S ese###### Per#e, und 9005 Minvtrhende zählt im Festspiel, das der ###nge Genzer Dichter H. Pirise Gtrard veragte und Gustave Doere mit seinen Metodten deglettet:. Durchaus glaubwürdig erscheint die Tradition 2: Fest stamme aus der Zeit der römischen Linzer, die am Genfersee die ersten Reben anzten und pflegten. Triumphierend hat sich erhalten trotz des Fäustedrohens der bitionsfanatiker, trotz der Konkurrenz iner Sportmeetings und bewahrt die zlieserung des antiken Rom. Dort gab .: den Tagen der Könige eine Art geist:. Brüderschaft, der es oblag, die Landwirt: zu schirmen und im Namen der Götter chtsertigkeit bei jedem Anbau zu bestrafen, Tüchtigkeit zu loben und zu belohnen. Solche heidnisch fromme wirtschaftliche Gepflogenheit nahm spätter die Kirche auf mit christlich frommen, wirtschaftlichen Gilden und Brüderschaften. Jeder Zweig des Landbaues erhielt seinen Schutzheiligen; so wurde der Weinbau der lächelnden Schutzherrschaft des heiligen Urban anvertraut, unter dessen Patronat in Wallis die„louuble Confrérie des Vignerons" oder „Abbay de St. Urbain" entstand, die sich zur Aufgabe stellte, brave Winzer öffentlich zu belohnen. Wo aber die Weinberge vernachlässigt lagen, nihm die Brüderschaft sie in Anspruch und bewirtschaftete sie selbst— die naivste und rationellste Art, durch Wecken edlen Ehrgeizes und Drohen mit Demütigung eine Sache zu fördern. Solches Verhalten weckt den Ehrgeiz, denn für natürlich empfindende Menschen kann nichts demütigender wirken, als unwert selbständiger Arbeit erachtet und unter eine Vormundschaft gestellt zu werden. Die Feier, bei der tüchtige Winzer öffentlich ausgezeichnet wurden, entwickelte sich immer stattlicher seit dem 17. Jahrhundert als ein Fest der Jahreszeiten. Ein nationales Festspiel, in dem sich friedlich Heilige den antiken Göttern gesellten zu einmütiger Segensgebärde über Flur und Rebgelände, Alm und Wald und weitem See, bildete den Mittelpunkt. Die antike Götterwelt, die besonders seit 1680 eine hervorragende Rolle beim Winzerfest spielt, hat nichts künstlich Allegorisierendes oder kalt Offizielles an sich, sonder erscheint derb schweizerisch wie in Spittelers„Olympischer Frühling", wie in Vorklins„Spiel der Wellen“— ein Neuaufleben der guten, alten Naturgötter. Sie wirken so traut und notwendig im Festspiel, so hineingewachsen in Landschaft und Spiel, wie in Schillers Dichtung die Götter Griechenlands um die Schiller weinte, eben durch diese Tränen neuerstanden sind. Vielleicht boten die„trionfi“ der Renaissance, die unter den Medici die Gassen in Forenz von höchst lebendigen Göttern wimmeln ließen, Aehnliches, besonders der berühmte Aufzug des Bacchus und der Ariadne, der vielfach den bildenden Künsten Motive gab. Eine Lebensfreude, überschäumend wie die Lebensfreude der Renaissance, durchwogt Veveys Winzerfest mit majestätischem Jubel. Doch wir sind nicht in Italien, wir sind in der Schweiz, und das Klassische mündet oft ebenso plötzlich wie überraschend mit herzerfrischender Originalität in das urtümlich Schweizerische, bald zart und bald feierlich romantisch, ja ein wenig sentimental an Rousseau gemahnend oder an Geßners Idollen mit ihrer unnachahmlich schalkhaft naiven Anmut erinnernd. Tränen standen in vielen Augen beim ergreisenden Chor der alten Leute, die das bescheidene Glück ehrenvollen Alters priesen, das Zusehen bei Spiel und Tanz der Jungen, das Ratgeben und Lauschen. Sie singen, wie beglükkend die Sonne ihre alten Hände bescheint, wenn sie auf der Bank vor dem Hause ruhen und auf die Glocken der weidenden Tiere warten. Und dann kommen die Tiere heran, die stolzen, schönen Schweizer Kühe, deren Fell wie Seide glänzt, ernst und froh betreut vom endlosen Zug der Sennen, das Käppchen des„armailli“ kühn auf dem Haupt oder die Last der runden Küsebretter, die blaue, gestickte, noch mit Puffärmeln versehene Leinenjoppe offen über dem weißen Hemd und dieses offen über der braunen Brust. Beim Anblick dieser kräftig ernsten, männlich frohgemuten Burschen erinnerte ich mich an den hübschen Ausspruch eines solchen, der das des besuchte. Er sah den Garten an, warf einen Blick in das elegante Haus und meinte:„Hier ist es außerordentlich schön. Aber mein Vieh ist mir doch lieber.“ Dieses Verwachsensein mit den heiligen Aufgaben des Landbaus, das jeste, stolze Sitzen auf Die neue s sammenerleben zufrieden haust, diese kernhafte Gesundheit ist die Größe der kleinen Schweiz, die Heitigkeit ihres Wesens. Darum ist die einsache Melodie des Nationalliedes der welschen Schweiz, des„Ranz des Vaches" nicht entthront, und das Lied weckte nach der Pracht mythologischer Aufzüge größte Begeisterung mit der einfachsten der alten Weisen, die seit Jahrhunderten ehrwürdige Arbeiten begleiteten und bei urtümlichen Festen zum Reigen lockten. Ein begeisterter Festteilnehmer verglich seinen Eindruck mit einem feierlichen Hochamt vor der Natur und die farbenprächtige Entialtung des feiernden Volkes, strahlend bunt in dei Augustsonne, mit der Entfaltung einer mystisch farbigen gotischen Fensterrose, die vlötzlich im Dunkel der verwirrten Welt mächtig aufleuchtet, bekehrend zu Freude und trauen. der Scholle, das Hochgemute des freien Mannes!n Moderner Firbenbauchl. geog neue Sredenboro-Kirche in Stoanera. Am Der unerreichte Vielesser. Auch heute gibt es Menschen, die sich für Geld sehen lassen, weil sie unermeßliche Mengen vertilgen können, und sogar Glas und Steine verschlingen. Der Gärtner Kahle, der kurz vor dem siebenjährigen Kriege in Wittenberg starb, war auf diesem Gebiete eine Abnormität. Kahle ist als Vielesser berühmt geworden. Sein Magen, der den Gelehrten ein Wunder schien, wurde denn auch aus dem Körper entfernt und ist noch heute als Magen des„Freßkahle" im Museum zu Wittenberg, das sich im Rathaus befindet, zu sehen. Wenn man diesem Vielesser acht Scheffel Pflaumen und einen Scheffel Kirschen vorsetzte, so verspeiste er die mit Fleisch und Kern. Schmeckte ihm das Essen, so schob er auch das Geschirr nach. Steine zerbiß er wie Aepfel. Am liebsten aber verschlang er lebende Mäuse, Eulen, Ratten und Heuschrekken und Raupen. Ein Spanferkel mit Haut und Haar und Knochen war ihm ein Frühstückshappen, mit dem er sich nur dann begnügte, wenn er wußte, daß es zu Mittag einen Hammel gab. Den genoß er auch mit Wolle und Knochenbein. Galt es zu wetten, so sättigte er sich an Schreibzeug, Tintenfässern und sogar einen Dudelsack hat er einmal ohne viel Aufsehens verspeist. Dieser Mann mit dem unerhörten Magen ist dazu 80 Jahre alt geworden. Er war weit über Wittenberg berühmt und auf die Hilfe der Mitmenschen angewiesen, denn er konnte nie soviel verdienen, um seinen Hunger zu stillen. Fürstliche Gehälter. Die Sowietregierung hat beschlossen, die Gehälter der Lehrer, Aerzte, Tierärzte und Landwirtschaftslehrer für das kommende Rechnungsjahr zu erhöhen, und zwar soll die Steigerung zwischen 15 und 25 Prozent betragen. Nach der neuen Gehaltsordnung erhält dann ein Lehrer das„fürstliche" Gehalt von 14 bis 24 Mark wöchentlich, Aerzte und Tierärzte bekommen im Durchschnitt 50 Mark, Steuerbeamte müssen dagegen mit 18,70 Mark die Woche auskommen. Nun kostet aber ein moderner Anzug in Rußland heute 300 bis 500 Mark.— Man sieht daraus, wie die geistige Arbeit von den Sowjets eingeschätzt wird. Der unersättliche Adler. Die nicht seltenen Beobachtungen, daß Tiere sich der aus irgend einem Grunde verwaisten Nachkommenschaft anderer mitunter einer ganz ssie aufziehen, werden um eine weitere vermehrt, die ein Tiroler Jäger jüngst im Gebiet von Schönenbach machen konnte. Dort wurde ein junger Adler gänzlich hilflos von seinen Eltern im Stich gelassen. Bald stellte sich jedoch, wahrscheinlich von dem kläglichen Schreien des armen Tieres herbeigelockt, ein Mäusehussardpaar ein und fütterte den Verlassenen mit rührender Ausdauer. Als der junge Adler jedoch seinen Pflegeeltern über den Kopf wuchs, konnten diese trotz aufopferndster Hingabe seiner Freßgier nicht mehr genügen, liefen vielmehr Gefahr, ihr selbst zum Opfer zu fallen. Deshalb schoß der Jäger, der alles täglich beobachtete, den jungen Adler ab und erlöste damit die Bussarde von ihren freiwillig übernommenen schweren Pflichten. Der Adler hatte bereits die erstaunliche Flügelspannweite von 2,50 Meter erreicht während Bussarde bekanntlich nur etwa die Hälfte davon erlangen. Auch ein Jubiläum. Ein treuer Begleiter unseres täglichen Lebens kann in diesem Jahre sein hundertjähriges Jubiläum feiern— das Streichholz. Im Jahre 1827 kamen in England die ersten Streichhölzer auf den Markt, die von einem Apotheker in Stockton(England) namens John Walker im Jahre vorher erfunden waren. Walker verkaufte seine„Reiblichter", wie er sie nannte, zum Preise von einer Mark für hundert Stück zuzüglich 20 Pfennig für die Zinndose, in der sie verpackt waren. In den Preis eingeschlossen war ein Stückchen Sandpapier. Dieses wurde zwischen Daumen und Zeigefinger gefaltet gehalten und alsdann das Streichholz schnell dazwischen hindurchgezogen, um es zu entzünden. Deutschland, das Land des Pechs. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts war in den Schulen der nordamerikanischen Staaten als Lehrbuch für Geographie Parleys„Geography for beginners“ in Gebrauch. Von den 160 Seiten des Buches handelten 24 von Europa, ganze 12 Zeilen von Deutschland. Der Abschnitt über Deutschland begann:„Deutschland liegt nördlich der Türkei!" Die Schilderung der Bewohner dieses Landes lautete:„Die Deutschen sind sehr erfinderisch in der Herstellung von Manufakturen. Sie sind große Musiker, und viele von ihnen sind gelehrige Schüler. Das Land ist sehr bevölkert und reich an glänzenden Städten. In vielen Teilen des Landes befinden sich tiefe, düstere Wälder, wo eine große Menge Pech verfertigt wird.“ Die einzige zu dem Abschnitt„Deutschland“ gehörende Abbildung stellte zwei seltsam gekleidete Personen bei der Pechherstellung dar. Wieviel Kinos gibt es? Nach einer Berechnung der Lumière gibt es auf der Erde etwa 50000 Kinotheater; davon in den Vereinigten Staaten allein 20000. An zweiter Stelle steht Deutschland mit weit über 4000. Es folgen: Rußland mit 3500, England mit 3000, Frankreich mit 3000, Ungarn mit 2000, Spanien mit 1800 und Belgien mit 1000. Von den übrigen Ländern besitzen: Skandinavien 850, Oesterreich 900, Polen 400, Holland 300, Italien 300. Jugoslawien 150, Türkei 100. Der Rest entfällt auf die Balkanländer und kleinen Staaten. M. —.2— Grundtuven der Menschheit. In immer steigendem Maße erkennt die moderne Medizin die Bedeutung der Konstitution, der individuellen Verfassung des Menschen und räumt der Typeneinteilung neben der Gruppierung nach Rassen eine wichtige Stellung ein. Beim Menschen, im Rahmen der jeweiligen Rasse, liegen zwei grundsätzlich verschieden gerichtete Wuchsformen vor. Die eine ergibt den schmalen Körper, die andere den breiten. Verfolgt man nun die Eigentümlichkeiten dieser Formen, so zeigt es sich bald, daß die bisherige Rassenforschung vieles als Rasse=Eigentümlichkeit gedeutet was, was eigentlich nur Charakteristikum der rasse=unabhängigen Wuchsform ist. Im soeben erscheinenden Heft des Magazins „Die Koralle“ berichtet Dr. Erich F. Dach ausführlich über dieses höchst belangvolle Ergebais der neueren Rassenforschung. Dem Aufsatz sind viele Abbildungen beigegeben, die die Wiederkehr der beiden Grundtypen bei den verschiedenen Rassen anschaulich machen. Verantwortlich: H. Semmelmann. Aitena. der noch mi: der freien Natur im tiefsten Zu= jremden Gattung angehöriger annehmen und Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. 7 8 ES B 8 950 ST □ 85 20 S##g.s. S Eg- e# r # G# F##SSOGDGEERGS #HPS S# S 15 S. 8E. S S. 6.2 S.a Fän S#Sugtagl S#n S SSaagg abrpse OSESnS SOEg“gge SGSETESEASDRG. = SBS5SS 8 BTTIRRSSSST. 7 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung 38 Mittwoch, 21. September 1927 Anderthalbtägige Wanderung zu den höchsten Höhen des Sauerlandes Es gibt Sonntagskarten nach Winterberg, die auch bis Brilon=Wald oder Fredeburg gelten. Eine solcht„Wanderkarte“ lösen wir uns diesmal. Die Eisenbahn trägt uns bis Brilon= Wald auf der Ruhrtalstrecke; kurz vor dem Endpunkt haben wir noch in einem langen Tunnel die Wässerscheide zwischen Rhein und Weser durchfahren. Auf schattiger Landstraße suchen wir in 40 Minuten Wanderung zunächst Anschluß an die Hauptwanderstrecke 2 des Sauerländischen Gebirgsverein zu gewinnen. Schon nach einer halben Stunde Wegs auf dieser Wanderstrecke stehen wir bewundernd zu Füßen der riesigen Bruchhauser Steine. Es sind gewaltige Porphyrfelsen, bis zu 756 m ansteigend, die schroff aus dem herrlich bewaldeten Istenberge hervorragen. Vom höchsten,] dem Feldstein aus, hat man eine ganz wundervolle Aussicht. Wer Kletterpartien liebt, kann hier auf seine Kosten kommen. Die Kühle des Waldes umfängt uns doch kurze Zeit auf dem Absliege nach Bruchhausen, das wir nach 20 Minuten durchqueren, um, immer auf der Wanderstrecke 2, nach knapp 2 stündigem Marsche(im ganzen also 3½ Stunden) zunächst aufwärts bis zum Ochsenkreuz, dann abwärts ins obere Ruhrtal bis Niedersfeld zu gelangen. In diesem stillen Fleckchen, wo die Kleinbahn Steinhelle—Medebach wochentäglich nur 2 mal hindurchkommt, gönnen wir unseren braven„Untertanen“ Ruhe für den Sonntag Am nächsten Tage halten wir uns an die Hauptwanderstrecke 25. Niedersfeld liegt 530 m hoch. Bis zur Höhe 707 gehts aufwärts, dann wieder bequemer bergab ins liebliche Negertal nach Siedlinghausen, das wir in knapp) 1½ Stunde erreichen. Den ganzen Tag über verfolgen wir die Hauptwanderstrecke 25 bis Fredeburg auf einem der waldreichsten und auf den Höhen dabei doch aussichtsvollsten Wanderwege des oberen Sauerlandes. Vorerst gehts über die 788 m hohe Sange(bis hierher 1 Stunde), dann in einer weiteren halben Stunde bis zur Nassen Wiese und damit dem Treffpunkt von Hauptwanderstrecke 10, mit der unser Weg nunmehr bis zum Ende gleich läuft. Friedlichste Einsamkeit umfängt uns, von Siedlingshausen aus bis zum Endpunkt im ganzen fast 4 Stunden lang. Keine menschliche Siedlung treffen wir auf dieser langen Strecke an; nur halbwegs auf der Hunau (818 m), etwas unterhalb der Röhr, umfängt uns bei Unwettern und plötzlichen Regenschauern schützend die Essener Hütte. Hochwald und immer wieder Hochwald rundum und soweit unser Auge sehen kann, wahrlich eine Gegend, so recht zur Erquickung vom Großstadtlärm geschaffen. Die 5½ stündige Tageswanderung läßt genügend Zeit, um unterwegs beliebig oft stillsinnend zu verweilen und am Schluß sich an dem wohlerhaltenen Bergstädtlein Fredeburg, das 450 m hoch liegt, zu erfreuen. Unterwegs winkt uns nicht allzufern der Turm des Kahlen Asten zu, auch ihn einmal zu besuchen. Aber das müssen wir uns für ein andermal aufsparen. Die Rückfahrt kann von Fredeburg aus entweder über Wennemen=Arnsberg oder über Altenhundem=Altena angetreten werden. Von den Blättern der Sauerland=Karte 1:50000 des Sauerland Verlages zu Iserlohn kommen hierzu die Karten Brilon, Winterberg und Schmallenberg in Betracht. —2— Die Trockenlegung eines historischen Meeres Seit Jahrzehnten schon hegen die Holländer den gigantischen Plan, die Zuidersee, jenen gewaltigen Meerbusen, der sich tief in die holländische Nordküste hineingefressen hat, trocken zu legen. 1849, vor mehr als 70 Jahren, tauchte das Projekt zum ersten Male in der Oeffentlichkeit auf und ist seitdem theoretisch nach allen Richtungen hin eingehend erwogen worden, ohne daß bisher nennenswerte praktische Ergebnisse erzielt worden wären. Neuerdings jedoch haben die Arbeiten bedeutende Fortschritte gemacht und infolge der Abschließung des Eingangs zur Zuidersee durch einen riesigen Damm, der von der Insel Wieringen sich hinüberzieht bis zur gegenüberliegenden Küste von Friedland, ist den andringenden Fluten der Nordsee bereits ein wirksamer Riegel vorgeschoben, so daß nunmehr die allmähliche Trockenlegung des großen Wasserbeckens in Angriff genommen werden soll, ein Kulturwerk, das, wenn er einmal glücklich zu Ende geführt ist, dem Meere nicht weniger als eine Fläche von 3200 Quadratkilometer fruchtbarsten Landes entrissen und dem Menschen zurückgegeben haben wird. Die Zuidersee hat ihre besondere Geschichte. Sie verdankt ihre Entstehung den verheerenden Sturmfluten früherer Jahrhunderte. Versunkene Städte und Dörfer, so reich und blühend, daß im Altertum schon die Kunde von ihnen bis in entfernteste Länder drang, ruhen auf dem Grunde des Zuidersees. Als die einzigen kümmerlichen Reste des ehemaligen Festlandes ragen nur noch die drei Inseln Urk, Schottland und Marken aus dem Wasserspiegel heraus, und bei Urk sieht der Schiffer noch heute mit geheimem Schauder die Ruinen einer Stadt aus dem Meeresgrunde schimmern, die ihm und seinem Schiffe bieweilen gefährlich werden können, und denen das Volk den Tamen „Urker Kerkhof“ gegeben hat. Noch bis ins 13. Jahrhundert hinein war der Zugang zur Zuidersee vom Norden her zwischen den Orten Stavoren und Enkhuizen durch eine schmale Landzunge teilweise gesperrt, bis 1287 eine gewaltige Wasserflut auch diese letzten Landreste hinwegriß und. wie die Chronisten berichten, eine ganze Anzahl Ortschaften mit in die Tiefe zog. An die 80000 Menschen büßten damals ihr Leben ein. Bei dieser Katastrophe fand auch das alte mächtige Stavoren, der berühmte Sitz der friesischen Könige und— im frühen Mittelalter— zu verschwenderischem Reichtum und höchster Blute gelangte machtvolle Handelsstadt den Untergang. Nach der Legende beschworen die in Ueppigkeit und Wohlleben schwelgenden Bewohner durch ihren Uebermut den Zorn des Himmels auf die Stadt herab, und als einst die Frau eines reichen Kaufherrn voll Hochmut eine ganze Schiffsladung Weizen ins Meer schütten ließ, floß das Maß der Sünden über und Gott sandte ihnen die Flut. Im Südersee: Stavoren! Wer hat die Stadt geschaut? mit Türmen und mit Toren Gar stolz ist sie gebaut. Paläste siehst du ragen Noch heut' so hoch als eh', Doch alles hat beschlagen Die unermeßliche See... Heute erinnert nur der Name eines kleinen unansehnlichen, am nördlichen Zugang des Meerbusens gelegenen Dörfchens Stavoren an den Glanz und die Herrlichkeit dieser Stätte von ehedem, aber wer weiß, vielleicht ist die Zeit gar nicht so fern, da aus den Trümmern des alten wieder ans Licht gebrachten Stavoren neues, frisch pulsierendes Leben sprießen wird. —— Deutschlands älteste Talsperre Es ist wohl nicht uninteressant, in unserer Zeit, da man überall an die Ausnutzung der Wasserkräfte unserer Flüsse durch die Anlage von Talsperren geht, darauf hinzuweisen, daß man bereits vor 200 Jahren eifrig mit der Anlage einer Talsperre beschäftigt war, die heute als die älteste Deutschlands angesprochen werden muß. Es handelt sich um den sogenannten Oderteich am Harz, nicht weit von St. Andreasberg. Mit dem Bau der Odertalsperre wurde im Jahre 1714 begonnen, in acht Jahren konnte er vollendet werden. Vor außerordentlich schweren Aufgaben wurden die Baumeister jener Zeit durch die Anlage des den Abschluß des Baues bildenden Rehberger Grabens gestellt, aber es gelang ihnen, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Der Oderteich liegt halbwegs zwischen St. Andreasberg und der Brockenkuppe auf dem Brockenfelde in etwa 720 Meter Höhe. Die Anlage diente dazu, das für den Betrieb der Andreasbergwerke notwendige Wasser der Oder und ihrer Zuflüsse aufzuspeichern. Der Teich, der 1632 Meter lang, 152 Meter breit und 21 Meter tief ist, und eine Fläche von 85 Hann. Morgen bedeckt, ist das größte und tiefste Wasserbecken des Harzes; gegen die modernen Talsperren, beispielsweise die Edertalsperre im Waldecker Land, kann er natürlich nicht aufkommen. Die Anlage, die bei dem damaligen Stande der Technik natürlich äußerst schwierig und kostspielig war, wurde in der Weise ausgeführt, daß die vorhandene Mulde des Oderbeckens erweitert wurde, damit sie alle Wässer der Umgegend aufnehmen konnte. Der 102 Meter lange und bis 29 Meter hohe Staudamm wurde B G. 0 S — Gr * A„" 0 82 FER S SL—R5 S S 8S.ESS 9. Beggg S#:nEE S E 8 55 8 S•* c E— □ 2 8 80 9 S 8 8 *—* * o E 80 ## Senk • S 5 5 SonE P 5 S 85 — S 22 B 6 * □ 15• 8 2 S 5 R 40 5 S 1 S GSSSGE S PGTEE SSESSSE S S Sh R. S S•8 ** E E S S 8 S 8tUS : S E8 #o 5 8 G 23— S 3 S 2 S 5 S ** 0 5 — 9— 5 G # 80 S E 2 1 6 55 9 8 6 ** □ 50 52 — 2• * S 9 # 8 S 5 E" 8 ** E S S 5 ** 3 S S e * SG S 2 5 * E 125 • F ½ #r F9 S 89 — E S 8 S 8 0 □ 8 2*— S#c: 8— 8 * E 3 —— 9—* S 55 82 ST. G DELE F# gS•52 SE-ESCN *"„ 0 n„ 11 = ·E *PTEE :5 5 S 9 PESSUEEE 6 * n aus großen Granktblöcken hergestellt. Tells durch Dammbauten, teils durch Aussprengen der Granitblöcke führte man von dort aus den 7236 Meter langen überdeckten, im Jahre 1722 vollendeten Rehberger Graben nach St. Andreasberg. Sogar zir Durchtunnelung eines Berges mußte man dabei schreiten. Das Wasser der Sperre diente in erster Linie zum Betrieb des Bergwerks Samson, das mit 788 Meter Tiefe die zweittiefste Bergwerksanlage des Harzes ist. —1•.— Vom Wisent In Budapest tagte kürzlich die„Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents.“ Aus dem Inhalt der dort gehaltenen Vorträge sind folgende Angaben auch für weitere Kreise von Interesse: Die Anzahl der in Europa noch vorhandenen Wisente beträgt nur 56 Stück. Davon sind fünf im Besitz des Fürsten zu Pleß, einige andere in dem des Grafen Arnim=Boitzenburg. Außerdem halten natürlich auch einige Zoologische Gärten einzelne dieser seltenen Wiederkäuer. Erwähnt seien als Heger dieses Wildes ferner der Herzog von Bredford in England und die Ungarische Sektion der oben genannten Gesellschaft, die für ihre fünf Wisente einen Schutzpark bei Visegrad eingerichtet hat. Vor dem Krieg gab es allein in den großen Wäldern bei Bialystock, dem Jagdgebiet des russischen Zaren, noch 700 Stück, die jedoch teilweise schon im Kriege, restlos aber nach der Revolution abgeschossen worden sind. Auch vie Forsten des Fursten zu Pleß wiesen vor den Poleneinfällen einen Bestand von 70 Wisenten auf, von denen, wie gesagt, nur 5 gerettet werden konnten. Die„Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents" verdankt ihr Entstehen einer Anregung Karl Hagenbechks sowie der Zoologischen Gärten in Berlin und Frankfurt=Main, vie schon 1917 die Zahl der noch lebenden Wisente festzustellen versuchten; aber erst im Jahre 1923 gelang es, eine internationale Vereinigung dieser Art zu gründen. Das Bestreben dieser Gesellschaft gipfelt nicht nur in einer Erhaltung des bisherigen Bestandes, sondern ist auf dessen Vermeyrung gerichtet. Man will in der Weise vorgehen, daß man zunächst durch gute Pflege die sehr heruntergekommenen Tiere kräftigt und widerstandsfähig macht. Man hält sie in kleinen Herden, um der ihnen durch die Maulund Klauenseuche drohenden Gefahr, die im Jahre 1910 den Bestano von Bialystock von 2000 Stück auf 500 herabgerindert hatte und der auch 1925 wieder sieben Wysen g. gprg eg fer gefallen waren, zu begegnen. Auch Kreuzungen mit dem amerikanischen Verwanoren, dem Bison, sind vorgenommen worden, um den europäischen Beständen frisches Blut zuzuführen, und tatsächlich ergibt sich aus dem Wisen. zuchtbuch, daß von den 56 Tieren 13 etwas Bisonblut in den Adern haben. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Wisent und Bison ist übrigens der, daß ersterer ein Wald=, letzterer ein Steppentier ist. Es ist zu wünschen, daß den Bemühungen zur Erhaltung des Wisents Erfolge beschieden sind, damit unserer Zeit, der gerühmten Zivilisation, nicht der Vorwurf gemacht werden muß, auch diese Tierart ausgerottet zu haben wie den Auerochsen, den Urvater des wilden Rindes, dessen letzter Vertreter bereits vor genau 300 Jahren bei Warschau erlegt wurde. Kein Bild aus Stein oder Erz kann diese Naturdenkmale kraftvollen Lebens ersetzen, die vielfach wohl dem Unverstand und der Erwerbesucht, zumgss., aber niedriger Schießgier des zivilisierten Menschen zum Opfer gefallen stiod. —2— Kinder des Bis vor kurzem lebte nahe der Stadt Siegburg in einem kleinen Orte ein Mann, der einst, wie man sagt,„bessere Tage gesehen“ hatte. Offenbar war's ihm nicht bekommen, denn als Vierzigjähriger saß er an der Landstraße und klopfte Steine. Indessen: das Gluck ist zwar göttlicher, aber außerdem auch weiblicher Natur und es kann also weiter nicht befremden, daß es, launisch, wie Frauen einmal sind, eines schönen Tages dem abgerissenen Steinklopfer und weiland Lebemann den Hauptgewinn der Kölner Dombau=Lotterie in den Schoß warf. Andern Tags war aus dem Fronknecht am Straßenrand, wie aus der Puppe der Schmetterling, ein Kavalier geworden. Er pachtete einen Herrensitz, ließ die ZimCologne schrubhen, Art in verlendem müüse und Engerlinge gab, Vergnügen daran, den Bauern die Ochsen vor den Pflügen mit einer gutgezielten Kugel abzuschießen. Das Schmerzes= und Reugeld war den sonstigen Levensmaximen des Nimrods angemessen, und so kam es, daß bald die Bauern der Nachbarschaft mit den Erzvätern und Erzmüttern ihrer Ställe das Revier in Rudeln durchstreiften, weil sie sich sagten, daß sie die Veteranen des Pfluges und der Egge niemals einträglicher den Weg alles Fleisches ziehen lassen konnten. Daß bei solcher Großzügigkeit selbst in des Lebens simnpelsten Nichtigkeiten der DombaulotterieGrandseigneur im nächsten Winter abermals am Straßenrand saß und unverdrossen Steine klopfte, darf man als naturnotwendige Folge des Neids der Götter zur Kenntnis nehmen. Aber der Roman dieses Kinds des Glücks und des Pechs hatte damit noch nicht den Abschluß erreicht. Er wurde zum zweiten Male eines großen Loses Gewinner, und wieder ward er (nun zum dritten Mal) zum Lebemann, der in Burgunder badete, den Bauern die Sorge um den Verkauf ihres alten Viehzeuges abnahm und sonst noch mancherlei tat, das die verwunderten Zeitgenossen erheiterte. Als dann zum zweiten Male der Winter kam, saß er, ebenfalls zum dritten Male an derselben Straße, an der er schon früher gesessen und die Steine für die Schüttung zerhämmerte. Und er starb, alt und offenbar des Lebens satt, als Pflugknecht bei einem der Bauern, dem er in seines Zufallsglückes Lenz= und Herbstestagen die ältesten Ochsen mit Tell'scher Sicherheit vorm Pflug zusanmengeschossen. Dem, der ihm das Gnadenbrot gegeben, hatte er auf diese Weise statt der gebrechlichen Klauenvieh=Patriarchen zu einem stattlichen Pferde=Vorgespann verholfen und Dankbarkeit wies ihm deshalb, als es keine Steine mehr zu klopfen gab, ein Dach und ein Lager dicht neben den Gäulen an, die gewissermaßen sein Glück und sein Pech zugleich gewesen. Als er von der Welt des Zufalls und der Schicksalslaunen Abschied nahm, trug er die Schuhe mit Birkenreisern zusammengebunden, und sein ganzer Nachlaß war ein zerknittertes Los, das er in der zerrissenen Brusttasche trug. Zwei Monate später zog die Gemeinde, in der der Tote unterstützungsberechtigt gewesen war, und die gerechterweise auch das hinterlassene Los„geerbt“ hatte, den Haupttreffer jener Kirchenlotterie, die auf dem fleckigen Stückchen Papier genannt war. Und so kam es, daß das Dörfchen endlich die Brücke, um die es seit Jahren vergeblich gekämpft, erhielt, und das tote Kind des Glücks und Pechs ein schlichtes Kreuz aus Stein aufs Grab. Sicherlich ein versöhnlicherer Abschluß, als in der Tragikomödie des„armen Reichen“, der dem Leben nichts gegeben und darum auch nichts von ihm empfangen. weniger besiederten Westen avzuwandern, bis sie schließlich im Staate Utah am Salzsee ansässig wurden. Selbst zahlreiche Morde und Räuvereien wurden ihnen nachgewiesen, und der Nachfolger Smith's, Präsident Brigham Young, entging nur durch einen plötzlichen Tod am 22. August 1877, kurz vor der Feier des 50jährigen Bestehens der Sekte, seiner Verurteilung als Mörder. Welchen Einfluß dieser Führer früher besaß, erhellt daraus, daß die Regierung, die ihn zunächst zum Gouverneur des Territoriums ernannt hatte, sich später, im Jahre 1857, gezwungen sah, Truppen gegen ihn aufzubieten, und den Streit letzten Endes doch nur durch einen Vergleich beilegen konnte, durch den den Mormonen allgemein Amnestie gewährt und Young in seiner Stellung belassen wurde. In den achtziger und neunziger Jahren wurde das Vorgehen der Regierung tatkräftiger und richtete sich vornehmlich gegen die Vielweiberei. Infolgedessen ist der Einfluß dieser Sekte, die zwar auch in anderen Ländern Anhänger gefunden hat, bedeutend gesunken und übertrifft kaum den einer jener sogenannten Religionsgemeinschaften, an denen die„frommen“ Geldverdiener in Nordamerika ja keinen Mangel leiden. Ein Jahrhundert Mormonen Von Friedrich Hansen. Am 22. September feiert die Sekte der Mormonen die 100. Wiederkehr des Tages, an dem ihr Gründer Joseph Smith auf einem Berge im Staate Newyork die„Mormonenbibel“ ausgrub. Es handelte sich um Messingplatten, auf denen angeblich in einer nur ihm verständlichen Sprache die Glaubenssätze und die Geschichte der einzigen wirklich christlichen Gemeinschaft von einem ihrer Propheten namens Mormon und dessen Sohn Moroni(Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts) verzeichnet sein sollten. Obwohl sich bald herausstellte, daß es sich um die Aufzeichnung eines nie gedruckten Romans eines ehemaligen Predigers handelte, die dem Smith von einem Anhänger, dem Buchdruckergehilfen Sidney Ridgon in die Hände gespielt worden war, gelang es Smith, daraus ein Glaubensbekenntnis für die von ihm schon früher begründete kleine Sekte zu sormen, dessen Inhalt im wesentlichen eine phantastische Mischung der christlichen mit orientalischen Religionen darstellt. Allgemein bekannt ist ja, daß es bei den Mormonen als besonders verdienstlich gilt, möglichst viele Frauen zu heiraten, weniger dagegen wohl, daß man sich diese sowohl für„die Zeit und Ewigkeit", als auch nur für„die Zeit"„ansiegeln" lassen kann, wie der dafür gebräuchliche Ausdruck lautet. Eine ausgeprägte Hierarchie und weitgehende Machtbefugnisse der Priester, von deren Ansicht abzuweichen als schwere Sünde gilt, verschafften dem Probeten vrhhngerst Ihre Unduldsamkeit und seiner Anhunget. He Ungitfame und umt waren, mit Eau des häufige Gesetzwidrigkeiten fuhrten uu1 ite nach„König Lustiks“ dauernd zu Reibereien sowohl mit der worigen irgunder und sand als Bevölkzerung als auch mit der Staatsgepalt mier in dam as nur Feld= und veronlatzten die Mormonen, uung Eine seltsame Waffe Wir alle haben wohi ais Knaben, wenn wir Aoenteurerromane lasen, die in Australien spielten, von einer unheimlichen Waffe gelesen, deren sich die dortigen Cingeborenen bedienten, dem Bumerang. Dieser gehört in der Tat zu den zwar einfachsten, aber auch eigenartigsten und in den Händen des Ungeübten heimtückischsten Waffen; sie ist übrigens nicht nur in Australien, sondern auch in Abessinien bekannt. Auch die Moqui=Indianer in Arizona und Mexiko pflegten sich seiner zu bedienen, um damit Kaninchen zu töten. Ferner fand man ihn früher unter den kalifornischen Indianerstämmen, und selbst im alten Aegypten soll er bekannt gewesen sein. Heute, wo die Feuerwaffen in die entlegensten Erdenwinkel vorgedrungen sind, trifft man den Bumerang wohl nur noch bei den auf der tiefsten Kulturstufe stehenden Eingeborenen Inner=Australiens. Er besteht aus einem sichelförmigen Stück harten Holzes von 40 Zentimeter bis einem Meter Länge, 5 bis 8 Zentimeter Breite und etwe einem Zentimeter Dicke. Die obere Seite ist flach, die Unterseite halbkugelförmig abgerundet, der ganze Rand aber so scharf wie möglich zugeschnitten. Die Oberseite, die der Waffe ihren eigenartigen Flug verleiht, zeigt eine leichtgewellte Oberfläche mit verschiedenen Haken, mittels deren sie in der Luft ihr Gleichgewicht bewahrt. Man ist der Ansicht, daß der wechselnde Luftdruck auf die durch diese Haken unterbrochene Oberfläche sowohl die federnde Bewegung wie auch den schnellen Flug des Bumerang hervorruft. Die Haken sollen dem Gesetz der Schwerkraft entgegenwirken. Beim Wurf hält man das Geschoß am unteren Ende, mit der flachen Seite nach oben. Der Werfer beugt sich nach hinten, schwingt die Waffe über die Schulter und schleudert sie mit großer Kraft fort. Sie durchschneidet die Luft mit einem surrenden Geräusch, wie ein sich um seine Achse drehendes Rad. Hat der Bumeranz, eine bestimmte Strecke zurückgelegt, so kehrt er zurück und fällt zu den Füßen des Werfers oder auch oft hinter ihm nieder. Wird er nicht in die Luft, sondern über den Boden hin geschleudert, so springt er in gerader Linie, gewissermaßen hüpfend, weiter. In diesem Falle kehrt er aber nicht wieder an den Ausgangspunkt zurück. In den Händen eines geübten australischen Eingeborenen ist der Bumerang eine gefährliche Waffe, die stets die Bestürzung der Europäer erregt hat. Die phantastischen Bogen, die er zuweilen beschreibt, grenzen in der Tat ans Unglaubliche. Zuverlässige Augenzeugen haben einen Bumerang eine Bahn von hundert Metern zurücklegen sehen, wobei er um ein Haus herumflog. Senkrecht in die Luft 35 Meter hoch geworfen, beschrieb ein anderer Bumerang einen doppelten Bogen und fiel wieder zu den Füßen des Werfers zu Boden. Wieder ein anderer flog 50 Meter weit, beschrieb einen Bogen von 15 Meter Durchmesser und kam in zierlchem Gleitflug zurück. betrug schätzungsweise 25 bis 30 Meter. Der Vorteil dieses unheimlichen Geschosses liegt auf der Hand; der Besitzer ist, wenn er seinen Feind oder ein Stück Wild getötet oder verwundet hat, stets wieder im Besitz seiner Waffe. Wenn der Bumerang auch selten einen Menschen tötet, so kann er ihn doch erheblich verwunden. Eine Verteidigung gegen ihn ist dem Ungeübten fast unmöglich Der Entdechungsreisende Gdward John Eyre erzählt, daß ihm durch einen zuräckkommenden Bumerang fast ein Arm gebrochen wurde, während er nur ein Meter von dem werfenden Eingeborenen entfernt war und zudem noch scharf nach dem Geschoß ausschaute. — Am auffallendsten ist, daß die rohen Eingeborenen Australiens sehr geschickt in der Anfertigung dieser Waffe sind und ohne ein anderes Hilfsmitiel als mit einem alten Messer; dagegen bringen die Europäer nur selten ein brauchbares Stück zustande. Der Instinkt des Naturmenschen zeigt sich der Schulweisheit des Weißen hier überlegen. Allerdings sind auch nicht alle Australier gleich geschickt in der Handhabung. Unverhoffte Beute Eine sibirische Erinnerung von Joseph M. Velter. Die Sonne war eben untergegangen, in dunstigem Rot leuchtete der Horizont und spiegette sich in den Wassern des Tagul. Zwischen Schilf und Weidenbüschen saßen Imquill und ich verborgen auf dem Anstand nach dem wehrhaften Riesen des sibirischen Urwaldes, nach dem Elch. Seit mehr als einer Woche waren wir hinter einem kapitalen Schaufler her, und jetzt endlich hutten wir die Stelle ausgemacht, wo der Riese allubendlich sein Bad nahm, Zuflucht suchend vor dem Gelsengeichmeiß, das ihn bis aufs Blut peinigte. Lautlos zog der Fluß vorüber, nur von Zeit zu Zeit gluckste eine Weile auf, wenn irgendwo in den Fluten ein Stradel seine Wasser emporwarf. Klar wie bei einem Quell lag das Bett des Flusses weithin sichtbar, in der Nähe des Ufers blinkten silbern die Bauchseiten keiner Fische auf, die spielerisch umherschmammen, dann aber unruhig wurden, und bald kündete shatten, am anderen Morgen, als wir Re Beute nach Hause schaffen wollten, verschwunden war. Wir hatten zuerst an einen Bären gedacht, aber Semjon Pawlowitsch belehrte uns damals, daß es Rossomachi gewesen seien, wahrscheinlich eine Mutter mit ihren Jungen. Ihre Höhle mußte in der Nähe sein, irgendwo zwischen Feisen oder unter dem Wurzelwerk eines gesturzten Baumriesen. Wir hatten den Bau aber nicht finden können. 6 8 Kein Zweifel, der Rauver hatte es auf die Enten abgesehen. Was frißt er nicht alles? Mäuse und Lemminge, Schnecken und ans Ufer geschwemmte tote Fische, aber auch kein Reh und kein Hirschkalb ist vor ihm sicher, sogar junge Rinder, Renntiere und Elche reißt er, und Wolf und Bär gehen dem wilden starken Geschöpf gern aus dem Wege. Dabei hatte uns Semjon Pawlowitsch berichtet, daß er, in die Enge getrieben, auch den Menschen angreife, und durchaus kein harmloser Gegner sei. Nun, harmlos sah er auch nicht aus. Sein Kopf erinnerte an den des Bären, ebenso sein gedrungener, schwerer Körper und die krallenbewehrten langen Tatzen, nur zierte ihn eine kurze, dicke und buschige Rute, die ihn als den größten Vertreter des Mardergeschlechtes kennseichrets....„ Lautlos sank sein Korper zusammen, die Gelenke seiner Schultern zeichneten sich über dem Fell des Rückens ab. Vorsichtig, geduckt, schlich er näher, durch Weiden und Schilf gedeckt. Mordgierig funkelten seine Lichter. Eben überlegte ich, ob ich ihn aufs Korn nehmen sollte. Der Kerl interessierte mich. Iwar war dann der Elch vergrämt, aber wer weiß, ob er überhaupt kam und ob wir jemals wieder so leicht einen Rossomacha vor den Lauf bekommen würden. Da fühlte ich, wie sich Imquills Gewehr lautlos über meine Schulter schob. Ich regte mich Anna Daoter—sie übersetzte den Französische— ihre Freunde einlud. Da sie die Suppe nach den griechischen Rezepten selbst reitete, so erfuhr keiner der Geladenen, woraus sie bestand, doch alle hatten nach der ersten Löffeln die gleiche Empfindung, vergiftet zu sein — und streikten... Diese„schwarze Suppe“ wird man in St. Raphael nicht nachahmen; dafür stehen aber außer dem allbekannten Lucullus noch viele andere Vorbilder zur Verfügung. Da wäre das„Nachtmahl des Nasidenius" zu nennen, wie es Horaz schildert, oder es gäbe den„Schild der Minerva“ zu bereiten, den der kaiserliche Schlemmer Vitellius aus und Fasanenzungen gemischt mit der Milch winziger Fische komponierte, oder die„Pastete Heliogabals“, ein Kunstwerk aus Hahnenkämmen, Pfauen= und Nachtigallenzungen, Rebhuhneiern und Fasanenhirn.— Möglich, daß die Köche in St. Raphael ähnlich handeln werden; Schlemmer gibt's ja auch noch heute übergenug in der Welt. wurden, und bald kundere ungeduldig. Norauf wartete Imquill? Warum erregtes Springen im Fluß und zwischen denskam der Schuß nicht? Schilfrohren, daß die Wasserräuber auf die Die Geisen summten, das Schilf flüsterte, leise Abendjagd gegangen waren. 4.5s30g der Fluß... Eben ruderte der Erxel hochLinks von uns, bis dicht an den Flutz, er9v. erhobenen Hauptes dem User zu. Eine Schnecke sich die schwarze Taiga, der Nadeturwald am Schilf mochte ihn locken. Da schnellte schon (schwarz im Gegensatz zur„weißen“ Tazg, Die wie ein schwarzer Strich der Vielfraß durch das viel Birken= und Erlenbestand hat), vunikel, Röhricht, und seine Zähne schlugen sich in den drohend und dicht. Weithin war der Bodenshlaugrön glänzenden Hals des Tieres. Klägübersät mit dürren, stellegzur giüge gr#erboch lie lich sank sein schöner Kopf zur Seite, indes die genden Zweigen, die ein lautioses Pirschen un=[Flügel wild zu schlagen anhuben. Mit lautem möglich machten. Wir hatten es oft genug ver-Geschnatter stob die entsetzte Kette davon. sucht. Umsonst. Vielleicht bekamen wir den) Da krachte Imquills Büchse. Der Räuber Elch heute abend vor die Büchse. Jedenfalle). im Feuer. Er brauchte den Erpel nicht hatten wir die beste Hoffnung.(mehr, der nun und bald munden würde. Also Aber noch rührte sich nichts. Eine Wolke von deshalb hatte Imquill in schlauer Berechnung Gelsen, Bremsen und Muchis brüllte uns ein u. gezögert. bohrte sich mit wütendem Summen in die Mes=] Der Vielfraß maß wenig mehr als einen kitonetze, ohne die der sibirische Sommer über=Meter. Das Fell war jetzt im Sommer nicht haupt nicht zu überstehen ist. Im leichten Wind piel wert. Es war schwarzbraun, auf dem der sich erhoben hatte, flüsterte das Schilf, und Bauche ganz schwarz, mit einer weißen Zeichaus der Taiga klang dunkles Rauschen. nung zwischen den Augen und einer lichten Drüben am anderen Ufer spielten Enten. Ack Binde über dem Körper von den Schultern ab. — i— ack— ack klang ihr Geschnatter her= Den Elch bekamen wir nie wieder zu Geüber. Am Waldrand zwischen Wurzeln undssicht. Dafür hatten wir an der Lena, wo wir Grasbüscheln wurde es lebendig. Hunderte von später auf Elche jagten, mehr Glück. Mäusen huschten hervor, braun und behend, mit listigen, kleinen, schwarzblinkenden Augen, standen einen Augenblick still, hoben windend das Näschen, putzten sich und waren wieder verschwunden, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Den ganzen Taigarand entlang —2— Eine neue Schlemmerstätte Ein Restaurant in St. Raphael, einem Badeliefen ihre schmalen, sich ständig kreuzendenlort an der französischen Riviera, kam auf den kleinen„Wechsel". Imerkwürdigen Einfall, bekannte Gastmähler Jetzt tauchte dicht neben uns eine Ente auf.laus dem Altertum nachzuahmen. Die Reihe Noch eine! Ein Erpel suchte sich stolz, blaugrünsder Veranstaltungen hat mit dem„Festmahl glänzend, einen Weg zwischen dem Schilf. Herr=des Aesop“ begonnen, bei welchem nur Zungen, lich rot leuchtete der Ring um seine Augen.sauf alle möglichen Arten bereitet, gereicht wurAck— ack— ack— quarrte er leise und selbst=den.— Aehnliches ist schon früher unternomtfrieden vor sich hin. men worden. So wird uns von einem Abbe rühren Ging die Margon berichtet, der dem Regenten Whilipp Wir wagten uns vicht 9u, Parnrusen hoch von Orleans einen politischen Dienst erwies u. Kette mit wilden Aneyt, nach unserem Bloch=ldafür 30000 Franken beram. Man liebte dadann konnten wir Fuh“g,ocmäßigg.::—„mals noch die Nachäffung Roms in Kunst, Litehaus zurüchgehen. Der Eich, ungtos'schen wi. ratur und gesellschaftichem Leben, und 5o er st, wurde nicht mehr kommen oder doch loswußte der höfische Priester mit dem Gelde spät, daß wir kein Büchsenlicht mehr hätten.(nichts Besseres anzufangen, als ein„Festmah. Sed boen die Eenten on uns vorh, Halst gnhbe, Trimalchion= zu seiern, wie gg, Letrgnise ü iun erschien Hinter einem Felsblock,)tete. Es gab da Siebenschläfer in Honig und stern blinkenden Raubtierlichtern. Granatäpfelkernen, große von 26000 Jahren Von Dr. Wegner, Leiter des Berliner Planetariums. Das ist etwa kein Jahr, das wir für unsere Kalenderrechnung brauchen, wenn es sich auch auf astronomische Ursachen zurückführen läßt. Bekanntlich bleibt unser Polarsteern nicht immer der Stern, der dem Pol am nächsten steht, sondern er wird im Laufe der Jahrtausende von anderen abgelöst. Gegenwärtig hat er vom Him melsnordpol eine Entfernung von rund 2½ Mondbreiten und wird ihm bis zum Jahre 2100 näherrücken, um sich dann von ihm zu entfernen. So wird im Jahre 14000 n. Chr. der helle Stern Wega Polarstern werden. Das Himmelsbild ist ein ganz anderes als heute: Von den südlichen Sternbildern sehen wir in seiner ganzen Größe den Zentaur, den wir heute am Wendekreis des Krebses beobachten können. Das schöne Sternbild Orion ist gänzlich unseren Blicken entschwunden. Im Jahre 15000 läßt sich in Berlin das südliche Kreuz sehr gut sehen, dessen nördlichster(Stern im Jahre 18000 vom Horizont einen. Abstand von 12 Grad haben wird; dasselbe gilt für das Jahr 20000. Schon vor 5000 Jahren konnte man das südliche Kreuz bei uns in Augenschein nehmen. Alle diese Veränderungen wiederholen sich in 26000 Jahren, welcher Zeitraum auch das platonische Jahr genannt wird. Woher kommen diese Wechsel am Himmel? Die Erbachse steht nicht senkrecht auf ihrer Bahn, und zwar beträgt die Neigung 66½ Grad. Der Aequatorwulst steht danach 23½ Grad nördlich oder südlich von der Ebene der Erdbahn, der Ekliptik oder der scheinbaren Sonnenbahn. Die Sonne ist bestrebt, jenen Wulst in ihre Ebene hineinzuziehen, oder, mit anderen Worten, die Erdachse aufzurichten. Das gelingt ihr aber nicht, weil die Umdrehung der Erde dagegen wirkt. Der Erfolg ist nun der, daß die Erdachse, gleich einem rotierenden Kreisel, ihre schiefe Lage zwar behült, aber gezwungen wird, einen Kreis um den Pol ihrer Bahn, der Ekliptik, zu beschreiben. Der Radin. dieses Kreises beträgt 23½ Grad. So zeigt gegenwärtig die Erdachse nach dem Polarstern und wird in späteren Jahrtausenden auf andere Sterne hinweisen. fette Feigenfresser in Sesber ue Pae aun eent Ahernasechihen er Aachene ue eun Aute, bes bie due Ae., Ae uenr und Gade Werairem umzühr gund uuer uhch Peres iöiischen Aneschalte uur Vvs, Eyschrigen Falemer. Der degent zeiatz sich.. Sotomache, vin seittgerst hatten W. ue gribefriedigt von der Feier.— Ein Gegengrag or bierd B., 4oen ey, Bouen,, erlagtihurgu wur Die Nachathnung der spartanischen lebt, daß ein Pockt, den wir sptt abende erlegtst## wor. 9 S#chwarzen Suppe, gui vur uie fachnerstanoinelFest ein ganzes Volk ven begeistenten Gästen. von Vevey Von Alexander von Cleichen=Rußwurm Nicht bekommt dem Menschen seelisch so gut wie heilige Ergriffenheit. Sind Tausende einmütig gerührt und ergriffen, so bildet dies Erlebnis ein religiös erzieherisches Moment, eine mystische Weihe, der keine Einzelerfahrung gleichkommt oder vielmehr, die jede EEinzelerfahrung erst zur Reife bringt und bewußt zu wertvollem Besitz macht. Dies war der tiefe Sinn der großen antiken Feste, die den Jahreszeiten und deren Göttern geweiht waren, der heiligen Arbeit, wie jede Jahreszeit sie fordert. Sie betonten die Würde, den Stolz, den Segen der Arbeit und die Eintracht majestätischen Zusammenwirkens von Mensch und Mensch, von Mensch und Tier und Pflanze. Dies ist auch der tiefe Sinn des der Antike nachempfundenen, nein, des aufs neue mit schlichter Innigkeit und Naturreligion gefeierten einzigartigen Festes, das als Winzerfest in jedem 25. Jahre am Gestade des Genfersees abgehalten wird, im weingesegneten Vevey. Im