laren geschict wurde, brachte den veidnischen Khan fand das Getränk Relioian sezagp Penzag, iu tich bogrtuag, dlesdantles diese dust Grazie deheimatet sei Der Wistionarlgen irei Pasestht elend zu Grunde, sl5=Ruhe anhören und sich bemühen, . 69 hr“. De: JutstohuHen mund. Die Lebratenen, Zungraniegne g uiglaus ihr n. Hiehgn. Nur zu einem dellhat, daß Meligion sanns bebauptete d. d a.s. De: Sreistvumtspenl###. guch die gebrargngf, Unigrohühner in uche Söhne des Lschingiskhan zu Christen zu gämlich Die einziger, Lebgwesen im ganzen Konigreich, die dem Beherrscher aller Unjoros die Speisen zubereiten und reichen, drastischer ausgedrückt, ihn füttern dürfen. e, daß#####om gelungen wäre, sämtliche Söhne des Dschingiskhan zu Christen zu machen, wenn es ihm nicht an dem guten Wein von Nantes gefehlt hätte. Eine Bestimmung des berühmten Abbe Suges, des Regenten des französischen Königreichs während der Minderjährigkeit Ludwigs des Kindes, sprach dem Stift von Saint=Paul die Rente von zehn Aeckern und ein Fuder Wein zu.„Dieses geschieht“, so heißt es in der Urkunde,„damit die Domherren Gott und Sankt Paulus mit mehr Fröhlichkeit und Ergebung dienen können.“ * Eo gibt Weine, die den Namen„ungegorene Weine" führen, weil sie lange gären und während dieser Zeit besser schmecken, als nachher. Solche Weine sind die von Cheateu=Chalons und von Arbois. Das Gefallen, das Heinrich IV. an ihnen fand, trug viel zu ihrem guten Rufe bei. * „Guter Wein, gutes Latein". Dieses Sprichwort verdiente es, bekannter zu sein. Als einstmals ein Präsident des französischen Parlaments einen Bibliothekar suchte, wandte er sich an den Rektor der Universität, der ihm einen jungen Landsmann, namens Baillet, für diesen Posten empfahl. Der Präsident wollte ihn vorher erst kennen lernen und lud ihn zum Essen ein. Baillet erschien und sah sich zu seinem Unbehagen einer Gesellschaft von Herren gegenüber, die ihn auf seine Fühigkeiten ihn zu prüfen beabsichtigten. Einsilbig antwortete er auf ihre Fragen, und als man ihn auf lateinisch anredete und wissen wollte, wie ihm der Wein, der recht schlecht war, munde, entgegnete er in schlechtem Latein „bonus“. Man lachte und schloß aus dieser Antwort, was man schon von Anfang an anSugmmen hatte, daß der Kandidat nummkopf sei. Beim Nachtisch wurde ein besserer Wein serviert, und um sich von neuem ein Vergnügen zu machen, stellte man an ihn die gleiche Frage nach der Güte des Weines. Baillet antwortete:„Vonum!“—„O, sieh da“ riefen die Herren voller Erstaunen,„Sie sind ja mit einem Male ein guter Lateiner geworden.“„Ja, ein guter Wein, ein gutes Latein.“ entgegnete Baillet lakonisch, und er erhielt den Posten.“ gute Lehren schimpfers, siehen. Nur zu einem hat der Hof„ter dem König bisher noch nicht geraten, zur Einstellung des Kopf=, Ohren= und Handabhackens. Um so gründlicher wollen ihm die Engländer das blutdürstige Handwerk legen und das Henkermesser mitsamt den beiden unheilverkünwerden Doch Würde bringt Burde. TuKönigliches Milchmädchen zu werden, ist die höchste Ehre, die einer Wanjorojungfrau zuteil von können die schwarzweißen Lied singen. Denn vor allem Bwatomai, König der Wanjoro Die drei heiligen Milchmädchen, der königliche Hofschmeichler und der Hofschimpfer. Von Harris Brackett= Buenos=Aires. Von jeher ist es Grundsatz englischer Koloaialpolitik gewesen, die eingeborenen Fürsten in Amt und Würden zu belassen, so lange sich die farbigen Potentaten der britischen Vormundschaft fügen. Nur ungern greift ein Kolonialgouverneur in die inneren Angelegenheiten des Vasallen und Scheinherrschers ein, und ein triftiger Grund muß vorliegen, wenn England dem farbigen Monarchen einen Besehl oder eine Rüge erteilt. Bwatomai, der schwarze Beherrscher der zwischen Viktoria= und Albertsee wohnenden Wanjoro, hat zu einem derartigen Einschreiten Veranlassung gegeben, denn die dunkle Majestät spielte in letzter Zeit nur allzu gern mit den Köpfen, Ohren und Händen ihrer treu ergebenen Untertanen, und der Königliche Hofscharfrichter hatte allen Grund. über zu starke Beanspruchung seines Hackmessers zu klagen. Die vom königlichen Zorn verfolgten Uebeltäter rekrutierten sich hauptsächlich aus den Kreisen der Hofmusiker und der staatlichen Telegraphenbeamten. Den ersteren wurden bei Mißklängen musikalischer und psychischer Art die Ohren abgeschnitten, damit sie ein feineres Gehör bekämen, und den Telegraphisten ließ Seine Majestät eine Hand abhacken, wenn sie ihr afrikanisches Morsealphabet nicht schnell genug auf gen großen Signalpauken herunter trommeln konnten. Am schlimmsten aber erging es den Wanjorojünglingen, die ein liebendes Auge zu einer der drei heiligen Milchmädchen des Königs zu erheben wagten, denn ihnen legte der höchst geschickte Hofscharfrichter den Kopf mit den sündigen Gedanken kunstgerecht vor die Füße und bereitete der Liebe dergestalt ein ungomantisches Ende. , Bürde. DaMilchdamen ein Lied singen. Denn vor allem müssen diese Ehrenjungfrauen auf das schöne Naturebenholz schwarz ihrer glänzenden Haut verzichten und sich mit Hilfe von weißem Ton in bleiche Gespenster verwandeln. Die schönen Kräuselder jungen Damen fallen unter dem Schabmesser des königlichen Hofbarbiers. Morgens beginnt die Arbeit mit dem Melken und Füttern der heiligen Kühe Seiner Majestät die von keiner anderen Hand berührt werden dürfen. Dann verlangt der König seine Morzenmilch aus zarter tonverschmierter Mädchensand, während eine der jungen Damen dem Potentaten das Frühstück bereitet und es ihm zum Munde reicht, sind die beiden anderen damit beschäftigt, dem königlichen Gefinde die Hände zu waschen, denn niemand am Hof darf eine Arbeit beginnen, ehe ihm eine der Jungaus einem Büffelhorn Wasser auf die Handflächen gegossen hat. Der König ist der unumschränkte Herrscher Unjoros, doch auch er muß sich von den heiligen Kühen tyrannisieren lassen. Niemals dürsen diese lieben Tiere in einen Stall gepfercht werden, vielmehr genießen sie vollste Freiheit, sich innerhalb der Residenz dort aufzuhalten und niederzulassen, wo es ihnen beliebt. Findet Seine Majestät eines Abends eine der Kühe auf seinem Lager wiederkäuen oder sieht er sie in höchst verdächtiger Weise den Schwanz über dem Königlichen Pfühl steif in die Luft strecken, so darf er sie in ihrer Tätigkeit nicht ein stören, sondern muß eine der Milchdamen bitten lassen, weil diese allein die Kuh zum Weitergehen auffordern darf. Unter solchen Umständen ist es verständlich wenn die schwarzen Bestalinnen den größten Einfluß auf den König ausüben. Ihre Fürsprache gilt viel, und sie können sich jede Intrige erlauben. Nur eines ist ihnen streng verboten, ihr Herz einem jungen Mann— und sei es der König selbst— zu schenken. Denn dann werden sie unwürdig ihres Amtes. Kein Wunder, daß Bwakomai mit ängstlicher Eifersucht die jungen Damen bewacht und jeden füngling, von dem er einen begehrlichen Wunsch argwöhnt, um einen Kopf kürzer machen läßt. Einige Male ereignete sich der Fall daß Milchmädchen einem Unjorojüngling wohlwollend zulächelten: Hals über Kopf flüchteten die unglücklichen Beglückten aus dem Reich. um ihre gefährdeten Wollschädel vor dem Hackmesser in Sicherheit zu bringen. Den unersetzlichen Milchdamen geschah kein Leid. Doch Bwatomai ist ein gerechter Herrscher — nach seiner Art. Kein Kopf, kein Ohr, keine Hand fällt, ohne daß er seine Räte einberuft, seine Krone aus gebleichten Knochen ins Haar drückt und einen ellenlangen weißen Bart um die Ohren hängt. Auch der Scharfrichter muß einen würdigen Patriarchenbart um sein vorstehendes Kinn und die wulstige Unterlippe gürten. Der Fall wird nun beraten, doch nie entscheiden die weisen Räte, denen der Kopf ständig zwischen den Schultern wackelt anders als es Seiner Majestät angenehm ist. Diese inoffizielle Unterwürfigkeit und Schmeichelei genügt dem schwarzen Herrscher noch nicht; er muß noch seinen offiziellen Hofschmeichler haben. Diesem gewichtigen Herrn obliegt die angenehme Aufgabe, den Monarchen jeden Morgen vor Tageslicht mit Lobpreisungen seiner königlichen Größe zu wecken und ihm die angenehmsten und neuesten Schmeicheleien über seinen Verstand und seine Tapferkeit zu sagen. einverleiben. An den sonstigen Königlichen Vergnügungen, den heiligen Kühen, den Milchjungfrauen, dem Hofschmeichler und dem Königlichen Schimpfer, soll nicht gerüttelt werden. —12— Der Antipode des höfischen Erzschmeichlers und Heuchlers ist der Königliche Hofschimpfer. Sein Amt ist eines der wichtigsten und angesehensten im Reich und vererbt sich vom Vater auf den Sohn. Nach dem Frühstück, wenn der Schmeichler den ganzen Vorrat seiner Lobhudeleien erschöpft hat, tritt der Schimpfer auf Er sagt dem König mit dem ganzen Aufwand seiner Negerstimme, daß er, Bwatomai, der faulste, fetteste, dümmste und widerlichste Feigling ist, der je auf dem Pantherthron von Unioro saß. Dann zählt er alle Dummheiten auf die der König in letzter Zeit beging. und nennt Nordpolforschungen gewinnen wieder höchstes Interesse. Durch Unregelmäßigkeit der Strömungen des Polarvill man neuerdings darauf schließen, daß sich in der Polgegend festes Land befindet und das wäre recht wesentlich, um dort einen Stützpunkt für Luftschiffe und Flugzeuge zu bekommen. Eine regelmäßige Luftverbindung zwischen der östlichen und der westlichen Halbkugel auf dem kürzesten Weg über den Pol liegt ja vielleicht in nicht mehr weiter Ferne. Da interessieren mehr denn je die Fragen: Wie sieht es überhaupt in den Polländern aus? Was für Menschen leben dort? Was für Tiere was für Pflanzen? Sehr viel Neues und Interessantes über dieses„nördlichste Leben“ gibt ein jetzt bei Brockhaus erschienenes Buch: Therkel Mathiassen,„Mit Knud Rasmussen bei den amerikanischen Eskimos“(Sammlung „Reisen und Abenteuer“, Band 42. Gebunden 2.80 Mark, in Leinen 3.50 Mark), dessen Verfasser den großen Polarforscher Rasmussen auf seiner 5. Thule=Expedition begleitet hat. Unter den sonst üblichen Forscherberichten nimmt das Büchlein schon deshalb eine besondere Stelle ein, weil sich Mathiassen ganz in den Hintergrund stellt, sich nicht als Held aufspielt, der mit tausend Gefahren zu kämpfen hat— trotzdem er Abenteuer genug zu bestehen hatte— sondern als einzigen Helden des Buchs das abseitige Volk der Eskimos darstellt. Auf diese Weise haben wir beim Lesen nicht das Gefühl, einen kurzen Besuch bei den Eskimos zu machen und dabei einige Abenteuer zu erleben, wir dringen vielmehr in das Wesen dieser Polmenschen ein und lernen ihr Leben und Treiben, ihre Kultur kennen. Die harte Natur des Landes hat sie zu eigenen Menschen gestempelt, sie leben in einem steten Kampf ums Dasein, und ihr rastloses Wanderleben drückt allen ihren Verrichtungen den Stempel der Eile auf. Das Familienleben mutet uns eigenartig an, doch auch seine Grundlagen sind eng mit der rauhen Natur verwachsen. Die kleinen Kinder verbringen ihre erste Lebenszeit splitternackt in der Rückentasche ihrer Mutter. Die weiten Schultern des Pelzes ermöglichen es, die Kinder an die Brust zu nehmen, ohne daß sie an die frische Luft gebracht werden müssen; sogar ein kleines Geschäft müssen sie auf Mutters Rücken besorgen. Gewaschen werden die Kleinen nie. Wenn es hoch kommt, werden sie manchmal von der Mutter beleckt. Das erste, was ein Mann machen muß, wenn seine Frau einen Sohn bekommen hat„ist, eine Frau für diesen zu beschaffen. Eine Frau ist ja in diesen Gegenden durchaus notwendig, um den Haushalt zu besorgen, während der Mann auf Jagd ist. Für eine Bratpfanne, ein Messer, oder was man sonst entbehren kann, kann der Vater eine Frau kaufen. Wenn nun aber diese Braut als Kind stirbt, ist der junge Mann übel dran, denn die anderen Mädchen sind im voraus vergeben. Bei einigen Stämmen besteht die Sitte, daß Mädchen, die nicht gleich bei der Geburt verlobt worden sind, totgeschlagen werden. Alte Jungfern kann man nicht brauchen. Das Buch Mathiassens liest sich wie ein spannender Roman. In alle Fragen, die das tägliche Leben im hohen Norden mit sich bringt, werden wir eingeweiht. Wir lernen ein Schneehaus bauen, hören, wann ein Schneehaus und wann ein Eishaus vorzuziehen ist, erleben die Hausordnung der Eskimos und ihr Familienleben, machen die Jagden auf Pelztiere, Fische und Seehunde mit, fahren mit ihnen auf Schlitten hinaus auf die endlosen Ebenen— und betrachten die vielen interessanten Bilder von eigener Schönheit. Wir können einem jeden, vornehmlich der Jugend, dies billige Büchlein zum Geschenk empfehlen. Verantwortlich: H. Semmelmann. Altena. Druck und Verlag: B. A. Sant. Altena. * ArrTELMT TESTSES BGRSATTT!! 88°8%88• 888 128 95 B311181SS 11. SMSSS SSS# Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 41 10. Oktober 1926 Güstrow Von Friedrich Schult. Die gute, mecklenburgische Vorderstadt Güstrow feiert am 3. November mit einigem Stolz den Tag. an welchem sie vor siebenhundert Jahren. in den entvolkerten wendischen Landen als deutsche Kolonialstadt beg#ündet und mit dem schwerinischen Rechte ausgestatte: wurde. Sie steht also mit Fug auf gotischen Fundamenten. Nachdem aber, zu Ausgang des Mittelalters, verheerende Brönde sie mehr als einmal heimgesucht, war ihr Gesicht seitdem, gleichviel, ob fürstlich oder bürgerlich, mehr nach den flinken Launen aller Welt gerichtet. Sie galt dafür im Lande vielfach als charakterlos, leichtlebig und als Ausbund aller Laster. Heut geht es ihr wie manchen anderen alten Städtchen auch, die im Vergleich mit einem überlieferten und großen Erbe nur desto kleiner und geringer werden, und hier wie anderswo ist es die feste, mittelalterliche Planung, ist es der klare Ring des Marktes mit Kirche und dem Rathaus Rücken gegen Rücken, ist es der Dom, und über ihren stückweis noch erhaltenen Mauerkranz gelehnt, der große Torso eines Schlosses, woran das Lebende sich selten messen darf. Der Dom, schwerfällig und gedrungen, in seinem Kern noch romantisch, dann gotisch fortgeführt, ist gegen seine Brüder an der See beruhigter und stiller an seinen Ort gestellt, als unerschüttertes und kühles Abbild geistlicher Gewalten. Das Schloß, im sechzehnten Jahrhundert von dem Herzog Albrich aufgerichtet, der ebenso verständig wie fürstlich prächtig war, ist hierzulande das einzige von europäischem und großem Rang und nahezu so mythisch und so fremd wie der Koloß, der es sich später ohne Federlesen nahm, wie Wallenstein, der 1628=29 in Güstrow residierte. Seit mehr als zwei Jahrhunderten ist es von seinem Zweck verlassen. Man hat ihm in der Zwischenzeit nicht selten übel mitgespielt. Es ist ein unersetzlicher Verlust, daß in den Jahren 1794=95 ein großer Teil nur deshalb abgetragen wurde, weil eine von den alten, reichen Decken so unachtsam und schwer beschädigt war, daß man sich anders nicht zu helfen wußte, als kurzerhand das ganze noch gesunde Glied zu amputieren. Gerade aber, weil es so verworfen war, blieb es davor bewahrt, daß eine spätere, schulkluge Zeit ihm ihre schwächeren und mannigfach erborgten Reiser auf die alten Stämme pfropfte So steht es noch, mit seinem wunderlich vielfältigen Gesicht, wie einst, und ob sich auch, gutmütig halb und halb vandalisch, ein unbesorgter Nutzen heute darin rühren darf, der schwere breite Atem seiner Brust ist nicht vermauert. Die Siadt, so zwischen geistliche und fürstliche Gewalt gestellt, hat sich nie sonderlich nach ihrem eigenen Willen tummeln oder regen dürfen, und nach den frühen wenigen Versuchen verging ihr auch die Lust. Sie tauschte Ruhe und Gelassenheit und an dem nahen Beispiel diplomatisches Geschick nach Kräften dafür ein. und da die beiden großen, vielbefahrenen Straßen, woran sie liegt, der alte Wen nach Norden ebenso wie westlich=östlich der von Lübeck nach Stettin, sich hier geradezu kreuzen so ging seit je ein guter Teil der Welt durch ihre Tore. Sie lief auch selber mit und wurde selber prächtig. Wer sich die Muhe nimmt, sie nur geruhsam zu betrachten, der findet neben Schlesischem und neben Lübischem den ganzen Bogen von der Lombardei bis Flandern. Auch als das herzogliche Haus er#o#ch. blieb noch, nach weiten mageren und dürftig dürren Form gewaltig, ein Monument. das die Stadtsmal, gewissermaßen das Denkmal der eeden um 1800 wieder Kraft gewann, die Verdun ihren in den Schlachten Stadt noch einmal neu, und diesmal fröhlich klassizistisch, gründlich einzukleiden. Im neunzeonten Jahrhundert sind Keriting, der stille lang vergessene Maler, und Fanay Tarnow, die Dichterin und späte Freundin Klingers, ihre Kinder. Nach wieder einem Menschenalter wirkt und dichtet hier John Brinkmann. Im Dome aber hängt, als Zeichen neuer Wettverbundenheit, in guter Nachbarschaft spätgotischer Apostel von Claus Berg, der Bronzeengel Barlachs, des gegenwärtigsten und heimatlosen Bildners, der hier, als Niederdeutscher, der er ist, halb aus Verhängnis, halb aus freier Wahl wie er sie brauchte, seine Landschaft fand. Eine Fahrt über die Schlachtfelder von Verdun „Verdun, welche erhabenen und schaurigen Erinnerungen weckt dieser Name! Erinnerungen an eine der blutigsten und hartnäckigsten Schlachten des Weltkrieges, an Tage voller Tragik und Grauen und doch voll größten und erhabensten Heldentums auf beiden Seiten! Nie vergessenes deutsches Heldentum steigt auf, und unauslöschliches Gedenken an die vielen blutigen Opfer eines leider vergeblichen Ringens erschüttert Herz und Sinne. Solche Gefühle erwachen in der deutschen Brust, wenn man sich dem blutgedüngten Schlachtfelde von Verdun nähert. Mir war es durch ein eigenes Geschick beschieden, vor kurzem dieses Schlachtfeld zu sehen. Ist man in Elsaß=Lothringen, so reist man am besten mit der Bahn von Metz nach Verdun ein. Man lernt so schon von der Eisenbahn aus einen erheblichen Teil dieses Frontabschnittes kennen. Die Bahn führt über Amanweiler an dem Schlachtort des 70er Krieges St. Privat vorbei und zunächst nach dem französischen Eisenbahnknotenpunkt Conflans. Gleich hinter diesem Orte zeichnen sich die ersten Spuren der Kämpfe ab, die zwischen Metz und Verdun und vor dieser Festung getobt haben. Wir passieren den Ort St. Etain. der stark zerstört ist, aber auch Spuren eifrigen Wiederaufbaues und emsiger Neubautätigkeit zeigt. Die Ruinen rechts und links der Eisenbahn häufen sich, je weiter man kommt. Ein großer Kasernenkomplex liegt noch in Trümmern. Kahle, finstere Mauern ragen gen Himmel, düstere Fensterhöhlen erhöhen das Grauen. Die Bahn kriecht jetzt langsam die Hochfläche von Verdun hinauf. Reste von Schützengräben werden sichtbar, kahle, rauchgeschwärzte Baumstümpfte zeigen an, daß hier einstmals Wald gewesen ist, der in den Kämpfen zerstört worden ist. Der Hauptbahnhof von Verdun ist unzerstört, aber gleich eingangs der Stadt machen sich Trümmerhaufen bemerkbar. Neubauten stehen neben Häuserruinen. Die Stadt selbst bietet wenig Bemerkenswertes, und es erscheint fast unfaßbar, daß um diese unbedeutende französische Provinzstadt so erbittert und hartnäckig gerungen werden konnte, wenn eben nicht die Festung wäre. Außer den vielen Forts auf den zahlreichen Höhenrücken rings um Verdun gibt es noch Reste der alten Stadtumwallung. Auf dem alten Wallgelände, das chers ießt größtenteils abgetragen ist, steht ein S#umptt, das an die Verteidiger von 1870 erinnert. Wenige Schritte hinter dem Hauptbahnhof an der Hauptstraße erhebt sich ein anlange noch ein Schein weltbürgerlich gebunde=deres Denkmal in geradezu monumentalen ner Tüchtigkeit und Heiterkeit erhalten, der Ausmaßen auch in seiner heutigen unfertigen) Form gewaltig, ein Monument, das die Stadt inen Einwohnern, Männern, Frauen und Kindern errichtet. Wir besteigen nunmehr eins der vielen Tourenautos, die in regelmäßigen Zeituoständen am Tage auf die Schlachtfelder jahren. Nur wenig oder gar keine Deutsche fahren mit, meist sind es Franzosen, unter ihnen einige französische Soldaten. Der Führec erläutert in französischer Sprache. Die Fohr: geht aus dem rechten Maasufer und nimm: den ganzer. Maasoogen mit Wir passieren zunächst die Vorstadt Pavé. Ruinen von Kasernen(Mascaut) fesseln unsern Blick. Zur Linken der Straße breitet sich ein großer Soldatenfriedhof. Man sagt uns, daß dies der bedeutendste Soldatenfriedhof der ganzen Gegend sei. Tausende von Soldaten, Deutsche wir Franzosen haben hier in geschmackvoller Umrahmung ihre letzte Ruhestätte gefunden. Kreuze, nichts als Kreuze, mitunter von Denkmälern und Grabsteinen unterbrochen! Tann geht unsere Fahrt weiter die Höhe zu den Forts hinauf. Wir kommen an den in den Heeresberichten oft genannten Forts Belleville und Souville und den gleichnamigen Ortschaften vorbei. Das Gelände wird immer bewaldeter und zerschnittener, d. h. soweit man von Wald überhaupt noch reden kann; der frühere Hochwald ist nämlich fast restlos den Kämpfen zum Opfer gefallen. Nur schwarze, hier und da in die Luft ragende Stümpfe zeigen an, daß auf dieser Hochfläche einstmals starker kerniger Wald gestanden. Der Boden ist von Granittrichtern zerwühlt. Tiefe Löcher hemmen den Schritt und hier und da sind die Reste von Schützengräben noch erkennbar. Unmittelbar nach Beendigung des Krieges war es gejährlich, diese Höhenrücken zu betreten. Hunderte von Blindgängern hatten sich in den Boden eingegraben und bildeten eine Gefahr für die Schlachtenbummler. Mancher Amerikaner, der hier auf der Suche nach„Souvenirs"“ umherschlenderte, hat seine Neugierde mit dem Tode oder mit böser Verwundung bezahlen müssen. Daraufhin hat die französische Regierung das Gelände planmäßig nach Blindgängern und Waffen absuchen lassen. Zu Haufen sollen damals die Gewehre, Stahlhelme usw. g.en Straßen aufgeschichtet gewesen sein. ham Schiebt man von solchen Spuren der großen Schlachten kaum noch etwas. Es ist fast alles gesammelt und beiseite geschafft. Gras terholz ist über die blutgetränkten Stätten gewachsen. Die Natur mit ihrer ewigen Güte und Milde deckt alles wie mit einem Schleier zu. II. Man zeigt uns die Reste des Dorfes Fleury, von dem nichts, aber auch buchstäblich nichts übrig geblieben ist, außer den Grundmauern, die man nur mühsam zwischen dem wuchernden Gras erkennen kann. Unweit davon ist ein Denkmal errichtet, das einen schlafenden Löwen darstellt. Das ist die äußerste Grenze des deutschen Vormarsches auf Verdun. Ungewollt haben hier die Franzosen ein ehrendes Denkmal für deutschen Heldenmut und deutschen Angriffsgeist geschaffen. Natürlich war es nicht so gemeint, denn das Denkmal ist dem Andenken der Toten der 130. französischen Inf.=Div. gewidmet und nennt sich„monumen? de la Chapelle Sainte Fine". Oberhalb Fleurys auf der Hochfläche ist ein ungeheurer französischer Nationalfriedhof geschafen worden, der wohl an 20000, französische Kriegergräber birgt und von der Trikolore überschattet ist. Ein einziges Meer von Ganzen bihete er Friedhof. Die Krönung des ein gewaltiges Nationalden# Kp; S 9 3 8 3 51 12 * S in Form demaligen Turm sertigestell. An den Fügeim,) nerichsetze. lockenblunen Kauten homegüige Gebit geblehen Ne. se der Nersch lonet die eine protestantische und eine jidisda Ka. Die Hänge weht. Weinrat glüht de Maldesrand. Die Herbszeitlose überhauche seuch) wiesen. a seine Musteltrust undeBiesen mit zartem Gila, Nuf höhere Här aufnehmen sol Die Franzosen haß ze vi uoch gearbeitet mal ben markrpi diesem Haus und Denkmanr den merkwurdigen Namen„ossuaire“ ge2.# guf deutsch„Knochenhaus“. Name hur auerdings insofern seine Berechtizung, als die Kapelle in fahnentuchgeschmückwesten zen die auf den Schlachtfeldern gesamStten Reste von unbekannten Toten birgt. weihkerzen brennen im Innern. Niemand geht von dieser Stätte ohne ein stilles Gebet verrichtet zu haben. Denn hier steht das Heldische unmittelbar neben dem Grausigen. Das Auto bringt uns nun in schneller Fahrt den nahegelegenen Forts Vaux und Douaue ai den so heid unstritenen Festen, um die piel deutsches und französisches Blut gevien ist. Mit einem Gefühl ehrfürchtiger Bewunderung und tiefsten Erschauerns nähert man sh diesen Stätten gewaltigsten Heldenringens. Man läßt uns in die Gänge und Kasematten des Forts Vaux hineinblicken oder besker hineinkriechen. Viel ist von den unterirdischen Gewölben nicht übrig geblieben. Man erkennt bei Laternenbeleuchtung den engen Stand des Kommandanten, die Quartiere der Besatzung, den Operations= und Lazarettraum und endlich die Maschinengewehr= und Geschützstände. Die Geschütze, die hier stehen, scheinen mir allerdings nicht gerade aus der Kampffront zu stammen, sie machen einen verteufelt neuen Eindruck. Ueber Reste von Stacheldrähten und spanischen Reitern stolpern wir dann zum Fort Douaumont. Hier sind die Verwüstungen schon von weitem zu erkennen, auch hat man wohl absichtlich nichts wieder aufgebaut. Die Forts auch zur Zeit nicht belegt. Dicke Löcher in Außenwand und starke Risse in der Betondecke weisen die Spuren der ämpfe und Artileriebeschießung,„Man hann noum ins Innere hinein, da zu viel zerstört ist und ein Gang durch diese unterirdischen Schluchten geradezu lebensgefährlich ist. Aber auf der Decke des Forts dürfen wir herumspazieren und uns dort auf der freien Höhe ein Bild von den Kämpfen machen. Das Herumklettern ist nicht ganz ohne Gefahr, denn die mit Erde und Gras bedeckte Betonfläche ist von Granateinschlägen buchstäblich zerwühlt, weist Höhen und Tiefen und Risse auf. Drahtgeflecht liegt überall herum und hemmt den Fuß. Man sieht die drehbaren Geschütztürme, die Oeffnungen für die Maschinengewehrstände u. a. m. Wir haben es hier mit dem höchsten Punkt des Schlachtfeldes zu tun. Eine weite Fernsicht öffnet sich in die Voeuwreebene und aus der Ferne schimmern die Türme von Metz. Der Blick gleitet hinüber zum linken Maaoufer, zu der viel umkämpften Höhe 304 (cote 304) und dem Toten Mann(Mort homme). ell und strahlend fiegt die Sonne über dem Schlachtfelde, und die Natur breitet ihre schönsten Reize über die Stätten des Todes, als wenn hier nie eine der fürchterlichsten Schlachten des Weltkrieges getobt hätte. Die Rückfahrt bringt uns in schnellem Lause an verlassenen Unterständen, Schützengräben, an den Forts Tavannes und Moulainville, an dem viel genannten Höhenrücken„(Kalte Erde“) „Froide terre“) vorbei zur Stadt und zum Bahnhof zurück. Innerlich zerrissen und doch voll Ehrfurcht scheidet man von diesen Höhen, die so viel edles Blut getrunken. Der Abschied würde noch ungetrübter sein, wenn man nicht das Gefühl hätte, daß aus der Besichtigung der Schlachtfelder von der anderen Seite ein Geschäft und eine willkommene Schaustellung gemacht würde. So ist Verdun für jeden, der es gesehen hat. ein ernstes Memento mori, eine Stätte des Nachdenkens über die Furchtbarkeit des Krieges, ein Ort weihevollster heldischer Erinnerung und zugleich eine eindrucksvolle Mahnung zur Verständigung der Völker. R. A. (in den„Westf. Pol. Nachr.“) te Wiesen mit zartem Eilll. auf höheren Han#en unterbricht die zweite Blüte des blauen Enzian hier und da das dürftige Grün. Würzig duftet das Grummet auf frisch gemähter Wiese, und Höhenrauch versilbert die Ferne. Wie schön ist doch der Spätsommer in deutschen Bergen... Ein eigener Zauber liegt in diesen Nächten, in denen häufig der Föhn seine Harje spielt. Abends, bevor ich zur Ruhe gehe, schau ich hinaus in die Nacht. Lauwarm atmet die schlafende Natur. Nur aus wenigen Fenstern geistert ein Lichtschein, und ab und zu wird das sanfte Rauschen der Brunnen unterbrochen durch den melodischen Klang einer Kuhglocke. Stille ist ringsum, große Stille und feierliche Schönheit. Fast keine Fremden sind mehr hier. Drei Berliner zählt die letzte Kurliste, und außer mir weilt im Schlierseer Hof nur noch eine alte Baronin aus dem Rheinlande zu Gast. Dabei sind doch die Verbindungen, auch für einen kurzen Aufenthalt denkbar günstig. Man legt sich auf dem Bahnhof ins Mitropabett, bummelt am anderen Morgen, ausgeruht und gestärkt von einem guten Schlafwagenfrühstück, durch das erwachende München und atmet eine Viertelstunde später bereits die würzige Gebirgsluft. Es grünt der See, die Berge locken, und kleine Fahrten ermöglichen auch dem flüchtigen Besucher herrliche Ausflüge zum Achensee in Tirol über TegernseeKreuth, zur Zugspitzenbahn über Barmisch, zu den traumhaften Königsschlössern, auf den Wendelstein, zum sagenumwobenen Chiemsee. Sechs Hochsommerwochen nur dauert, abgesehen von der Wintersportzeit, in Schliersee die am Schliersee Von Walter Pollter. Allmählich hüllen sich die Bäume, leise die Vergänglichkeit des Irdischen andeuterd, in ihr Stervegewand Im letzten Grün trotz der Laubwald dem Coethewort vom„Stirb und werde“. Vor schmucken Häusern mit braungebrannten Holzveranden, von denen Blumen herabranken, biügen Tahlien und Gladiolen. Dazwischen prangen die Ebereschen in herbstlichem Korallenrot. Auf den saftigen Matten leuchten die Alberne Sternaster und die blaue Schlangender erbitterten]Schikon dam ber:vortseftz, b. Sheter e ung. Man kannig"ann gerrscht idyllische Ruhe. Die Gemeinde versucht seit drei Jahren mit Tölz und Tegersee in Konkurrenz zu kommen und läßt auf Jod bohren. Ueber 425000 Mark sind schon verbohrt. Den Kehraus in Schliersee bezeichnet nichts augenfälliger als der jährliche Abschiedsball, den die bekannte Schlierseer Truppe ihren Freunden gibt, bevor sie wieder hinauszieht ins Reich und darüber hinaus zu ihren allbeliebten Wintergastspielen. Die Schlierseer halten bekanntlich viel auf ihre malerische Volkstracht, aber heute in den abendlichen Straßen schien mir geradezu ein Defregger=Bild lebendig geworden zu sein. Im Theatersaal befanden sich unter etwa zweihundert Anwesenden kaum zwanzig in modischer Kleidung. Wie ihre Tracht, so halten die Schlierseer auch ihre alten heimischen Tänze in Ehren. Foxtrott und Jazzband gibt es hier nicht. Geradezu überrascht war ich, mit welcher fast feierlichen Exaktheit sie ihre Francaise tanzten und wieviel ursprünglicher der berühmte Schuhplattler im Saal ausgeführt wurde als auf den Bühnen. —42.— Die Verteidigungswaffe unserer Vorfahren Die Tierwelt ist von der Natur mit den mannigfachsten Mitteln zum Kampfe gegen Stärkere und Schwächere ausgerüstet. Kleine wie große Tiere haben ihre Angriffs= und Verteidigungswaffen, die einen Hörner oder Geweihe, die anderen Krallen und mächtige Gebisse, manche sind mit Hauern oder Stoßzähnen versehen, manche bedienen sich ihrer Giftzähne als tödliche Waffen, der Skorpion und manche Insekten des Stachels bezw. Stechrüssels, und selbst unter den kleinsten Lebewesen finden wir solche, die mit einem Organ von giftähnlicher Wirkung ausgestattet sind, mittels dessen sie andere zur Beute ausersehene Lebewesen betäuben und in ihre Gewalt bekommen. Auch an Schutzwaffen ist die Tierwelt nicht arm, bei manchen Tieren bildet die außerordentlich starke Hantdecke an sich schon eine solche, bei anderen verdickt sie sich stellenweise zum förmlichen Panzer, noch andere wissen sich mittels des ihren Körper umhüllenden Stachelkleides der Angriffe ihrer Gegner zu erwehren. Manche Tiere finden Schutz vor Angriffen sogar dadurch, daß sie in ihrer äußeren Form oder Färbung Blüten, Zweigen oder anderen Gegenständen ähnlich sehen, die solchen Angriffen nicht ausgesetzt sind, oder sie verdanken ihre Sicherheit nur dem Umstande, daß sie anderen Tieren täuschend ähnlich sind, die ihres üblen Geruches oder Geschmackes wegen als Beute nicht begehrt werden. Alle diese natürlichen Angriffs= und Verteidigungsmittel fehlen dem Menschen. Während seinen nächsten Stammverwandten in der Tierwelt der Gegenwart wenigstens noch das mächwiesen. Daß diese bei den rohen Naturmenschen, als welche wir uns unsere ältesten menschlichen Vorfahren vorzustellen haben, in hohem Maße ausgebildet war, findet seine Bestätigung in der Tatsache, daß bei den jetzt iebenden Naturvölkern noch heute eine Staunen erregende Ausdauer der Muskelkräfte beobachtet wird. Die Sagen unserer Altvorderen wissen nicht genug die körperliche Leistungsfähigkeit ihrer Helden zu preisen, die Helden des griechischen Mythus wie jene der nordischen Sagenwelt überbieten sich an übernatürlichen Kraftleistungen. Nichts desto weniger wäre aber der Mensch der kulturlosen Urzeit, der nicht nur mit seinesgleichen, sondern auch mit allerlei gewaltigen Raubtieren um sein Dasein zu kämpfen hatte, ein sehr hilfloses Geschöpf gewesen, wenn er nicht neben seiner durch zwingende Not und stete Uebung gestählten Muskelkraft die Gabe der Erfindung besessen hätte. Die ältesten Waffen, deren sich der Urmensch bediente, sind wohl die Keule und die Schleuder gewesen. Besonders die Schleuder, deren bereits in den Homerschen Gesängen Erwähnung geschieht, war im Altertum eine vielfach angewendete gefährliche Waffe, namentlich im Kriege. Sie bestand ursprünglich aus einem Stück Leder, auf das der zu schleudernde Gegenstand gelegt wurde. An die Stelle des Steines, der zunächst zum Schleudern verwandt wurde, traten später Bleikugeln, die mit einem Stachel versehen waren und kräftig genug wirkten, um Helme und Schilde zu durchschlagen. Die Verwendung der Schleuder als Kriegswaffe setzte sich sogar durch das ganze Mittelalter sort. Die Keule, die auch jetzt noch bei wilden Völkern vielfach im Gebrauch ist, wurde ursprünglich aus Holz oder Knochen großer Tiere, später ganz oder teilweise aus Metall hergestellt und war vor der Einführung der Feuerwaffen als wirksame Schlagwasse, Streitkolben, allgemein verbreitet. Eine dem späteren Mittelalter angehörige Form der Keule ist der sogenannte Morgenstern, eine Keule von Mannslänge, deren verdicktes Ende mit Eisen beschlagen und mit starken eisernen Zacken versehen war. Als ein Mittelding zwischen Keule und Schleuder kann der Speer insofern betrachtet werden, als er sowohl als Handwaffe wie jene, als auch als Wurfwhaffe wie diese benutzt wurde und von den Naturvölkern noch jetzt benutzt wird. In der heroischen Zeit bediente man sich des Speers sowohl als Stoß= wie als Wurfwaffe. Schon in der ältesten Zeit, in der von der Verwendung des Metalls noch keine Rede war, bedienten sich die Menschen des Speeres, dessen Spitzen sie aus zurechtgeschlagenen Feuersteinen oder anderem Marterial herstellten, im ausgedehnten Maße, wie dies die Kunde aus jener Zeit beweist. Bei den alten Germanen war der Wurfspieß, den sie Ger nannten, gleichfalls im Gebrauch, obwohl der Fernkampf ihrem Begriffe der Waffenehre nicht entsprach. Die Naturvölker haben auch jetzt noch den Wurfspieß vielfach im Gebrauch. Es ist einleuchtend, daß die Handhabung der Schleuder wie des Wurfspießes viel Geschicklichkeit und Uebung erfordert, wenn mit diesen unvollkommenen Fernwaffen auch nur ein bescheidenes Maß von Treffsicherheit erzielt werden soll. Wohl mochten sie sich für den Kampf von Massen gegen Massen,, zum Angriff auf eine dichtere Gruppe von Gegnern eignen, im Einzelkampf aber werden diese Sachen wohl oft genug versagt haben. Eine Vervollkommnung ergab sich aus der Verbindung ihrer beiderseitigen Vorteile. Sie wurde in dem Bogen gefunden, der zu allen Zeiten eine der wichtigsten Waffen für Jagd= und Kriegsgebrauch gewesen ist und auch heute noch von vielen Kulturvölkern als solche benutzt wird. Die Schwungkraft der Schleuder wird hier durch die Schnellkraft des elastischen Bügels ersetzt, an dessen Ende die Sehne befestigt ist. Durch Anziehen der Sehne wird der Bogen gespannt, durch ihr Freilassen schnellen seine Enden in die frühere Lage zurück, wobei die Sehne mit großer Kraft und Geschwindigkeit nach vorne gezogen und der darauf ruhende Pfeil vorwärts geschleudert wird. In seiner einfachsten Form besteht der Bogen aus einem einzigen Stück elastischen Holzes, zur Herstellung der Sehne werden Streifen von Tierhäuten, zusammengedrehte Tierdärme, Tiersehnen, Schnüre aus Pflanzenfasern usw. verwandt. In vervollkommnetster Ausführung setzte man später den Bügel aus verschiedenen Stücken zusammen. Die Eskimos versertigen noch heute die Bügel ihrer Bogen aus kunstvoll zusammengefügten Knochen und Holz, und es finden sich auch solche, die vollständig aus Fischbein hergestellt sind. Bei den Griechen und Römern bestand der Bogen aus drei Stücken, von denen die beiden äußeren die Gestalt länglich gestreckter Hörner hatten, während das mittlere die stegartige Verbindung zwischen jenen herstellte; die Sehne wurde entweder aus Rindersehnen gedreht oder aus Roßhaar geflochten und der Bogen der Skythen, die als Bogenschützen berühmt waren, war schlangenähnlich gewunden. Die Italiener stellten im Mittelalter ihre Bogen meistens aus Stahl her, die Engländer und Deutschen aus Eibenholz, das in den nördlichen Gegenden Europas viel verbreiteter war als jetzt und in größeren Mengen verschickt wurde. Der Pfeil besteht aus dem Schaft, der Spitze und der Befiederung. Zur Herstellung des Schaftes wurden leichte, dünne Holzstäbe verwandt, zuweilen auch rohe, wie dies beispielsweise von den Ostgoten berichtet wird. Die Spitze des Pfeiles wurde in ältester Zeit aus behauenem Stein. aus Knochen oder Fischgräten, später aus Eisen hergestellt. Man versah sie mit Auszähnungen und Widerhaken, um schwere Verwundungen zu verursachen und das Herausziehen des Geschosses zu erschweren. Selbst bei den Kulturvölkern erhielt sich der Bogen als Kriegswaffe bis zur Einführung der Feuerwaffen, ja ndch über diesen Zeitpunkt hinaus. Heutzutage beschränkt sich der Gebrauch des Bogens nur noch auf einzelne Naturvölker und besonders die Indianer haben in seiner Handhabung eine große Geschicklichkeit. Mit kleinen Abänderungen sind diese Waffen durch die Jahrhunderte hindurch im Prinzip dieselben geblieben, bis sie zum größten Teil durch die Feuerwaffen abgelöst wurden —2— Normannische Runne in Amerika Kam Columbus 130 Jahre zu spät?— Der Runenstein von Kensington.— Indianerüberfall auf das Normannenlager. — Fälschung ausgeschlossen!— Die Wahrheit bricht sich Bahn. Von Dr. Alfred Meizer= Stockholm. Der norwegisch=amerikagische Forscher Hialmar Rued Holand weilt seit einiger Zeit in Oslo, um sich in der dortigen Univerzitätsbibliothek Beweismaterial für seine Anschauung zu verschaffen, daß die Fahrt Eriks des Roren (Leif Erikssons) nach der Ostküste Labradors und sein Aufenthait im„Weinlande“ Massachnsetts keine zufällige Begebenheit ohne weitere Folgen gewesen sind, sondern ein planmäßig unternommener Versuch zur Entdeckung Amerikas, und daß ferner um die Mitte des 14. Jahrhunderts, rund 130 Jahre vor der Landung des Columbus, Normannen in Riverdalen (Minnesota) ansässig gewesen sein müssen. Schon vor Jahren kam Holand auf seiner Suche nach Spuren normannischer Einwanderung in Amerika nach der in Minnesota gelegenen Stadt Kensington und erfuhr dort, es sei bei Ausschachtungsarbeiten ein verwitterter Stein gesunden worden, dessen Inschrift niemand entziffern konnte. Holand ging hin und trotzte dem alten Runenstein sein Geheimnis ab. Die Inschrift lautete:„Wir, 8 Goten und 22 Normannen, sind auf Entdeckerfahrt von Weinland(Vinland) aus gen Westen. Wir schlugen unser Lager eine Tagereise nördlich von diesem Stein auf und begaben uns einen Tag auf Fischfang. Als wir ins Lager zurückkehrten, fanden wir dort 10 von unseren Leuten tot in ihrem Blute liegen. Ave Maria! Bewahre uns vor diesem Schicksal! 10 Männer unserer Mannschaft befinden sich bei den Booten, 14 Tagereisen von diesem Ort entfernt. Anno 1362.“ Zeitung teilte Holand über die Echtheit des Den Türken hatte ein Gesetz des Mohammer Runensteins folgendes mit:„Es ist häufig beelden Genuß des Weines verboten. Aber diesen Das ist die Inschrift des nun so berühmt gewordenen Kensington=Steines. Von der Wissenschaft wurde verschiedentlich seine Echtheit bezweifelt. Einwendungen mannigfacher Art wurden gegen die Theorie einer normannischen Einwanderung erhoben, und so entbrannte bald um diesen Stein und seine Inschrift ein Streit, der bereits zwanzig Jahre dauert und noch immer nicht entschieden ist. Hjalmar Rued Holand ließ sich indes von seiner als richtig erkannten Meinung nicht abbringen und kämpfte in Wort und Schrift für den Beweis seiner Theorie. Er steht jetzt kurz vor der Vollendung eines groß angelegten wissenschaftlichen Werkes über den strittigen Fund. Alle gegen seine Anschauung erhobenen Einwände hofft er, gestützt auf neues, ihm in Oslo zur Verfügung gestelltes Beweismaterial, das hervorragende skandinavische Altertumsforscher anerkannt haben, endgültig entkräften zu können. Dem Berichterstatter einer nordischen hauptet worden, der Stein sei neueren Ursprungs, aber bedeutende amerikanische Geologen haben einwandfrei nachgewiesen, daß sein verwitterter Zustand auf ein ansehnliches Alter schließen läßt. Hinzu kommt noch, daß, als der Stein(von Holand) gefunden wurde, er zwischen den Wurzeln einer schweren Esche eingeklemmt lag. Die Wurzeln waren um ihn herum gewachsen und umschlossen ihn völlig. Forstsachverständige der Vereinigten Staaten erklärten übereinstimmend, daß Eschenwurzeln von diesem Umfang mindestens ein Alter von achtzig Jahren besäßen. Der Fund erfolgte im Jahre 1908. Achtzig Jahre vorher aber befand sich noch kein Weißer in der weiteren Umgebung von Kensington. Der erste Siedler kam wie feststeht, erst 1864 dorthin. Auch von sprachkundlicher Seite hat man versucht, das Alter der Inschrift anzuzweifeln; jedoch ohne Erfolg, denn schwedische und isländische Sprach forscher haben mir mehrfach bestätigt, daß die Worte und Ausdrucksweise der Inschrift dem Stande der nordischen Schrift= und Umgangssprache des 14. Jahrhunderts durchaus entsprechen. Und selbst wenn hier eine Fälschung vorliegen sollte, wer in aller Welt sollte sie denn begangen haben? In einer Gegend, die früher nur spärlich von einigen Indianern bevölkert war und in den letzten 60 Jahren von ärmlichen, geistig beschränkten Kolonisten. Nein, die Inschrift ist echt, und sie stimmt auch ausgezeichnet mit dem überein, was Professor Gustav Storm im Jahre 1890 über Paal Knutssons Westlandfahrt, die ebenfalls um die Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte, veröffentlichte. Im Jahre 1355 sandte König Magnus Eriksson Paul Knutsson mit der Weisung nach Grönland, die Bewohner dieser Insel zum Christentum zu bekehren. Inzwischen hatten die Grönländer ihre Siedlungsplätze verlassen und waren westwärts nach Amerika gezogen. Paal Knutsson folgte ihren Spuren zuerst nach „Vinland", durchstreifte die ganze Halbinsel Layravor und die Hudsor=Bucht. Zehn Mann slieben dort bei den Beoten zurück, während die 20 übrigen in s#d:ner Richtung durch das hei tige Kunnda bis nach Minnesota zogen Nach vierzehn Tagemärschen wurde dann ein Teil dieser Abteilung von Indianern überfallen und getötet, ein Gemetzel, auf das ja auch die Inschrift des Kensington=Steines hinweist.“ Berücksichtigt man endlich, daß im Verlauf der letzten fünfzig Jahre im Staate Minnesota allerlei Altertumsfunde(Streitäxte, Spangen, Broschen, Feuersteine, Schwerter) an die Oeffentlichkeit gelangt sind, deren Formen mit denen mittelalterlicher Gerätschaften der Nordländer übereinstimmen, so wächst damit die Wahrscheinlichkeit, daß es sich in der Tat bei dem Runensteinfunde Hialmar Rued Holands um ein archäologisches Forschungsergebnis von großer Tragweite handelt, das jahrzehntelang heftig umstritten, von der Wissenschaft doch eines Tages anerkannt und gewürdigt zu werden verdient. Geschichten vom Wein Von Rudolf Lindemann. Es ist sicherlich kein Zufall, daß der Wein, diese edle Gottesgabe, wie ihn seine Liebhaber nennen, in fast allen Sprachen, den alten wie den modernen, den gleichen Lautklang hat. Im Griechischen heißt er vinos, im Lateinischen vinum, im Aravischen veinon, im Französischen vin, im Englischen wine usw. Im Beginn der römischen Republik war der Genuß des Weines den Frauen streng verboten. Romulus hatte den Ehegatten die Erlaubnis gegeben, ihre Frauen zu verstoßen oder sie sogar zu töten, wenn sie sie beim Weintrinken überraschten. Valerius Maximus berichtet„von dem Römer Ignatius Metellus, daß er,## er von dieser Erlaubnis Gebrauch machend, sein Weib tötete, vom Gründer Roms freigesprochen wurde. Fabius Victor erzählt, daß die Eltern einer jungen Römerin diese einsperrten und verhungern ließen, weil sie mit Gewalt einen Kasten, der Wein enthielt, geöffnet hatte. Die Römer waren so gewissenhaft in der Befolgung dieses Gebotes, daß sie, einem Rate Catos folgend, die Frauen umarmten und küßten, wenn sie in ein Haus traten, um an ihrem Atem herauszuspüren, ob sie sich auch nicht gegen das Verbot vergangen hatten. Mit der Zeit lockerten sich diese harten Bestimmungen, bald wetteiferten die Frauen in Luxus und Ausschweifung mit den Männern und nahmen sich bei jeder Gelegenheit die gleichen Rechte. Gesetz wurde nur von dem einfachen Volke beachtet, während die großen Herren, wie das bis zum heutigen Tag geblieben ist, immer irgend einen Grund fanden, sich von unbequemen Bestimmungen freizumachen. Der erste Sultan, der sich am Wein berauschte, war Amurat IV. Man erzählt von ihm eine hübsche, kleine Geschichte. Eines Tages ging der Sultan durch die Straßen Konstantinopels und wurde von einem Trken angerempelt, der ihn wie seinesgleichen behandelte Man erklärte dem hohen Herrn, der über dieses Benehmen ungehalten war, daß der Mann betrunken sei. Weißt du, daß ich der Sultan bin?“ fragte er ihn.„Und weißt du, daß ich Bery Mustapha vin?“ fragte der Trunkene onbekümmert.„Wenn du mir Konstantinopel verkaufen willst, so sage es, ich kaufe die ganze Stadt, und dann wirst du Mustapha zein und ich der Sultan.“„Womit willst du armzeliger Wicht wohl Kenstantinopel kaufen?“ lef der Sultan ärgerlich.„Womit? Das tut nichte zur Sache! Wenn du noch lange redest, kaufe ich dich dag, denn du bist ja nichts anderes, als der Sohn einer Sklavin.“ Amurat konnte sich von seiner Verblüffung kaum erholen, er ließ den Betrunenen in seinen Palast bringen, wartete, bis er wieder bei Sinnen war, und nahm ihn dann in ein Kreuzverhör.„O Herr,“ rief Mustapha,„wenn Ihr den Zustand kenntet, in dem ich mich vor wenigen Stunden befand, Ihr würdet ihn der Herrschaft über das Weltall vorziehen.“ Amurat, der neugierig war, die Wirkung des Weins auszuprobieren, die Mustapha so überschwenglich pries, ließ sich Wein bringen und erlebte mit Vergnügen, daß Mustapha nicht zu viel gesagt hatte. Er behielt den Mann fortan bei sich, machte ihn zu seinem besten Freunde und ließ keinen Tag vorübergehen, an dem er sich nicht gemeinsam mit ihm berauschte. „Der Wein ist die Milch der Alten“, so sagen die Leute, die ihn verteidigen. Drexelius, ein deutscher Jesuitenpater, war anderer Meinung, Er sagt, daß ein starker Wein einem durch Alter oder Krankheit geschwächten Magen schädlich sei. Zwischen dem Magen und der Nahrung, die man ihm zuführt, müsse ein solches Verhältnis sein, behauptete er, daß die Hitze des einen nicht die des anderen übersteige. Ein guter Wein und ein schlechter Magen würdensich niemals miteinander vertragen. Aber dem gelehrten Pater zum Trotz glaubt alle Welt, daß ein guter, alter Wein die Tugend habe, einen verdorbenen Magen wieder in Ordnung zu bringen, und das ist eine## alte, vorzügliche und eingewurzelte Meinung, daß es tatsächlich unmöglich ist, an ihrer Stelle den Grundsatz herrschen zu lassen: Vinum potens, vinum nocens.“ * Der erste Wein, den man in Frankreich rühmte, war der Wein von Surenes. König Heinrich IV. erhielt ihn zum Geschenk und lobte ihn außerordentlich in einem Brief, der heute noch aufbewahrt wird. Allein die Einwohner von Surenes verdarben den guten Ruf ihres Weines. Um eine größere Weinmenge zu erzielen, versetzten sie nach und nach die Weinstöcke und wandten eine Kultur an, die der Pflanzung schadete, und der Erfolg war ein Krätzer, den kein Mensch trinken mochte. Dem Wein von Surenes lief der Wein von Bourgogne den Rang ab, und zwar hatte er seine Beliebtheit einer Magenverstimmung Ludwigs XIV. zu verdanken, die dessen Leibarzt Fagon mit Bourgogner Wein erfolgreich kurierte. Gegen Ende der Regierungszeit dieses Fürsten kam dann der Champagner in Mode. Er wurde durch eine Gesellschaft von Edelleuten eingeführt, die sich um den Herzog von Vendome gruppiert hatte. Einer von ihnen, mit Namen Sillerey, besaß Weinberge in der Champagne, und erwar es, der seinen Wein zum Liebling aller machte. Doch baid darauf wandte sich das Blättchen von neuem. Ein Einwohner von Vordeaux war so geschickt, die Reklametrommel für den Wein seiner Heimat zu rühren, und so kam es, daß ein guter, alter Bordeaux vielen Weinfreunden in der ganzen Welt köstlicher mundet, als der beste Champagner. * Ehemals waren auch die Weine von Nantes sehr geschätzt. Der Kaiser Julian Apoitaia rühmte sie hoch. Was sie so begehrt machte, war die Eigenschaft, daß sie niemals verdarben, mochte man sie auch in das entfernteste Land transportieren. Der Mönch Rubriquis, der von dem französischen König Ludwig dem Heiligen als Missionar zum Khan der Tao