S. 86888 85 SEie S 8558e EEE SSaSyTTIg# * 911888 SLLIN SP Base" ** S— 8 S ven Ollen fin Kaffi, det dei nich äwerswappt?“ „Je, sühst Du, Hein“, sagt der und spuckt seinen Priem über Bord,„des hat allens sin Wissenschap. Also ick gah nah de Kombüse un hal dem Kaffi. Und denn nehm ick erst en goden Sluck. Un denn nehm ick den Zucker un vertäu ihm in der Hosentasche. Un denn nehm ick die Untertasse un stech ihr baben ins Hemde. Un denn enter ick op de Brücke. Un wenn ick achter den Ollen stah, denn holl ick de Untertasse us den Hemde rut un den Zukker us de Hosentasch, un denn giew ick den Sluck all sachte wedder in de Obertasse... „Nu weet ick dat all gaud“, sagt Hein, der aufmerksam zugehört.— Der Kapitän hat seitdem nichts wieder zu klagen gehabt.— v. K. fast unmerkliches Lächeln überflog das Gesicht des Beamten, als er auf Smith' Brust deutete: „Sie haben sich warm angezogen, Mister Smith, sind wohl erkältet?“—„Ja, Herr, doch was geht das Sie an?“—„Der Staat fühlt sich verantwortlich für das Wohl seiner Bürger, und deshalb möchte ich Sie auch bitten, mir in unser warmes Dienstzimmer zu folgen. Wir können dort gleich Ihr Gummipflaster erneuern.“— Smith ergab sich in sein Schicksal gleichmütig; er hatte gespielt und— verloren Bald war er vom Gummipflaster, der Erkältung und einer Perlenkette befreit. Fluchend verließ er das Zollbüro. Die Beamten schmunzelten— nicht lange. Schon am nächsten Tag stellte ein Sachverständiger fest, daß es sich um eine Imitation handelte. Und die echten Perlen? Die trug Mister smith frei in der Hosentasche. Das Gummipflaster Einer wahren Begebenheit nacherzählt von Franz Baumgarten. Mister Smith, ein an den europäischen Edelsteinbörsen wohl bekannter Juwelier aus Baltimore, saß mit seinem Geschäftsfreund Durandt in einer kleinen Antwerpener Weinstube, um die letzten Stunden vor der Einschiffung zur Rückfahrt in die trockene Heimat bei einem guten Tropfen zuzubringen. Es war noch früh am Tage und außer den beiden nur ein einziger Gast anwesend, der kurz nach ihnen eintrat, in der Nähe Platz nahm und sich in die Zeitung vertiefte. Mister Smith war in froher Stimmung; er hatte vorteilhaft eingehauft und konnte trotz der hohen Zollspesen auf einen guten Gewinn rechnen. Man leerte bereits die zweite Flasche Chablis, die blauen Rauchkringel der Habanas stiegen zum Kreuzgewölbe der Decke, an deren Rippenornamenten sie als breite Wolken entlang zogen. Es war ungemütlich. Man sprach von dem und jenem, kam aber stets wieder auf das Geschäft zurück. Smith wurde mitteilsam. kramte kleine Geheimnisse aus. Auf die Verschwiegenheit Durants konnte er sich verlassen. Das Gespräch berührte auch die Zollfrage; es war, wie Durant bemerkte, infolge der neuesten Maßnahmen der amerikanischen Behörden so gut wie unmöglich, auch nur den kleinsten Edelstein zu paschen. Smith wurde auffallend schweigsam, er schien mit einem Entschluß zu ringen. Dann holte er aus der inneren Tasche seiner Weste ein flaches Kästchen hervor, öffnete und sagte, ohne von dem Bewunderung und Ueberraschung verratenden„Ah“ seines Geschäftsfreundes Notiz zu nehmen, mit einer Stimme die eine gewisse Erregung nicht verbergen konnte:„Was gilt die Wette, daß ich dieses Perlenhalsband zollfrei nach Amerika einführe?“ Durant hielt das zunächst für einen Scherz. versuchte dann unter Hinweis auf das hohe Risiko— zum mindesten würde bei einer Entdeckung das Schmuckstück beschlagnahmt— und den auch bei verzollter Einfuhr noch guten Verdienst Smith' diesem sein Vorhaben auszureden. Vergeblich; je mehr der eine abriet, umso hartnäckiger blieb der andere auf seiner Absicht bestehen. Dabei hatte keiner der beiden bemerkt, daß sich der fremde Gast, anscheinend um ein Schläfchen zu machen, in die Ecke seines Nischenplatzes gelehnt hatte; wieviel weniger hätten sie darauf geachtet, daß diese Ecke und die Nische, in der sie selbst saßen, durch eine der Rippen des Gewölbes verbunden waren. Smith legte seinen Schmuggelplan dar. Er würde einen Tag vor der Ankunft in Newyork beginnen, über Brustschmerzen zu klagen, und sich ein großes Gummipflaster auflegen. Darunter ließen sich die Perlen bequem verbergen. Er wollte einmal sehen, ob sich die Zöllner soweit an einem freien amerikanischen Bürger vergreisen würden, ihn durch Abreißen des Pflasters in seiner Gesundheit zu schädigen. Einen ironischen Hinweis auf die so viel gerühmte aber doch recht zweiselhafte amerikanische„Freiheit“ konnte Durant nicht unterdrücken, sah aber von allen weiteren Warnungen ab, zumal auch die Zeit zum Aufbruch gekommen war. Man zahlte und ging wobei Smith noch einen flüchtigen Blick auf den schlasenden Fremden warf. Dieser wachte kaum daß die anderen die Weinstube verlassen hatten, auf, machte sich einige Notizen, zahlte und begab sich zum Hauptpostamt. Wenige Stunden später erhielt die Zollbehörde in Newyork ein Kabel mit einer genauen Beschreibung der Person Smith' und seines Planes. Nach sechs Tagen lief die„Belgenland“ in Newyork ein. Mister Smith wur einer der Am Ausguck Kürze ist Würze! Ein junger Handwerker, der von der Insel Rügen stammte und sich nach Beendigung seiner Lehrzeit auf die Wanderschaft begeben hatte, richtete nach vierzehn Jahren infolge einer Erbschaftsregulierung zum ersten Male einen Brief an seine Angehörigen. Nachdem er den geschäftlichen Teil erledigt hatte, erstattete er mit folgenden Worten Bericht über seine ganzen Erlebnisse in den verflossenen vier zehn Jahren:„Geliebte Geschwister, jetzt will ich Euch auch ein wenig von meinen Reisen unterhalten, ich glaube, es wird Euch recht angenehm sein. Meine Reise in Dänemark, die war voller Unannehmlichkeiten, im Mäklenburgischen und Hanövrischen war es freundlich und etwas angenähmer. Sachsen, Baden, Württemberg, Baiern, Oesterreich, Ungari, an der Schweitz, am Rhein ist es schön und hat mir sehr da gefallen, Pohlen, Böhmen, Hessen hat es mir nicht gefallen. Nun bin ich 12 Jahre von einem Ort und Stadt zum andern gereist, bis ich endlich mein Brod gefunden habe, jetzt heißt es ruhe aus von Deinen Reisen und arbeite fleißig, dann wirst Du Brod haben bis an dein Ende. Jasper.“ Der Kraftwagen des Maharadscha. Der Maharadscha von Patiala, der kürzlich London mit seinem hohen Besuch beehrte und sich redlich Mühe gab, nicht anders auszusehen als ein gutgekleideter Engländer, beklagte sich Pressevertretern gegenüber bitter:„Die meisten Europäer, die von uns indischen Fürsten hören, stellen sich unter einem Radscha einen wahren Märchenprinz vor. Wenn einer von uns sich einen ganz gewöhnlichen Serienwagen kauft, so macht das Publikum sofort ein Gefährt von unerhörtem Luxus daraus. Da wird dann behauptet, der Wagen habe Steuer aus Elfenbein, einen juwelenbesetzten Vergaser oder gar eine vollständige Cocktail=Misch= vorrichtung aus reinem Gold.“ Man sieht, daß auch der Stand eines Maharadscha seine Schattenseiten hat. Fortschritte in der Stanniolfabrikation. Die Verwendung von feinem Stanniol für die verschiedensten Zwecke wird immer allgemeiner, wobei die Ansprüche an die Feinheit des Materials ständig steigen. Das feinste Stanniol ist wohl das in den Kondensatoren der Rundfunkapparate benutzte; es ist so dünn daß davon 174 Blatt auf ein Millimeter gehen Die Herstellung erfolgt auf automatischem Wege durch Maschinen, die so genau arbeiten, daß die Abweichungen von der genannten Blattstärke nicht mehr als den zwanzigmillionsten Teil eines Zentimeters betragen.— Geburtstagsfeier in der Todeszelle. Die amerikanische Strafanstaltsordnung gestattet dem Gefangenen manche Freiheit, die nach europäischen Begriffen übertrieben ist. Kürzlich saß ein zum Tod Verurteilter in der Mörderzelle des Staatsgefängnisses von Ohio. Er wollte noch seinen einundzwanzigsten Geburtstag feiern, bevor er auf dem elektrischen Stuhl endete. Da er ein Guthaben von dreißig Dollar in der Gefängniskasse besaß, so bat er, fünf andere Todeskandidaten zu seiner war einer der Geburtstagsfeier einladen zu dürfen. Die Geersten, an die der Zollbeamte die übliche Frage sängnisverwaltung gewährte diesen Wunsch, nach zollpflichtigen Gegenständen richtete, die händigte der Frau eines Wärters die dreißig aatürlich mit„Nein“ beantwortet wurde. Ein Dollar aus und ließ von ihr ein reichliches Festmahl bereiten. Der Tisch wurde in der Zelle des Geburtstagskindes gedeckt, und dieses empfing seine Gäste, die fünf anderen Galgenvögel, mit großer Höflichkeit. Die Tafel war mit Leckerbissen reichlich versehen, und es fehlte nichts, vom Hühnerbraten angefangen bis zur Geburtstagstorte und den guten Zigarren. Die Stimmung der sechs Todeskandidaten war dementsprechend ausgezeichnet, und kein Uneingeweihter hätte vermuten können, daß die ganze Tafelrunde innerhalb weniger Tage auf dem elektrischen Stuhl enden würde. Auch die Bettler wollen wetten. Die Berliner Hundewettrennen sind nach kurzer Daseinsfreude sanft entschlummert, weil ihnen die Genehmigung zur Einrichtung eines Totalisators versagt blieb. Auch den Pferderennen würde es nicht anders ergehen, entkleidete eine Verfügung sie ihres Hauptreizes für die breite Masse, der Wettmöglichkeit. Angeblich ist ja die Hebung der Pferdezucht das einzige Ziel aller Rennen, doch dafür begeistern sich heutzutage die wenigsten Rennbahnbesucher mehr. Alles will wetten. Auch die Bettler, Faulenzer und Vagabunden von Budapest hegten diesen zeitgemäßen Wunsch, dessen Erfüllung ihnen aber ihre Mittellosigkeit unmöglich machte. Da fühlte Geza Weber, ein tüchtiger Geschäftsmann, den unwiderstehlichen Drang in sich, den Aermsten unter seinen Mitmenschen zu helfen. Er stellte sich eines Tages während der Rennen hinter der Tribüne auf und machte einem der herumlungernden Bettler die erfreuliche Mitteilung, daß er Wetten im Betrage von 2 bis 20 Hellern annehme. Die Sache sprach sich unter den zahlreichen berufshalber erschienenen Bettlern rasch herum, und Geza Weber erfreute sich bald einer zahlreichen und dankbaren Kundschaft. Leider steckte die Polizei ihre Nase auch in dieses menschenfreundliche Unternehmen des guten Geza. Ihr war die ungewöhnliche Ansammlung verdächtiger Gestalten hinter der Tribüne aufgefallen, und ein Detektiv in dementsprechender Kleidung wurde beauftragt, sich unter das Volk hinter der Tribüne zu mischen. Dieser Spion kam bald hinter die Geschäftspraktiken des Buchmachers der Bettler und verhaftete den Ehrenmann sehr zur allgemeinen Empörung seiner Kundschaft. Wie das Geschäft geblüht hatte, bewiesen Scheidemünzen im Betrag von einigen hundert Pengö, die bei einer Leibesvisitation des tüchtigen Buchmachers gefunden wurden. Wolhynische Wölfe. Seit Jahren waren in der Gegend von Luck (Wolhynien) keine Wölfe mehr aufgetaucht, so daß allgemein geglaubt wurde, der Landstrich sei für immer von der Plage befreit, und niemand scheute sich mehr wie in früheren Zeiten, menschliche Ansiedlungen allein zu veriassen. Kürzlich befand sich ein junges Mädchen, Eudoxia Novik, im Morgengrauen auf dem Wege zum Bahnhof von Porai, um dorthin Milch für die Stadt Luck zu bringen. Da tauchten aus dem grauen Herbstnebel schwarze Schatten auf. Sie strichen hastig um das junge Mädchen herum, und übelriechender Atem von Tieren drang zur Entsetzten herüber. Wölfe! Plötzlich stand eines der Raubtiere unmittelbar vor der Wehrlosen. Der Geifer troff von den Lefzen des Wolfes, und die grünen Augen funkelten das Opfer an. Das Mädchen schrie vor Angst und Entsetzen schrill und durchdringend. Der Schrei jagte die Tiere für kurze Augenblicke in den Nebel zurück. Zitternd stand Eudoxia Novik, und ein schwacher Funken Hoffnung glimmte in ihr auf. Da schlichen wieder die Schatten um sie, da bohrten sich wieder stechende grüne Augenpaare in ihren entsetzten Blick. Das Mädchen schrie auf wie ein Tier in Todesnot. Der Schrei trieb die Wölfe wieder zurück. Doch nur Sekunden vergingen, und wieder schossen die schwarzen Schatten aus dem brauenden Dunst.— Plötzlich sprang ein Wolf dem Mädchen vor die Brust und warf es zu Boden. Der Schrei erstickte in Eudoxia Noviks Kehle. Da peitschte ein Schuß durch die Stille, und ein Kolben schlug krachend auf den Schädel des Wolfes, der das Mädchen niedergerissen hatte. Die schwarzen Schatten verschwanden im Nebel. Die Retter, zwei Soldaten der Bahnwache, bemühten sich um Eudoxia Novik. Sie konnten kein Wort aus ihr heraus bringen. Das Entsetzen hatte das Mädchen für immer stumm gemacht, und aus seinen Augen starrte der Wahnsinn. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung 1928 Erlebtes aus Südtirol Von G. Buetz=Dessau. Wer über vier Wochen Gelegenheit hatte, eingestellte Land kann so nur noch mit der „italienischen Saison" rechnen. Diese dauert vom Brenner bis nach dem Vintschgau zu rei= aber nur sechs Wochen, vom August bis zum sen, wer die Täler, die großen Straßen durch= Septemberanfang, eine Zeit, die nicht genügt. nicht abhalten, dorthin zu kommen; sehen sielgegenüber jedem Gewerhetreibenden doch von dem Leid nichts. Das so überwiegend nommen; alles Maßnahmen, die den wirtauf die Verdienste aus dem Fremdenverkehr chaftlichen Zusammenbruch des Landes herVerantwortlich: H. Semmelmann. Altena Druch und Verlag: P. A Santz, Altena. wanderte, in den Städten und in den einsamsten Dörfern, in den Hütten und in den Almen einkehrte, der kann wohl sagen, daß er über Südtirol sprechen kann. Man muß, will man das wahre Südtirol sehen, nicht mit dem Auto Kilometer abmessen. Zu welchem Ergebnis kommt man, wenn man nach so verbrachter Zeit das Land verläßt? Man sagt aus tiesstem Herzen: tut alles für dies Land! Sie leiden noch mehr, als man aus den Berichten entnehmen kann. Ein Lügner ist, wer da sagen will. daß die Leiden dieses Volkes„aus politischen Gründen" übertrieben werden. Dies Volk ist ohne jedes Recht, es fällt mehr und mehr der Verarmung anheim und beginnt zu verzweifeln. Die von den Italienern betriebene„Nationalisierung“ zeigt sich nicht anders als in dem Bestreben, den Tiroler Privatbesitz— billig in die Hand von Italienern zu bringen. Wie soll man sonst diese mit keinem volkswirtschaftlichen Grundsatz mehr zu vereinbarenden Steuern erklären? Die dem Gebiete auferlegten Steuern sind von einer solchen Höhe, daß an eine Rentabilität in keinem Falle mehr gedacht werden kann; weder vermag der Bauer oder der Weingutspächter noch der Gastwirt die Steuern aufzubringen und dann noch den Betrieb zu erhalten. Vor der Italienisierung war Südtirol ein reiches, mindestens wohlhabendes Gebiet. Die Gegend von BozenMeran ist ein Frucht= und Rebenland mit hoher und alter Wirtschaftskultur. Gelände mit 100jährigen Rebstöcken, die Fülle der hier anzutreffenden Burgen zeugt hiervon; desgleichen künden überall die stattlichen Bauerngehöfte laut den ehemaligen Wohlstand. Heute sind diese Bauern verzweifelt. Immer wieder sagt man, daß in kurzer Zeit kein Bauer mehr auf seinem Hofe sein werde. In Arabba(im Buchensteintal) schilderte uns ein dortiger Gastwirt die Stimmung der Bauern mit folgenden Worten.„Sie lesen keine Zeitungen mehr, sie kümmern sich um nichts, was vorgeht; kaum, daß sie noch sprechen; sie meinen, daß es ein größeres Leid als das ihnen zugefügte nicht geben kann.“— Kommt man nach Bozen, Meran, zu den herrlichsten Orten an der Dolomitenstraße, Cortina, Misorina oder Karerpaß, in das Puster= oder Grödner Tal, überall gewinnt man den Eindruck, daß die großen wie die kleinen Hotels und die Wirtshäuser in absehbarer Zeit ruiniert sind, denn überall herrscht uneingeschränkte Leere. Man findet keine Engländer, keine Amerikaner und keine Deutschen mehr in diesen von jenen Nationen doch vor dem Weltkriege so ausdrücklich bevorzugten Gebieten. Meran soll auch im letzten Winter völlig leer gewesen sein. Bozen, das im Sommer den Besuchern kaum mehr Platz zu bieten vermochte, war ohne Fremde. In den Gebieten des Schlerns blieb man genau so allein wie in den Sommerfrischen an der Brennerstraße. Wer hat nicht als Deutscher seine Erinnerungen an Sterzing? Fremde findet man dort nicht mehr. Woher dies Ergebnis? Grund ist das Verhalten der Italiener. „Der Fremde weiß nicht, was ihm dort blühen kann“, wird gedacht. Hinzu kommt die Abneigung gegen die Italiener, die nicht nur den Deutschen und den Oesterreichern eigen ist. Tatsächlich hat der Fremde sich außer über die Art. wie die Zollrevision vorgenommen! wird. über nichts zu beklagen. Denn daß man im Gebiet selbst nicht seine sehr berechtigte Kritik üben kann, dürfte z. B. die Autofahrer um außer den Steuern noch eine Rente heraus zu wirtschaften. Dazu haben in der Saison auch nur einige Unternehmen eine Einnahme; alle lediglich dem Touristen zugänglichen Wirtshäuser, alle Hütten müssen mit dauernd ungünstigem Geschäft rechnen, denn die Italiener sind Feinde des Gehens. Außerdem wurde uns gegenüber immer wieder— und zwar in den verschiedensten Gebieten— betont, daß die Italiener wenig Geld ausgeben. Der veneziane Kaufmann, mit dem die Südtiroler heute in erster Linie als Gast rechnen müssen, feilscht mit Ausdauer auch auf der Reise. Wenn die Deutschen nicht wieder wie in Vorkriegszeiten in Scharen nach Südtirol kommen, dann ist den Tiroler Wirten nicht zu helfen. Die Italiener werden dann sehr bald ihr Ziel erreichen: für den bankerotten deutschen Wirt den Italiener einzusetzen. Ganz abgesehen vom menschlichen ist es auch vom wirtsc“stlichen Standpunkte aus nicht zu rechtfertigen, wenn eine Schulpolitik die Kinder dahin bringt, daß diese Generation überhaupt nichts lernt, nicht einmal Lesen und Schreiben. Die Tiroler hatten ihre Wirtschaftsblüte auf dem Grunde guter Schulbildung aufgebaut; die italienischen Schulen entsprechen längst nicht denjenigen Oesterreichs; man hatte alle Veranlassung, die vorgefundenen Tiroler Schulen nicht zu zerstören. Durch das jetzt herrschende Schulelend erleidet das Gebiet eine neue wirtschaftliche Schwächung, ist doch die kommende Generation hierdurch künstlich in ihrer Leistungskraft herabgedrückt. Ueberall hörten wir die Klage, daß die Jugend nicht nur unwissend aufwüchse, sondern auch seelisch verwildere, da man die Kinder in das Spitzelund Angebersystem einbezieht. Man horcht die Kinder aus und verhaftet auf Grund ihrer Aussagen die Eltern. Ein Kind, das eine Strafe fürchtet, kann sich ihr heute leicht entziehen, indem es die Eltern bei den Italienern verleumdet. Eine Wirtin in Pieve di Nividalongo(in der Gegend des Falzaregepasses) sagte uns:„Die Italiener machen unsere Kinder hart und schlecht, man weiß oft nicht mehr, daß sie ein Herz haben.“ Einen weiteren Grund für die Annahme, daß die Italiener ihre„Nationalisierung" betreiben, um für Italien die dortigen Werte billig zu erlangen, kann man auch in der— an sich noch dazu grausamen— Art erblicken, in der man allen Angestellten, Beamten und Arbeitern gegenüber verfährt. Man entläßt nach einem bestimmten Status alle Einheimischen und stellt an ihrer Stelle Italiener an. So machte man in Sterzing einen betagten Arzt aus Rom zum Bürgermeister, betraute in Vigo einen Turiner Hotelier mit diesem Amt. Sehr eigenartig mutet es doch auch an, daß man die Postämter an Privatpersonen verpachtet, und was soll man noch dazu sagen, wenn man hört, daß die Steuererhebung ebenfalls an italienische Privatpersonen verpachtet wird? Wie soll die Wirtschaft gedeihen, wenn der Unternehmer gezwungen wird, seine guten und eingearbeiteten Kräfte zu entlassen und dafür Italiener einzustellen, die nicht fähig sind, auch nur 40 vom Hundert der Leistung des Entlassenen zu erreichen. Alle Vorstellungen helfen hierbei nichts. Meldet sich der italienische Stellungslose und ist die vorgeschrielbene Quote an italienischen Arbeitern in dem betreffenden Werke noch nicht erreicht, dann muß der Fähige gehen und der Unzulängliche leingestellt werden: die gleiche Maßnahme wird beiführen müssen. Infolge der dauernden Entlassungen herrscht große Arbeitslosigkeit. Wer der Arbeitslosigkeit entgehen will, kann dies dadurch erreichen, daß er den Faschisten beitritt. Ein Grund mehr für die Gefährdung der Jugend. Die Faschisten werden glänzend bezahlt, sind die Herren der Straße und besonders dazu berufen, die Bevölkerung zu bedrücken. Wie es auf einen Tiroler wirken muß, wenn er sich zu den Faschisten meldet, kann man sich selbst sagen. Die Einheimischen haben ihr kurzes Urteil über die Faschisten. Ein ehemaliger Richter sagte uns:„Sie stehlen, was sie nur fassen können, und lassen sich es dann, wenn es geht, bezahlen.“ Das Volk ist eben rechtlos, vogelfrei. Von einer Bozener Dame hörten wir:„Wenn der Herr Postsekretär an einer Familie Interesse nimmt und ihre Korrespondenz liest, dann hilft kein Beklagen, denn dann war die Korrespondenz eben„verdächtig". Der Beamte erhält ein Lob. Die Familie, die sich beklagte, wird bestraft. Sie schweigen zu allem. Unendlich oft hieß es: „Wir haben eine Mundschelle umgelegt bekommen.“ Wer sich aussprach, der tat es nur mit leiser Stimme. Alles hat dort Ohren, und die Spitzel sind so reichlich vertreten wie die ungezählten italienischen Beamten und Polizisten, von denen keiner zu wissen scheint, wie er den Tag totschlagen soll; die Gemeinde aber muß ihnen gute Gehälter bezahlen. Es ist dort ein Leiden ohne Ende und über alles Maß der Menschenwürde hinaus. —..— Schicfalstage in Deutsch=Südwestafrika Vor 25 Jahren. Von Major a. D. Rudolf Ableiter=Stuttgart Es waren schlimme Botschaften, die vor 25 Jahren kurz vor dem Weihnachtsfeste von unserer deutschen Kolonie Südwestafrika beim Reichskolonialamt einliefen. Sie kamen aus dem südlichsten Teil der Kolonie, aus dem von den Karasbergen und englischem Gebiet umschlossenen Lande der Bondelzwarts, deren Kapitän Willem Christian der erneut angeordneten Waffabstempelung Widerstand entgegensetzte. Es war am 25. Oktober 1903, ais der Distriktschef der kleinen, gänzlich vereinsamt liegenden Station Warmbad, Leutnant Jobst, sich mit seinem Sergeanten Snay, zwei Ansiedlern und zwei Reitern in die Werft des Kapitäns begab, um den Willen seiner vorgesetzten Behörde auszuführen. Im Verlauf der Unterredung, die Leutnant Jobst zur Verhaftung des Bondelzwartsführers zwang, fielen Schüsse, die Leutnant Jobst, Sergeant Snay und den Ansiedler Kuhn töteten und einen Reiter verwundeten. Dieser raste mit dem noch übrig gebliebenen Reiter und dem zweiten Ansiedier in die Station zurück, die Leutnant a. D. von dem Bussche mit zwölf Mann zur Verteidigung einrichtete. Hilfe konnte so rasch nicht eintreffen. Die Lage war für die in die Station geflüchteten Farmer und die wenigen Reiter im höchsten Grade gefährlich. Denn man schätzte die Zahl der waffenfähigen Bondelzwarts immerhin auf 300 bis 400 Mann und die dritte Kompagnie, zu der die Besatzung von Warmbad gehörte, lag in dem etwa 270 Kilometer nördlich, jenseits der Karasberge, liegenden Keetmanshoop. Dorthin jagte ein Eingeborener mit der Kunde von dem Ueberfall in der Werft Willem Christians, der übrigens im Kamnf selbst tödlich. S#3 Sscge. S SEESS1SgEe SGDE 95.-SSSE E S 2 S8 Pe SDMSESEL Röbbe 845S S 8C: bSESEEg 55 RAEUEEESSES wundet worden war. Lichtfernsprecher verstän= Am 18. Januar llef auf der Reede von Sovadigten noch am 29. Oktober Windhuk. lkopmund S. M. S.„Habicht“ ein, dessen KomUnglücklicherweise verfügte nun Hauptmann mandant sofort eine Landungsabteilung mit der von Koppy, der Stationschef von Keetmanshop, Bahn nach Karibib entsandte. Allein immer nur über vier Unteroffiziere und 14 Reiter, dasernster ward die Lage; immer bedrohlicher der er den größeren Teil seiner Kompagnie zwei Aufstand. Ueber das Schicksal Omarurus und Tage vorher nach den Karasbergen entsandt Okahandjas war man ganz im Unklaren. Es hatte, wo ebenfalls Unruhen ausgebrochen vergingen Wochen qualvollster Ungewißheit und waren. Der Hauptmann ließ die ihm noch ver=schwerster Kämpfe, bis das Mutterland Hilfe bliebenen Reiter aussitzen und erreichte inssenden konnte. schärfstem Ritt am 1. November Warmbad, das Die erste Hilfe aber kam Südwest aus Südvon den Bondelzwarts bereits eingeschlossen west. Kam von dem Manne, den der Hilferuf war. Diese zogen sich vor den Warmbad ent= aus dem Süden nach dem Lande der Vondelsetzenden deutschen Reitern nach Süden zurück zwarts gerufen hatte: von Hauptmann Franke Sie mußten jdoch niedergerungen werden, ehe und seiner zweiten Feldkompagnie. —.2— Sankt Nikolaus Ein Freund der Kinder in Nord und Süd. Von Hans Ernst Gehrke. den kangen Flechten trägt, dazu ein gesticktes Mieder und eine seidene Schürze. In den Wochen vor Weihnachten stellen in vielen Teilen Deutschlands die Kinder am Abend vor dem Schlafengehen ihre Schuhe ans Fenster, in denen sich am anderen Morgen allerhand Süßigkeiten, auch wohl kleire Geschenke vorfinden, die Sankt Nikolaus oder der Weihnachtsmann während der Nacht hinein gelegt hat. In Italien treten an Stelle der Süßigkeiten Früchte. Auch in Holland werden die Schuhe, häufig auch noch die Kleidertaschen der Kinder gefüllt, ebenso in Spanieg, wo man die Schuhe auf einen Balkon oder ein Fenstersims stellt, damit die Heiligen drei Könige, die hier die Rolle des Sankt Nikolaus vertreten und auf Kamelen reiten, sie bequem erreichen können. In den angelsächsischen Ländern werden die Geschenke nicht in die Schuhe, sondern in die Strümpfe gelegt. In Belgien sieht man um den Nikolaustag herum in den Auslagen der Süßigkeitenhändessastehnisge, est Shemenante Zeschotolode mit Mlitrn und Siola in segrender Geschichle eines lapferen„Epelmannes, der sHaltung. Auch die der Süden Deutsch=Südwestafrikas verloren ginge. Denn die englische Grenze war in der Von dort konnten sie in den Besitz von Waffen gelangen. Die dritte Kompagnie kehrte also von den Karasbergen nach Keetmanshoop zurück, verstärkte sich durch eingezogene Reservisten und erreichte am 16. November Warmbad. Nun, nachdem Hauptmann von Koppy belzwarte, die er am 20. und 21. NovembersGheld, um ihnen eine Mitgift zu geben. Es warlgesegr Dake matt=geschenke in den Strumpf aus ihren festen Stellungen vertrieb und denen Hamals schon wie heute: für die drei armensgle:“ noch so reich sein, die er viel Vieh und Vorräte abnahm. Die Aukfstäs=(Schönen fand sich kein Freier. Eines Abendesschokolaggaren entt4uscht, wenn sich nicht solch dischen teilten sich in zwei Grupen. Die eineging nun der Bischof am Hause des Edelmanns g2“adener Bischof darunter befände. In den zog sich nach dem Osten, auf Uhabis, zurück, vorbei und warf unbemerkt einen mit Goldgean stellen die Kinder ihre kleinen eren Zollstation sie erbeutete und wo sie zweilgefüllten Beutel durchs Fenster, so daß der schuhe am Abend des fünften Dezember deutsche Reiter tötete. Die andere wich nach sRitter nunmehr seine älteste Tochter ausstattenlauf einem Schimmel in dem Süden, auf Hartebeestmund, aus. konnte. Der Vorgang wiederholte sich nock Mohren mit einer Rute über die Dächer reitet, Windhuk hatte unterdessen seine erste Feld=(zweimal. Beim letzten Male indessen ergriffffür die braven Kinder aus einem großen Sack kompagnie unter dem Oberleutnant Grafen vonder erfreute Vater, der auf den geheimnisvol= seine Gaben durch den Schornstein fallen. In Stillfried, seine Gebirgsbatterie von Heydebrekzen Wohltäter gewartet hatte, diesen am Arm die Holzschuhe pflegt man etwas Stroh zu leund eine Bastardabteilung unter Oberleutnantsund nötigte ihn, sich zu erkennen zu gebenlsgen, als Futter für das Reittier des Heiligen. Böttlin nach dem Süden abgehen lassen. Der Wahrscheinlich haben wir hier den Ursprung] In manchen Gegenden Deutschlands erstellvertretende Kommandeur der Schutztruppe, des Sankt Nikolaus, der auch als Weihnachts= scheint Sankt Nikolaus auch noch am Heiligen Hauptmann von Fiedler, ritt selbst mit. Ob=mann oder Knecht Ruprecht in der Zeit vom Abend, um unter dem brennenden Tannenwohl das Hauptlager der Bondelzwarts beil6. Dezember bis Weihnachten im Leben der baum seine Gaben zu verteilen. Ebenso in Hartebeestmund am 12. Dez. von Oberleut=Kinder eine so bedeutungsvolle Rolle spielt. Dänemark und Schweden, wo er von Fichtennant Böttlin überrumpelt wurde und Haupt=Andere führen ihn auf den Bischof von Myra sund anderen immergrünen Zweigen seine Gemann der Reserve von Burgsdorff am 10. De=Nikolaus, zurück, den Schutzpatron der See=schenke auf die Kleinen schüttelt. Tr:„„ Garag### leute und Kinder. In Dämamarb hofostigan d“ coizember am Südrande der großen Karasberge In Dänemark befestigen die Kinder auf dem die nördliche Gruppe der Aufständischen schlug,] Damit steht wohl auch die alte, besonders Lande Korngarben am Hausgiebel, damit hinderten Verpflegungsschwierigkeiten größerein England früher verbreitete, jetzt überall Sankt Nikolaus' Schimmel im Notfalle etwas Unternehmungen. Der Kommandeur der Schutz= verschwundene Sitte im Zusammenhang, am zu fressen findet. In Schweden stellt man diese trupe, Oberst Leutwein, der sich selbst nach dem]6. Dezember, dem Nikolaustage, einen„Kin=Garben an einem Pfosten im Freien auf. In Süden begeben hatte, zog seine zweite Kom=sdschischof“ zu ernennen. Der zu Grunde lie=fbeiden Fällen sind die notleidenden Vögel, depagnie aus dem nördlich von Windhuk gelege=gende Gedanke war, auf diese Weise den be= nen so der Tisch gedeckt wird, die Nutznießer nen Omaruru heran. Sie setzte sich unter ihremssten Schuter, der. Sonntagsschule auszuzeich= des alten Kinderglaubens. Hauptmann Franke in Marsch. Auf diesemspen. Der Gewaylre wurde, während die Ge Selbst in der heißen Zone taucht Sankt NiMarsche erreichte sie die Kunde von dem ameinde das„Magnificat“ sang, in sein Amtskolaus auf, auch hier immer in Pelzmantel 27. Dezember mit den Bondelzwarts abge und mit dem eigens für ihn ange= und Mütze, obgleich er sicher leichten Trovenschlossenen Waffenstillstand. Ihm folgte am anstf###ßet bekleidet, worguf gvon dersanzug und Panamahut vorziehen würde. Aber 27. Januar ein Friedensschluß, in dem die Bon= noertzonns###go sine Predigt hiet., Die damit dann wäre er ja nicht der richtige Sankt Nikodelzwarts ihre Waffen und Munition aogaben gerbundenen Veremonien wechselten je nach laus! Um artigen Kinder eine Freude zu maund alle des Raubes und des Mordes schuldigen sand Faßt sperasf sgitte bestand außer in Engeschen, nimmt der gute Alte eben auch die UnStammesangehörigen auslieferten.(sowie in einzelnen Teilen Deutschlands und deguemlichkeiten einer dem Klima ,wenig anDer Süden der Kolonie war also gerettet, der Schweiz, artete aber vielfach aus und uan=demessenen Kleidung auf sich. „Dr. Schen. der Tlonie. wer also geretztetisder Schweiz, artete aber viesach aus und ver Mitte und Norden aber waren von der an Jahlsschwand später völlig. schwachen Schutztruppe entblößt. Die zweite] Die Gestalten des Sankt Rikolaus, des Schutztruppenkompagnié Franke hatte ja Oma=[Weihnachtsmannes und des Knecht Ruprecht ruru verlassen. Zum Schutze des Nordens, desgehen je nach den verschiedenen Ländern und Hererolandes, war also nur die weit verteilte Gegenden neben einander her oder verschmelvierte Kompagnie in Okahandja übrig geblie=zen zu einer einzigen Person. In verschiede——.— Australische Von Gäfin Brockdorff. Die Sonne brennt heiß, obwohl es noch früh den. Auf diese Entblößung des Nordens vonnen Teilen unseres Vaterlandes kommt der a# Morgen ist, und als mir der Aufseher beim deutschen Truppen schienen die Hereros nun ge=Freund der Kinder im langen, pelzbesetzten Abreiten„Fröhliche Weihnacht!“ zuruft, weiß wartet zu haben. Verschklagen, heimrückisch und Rach und mit weißem Part, einen schm lich im ersten Auganblich nicht was er damit hinterlistig hatten sie ihre Absichten zu verbergen gewußt. Bis zu Beginn des Jahres 1904 der Stationsälteste von Waterberg, Sergeant Rademacher, den Aufkauf von allen erhältlichen Pferden. Sätteln und Zaumzeug meidete, der Distriktschef von Ckahandja, Oberleutnant der Reserve Zürn, das Anreiten von mehreren hundert gut bewaffneten Hereros auf die Station nach Windhuk durch Lichtfernsprecher übermittelte und der Oberhäuptling Samuel Maharero plötzlich aus Okahandja verschwand. Ziel unbekannt. Der Januar 1904 sah den Norden Deutsch=Südwestafrikas in Flammen. Einheitlich brach der Aufstand los. Eine sizilianische Vesper, wie ihn der Gouverneur später benannt hat. Mit viehischer Grausamkeit wurden die deutschen Farmer ermordet, die Farmen selbst geplündert und in Brand gesteckt und alle Viehherden hinweg getrieben. In den schwach besetzten Stationen suchte, wer noch rechtzeitig hatte flüchten können. Unterkunft und Schutz. Die wagte der feige Herero nur in wenigen Fällen anzugreisen. Bei Okahundja eröffnete er am 11. Januar die Feindseligkeiten. Der Stein war ins Rollen gekommen. Deursche Reiterpatrouillen wurden niedergemacht, Missionare ermordet, aus allen Teilen trafen Hiobsbotschaften ein. Rasch dehnte der Aufstand sich auf die Gegend um Windhuk selbst aus, deren Feste Scharen von Frauen und Kindern aufnahm. Wer Maffen tragen konnte, stellte sich in Reih und Glied mit den deutschen Reitern. Rbat und mir weißem Bart, einen schwerestimgine# gugenenm nicht, wus ger damit Sack über den Schulter, am Vorabend des gi= meint. Aber richtig, heute ist ja der 24. Dezemkolaustages oder an diesem selbst, um sich zusder man vergißt nur zu leicht da draußen den erkundigen, ob die Kleinen artig und fleißig Kalender. gewesen sind, um die Braven zu belohnen und Der langbeinige Australier neben mir wiedie Unartigen zu strafen und um die Wunsch= derholt nachdenklich:„Fröhliche Weihnacht", gettel für Weihnachten entgegen zu nehmen lals wir über die flammend=heiße staubige Meist tritt er wie ein gewöhnlicher Mensch Ebene reiten.„Euer Weihnachtsbaum in durch die Tür, zuweilen jedoch dringt er—[Deutschland muß schön sein", sagte er beinahe trotz seiner Größe— auf geheimnisvolle sehnsüchtig. Weise durch das Schlüsselloch ein: in England!„Oh ja“, antwortete ich etwas gedankenabin der Regel durch den Schornstein, der selt=lwesend. Vor meinen Augen flimmern die brensamerweise keinerlei Rußspuren auf Rochnenden Kerzen auf dem Baum, stehen die Geoder Bart hinterläßt. In den skandinavischer stalten der Eltern und Geschwister, und es Ländern sperren die Kinder am Nikolaustagesklingt mir im Ohr:„Stille Nacht, heilige wie auch am Heiligen Abend die Fenster auf Nacht.“ Nur nicht daran denken! Jetzt bin ich denn durch diese nimmt nach ihrer Ansicht derlhier draußen in Australien und an diesem Weihnachtsmann seinen Weg.[Weihnachtsfest muß ich halbtote Schafe aus Abweichend von dem dunklen, pelzbesetzten dem Schlamm ziehen. Mantel, den Sankt Nikolaus bei uns trägt„Rix haben inzwischen das Ufer des Deiches erscheint er in England in Rot, aber gleichfalles##reicht, und der zu dieser Jahreszeit fast tägmit weißem Vollbart und großem Sack. Instiche Anblick bietet sich uns dar. Das Wasser Spanien wieder trägt er ein weißes Gewand des Pfuhls ist beinahe verschwunden, eine in Italien ein purpurfarbenes oder grünes, jeReihe weißer, hilfloser Schafe steckt bis an nach den Eigenschaften, die man ihm beimißt den Hals im Schlamm. Ringsherum lauern wobei Weiß das Sinnbild der Reinheit, Pur=(zierige, blutdürstige Krähen auf ihre Beute. vur das der Majestät ist, während Grün die Die Pferde werden an Pfähle gebunden, und Ewigkeit bezeichnen soll.:(wir machen uns an das Befreiungswerk. In den germanischen Ländern macht Sankt! Die Sonne steht schon hoch über den weniNikolaus seine Besuche in der Regel alleiniigen Bäumen, die Hitze ist drückend. Vorsichtig Nicht so in Süd=Europa, wo ihn meist ein Bru=ldringen wir vorwärts, immer bemüht. Hände der oder Vetter begleitet. Zuweilen sind eslund Gamaschen sauber zu halten. Nach einer deren sogar vier oder fünf, die ihm bei seiner Viertelstunde ist jedoch alle Achtsamkeit verBis Mitte Januar 1904 allein waren 150 An= nicht leichten Arbeit helfen. In der Schweis gessen. Wir stecken bis zum Knie in Sumpf siedler und Reiter der Mordlust der Eing=oo=lerscheint der Weihnachtsmann in Gesellschaft und Morast, eifrig bemüht, die gefongenen Denan ssee Oufer aofollen,... eseiner Frau Luzie, die eine runde Kappe auf'Tiere heraus zu ziehen, die in ihrer Benomrenen zum Opfer gesallen. 8SRET FaEBSSERS 85 385 S E SE B SES E 55 S SESETBLN-SGEEE 85 HOGSSDS’IZHSEEG: — — S e r. #. S FASSUSEAEK 5 S a5 #8 + 5— * S 1# ASS S ESPAEEE Saons S SDSE 2 SSES SSS„SFSTEEE 88580U EUS SUERDEES GSgSE 9 S 95 E% s S E 5: S 2 8 2 S 2 S85S S.5 1. E E SS S a. 0 S 5448 „SSE 6 nmnenheit nicht dabei helfen. Die armen Geschöpfe sind nicht nur schwach, sondern vielen von ihnen haben die gierigen Krähen die Augen ausgefressen, und die blutigen Höhlen schreien anklagend gen Himmel. Mit verzweifelter Energie arbeiten wir, um mit diesem abscheulichen Geschäft so bald wie möglich fertig zu werden. Plötzlich stößt mich eins der Schafe ich verliere das Gleichgewicht und falle rücklings in den Morast. „Fröhliche Weihnachten!“ ruft der Aufseher scherzend vom andern Ende des Deiches. Einige von den befreiten Schafen, die wohl länger als die andern im Schlamm steckten sind mehr tot als lebendig. Sie erholen sich nie wieder, daher töten wir sie schnell und barmherzig. Ein fester Stich in die Kehle, ein Zittern geht durch die weißen Glieder, und alles ist vorbei. Dann wird das Fell abgezogen, was die meiste Zeit kostet. Es ist neun Uhr, als wir unsere Arbeit beendet haben. Die starke Hitze strahlt vom Ufer her und steigt aus dem Schlammwasser auf. Die Pferde stapfen unruhig in einer Wolke von Fliegen, die Krähen sind in den Schatten geflogen. Wir waten durch den Schlamm, bükken uns und schöpfen das gelbe Wasser mit der Hand. Was fragen wir nach Sauberkeit! Es ist doch Wasser, und wir sind von Hitze und mühseliger Arbeit fast verdurstet. Dann steigen wir zu Pferde und reiten langsam durch die glühende Ebene zur nächsten Zisterne. Der Anblick ist der gleiche wie vorhin: staubige rote Ufer. gelbes Wasser, Morast und unzählige verschlammte Schafe. „Immer mehr fröhliche Weihnachten", lacht der Aufseher und schlingt seine Zügel um einen Baumast.„Ich denke, wir frühstücken, ehe wir uns daran machen.“ Nach dem Frühstück begeben wir uns wieder an unsere grausige Arbeit. Dann geht es an einen dritten Teich. Die Sonne sinkt im purpurnen und goldenen Glanz, als wir endlick unsere geduldigen Pferde besteigen und nach der Hauptstation reiten. Es ist nicht gerade weihnachtlich gewesen, aber jedenfalls war es ein Tag voll erfüllter Pflicht; das gibt ein gewisses Gefühl der Befriedigung. Der Abend gehört uns. Die Sättel werden abgenommen, die mageren Pferde fressen, was sie in der dürren Koppel finden. Der Verwalter, der Aufseher, der Krämer und ich— setzen uns zu einem Junggesellenessen. Es gibt zur Feier des Tages einen Plumpudding und Rinderkeule statt des ständigen Hammelfleisches Die Unterhaltung dreht sich wie gewöhnlich um schwindendes Gras und Wasser, um Schafe und Kaninchen. Schließlich füllt der Verwalter die Gläser mit Whisky, und wir stoßen auf eine fröhliche Weihnacht mit einer Rührseligkeit an die ich meinen drei australischen Gefährten nicht zugetraut hätte. Nach dem Essen liegen wir auf der endo in Faulenzerstühlen und rauchen. Selbst jetzt nech ist die Hitze drückend, der Sommerabend ich ziemlich hell. Die Frösche auaken in einem hen Wassertümpel, und die Moskitos surren Lösartig um unsere Ohren. Plötzlich geht der Aufseher ans Ende der Veranda und starrt eine Weile ins Dunkel. Dann hören wir ihn fluchen, und er wendet sich um.„Noch mehr fröhliche Weihnacht!" Schrill pfeift er durch die Finger, und ein antwortendes„Hallo!“ kommt aus der Baracke. „Schick Ted nach den Pferden! Buschfeuer vorwärts!“ ruft er hallend in die Dunkelheit. eder seine Schulter können wir im Westen n schlimmen Glanz sehen, der für uns eine icht voll Plackerei bedeutet. Es ist hinter der den Teichkoppel. Der Holzsumpf brennt, d es sind viertausend Schafe dort. In weniger als zehn Minuten galoppieren wir in die Nacht, dem leuchtenden Scheine entegen, und eine halbe Stunde später arbeiten ir mit nassen Säcken und grünen Zweigen gegen eine Feuerlinie, die immer wieder zu neuen Angriffen vorrückt. Die ganze Nacht hindurch dauert der Kampf, bis wir beim Morgengrauen Sieger bleiben. Hinter uns liegt ein Streifen schwarzen, verwüsteten Graslandes, auf dem noch ab und zu ein Baumstrunk harmlos brennt. vor uns die große Weide, die wir im Schweiße unseres Angesichts gerettet haben. Tsiang Hse, der Pfeisenbringers Der Eerrüntersgache. „Opium im Sauerkraut. Wenn sie dich gefangen Razzia in Chinatown.— Der Mann im Sauerkraut.— Opiumasche als Rauschgiftersatz. Von John C. Water=Chicago. Chinatown! Die Chinesenstadt von San Francisco hat viel von ihrer gerühmten„Verbrecherromantik“ mit unterirdischen Höhlen, Gängen und Todesfallen verloren, aber auch heute noch meidet der gesittete Bürger das chinesische Ghetto. Eine Opiumrazzia soll heute nacht stattfinden. Zweihundert„Cops“ in ihren blauen Uniformen sperren die Zugänge. Ein Pfiff schrillt durch die Nacht. Die Polizei geht zum Angrüff vor. Sechs Mann besetzen ein verdächtiges Haus. Es gehört Hsue Liang, der erst vor wenigen Jahren als mittelloser Auswanderer nach Frisko kam und heute außer dem Bau noch drei Kraftwagen besitzt. Auf ehrliche Weise kann kein Chinese in Amerika so rasch reich werden! Sergeant Ducks Faust dröhnt gegen eine Tür. Drinnen fällt ein Stuhl, huschen eilige Schritte. Setgeant Ducks schwerer Stiefel sprengt das Schloß. Die Geheimnisse Chinas grinsen von den Wänden des matt erleuchteten Zimmers: Drachen auf seidenen Tapeten, vielgliedrige Buddhas, fratzenhafte Masken. Niedere Lackmöbel, Divane. glockenklingende Miniaturpagoden, vorzellanene und bronzene Bötzenbilder stehen im Raum. Drei weiße Mädchen starren die Schutzleute ängstlich an; ein alter Chinese hält mit wackelnden Händen zwei frisch gestopfte Pfeifen. Sergeant Duck kennt seine Kundschaft: die Mädchen sind zum ersten Mal hier, vielleicht nur aus Neugier und Abenteuerlust.„Macht, daß ihr fortkommt, ihr dummen Gänse! Laßt euch nicht wieder erwischen!“ Erleichterten Heczens schlüpfen drei leichtsinnige Bubenköpfe aus Müde, zerschlagen, schwarz von Ruß und Schweiß steigen wir wieder auf die Pferde. Als ich todmüde im Sattel döse, ermuntert nich plötzlich ein freundschaftlicher Rippenstoß 5 Aufsehers, daß ich erschreckt die herunterigenden Zügel ergreife.„Fröhliche Weihnacht!“ ruft er lachend.„Das war einmal ein Feit: dem Zimmer. Dem Chinesen legt ein Schutzmann Handschellen an:„Zur Wache, John Chinaman.“ Der Polizeikapitän mustert den Alten:„Nicht viel, was Sie da aus Hsue Liangs Haus mitgebracht haben, Officer.— Wie heißt du, Chinaman?“ Der Alte stottert:„Ts. Tsang Hie.“ —„Wie kommst du in Hsue Liangs Dienst?“ Der Chinese stammelt, zittert und wirft sich plötzlich vor dem Kapitän auf die Knie:„Herr, rettet mich vor Hsue Liang.“ Und Tsang Hse erzählt. Brockenweise hören die Schutzleute seine Geschichte und heifen ihm, der nach Worten sucht:„Zuhause in Wutschau habe ich Frau und Kinder. Wir hatten selten genug, um satt zu werden. Eines Tages hielt mich Herr Li, der Compradore, bei dem ich manchmal ein paar Käsch verdiente, am Hafen an:„Willst du reich werden, Tsang Hse? Reich? Immer genug Reis in der Schale haben? Welches Paradies!„Ja, Herr Li.“—„Dann fahre nach Amerika. Die halbe Reise bezahle ich, wenn du mir ein Päckchen dorthin mitnimmst. Auch den Rest lege ich aus, und du zahlst mir das Geld von deinem Verdienst zurück. In fünf Jahren bist du der reiche Herr Tsang Hie. Die volle Reisschale lockte. Herr Li steckte meinen Schuldschein in die Tasche. Frau Tschume und die Kinder weinten. Ich fuhr nach Amerika. Irgendwo in Mexiko empfing mich ein Landsmann am Hafen:„Hast du das Päckchen, Tsang Hse? Nein, behalte es noch.“ Er brachte mich auf die Bahn:„Bleib sitzen, bis dich einer abholt.“ Ich fuhr Tag und Nacht. Dann kam ein Chinese in den Wagen:„Hast du das Päckchen, Tsang Hse? Nein, behalte es noch. Steig aus.“ Er brachte mich in ein Haus am Rande der Stadt, zeigte hinüber nach den Vereinigten Staaten.„Dort wirst du reich. Tu jetzt, ich dir sage.“ Ich bekam zu essen. Dann führte der andere mich in einen Schuppen. Dort stand ein Faß: „Steig hinein.“ Ich trat auf quellendes Sauerkraut.„Setz dich!“. Er stopfte mir geschnittenes Sauerkraut um den Körper, gab mir ein dünnes Holzrohr:„Da, zum Atmen.“ Dann legte er ein Brett über meinen Kopf, stopfte Kraut darüber, schlug den Deckel zu. Ich wollte schreien; dann dachte ich an den Reis, der nur drüben jenseits der Grenze zu holen war. Das Faß rollte. Mir wurde übel. Da volterte die Tonne in einen Wagen hinein. Ich erholte mich wieder. Der Wagen fuhr. Einmal, nach Stunden vielleicht, hielt er. Dann ratterte er weiter. Ich war am Ersticken. Endlich stand der Wagen. Der Deckel wurde aufgehoben, das Sauerkraut über meinem Kopf weggenommen; ich war halb tot.„Hast du das Päckchen, Tsana Hse?“ Ich hatte es noch. Es lag unter der Bluse auf meiner Brust:„Ja.“ Der neue Landsmann half mir aus dem Faß: „Viel Glück in den Vereinigten Staate.n“ Er grinste widerlich:„Herr Li hat uns geschrieben.“ hätten, würden sie dir den Kopf abgeschnitten haben. Erzähle nichts vom Päckchen, sonst holen sie dich später noch!“ Er hieß Wu Tie, mein neuer Herr, dieser Schuft. Ich mußte arbeiten wie ein Tierz ackern, graben, Holz hacken. Ich bekam kein Geld, nur mein Essen, eine Decke zum Shlosen und ein wenig Opium. Ich plagte mich ein Jahr lang. Dann verlangte ich meinen Lohn. „Geld?“ Wu Tse lachte:„Geld willst du noch haben? Wo ich für deine jämmerliche Arbeit schon Essen, Wohnung und Opium gebe?“ Jo wollte auffahren:„Sei ruhig, Tsang Hse. Dend an das Opium im Sauerkraut.“ Ich faßte mich an den Hals; ich war Wu Tses willenlosen Sklave. Zehn Jahre war ich bei Wu Tse und hatte noch keinen Cent verdient. Eines Tages rief er mich:„Tsang Hse, dein Glück ist gemacht. Mein achtbarer Freund, Herr Jüan Tsi, braucht einen Pfeifenbringer. Dort verdienst du vier Geld.“ Am andern Tage setzte er mich in seinen Kraftwagen. Wir fuhren stundenweit. Bei Nacht kamen wir in eine Stadt, zu Jüan Tsi. Der hielt ein Opiumhaus. Ich miißte den Gästen die Pfeifen bringen, die Jüan Tsi stopfte. Nach Monaten fragte ich not meinem 3:.#0. Jüan Tsi schlug mich:„Geld? Sei froh, daß du lebst!“ Ich suchte Vergessen, doch ich bekam kein Opium.„Du vertrottelst sonst zu rasch“, hatte Jüan Tsi gesogt. Da stahl ich eine Pfeise, rauchte sie und schlief ein. Ich war im Paradies, sah Tschume und die Kinder vor vollen Reisschalen sitzen. Als mein Rausch vorüber war, schlug mich Jüan Tsi halb tot:„Stiebl noch einmal! Dann erwürge ich Dich." Ich sehnte mich nach Opium, nach dem Rausch. Da kratzte ich die Asche aus den Pfeifen und aß sie. Ich mußte viel essen, um berauscht zu werden, doch endlich sah ich wieder die volle Reisschale. Eines Tages sagte Jüan Tsi:„Du wirst alt. Du sollst zu Herrn Hsue Liang nach Frisko, das ist der richtige Herr für Dich.“ Er setzte mich in seinen Kraftwagen.. Ich schrie nach meinem Geld. Da würgte mich Jüan Tsi, bis ich ohnmächtig wurde. In Hsue Liangs Haus wachte ich auf. Ich wollte fort.„Geh!“ sagte Hsue Liang.„Sieh zu. wie Du nach Wutschau kommst! Toch wenn Du gehst, stirbt Tschume, und Herr Li hat noch den Schuldschein.“ Ich mußte bleiben, reichte wieder gestopfte Pfei'en, wagte nicht selbst zu rauchen, Opium zu stehlen, und aß die Asche. Ich bin Hsue Liangs Sklave; ich träume von vollen Reisschalen, und das Gift zerfrißt mir die Eingeweide. Herr. rettet mich vor Hsue Liang!“ Sieben Tage später steht der Polizeikapitän neben Tsang Hse am Laussteg des„Canton Maru:„Laß endlich das Danken sein, Tsang Hse, und verliere Deine Angst. Du bist frei; niemand kann Dir etwas anhaben. Herrn##i wird die chinesische Polizei den Schuldschein abnehmen, und Hsue Liang sitzt im Gesängnis. Lebe wohl. Tsang Hse. Möge Deinem Haus die volle Reisschale nie fehlen.“ Der Alte steht an Deck und sieht den Kai langsam verschwinden. Die zitternde Hand aßt nach dem endlich errungenen Reichtum, nach den tausend Dollar, die mitleidige Menschen ihm schenkten. —.— So ists richtig Die See geht schwer, die Brigg ist schwach besetzt. Seit Wochen hält der Kapitän jede was Nacht die Hundewache von zwölf bis vier Uhr selbst. Und jede Nacht um Punkt zwei Uhr muß ein Matrose mit einer Tasse Kaffee auf der Brücke erscheinen. Hierfür gelten besondere Vorschriften. Der Kaffee muß heiß und schwarz, die Tasse bis an den Rand gefüllt ein. Auf der Untertasse liegen zwei stausrockene Stücke Zucker. Nicht ein Tropfen Kaffee darf während des Herauftragens verschüttet werden. Pieter Mordhorst hat das immer tadellos besorgt. Es hat niemals Aerger gegeben. Aber nun ist er abgelöst und Hein Hansen für das Amt kommandiert worden. Er steigt auf die Brücke. Das Schiff schlingert Hein schlingert, die Tasse schlingert. Als er oben ankommt, ist das Unglück geschehen, die Untertasse ist halb voll, die Oberlasse halb leer, der Zucker zusammen geschmol zen. Hein schlottert, der Käpten schimpft. In der nächsten Nacht wiederholt sich das Drama. In der dritten gibt es Kuhsturm, nicht nur auf See, sondern auch auf der Brücke. Hein ist froh, als er wieder unten ist. Aber nun begibt er'sich zu Pieter.„Du, Pieter, un pertell mi mol. mie mahlt