Vo#k#pfyche 5o Uug ersoffenden— Kirche ein Volksfest, das nicht zugleich kirchliches Fest ist, und ein kirchliches Fest, das sich nicht am Nachmittag zum frohgestimmten Volksfest mit Gesang, getanzter Sevillang und Blumen entwichelt? Aie Mutgack Aller Augen sind auf das Portal der alten Barockkirche von St. Hyacintho gerichtet, vor der eine Militärkapelle in Galauniform wartet. Ein tausendstimmiger Jubelschrei begleitet das Oeffnen des Portals, wenn die Kapelle den Königsmarsch intoniert. Heraus rollt, von zwei mächtigen Stieren in würdevoller Gelassenheit unter reich geschmücktem Joch gezogen, ein zweiräderiger Karren. Unter dem silbernen Boldachin des Wagens trägt das Jahrhundert alte hellblaue Seidenbanner in Medaillonform das Bild der Murilloschen Madonna, auf den Wolken schwebend. Der Zug formiert sich. Wie manches Jahrzehnt schon hat dieser hagere alte Mann im ärmlichen grauen Leinenkittel, mit dem typischen schwarzen großen Andalusierhut,, den Zug eröffnet? Schrag vor dem Bauche trägt er die große Trommel, die er zu dumpfem Schlage rührt, während er auf einer hohen zarten Flöte alte Weisen spielt. Dem Bannerwagen der Madonna reitet eine stattliche Kavalkade von Männern und Jünglingen voran, denen der dochköpfige steife Hut am Kinnriemen vom urme herab schaukelt, denn barhäuptig geleitet man die Madonna zum Wallfahrtsort, trotz der schon heiß brennenden Sonne. Die herrlichen Pferde offenbaren arabische Herkunft. Die Reitertracht mit dem kurzen Bolero über dem birschfarbenen breiten Seidengurt ist kleidsam und typisch. Frauen und Töchter dieser Reiter aber thronen auf den mächtigen, schwerfälligen Frachtkarren, die sonst Tag für Tag das Frachtgut am Hafen von den Schiffen zum Zollamte rollen und deren im Grunde unschönes, plunnpes Aussehen heute unter dem füdländisch=beschwingte Lebensfreude offenbarenden Schmuck der großen, darüber gespannten weißen Tücher und Spitzen, der Guirlanden aus bunten künstlichen Blumen und der schaukelnden Glöckchen aus buntem Papier verschwindet. Auch bei ihnen sind mächtige Stiere die Jugtiere, deren herrliches, gestriegeltes Fell in der Sonne glänzt; ihre würdevolle friedliche Ruhe läßt kaum die Verwandtschaft mit den rasenden Kampfstieren ahnen. Entzückend sehen auch die Frauen und Mädchen in ihren Flammenkleidern aus, in dem bunten Kattunrock mit drei übereinander fallenden weiten Volants, dem franfengezierten seidenbestickten Schultertuch, mit dem keck aus dem Nackenknoten neben den drei typischen roten Rosen ragenden hohen Schildpattkamme. In den Händen knattern die aus Olivenholz geschnitzten Kastagnetten zu den Klängen der frohen andalusischen Volkslieder oder der Gesänge zum Preise der Madonna. Sie thronen auf Kisten und Kasten, in denen das Bettenzeug zum Uebernachten während der sechstägigen Wallfahrt liegt, ferner die Kochgeräte, Bestecke, der Proviant. In diesem unendlich langsamen Tempo, das die Zugstiere angeben, geht es südwestlich. Unter Olivenhainen im Freien werden picknickartig die Mahlzeiten eingenomWen. Am Pfingstsamstag nachmittag erreicht man das Ziel, die alte Walljahrtskapelle drunten in den Bergen nahe dem Atlantischen Ozean. Am Pfingstsonntag morgen ist große kirchliche Feier, mit Messe, Prozession und Verehrung des wundertätigen Madonnenbildes, das jeder zu berühren anstrebt, um die heilsamen Strahlen zu empfinden.— Am Nachmittag tritt der volksfestähnliche Charakter in die Erscheinung. In der Frühe des Pfirgstmontags beginnt die Heimfahrt, abermals drei Tage und zwei Nächte.— Eine Schar hocheseganter Equipagen ##nd Actos mt Partreigrn reicher und vorneh mer Kreise auch das Insontenpgar Don Co Pfingstkäärel und Dausleipe. Manche ostdeutschen Bräuche deuten auf den alten Charakter des Pfingstfestes als Hirtenfest hin, wurde doch an diesem Tage das Vieh zum ersten Male auf die Weide getrieben. Hierbei ist es oft heute noch üblich, ein Wettrennen zu veranstalten und das Stück Vieh, das zuerst oder zuletzt die Weide erreicht, durch einen Lorbeerkranz oder einen Busch zu kennzeichnen. Dieselbe Ehre oder der gleiche Spott wird dem betreffenden Hirten zu Teil. In der Prignitz heißt der Treiber des zuletzt ankommenden Pferdes der Pfingstkäärel. In der Gegend von Havelberg wird der letzten Kuh ein Maibusch, die Dausleipe, an den Schwanz gebunden. Wahrscheinlich wollten unsere germanischen Vorfahren, von denen der Brauch stammt, dadurch kennzeichnen, daß dieses Tier den Göttern geweiht werden sollte. Pfingstbier in Alt=England. Im fröhlichen Alt=England ist das Pfingstfest stets in Form des Pfingstbieres geseiert worden. Die Stätte dieses Umtrunks war merkwürdigerweise der— Kirchhof. Allerdings mußten„die Dame und der Herr vom Weißsonntage“— wie Pfingsten hieß— für Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen, die der böse Lord Regellos vergeblich zu stören suchte. Ebenso wie am Maitag fanden dann fröhliche Spiele statt. Mohrentanzer, Narren und Pfeifer vollführten ihre Kunststückchen. In späteren Zeiten erschien die bekannte Sagenfigur des Rogin Hood mit Jungfer Marianne, seiner Geliebten. Auch das beliebte Steckenpferd trat zuweilen auf. In der Woche nach Psingsten fand dann in ähnlicher Weise kurz vor Beginn der Schafschur das Lammbier statt. Das pfingstliche Stollenreiten. cen Cherabter der Wolffahrt enbart im C. nie am ergreiserdsten endsten eine E##e von völlig schwarz gewandeten Frauen und Mädchen, vom dünnen schwarzen Schleier vollbemmen überwallt. die dem Bannerwagen der Madonna nicht nur unmitlelber feigen, sondern sich bemühen, eine adonnenzu einer Ge für ein ihrt zu Fuf er, wie nahe sie berühren.— Se lusischen Bo' irbentöne. Den aber off und trei' au Die Freude an der zu neuem Leben erwachten Natur hat in der Reichhaltigkeit altdeutscher Pfingsitten und=bräuche ihren bezeichnenden Ausdruck gefunden. Es ist betrüblich, feststellen zu müssen, wieviel davon im Laufe der neueren Zeit unwiederbringlich dahingegangen oder in Vergessenheit geraten ist und wie weig uns noch von all den herrlichen Volksbelustigungen verblieben. Da ist vor allem das pfingstliche Stollenreiten zu erwähnen, das sich in verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes im Anschluß an den Wettaustrieb des Viehs noch als lebendiger Brauch bis in die Gegenwart hinein erhalten hat. Dem Sieger eines solchen Stollenrittes, der als Wettkampf innerhalb der männlichen Jugend eines Dorfes ausgetragen wurde, winkte als Preis ein besonderer Kuchen, der Stollen. Schon am Sonntag Jubilate, Kantate oder Exaudi begann man allgemein mit den Vorbereitungen zu dieser reiterlichen Veranstaltung. Da wurde gewaschen, gestriegelt und gebügelt, und jeder Stollenreiter ritt probeweise schon sein Rennen. Berge von Kuchen backten die Bäuerinnen am Pfingstsonnabend. Und endlich war Pfingsten, das liebliche Fest, erschienen. Mit klingendem Spiel bewegte sich der festlich gekleidete Stollenreiterzug durch das Dorf. Im grüngeschmückten Leiterwagen eröffneten den Zug gar lustige Musikanten. Ihnen folgte der Stolz des Dorfes: die berittene Schar schmukker Bauern und Knechte und dahinter der Wagen mit den Dorfschönen im höchsten Staat. Sie führten den knusperigen Stollen im Siegerkranz mit sich. Auf dem Dorfanger begann lsdann der Wettritt. Es war ein Bild überschäumender Lebensfülle, diese blitzsauberen, erngesunden Burschen auf ihren schweren ckergäulen in wildem Galopp, so daß die rde dröhnte, ihrem Ziele nachjagen zu sehen. ort bot die Pfingstkönigin vom Vorjahr dem leger züchtig den Fichtenkranz. Den Sieger hmückte man außerdem mit Blumen, während der schlechteste Reiter, der als Letzter das Ziel erreichte, im Scherz enthauptet wurde. Eine Sitte, die auf heidnische Hirtenfeste mit Menhen= und Tieropfern zurückgeht(Köpfung des Letzten!) Auch die Mädchen liefen um die Wette, und zwar nach einem aufgepflanzten Zirkenbusch. Dann begann ein allgemeines belage, und schließlich trat der Tanz der gansen Dorfjugend in seine Rechte. Preis für verdächtig hielten, klärten nach einer knappen Stunde auf, daß sie von Takesuka betrogen waren. Die Polizei sollte nun dem Verbreche: die ansehnliche Summe wieder abjagen. Sie setzte sich fernmündlich mit dem Geishavierte: in Verbindung und sah sich auch in der Annahme nicht getäuscht, daß Takesaku dort sein Geld unter die Leute zu bringen suchte. Zwei Tage blieb sie dem Geisha=Liebhaber auf der Spur und konnte von Haus zu Haus immer nur wieder feststellen, daß der Gesuchte für Tee und Sake und Süßigkeiten und neue Kimonos für die Geishas beträchtliche Mittel aufgewandt hatte und auch in Zukunft als ange nehmer Gast begrüßt werden würde. In einem Geschäft hörten die Hüter der öffentlichen Ordnung schließlich, daß Takesaku einen Kimone für 600 Mark erworben hatte, um ihn seine Lieblings=Geisha zu verehren. Sie erfreute sic des schönen Namens Sugi Arita und erwartet ihren Freund zu einer Autofahrt, als sie vor den Polizisten aufgegabelt worden war. Flin: lief sie auf die Straße, um den lebenslustigen. Verbrecher durch schrille Rufe zu warnen. Der brauste mit seinem Auto heran, riß die Geishe hinein und wollte sich mit ihr in Sicherhei bringen. Damit hatte er kein Glück; wohl aber freuten sich die Beamten der Landgesellschaft. daß ihr unangenehmer Freund von dem kleinen Vermögen von 38000 Mark„nur" erst 6000 Mark in zwei Tagen vertan hatte. Lloyd George ohne Löwenmähne. Ganz London verhielt kürzlich den Aten als sich wie ein Lauffeuer die Kunde in 5# City verbreitete, Lloyd Georges herrlke weiße Löwenmähne sei der elektrischen Haalschneidemaschine eines Figaro zum Opfer gefallen. Good by, old England! murmelte mancher Brite betroffen, als er diese Trauerbotschaft vernahm. Wir Deutschen aber fragen unerstaunt: Was mag einen der geistigen Väter des Versailler Vertrages bewogen haben, nunmehr kahl geschoren das Ergebnis der Pariser Sachverständigen=Konferenz abzuwarten? Ist dies rein äußerlich das Armutszeuanis eines Mannes, welcher die Ernte der einst von ihm und seinen Helfershelfern gesäten Gewaltpolitik gegenüber einem wehrlosen Gegner radikal vernichtet sieht? betserhärung es Erleo e ücklegen. zurüch in bietet die bes ein Bild ogung Wallfe e 95 mannigjaltiger Die Geisha bringt es an den Tag. Herr Takesaku Mitsoboshi verkaufte einer panischen Landgesellschaft ein Gut. das er gar nicht besaß und zog mit der Anzahlung von 38000 Mark von dannen. Die Beamten der Gesellschaft, die seine Unterlagen nach nauer Prüfung trotz der Freude über den vom Die Epidemie der sterbenden„Großmütter“. In England wütet seit einiger Zeit die Epidemie der„sterbenden Großmütter". Allerdings glücklicherweise ohne— Todesopfer. Die Epidemie ist lediglich auf die Sportleidenschaft der Engländer zurück zu führen; die interessierten alten Damen pflegen nämlich ausnahmslos an den Nachmittagen beerdigt zu werden, wo nennenswerte Sportereignisse statt finden. So nimmt es weiter nicht Wunder, daß ein großes Londoner Warenhaus folgende Mahnung anschlagen ließ:„Die Angestellten, deren„Großmütter" beigesetzt werden, haben dies spätestens vierundzwanzig Stunden vor dem betreffenden Match anzumelden.“ Noch gemütlicher verhielt sich das Direktorium der Bank of England:„Da wir wissen, daß am Tage des Wettkampfes zwischen Oxsord und Cambridge die verehrlichen Großmütter unterer Angestellten in großen Massen aus dem Leben scheiden werden, geben wir diesen Sonnabend für alle Herren dienstfrei, deren Familienmitglieder nicht schon anläßlich des englischschottischen Länderkampfes das Zeitliche gesegnet haben.“— Darüber hinaus erzählt man sich in London allerhand niedliche Zwischenfälle, die sämtlich den Beweis erbringen, daß der Kampf gegen die neueste Epidemie so gut wie aussichtslos erscheint. Der Chef erinnerte sich, daß die väterliche Großmutter seines Sekretärs anläßlich eines Fußballkampfes und die mütterliche anläßlich einer großen Regatta in aller Form verstarb, und wollte Einspruch erheben. Ohne mit der Wimper zu zucken, erwiderte der junge Mann, sein Großvater hätte sich in der Zwischenzeit wieder verheiratet und jetzt leider die zweite Frau verloren. Da blieb dem Chef weiter nichts übrig, als seinem erfinderischen Angestellten die Teilnahme an der Beerdigung der„Stiefgroßmutter" zu gestatten... Kontrollieren kann man diese Todesfälle nicht gut. Besonders seitdem es sich herumgesprochen hat, wie ein Geschäftsinhaber schwer hereingefallen war. Da wutde nämlich zufällig wirklich eine liebe alte Großmama beerdigt, und der Skeptiker konnte nicht nur seinen Angestellten nicht Lügen strafen, sondern versäumte selbst— einen sensationellen Fußballkampf, auf den er sich im voraus gefreut....“ Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: Dr C. Santz. Altena. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung 20 Mittwoch, 15. Mai 1929 Erinnerungen an die Soester Familie Geck Nachdruck(mit und ohne Quellenangabe) verboten. IV. Es folgten Wochen der Unsicherheit und Sorgen wegen seiner Zukunft. Am 8. Januar chreibt er u. a.:„An Dorchen habe ich noch icht geschrieben; ihr Brief ist ängstlich; morgensa erde ich ihr schreiben und auch mein Porrait überschicken. Hinreisen nach S. kann ich licht, und ich habe auch meine Gründe, es nicht tun. Ich kann nicht glauben, was der P. #eck von ihr und ihren Eltern mir gesagt; hätte er eine andere Quelle als den Bürgermeister B. angegeben, ich würde es leicht für Lügen gehalten haben. Schreiben will ich ihm, er soll mir alles melden, was er weiß, unverhohlen entdecken. Kaum kann ich glauben, daß der prahlhafte K...“ Hier fehlen wiederum drei für uns Nachkommen wertvolle Seiten des Tagebuches. Dann folgte eine umfangreiche Beschreibung der Stadt Hagen und Umgebung. Wobei ihm der hoch und schön angelegte Kirchhof, von dem man die ganze Stadt übersehen ann, dem Monument oder vielmehr dem Begräbnishause" der Dahlenkampschen Fauilie(D. war Maire und großer Wohltäter) herrliche Worte über das Vergängliche alles Irdischen entlockt. Die Stadt selbst sei nicht groß und nicht schön und regelmäßig gebaut, wiewohl sie unter den Süderländer Städten die erste sei. Es werden die christlichen Confessionen, die Tuch= und Eisenfabriken, dann die Präfektur, das Tribunal, die anderen Zweige der Staatsadministration und nicht zuletzt der ziemlich gesellige Geist der Hagener und die große Spielwut der Hagener Damenwelt gewürdigt. Man erhält den Eindruck, daß hier nichts vergessen ist und kann sich nur wundern, wie unser Neuling diese Stadt und die Sitten hrer Bewohner so gründlich in den wenigen Monaten kennen gelernt hat.— Eine weitere eingehende Abhandlung folgt vom Schauplatz seiner Tätigkeit, dem Hagener Tribunal=Gericht und seinen einzelnen Mitgliedern. Auch diese Ausführungen müssen wir uns versagen. Es sei nur angedeutet, daß die führenden Herren dabei äußerst schlecht abschneiden und scheinen in jener Zeit gerade die höchsten Posten keineswegs mit den fähigsten Köpfen besetzt worden zu sein. Die Einleitung dieses Abschnittes lautet folgendermaßen: „Es dürfte vielleicht nach langer Zeit wenn ich Hagen einst verlassen habe, bei Durchblätterung dieses Buches eine angenehme Rückerinnerung sein, darin die hiesigen Tribunalsbeam= ten aufgezeichnet und in ihren Handlungen, in ihren Wirkungskreisen und ihrer mehr oder minderen Brauchbarkeit und Nützlichkeit an der Stelle, die sie bekleiden, und nach ihrem individuellen Charakter von mir nach meiner dermaligen Ansicht beurteilt zu sehen. Sie mögen daher eine Stelle in diesem von mir seit einiger Zeit vernachlässigten Tagebuche haben.“ Weiter heißt es:„In Hagen will es mir nicht sehr gefallen, mit Sehnsucht erwarte ich täglich meine Anstellung in Hamm. Mir bangt, Napoleon hat jetzt so viele Geschäfte, daß er die Bestätigung unserer bergischen Beamten vergißt, der Beamten eines Landes, welches venig Freude ihm gewährt.“ Am 4. Februar:„Stürme in unserem eben Vaterlande erhoben sich plötzlich am polischen Horizonte, Stürme, die so manchem vielsicht sehr willhommen waren; aber mit ihrer llgewaltigen Hand gebot ihnen die Einrichtung Naposeons baldige Ruhe. Wiedergekehrt ist sie, die traurige Stille, verscheucht sind sie in fihren knechtischen Wohnungen, die vor wenigen Tagen die Grube zu Napoleons Untergange wollten graben helfen. Noch nicht reif ist das entartete Deutschland, mit mutiger Stirn, kühn den Versuch zur Abschüttlung eines fremden Jochs zu machen; kraftlos an Körper und Geist schmachtet es lieber in ewigen Ketten, als daß es sich seiner Trägheit entwindet und gleich den alten Deutschen lieber gar nicht lebt als in blutigen Banden: Erst die kommende Menschheit, wenn Tyrannei dieser alles außer dem Leben genommen, wird, zur Verzweiflung und Wut gebracht, gleich den weichlichen Franzosen, ihres Joches sich barbarisch sich entledigen; denn zur Duldung ewiger Tyrannei, worin die Türken leben, glaube ich die Deutschen nicht fähig.“ Am 6. Februar:„Von meinem Dorchen habe lich seit beinahe 3 Wochen nichts gehört; ich habe ihr heute geschrieben und ihr auch eine Schilderung des hiesigen Aufstandes gemacht. Ihr letztes, auf meinen neulichen etwas dunklen Brief erfolgtes Schreiben ist voll Zärtlichkeit und Liebe, nur durchweht mit einer besorgten Aengstlichkeit über die ihr verborgene Ursache meines Unmutes. Mündlich soll einst jener Unmut und Trübsinn ihr erzählt werden und uns vielleicht manchen Anlaß zu Scherz und Lachen geben. Würde ich nun bald nach Hamm versetzt, daß ich mit der wärmsten Liebe sie in der Nähe umarmen könnte.“ Die Versetzung nach Hamm scheint noch etwa Mitte März 1813 erfolgt zu sein, denn das Tagebuch bricht hier ab, wohl infolge der Nähe und des wahrscheinlich häufigen Zusammenseins mit seiner Braut. Es folgen nur noch zwei biographische Skizzen und Selbstbetrachtungen, von denen die erste vor seiner Verheiratung, die noch im selben Jahre erfolgte, 1813, niedergeschrieben sein dürfte. Sie lautet:„Erzogen in ländlicher Einfalt, entfernt vom prunkvollen Geräusch der großen Welt, gebildet und hingelenkt nach dem auf dem Lande wohnenden Elternwillen, mehr zur ländlichen Arbeit, als um einstens im höheren Zirkel von Weltmännern zu glänzen, unterrichtet von Hauslehrern, die, da sie selbst nicht die feine Erziehung der gebildeten Städter genossen, selbige nicht geben konnten, wenn sie auch von bestem Willen beseelt gewesen wären; hingeleitet mehr zu einer vermeintlichen Realität, als zum blendenden gegründeten oder nicht gegründeten Scummer, abgehalten oder doch nicht ausgemuntert zu jenen seineren Künsten, die viel mehr Vergnügungen gewähren als in die Augen fallenden Nutzen verschaffen, die, um in der höheren Welt zu glänzen, oder sich hervorzutun, mehr oder weniger gefordert werden, wurde ich bis in mein 16. Jahr auf dem Lande, abgetrennt von jeder feineren gebildeten Gesellschaft gehalten, erzogen und unterrichtet, gemäß einer Leitung und Erziehung, welche nicht darauf hinzielte, nicht darauf berechnet war um einstens im Kreise der ersten gebildeten Männer des Staates eine große Rolle zu spielen.— Meine Eltern welche zwar nach ihrer Art, nach ihrem Stande nicht zu den ungebildeten, nicht zu der untersten Klasse der Staatsbürger gerechnet würden, welche sich selbst sogar zu den ersten Handelsleuten oder sogenannten Reidemeistern unserer Gegend mit Recht zählen konnten und auch dafür gehalten wurden, waren auch mit allen Nicht=Städtern von Vorurteilen gegen die feineren Bürger der Städte eingenommen, hielten sich selbst für die glücklichsten, sowie denn gemeiniglich jeder seinen Stand, dem der Anderen vorzuziehen pflegt, und glaubten, daß nicht die feineren Sitten, nicht die feinste Bildung den Menschen glücklich machte und sein einziges Glück beförderten. Inwiefern sie hierin recht hatten, will ich nicht untersuchen, noch bestreiten, soviel ist aber sicher, daß, wenn man in der größeren Welt epochemachend sich darin glücklich fühlen will, dazu die Erziehung viel mitn wirken muß, oder mitwirkt. So wurde ich also auf dem Lande während meiner Knabenjahre erzogen, durch die Lehrer vorzugsweise in denjenigen Gegenständen des menschlichen Wissens unterrichtet, welche dem gewöhnlichen Menschen, dem simplen Bürger und Bauern notwendig oder wichtig sind. Auf diese das Augenmerk gerichtet, wurde ich nicht im Geringsten in das höhere der Wissenschaften eingeweiht, mir wurden nicht die leisesten Winke gegeben, daß der Mensch zu etwas Besserem geschaffen sei, daß die Wissenschaften einen höheren Endzweck hätten als ihrem Verehrer einen dürftigen Lebensunterhalt zu gewähren. Mechanisch kehrte man mich die Sprachen und was sonst der bürgerliche oder Kaufmannsstand erforderten, ebenso mechanisch und aus natürlichem Eifer für das Wissen würdige— worüber ich mir jedoch sehr beschränkte Ideen gemacht — lernte ich diese Gegenstände und zeichnete mich nach meiner Lehrer= und Eltern=Behauptung zu meinem Vorteile sehr aus. Dieses Letztere mag denn auch ein Grund meiner jetzigen Bestimmung sein.— Lange schwankten meine Eltern, vorzüglich mein Vater, als die Zeit herannahte, als ich das Alter erreichte, daß ich für irgendeinen Stand mußte bestimmt werden; nichts konnte man mit fester Hand ergreifen. Dieses ist, beiläufig gesagt, von jeher ein bedeutender Fehler meines Vaters gewesen; das Unentschlossene in seinen Vorsätzen und das Schwankende in seinen Handlungen war immer seine größte Schwachheit. Selbständigkeit und fester Entschluß mangelten ihm sehr. Nachdem ich, mit den Kenntnissen, mit welchen ein Kaufmann oder sonstiger gewöhnlicher Bürger ziemlich eder vielmehr reichlich versehen nach Lüdenscheid gesandt und dort während eines halbjahrigen Aufenthaltes Religionsunterricht genossen, wurde beschlossen, mich dem Kaufmannsstande zu widmen, und deshalb einige Jahre zur Erlernung der Handlung einem Kaufmanne in die Lehre gegeben. Einige Monate sah man sich nach einer annehmbaren Kondition um, aber keine, welche sich darboten, hatten den erwünschten Beifall. Während dieser Zeit änderten sich meines Vaters Gesinnungen; treu seinem natürlichen Charakter zeigte er auch hier seinen Wankelmut in seinen Unternehmungen. Meine Mutter, welche nie meine Bestimmung als Kaufmann geliebt, weil ihr Bruder, den sie für einen der geschicktesten und nlklügsten Kaufleute gehalten, dennoch falliert hatte und in mir immer am liebsten einen wohlbestallten Reidemeister gesehen hätte, mag dazu das Ihrige beigetragen haben, sowie auch der hohe Zuschuß, den einige Handelshäuser verlangten, wenn sie mich in die Mysterien ihrer hohen Weisheit einweihen sollten. Ich sollte also eine andere Bestimmung erhalten und es war zum zweiten Male die schwere Frage, welche? Meines Vaters Willen erklärte sich fur's Studieren, ich selbst bezeigte auch die meiste Lust dazu; wenn aber meine Mutter nicht widersprach, so geschah dies meines Dafürhaltens, nur aus Nachgiebigkeit gegen meinen Vater und gegen mich. Den Predigerstand riet sie mir aber aus dem Grunde ab, weil ein Candidat oft jahrelang herumlaufen müßte, ehe ihn eine sehr häufig mit äußerst geringen Einkommen versehene Pfarrstelle zuteil wurde und der Wirkungskreis der Söhne des Aesculaps gefiel ihr nicht, weil er immer in die unangenehmen Wohnungen oder Hütten der Kranken führe. Die Zunft der Juristen möchte ich daher, so war ihr Wunsch, lieber vermehren, denn diese gewährte das angenehmste freie Leben. Mein Vater stimmte ihr bei, und weil ich keine besondere Vorliebe zu irgendeinem bestimmten Stande oder Wirkungskreise in mir fühlte, so war ich damit zufrieden und bezog im Juni 1804 die Rektoratschule zu Lüdenscheid in einem Alter von beinahe 16 Jahren— 0 7 E * 9 80 — * 9 S S EEE ## S 3. 8 S 8.85S. Sr#rsSs TFE *— S 8 8 " S S 2 P SEEP P S Spg —— * 255.9 # 2T ## EBS S T.* — S# 2 F. K 2. F e ** * 2 4 S## K S 2ix." 2 S•9* S 18 8 * S-. S Sg. 5 Hier beschäftigte ich mich nun mit den Vorkenntnissen, welche ich nach meiner eigenen Ansicht oder nach der Meinung Anderer einem künftigen Sohne der Themis notwendig hielt. Von Anderen nicht darauf hingeleitet ahnete ich es kaum, daß ein Jurist in allen Zweigen der Wissenschaften— die eigentlichen BrotWissenschaften der übrigen Stände ausgenommen— bewandert sein müsse. Zum Unglück bekümmerte sich der Lehrer sehr wenig um eine Zöglinge und war zufrieden, wenn sie seinen etwaigen Aufgaben Genüge leisteten.? Es vergingen daher zwei Jahre, ehe ich mir durch eigenes Selbststudium eine richtige Ansicht erworben, ehe ich zu der Idee gekommen, daß der Mensch seine Studien nicht blos auf seine Brot=Wissenschaften beschränken müsse, daß er bestimmt sei in Allem das Höhere zu erklimmen. Kaum hatte sich diese neue Vorstellung tief in mein Inneres eingeprägt, als ich mit Mut und Kraft in Alles einzudringen suchte, als ich alles Wissenswerte, wie für mich bestimmt, ergriff. Dieses zerteilte allzusehr meine Studien; ich hatte früherhin, nicht aus Trägheit oder Unlust zum anhaltenden Studieren, sondern wegen der sich in mir fixierten Ideen, daß dies überflüssig für mich wäre, manches vernachlässigt, welches jetzt nachzuholen war und daher drängten sich mir nun auf einmal zu viele Sachen auf, auf welche ich meine Aufmerksamheit richtete. (Fortsetzung folgt.) sam gleichnamigen Bache und steigen darauf durch hübschen Hochwald ein wenig, gehen jenseits des Bergrückens wieder hinab, überqueren den Breitenbach, um ziemlich steil hinauf die Dörrhöfe(508 Meter) als zweiten höchsten Punkt der Samstag=Nachmittagswanderung zu gewinnen(ab Müsen 50 Min.). Ueber die Erzebachhöhe senkt sich der Waldweg mählich bis Hilchenbach(360 Meter; 25 Minuten). Nach gut dreistündigem Marsche venn sielhalten wir Einkehr und suchen Stärkung für leisteten. die nächsten Tage. Der Sonntag früh sieht uns auf der gleichen Hauptwanderstrecke 3. Wir haben die Wahl, ob wir bis Vormwald durch den Herrenberg, über den Rehberg und Kromberg 1 Stunde hinaufwandern oder mit der berühmten Kehrenbahn fahren wollen. Beide Male haben wir Gelegenheit zu auserlesen seinen Rückblicken auf das im Kessel grüner Berge lieblich gelegene Hilchenbach und seine Umgebung. Vom Bahnhof Vormwald ersteigen wir in# Std. den 570 Meter hohen Schloßberg mit den weni gen Ueberresten der einstigen Burg Ginsberg. Auch hier knüpfen sich zahlreiche Sagen Stunde). In großem Bogen zieht sich Hauptwanderstrecke 11 auf prächtigem Höhenweg über den Hellbachskopf bis zur Totenbuche und weiter abwärts über den Vogelsang bis zur Jugendburg Freusburg(300 Meter; 80 Minuten). Wer dieses auf steilabfallendem Feisen schön gelegene Schloß noch nicht kennen sollte, besichtige es unbedingt, er wird seine helle Freude sowohl an der jetzigen Verwendungsn. als Jugendherberge als auch an den sein ausgestatteten Räumen, namentlich an dem Rittersaal, und nicht zuletzt an den blicken ins Siegtal und auf die südlichen Höhen haben. Daraufhin verlassen wir Hauptwanderstrecke 11, steigen durch das kleine Dorf Freusburg zur Sieg hinab, verfolgen die Landstraße nach Kirchen, durchlausen den Ort in Richtung Herkersdorf, bis wir kurz vor diesem Dorf auf die Hauptwanderstrecke 24 stoßen (gut ¾ Std.). Jetzt wandern wir den Rest des td Siegen zurück. Es geht ostwärts in 10 nienuten aufwärts, zum Ottoturm auf dem = Kahlber(406 Meter) mit lohnender (O5= nuten aufwärts zum Ottofu Fühlberg(# meter) mit lohnender Rundschau, dann am Weißenstein, später am Windnum Fier nnupfen suh) gyltresche guagensschau, bann, amt Egshger, später am an das verfallene Gemäuer. Dankbar ist ein hahn vorbei zum Kohlenverg Eg, Mem dief Abstecher am fünf Minuten danach folgenden wärts nach Eiserfeld(21 Tageswanderung genügte, kann von hier aus zurückfahren, rüstigere Wanderer haben noch Schan auch nichtzurichiohren, Pöstgnger streiche bis Siegen vor sberg, io resrun die 1½stünge am gsteu 08 Sehergg deit inmitten versch, die nagg vem PeogrgeziEntracht ir k. wir kommen Hengsbach bis zum„Batscho, Eintrauht in Auf frohe ins Siegerland Mit den Blättern 12 und 13 der Sauerlandharte 1:50.000 vom Sauerland=Verlag zu Iserlohn und dem Kneebusch=Sauerlandführer im Rucksack fahren wir am Pfingst=Samstagmittag mit einer Sonntagskarte nach Siegen bis Wegweiser zum Aussichtsturm auf dem Giller(633 Meter); ist die Rundschau auch nicht so umfassend wie beim Kindelsberg, so erfreut sie doch durch ihre Geschlosenheit inmitten derssich, Siegertänder Berge und Täler. Wir kommen#engsbach bis zum. auf Hauptwanoerstreck 3 dann an der Kron= Süden von Siegen führt. prinzeneiche vorbei, hinter der es nun schnell, zuletzt im Tal der Netphe, bergab geht. Das winzige Dorf Sohlbach(390 Meter) wird 1 Std. vom Schloßberg aus erreicht. Eslmer und Herost sind diese dankbarer liegt bereits im reizvollen Tal der Hohlnetphe, Hochsommer, da dann die Soxne, auzt, Pton das wir aufwärts eine gute Stunde verfolgen. Harauf scheint und man den kuhren Schatten Auf der Höhe stehen wir dann vor dem ein=### Hochwaldes zu sahr samen Forsthaus(Hohenroth(635 Meter).]9es Von hier aus bleiben wir im tiefsten HochEs war uns verai schönen Siegerlandes nnt. und ein die gut Teil deeigenartige Hauberge dort kennen zu lernen. Im Vorson: mer und Hergt vun 6ig sehr veri walde, durch den die alte Eisenstraße östlich führt. Am Aukopf befinden wir uns 640 Meter Liebes= und im Pfingstbrauch Von M. A. v. Lütgendorff. Wenn ein Fest so mitten hinein in die Zei des vollwüchsigen Frühsommers fällt wie das Pingitfest, so kann es nicht anders;Herz gagle daß in seinen Bräuchen auch das ade an. bisck alien Seiek anse Piese von neuem; auch die Verschegung zlecger decken sehr oft die im Grunde ganz Bräuche. Ist es hier der Maigraf, der sich eine Maigräfin zum festlichen Umzug erwagtt, so sucht sich dort der Pfingstkönig eine##t braut. Dabei gibt es natürlich immer allerhand Gelegenheit zu mutwilligen ten, besonders dann, wenn das„Brautpaar", wie es in einigen sächlischen zuchf epe pech Hitte ist, sich versteckt und erst gesuch werhen muß, be— Oder aber es verstecht sch begleitung zieht hierauf das Pärchen ins Dorf Krombach. Hier setzen wir unseren Wan=hoch: gleich dahinter liegt der Ursprung der derstab das erstemgl auf. Vom„Bahnhof, zus Sieg.„An der Ilmquelle vorbei mandern wir derstab das erstemal auf. Vom Bahnhof wandern wir fünf Minuten nördlich den Gleisen entlang, bis wir auf die Hauptwanderstoßen. Run sind wir sicher. Gleich rechts derstreche 3, um rechts auf Hauptwanderdurch die Bahnunterführung biegen wir ost= strecke 2, überzugehen. Gleich ze Beginn güer nun suowärts bis zur Försterei Laynhof, bei der die Lahn entspringt(610 Meter; 1¾ Stunden). Hier verlassen wir die Hauptwanwärts am Köppchen vorbei durch Hauberge immer weiter aufwärts, bis wir nach gut einer Stunde über 300 Meter erklommen und damit die nahe Kuppe des Kindelsbergs(618 Meter) gewonnen haben. Der von der Sage umspielte Gipfel weist noch Ueberreste einer gewaltigen Wallanlage auf. Mitten darin erhebt sich der von den Siegerländer Abteilungen des S. G. V. erbaute Aussichtsturm, von dessen Plattform wir einen überraschend weiten, Rundblick sowohl über die Höhen des Siegejandes als die noch zahlreicheren des Sauerlandes haben. Nach dem kräftigen Anstieg ruhen sowohl Augen wie Beine gern ein wenig aus. Besorgten wir beides gründlich genug, dann wenden wir uns wieder der Prirt, s. nzchen mun dergab gleitet. Das erste Viezichtenpgg burchwandern wir einen lchhppechegn zichten weg bis zum Birkhahn, queren wir die Kuppe der Sriegelburg (635 Meter), dann gehts hinab mit den prächtigsten Ausblicken bis nach Deuz im Tal des Werthenbaches(gut 1¾ Stunden). Von Hilchenbach bis hier waren es ganz zu Fuß 6 Std., unter Benutzung der Bahn bis Vormwald 4¾ Stunden. Je nach Bedürfnis können wir zwischen der Bahnfahrt nach Siegen oder der Fortsetzung der Hauptwanderstrecke 2 wählen. In letzterem Falle sinds noch 2¾ Stunden nicht allzu beschwerlichen Marsches durch Hochwald und Hauberge über den Rabenhain und den Giersberg. Jedenfalls bildet Siegen(260 Meter) das Ziel des zweiten Wandertages. Am dritten Tage wandern wir in der ersten Hälfte auf Hauptwanderstrecke 11 vom Bahnhof Eintracht ab nördlich der Sieg. Durch Wiesen gehts eine halbe Stunde bis zur Grube „Alte Dreisbach“, weiter durch Felder und HauEar eine halbe Stunde bis Niederschelden. Nalh Duthhutu des Ortes und des anschliebegleitung zlehr hierauf zurück. Im nördlichen Thüringen feierte man seinerzeit ganz regelrechte Pfingstverlobungen, die damit eingeleitet wurden, daß der„Pfingstbursch“ zu den Eltern des von ihm gewählten „Pfingstmädchens“ ging und um sie anhielt. Gab man ihm das Jawort, so war das Mädchen für die zwei Pfingsttage seine Tänzerin. Die Verlobung galt, so ernsthaft sie auch begonnen hatte, nur als Pfingstvergnügen und wurde von keinem ernst genommen. Ebenso Maibrautschaft genannt wurden. Es waren lustige Versteigerungen, die darin bestanden, daß sich die Burschen, die sich daran beteiligten, gegen Bezahlung einer kleinen Summe die Mädchen aussuchen konnten, mit denen sie zum Pfingsttanz gingen. Das Geld, das bei der Versteigerung herauskam, war aber nicht Eigentum der Mädchen, sondern wurde zuletzt gemeinsam im Wirtshaus verbraucht. Mit dem Festabschluß endete dann auch die Pfingstverlobung; nur in einigen Gegenden herrschte die Sitte, daß die Pfingstpärchen ein volles Jahr zusammenhalten mußten, ähnlich wie es eins. auch die englischen„Valentine=Brautschaften“ einführten. den Sicht vie vongishernanntn ae e urchguerung des Dries und des ansghle,. Reben diesen burzek gegrschlstiger Bigof, voe, gach 50 wor un, Hersein ar iPpoiz— Piederschelderhüte verläuft der Wansperoouggen und, Hogzeiten geg em Psngge, bie wir uch oo Boimut g.äoo anderen Seite Herweg langsam aufwärts bis schön bezspraug, ver in Sudrußuau= uvincz ist, wo viel: 1¼ der Bauern auch heute noch nicht vom Alten kassen wollen. Was bei uns nur als Pfingst= bei einem ar rst, denn Blingsten ist dort wirklich das meerwelt hinab reichen, die Zeit des jung ewi sa iantet ei wachten Lenzes, die Zeit von Himmelfahrt bis Pfingsten, in der man mit den Baum= und Flußgöttern zur Lichtung des geheimnisvollen Zukunftsschleiers in Verbindung zu treten sucht. Namentlich ist es die Frauenwelt, die über Geld, Glück und Ehe so vieles zu wissen wünscht, der diese Feiern ausschließlich ange= Ein anderes aus Van lautet: hören. jer Erittg ben Pfngitit i vott witngg das Fest der Verlobungen und Hochzeiten. Pfingsthochzeit bringt Glück, heißt es, und auf einem Pfingstpärchen muß das ganze Leben hindurch Gottes Segen liegen. So wird denn das Pfingstmahl in vielen Häusern zum fröhlichen Hochzeitsmahl und das helle duftiggrüne Birzenlaub zum Brautschmuck. Alte Pfingstlie#er singt man als Hochzeitsgesänge, und der Zfingstkuchen wird als„Korowaj“, als Hocheitskuchen, geschmaust. Eine scherzhafte Sitte at sich aber auch hier eingebürgert. Wenn er Bräutigam am Hochzeitsmorgen zuum Brauthaus kommt, findet er nur fest verschlosene Türen. Will er hinein, bleibt ihm nichts nderes übrig, als zuerst ein Lösegeld zu be ahlen, will er aber dann seinen Platz unter em großen Heiligenbild neben der Braut einehmen, so heißt es noch einmal in die Tasche reifen. Erst dann ist alles in Ordnung, und an bricht endlich auf, um in die Kirche zu ehen. Heute lacht man über das„Auslösen“ er Braut, aber der Brauch ist ein Ueberbleibl aus jener Zeit, da noch die Nomadenstämme ni die Dörfer einbrachen und sich die Mädchen kauften, die ihnen gesielen. Auf das Heiraten bezieht sich auch ein im ayerischen Frankenland noch jetzt üblicher fingstbrauch: das Aufstellen des Mannes oder ingstfrau. Eigentlich ist es eine Art Volks. ericht, das die bäuerliche, gesund=urwüchsige #itte damit geschaffen hat, denn nur den ärgert der mutwillige Brauch, der— nicht heiraten will. Da gibt es z. B. Mannsleute, die ein chönes Anwesen haben und Geld dazu, aber ich durchaus nicht entschließen können, mit dem Heiraten Ernst zu machen. Das paßt den anderen Dorfbewohnern nicht, denn wo Haus und Hof ist, gehört auch eine Bäuerin hin. Solchen inschlüssigen kann es also blühen, daß sie am singstmorgen auf ihrem Dach eine seltsame igur thronen sehen. Ein„Pfingstweib", fast verlebensgroß aus Stroh und Heu zusammenebastelt, das einen großen Brief um den Hals behängt trägt. In dem Brief steht zuerst eine Strafpredigt und dann der Rat, dem ledigen Stand möglichst bald ein Ende zu machen. Umgekehrt findet aber auch manches Mädchen, das längst schon hätte heiraten können, dem aber kein Bursch gut genug war, einen Pfingstnann auf dem Dach des väterlichen Hauses. ind auch der Pfingstmann hat seinen Brief bei ich, in dem das Mädchen in derb=lustigen Woren zum Heiraten aufgefordert wird. Als Schande gilt nun natürlich weder der Pfingstmann noch das Pfingstweib; die so deutlich sichtbare Mahnung hat aber schon manchen dazu gebracht, seine Ehescheu zu überwinden. MNitunter führt der Scherz auch zu bösem Streit denn gewöhnlich weiß doch jeder, wer ihm die Zuppe aufs Dach setzte. Es tei gestattet, nur einige dieser„Loslieder“ anzuführen. So lautet eines aus Erserum: Ich bin entflammt, hab doch kein Feuer, Und niemand mir mehr helfen kann; Der Seele Herd ist mir erloschen, Muß bleiben ohne Lamp' und Licht. Oestliche Uralte Orakelsprüche in Griechenland und Vorderasien. Von Professor Dr. Karl Roth=München. Unsere Volksgebräuche reichen teilweise in fernste Zeiten zurück, sie vermögen daher neben der Sprachwissenschaft als Quelle zu dienen, wo literarische Unterlagen noch fehlen. So möchte ich hier auf einen Frühlingsbrauch hinweisen, der von Persien bis nach Griechenland der gleiche ist, bei dem man nicht etwa von Uebertragung reden kann, der vielmehr uralten Zeiten und einer gemeinsamen oder nahe verwandten Rasse angehört, die als ursprüngliche Bevölkerung von Indogermanen und Semiten das kleinasiatisch=ägäische Ländergebiet bewohnte und sich bis an die atlantischen Küsten dehnte. Im Menschen liegt der ewige Wunsch verschlossen, das Dunkel der Zukunft zu lüften, die Fesseln seines beschränkten Ahnungsvermögens mit Hilfe fremder Kräfte zu zerreißen. Und gerade diese Gebräuche, die sich auf die Erforschung des Schicksals beziehen, sind die, die im Volke am festesten haften, und sich durch Jahrtausende vererben. Da hat jedes Volk seine bestimmten, besonders wirksamen, Zeiten, in denen man mit den geheimen Weltkräften in Verbindung treten kann. Sind es für uns Nordländer hauptsächlich die Tage um die Jahreswende, die heiligen zwölf Nächte. die uns den Schleier lichten helfen sollen, so ist es Gewiß, man bedient sich auch anderer Mittel, um über diese drei Herz und Gedanken bewegenden Fragen Genaueres zu erfahren. So legt man z. B. in Armenien am Vorabend des Himmelfahrtstages noch heute wie in alten Zeiten ein Ei auf das Hausdach und sieht am nächsten Morgen nach, ob der in den aufgefahrene Christus das Ei mit roter oder schwarzer Tinte beschrieben hat. Die rote Tinte bedeutet Erfüllung aller Herzenewürsgfzgiig schwarze Ablehnung und Unglück. findet sich immer einer, der das Ei ausfindig zu machen weiß und dem vielbeschäftigten Heiland die Arbeit abnimmt. Oder man mißt an diesem Tage eine Blume im Garten. Ist sie bis zum nächsten Morgen um etwas gewachsen, so bedeutet das Glück und Langlebigkeit. Ist ihr Höhenstand der gleiche geblieben, hat man mit Unglück und baldigem Tod zu rechnen. Selbstverständlich beschäftigt in dieser Zeit des allgemeinen Ratens die Sgzgisg auch die Frage nach dem künftigen Schichksal des Kindes, besonders der Knaben. Da legt man in verschiedenen Gegenden Griechenlands dem Kinde allerlei vor, Schreibfedern, Geld und dergleichen. Was das Kind zuerst berührt, ist entscheidend für sein Schicksal. Berührt es z. B. die Federn, so deutet das auf einen zukünftigen gelehrten Beruf. Das Hauptorakel bildet aber das„Losspiel“, das in der Frühlingszeit von Persien bis Griechenland in der gleichen Form vor sich geht und, von besonderen Liedern begleitet, ein Fest der Frauenwelt ist.„Witschak“ heißt es bei den Armeniern. Der Himmelfahrtstag und sein Vorabend gehören ihm. Schon am Mittwoch machen sich die jungen Mädchen in aller Frühe nach den nahen Bergen, nach Feldern und Tälern auf, wo sie unter Absingen von„Losliedern“ Blumen in sieben Farben pflücken, um dann einzeln in einem irdenen Krug Wasser von sieben Quellen zu sammeln, in das sie noch Blumenblätter und sieben Steine werfen. Keine darf dabei besprochen werden, sonst ist die Zauberkraft erloschen und die„Diebin“— das Wasserholen heißt im Volksmunde„Wasser stehlen“— muß von neuem beginnen. Unbesprochen muß sie den Rückweg antreten und darf sich nicht umblicken, sonst wird sie zu Stein. Denn die bestohlenen Berge, Bäume, Wiesen und Quellen brüllen hinter ihr her. So wird der Krug in einen Garten gebracht, wo sich die Mitspielenden gesammelt haben und jede ein„Nschan", ein„Zeichen", d. h. einen Gegenstand, Schlüssel, Ring, Knopf, Fingerhut in den Krug wirft. Dieser wird mit den gesammelten Blumen geschmückt, mit einem roten Schleier verhüllt und versteckt, damit er nicht von den neckenden Burschen entwendet wird, die ihn erst gegen Lösegeld freigeben. Deshalb wird er auch von Mädchen bewacht. In der Nacht sollen die Sterne ihre Zauberkraft auf ihn übertragen. Am Morgen des Himmelfahrtstages zieht dann die ganze Schar der Losspielerinnen mit dem Witschak, dem Schicksalskrug, und selbst blumengeschmückt, durch das Dorf von Tür zu Tür. Man singt Schicksalslieder und spendet an die Dorfbewohner Wasser aus dem Krug und Blumen, wofür diese Milch, Eier, Käse und Reis reichen. Nun zieht man auf eine blumenreiche Wiese und genießt in fröhlicher Mahlzeit erst die empfangenen Gaben und beginnt dann mit der„Loswerjung“ der Befragung des Schicksals. Man setzt sich im Kreise um ein kleines Mädchen, die„Hars“, die„Braut“, die man in einen dicken Schleier gehüllt hat und der man nach einem Umzug mit Liederbegleitung feierlich den Loskrug mit dem großen Blumenstrauß überzibt. Die älteste der Teilnehmerinnen spricht in kurzen Worten über die Bedeutung der Zeremonie, die dann beginnt. Eine Mitspielerin beginnt mit einem „Loslied“, einem von den vielen schon bekannten oder einem von ihr selbst erdachten— die armenischen Frauen sind ja in solchen improvisierten Reimereien sehr geschickt, wie auch ihre Wiegenlieder zeigen—. Nach jeder Strophe zieht die„Braut“ einen Gegenstand aus dem Loskrug und reicht ihn der Besitzerin, die aus der eben gesungenen Strophe ihr Schicksal erkennen kann. Diese„Loslieder“ sind Vierzeiler, ihre Schöpfer vor allem die Frauen, denen allein dieses Blumenfest gehört, das in manchen Gegenden Armeniens auch„BlumenDas Meer sei dir in Wein verwandelt, Als Becher diene dir das Schiff, Der Kapitän sei dir der Kellner. Fülle du selbst und trink ihn aus, Gott schenkt ihn dir für immerdar Ziehe nun, Braut, das Los zum Guten, Der Heilige schenne dir alles Gute, Deinen Herzenswunsch magst du erreichen. Das gleiche Losspiel, dort„Dura“ geheißen, finden wir nun auch in verschiedenen Gegenden Persiens. Dort ist es der 26. Safax= 2. April, an dem sich die jungen Mädchen und Frauen zum„Dura=Spiel“ zusammen jinden. Auch hier füllt man den Krug mit Wassec, in das jede einen Gegentano, die„Maras“, wirft. Auch hier setzt man den Krug unter Bäumen oder in einem Weinderg der Einwirhung des nächtlichen Himmels aus. Das Spiel beginnt mit dem nächsten Tug. In der Mitte des Kreises sitzt mit verbundenen Augen die Sängerin, die die Schicksalslieder zu singen hat. Eine andere Teilnehmerin, der auch die Augen verbunden sind, erhält den Wasserkrug und die Maras zu ziehen, die sie versteckt in der Hand hält, wobei sie die Sängerin auffordert, das Lozu sprechen, wonach die Besitzerin ihr Mara zurückerhält. Hier in Persien glaubt man fest an dieses Orakel. Aber auch von diesen Losliedern sei ein Beispieel gegeben: Dort über dem Daurum=Berg ist das WasserMein Geliebter wacht im Mondesgesicht. Bringt mir Musik, bringt Zucker mit Mandel! Jeden Abend nährt sich mein Lieber mit Rosenwasser. Bezeichnend für sein hoher Alter und sein Verbreitungsgebiet ist, daß auch in manchen Gegenden Griechenlands dieses Frühlingsspiel zu Hause ist. Klidhonas heißt es hier und wird nach Gegenden zu verschiedenen Zeitpunkten gefeiert, anfangs Mai in Thessalien und Cypern, in anderen Gegenden am Himmelfahrts= oder Johannistag. Auch hier ist das Fest Sache der Frauen. Die junge Männerwelt kann sich aber durch Mutter oder Schwester vertreten lassen. Auch hier der noch nicht benutzte Krug mit dem amilito nero, dem unbesprochenen Wasser, in das die simadhia, die Zeichen geworfen werden. Mit einem Frauenfes oder rotem Tuch wird der Krug bedeckt, fest zugebunden und mit Myrten und Lorbeer geschmückt, wobei man den Vers spricht: So schließet nun den Klidhonas, sei gnädig un, Johannes, Denn morgen wird es offenbar, wem Glück von uns beschieden. —2— in Andalusien Von Erica Grupe=Lörcher. Ich habe nie eine eigenartigere, hübschere und romantischere Pfingstfahrt gesehen als die des andalusischen Volkes zur Madonna del Rocio. Und zwar obwohl Sevilla eine Großstadt von 300 000 Einwohnern ist, kein Weekend mit Auto, Motorrad, Rucksack oder Lodenkleid. Ach nein, ein Wandern im deutschen Sinne kennt man dort unten— drei Stunden Eisenbahnfahrt von der nordafrikanischen Küste entfernt— unter der Sonne Andalusiens nicht, wo es in den Schulen nicht einmal obligatorischen Turnumterricht gibt. Aber welch ein äußerer Rahmen zu diese Pfingstfahrt! Seit Jahrhunderten sieht der Vorort Triana von Sevilla am Donnerstag vor Pfingsten eine tausendköpfige frohgestimmte Penge. Sonst regen sich hier täglich unzählige fleißige Hände in den Kunsttöpfereien, die auf dem gelben Lehmboden ursprünglich schon aus der Römerzeit stammen. Von all den schmukken, weiß getünchten, immer nur einstöckigen Häuschen wehen von Balkons und Fenstern damastene Tücher oder große weiße spitzenbesetzte Stoffe zur Unterstreichung. Wo gibt es in Spanien unter Leitung der— die(panische