* S12s P. 1#991 FRSS SIES *„* * 6** nachts, wenn der Himmel sich blausamten und sternenbeslickt über die Ebene Andalusiens wölbt, pugern die Inglese zu ihren feurigen, schwungvollen, wundervollen Tänzen, wie jie eben nur die spanische Zigeunerin kennt! Die wahre Gestalt Geschichte oder Sage Marschall Ney wurde am 7. Dezember 1815 im Luxemburggarten zu Paris wegen Hochverrats erschossen, weil er nach der Landung Napoleons von Elba mit seinen gegen den Kaiser vorgeschickten Truppen zu diesem übergesangen war. Emn unrühmlicher Lebensab10 dieses in Saarlouis geborenen ehemaligen Schreibers, der es durch hervorragende militärische Fähigkeiten und entscheidende Siege vom Gemeinen zum Marschall von Frankreich und Fürsten gebracht hatte. Daß sein undankbares Vaterland ihm 1853 auf der Stelle seiner Erschießung ein Standbild errichtete, macht diese Erschießung nicht wett. Von diesem Marschall hat sich bis heute hartnäckidas Gerücht erhalten, die Hinrichtung sei nur eine Scheinhinrichtung gewesen, und der Marschall sei hierauf mit Wissen und Willen der Regierung nach Amerika entflohen, wo er eine Schule unterhalten habe und hochbetagt gestorben sei. In dem Staate Nord=Carolina war der Schullehrer Peter Stuart Ney allgemein als„Marschall Ney" bekannt. Für gewöhnlich soll er sehr schweigsam und verschlossen gewesen sein, was sein früheres Leben betraf. Manchmal aber bei einer Flasche Wein löste sich seine Zunge, und er kämpfte noch einmal seine Schlachten durch. Bei solcher Gelegenheit erzählte er einmal den Hergang seiner Scheinhinrichtung. Es seien für diese nur solche Soldaten gewählt worden, die früher unter seinem Befehl gestanden hätten. Sie hätten den Befehl erhalten, über ihn hinweg in die Luft zu feuern. Man habe ihm diese Anordnung durch einen Offizier mitgeteilt. Als die Salve fiel, habe er sich mit dem Gesicht zur Erde fallen lassen. Die anwesenden Regimentsärzte hätten ihn für tot erklärt, darauf sei er zur Beerdigung seinen Freunden übergeben worden, die ihn verkleidet nach Vordeaux geschafft hätten von wo er sich 1816 nach Amerika eingeschifft habe.— Eines Tages wurde ihm die Nachricht des Todes des Herzogs von Reichsstadt, des Sohnes Napoleons, während der Schulstunde brieflich mitgeteilt. Er geriet in große Erregung, zertrat den Brief wütend: „Der kaiserliche Prinz ist tot. Jetzt sind alle meine Hoffnungen vernichtet!“ Als er 1846 starb, waren seine letzten Worte:„Bassieres ist gefallen. Die alte Garde ist besiegt— jetzt will ich sterben!“— Seine Schüler errichteten eine Marmortasel als Marschall Ney. *— Der Seehund Von Carl Bulcke. Grünes mövenüberflattertes Land. Gegend zwischen Jörn und Uhl. O heilige Natur! Die Pferde wiehern, die Wildenten schnattern, die Hunde haben Flöh' und die Mücken beinen. Und der Mensch trinkt Grog. Die Springflut im Juli hatte einen toten Seehund an den Strand gespült. Dort lag er nun, der tote Seehund, dicht am Deich, und die Leute, die Haus an Haus im Schutz dieses Deiches wohnten, kamen, besahen sah vas verendete Tier und sagten zu einander, daß es ein toter Seehund sei, der dort läge. Im August lag der tote Seehund noch immer da, und wenn Fremde des Weges kamen, so wußten sie es zuerst auf einen Kilometer Entfernung, dann auf zwei, daß da im oberen Koog ein toter Seehund läge. O heilige Natur, der Seehund stank grausam. Im September traf ich bei Max Tönnies in der Wirtschaft den alten Herrn Claudius Nissen und trank mit ihm Grog. Herr Claudius Nissen war der Strandpächter. Herr Nissen,“ sagte ich,„Herr Nissen, wie soll das mit dem toten Seehund werden im oberen Koog? Der liegt nun schon drei Monate da und stinkt wie die Pest.“ „Tja.“ sagte Herr Nissen,„das wollen wir bald haben. Den holt im November die Springflot. darauf können Sie sich verlassen. Das hat alles seine Ordnung in der Natur. Tönnies, schall ick noch een Grog hebben.“ Ich bin wieder zu Hause. Ich denke an Sommer und Herbst. Grünes, mövenüberflattertes Land. Gegend zwischen Jörn und Uhl. O heilige Natur, du riechst nach totem Seehund. Der Zwerg Tom Pouce war gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts eine europäische Sensation, ein Variete=Universalgenie, eine Liliputanertruppe in einer Person. Ein Engländer, der ihn um jeden Preis hatte sehen wollen, war um einen Tag zu spät gekommen. Tom Pouce war bereits zu einem Gastspiel nach Rom unterwegs. „Schade! Wirklich schade!“ meinte der Engländer zu dem berühmten Pianisten Thalberg, dem Schwiegersohn des damaligen Caruso in Paris, Lablache, der nicht nur stimm=, sondern auch körpergewaltig war. „Ach was", tröstete Thalberg den Kunstenthusiasten.„Wer hat Ihnen das erzählt? Tom Pouce ist noch hier. Er tritt bloß nicht mehr auf. Sie haben noch nichts versäumt. Ich gebe Ihnen eine Empfehlung an ihn, dann können Sie sich den Wunderzwerg noch besehen,“ und gibt ihm einen Brief an seinen Schwiegervater.„ Der Ueberbringer warret im Salon, die Tür geht auf und mit dem Zettel in der Hand steht der riesengroße, runde Lablache vor dem sprachlosen Engländer, der sich kopsschüttelnd das Ungetüm von oben bis unten besieht. „Aber, aber,“ wagte er endlich zu stammeln, „—— Tom Pouce ist doch ganz klein.“ „Jawohl, ich bin sehr klein sogar, mein Herr. Aber nur während der Vorstellungen auf der Bühne. Zu Hause, im Schlafrock, da gehe ich aus mir heraus und gebe mich in meiner wahren Gestalt.“ Ausgrabungen in der Abydos, welcher Ort im alten Aegypten nie eine politische Rolle gespielt hat, ist gleichwohl berühmt als die Statte, wo der Gott Osiris bestattet liegt. Das Osireion von Abydos war den alten Aegyptern der Tempel jenes Gottes, der über Eintritt in das Reich der Seligen bestimmen konnte. In Abydos, wo heute die Aegyptische Ausgrabungs=Gesellschaft unter Leitung eines holländischen Archäologen arbeitet, wurden denn auch zahlreiche Gräber gefunden, die sich zeitlich von den prädynastischen bis zu den Ptolemäerperioden erstrecken. Der wichtigste Fund war jedoch der Tempel Sethi's I. und daneben ein unterirdisches Gebäude, dessen Bestimmung bisher nicht definiert wurde; auch die Zeit, in welcher es gebaut wurde, blieb rätselhaft. Jetzt erst entdeckte man durch Zufall auf einigen der Bausteine das Zeichen Sethi's I., so daß der Tempel und das geheimnisvolle unterirdische Bauwerk aus derselben Zeit stammen. Durch weitere Ausgrabungen wurde festgestellt, daß sich in dem Gebäude eine große Halle befand, deren Decke durch zehn schwere Säulen getragen wurde. An den Mauern des rechteckigen Gemachs entlang lief ein mit Wasser gefüllter Kanal, während die Mitte der Halle einen höher gelegenen Flur besaß, der eine Art Insel bildete. Zu dieser Insel gelangte man von zwei gegenüberliegenden Seiten aus durch Treppen, die aus dem Wasser heraufführten. Durch Vergleich mit Abbildungen auf einem Papyros konnte der Schluß gezogen werden, daß das rätselhafte Gebäude die Materialisierung einer religiösen Idee über Osiris sein müsse. Die Vorstellung, wonach Osiris auf einem Urhügel, der täglich die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne empfängt, vom Tode auferstanden sein soll, hat der ägyptische König(denn es handelt sich um das Zenotaphium Sethis I.) zu seinem eigenen Heil verwirklichen wollen. gegen das leichte, feinmaschige Netz. Dieses gibt nach, weil es lose hängt, und der Vogel Am Ausguck Nachesteng in Bouttna. Bekanntlich werden die Wachteln, wenn sie im Herbst südwärts ziehen, an den Küsten des Mittelländischen Meeres in Massen gefangen. In Palästina wird der Wachtelfang bei Gaza, im südwestlichen Küstendistrikt des Landes, in großem Maßstab ausgeführt. Nach dem Bericht eines Ornithologen aus Jaffa wenden die Araber folgende Fangmethode an. Hart in der Nähe des Meeresufers stellen sie ein mehrere Meter hohes Netz mit faustgroßen Maschen auf, das eine ansehnliche Länge besitzt. Unmittelbar vor diesem weitmaschigen Netz hängt lose ein anderes, leicht und engmaschig. Die von der Reise ermüdeten Vögel fliegen ziemlich niedrig über das Wasser landeinwärts und haben nicht mehr die Kraft, das hohe Netz zu überfliegen. Bei dem Versuch, durch die weiten Maschen des hinteren Netzes zu fliegen, flattern sie zunächst zieht es durch eine Masche des hinteren Netzes hindurch mit sich, so daß ein Sack entsteht, worin sich der Vogel selbst gefangen hat. Dann springt der auf der Lauer liegende Araber hinzu und holt die Wachtel heraus. Die englische Mandatsregierung hat den Wachtelfang bisher nicht verboten. Dagegen hat sie insofern einen immerhin wirksamen Schutz eingeführt, daß sie Bestimmungen erließ, wonach die Netze erst in einem Abstand von mehreren hundert Metern von der Küste aufgestellt werden dürfen. Dadurch wird der Fang erheblich unergiebiger gemacht. Manitou, der große Geist. Als man die ersten Telegraphen= und Telephonleitungen in Nordamerika durch die Indianerreservate legte, machten die Indianer anfangs viele Schwierigkeiten. Da kam der leitende Ingenieur auf den guten Gedanken, um das Abschneiden der Drähte, das Umwerfen der Stangen ein für allemal abzustellen, den Aberglauben der Indianer zu Hilfe zu nehmen. Als die Strecke zwischen zwei 500 Meilen auseinander liegenden Forts fertig gestellt war, richtete er es so ein, daß in jedem Fort an einem bestimmten Tage je ein Indianerhäuptling zugegen war. Dann fragte der Ingenieut den Arapohonhäuptling, ob er nicht Lust habe, sich mit dem Siouxhäuptling zu unterhalten! Der Indianer stellte eine Frage durch den Trichter und bekam eine Antwort. Große Verwunderung. Dann wurde die Unterhaltung lebhaft, Fragen und Antworten flogen hin und her. Häuptlinge waren maßlos erstaunt. Da erklärten die Telegraphisten, dies sei das Sprachrohr Manitous, des großen Geistes, was sie mit gläubigem Vertrauen aufnahmen. Dann vereinbarten die beiden Häuptlinge noch, sich entgegenzureiten und sich in der Mitte zwischen beiden Forts zu treffen. Als sich beide nach 250 Meilen Ritt auch wirklich trafen und sie sich gegenseitig das Gehörte bestätigten, war dies Wunder Manitous bald bei allen Stämmen bekannt. Seitdem blieben die Telegraphenleitungen, weil heilig, verschont. Der Prinz mit dem silbernen Bein. Dem in schwedischen Diensten stehenden Prinzen Friedrich von Hessen=Homburg riß während der Belagerung Kopenhagens am 29. Januar 1659 eine Kanonenkugel ein Bein ab. Der Prinz schnitt mit eigener Hand die einzige Sehne durch, an der das Bein noch hing. Nach Verheilung des Stumpfes ließ er sich ein künstliches Bein anfertigen, dessen Gelenke von Silber waren. Er bekam den Beinamen„Prinz mit dem silbernen Bein". Er blieb trotzdem in Kriegsdiensten, wurde 1670 kurbrandenburgischer General der Kavallerie, nahm an der Schlacht bei Fehrbellin teil und starb zu Homburg im Jahre 1708, nachdem er von 1684 an sein Land regiert hatte. Wie eine Flotte über Land fuhr. Als Herzog Filippo Visconti von Mailand gegen Venedig Krieg führte, beherrschte er den Gardasee durch seine Landtruppen und eine kleine Flotte. Da machte 1434 der Kandiota Sorbola dem venetianischen Feldherrn Gattamelata den Vorschlag, eine Flotte über die Südalpen in den Gardasee zu führen. Natürlich belachte man diesen phantastischen Plan, aber Sorbola wußte sich durchzusetzen. Er wurde mit der Ausführung seines Planes betraut und erhielt zu diesem Zweck: 2 Galeonen. 3 Galeeren, 1 große Veroneser Barke und 25 kleinere Schiffe. Dieses Geschwader führte er die Etsch hinauf bis Ravazzone, von wo es zu Land auf Rollen, Walzen und besonderen Wagen weiterbefördert wurde. 2000 Arbeiter füllten Vertiefungen aus, überbauten Schluchten mit Brücken, sprengten Felsen und ebneten den Weg, auf dem 2000 Ochsen,— je 200 bis 300 vor einer Galeere— das Geschwader zunächst in den See von Loppio brachten. Jenseits des Sees stieg die Flotte in der Bahn eines Wildbaches bis auf die Wasserscheide, welche die Etsch vom Gardasee trennt. Da dieser nun über 200 Meter tiefer liegt als das Etschtal bei Mori, so fingen für das Herabbringen der Flotte nun erst die größten Schwierigkeiten an. An starken Ankertauen befestigt, wurden die Schiffe mittels Winden langsam die schiefe Ebene hinabgelassen. Mit Staunen und Schrecken sahen die Umwohner des Sees eines Morgens hoch oben auf den Schultern des Monte Valdo die großen Meeresschiffe erscheinen und langsam in den See gleiten. Diese Reise der Flotte zu Land hatte 15 Tage gedauert und 30 000 Gulden gekostet. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. 2 9 55 S Süg # S S 22 8 2 S 8 2* * 2 S### #### S 2 6 ## Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung 8-45 in alten Zeiten Von Dr. H. Oberlies=Würzburg. Den ältesten Menschen war der Tod unsaßbar; sie unterschieden ihn nicht vom Schlaf. So setzten die Neandertalmenschen ihre Toten in Schlüferstellung auf einer Lagerstatt an der Herdstelle in ihrer Behausung unter dem senfach einer Höhle bei, unter Beigabe von Schmuck, Farbmitteln zur Bemalung des Körpers— meist Ockergelb— und Werkzeugen. Da man einst die tote Natur mit unsichtbaren Geistern belebt dachte, so war es nur natürlich daß man glaubte der Tote führe als dämonisches Wesen sein Dasein in der bisherigen Weise fort und habe daher Anspruch auf alles, was er im Leben besessen habe. Aus Furcht wurde ihm dies alles gewährt, um ihn dadurch freundlich zu stimmen und als Schutzgeist zu gewinnen. Die Verbindung von Grab und Wohnung blieb noch lange bestehen. In den Muschelhaufen Dänemarks und Portugals liegen die Toten mitten unter den Nahrungsmittelresten, in der zur Steinzeit sehr beliebten Hockerstellung, die nur als Zeichen vermehrter Furcht vor den Toten zu deuten ist. Man fesselt den Toten oder näht ihn in Häute und Matten. Man begräbt ihn jetzt tief unter der Erde, wälzt Steine darauf, um die Wiederkehr unmöglich zu machen. Man bannt endlich alle Toten an einen Ort. So entstand die Idee unseres Friedhofes mit seinen Grabsteinen. Im nördlichen Europa herrschten die Megalithgräber. Gegen Ende der Steinzeit ging man zur Hügelbestattung über. Schließlich kam der revolutionäre Gedanke, sich des Toten zu erledigen, indem man ihn verbrennt. In Mitteleuropa gewann diese neue Form zuerst Boden, die nichts anderes als die „gänzliche Abtrennung der Seele vom Lande der Lebenden" bezweckte, d. h. die Verbannung der Psyche. Es war ein befreiender Gedanke für die damalige Menschheit, somit von ihrer Totenfurcht erlost zu werden, da nunmehr die abgeschiedene Seele kraftlos im Totenreich herumirren mußte, eine Vorstellung, die vor allem durch die homerischen Epen allgemein bekannt wurde. In naiver Weise bohrte man daher in den ältesten Brandgräbern ein Loch in die Wand der Aschenurne, um für die innen befindliche Seele einen Ausgang zu lassen. Kein Volk tat mehr für seine Toten als die alten Aegypter. Ihr Totenreich war am Himmel oder auf der Erde; doch wurde man dort zur Arbeit aufgerufen. Die Vornehmen ließen sich daher durch sogen.„Uschebti“ vertreten, d. h. Diener und Dienerinnen aus Kalkstein oder Fayence. Alle Gräber lagen im Westen; die ältesten waren flache Gruben im Wüstensand. An den Totenfesttagen stellte man auf das Grab eine Schale mit Brot und einen Krug mit Bier. Später wurden die Gräber zu Kammern erweitert mit mehreren Nebenkammern zum Aufnehmen der Beigaben. Ueber der Erde aber erhob sich eine Art Ziegelbau von bankähnlicher Form. Im Laufe dieser Entwicklung entstanden dann die Pyramiden, die Gräber der Könige. Der am Grabe Betende mußte nach Westen zum Eingang des Totenreiches schauen; am Grabe standen bei Totenfesten steinerne Lampen, die angezündet wurden. Schon früh begann in Aegypten die Mumifizierung der Leichen, um den Körper des Toten dem Ka möglichst lange zu erhalten. Das Herz wurde herausgenommen und durch einen Skarabäus ersetzt. Die Organe für Hunger und Durst nahm man ebenfalls heraus, setzte sie in Eingeweidekrügen bei. Die Angst vor dem Verhungern des Toten war sehr groß; so kam man auf die originelle Idee. die Nahrungsmittel aus unvergänglichem Stoff zu bilden, z. B. Gänsebraten aus Alabaster. Man gab sogar Schiffe mit ins Grab, damit der Donnerstag, 18. November 1926 Heimat... Pflugschar, die schwer durch den Acker geht,— knorrige, schwielige Hände— Abendwind, der darüber weht, wie ein Segnen überm Gelände... Geduckte Hütte,— geschnitzter Schrein, viel Mühsal— und ein Zufriedensein— Heimat... Sieben Birken am Anger— die wehn u. wehn, sickernde Quellen im Grunde, schwankende Stege, die über Gräber gehn, und Irrlicht zur Geisterstunde. Ein Kirchlein, das fern am Weiler steht, Glockengeläut und ein Nachtgebet— Heimat... Fünf Kreuze auf einem Friedhof stehn, fün; Leben sind jung zerronnen,— fünf Hügel in Sonne und Herbststurmwehn immergrün übersponnen... Im Forsthaus— müd— eine alte Frau,— das Mutterherz deutsch— und die Augen blau— Heimat... Eugen Stangen. Tote reisen könnte... Um dies alles zu genießen, legte man großen Wert auf ein Grab in der Heimat und sing schon bei Lebzeiten mit dem Bab seines Grabes an, was besonders bei den großen Pyramiden verständlich war, an denen oft Hunderttausende jahrelang arbeiteten. Am Tage der Beerdigung versammelten sich alle Verwandten und Bekannten. Es ging über den Nil hin zum Grabe. Der Sarg wurde auf einer Schleife von 4 Rindern gezogen. Am Ziel Spendung von Wasser, ein Priester las aus einem Totenbuch vor, ein anderer räucherte vor der Mumie, während die Gattin die Mumie umschlungen hielt. Oft wanderte man zu den Gräbern und opferte vor ihnen. Anders war wieder manches in Mesopotamien, dem Kulturlande der alten Babylonier und Assyrer. In der Frühzeit wurden hier die Toten meist in noch bewohnten Häusern beigesetzt, im Fußboden oder in den Ecken und an den Wänden der Zimmer. Es waren Gruben, ursprünglich ohne Särge. Später legte man den Toten in große Tonschalen oder Tonkrüge, oft auch in Wannen. Dann gab es auch Särge aus glasiertem Ton für die Vornehmen. Innerhalt der Städte gab es dann noch gemeinsame Begräbnisplätze. Reiche Beigaben waren üblich; bei Frauen Schmuck, bei den Männern of Waffen. Während der Verwesung ging die Seele ins Totenreich, um dort als flatternder Schatten an dunklen, schmutzigen Orten zu wohnen. Sieben Mauern und sieben Tore umgaben diesen grausigen Ort. So hatte man große Angst vor dieser Unterwelt und legte großen Wert und Sorge darauf, Angehörige zu hinterlassen, die für Speise und Trank u. a. sorgten, sons fand die Seele keine Ruhe. Besser und reicher fließen die Quellen über Bestattungsweise und Totenkult der Griechen. Der alte Homer berichtet uns einiges: Dem Toten wurde der Mund geschlossen, dann wurde er gewaschen und gesalbt, in Leinen eingehüllt und auf einem Paradebett ausgestellt, die Füße dem Eingang zugekehrt, damit die Seele nicht zurückkehre. Es folgte die Totenklage und dann die Verbrennung auf dem Scheiterhausen, wobei seine Habe, Lieblingstiere: a. mitverbrannten. Mit Wein wurde später die Glut gelöscht. Ueber den Gebeinen wölbte sich ein großer Hügel und darauf ode rdavor der Leichenstein. In Athen fand in der Frühzeit Beisetzung im Hause statt, dann aber außerhalb der Stadt, danebenherging auch wieder die Verbrennung. Wie uns. frühe Vasen zeigen, erfolgten die Bestattungen mit wahrem Schaugepränge in riesigen Leichenzügen; als Beigabe dienten wiederum Schmuck oder Waffen. Ein Stein zeigte die Grabstelle an, später eine 2 Meter hohe Marmorvase. Im 5. und 6. Jahrhundert herrschte vorwiegend die Verbrennung, die in den Gräbern selbst geschah. Holzsärge gab es nur wenig. Die Armen überdeckten ihre Toten mit Ziegelplatten. Für Kinder gab es Wannen oder Amphoren. Als Fährgeld gab man den Toten einen Obolos= 13 Pf. in den Mund, wofür sie der Charon über den See der Unterwelt fahren sollte. Nach der Bestattung gad es einen Leichenschmaus, bei dem alles bekränzt erschien. Die Seele des Toten galt als anwesend, ja sogar als Gastgeber; so durfte man selbstverständlich von dem Toten nur ehrend sprechen. Am 3. und 9. Tage nach der Bestattung brachte man dem Toten eine Mahlzeit ans Grab. Am 30. Toge stellte man ihm einen Sessel an das Grab, damit er auf diesem zizerd die Spenden entgegennehmen konnte. Ties wurde 4 Monate wiederholt. Am 30. eines jeden Monats war offizielles Totenfest; geseiert wurde auch der Geburtstag des Toten. Es gab sogar im alten Athen ein Allerseelen, das von alien Bürgern den Seelen ihrer Angehörigen gegeben wurde. Es fand im Frühjahr statt zur Zeit, wenn die Toten in das Reich der Lebendigen heraufkamen. So gehörten die Tage den Toten. Es waren unreine Tage. Die Läden waren geschlossen, ebenso die Tempel der Götter. Man glaubte, die Seelen gingen um, und wandte Mittel gegen sie an. Man haute beim Morgenausgang die Blätter des Weißdorn; man bestrich die Türpfosten mit Pech; doch stellte man den Toten auch Gaben hin, und zwar in Töpfen Erdfrüchte und Sämereien. Am letzten Festtage jagte man sie dann fort. In Rom waren die Gebräuche bei der Bestattung ähnlich wie in Griechenland. Der letzte Hauch des Toten wurde von einem Verwandten aufgefangen und die Leiche sieben Tage ausgestellt. Bei der Verbrennung wie immer allerhand Geschenke, Speisen, Kleider. Dann wurden dem Toten die Augen geöffnet und der Scheiterhaufen angesteckt. Die Gebeine wurden mit Wein und Milch begossen und kamen dann in die Urne, dazu wieder eine Münze. Massenbeisetzungen sanden in den sog. Kolumbarin statt. Die Urnen standen dort in den Nischen wie in den Löchern eines Taubenschlages über= und nebeneinander. Am Bestattungstage wiederum der Leichenschmaus, dann neuntägige Trauerzeit. Für dauernde Spenden an den Toten wurden Tonröhren in sein Grab geleitet, in die man die Spenden hineingoß. Bei den ersten Christen in Rom gab es die Bestattung in Katakomben, die zwar oft bis 20 Meter unter der Erde lagen, aber einen sichtbaren Zugang hatten, oder die Bestattung in Reihengräbern, wie sie von da an bis heute üblich geblieben sind, wodurch die Verbrennung immer mehr zurückgedrängt wurde und erst in neuerer Zeit wieder an Bedeutung gewinnt. Das Kind bei den Toten Eine Erinnerng zum Totensonntag Von Fritz Kaiser=Ilmenau. Ich besinne mich, einmal auf dem Soldatenfriedhof einen kleinen Franzosenjungen anzetroffen zu haben, der im schönen Sonnenschein an einem der Gräber hauerte und mutt Kieselsteinen ipielte. Sne 2 Was für ein Bild, dachte ich und deeine Weile in stiller Beschaulichheit am Eingang des Ehrenhaines. Ein Kind bei den Toten in seiner ganzen ruhrenden Einfalt, als wollte es den Schlaf der Tapferen hüten. Wie mancher von ihnen mochte wohl zu Hause ein solches Büdchen besessen haben, ebenso frisch und aufgeweckt wie dieser liebe, kleine Kerl om feind, und in Gedanken daran verschieden sein. Nun war's, als wenn der Traum der toten Väter an ihren Hügeln saß. Friedvoll und lächelnd. Der Sonnenschein strich sein über Blumen und Kreuze. Es schien, als ob etwas von dem versonnenen Lächeln des kleinen Buben mit hineingeflossen wäre und dem Strahl ungemein niel Zärtlichkeit gegeben hätte. Wie unter der So Ist das Rabenvolk sebem verhaßt, keiner, stihm freund. Höchstens der Ackersmann im Lenz, wenn er seiner Pflugschar folgt und die Engerlinge aufpickt. Gleichzeitig zeigt er ihm an, wie lang er seine Furchen ziehen soll:„so lang, als ein Rabe auf einem Galgen eine Nuß essen möge". Dies aus der Zeit, als noch nicht in jedem Dorfe eine Kirche mit einem Uhrturm stand, wohl aber vor jedem Ort ein„Rabenstein“ war mit Hochgericht und Rad. Jeder Jäger, dem seine Junghäschen lieb sind stellt ihnen nach, wo er nur kann. Doch das ist leichter gedacht als getan. Früher lockte sie der Uhn an die„Krähenhütten". Jetzt aber,— alle wissen, wie schwer ihnen beizukommen ist. Deshalb tragen sie gern einen Krähenfuß in ihrer T sche.* ist Weidmannsheil! Aber nur, zu mir auf. Ich fühlte meine Seele warm davon berührt. Ich las Namen und Regiment auf dem schlichten Holzkreuz. Erinnerungen kamen. Wie der da hatte mein bester Jugendfreund geheißen. Ich sah ihn auf einmal so deutlich vor meinem Gedächtnis unter einer frohen, lustigen Schar buntbemützter Hoffnungen. Nun schlief er auch längst schon drüben in Polen.— Wachse Meine Brust war bewegt in jahem Weasse! solcher Bilder. Etwas davon war wohl in dem beobachtenden Auge des Kleinen hängen geblieben. Er drückte sich zögernd an mich heran, griff scheu nach meiner Hand und stotterte teilschmengll: „Ton frere, monsieur?"(Dein Bruder, Herr?)„ Ich nickte nur in tiefer Ergriffenheit, fügte dann aber hinzu, indem ich mit ausgestrecktem Arm über all die lieben, tapferen Gräber wies: „Ce sont tous mes frères, mon enfant!"(Das sind alles meine Brüder, mein Kind!) Da riß des Bübchen erschrocken seine Augen auf und schlang seine Aermchen gequält um meine Beine. Ich konnte es nicht hindern, daß eine Träne aus den harten Augen quoll und wie eine Perle in dem dunklen Gelock des Kinderkopfes unserdauchte. Meine Hand glitt bewegt darüber und segnete das kleine, seine Kinderherz. Aus der Ferne drang Kanonendonner an mein Ohr— dröhgendes Orgelspiel, das mit den feierlichen Blockenschlägen in meiner Brust verschmolz zu brausendem Domgesang. Ich stand in dem Kinderherz wie in einem wetten, göttlichen Tempel, und die heldischen Toten waren lebendig bei mir. Ich nahm ihre Grüße entgegen und brachte sie zu.„#. Heimat, wohin ich auf Urlaud fuhr. der Toten aus Frankreich! Robenweläbett Von Dr. Johannes Kleinpaul. Durch die Luft ein Rabe krächzt, Hungermüd nach Latung lechzt; Frägt er einen andern Raben: Werden wir heut Speise haben? viel Fartlichnen ggeben halte. Wie unler der Tasche. Das ist Weionamnsheil., Aber lieben, weichen Hand der Heimat feierten die wenn er mit eigner Hand erbeutet ist. Gräber, und die Vögel darüber in den knospen=] Von Bismarck geht die Sage, daß er gern den Zweigen sangen bewegt ein Lied von Leben junge Raben schmauste. Das ist Geschmackssache, und Liebesglück.[Vielleicht erhöht die Schwierigkeit, sie zu erlanIch legte die Rechte an den Heim und grüßtelgen, den Reiz. die toten Kameraden. Dann schritt ich die Merkwürdig sind ein paar Bestimmungen, deReihen ab, und der Schatten meiner Gestaltsnen zufolge man früher nach dem Raben— legte sich auf die Hügel wie eine Fahne, die maß: sich trauernd senkte.:„Am Maitag(10. Mai) soll der Roggen so Als ich an das Grav trat, wo der kleine hoch stehen, daß sich ein Rabe darin verbergen Junze saß, blickten die dunklen Kinderaugen kann.“ „Fände einer im Walde ein Stück Wild, wieviel Brüche soll er darauf legen(um es vor dem Verderben zu bewahren, bis man es heimholt)? Soviel Laub, daß sich ein Rabe darunter verstecken kann.“ „Wieviel Holz soll sich der Pfarrer von Sievershausen aus dem Hämeler Walde holen? Soviel, als eine Krähe vom Baume tritt.“ Das ist wenig genug. Mancher fromme Mann mochte wohl die Raben verwünschen, wie andere verhaßte Vögel auch:„Hol dich der Kuckuck!“„Daß dich der Geier hol“!“ Mancher särgerte sich schwarz, rabenschwarz. Nur sprichwörtlich sind—„weiße Raben“. Schon eins unserer ältesten Volksrechte weiß davon:„Wer widerspricht, schuldet hundert schwarze Schwäne und hundert weiße Raben“. Naturlich eine Unmöglichkeit! Die Herren beliebten zu scherzen. Vielleicht aber lag es nur an der Orthographie: „Weise Raben!". Denn daran ist kein Zweifel: die Scheuen sind gescheut! Zwei weise Raben saßen auf den Schultern Odins: Hugin der Gedanke— und Munin— das Gedächtnis—. Tag für Tag flogen sie um das Erdenrund und erforschten die Zeit und brachten ihm Kunde von allem, was sie sahen. So war der Rabe Gottes Vogel; heilig, wissend, unsterblich wie der Gott! Tausendjährige Raben kreisen um den Kyffhäuser, vie lhundertjährige zieren manches Wappenschild, hundertjährige wahren irgendeine Tradition in manchem alten Schloß. Allen Heerscharen flogen Raben nach. Manchen flogen sie voraus. Die Wikinger nahmen sie auf ihren Seefahrten mit u. sandten sie aus, um neue Küsten zu suchen. So wurde Grönland entdeckt. Genau so noch im Jahre 1050 ein frommer ir deutschen Thüringer, der ein Kloster gründen wollte. Er Ordonnanz wußte nur nicht recht wo, stellte die Entscheidung Gott anheim, ließ einen Raben steigen. Der zog erst weite Kreise, bis er sich endlich in den Linden eines heiligen Hains vor Naumburg niederließ. Dortentstand dann das Georgenstift. Ja, das Volkslied singt sogar davon, daß man beim Raben schwur. Die dänische Königstochter nimmt den Rabenfuß, legt ihre weiße Hand darauf und beschwört ihr Magdtum. So alter Glaube. Von da zum Aberglauben, vom Schwur zur Beschwörung nur einen Schritt. Hier zwei uralte Zauberformeln: Draußen schüttekt der Sturm die letzten Bict,„Daß dich niemand überwinden möge, auch er von den Bähmen. Die ersten Hlochr„asiß, daß du Schlöser auftun mögest: nimm eines ein. In den hohen, hahlen Wipsein am—)u=[Raben Auge, lege es achte Tage in einen Ameiund brächzen die Naven.„ ssenhausen, so findest du Steimein dabei, die Im Gefolge ds„wilden Jägers“ kommen s#e/trage bei dir.“ m LAmd, tzegt erst doe weide Aoszetsich gus„Stiehl einem Raben die Eier, siede sie er olatten vn., brtg hochen Hart herum, Wleg' sie wieder in das Rest, so fliegt der Rabe Eemund weiß, was sie treiben: scheues, übers Meer und bringt einen Stein und legt schlecht. sihn über die Eier, so werden sie wieder weich wig zämzisches, Gesepu# Nun diesen Stein in ein Lorbeerblatt gewickelt Jeder kennt sie, doch keiner ist ihnen hold und einem Gefangenen gegeben, der wird ledig lnfroh sieht sie der Wanderer in ihrem kangen, Wer eine Türe damit anrührt, die springt auf mogefranzten Leichenbitterroch. Ihr„Weh“ und wer ihn in den Mund nimmt, versteht aller Vögel Gesang.“ er Abenddähmmerung, ftürht eine Fra, dreimo!) Amhrosisteine nannte mon das. Ob marre bird eine tiefschwarze Beere von mattem Glanz] Sicher weiß man von Raben nur eine gute n unseren Ostseewäldern genannt; das hält Tat. Im Jayre 1910 fiel in chon allein davon ab, sie zu genießen. Und je= einen Mühlgraben, aus dem sie er meidet den Ort, wo ein= Rabe auffliegt undsherauszuarbeiten vermochte. Schon sammelten ich niederläßt, da er nur von Verwestem lebt;ssich die Raben. Durch deren der Karfreitagslegende hat ihn der Heilandlsam geworden, sprang man ihr bei und half ihr herang. Streifzüge durch Newyork Von Siegfried Scharfe. Es war an einem Herbstmorgen, als wir in den Newyorker Hafen einfuhren. Die Schiffssirene heulte, wie es ihre Pflicht war, in regelmäßigen, kurzen Zwischenräumen. Hier und da wurden Lichter sichtbar, von fremden Schiffen her, die ebenso wie wir nahe vor ihrem Ziel waren. Und dann legte das erste amerikanische Boot an unserem Dampfer an. Amerikanische Aerzte kamen u. mit ihnen amerik. Zeitungen in dikken Ballen als erste Grüße des reklamefreudigen Amerika. Bis schließlich der Augenblick nam, da die Anker fielen und unsere zehntägige Fahrt über den Ozean beendet war.—— Newyork ist eine seelenlose Stadt. Aufeinandergetürmte Stockwerke und regelmäßig aneinandergereihte Straßenzüge, die der Einfachheit halber nach Nummern gezählt werden, und viel Lärm und Benzingeruch— das ist Newyork. Die Weltstadt hat, so scheint es zunächst, keine Ueberraschungen. Man sucht vergebens nach einem repräsentativen Stadtzentrum wie den Linden in Berlin oder dem Ring in Wien. Newyork wirkt wie eine einzige große Steinwüste, deren Trostlosigkeit auch die kunstlichen Grunflächen und Parkanlagen nicht mildern können. Ueberall jagen Autos und lärmen Kräne und Maschinen. Man kann es verstehen, daß eine solche Stadt selbst für einen Amerikaner auf die Dauer nur schwer erträglich ist. Erst kürzlich konnte man in einer der angesehensten amerikanischen Zeitschriften lesen, daß man Newyork wohl bestaunen könne wegen des Lebens, das darin flute, niemals aber lieben, weil es keine Seele hat und nie so etwas wie Heimat würde, auch nicht für den hundertprozentigen Amerikaner.—— Wer näher zusieht, findet natürlich auch in Newyork des Interessanten genug. Newyork ist die Stadt der vielen Nationalitäten. Es ist die größte Judenstadt der Welt und hat außerdem große Italiener=, Ungarn= und Chinesenviertel, ganz zu schweigen von der Negerstadt Harlem, die auch ein Stück Newyork ist. Mit der Untergrundbahn fahren wir nach „Chinatovon". Irgendwo an der East=side steigt man aus un dglaubt zunächst im Dunkeln zu tappen. Die Straßenbeleuchtung ist spärlich; sie genügt dem Newyorker für diese Gegend, in der man im allgemeinen nichts zu tun hat. In Chinatomn nimmt keine Polizei daran Anstoß, wenn am Abend alle möglichen Abfälle und Ueberreste in Brand gesetzt werden, so daß mächtige Flammen gen Himmel schlagen. Das ist die einfachste Art, überflüssigen Unrat los zu werden, den wegzufahren sich nicht lohnt. Wir besuchen natürli chauch das chinesische Theater. Man drückt uns einen chinesischen Theaterzettel in die Hand und spielt uns etwas vor, das wir nicht verstehen konnen. Wir suchen von unseren Nachbarn zu erfahren, was die ausdruckslosen Masken auf der Bühne besagen wollen. Aber auch dieser Versuch führt nicht zum Ziel, weil man höchstens eine chinesische Auskunft gibt, die wir nicht verstehen. So lassen wir, ohne weiter zu fragen, das sonderbare Spiel und die eintönige Musik auf uns wirken und meinen, Tausende von Kilometern westlich von Newyork zu sein.—— Einen anderen Abend verbringen wir im Zentrum von Newyork selbst. Schlendem zuerst den Broadway entlang, um die amerikanische Lichtreklame kennen zu lernen. Dann geht es zu einem„Dinner“ mit dem überall beliebten „Jazz“, etwa im„Palais d'Or“, das im Schmuck seiner prunkvollen Teppiche, Lichterkronen und Vorhänge wirklich ein Palast zu sein scheint, dem Berlin nichts Gleichwertiges an die Seite zu stellen hat. Man bringt uns eine Speisekarte mit chinesischen Gerichten, die auch von chinesischen Kellnern serviert werden. Bis es schließlich Zeit wird, zur„show“ zu gehen, deren es in Newyork wohl an die fünfzig gibt. Als„Revuen“ sind sie auch in Deutschland bekannt geworden. Es ist leichte Theaterkost, für den breiten Durchschnitt des Newyorker Theaterpublikums gemacht. Um 11 Uhr ist die„show“ zu Ende. Wir gehen in unser Hotel und verbringen dort bei Musik und Tanz den Rest des Abends. Der letzte Tag meines Newyorker Aufenthaltes war ein Sonntag, ein amerikanischer Sonntag, an dem es sich gehört, ihn als einen kirchlichen Feiertag zu respektieren. Ich ließ mich also in das Newyorker Negerviertel führen, um dort den Sonntag zu verbringen. Man begleitete mich in eine Negerkirche, in der baptistischer Gottesdienst gehalten wurde. Die Kirche war überfüllt. Wir hörten Predigten und Lieder, die alle von derselben impulsiven Wucht und Ausdrucksfähigkit getragen schienen. Es Sc .• S.; Sg4 S## SO BBSSS%gSPEBAG B-#SEuEgGB EEE 88 „VElg UGSMTNLS an-e 5BB5BSE55 5 * S-— S5 S SEm US gn E. S S #r%s B9 55#3 gab Beifallsruse und jähe Aufschreie des Entsetzens, bis endlich ein lebhaftes, gegenseitiges Händeschütteln den mehr als zweistündigen Gottesdienst beendete. Auch den„Lunch" nahmen wir in einem Negerrestaurant ein, obwohl das nach amerikanischer Auffassung durchaus nicht schicklich ist. Der Sonntagnachmittag gehörte Coney Island, dem Newyorker Prater. Er ist in 40 Minuten Fahrt mit der Untergrundbahn zu erreichen. Im„funhouse“ gibt es rollende Fässer, durch die man hindurch gejagt wird, Rutschbahnen und hinterlistige Löcher im Fußboden, durch die man von unten bepustet wird, wenn es dem Pustbeamten so beliebt, dessen raffinierter Technik die über das ganz funhouse verteilten Pustlöcher anvertraut sind. Dann waren unsere Newyorker Tage zu Ende. Wir nahmen einen der bequemen Pullmanwagen und setzten die Fahrt durch Amerika fort. Ein Land der Gegensätze Eindrücke aus dem Westen Irlands. Von Dr. Edith Raybauld=Lausanne. Killarney mit seinen märchenhaft schönen Seen, Kenmares sanft fließender Strom, die duftenden Laubwälder von Glengariff— mancher hat von diesen wunderbar grünen Oasen des Westens gehört, von den Herrlichkeiten, welche die launenhafte Natur dem Ultima Thule Irlands vorbehalten. Und wer diese Landschaften gesehen, der ist ihrem Zauber erlegen. Seltsam gesegneter Boden, eine unvergleichliche Pflanzenwelt. Es ist schwer, sich in unseren Regionen solch üppige Vegetation vorzustellen: undurchdringliche Wälle von RiesenRhododendren; Stechpalmen und Fuchsien, die eine Höhe von zehn Metern erreichen; Azaleen und Yucca=Pflanzen jeder Art; und dann, hochemporragend über dieses mächtige Gestrüpp Palmen, rotstämmige Föhren, schlanke Buchen, irische Eiben in ihrer ganzen ernsten Pracht. Diese mannigfaltige Pflanzenwelt entspringt einer schweren, schwarzen Erde, auf die sich seit, weiß Gott wie vielen Jahrhunderten der jette Kompost des Waldes gelagert, einer Erde, die gesättigt ist mit den Verwesungsprodukten vergangener Blütentage und geschwängert von der Hoffnung auf kommende Frucht. Dieses Gebiet bildet eine kleine Welt für sich. Es ist, als hätte man einen Ausschnitt aus tropischen Regionen unter den blassen nördlichen Himmel versetzt— mitten im kalten Norden hat die Natur wie in einem Treibhause ihre ganze Kraft und Fülle entfaltet. von ungefähr über die Einöde ohne besonderelten, d. h. einen Zigeuner, der richtig als Schi Rücksicht auf Ziel oder Richtung. Manche lau=slehrer ausgebildet ist und die Jugend der etwa fen kerzengerade und führen nirgends hin—1500 Köpfe zählenden Zigeunerkolonie unterihr Bau wurde zur Zeit der großen Hungers=frichtet. not als Teil der Hilfsaktion begonnen. Hauser! Weniger abgeschlossen leben die Tausende von und Dörfer gibt es wenige, und auf den Wegen Zigeunern in Sevilla. Ich glaube, Sevilla ist ist kein Mensch zu sehen. Die Wildnis scheint das Eldorado der Zigeuner, ganz gewiß der nur mit Ruinen bevölkert zu sein, Ruinenzpuinischen. Es ist auffallend, wie freundschaftjener uralten Klöster wie Lismore oder Clon=lich die spanische Bevölkerung den„Gitanas“ macnosse, zu denen im 7. und 8. Jahrhundert(Zigeunern) gegenüber steht, die im Vorort aus ganz Europa weisheitfuchende Schüler Triana ein ganzes Viertel bewohnen. Ist es strömten, Ruinen von mittelalterlichen Abteien vielleicht ein Gefühl von Verständnis, weil den und von Burgen anglo=normannischer Ritter, Ipaniern wie den Zigeunern die glühende VorRuinen neuester Zeit: eingeäscherte kleine.ebe für Tanz und Musik zu eigen ist: Heimwpesen, dr.„B, Puinen scheigen mehr) Es wind in ganz Spanien viel gesungen und Leben dargen.. g. gentzgan Einwohnersviel gekanzt. Jede Provinz ist stolz auf ihren dieses zu datben ale die Ven, ve Erschöpft, seigenen und für sie typischen Tanz und wird tr#### altehrwürdigen Kulturlandes. Erschop= diesen stets pflegen. Aber— am schönsten, rashalb tot ist dieser Kustenstrerfen, in dem schein= sigsten und vollendetsten wird doch in Andalubar nichts mehr die Kraft hat, sich aufrecht Zu ssien getanzt, und zwar womöglich immer, wenn halten. Oder doch nur eines: die„Kapellen“ses typisch sein soll: in der Gewandung des Flawie der Frländer sie nennt, die kleinen Kirchen, menco, in diesem Falle der Zigennerin. Finden die sich in großen Abständen am Begeorznz Feste der besseren Gesellschaft statt, so erscheierheben., Dtegzt auf einer Anfichtharbo gi, gezsnen die Damen der allerersten und reichsten schre weißen Nauern weithin Panderers einen Kreise nicht etwa im modernen Geselschaftswähren dem müden Auge des—.„schaft desskleid, sondern in der entzückend kleidsamen Ruhepunkt und beleben diese Lanygny.— Tracht der„Gitana“(Zigeunerin), d. h. sehr [Tades em wenig. kußfreier weiter Rock, der durch eine Unmasse spanische Zigennerin Von d. Stu# e. Tbicher(Sevilla). Dieses Märchenland lernt der Tourist als den vom warmen Golfstrom umspülten Westen Irlands kennen. Wer aber zeigt ihm die dicht angrenzenden rauhen Hochebenen, die Gebirgswüstenvon Connaught, Donegal und Kerry, die, als äußerste Landspitze Europas, sich wie ein Grenzwall auftürmen gegen die Wogen des Atlantischen Ozeans? Dies ist der Westen, den der Ire selbst aussucht, das Land, das in seiner öden Abgeschlossenheit und Abgestorbenheit so manchem Sinnbild geworden für das traurige Schicksal seines Volkes. Nur wer selbst durch Connaught gewandert ist und seine Bevölkerung kennen gelernt hat, kann die Verlassenheit und Trostlosigkeit begreifen, das Elend erfassen, welches über diesem Lande brütet und über den Menschen, die da wohnen. In weitem Umkreis nichts als Felsen und Torfmoor: graue Felsblöcke, von kleinen gelblichen Gewächsen wie von einem Aussatze überwuchert, brauner Torf. schwarzer Sumpf mit darüberziehenden Nebelstreisen. Kein Entwässerungssystem, nur langsam und unsicher sickernde Wasseradern, die in dem flachen, sumpfigen Land keinen Abfluß finden können. Auf Schritt und Tritt ringsum rieselndes Wasser, rötlich, mit aufgelöster Lehmerde beschwert, an allem nagend, alles zerfressend. Ein Baum ist weit und breit nicht zu sehen——— ja, in diesen Gegenden kann sich mancher Bauer überhaupt nicht vorstellen, wie ein Baum aussieht. Auf allen Seiten nichts als Torfmoor. Hie und da biegen die Hügelzüge gegen einander zu und umfassen ein malerisches Tal oder vielleicht ein riesiges, natürliches Amphitheater, das dann auch den Eindruck eines erloschenen, mit halb ausgebrannter Masse gefüllten Kraters erweckt. Stellenweise erblickt man von einer Anhöhe aus einen schmalen weißen Streifen längs des Horizonts — den Ozean. eine Wasserwüste ohne Sege! oder Rauchwolke. Nur zu bald aber sinkt die Landschaft zurück in graue Eintönigkeit. Um dann vielleicht plötzlich wie in dämonischer Glut aufzuleuchten, wenn die horizontalen Sonnenstrahlen wie eine Flamme das Heidekraut entzünden und das ganze Land wie aus einem fühstriel, weiter nock, der durch eine Unmasse übereinanderkletternder kleiner Volants noch weiter und gebauschter erscheint, da jeder Volant wiederum mit einem andersfarbigen Streiken eingefaßt ist. Die Taille ist miederartig. * Grupe=Lörcher(Sevillo).(mit rundem dezenten Halsausschnitt, kurzen Sie ist durchaus nicht dieselbe, die uns die Aermeln, fast verdeckt durch das sichuartige populäre und für spanische Verhältnisse ganz Umschlagetuch, das nach Möglichkeit immer samos gezeichnete Oper„Carmen" vorstellt, durch den typischen entzückenden„Manion de Nein, im Gegenteil! Liebig und Knigge wür Manila“ repräsentiert ist: ein großes seidenes den sich aus Verzweiflung über sie in Wirklich- Tuch, dessen Reiz in gleicher Weise in der keit die Haare raufen! lreichen erhabenen Stickerei wie den langen Wenn der berühmte Chemiker Liebig den Fransen gebildet wird. In den Haarknoten im treffenden Ausspruch tat, daß man den Kultur= Nacken schiebt sich entweder keck zur Seite oder stand eines Volkes nach seinem Gebrauch von hoch aufragend ein Schildpattkamm, in dessen — Seife registrieren könne, so steht die spani= Wölbung entweder die typischen drei roten Nelsche Zigeunerin in dieser Hinsicht auf der aller=sken oder leuchtende Rosen das Gesicht überkröuntersten Stufe. Schmutzig bis zur Wider=nen. Ein Fächer beschließt als unerläßliches wärtigkeit, zerlumpt, schlampig, vereinigt sie Attribut diese Gewandung. mit diesen Vorzügen noch eine Aufdringlichkeit] Im ganzen ist die Andalusierin sehr ans Haus und Frechheit, die Knigge ganz bestimmt zu dersgebunden. Die Lebensauffassung für die Frau Abfassung eines besonderen Breviers über densist in Andalusien fast noch maurisch. Aber wenn „Umgang mit Menschen“ veranlaßt hätte, Gelegenheit zum Tanzen ist— so bei den zahlvenn er diese Kategorie kennen, gelernt, bifig reich sich folgenden Volksfesten wie gesellschaftDenn es ist zweifellos eine Kauegorte zur sichlichen Veranstaltungen—, ist die Andalusierin Geibel in seinem berühmtenserst richtig in ihrem Fahrwasser. Im Feues Gedicht den„Iigennerbug im Rorden singensdes Schwunges, in ihrer Grazie, in der Rassig lätzt von den„schattigen Kastanien, die an desskeit und Schönheit ihrer Bewegungen steht sie Ebro Strand rauschen" und, daß„Spanien seinskeinesfalls den feurigsten Tänzerinnen der ZiHeimatland sei“, so hat der Dichter völlig Richlgeuner nach. Nicht nur ihre kleidsame Tracht tiges mit völlig Unzutreffendem besungen. Man hat man ihnen abgeguckt, die allerdings im Aukann sich kaum eine reizlosere Landschaft den iag, wennn man den Zigeunerherden und Betken als die Ufer des Ebro! Von Kastanien auc###trupps auf den Straßen begegnet, alles Reiznicht eine Spur. Den einzigen Schatten wersen volle eingebüßt hat und geradezu grotesk in #uf jener harten, gelben, lehmigen Erde amienen Fetzen wirkt, die bei den eleganten FeRande des träg und lehmig=gelb sich dahinwälsten in Sevilla„ladplike“ sind! zenden Flusses die Kakteen von Kniehöhe, bezenden Flusses die Kakteen nan nen man ja keine besonderen Reize nachsagen] Zur Zeit der großen Ferias(eigentlich Kirchkann und die von der ärmlichen und umwoh= weih) in Sevilla ist die Stadt überlaufen von nenden Bevölkerung zum Trocknen der Wäsche?ig4unern i übelster Aufmachung. Es sind die kann und die von der ärmlichen und ummoh- weih) in Sevilla ist die Stadt überlaufen von nteien Bebomelung zum Abinnen der Wasche g.Keunern in übeister aufmachung. Es sind die renutzt werden. Langsam läßt sich ein belade= Wanderzigeuner, die alljährlich eben ihre andarenutzt werden. Langsam läßt sich ein belade=Wanderzigeuner, die alljährlich eben ihre andaner Kahn von Maultieren den Fluß herabtrei=slusische Heimat zu diesen Tagen beehren. Unben, dessen Wasserkräfte ganz anders zusam= mittelbar anschließend an all die Einfriedigunmengesaßt und ausgenutzt werden könntengen zu dem großen Frühjahrsviehmarkte der wenn die Spanier die Energie besäßen, die Feriotage, die die typischen andalusischen Kräfte ihres Landes auszunutzen. Also von Bauerngestalten mitten zwischen das Gewühl Romantik an den Ufern des Ebro keine Spurlder eleganten Kreise locken und herbeiführen, und erst recht keine glühenden geschlungenen haben die Zigeunerhorden ihre Zelte und Fandangos!—(schauerlich verwahrlosten Fuhrwerke zum KamAber— wenn die Zigeuner auch mohl über=(pieren unter dem freien Himmel aufgeschlagen. all auf der Erde anzutreffen, wenn sie in allen in trauter Nachbarschaft von mit Flöhen unv Ländern eino nicht auszurottende Landplage sonstigem Ungeziefer übersaten Mauleseln, sind, so sind sie doch wohl kaum nirgends so Maultieren, Pferden, Ziegen, Schweinen usw. „zu Hause“ wie in Andalusien!— In Granada Den Tag über wird gevettelt und herumbewohnen sie zwar ein räumlich fast isoliertes gestrolcht. Jeder, der nicht spanischen Typus Gebiet in lehmgelben, ausgebrannten Felsen=strägt, wird als„Inglese“(in diesem Falle Aushöhlen, die sich im Angesicht der beruhmtenslander) besonders hartnäckig belästigt, und es Alhambra unter den Resten der einstigen star=list unglaublich, daß die Inhaber von Kaffeeken Festungsmauern der hart umkämpftenhäusern und Läden geruhsam zugucken, wenn Stadt hinziehen. Sie hausen dort fast überallsein Trupp schmieriger Zigeunerweiber, den ununter der Erde, nur die Schornsteine ragen hierlerläßlichen Säugling auf dem Arm, in den Laund da empor, umwuchert von poesielosen Kak-#den stürzt, in dem er einen Ausländer erspähte. teen, und nur tief gebückt kann man durch die Einzig die Parkwächter des wunderbar schönen Türöffnungen in die Behausungen gucken, die Stadtparkes Maria=Luisa, die in stolzer Würde an Primitivität ihresgleichen suchen. Es ist in ihren andglusischen Prachttrachten Wache halnahezu lebensgefährlich, in das Zigeunerviertelsten, erbosen sich über das herumziehende Zivon Granada zu gehen, denn sie reißen einem geunerpack, und wehe der„Carmen", die im in ihrer frechen Aufdringlichkeit im Heischen Bereich der reich rankenden Rosen, Glyeinien, von Almosen und Verkauf ihrer messingnen Orangenblüten, Königin der Nacht usw. es Dingelchen buchstäblich die Kleider vom Leibe wagt, einem„Inglese“ aus der Hand wahrsagen und das Portemonnaie aus der Tasche. Unbe= zu wollen! Unbedingt wird der Parkwächter dingt notwendig ist deshalb die Begleitungssie wegjagen und hinter ihr her seufzen:„Quel eines Polizisten, der sie mit einer einzigen, abersplagua!“(Welch eine Plage!)— Aber die Weie. zurückhält. Imlber lachen sie keck aus. Denn— ihr Ruf geht übrigen aber leben sie vollkommen ein Lebensüber zie ganze Welt, seitdem Bizets Carmen