schmere Pegeil Vlontagen. Venn auch die winch sa tzr eit von den Eingeborenen geleistet wild, so ist doch ständige Anleitung und Beaufsichtigung nötig. und die Hausfrau muß ihren Shraeiz noch hintanstellen, in Geflügelzucht, ue hauneu Richwirtschaft zu zeigen, was Doch wenn auch die Sehnsucht nach dem festgehauten Steinhaus noch zurückstehen muß, hin und wieder kommen Tage, an denen das Ziel erscheint. Zwischen die allgemeinen Arbeitstage wird, wenn es die Verhältnisse n Ziegeleitag eingeschaben, dann für das zukünftige Haus hergestellt. Die Eingeborenen mischen der Lehm und formen die Ziegel und eine Darre, die während der trockenen Zeit stöndig in Betried ist, liefert dann die fertigen Bausteine, von denen sich nach ard ein stattlicher Vorrat ansammelt. Enollt ist winn der große Tag gekommen. Das Haus nann gebaut werden. Die Möglichkeiten des Anwesens sind genügend erforscht; der praktische Farmer weiß jetzt, wo Weideplätze eingezäunt, wo die Plantagen am günstigsten angelegt werden können, und der Platz für den Mittelpunkt dieses kleinen Königreiches, für das Haus, lätzt sich bestimmen. Dann wird das Haus festgemauert in der Erden, aus harten Ziegeln aufgebaut. Was in der Vorstellung, auf dem Zeichenpapier schon fix und fertig war. jetzt wird es langsam, Stein für Stein, wirklich und wahrhaft. Jede Tür, jedes Fenster entsteht so, wie es lange vorher bedacht worden war. Auch Möbel werden gezimmert, sogar sehr kostbare; denn edle Hölzer, besonders Mahagoni, sind reichlich vorhanden. schrelleg, Verminderung Sieser Tiere führensstand mehrerer Indianerstämme niedergeschlabermei dabei auf Neu=Seeland, den, der sich allerdings nicht mit dem des Jahwo es vor fünfzig Jahren noch von Seehunden,sres 1780 an Umfang messen kann, als 80 000 Indiano- La Waz die Hantstadt des Landag. snoben und Walen wimmelte, während dort heute alle diese Tiere zu den größten Seltenheiten gehören. Um die gänzliche Vernichtung des Wals in den antarktischen Gewässern zu verhindern, wird man zu einer internationalen Vereinbarung kommen müssen. Auf der nördlichen Halbkugel ist über den Robbenfang zwischen Groß-Britannien, den Vereinigten Staaten. Rußland und Japan bereits ein ähnliches Abkommen getroffen worden, das sehr befriedigende Wirkungen gezeitigt ha —1—.— Dann endlich ist der große Festtag da. Das Haus hann eingeweiht oder„angewärmt“ werven, wie man auch so treffend sagt. Jeder Arbeiter, auch der kleinste Hausboy, strahlt vor Freude über den geschaffenen Besitz. Die gesamte europäische Nachbarschaft des Bezirkes wird zu dem frohen Ereignis eingeladen. Jubel und Heiterkeir herrscht dann in den neuen Räumen, man tanzt, man lacht und singt und denkt dann halb wehmütig zurück an die erste Lehmund Grashütte. —s2— Walsischfang in der Antarktis Neu=Seeland ist nicht mehr der Mittelpunkt für den Walfischfang in den füdlichen Teilen des Stillen Ozeans, weil die Wale infolge rücksichtsloser Verfolgung in den genannten Meeresteilen kaum noch anzutressen sind. Sie haben sich in die weiter südlich gelegenen Gewässer der Antarktis zurückgezogen, sind aber auch so starber Verfolgung ausgesetzt, daß die Neu=Seeländer Presse Warnungen verbreitet, an die gänzliche Ausrottung der so nützlichen Tiere zu erhindern. Neu=Seeland ist an dieser Frage arb interessiert, da der GeneralGouverneu: dis Dominiums zugleich Gouverneur der sogenannten„Roß=Dependency“ ist, die sich bis zum Südpol erstreckt. An Abgaben und Gebühren wurden aus diesem Gebiet im Vorjahre rund 50000 Mark eingenommen, während der gewonnene Walfischtran etwa 7 Millionen Liter ausmachte. Die englische Regierung hat bereits ein Schiff, die„Discovery", eigens zu dem Zwecke ausgesandt, die Zustände auf dem Gebiete des Walfischfanges zu untersuchen, insbesondere in den Breiten südlich von Süd=Georgia und bei den Falklandsinseln, wo dem Walfisch ebenfalls völlige Vernichtung droht.— Die britische Regierung erteilte vor fünf Jahren einer norwegischen Gesellschaft das ausschließliche Recht zum Walfischfang in der Roß=See. Die Norweger rüsteten nun im vergangenen Jahre eine Expedition aus, bestehend aus zehn schnellen Motorbooten, welche die Wale jagen und erlegen sollten, sowie zwei größeren Dampfern, die die Beute vorläufig bearbeiten, den Tran gewinnen und aufspelchern sollten. Von diesen Dampfern kehrte vor einigen Monaten der eine mit 22734 Faß Tran zurück, zu deren Gewinnung 254 Walfische ihr Leben lassen mußten. Der von einem einzigen Tiere— allerdings einem Riesen von lehr als 40 Meter Länge— gewonnene Tran mehr als 40 Metex, Läne wurde auf über 20000 Mark bewertet. Die Mühen und Entbehrungen einer derartigen Fangreise machen sich also gut bezahlt. Der zweite Dampfer hatte bei Abfahrt des ersten bereits rund 40000 Faß Tran an Bord. Beide Schiffe haben mindestens 500 bis 600 Walfische zur Strecke gebracht. Angesichts dieser Zahlen kann man annehmen, daß in den Gewässern von Süd=Beorgia jährlich 2000 bis 3000 Walfische und in der Roß=See weitere 700 bis Ticherheitsdienst in der Tierwelt Geht man in dieser Jahreszeit durch den Wald, dessen Bäume im bunten herbstlichen Blätterschmuck stehen, und in dem eine feierliche Stille herrscht, nachdem der Gesang der Vögel verstummt ist, so schlägt manchmal der eigenartige Schrei des Hähers an unser Ohr. Er insbesondere gilt als Polizeibeamter unter den Tieren des Waldes, der für ihre Sicherheit sorgt. Jeder Jäger weiß, daß der Ansitz auf einen Rehbock vergeblich ist, wenn in seine Nähe ein Holzhäher verschlagen wird. In der Tat scheint der Schrei des Hähers ein Warnungszeichen zu sein, das von der ganzen Tierwelt verstanden wird. Es mag übertrieben klingen, wenn man von einer Sprache der Tiere spricht. Es läßt sich aber kaum bestreiten, daß Tiere dergreichen Gattung eine Anzahl von Lauten haben, durch die sie sich untereinander verständigen. Die Mitglieder eines versprengten Rebhuhnvolkes lassen sich durch das kräftige„Tschirrwitt" des alten Hahnes zusammenlocken. Der Rehbock folgt blindlings dem sehnsüchtigen Fieflaut der Ricke, und die Jäger machen sich diese Tatsache zunutze, indem sie auf Instrumenten den Lockruf mancher Tiere nachahmen. Besonders die Vögel, nicht nur die Singvögel, verfügen über eine ziemlich große Zahl von Lauten und Ausdrücken Der wichtigste Laut, über den fast alle Tiere verfügen, ist der Warnungsruf. Dabei ist bemerkenswert, daß jeder Warnungsruf von jedem anderen Tiere verstanden und befolgt wird. Wenn die Drossel, die im Wipfel eines Baumes sitzt, einen durch das Dickicht schleichenden Fuchs erblickt, erhebt sie sofort ihre warnende Stimme, obwohl ihr doch von dem rotröckigen Räuber keine Gefahr droht. Der Rehbock, der unweit davon auf einer Wiese äst, trollt sofort dem Dickicht zu. Den Fuchs würde er nicht zu fürchten haben; es könnte aber auch ein Jäger sein, der sich vorsichtig anpirscht. Jeder Jäger weiß davon ein Lied zu singen, wie oft ein kleiner Vogel das Wild, das er zu beschleichen gedachte, gewarnt und zu schleuniger Flucht veranlaßt hat. Abgesehen von solcher gelegentlichen Warnung durch wachsame kleine Vögel, die, wie namentlich der Häher, alles beschreien, was ihnen auffällt, sind die einzelnen Tiere zur Vermeidung von Gefahren auf die Feinheit hrer Sinne angewiesen. Sie sind bei den verschiedenen Arten verschieden stark ausgebildet. Die eine erkennt die drohende Gefahr durch das Auge, die andere durch das Ohr; ein sehr feiner Geruchssinn ist fast allen Tieren zu eigen. Der Hase z. B. flieht bei dem leifesten Geräusch, das seinen langen Löffeln verdächtig erscheint. Wenn es bei Regenwetters von den Bäumen tropft oder wenn bei Tauwetter Schnee= und Eisstücke von den Zweigen fallen, irrt er ruhelos im Walde hin und her, wenn er es nicht vorzieht, aufs Feld zu rücken, um Ruhe vor dem ihn ängstigenden Geräusch zu finden. So richten je nach ihrer eigenen Sicherheit die Tiere ihr Benehmen ein. (2.— Inbichher Tu Paz, die Hauptstabl des Landes, belagerten und sich deren Einwohner mit Ratten ernähren mußten, um nicht vor Hunger zu sterben. Immerhin nahm auch diese Erhebung zeitweilig recht bedenkliche Formen an. 40 000 bis 60000 Rothäute hatten das Kriegsbeil ausgegraben, und das will allerlei besagen, da gerade die bolivianischen als sehr phlegmatisch und arbeitswillig im allgemeinen gelten. Im Distrikt Chavanta flackerte der Aufruhr zuerst auf und griff rasch bis nach Potosi über. Die Regierung entsandte eine Division der Nationalarmee ins Kampfgebiet. Ein grotesker Kampf entstand: Artillerie und Maschinengewehre gegen primitiv bewaffnete Indianerstämme. Es war kein Kunststück, hier zu siegen. Die Erhebung ist jedenfalls als ein: Reaktion der Rothäute auf die unwürdige Behandlung zu bezeichnen, die ihnen von ihre weißen Herren zuteil wird. Zwar ist in Bolivien die Sklaverei offiziell längst abgeschafft, doch werden dort die Indianer dennoch wie rechtlose Sklaven behandelt. In England ereignete Lahren, daß zwei schnelle Jag Hasen auf sumpfigem Gelände Tiefe Wassergräben zogen sich hindurch, daneben lagerten die ausgehobenen Erdwälle. Als Meister Lampe zu eimatten begann, griff er zur List. Er lief an einem Erdwall hinauf und bog dann rechtwinklig ab. Der ungestüm nachhetzende Hund aber verlor das Gleichgewicht und plumpste in das eiskalte Wasser. Dann übersprang der Hase zwei breite Gräben und ließ sich auf einer kleinen Brücke hinter einer Böschung nieder. Die Hunde hatten ihn nun aus den Augen verloren und die Lust am Ueberspringen der Gräben war ihnen vergangen. Sie gaben die Verfolgung auf.— Einen köstlichen Streich spielte Lampe einst einem Entenjäger in Südfrankreich. Der Mann fuhr in einem winzigen Boot über das Wasser eines Flusses, der weithin über seine Ufer getreten war. Als sich der Jäger einem Weidenbaum näherte, der mit der Krone gerode noch aus dem Wasser ragte, erblickte er darin ganz oben ein Häslein, das sich vor der Ueberschwemmung dorthin geflüchtet hatte. Dem Manne kam der Gedanke, das Tier leoendig zu fangen, und er schwang sich in die Krone des Baumes. Aber was er am wenigsten erwartet hatte, geschah: Meister Lampe sprang mit einem entschlossenen Satz in das kleine Fayrzeug. Die Erschütterung genügte, um das Boot von dem Baumstamm abzustoßen, und die, menn auch nur geringe Strömung tat ein übriges, so daß, als der Jäger sich verdutzt nach dem entsprungenen Häslein umdrehte, dies in dem Kahne wohlgemut daronfuhr. Der Aermste aber konnte nicht vom Baum herunter und mußte mehrere Stunden auf seinem kühlen Sitze ausharren, bis man ihm zu Hilfe kam. Das Boot wurde andern Tags am Rande der überschwemmten Wiese gefunden; Meister Lampe war natürlich nicht mehr darin. Hasenschlauheit. sich es vor einigen hunse einen verfolgten Ausguck Besatzungsfreude... Als in dem Freiheitskampfe der Griechen die Türken siegreich vordrangen und türkische Paschas das eroberte Land bereisten mußte ihnen und ihrem Gefolge nicht nur alles geliefert werden, was sie zum Leben brauchten, sondern sie erhielten außerdem eine beträchtliche Summe Geldes, die, wie ein zeitgenössischer Schriftsteller berichtete,„Entschädigung für die Zähne“ genannt wurde, weil„ihre edlen Zähne sich angestrengt hatten, die Produkte der Provinz zu zermalmen". Verkappte Sklaverei. Die bolivianische Regierung hat bekanntlich Filmzensur in Afrika. Aus Mombasa(Britisch Ostafrika) kommt die Nachricht, daß die dortige Regierung es für nötig erachtet hat, für die Eingeborenen besondere Kinos einzurichten, damit diese nicht mehr auf die Lichtspielhäuser angewiesen sind, in denen die Weißen verkehren. Der Grund für diese Maßnahme ist darin zu suchen, daß die Regierung ihre schwarzen Untertanen vor dem verderblichen Einfluß des Films bewahren will. Zunächst ist diese Einrichtung nur zum Schutze der Afrikaner bestimmt, doch ist damit zu rechnen, daß nach und nach auch die anderen Nichteuropäer diese einwandfreien Kinos besuchen sollen, während man es den Weißen weiterhin freistellt, ihre eigenen Filme zu sehen. Die Regierung hat eine Filmprüfstelle eingerichtet, die vorerst nur belehrende und humoristische Bilder zuläßt. Wie das Wetter„gemacht“ wurde. Schon Friedrich der Große war unzufrieden damit, daß die Wettervoraussagen im Kalender gar nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmten. Er stellte deshalb den verantwortlichen Akademiker Bode zur Rede.„Daran bin ich schuldlos,“ erwiderte Bode,„die leere Spalte der Planetenkonstellation im Kalender füllt meine achtjährige Tochter aus, und sie ist nur angewiesen, in den Hundstagen nicht strengen Frost und im Januar nicht große Hitze einzutragen.“ Lalfische Koß=See weitere 70.—.—., Die bolivianische Regierung hat bekanntlich Lnw getoter werden, was naturlich zu einer kürzlich bis auf weiteres einen heftigen aufVerantwortlich: H. Semmelmann. Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. 2 ** 2 0 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 40 Mittwoch, 5. Oktober 1927 Von der Weltreise unserer „SSuiden““ Von einem Rahmeder Leser unseres Blattes wird uns folgender Gruß an die Helmat zum Abdruck zur Verfügung gestellt: ... Habe mich sehr über die„Kölnische Illustrierte“ gefreut, und war sehr überrascht, ein Bild von Juneau darin zu erblicken. Es ist wundervoll, wenn ich daran denke, daß es auch Menschen gibt, die etwas von Alaska wissen. Auch das andere Bild, wo der Dampfer„Queen" zu sehen ist, ist tatsächlich wahr und war das Schiff erst gestern hier.“ Allerdings der Artikel über Alaska ist weit entfernt von dem, was Alaska ist, und wie die Menschen hier leben. Das war einmal 30 Jahre zurück. Das Leben hier oben ist genau wie in Seattle, natürlich um so viel kleiner. Sonst lebt es sich hier sehr angenehm. Es wird dieses Jahr viel gebaut und ist Juneau so zu sader Höhe. Doch genug von Juneau und Alaska. Vor kurzem war der deutsche Kreuzer„Emden" hier. Er blieb 11 Tage in Juneau. Das war eine köstliche Zeit. Ganz Juneau war so entzückt von dem Benehmen der Matrosen. Jeder, ob deutsch oder irgend einer anderen Nation angehörend, hatte das Haus voll Matrosen. Jeder hat sein bestes getan, es ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Wir waren stolz darauf, daß sie uns besuchten; wir haben uns die deutsche Marine ganz anders vorgestellt; es ist kaum möglich, daß es so etwas korrektes in der Marine gibt. Da war auch nicht einer darunter, der sich nicht 1a benommen hätte. Die Militärkapelle hat jeden Tag zum Tanz gespielt. Am 4. Juli haben sie auch gespielt und ein Sportfest veranstaltet. Am letzten Tag hatte die ganze Mannschaft und Offiziere Bordfest. Es war herrlich, der schönste Sonnenschein, tiefblaues Wasser. Es war zu schön, um wahr zu sein. Dafür war am nächsten Morgen der Platz auf dem Wasser leer.— Es war nur wie ein Traum gewesen, wenn man erwacht— ist nichts da.— Es war auch den Matrosen sehr schwer gefallen, von Juneau fortzugehen. Jeder hat sie mit Geschenken überhäuft. Außerdem war das Klima wie zu Haus, auch die Menschen. Sie sind schon seit November von Deutschland fort, aber immer durch die Tropen, und viele können die Hitze nicht vertragen. Ehe sie hier her kamen, kamen sie von Japan. Jetzt gehen sie nach Seattle und bleiben dort 15 Tage. Dort wird das Schiff wieder in Ordnung gebracht. Mitte März sind sie wieder in Deutschland. Der nächste Hafen ist San Diego. Ich denke, ich habe Ihnen nun genug von der „Emden“ erzählt, es interessiert Sie vielleicht garnicht. Ich lege ein paar Bilder mit bei, die wir auf der„Emden“ genommen haben. Wir hatten einen schlechten Sommer, immer Regen und kalt. Im nächsten Frühjahr(März) lassen wir meine Mutter herüber kommen. Sie freut sich schon so riesig darauf und kann garnicht warten, bis sie abfahren kann. Sie wird 6 Monate hier bleiben. Dann fährt sie wieder zurück nach Berlin. Wir freuen uns auch schon so sehr darauf. Man ist von jedem so weit entfernt, daß man sich wohl kaum noch einmal wiedersieht. Manchmal kann ich den Gedanken gar nicht ertragen. Nicht nur von Deutschland, auch hier in Amerika. Aber es hilft ja nichts, man muß sich abfinden. Wie geht es Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin? Würde mich sehr freuen, wieder einmal ein Lebenszeichen von Ihnen zu hören. Das ist die einzige Abwechslung hier— ein Brief.— Heute abend haben wir unseren Kartenabend(Pinockle). Dann wird bis 2 Uhr morgens Karten gespielt. Einen Spaß muß man doch haben, nicht wahr? Doch nun genug. Viele herzliche Grüße......“ An der Wupper Von Curt Hotzel. Wenn ich früher vom Wuppertal reden hörte, so dachte ich an Messerklingen und Pietismus. Das ist aber eine einseitige Doppelvorstellung vom bergischen Land. Letzthin bin ich nun an einem schönen Frühherbsttage mit einem sehr hurtigen Automobil diese Wupper entlang gefahren von Elberfeld aus— wo sie unter der Schwebebahn so graugrün und unscheinbar dahinfließt. Da draußen aber. im grünen bergischen Lande habe ich festgestellt daß es mit Messerklingen und Pietismus nicht getan ist, wenn man eine wahrhafte Vorstellung vom Wuppertal haben will. Freilich machen die Leute dort viele nützliche Sachen aus dem guten, dauerhaften Eisen. Seit dreihundert Jahren, sagte mir so ein Feilenschmied im Eschbachtale unterhalb Remscheid, steht sein:„Hammer“ nun dort: ein schwärzliches Holzgiebelhaus mit einem verräucherten Kamin darin und einem„Schwanzhammer", der von den Zapfen einer meterdicken Eichenwelle gehoben wird, deren Schaufelrad wieder von dem Abfluß eines kleinen Stauteiches getrieben wird. In den großen Fabriken, die sich im Lause der Jahrhunderte aus diesen Eisenhämmern entwickelt haben, gießt man heute das Eisen wie heiße Milch aus Bessemerbirnen in Kessel. und von da in Sandformen, so etwa vierhundert Grad heiß, und es werden schließlich Pullmannwagen und Automobile daraus. Man kann dann— probeweise— mit dem Dampfhammer auf solch eine Elberfelder Achsbüchse schlagen, und sie verbiegt sich lediglich ein bischen.(Zur Not bricht eben Eisen auch nicht.) Ob der Bienenfleiß der Elberfelder Gummibandweber andererseits vom Pietismus der Vorfahren herrührt, weiß ich nicht. Er erbt sich allerdings fort: Söhne, Enkel, Urenkel, lassen es sich nicht nehmen, schöne bunte Bänder an diesen schnurrigen Stühlen zu weben, wo tausend Fäden fließen, daß es einem ganz wirbelig wird, wenn man nicht selber Wuppertaler Bandweber ist. Diese geschmackvoll gewebten Hosenträger gehen dann in die weite Welt hinaus und die Leute in Austvalien und Peking tragen das Zeugnis Wuppertaler Fleißes auf ihren breiten Schultern— heimlich zum höheren Ruhme des deutschen Gedankens in der Welt. Aber damit ist es eben nicht getan. Sondern dort gibt es hinter der Kette von Städten eine höchst verschlungene Kette von Tälern und Höhen. Man muß auf diesen Höhen so hinrollen, wie ich es einen Tag lang getan habe, um immer wieder diese phantastischen Fernblicke zu genießen, die gerade jetzt im Frühherbst wie die Hintergründe altmeisterlicher Bilder anmuten: blaugrüne Wellen mit vielen Städtchen und Dörfern besetzt, mit dem blitzenden Geschmeide unzähliger Wasserläufe und Teiche und dem ersten Goldhauch des Herbstes darüber hin. Inmitten der Herrlichkeit aber auf einem Bergkegel Schloß Burg, die alte Burg der bergischen Grafen— neuausgebaut und voller Romantik. Auch von der Nähe betrachtet nehmen sich die bergischen Häuser recht gut aus: zwischen schwarzem Fachwerk schneeweiß getünchte Wände und an den weißen Fensterrahmen grüne Schlagläden— man merkt, daß dahinter eine alte ländliche Kultur wohnt. Auf den Höhen um den stillen See der NeyeTalsperre herum wohnen übrigens noch reine Kelten, Stämmlinge aus grauer Vorzeit. Sie sind schwarzhaarig und ziemlich dickköpfig, Sie tun das, was uns Deutschen heut: so schwer fällt: sie behaupten hart und zäh ihe Recht auf ihre Scholle. Sie weichen auch mit ihren Rinderherden nicht gern vom Wege aus, wenn so ein landfremdes Gefährt daherkommt. Aber in den ländlichen Wirtschaften bekommt man dann am Nachmittag einen ocht bergischen Kaffee vorgesetzt. Das heißt: Kaffee mit je zwei Scheiben Rosinenkuchen, Schwarz= brot, Teißbrot und zwei Brötchen pro Person Dazu ein Stück Butter und eine Portion„Klatschkäse". Man ißt das alles übereinandergelegt, möglichst gleichzeitig.. Einen guten Appetit müssen die Wuppertaler haben. Und ein gesegnetes Land bewohnen sie, da sie ihn so reichlich und sinnvoll befriedigen können. Roemryke Berge riefen ihre Vorfahren im Kampfe um ihre Freiheit: ruhmreiche Berge dürfen sie sich auch heute noch nennen. —1—.— Vom Reisen im Orient und Griechenland Von Dr. Julius Rud. Kaim=Athen. Im Frühjahr wie im Herbst findet die Sehnsucht, den Süden aufzusuchen, lebhafte Unterstützung durch Ankündigungen in Zeitungen und Zeitschriften. Gesellschaftsreiten sind Geschmackssache. Man mag wohl allerhand sehen, venn man mit gebührender Begeisterung durch Kirchen und Moscheen, Schlösser und Ruinen geführt wird und an passender Stelle voin Führer eine abgehetzte Anekdote aufgetischt bekommt. Aber jedermanns Sache sind derartige Wallfahrten gewiß nicht. Wer in kleinen Grupden oder allein reist, wird, besonders im Orient mehr erfassen und in sich aufnehmen können. Jetzt, da das Reisen im faschistischen Italien nicht gerade zu den Annehmlichkeiten, eher zu den Gefahren gehört, wird jeder, der sich nicht allen erdenklichen Peinlichkeiten aussetzen will, gut tun, seine Südlandssehnsucht außerhalb des Bereichs eifriger Karabinieri zu stillen. Genügend klassische Eindrücke und südliche Naturschönheiten bieten auch Dalmatien, Griechenland und der nahe Orient. Wer in der Adria an der schönen dalmatinischen Küste entlang gefahren ist, Spalato, Ragusa und Cotor gesehen hat und sich nun nach Griechenland wendet, kann sich sogar noch das Vergnügen erlauben, das vielumstrittene Albanien auf einige Stunden zu besuchen und sich selbst einen Eindruck der ans Unglaubliche grenzenden Rückständigkeit dieses Zankapfels verschaffen. Dann aber trägt das Schiff den Besucher nach Korfu und an das griechische Festland. Jede Medaille hat ihre Kehrseite: Bitte vergessen Sie das Insektenpulver nicht! Es hilft zwar selten, beruhigt aber die Nerven. Tatsächlich verletzt hier niemand den guten Ton, wenn er den Mitreisenden fragt, ob es viele oder wenig Wanzen in diesem oder jenem Hotel gebe, obs es reinlich sei oder nicht. Derartige Erkundigungen sind die Voraussetzung einer erquicklichen Erholung. Das braune Getier ist tatsächlich der Fluch dieses herrlichen Landes, und die Fülle der verschiedenen Mittel und Mittelchen in flüssiger oder pulverisierter Form, die jedes dritte Schaufenster schmückt, winkt dem geplagten Reisenden wie Rettungsanker.„Lieber zahle ich etwas mehr, bin aber wanzensicher", sagt so mancher Hotelsuchende. Aber er irrt: der Preis ist kein Merkmal; man muß die Oasen kennen, muß rechtzeitig Erkundigungen über * * den Standort des Zeindes einziehen, um sicher zu gehen. Die .##e Hotels mit wohlklingenden Namen sind in Griechenland oft unverschämt teuer. Aber überall findet man kleinere, nette, saubere Gasthäuser, die zu durchaus gesunden Preisen, oft sogar bedeutend billiger als in Deutschland gute Aufnahme bieten. Auch hierbei hilft kein noch so schöner Reiseführer, sondern nur die Erkunoigung an Ort und Stelle. Was hört man nicht alles von Reisenden, die sabstoßenden Flotille. Wir atmen nie oder doch gang bis 6 Uhr 45 Min. und verfrüht sich der ganz jeltenen Fällen den herben und Untergang bis 16 Uhr 40 Min. Die Dauer der frischer Dun dieses Meeres ein, wie er an die= bürgerlichen Dämmerung verkürzt sich von 43 sen„Bewohnern der Tiese unbeschreiblich auf 41 Min., die der astronomischen von 1 Stunde 55 Min. auf 1 Stunde 40 Win Der Lemn die dare. Sunster: u. u— aund—. sSchnde 55 Mil aulf 1. Stande 10 Nin. Der Augicht Taukenden Bap uu u frühe Eintritt der abendlichen Dunkelheit bee„#ahrung und Verdienstlgünstigt sehr die Himmelsbeobachtung, die schon gur vergänglich Ding. In der l eine gute Stunde nach Sonnenuntergang beersten Stunde nach ihrem Tode will sie gegessen gonnen und auch am Morgen bis in verhältnisoder mariniert sein, weil der Silberglanz ihres mäßig bequeme Stunden ausgedehnt werden ihre Kenntnille duu Kalles von Reisenden, die Kleides und der seine Duft, ihres Fleisches mit skann. gessenen Gestr verichten von längst ver= dementflohenen Leben erlöschen. Darum bringt] G### Fast,#####reisenden verdanken. Kaumlder kleine Fischer, der dem Massenbetrieh] Sehen wir uns zunächst nach den großen Pla#.# Sizr, Athen verlassen, so beginne eine nicht angegliedert ist, seinen nur 10 bis 20fneten um, so sagt uns die astronomische Berech# tonis, in per man gut täte, sich vorzu=Kilo betragenden. Fang noch lebend auf densnung, daß der sonnennahe Merkur im Berichtszen; es gäbe kein anständiges Gasthaus,]Markt. Man fordert und bietet, handelt unosmonat am Abendhimmel steht, denn er geht am Kommoditäten“ und dergleichen. Allessseilscht, reißt sich um die Ware, im Handum=I8. Tklober durch seine größte östiche Auswei. Lis ist scsrig, r##ch wie lächerlich. Die grie=sdrehen sind die hochgefüllten Körbe ler. Dasschung von der Sonne. Leider steht er aber so Iehr gut, dabei billigerVolk in der Provence, in den Seealpen, imstief im Süden, daß er schon mit Dämmerungshäuser; aft sind ua wegga“ gibt es gute Gast=[Var, in Ligurien schwärmt für diesen Fisch. Essende im Südwesten untergeht, bevor er sich für risa eir Ligwaice Gegenteil viel zu luxu=versügt über 100 Rezepte, die Sardinen zu ve- das freie Auge genügend vom dunkelnden Himwit Lr S##, welche„das Land der Griechen reiten, und was am Tage des Erwerbs nicht be=melshintergrunde abhebt. Er ist also ohne AnFerie süchen.“ Ueberall wird man wältigt werden kann, das legt es für den wendung besonderer optischer Hilfsmittel und treundlich empfangen, und es gibt hier so we=Winter, wenn die Sardinen nicht mehr kom=lohne eine genaue Kenntnis seines Ortes leider wie in Deutschland. men, in einer Salzlake ein. nicht aufzufinden, und für die Allgemeinheit Lamdschaft arienstafichoeg Hesen. Aber in Hechsommer kommen sie aus densdaher ohne Interesse. Venus, der schöne Plauhleren Fluter, des Schwarzen Meeres undlnet der Liebesgöttin, ist am 10. September Sonnenkonjunktion gegandaher im Berichtsmonat nen will, der muß mindestens nach Konstantiwopel sohren, in die Wrschen9. zurgenn mnu mynstanti=. Der Fischer an der Küste verfügt über eine morgens über Osten zu erkennen. Ihr Aufben, im grof. Stamvuts ge= besondere ausdrucksweise. Er nennt das Mekrsgang erfolgt ansangs um 4 Uhr ..„ im gloßen, von modernstem Unrat ange„bonasse, wenn der Sardine Lage, geks#mensende schon ½3 Uhr, ruulten Basar die wenigen wirklich orientali=ssind. Dann ruht die weite, tiefblaue F.a9)eNacht. Der rötliche schen Herrlichkeiten heraussuchen und in der unbewegt sei Tag und Nacht, als ob der Him=Mars geht am Abenddämmerung im flachen Boot sich auf das niel selber eine Schale glättenden Oels übershe Boldene Horn hinausrudern lassen. die Fluten gegossen hätte. Die Stunde vonsitichen deibt deswegen in ihren StrahlenSo billig wie in Griechenland lebt es sich Songenaufgang, die für den Sardinensang die Gegenstüg: Fer Konfunktign ist das nun allerdings in Konstantinopel nicht; selbst fruchtbarste zu sein pflegt, atmet jetzt einte und Annäherur wenn man nicht in das teuerste Hotel, den be= sütze und doch frische Milde, wie sie das Mittel=sher 1926. Nach dem 21. 1927 tritt rühmten Pera=Palace, geht, wo man neben meer in den übrigen Monaten des Jahres]Mar, daun zTmäßlich auf de W. bir schlechter Bedienung auch sonst nicht viel An=[nicht lennt., sueuts dann allmahlag, auf den Morgenhimmel nehmlichkeiten finden wird; man braucht nicht Schon am Abend, wenn leiser Wind den über und nähert sich wieder mehr und mehr der einmal in das ausgezeichnete„Tokatlian“ zu Kamm der Wellen kräuselt, hat die Flotille Erde bis zur nächsten Opposition, die Ende 1928 gehen, um zu spüren, daß alles teurer ist als in der Sardinenfischer den Hafen verlassen; sie feintreten wird. Der unumstrittene Beherrscher Athen oder Patras. Aber man wird den klei= bringt die ganze Nacht draußen auf dem des Nachthimmels ist aber der Riesenplanet nen Teuerungsaufschlag gern in Kauf nehmen, Meere zu..[Jupiter. Schon bei Sonnenuntergang steigt er wenn man die Wunder dieser alten Stadt sieht.] Das Netz, in dem man das Fischlein zusam Osthimmel empor und erscheint dort als wenn man den Bosporus, die Prinzeninsela Tausenden fängt, heißt„Sardinal“. Es wird der erste Stern, der aus dem Himmelsgrunde und allt anderen Geschenke einer verschwende= ausgeworfen, sobald das Schiff den Pilgerzugshervortaucht. Er bleibt die ganze Nacht sichtrischen Natur erblickt.. der Fische erreicht hat, der unaufhaltsam von bar und zeigt sich im Fernrohr in der denkbar In letzter Zeit hat sich auch die Behandlung den Nachfolgenden gedrängt die Küsten der günstigsten Weise. Seine Beobachtung ist dades Fremden durch Polizei und Zollbeamte ge=Insel sucht. Der Fisch ist auf seiner großensher im ganzen Oktober besonders lohnend. bessert, so daß man nicht mehr so vielen Schi= Wanderung begriffen, die Zeit der Sardinen=[Schon bei nur 8 mal vergrößerndem Feldstecher kanen ausgesetzt ist wie noch vor einem Jahre.sernte ist da lkann man die Scheibengestalt dieses HimmelsSo höflich und entgegenkommend wie in Grie= Von der Sonne gebräunte, gewandte undriesen erkennen, eine dreißigfache Vergrößechenland wird man im allgemeinen in der Tür= kühne Burschen sind diese jugendlichen Sar= rung zeigt die beiden Hauptstreifen, welche kei allerdings nicht behandelt. dinersischer der Küste, die den Schwarm dersseinem Aegagtoz,. Hiezichzlausenz üiher die Scheibe Zwischen dem Piräus und Konstantinopel, wandernden Fische aus dem Hinterhalt bevon Athen zum Goldenen Horn fahren jeden lauern und das Netz unter dem Meeresspiegel wärts können schon viele Feinheiten in diesen Tag Dampfer aller Flaggen: Italienische so zu stellen wissen, daß die große Menge insinteressanten, rostbraunen Streifungen wahrDampfer des„Triester Lloyd“— von Nörglern seine Maschen geht. Ueber 100 Meter Länge als„Apotheken“ verschrien—, griechische, rus= und 20 bis 25 Meter Breite mißt dies Fangsische, französische, rumänische. Wer danach instrument. Sein unteres Ende wird durch sucht, wird auf allen diesen Schiffen etwas eine Umfassung mit Bleigewichten in die Tiefe auszusetzen haben, der eine den teuren Preis, gezogen, der obere Teil durch Korkscheiben in der andere die verschiedenen Insekten, der Augensicht gehalten. zird das Essen: si der 2ia zu.! Gemeinhin bringt eine Sommernacht zwei zu dritte wird var Ersen zu vieg, der vierte zu Gemeinhin bringt trocken finden. Für wen ab.r soll der unglück=[Fänge, den ersten kurz nach Einbruch der selige Schiffskoch seine Speisen einrichten? Dunkelheit, den zweiten vor Sonnenaufgang. Für die ölhungrigen Griechen und Italiener, Drei oder vier Männer befinden sich in jedem für den das Beefsteak liebenden Amerikaner Boote. Es ist ein hartes Stück Arbeit, diese oder für den seekranken Nörgler? mit Fischen angefüllten Netze zu heben. Allein Die Reisen in Griechenland und im Orient der Anblick ist märchenhaft, die Masse der Geverlangen einige kleine Opfer von dem, der fangenen unbegreiflich, gleich Pfeilen aus Silmehr sehen und erleben will, als der schwatzen=ber schießen die schlanken und blinkenden de Führer ihm zeigen kann. Aller Aerger aber Leiber aus den Maschen in das Schiff. Als Sardinen Von Dr. Edward Brandt. wird aufgewogen durch die Fülle des Schönen, sei des Meeres rätselvoller Glanz seiver mit me! durch das täglich wechselnde Bild, das die man= in das Netz gegangen. nigfachen Geschicke dieser Länder widerspiegelt.! Die Sonne steigt aus dem Meere. Langsam, bis zum Rande mit dem Segen der Tiefe gefüllt, erreichen die Barken den Hafen. Täglich in diesen Wochen der Wanderung der Sardine erneuert sich solch Schauspiel. Fünf, sechs Sardinenschiffe erreichen in ein Lieher S sund derselben Minute den Kai, wo die silberBei Nennung dieses Namens denken wir glänzende Beute ausgeladen und in die Körve im Norden an verlötete Blechschachteln, darin gepackt wird. die Silberfischlein in goldfarbenem Provenceö! schwimmen. Denn so bringen sie Frank reich, Italien und Portugal, auch Skandinavien bei uns aus den Markt. Wir reden mit Kennermiene von„Amieux Freres" und anderen bekannten Marken und glauben dem Grundsatz des berühmten Nanteser Fabrikanten: Immer aufs beste! Aber wir wissen gemeinhin nichts von der Sonne mor zens um 6 Uhr 00 Min. und senkt beharrlichen, die warme Sommernacht aus= sich um 17 Uhr 45 Min. unter den Horizont. Gillenden Arbeit der von der„Blauen Küste“ Bis zum Monatsende verspätet sich der AufDer Sternenhimmel im Oktober 1927 Von Max Valier. Zu Beginn des Berichtsmonats erhebt sich die genommen werden. Auch der berühmte rote Fleck in der Südhalbkugel Jupiters, der seit 1879 das größte Rätsel dieses Planeten vorstellt, ist noch immer zu erkennen, wenn auch sonst gewaltige Veränderungen das Aussehen der Jupiteroberfläche seit der letzten Annäherung an die Erde verwandelt haben. Das reizvolle Spiel der vier großen Jupitermonde, die schon jedes kleine Fernglas zeigt, belebt das Bels ungemein und fesselt immer aufs neue. Nur kurze Zeit abends ist endlich noch der Planet Saturn zu sehen, dessen Standort im Sternbilde des Skorpions vom Sommer her in beiter Erinnerung ist. Seine Sichtbarkeit nähert sich ihrem Ende, denn schon früher versinkt das genannte Bild tief am südwestlichen HimAuch die beiden sonnenfernsten Planeten, liranus und Neptun, sind in einigermaßen günstigen Beobachtungsverhältnissen. Uranus steht etwa 5 Vollmondsdurchmesser schräg links oberhalb Jupiters im Bilde der Fische, nicht weit von dem berühmten Frühlingspunkt entsernt, in dem die Sonnenbahn aufsteigend den Himmelsäquator schneidet. Uranus ist infolgedessen wie Jupiter die ganze Nacht zu sehen. Neptun dagegen geht zu Monatsanfang erst um ½3, gegen Monatsende um ½1 Uhr nach Mitternacht auf. Er befindet sich dicht bei dem Fixstern Regulus im großen Löwen, an dem er um Mitternacht vom 26. zum 27. Oktober nur 1,5° oder 1/20 Vollmondsdurchmesser nördlich vorüberzieht. Es ist dies eine hervorragend günstige Gelegenheit, um den sonnenfeinsten Planeten schon mit Hilfe eines kleinen Fernrohrs ohne besondere Sternkarten ausfindig zu machen, denn für gewöhnlich versteckt er sich so unter den zahllosen Fixsternen seiner schwachen Lichtklasse, daß er ohne Spezialsternkarten nicht unter ihnen erkannt werden kann. So sind denn, mit Ausnahme des Mars, im Berichtsmonat sämtliche großen Planeten verhältnismäßig günstig zu beobachten. Dafür bietet der Fixsternhimmel wenig Neues. Da die Nacht fast in dem Maße früher hereinbricht, als der Sternhimmel sich weitergedreht hat, so haben wir zur Oktobermitte um 21 Uhr die Fixsterne fast in derselben Stellung, wie wir sie zur Septembermitte um 22 Uhr hatten. Nur sind über Ost einige Figuren besser heraufgekommen. So finden wir in der genannten Himmelsrichtung die Plejaden schon hoch und Aldebaran, den Hauptstern des Stiers, bereits den Dünsten entrungen. Genau im Nordosten aber tauchen zwei glanzvolle Fixsterne, die Zwillinge auf. Nicht zu vergessen die funkelnde Capella, die zur genannten Stunde bereits steil über Nordost ihre blitzenden Strahlengarben herniedersendet. Die Milchstraße zieht von Ost über den Scheitelpunkt nach Westen, wie ein gigantischer Bogen, dessen genauere Betrachtung immer neue Wunder erkennen läßt. Meine Ein merkwürdiger Gesandter Von Georg Wagener. „Den tollsten Kopf, den es geben konnte“, nannte Liselotte von der Pfalz den Perser Mehemet Riza Bey, der im Jahre 1715 als Gesandter des Schahs am Hofe Ludwig 14. auftauchte. Und wenn ihn diese originelle Sittenmalerin ihres Interesses wert fand, so lohnt es sich, den merkwürdigen Mann näher kennen zu lernen. Schon die Reise Mehemets nach Frankreich war voller Gefahren und Abenteuer. Zuerst wurde er auf der Reise durch die Türkei für einen spionierenden Jesuiten gehalten und in Skutari festgesetzt, bis ihn sein Herr auslöste; dann wurde er unterwegs ausgeraubt und gepeinigt; es gelang ihm, sich zu befreien und unter der Maske des frommen Pilgers vom heiligen Grabe nach Frankreich zu kommen. Hier wurde ihm ein glänzender Empfang zuteil. In Begleitung des Marschalls von Matignon und des königlichen Gesandtenempfängers von Breteuil traf er in Paris ein; riesige Zuschauermengen erwarteten ihn; auf den Straßen waren Tribünen aufgeschlagen, deren Plätze teurer bezahlt wurden als die in der Oper; sämtliche Offiziere der Garnison waren zum Empfang befohlen. Mehemet nahm in dem für Gesandtenbesuche bestimmten Palais Wohnung. Dort hielt er glänzenden Hof, wozu ihn die vielen Geldgeschenke befähigten, die er von allen Seiten forderte und erhielt. Die Damen der Aristokratie rechneten es sich zur Ehre an, vor ihm tanzen zu dürfen, und zeigten sich vom Reiz seiner orientalischen Sitten entzückt. Daß er oft in maßlose Wut verfiel, wenn nicht alles nach seinem Wunsche ging, und seine Umgebung mit dem Säbel bedrohte, vermochte die Bewunderer nicht abzuschrecken; man schrieb es seinen exotischen Gewohnheiten zugut. Auch der greise König fühlte sich durch den Besuch geehrt und bereitete ihm im Versailler Schloß in der Galerie des Apollo einen pomphaften Empfang, wie ihn kein anderer Vertreter eines auswärtigen Monarchen gefunden hatte. So war es kein Wunder, daß Mehemet den Aufenthalt in Paris möglichst in die Länge zog um die Freuden der Weltstadt auszukosten. Fürchterliche Dinge erzählte man sich von den Orgien, die im Gesandtenpalais gefeiert wurden, und oft drangen die tierischen Schreie des von allen Kriechereien und Beweihräucherungen wahnsinnigen Orientalen auf die Straße hinaus zu emporstarrenden Menge. Sein maßloses Benehmen erregte den Unwillen der vernünftigen Pariser. Es gab viele, die an seiner Gesandteneigenschaft zu zweiseln begannen, da er sich so gar nicht als der Repräsentant eines großen Herrschers benahm. Montesquieu, der bekannte zeitgenössische Schriftsteller, verlieh diesem wachsenden Mißfallen in seinen„Persischen Briefen" Ausdruck. Die Gerüchte drangen auch zu Ludwig XIV., und dieser machte Mehemets überlangem Aufenthalt ein Ende; es wurde ein Handelsund Freundschaftsvertrag geschlossen, und dann forderte man den Perser auf, mit den Geschenken für den Schah sofort Frankreich zu verlassen. Er schiffte sich unter Polizeiaussicht in Le Havre ein: trotzdem gelang es ihm, die Marquise von Epinay, eine junge Schöne, deren Reize es ihm angetan hatten, an Bord zu schmuggeln. Er wollte nach Rußzland und von O Heimat, meine Heimat, du wunderselig Land. Das meine wehe Seele in seine Güten bannt, Da steh ich wie ein Knabe, des Glückes übervoll, Weiß nicht, was trunken das Auge fassen und halten soll. Die Dörflein und die Weiten, die Felder und die Au'n Sind wie gebreitet Spielzeug Gottes anzuschau'n. Und ist doch Leben und Brandung und ernteschwere Tat, Ist Stürmen und ist Gläuben, ist Menschen und Gottes Saat. Was du meiner Seele gegeben an Zehrung und an Zier, An Stolz und Kraft und Sehnen, vergeß ich nimmer dir; Die Augen in Himmelshöhen, die Füße auf Erdengrund, Die Tore der Seele offen und das Herz, das Herz gesund! So trag ich meine Heimat in meine andere Welt, Darin ein tätig Wirken in Gnaden mich gestellt. Und wird mir einst nach Mühen ein blum'ger Erntekranz, Es liegt von Heimatsonn auf ihm ein heimlicher Glanz. Wilhelm Lennemann. dort auf dem Landwege nach Persien zurück. Ein furchtbarer Sturm zwang ihn, die Seefahrt schon in Kopenhagen zu beenden. Dort ließ er seine Leute im Stich und ging über Hamburg und Berlin na chDanz.g, wo er der Marquise Ruhe für ihr Wochendett gönnen mußte. Durch Polen und Rußland kam er endlich nach zweijähriger Irrfahrt in seiner Heimatstadt Eriwan an. Unterwegs waren die Reisenden noch beraubt worden, obendrein hatten sie fast alle französischen Geschenke für den Schah verloren. Hier in Eriwan mußte Mehemet erfahren, daß der Ruf seines skandalösen Benehmens ihm vorausgeeilt war und den Unwillen seines Herrn hervorgerufen hatte. Das Schlimmste befürchtend, wenn er mit leeren Händen nach Teheran kommen würde, zog er den Selbstmord einem schrecklicheren Ende vor. Seine verlassene Gefährtin fand in seinem Bruder einen Beschützer, der sie an den Hof brachte. Dort übergab sie dem Schah alles, was sie an Dokumenten und Wertsachen aus der unglücklichen Gesandtschaft gerettet hatte. Sie starb in Teheran als Mohmmedanerin. —— Hege und Jagd im Oktober Von Wilhelm Hochgreve. Bunt wie der Gilbhardt oder Weinmond ist, so bunt ist seine Jagd, so bunt können auch seine Strecken sein. Im Schonzeitkalender werden der weißen Felder immer mehr, und von der Mitte des Monats an sind die meisten Wildarten zu bejagen. Darüber aber dürfen Hegemaßnahmen nicht zu kurz kommen. So müssen in Fasanenrevieren die Kornschüttungen regelmäßig besorgt werden, sonst wandert dieses nach dem Einbringen der Getreideernte auf„künstliche“ Kornfütterung angewiesene Wild ab. Die Beeren der Eberesche, eines der hervorragendsten Wildfutterbäume, werden am besten kurz vor ihrer Vollreife in Dolden gesammelt und nach Beseitigung der etwa schon angesaulten luftig aufgehängt. Auch in trocknem Sande lassen sie sich recht gut durch den Winter hindurch brauchbar erhalten. Das Einholen von Eicheln und Kastanien ist rege zu betreiben. Die Aufbewahrung an trocknen und luftigen Plätzen bei wöchentlich mehrmaligem Wenden ist unbedingtes Erfordernis. Jagdlich spielt im Oktober für den Niederwildjäger de: Hase die Hauptrolle, für den Hochwildjäger das Rotwild. Die Hasenjagd indes soll man möglichst weit hinausschieben. Die Hasen der letzten Sätze sind größtenteils noch Dreiläufer, noch nicht vollwertig, und viele Setzhasen haben noch Tracht. Auch sind die Felder in vielen Gegenden noch nicht frei genug, und im Walde hindert noch das Laub. Für Treibjagden ist der Oktober jedenfalls wenig geeignet. Oktobertagen in vielen, vorzüglich in den bergigen Revieren auf der Höhe, sofern nicht die letzte Septemberwoche besonders günstiges Brunftwetter mit kolten und hellen Nächten gebracht hat. Gegen den 10. Oktober flaut die Brunft allgemein ab, die Hirsche sind stark abgekommen und darum jetzt mit Ausnahme von Kümmerern und Schadhirschen zu schonen. Um die Mitte der Monats beginnt der Kahlwildabschuß. Ger. ge und kümmernde Kälber werden zuerst abgeschossen. Hirschkälber werden vor den Wildkälbern geschort, wenn sie nicht zu gering erscheinen. Auch hierdurch kann auf ein normales Geschlechterverhältnis hingearbeitet werden. Die Jagd auf den Rehbock ist noch offen. Das weidmännische Verantwortungsgefühl muß jedem Jäger sagrn, ob er jetzt noch einen Bock schießen soll oder nicht, und welcher Bock noch für den Abschuß in Betracht kommen kann. Die Rebhühner sind bei bestem Wildbret und halten auch noch an guten Tagen. Der Dachs ist fett. Sein Fett wie seine Schwarte aber sind wirtschaftlich heute fast bedeutungslos, so daß man ihn in Ruhe läßt, wo er nicht im Uebermaße vorkommt. Kultur und Uebervölkerung haben unsere Wälder ohnchin schon arm genug gemacht. Wildenten werden auf dem Zuge erlegt, die Schnepfensuche kann an warmen Tagen gute Beute bringen. Die Schnepfe ist jetzt schmer und wird auch bei der Hausfrau eigen weit günstigeren Eindruck machen als die magere vom Frühjahrsstrich. Das Damroild tritt im Laufe des Monats in die Brunft. So unschönkomisch auch die Sprünge dieses vor wenigen Jahrhunderten erst bei uns eingebürgerten Wildes wirken, so häßlich der schrarrende, rasselnde Prunftschrei des Schauflers klingt. so reizvoll nann dennoch die Jagd auf dieses Wild in freier Wildbahn sein. Hier zeigt es sich häufig noch heimlicher als unser Rotwild und jetzt beim Jäger außergewöhnlich viel Geschick und Auskauer voraus. Meist wird das Damwild jagdlich über die Schulter angesehen, weil man es nur als zahmes Gatterwild kennt und sanach bewertet. —.— Farmerhäuser in Afrika Von Alexander Zietz=Beolin. Wenn ein unternehmungsfrohes mutiges junges Ehepaar auf seiner neugekausten Farm in Afrika ankonmt, so findet es kein fix und sertig eingerichtetes Haus vor, das Flitterwochengäste erwarkel, sondern es haben sich auf dem neuabgesteckten Kolonialland schroarze Arbeiter eingefunden, die den Brotheren und seine Hausfrau begrüßen. Freilich ist es noch eine Hausfrau ohne Haus aber die Schwarzen machen sich rasch an die Arbeit, und ehe die Sonne untergegangen ist, stehen zwei kleine Hütten da, die dem jungen Paar vorläufig als Heim dienen müssen. Die Baupfähle sind aus dem nahen Busch geholt worden, die Wände sind mit Zweigen vergittert und mit Schlamm beworfen der bald trocknet und eine schöne feste Mauer bildet. Zur Dachbedeckung hat man Gras genommen, das dicht neben und übereinandergelegt dem Regen keinen Durchlaß gewährt. Aber nur bei der einen Hütte hat man sich die mühselige Dachdeckerarbeit gemacht; denn sie soll das Schlafzimmer enchalton. In dem zweiten Bauwerk, das nur ganz niedrige Wände besitzt und ein Dach, we ches malerisch aus Palmenblättern hergestellt ist, befindet sich der Eßraum, der schattig und iuftig durch das grüne Palmendach auch zu einem Faulenzerviertelstündchen einladet, wenn die Arbeit nicht gar zu dringend ist. Die Fußböden sirs durchweg aus der roten Erde von Ameisenhaufen gestampft, die ein sehr gutes und jesten Material dafür abgibt. Diese schnell gebauten und primitiven Hütten sind verhältnismäßig haltbar und angenehm zu bewohnen, und mancher zieht sir einem Ziegelhause vor. Ist jedoch die erste Regenzeit vorbei, dann sieht die Schlamm- und Grashütte schon ziemlich mitgenommen aus, und wird dann meistens durch eine festere Bienenkorbhütte aus Wellblech ersetzt, in der sich bereits richtige Türen und Fenster vorfinden und ein Fußboden, zu dem ein Baum aus dem nahen Urwald das Holz hergegeben hat. Um ein Ziegelhaus zu errichten, ist es noch nicht an der Zeit. Es liegt auch noch keine große Notwendigkeit dafür vor; denn an die eigentlichen Arbeiten in Haus und Hof kann noch nicht gedacht werden. Die Farmersfrau Beim Rotwild steht die Brunft in den ersten muß während der ersten zwei oder drei Jahre