, um die Erlaubnis zu erhalten, kostenlos ihre Stiefel auf die guten Plüschpolster der chinesischen Salonwagen zu legen. Sie sind höchst empört, wenn die Schaffner kein Verständnis für diese Ehre bezeugen, sondern sie am Kragen packen und mit einem Fußtritt ins nächste Reisfeld schicken, was den Jünglingen in Anbetracht des„Blitztempos“ der chinesischen Züge selten etwas schadet. Dann „Es Können deren auch 1300 setg, genug, daß sie sich alle miteinander gegenseitig ver achten und sich infolgedessen jahraus„ahrein in den Haaren liegen, wodurch die Macht Seiner Majestät in diesem Lande unzerbrechlich wird.“ 300 Millionen gegen 200.0000“ „Allerdings!.. Und wo stehen die Barrikaden?“ „An der Kreuzung von Victoria=Cliverstreet.“ „Trefflich, ganz trefflich!“ Vergnügt rieb sich Lord Mills die sorgfältig gepflegten aristokratischen Hände, ohne daß Sherford auch nur das Allermindeste seiner gehobenen Stimmung in dieser nach seinem Urteil kritischen Sttugtion des Aufstandes begriff. „Die Tommies Seiner Majestät sind kostbar. Hauptmann.“ Frelich, Em. Lordschallk. „Und das Leben eines einzigen weißen Soldaten steht bei mir hoch über dem Werte von hundert Farbigen.“ „Ganz meine Ansicht.“ „Also... Sie sagten Victoria= und Clive. street!... Beginnt dort nicht das Mohammedanerviertel? Und liegt dort nicht die Moschee El Ezer?“ „Allerdings!" „Gut, gut, gut!“ Die gepflegte Hand können die hschultramps wirktich ein Aben=drückte auf den Knopf. Rabinda erschien. teuer erleben, mit Fußwanverungen durch ein An ihn wandte sich jetz. Lord Mills mit der Land dessen Sprache ihnen rätselhaft ist; doch Sherford in maßloses Erstaunen versetzenden „*“ F ben Raschmach daran(Frage:„Was ist ein Tamil, Rabinda!“ „Ein U1 selten sinven sie dann Geschmunk buran. Die Konsuln wissen meistens nicht, was sie mit diesen Landsleuten anfangen sollen. Ihnen vollen Schutz zu gewähren wie anständigen Geschäftsleuten und Touristen ist nicht möglich, weil die Beamten sich in den Augen der Asiaten kompromittieren würden. Die Jünglinge von vornherein wieder in die Heimat abzuschieben, wagt man selten, denn die Hochschultramps haben, wenn nicht verwandtschaftliche so doch sich durch das College vermittelte einflußreiche Verbindungen in der Heimat. Das einzige, was die Beamten tun können ist, daß sie die Bundesbehörden bitten, bei Ausstellung der Auslandspässe ein wenig mehr Vorsicht walten zu lassen. Der Babn Eine indische Geschichte von Paul Richard Greiner. Als der von dem neuen Propheten geschürte indische Freiheitsdrang den Leib der reichsten Halbinsel der Erde gleich einem Wundfieber Kaunteute pesidierte Lord Robert Milla in sonbah. Der Babu, der den telephonischen Apparat Seiner Herrlichkeit zu bedienen hatte, trat über die Schwelle des Amtszimmers und meldringliche Unterredung.“ Da sah der in einen blütenweißen Seidenanzug gekleidete Lord von seinen Akten auf. Er legte die Shagpfeife zur Seite. Würdevoll, schier feierlich erhob sich seine hagere, von der Sonne der Gan jesniederung ausgetrocknete Gestalt, und ein seines Lächeln der Ironie umspielte seine bartlosen Lippen.„Ich lasse bitten, Rabinda.“ Der Babu entfernte sich lautlos; mit einer tiefen Verbeugung vor dem weißen Sahib, die an die Anbetungsgeste eines Schiwapriesters im Tempel zu Benares erinnerte. Nach wenigen Minuten stand Hauptmann Sherford vor seinem Vorgesetzten. In lehm farbener Khakiuniform, den Tcopenheln. in der Hand haltend, die Röte der Aufregung in dem jugendfrischen Gesicht. „Nun, Hauptmann?“ forschte Mills. „Man hat Barrikaden errichtet, Ew. Lordschaft. Ich werde feuern lassen.".. „So?.. Wie lange sind Sie in der Kolonie?“ „Fünf Monate.“ „Und wo waren Sie vorher?“ „Hm! Begreiflich.. Aber die Hindus sind keine Zulus.“.. Hauptmann Sherford schwieg. Sein Uebereifer hatte ihm da wieder einmal eine Lektion eingetragen, und der von Mills in so geschickte Form gekleidete Vorwurf verfehlte die gewollte Wirkung auf sein sicher reagierendes Gefühl nicht. Zumal, als der Lord nun, scheinbar vollkommen zusammenhanglos, fortfuhr: „Was halten Sie denn von Rabinda, Hauptmann?" „Wer ist das?“ „Der Babu, der Sie meldete.“ „Ew. Lordschaft verzeihen, aber was ist das „ein Babu?“ Mitleidig ob solcher Unwissenheit lächelte Lord Mills. Aber dann erklärte er:„Eine von den 1200 Kasten Indiens.“ 9998 „Ein Anreiner, Str.“ „Und was ist Brahma wohlgefällig, Rabinda?“ „Die Unreinen zu vernichten!“ „Uno Wischau?“—„Gleichfalls!" „Und der furchtbaren Durba, Rabindak"— „Gleichfalls!“ „Und Schiwa?“—„Gleichfalls!“ „Also! Du kennst die Moschee El Ezer?“ Vor diese Frage gestellt, schüttelte sich der Babu voll Grauen und Ekel. Aber Lord Mills, der wohl wußte, daß er auf diesem Wege des Aufreizens indischen Hasses am raschesten zu seinem Ziel gelangen würde, fuhr fort:„Und was winkt dem Frommen, Rabinda, der zur Vernichtung der Unreinen beiträgt?“ „Der Kuß der Houri, Sahib." „Also! Kannst du ein Schwein auftreiben, Rabinda?“ „Meine Mutter hat deren zwei im Stall, Sahib.“ „Vortrefflich! Ich schenke dir 10 Pfund, Rabinda, wenn du eines dieser Tiere in den Vorhof von El Ezer trägst.“ Die Augen des Babus begannen zu leuchten, weniger infolge der Aussicht auf den hohen Lohn, obwohl ja auch dieser nicht zu verachten nur, uis in dem Voigrsahl der Enigkelt, die war als in Vorefühl der Seligkett, die über die Schwelle des Amtszimmers 1.. siyn dereinst im Kusse der Houri überkommen dete:„Hauptmann Sherford ersucht um eine wurde, weil er Unreines vernichtet hatte. Noch einmal wandte sich Lord Mills an ihn: „Führe aus, was ich dir anbefahl, Rabinda!“ Der Babu verschwand. Die Stimme Lord Mill's, der sich nun wieder an den von einem Erstaunen in das andere fallenden Colonel wandte, nahm eine dozierende Färbung an:„Ja, ja, mein Verehrtester! Es war und ist und bleibt der höchste Leitsatz britischer Kolonialpolitik, was ich Ihnen da eben in einem lehrreichen Beispiel vor Augen zu führen glücklicherweise die Gelegenheit hatte. Auf der Uneinigkeit der anderen beruht unsere Macht. Sie ist des gewaltigen Rätsels einzige Lösung. Und wenn sie 600 Millionen anstatt 300 wären! So lange einer den anderen verachtet und mit ihm nicht aus derselben Schüssel essen kann, sind wir unüberwindlich. Denn ihre Schwäche ist unsere Kraft.“ Colonel Sherford wagte kein einziges Wort des Zweifels, und der Gang der Dinge gab Lord Mills recht. Denn am folgenden Tage berichteten die„Bombay Times“, daß es im Mohammedanerviertel zwischen Islamiten und Hindus wieder einmal zu einer blutigen Auseinandersetzung gekommen sei, weil ein Babu den Vorhof von El Ezer durch Einschleppen eines Schweines verunreinigt habe. Aber von dem Aufstand gegen die britische Regierung, der doch den Anfang gebildet hatte, verlautete nichts. (2.— Chinesische Geheimgesellschaften Von Sidi v. Förster=Streffleur In keinem Lande haben sich Geheimorganisationen in solcher Menge zusammen geschlossen, wie in China. Die dadurch hervorgerufenen merkwürdigen und oft gefährlichen Zustände konnten nur in einem Staate gedeihen, dessen Länder durch unehrliche und