Jeuuna“31 3 * 8 d Mi Me M un beissing Wen di izins Wp hoe ur Zunspie ue hatte, war durch Blutlächen gezeichnet. Die Jäger trafen Vorbereitungen zur Verfolgung sie waren überzeugt, daß der waidwunde Elefant es nicht mehr lange machen wurde. Nach kurzer Zeit hörten sie einen dröhnenden Fall, woraus sie schlossen, daß das verwundete Tier niedergestürzt sei. Und richtig: in geringer Entfernung sah einer der Jäger das arme Schlachtopfer liegen, inmitten einer großen Blutlache. Das Tier erhielt eine dritte Kugel, hinter das Schulterblatt; aber zum Staunen des Schützen, der sein Spiel schon gewonnen glaubte, richtete es sich auf und lief davon, der Herde nach! Anderthalb Stunden lang wurde die Verfolgung fortgesetzt, aber die Elefanten wurden nicht wieder gesehen. Wegen der Dunkelheit wurde endlich beschlossen, zurück zukehren. Sowohl die Jäger wie die batakischen Spursucher waren überzeugt, daß der Elefant verenden würde. Weit im Walde hörten sie noch einen lauten Trompetenstoß, der nach Meinung der Eingeborenen anzeigte, daß das Tier seinem Ende entgegenging. Aber obwohl am darauffolgenden Tage sehr eingehend gesucht wurde, gelang es nicht, das Tier zu finden. Trotz der erhaltenen Schußwunden mußte es also noch kräftig genug geblieben sein, den wunden Körper an irgendeine unzugängliche Stelle zu schleppen, um dort zu sterben.— Wenige Tage später meldeten Zeitungen in den Hafenstädten Sumatras, daß die Herde Elefanten von Sukranda wieder über den Wambafluß gezogen und in dem Urwald am anderen Ufer verschwunden sei. —□2— Raum alles Wissenswerte aus allen Gedieten nismen, die er dem wechsemden Monde Zuzusammenzufassen. Alle, die nicht in der Lage schreibt. Wie der Palolo in Samoa, erscheint digen Brachhang anzue ein Ringwurm im Golfe von Tokio. Andere Insektenarten, beeinflußt vom Licht, kommen. in regelmäßig sich wiederholenden Schwärmen, sind, sich den vierbändigen Brochaus unzuschaffen, werden gern zum„Kleinen Brockhaus“ greifen, zumal der Preis äußerst niedrig bemessen ist, und durch das Erscheinen in 10 Lieferungen die Anschaffung erleichtert wird. Auch ein billiger Subskriptionspreis ist festgesetzt, der aber im September dieses Jahres erlöschen wird. —2— Gras wachsen sehen Die Soseuer hatten sich bis vor etwa 60 Jahren völlig von der Welt abgeschlossen; nur den wenigsten Europäern gelang es, die Inseln der aufgehenden Sonne zu betreten. So wissen wir heute über die Vergangenheit des Landes wenig. Daß aber Kunst und Kultur schon auf eine lange Vergangenheit zurückschauen können, sehen wir aus den vielen prachtvollen Kunstwerken, die, obwohl viele Jahrhunderte alt, heute noch dem Lande ihr Gepräge geben. Wie wir dem„Kleinen Brockhaus“(die fünfte Lieferung ist soeben erschienen) entnehmen, hat Japan schon lange vor uns eine hochentwickelte Kunst besessen, und zwar bereits im 7. Jahrhundert. Chinesen und Koreaner führten damals große Bauten auf, Tempel, Klöster, Padie der eute bewundert. Die Malerei der Japaner hat von Anbeginn an ihre Eigenart bewahrt. In erster Linie befaßte sie sich mit Darstellungen aus Sage und Geschichte des Landes. Ein japanisches Gemälde sieht sehr zart aus, denn der Japaner malt nicht auf Leinen oder Holz, sondern auf Seide oder dünnes Papier. Wenn das Bild, der sogenannte Kakemono, fertig ist, wird es nicht eingerahmt, wie bei uns, sondern mit Brokaten umsäumt und zwischen zwei wagerechte Holzstäbchen gespannt; der Kakemono kann zusammengerollt aufbewahrt werden, wenn man nicht vorzieht, ihn im Zimmer aufzuhängen. Der „Kleine Brockhaus“ bringt eine schöne farbige Wiedergabe eines Kakemonos. Besonders interessant sind die Erzeugnisse des japanischen Kunsthandwerks, wie die Netsuke(sprich: Retske), in Holz oder Elfenbein geschnitzte Bei uns in schon höheren nördlichen Breiten können bekanntlich nur sich schon über alle Maßen klug dünkende Leute das Gras wachsen sehen, wie eine sprichwörtliche Redensart sagt; in den heißen und feuchten, dem Aequator naheliegenden Gegenden der Erde sind dazu aber selbst die dümmsten Leute imstande, wenn sie nur, wie das ja bekanntlich bei fast allen Naturvölkern der Fall ist, gute, scharfe Augen haben. Es gehört keine besondere botanische Kenntnis dazu, um zu sehen, daß der Bambus, dessen Riesenhalme in einzeinen Orten bis zu Kirchturmshöhe, bis zu 50 Metern und auch wohl noch höher emporschießen, auch nur ein Gras oder eine Graminee ist. Nun kann man in den Tropen nicht selten beobachten, daß Bambussprossen in 40 bis 60 Tagen zu mehr als 40 Meter hohen Halmen aufwachsen. Es entspricht das einer Höhenzunahme von 0,7 bis 1,0 Meter innerhalb eines Tages, also von 55 und mehr Millimetern in der Minute. In derartig schnell emporschießenden Bambushalmen kann in der Tat auch der dümmste Kerl das Gras wachsen sehen. Uebertroffen wird diese Wachstumsgeschwindigkeit noch durch die der Staubfäden mancher Grasarten, welche sich beim Auseinanderweichen der Spelzen, worin sie eingezwängt waren, nach den Untersuchungen von Askenasy in der Minute um 1,5 Millimeter verlängern. Sie würden also, wenn ihre Größe nicht sehr beschränkt wäre, binnen 24 Stunden eine Länge von 2,16 Meter erreichen. Auch bei den Blättern der südamerikanischen Seerose, der herrlichen Victoria regia, hat man innerhalb eines Tages ein Längenwachstum bis zu 30,8 Zentimeter und ein Breitenwachstum bis zu 36,7 Zentimeter beobachtet. Fast ebenso schnell wächst auch das häufig in Gärten gezogene Polygonum Sibokdi, ein Verwandter unseres Buchweizens. läste, sowie herrliche Buddhastatuen, Besucher des Landes heuthat H Warum Mohammed seinen Anhängern das Weintrinken verbot. Bekanntlich trinkt der strenggläubige Mohammedaner keinen Wein, und er gerät höchstens in Verlegenheit, ob er Champagner und Likör zu den Weinsorten rechnen soll oder nicht. Mancher heimliche Anhanger des Weingottes aber mag schon im Innern mit dem Propheten gehadert haben, warum er diesen Genuß dem Moslemin verboten habe. Darüber erzählt ein Reisender des 16. Jahrhunderts folgendes: Mohammed kehrte eines Tages bei einem Freunde ein, der gerade ein Hochzeitsmahl gab. Auf dessen Einladung setzte sich der Prophet zu den übrigen Gästen. kleine Bildwerke, die vor allem Gestalten aus Da beobachtete er mit Verwunderung, wie sich der japanischen Mythologie darstellen, No=Mas= die Gäste in heiterer Stimmung gegenseitig die ken, Goldlackmalereien usw. Man mag auch die fünfte Lieferung des „Kleinen Brockhaus“ aufschlagen wo man will, man findet überall interessante Anregungen; und man mag suchen was man will, man bekommt überall eingehend Auskunft. Auf 4 Seiten zusammengedrängt finden wir ein vollständiges Bild der Kunstgeschichte aller Länder und Völker, von der ägyptischen und babylonischen Kunst bis zum Expressionismus eines Kokoschka, Pechstein und Van Gogh. Eine tere Uebersicht,„Insektionskrankheiten“, gibt genaue Angaben über Krankheitszeichen Uebertragungsweise und Inkubationszeit sämtlicher ansteckenden Krankheiten. Außerdem erfahren wir, welche Körperteile betroffen werden, wieviel Prozent der Erkrankten sterben, welcher Bazillus als Erreger in Frage kommt, wann und von wem er entdeckt wurde usw. Ferner wird uns in einer übersichtlichen graphischen Darstellung ein klares Beispiel vom Aufbau eines Konzerns gegeben. Interessant ist auch eine Angabe im Artikel.„Kraftfahrzeuge“, wonach es auf der ganzen Welt 15¾ Millionen Personenautos gibt, wovon 13½ Millionen allein auf die Vereinigten Staaten von Amerika entfallen. Es ist wirklich erfreulich, daß der Verlag Brockhaus sich entschlossen hat, in einem einbändigen Handbuch auf engstem Hände schüttelten, sich umarmten und sich küßten und sich Freundschaft zuschworen, und er erfuhr auf seine Fragen, daß der Wein diese Fröhlichkeit und Zärtlichkeit hervorgerufen habe. Da segnete Mohammed den Wein, der die Menschen in Liebe zu vereinen imstande sei. Dann brach er auf und wanderte weiter. Am nächsten Tage kehrte er zurück. Doch wie erstaunt war er, als er überall in dem Hochzeitssaale Spuren eines heftigen Kampfes erblickte und als er sah, wie der Fußboden mit Blut bespritzt war, da änderte Mohammed seine Meinung vom Wein, verfluchte seinen Genuß und verbot ihn auf immer seinen Anhängern. Der Mond und die Wanderungen der Tiere. Zahlreiche Wanderungen in der Tierwelt lassen keinen Zweifel, daß die Mondphasen ihren Einfluß auf diese Erscheinungen haben. So tritt der Palolowurm, ein 25 Zentimeter langer Borstenwurm, der in Korallenriffen lebt, in Samoa und auf den Fidschiinseln während des siebenten, achten und neunten Tages nach dem Novembervollmond auf. Er erscheint in ungeheuren Mengen und bildet eine Delikatesse für die Eingeborenen. Der Volksglaube in allen Ländern kennt mehr oder weniger phantastische Beeinflussungen lebender Orgaführen phantastische Hochzeitstänze auf, leuchten und sterben, erschöpft von Liebe,— hier die Männchen, da die Weibchen. Für die Eiablegung, aber auch für die Geschlechtsreife dieser Tiere ist der Mond der Regulator. Nicht nur in den Südmeeren beobachtet man leuchtende Fische. An der Küste von Cornwall, in der Nähe von Cherbourg u. a. O. werden zu be stimmten Zeiten Fische gesehen, die im Meer wie schwimmende Laternen treiben. Sie sol gen anderen leuchtenden Erscheinungen und machen in ihrer Menge und der Art ihrer Bewegung oft den Eindruck einer feurigen L. wine. Eine praktische Hundemutter. Mit Vergnügen erinnere ich mich an eine angeblich behexte Kuh, auf die ich bei Bromskirchen unfern Ballenberg aufmerksam gemacht wurde. Dieses Prachtexemplar hatte ein Kalb zur Welt gebracht und lieferte jetzt einer Försterfamilie reichlich Milch. Eines Tages hörte das auf, sodaß man nichts anderes als Behextheit annahm. Der Förster aber gewahrte, daß seine Hühnerhündin Diana, die mit der Kuh zusammen ihr Wochenbett abhielt, das milchgebende Euter der Mitbewohnerin so vortrefflich auszunutzen gelernt hatte, daß sie in ihrem Körper die Kuhmilch nur in Hundemilch umzusetzen hatte, um ihre Sprößlinge leicht und reichlich zu ernähren— gewiß ein sehr seltener Fall. Glückszahlen an der Fernsprechleitung. Nicht nur bei uns muß man lange auf die Anlage eines Fernsprechapparates warten. Den Japanern geht es nicht besser. Die Warte=Liste ist dort so lang, daß die glücklichen Besitzer von Anschlüssen darauf verfallen sind, Geschafte damit zu machen. Wie englische Zeitungen berichten, werden Fernsprech=Anschlüsse an der Börse frei gehandelt, die Preise bewegen sich zwischen 50 und 250 Pfund. Die Höhe der Preise richte: sich nach den Glücks= oder Unglückszahlen. Die gesuchteste Nummer ist die„8“, weil sie Glück verheißt. Dagegen ist nach„42“ und„49“ gar keine Nachfrage, weil man mit ihnen Schmerz, Not und Tod verbindet. Diese Nummern gibt man meist öffentlichen Einrichtungen, wie Gefängnissen, Polizeiwachen und Irrenhäusern, wo sie nicht mehr schaden können. Telepathie. Haben manche Menschen das Vorgefühl eines Ereignisses? Wohl. Denn man kann die Erfahrungen vieler Jahrhunderte nicht ausschalten. Die Gattin Julius Cäsars war am Tage vor dem Mord unbeschreiblich beunruhigt. Im Weltkrieg haben zahlreiche Familien zu dem Kapitel des„Fernfühlens“, Erfahrungen gesammelt. Dabei handelt es sich meist nicht um Seelennachrichten durch Träume. Ein Grenadier auf Posten hat ein„Gesicht": sein Bruder schaute aus der Fensterhöhle eines französischen Hauses. Er trug eine Binde um die Stirn. Durch die Binde sickerte Blut. Am anderen Tage kam die Nachricht, der Bruder war gefallen— Kopfschuß. Eins der seltsamsten Ereignisse dieser Art: die Fürstin de Conti erwachte aus einem angstvollen Traume; sie hatte das Zimmer, in dem ihre Kinder schliefen, zusammenstürzen sehen. Sofort rief sie die Dienerinnen und befahl, die Kinder aus jenem Zimmer zu entfernen. Die Frauen versuchten, ihre Herrin zu beruhigen. Vergebens. Sie gaben vor, zu gehorchen. Aber nach einiger Zeit kehrten sie zu der Fürstin zurück und sagten, welch eine Wunderlichkeit es sei, die Kleinen aus ihrem Schlaf zu stören. Da eilte die Fürstin selbst in jenes Zimmer. Sie kleidete die Kinder notdürftig an. Fluchtartig verließ sie den Raum und erreichte einen anderen Flügel des Schlosses— da brach die Decke des Kinderzimmers zusammen. Der älteste Baum der Welt. Mexiko rühmt sich, den ältesten Baum der Welt zu besitzen. Es ist eine Zypresse, auf die das kleine Städtchen Santa Marta de Tesla daher begreiflicherweise nicht wenig stolz ist. Zum ersten Male geschieht des Baumes durch Alexander von Humboldt Erwähnung, der ihn im Jahre 1803 sah und seinen Durchmesser auf 36 Meter angibt, über seine Höhe aber nichts sagt. Es ist schwer, das Alter eines Baumes auch nur mit einiger Sicherheit festzustellen. Die Schätzung schwankt zwischen 4000 und 6000 Jahren. Aber die Jahre haben der Zypresse nichts anhaben können. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. S 5gBSg S SEigg SS S 62 8858-8 S 9 2 2 Nr. 33 16. September 1925 Veilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenräder Zeitung. (Vom 24.—25. August 1925 nachts 12 Uhr.) Ich kniee nieder und lege die Hand Auf heilige Erde, auf deutsches Land! Ich möchte beten, ich kann es nicht, Nur Träne um Träne rollt über's Gesicht. Der Herzschlag springt in die Schläfe mir, Weil die Freude zu groß, zu schmerzhaft schier. Glockenklang dröhnt ins Land hinein. Im Donnergang orgelt dazwischen der Rhein. Die schlafenden Helden sind aufgewacht Es braust in den Lüften:„Heil! Heilige Nacht!“ Der Wind bläht die Fahne— Schwarz=weiß=rot, Das heiligste Zeichen— in Freude und Not. Es wühlt in der Erde die zuckende Hand, Es trinkt meine Träne das heilige Land. Aus fieberndem Munde grell ringt sich der Schrei: „Herrgott— wir sind frei!“ Nellie Reckermann. deutsche Friedhof in Der September=Nummer der Mitteilungen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge entnehmen wir folgende interessante Schilderung: Von dem, was deutsche Arbeit in Tsingtau aufgebaut hat, ist wenig mehr in deutschen Händen geblieben. Ueber dem Gouvernementsgebäude weht die chinesische Flagge, im einstigen Wohnhaus des deutschen Gouverneurs residiert der chinesische Gouverneur, im Gerichtsgebäude tagt das chinesische Gericht. Die Gebäude der Deutsch=Chinesischen Hochschule sind zum Sitz der Direktion der Shantung=Eisenbahn geworden. Die ehemalige Iltis=Kaserne ist von chinesischen Schulen besetzt. In der alten Bismarck=Kaserne ist sogar eine chinesische Universität eröffnet worden, der freilich einstweilen noch die Existenzmittel fehlen. In der früheren Moltke=Kaserne ist chinesisches Provinzialmilitär einquartiert. Banken, Geschäftshäuser und private Wohngebäude sind durch die japanische Liquidation in fremde Hände übergegangen. So ist das einstige Gebäude der Deutsch=Asiatischen Bank jetzt der Sitz des japanischen Generalkonsulats. Der etwa 160 Köpfe starken deutschen Gemeinde in Tsingtau sind als rechtliches Eigentum nur verblieben die große evangelische Christuskirche, die weithin sichtbar jeden von der Seeseite kommenden Gast begrüßt, und das Gebäude des ehemaligen Christlichen Soldatenheims, das heute als„Deutsches Heim“ die neugegründete deutsche Schule beherbergt und als Sammelplatz der hiesigen Deutschen dient. Ein teures Andenken an vergangene Zeiten ist der deutschen Gemeinde der deutsche Friedhof. Er untersteht zwar der chinesischen Verwaltung und dient jetzt als internationaler christlicher Friedhof. Die deutsche Gemeinde kann deshalb nur den Anspruch auf seine Pflege erheben, und dieses Pietätsrecht ist bisher sowohl von der japanischen als auch von der chinesischen Verwaltung stillschweigend anerkannt worden. So unterhält zwar die jetzige Verwaltung einen.chinesischen Friedhofsaufseher, aber die Instandhaltung des Friedhofs ist ganz der deutschen Gemeinde überlassen. Während der Belagerung Tsingtaus sind durch einschlagende Granaten manche Gräber zerstört worden, in der ersten Zeit nach der Einnahme Tsingtaus sind von Dieben mancherlei Beschädigungen an den Grabdenkmälern vorgenommen worden. Grabeinfassungen aus Metall, Kreuze und Platten aus Kupfere und Bronze sind herausgebrochen und gestohlen worden. In einzelnen Fällen konnten nach Jahren die geraubten Gegenstände wieder entdeckt und auf den Friedhof zurückgebracht werden. So wurde auch die seinerzeit herausgebrochene Bildnisplakette des bekannten Missionars und Sinologen Dr. E. Faber zurückgekauft und wird heute in dem nach ihm benannten Faberkrankenhaus, dem heute noch deutsch gebliebenen Krankenhaus, aufbewahrt. Von manchen alten Gräbern sind aber im Laufe der Zeit die Namen verschwunden und konnten nicht wieder ergänzt werden, da eine Liste der Begrabenen nicht aufzufinden war. Von einzelnen Vorkommnissen abgesehen, wird auch von der chinesischen Bevölkerung diese Ruhestätte der Toten geehrt. Am Osthang des Bismarckberges erstreckt sich der Friedhof, in schmalen, langen Terrassen abfallend, bis an die Grenze des Forstgartens, der von der jetzigen Verwaltung bestens gepflegt wird. Eine Straße führt am oberen Rande vorbei, sonst ist der Friedhof nach allen Seiten mit Wald umgeben. Auf einer der obersten Terrassen liegen die Gefallenen von 1914, teilweise in Einzelgräbern, teilweise in Massengräbern, so wie sie 1914 hier beerdigt wurden. Später wurden die auf den Infanteriewerken, den WalderseeHöhen, dem Schuang=Schan und an anderen Plätzen des Vorgeländes zerstreuten Kriegsgräber auf den Friedhof verlegt, da dies auf die Dauer die einzige Möglichkeit war, sie zu erhalten und zu pflegen. Zu beiden Seiten des Mittelwegs liegen auf dieser Terrasse 42 Einzelgräber und acht Massengräber, die die Reste von 149 deutschen Soldaten bergen, Während der ganzen Kriegszeit wurden die Gräber von den in Tsingtau verbliebenen deutschen Familien gepflegt. Nach dem Krieg hat die Deutsche Vereinigung Tsingtau diese Aufgabe als Ehrenpflicht übernommen. Zunächst wurden durch eine Sammlung bei den Deutschen Ostasiens die Mittel aufgebracht, um den einzelnen Gräbern Einfassungen aus Granitsteinen zu geben. Vor zwei Jahren wurden aus den gleichen Mitteln alle Gräber mit liegenden Tafeln aus dunklem, geschliffenen Granit versehen, auf denen die Namen der Gefallenen eingegraben sind. Zur Vollendung der ganzen Anlage fehlt nur ein allgemeiner Gedenkstein am Nordrande der Terrasse. Sobald die Mittel dafür aufgebracht sind, soll auch dieser aufgestellt werden. Gedacht ist an einen großen Findlingsblock aus Granit, der mit einer einfachen würdigen Inschrift versehen werden soll. Um diesem Gräverfeld seinen besonderen Charakter zu wahren, ist es nach allen Seiten mit Lebensbäumen umpflanzt und so zu einem kleinen Kriegerfriedhof auf dem Friedhof ausgestaltet worden. Alle Gräber sind in gleicher Weise mit roten Rosen und anderen blühenden Sträuchern bepflanzt, im Sommer kommen noch blühende Sommerblumen hinzu. Den schönsten Anblick bieten die Gräber im Herbst, wenn sie am Ende des heißen Sommers im üppigsten Blumenschmuck prangen. Am 7. November jedes Jahres werden sie mit Blumen und Kränzen geschmückt. Nachdem die Zahl der Deutschen inzwischen wieder gewachsen ist, soll von jetzt an dieser Tag immer durch eine kurze Gedenkfeier am Morgen geehrt werden. Zur ständigen Beaufsichtigung und Pflege der Gräber wird von der Deutschen Vereinigung ein Gärtner auf dem Friedhof unterhalten. Doch sind dies nicht die einzigen Gräber, die auf dem Friedhof von der deutschen Vergangenheit zeugen. Auf den übrigen Terrassen sind noch 460 deutsche Gräber, die mit wenigen Ausnahmenkeine Pfleger mehr am Platze haben. Dieser aller hat sich die Deutsche Vereinigung angenommen. Da es an Mitteln fehlt, um sie ebenso wie die Kriegergräber zu unterhalten, werden zunächst Wege und Grabhügel in Ordnung gehalten und von Jahr zu Jahr fortschreitend einzelne Teile mit ausdauernden Pflanzen geschmückt. In diesem Jahre ist der Teil des Friedhofs neu bepflanzt worden, auf den die Gedenksteine von 1900 Soldaten aus den ehemaligen deutschen Kasernen verbracht worden sind. Auch die Gräber von Nichtdeutschen, die zwischen den deutschen Toten liegen, werden in gleicher Weise wie die deutschen erhalten. Die wenig finanzkräftige deutsche Gemeinde tut alles, um diese Erinnerungsstätte würdig zu erhalten und schöner auszugestalten. Viele Durchreisende haben ihr immer wieder ihre Freude an dem schönen Erinnerungsfriedhof bezeugt, der uns ein teures Andenken an schöne Vergangenheit bleibt. den Wundern der icheuer Residenz Von A. von Oertzen. Aus der Vergangenheit des Herkulessaales. Von den kurfürstlichen und königlichen Gemächern der Residenz ist nur ein einziges dem modernen Leben wieder eröffnet worden, nämlich der Herkulessaal; der lichte, klassizistisch strenge Raum, heute als Konzertsaal benützt, war im 17. und 18. Jahrhundert der Schauplatz höfischer Prachtentfaltung. Damals trug er seinen Namen mit Recht: auf dem Kamin thronte ein Riesenherkules und die Wände waren geschmückt mit„Gemähl von lauter bayerischen Herkules.“ Seine Glanzepoche erlebte der Herkulessaal unter der Regierung des Kurfürsten Ferdinand Maria, seine lebenslustige Gemahlin, die Italienerin Henriette Adelaide, brachte aus ihrer südlichen Heimat Leben und Heiterekit in die ziemlich düstere bayrische Atmosphäre, wo noch der strenge Geist des großen Kurfürsten Maximilian umging. In ihren Briefen nach Turin beschreibt die Kurfürstin selber den Karneval von 1654, vier Wochen lang wurde unausgesetzt Theater gespielt und Ballet getanzt. Im Herkulessaal war ein Theater aufgeschlagen, auf dessen Brettern sich der ganze Hofstaat mit Lust und Geschick bewegte. Damals überließ man das Theaterspielen nicht den berufsmäßigen Künstlern, sondern es gehörte zu den höfischen Fähigkeiten, dichten und mimen zu können. Am 12. Februar fand die erste Theateraufführung statt, ein Schäfer= und Hirtengedicht, von Adelaide selbst verfaßt und von einem Italiener in Musik gesetzt. Da erscheint der „Friede“ auf einem Regenbogen und verkündet der„Isar“, die sich„mit freudigem Staunen aus den Wellenerhebt", daß„fortan in Bayern alle Verliebten in Freude und Genuß leben sollen“. Es ging außerordentlich heiter bei Hofe zu, nur die Mutter des Kurfürsten. eine habsburgische Prinzessin, blickte verächtlich aus der Höhe ihres spanischen Zeremoniells auf die Ballekkünste ihrer Kinder. Nach der Eröffnung des Opernhauses im Jahre 1658 verlor der Herkulessaal seine Bühne und wurde wieder in die Reihe der Wohngemächer einbezogen. Seine zweite Glanzperiode erlebte er unter dem Kurfürsten Karl=Albert, dem ehrgeizigen Enkel Ferdinand Marias, dem sich endlich der ihrhrnderte alte Traum der Wittelsbacher ertüllte, deutscher Kaiser zu werden. Dieser Kurkürst stiftete den Orden vom heiligen Georg, und die Feste der Ordensritter 93 5 15 S S ½2 18 6SSSaßESSSAS SEE S OnL S 8 PROETETMOTOOPOOESZMSEBOAgLTLEROHMS L SSgMESSPFOSEPSPOEESE onnpbsh;5-OologB Ea Eh vNaSaLDa SEÖENRGäGMUUDG5SAUESS „E * SBSAEE 0 S E 5 nfhrcalt SSS1612 9898 9 E B 50 5 — 9 8 E 80 S 8 8 □ * 5 S c 22* ∆ □ 8% * S 9 i 9 * 99##r E 2 E 9 2 1 * 6 S## S * S 6E Sp SS am. 2 S 5 8 B„EESSSE „POCSETTELE S H5PSEGSS. 5 5 S 5 2 S 9 80 —. SSEE:SDSE SZESSSSSSG E SxSoS DTÄUHE SE UIU 3—26 99955 * 8—.—* 5 SEUSE 6 Rätsel von Ebbe und Flut Von Dr. H. H. Kritzinger. Wenn die Sommerzeit Tausende an fanden im Herkulessaal statt. Es gibt sehr reizvolle kleine Kuvferstiche, die den Glanz der weiß und blauen Ritter in ihrem Aufmarsch zum Schlosse oder beim jestlichen Mahle wieder. Wenn die Sommerzeit Tauser Psc Ss i##### beutsche Nordseeküste oder noch weiter hin Der Umbau des Saales zu seiner heutigen in den Ozean führt, wird vielfach die sonst Gestalt jand unter Ludwig l. statt, der Raum gewohnte, in ihrem großartigen Rhythmus blieb steis für besondere festliche Anlässe bevorzugt. Heute ist er den Musen geweiht. Es hat für den historisch Wissenden einen eigentümlichen Reiz, bei den Klängen auserlesener Musik der Vergangenheit zu gedenken. Wie eine traumhafte Vision sieht er die strahlenden Feste der Barock= und Rokokozeit, die einst in diesen Räumen sich abspielten, vor seinen geistigen Augen vorüberziehen. die Das Liebeskabinet: der Kurfürstin. Unter der Flucht der Gemächer, die heute in verschiedene Appartements eingeteilt, die streng geschiedenen Stilepochen repräsentieren, zeichnen sich die sogenannten„päpstlichen Zimmer“ durch eine persönliche Note, durch ein undefinierbares Fluidum aus. Vielleicht liegt dieser Reiz in dem unablässigen Flüstern des hundertjährigen Wassers, welches die düstere Stimmung des Barock aufhebt. In diesen kleinen, intimen Räumen, mit dem Blick auf ein verträumtes Gärtchen, wohnte Henriette=Adelaide, die geistreiche, viel belesene Kurfürstin von Bayern. Ihr Reich umsaßte zehn Zimmer, die bemalten Decken und Friese, von schwerer Goldornamentik umwuchert, zeigen Darstellungen der Lieblingshelden und Heldinnen der Prinzesfin. Hier, von Musen, Sirenen und anderen Fabelwesen bis in ihre Träume= umgaukelt, vergaß die romantische Frau die rauhe Gegenwart des unwirtlichen Landes, in dem zu leben der Italienerin eine Qual war. Ihr„Allerheiligstes“ ist im allgemeinen nicht zugänglich, sehr schade, denn gerade dort gewinnt man den tiefsten Einblick in die Doppelseele des 17. Jahrhunderts: Pietismus und Weltlust. Nebeneinander liegen die Josephskapelle und das Herzkabinett, in denen Adelaide den Kult der Seele und den des Herzens betrieb. Dieses kleine„Cabinet des Mysteres du eoeur“ ist typisch für die erotischen Spielereien des Barock. Höher als die Liebe stellte man damals eine sentimentale Galanterie, die Leidenschaft war aus den Herzen in den Kopf gestiegen. Diese lehrhafte Erotik wurde von der Kunst in allegorische Landschaft umgesetzt. Eines der Wandgemälde zeigt die berühmte „Karte der Liebe“, die in den französischen Romanen der Zeit eine bedeutende Rolle spielte. Die verschiedenen Stationen des glücklichen und unglücklichen Liebhabers werden hier auf einer Landkarte dargestellt. Da gibt es Wässer des guten Humors, Dorfschaften der Passionen, Städte der Erfüllung, in die der Liebende nach vielen Irrjahrten durch Meere der Gleichgültigkeit, vorüber an Felsen des Hochmutes, endlich gelangt. Ein anderes Gemälde zeigt eine Stadt in Form eines Herzens, eine„Provinz der Liebe", durch die ein geflügelter Amor den Weg weist. Als„Ein Freund= und Freudenort für alle Liebenden“ wird das Gemälde in einer zeitgenössischen Chronik beschrieben. An der Decke dieses sonderbaren Tempels der Liebe gaukeln Amoretten mit allen möglichen Liebessymbolen, durchbohrten und aufgespießten Herzen, solchenvon Dornen verwundet oder von Rosen umrankt. Die Chronisten des Hofes können sich nicht genug tun, die Phantasie und den Geschmack ihres fürstlichen Paares zu loben und alle diese erotisch=mystischen Verflechtungen als die Verherrlichung der Liebe Ferdinand=Marias und Henriette=Adelaidens darzustellen. Immer wieder weisen sie auf den Mittelpunnt des Deckengemäldes hin, wo unter den vereinigten bayrischen und savoyischen Wappen zwei von Pfeil durchbohrte Herzen gemalt sind mit der Unterschrift: zwey Herzen in eyl, durchschießet meyn Pfeyl. Sonderbar berührt uns heute, die wir so wenig Umstände mit der„Liebe" zu machen gewohnt sind, diese Metaphysik der Gefühle. Versonnen bleiben wir vor dem Bilde des fürstgewohnte, in ihrem großartigen Rhythmus ungemein eindrucksvolle Erscheinung der Ebbe und Flut von vielen zum ersten Male beobachtet. Gewiß hat schon die Schule die Erklärung dafür vermittelt, daß es sich bei den sogenannten Gezeiten um eine Auswirkung der Anziehungskräfte von Sonne und Mond handelt, aber trotzdem behält dieses erhabeneNaturschauspiel den Charakter des Wunderbaren, weil uns ja das Wesen der Schwerkraft noch verschlossen ist..„. 8c 2; van EihAber selbst die offizelle Theorie von Eobe und Flut, deren mathematische Analyse an Hand des Gravitationsgesetze ssehr weit getrieben wurde, steht hier noch vor großen Rätseln, ja man muß sogar sagen Widersprüchen. Deren Auftreten ist gewiß nicht wunderbar, wenn man sich Oberflächenverhältnisse unserer Erde in ihrer Verteilung von Land und Wasser, die Tiefenverhältnisse der Ozeane, die Strömungen vergegenwärtigt. Bei der hohen praktischen Bedeutung der Vorausbestimmung des Eintretens von Ebbe und Flut für Handel und Verkehr hat man glücklicherweise Mitael und Wege gefunden, die aus dem wissenschaftlichen Dilemma herausführen„ohne es im eigentlichen Sinne zu lösen. Vergleichen wir einmal den aus der Theorie abgeleiteten Verlauf der Gezeiten mit den tatsächlichen Beobachtungen. In der Gegend des Erdäquators wäre danach eine tägliche Ungleichheit überhaupt nicht zu erwarten. Tatsächlich tritt sie aber in Indien und im malatischen Inselmeer so deutlich auf, daß man in einigen Gegenden praktisch zu reinen Eintagstiden kommt. Im Gegensatz dazu sollte an den Polen der Erde theoretisch nur eine langsam verlaufende Aenderung des Wasserstandes eintreten, also kein eigentliches Widerspiel von Ebbe und Flut. Tatsächlich hat man aber auch hier erhebliche Gezeiten nachgewiesen. Die eben gebrauchte Bezeichnung„Tiden“ wird in der Lehre von Ebbe und Flut in den verschiedensten Bedeutungen angewendet, indem man den verwicketten Flutverlauf in Dutzende von einzelnen Wellen zerlegt, die nach astronomischen Gesichtspunkten hinsichtlich ihrer Dauer bestimmt werden. Es werden dabei die Umlaufsbewegung des Mondes und der Erde, sowie die Umdrehungsdauer der letztgenannten, sowie Verbindungen dieser Perioden benutzt. Auf diesem Gebiet der Bestimmung der Tidendauer liegt die Stärke der Theorie. Die Praxis muß die weiteren wesentlichen Eigenschaften derselben bestimmen, nämlich den Zeitpunkt des Eintrittes der Höchst= und Niedrigstwerte, sowie den Betrag der Schwankung lichen Paares stehen, das in der ganzen Pracht und Ueberladenheit seiner Zeit zu uns herabschaut. Eingesponnen in die traumhafte Stille dieser Gemächer. das nur das Gemurmel der Quelle unterbricht, versinkt uns die Gegenwart und Henriette=Adelaide, die große Romantikerin der Liebe, erscheint uns menschlich nahe. Denn unser Auge, unser Ohr nimmt dieselben Eindrücke uaf. die vor fast 300 Jahren der heimwehkranken Jialienerin das bayrische Exil verilchten. Feimnerrs“,„owie den Betrag der Schwankung zwischen beiden. Die ungeheure Rechenarbeit, die früher mit Menschenkraft bewältigt wurde, ist heute einer geistvoll konstruierten Maschine überlassen, die auf mechanischem Wege etwa zwanzig verschiedene Teiltiden einerseits getrennt berechnet, andererseits fertig berechnete Wasserstandskurven auf Streifen von einem halben Meter Breite und über zweihundert Meter Länge, den Verlauf eines ganzen Jahres umfassend, aufzeichnet. Eine solche Maschine, im Besitz der deutschen Seewarte in Hamburg, führt in einem Jahre die Gezeitenrechnung für achthundert bis neunhundert Häfen durch. Nur auf diese Weise ist es möglich, die früher menschliche Arbeitskraft übersteigende, aber von der Praxis des Verkehrs erforderte Riesenleistung zu vollbringen. Diese Berechnungen decken nun erst die Rätsel von Ebbe und Flut in ihrem vollen Umfange auf. So zeigt sich, wie gesagt, ein Ueberwiegen der täglichen Tide im indischen Ozean, die merkwürdigerweise an der Küste Europas fast ganz fehlt. Hinsichtlich der sogenannten halbmonatlichen Ungleichheit finden sich erstaunlich große Unterschiede des Einflusses von Sonne und Mond je nach der Küste, die man in Betracht zieht. Beispielsweise ist die Einwirkung des Mondes im Vergleich zu der der Sonne an der amerikanischen Ostküste fünf= bis sechsmal so groß. Auf Tahiti sind dagegen beide Wirkungen gleich, im irischen Kanal beispielsweise die Mondtide sogar kleiner als die Sonnentide, während doch theoretisch die Anziehungskraft des Mondes zu der der Sonne in einem bestimmten Verhältnis steht. Esergibt sich also hieraus, daß die örtlichen Einzlusse auf den Verlauf von Ebbe und Flut von früher weit unterschätztem Betrage sino. Auch die Größe des Tidenhubes, also des Betrages, um den sich der Wasserspiegel infolge des betreffenden Einflusses hebt und senkt, ist sehr verschieden. Während er auf einsamen ilsozeanischen Inseln, wie beispielsweise St. Helena, unter einem Meter bleibt, erreicht er im englischen Kanal über zehn Peter, an der Ostküste des südamerikanischen Patagoniens gar vierzehn Meter..en um Während man der gleichformigen umtaufsbewegung von Sonne und Mond gemäß ein allmähliches Ansteigen und entsprechend langsames Sinken der Flut zu erwarten geneigt ist, belehrt uns auch hier die Erfahrung, daß die Zeitdauer des Steigens und Fallens von Ebbe und Flut sehr große Unterschiede aufweisen kann. Wenn in Hamburg beispielsweise einer Steigdauer von vierdreiviertel Stunden eine Falldauer der Flut von siebeneinhalb Stunden gegenübersteht, so fällt das noch nicht allzusehr auf. Außergewöhnlichen Eindruck macht jedoch das Mißverhältnis am Severn, wo das Wasser nur anderthalb Stunden steigt und fast elf Stunden lang fällt. Wenn auch diese Rätsel von Ebbe und Flut im allgemeinen Schulunterricht kaum berührt werden können, so finden sie doch auf den Marine= und Seefahrtschulen eingehende Berücksichtigung. Vielleicht gelingt es auch einmal der Wissenschaft, diese Rätsel umfassend zu lösen. —•— Weidwerk in alter Zeit Von Gustav Beyer. Auf stolzem Zelter, gefolgt von einer Schar reichgeschmückter Knappen, auf weitem unabsehbaren Sumpfgebiete reitet, den Falken auf der Faust, eine Amazone. Aus dem Rohre steigt der Reiher, und mit hellem Rufe wird der Falke von der kühnen Amazone in die Luft geschleudert. Enger und enger beschreibt der Falke seine Kreise, und höher und höher ste gen beide, der Reiher aus Angst, der Falke aus Jagdbegierde, aus angeborenem Triebe zu morden: jetzt hat er den Reiher erreicht, und zur Erde wirbeln beide von der Höhe, die sie nur als verschwindende u. wiederkehrende Punkte gezeigt hatte. Zahlreich sind solche Jagdbilder aus der Vergangenheit, die uns erhalten blieben durch alte Werke und Gemälde, an denen wir uns noch heute erfreuen; denn das, was vor einigen hundert Jahren das Herz des Jägers schneller schlagen machte, das übt auch noch heute seine Wirkung auf ihn aus. Läng. sind die Zeiten dahin, wo der Weidmann die „edle Falknerei“ betrieb, die Jagd auf Wild hat andere Formen angenommen. Aber die Jagd ist so alt wie die Menschen man hat immer gejagt. Untrennbar verbunde. mit der Jagd ist das älteste Haustier des Menschen, der Hund. durch welchen erst der Mensazum Jäger werden konnte. Vom Dasein und der Ausübung der Jagd in der ältesten Zei. geben uns am besten aus dieser Zeit stamimende Bilder Kunde. So fand man in Frankreich und der Schweiz Rentierknochen, in die das Bild des Tieres mit staunenswerter Treue eingeritzt ist. In den Gräbern der Aegypte: entdeckte man ebenfalls mehrere tausend Jahre alte Jagdbilder, auf denen die Tiere mit einer wunderbaren Naturtreue veranschaulicht sind. Während sich in Europa der Mensch noch mi. seinen primitiven Waffen gegen die allentha! ben häufigen Bären um die Herrschaft der Scholle streiten mußte, gab es in Afrika am Nil und in Asien am Euphrat schon eine regelrecht betriebene Jagd. Die zu dieser Zeit in Europa benützten Waffen waren höchst primitiper Natur; Holzstücke, an welchen mit Bast Steine befestigt waren, Speere und Pfeile mit Spitzen aus Feuerstein usw. mußten wider alle Tiere als Waffen dienen. Auch Fallen erfand der erfinderische Menschengeist gegen Tiere, die mit Speer und Pfeil nicht zu erlangen waren. Phönikische Handelsleute, die bis zur Ostsee, und etruskische Händler, die von den Alpen nach Norden drangen, brachten erzene Waffen als Tauschartikel mit. Bald lernten die verschiedenen Germanenstämme selbst die Erzeugung und Führung der erzgegossenen Waffen, die sie auch bei der kriegerischen Berührung mit Cäsar gut zu benutzen verstanden. Cäsar ist auch der erste, der uns von den Tieren germanischer Wälder Kunde gibt. Unsere Vorfahren mögen zu dieser Zeit schon, wie aus den Berichten des römischen Feldherrn hervorgeht. ein ganz gutes Jägerlatein gesprochen haben; denn in diesen Berichten ist vieles enthalten, was dem großen Römer— aufgebunden wurde. So schreibt er über den Fang des Elentieres, das er„alces“ nennt, folgendes: „Sie haben weder Knie noch Sprunkgelenke und legen sich zur Ruhe auch niemals nieder. und wenn sie einmal hingefallen sind, könner. sie sich nicht wieder aufrichten. Die Bäume dienen ihnen als Schlafstätten; an diese schmiegen sie sich an und nehmen so, ein wenig angelehnt, die Ruhe. Wenn die Jäger an den Fährten erkundet haben, wohin die Elche sich; rückzuziehen pflegen, so untergraben sie dem Orte alle Bäume an den Wurzeln oder sägen sie soweit an, daß eben nur der Anschein des Feststehens gewahrt bleibt. Wenn jene sich dann nach ihrer Gewohnheit anlehnen, so wersen sie durch ihr Gewicht die haltlosen Bäume um und stürzen zu Boden.“ Wenn auch dieser Bericht Cäsars darüber, wie man in alter Zeit die Jagd betrieb, stark an Münchhausens Jagdgeschichten erinnert, so haben wir doch schon aus den ältesten Zeiten zuverlässige Kunde über die Jagd, namentlich auch von der Jahrhunderte lang beliebten Falknerei. Wie alt diese ist und wo sie ihren Ursprung hat, läßt sich nicht mehr feststellen. Wahrscheinlich nahm sie ihren Anfang in Mittelasien bei den Nomadenvölkern. Aber schon Homer spricht in dem 22. Gesange der„Odyssee“ von ihr als etwas durchaus Bekanntem. „Jene, den Habichten gleich, scharfklauigen krummen Gebisses, Die vom Gebirge ankommend auf kleinere Vögel sich schwingend; Diese flattern ins Feld angstvoll aus den Wolken herunter. Doch die verfolgenden Stößer ermorden sie; nirgend erscheint auch Tapferkeit oder Entflieh'n; es freuen sich die Menschen des Fanges.“ Auch sonst überliefert uns Homer manches anschauliche Bild; wie die alten Griechen das Wild, namentlich den wütenden Eber und den schnellen Hirsch jagten. Die neuzeitlichen Feuerwaffen haben auch das edle Weidwerk umgestaltet. Trotzdem aber hat sich eine der ältesten Jagdarten, die Falkenjagd, bis in unsere Tage hinein erhalten. Sie wird im Morgenlande hier und da eifrig gepflegt, namentlich in Persien, und zwar zu Pferde zusammen mit dem Windhunde. Auch in der Berberei und einigen Gegenden in Mittelasien ist sie noch heute eine beliebte Jagdart und ein edles und schönes Jagdvergnügen. -C* Musikantenzünfte Von Fritz Flöter. Rittertum und Frauenkultus, das waren die Losungsworte einer längst verflossenen Zeit, die jetzt etwa acht Jahrhunderte hinter uns llegt und aus der fast nur die poetischen und romantischen Seiten des Lebens in Erinnerung geblieben sind. Minnedienst und Abenteuer, jahrende Ritter und fahrende Sänger umgeben jene Periode mit einem eigentümlichen Glanz, der uns oft vergessen läßt, daß es auch damals Sorge und Not, Mühe und Arbeit, Unterdrückte und Leidende gegeben hat. Die Zeit der Minnesänger war die Blüte des Rittertums; der Adel war der Träger der Bildung und des gesamten hoch entwickelten Kunstgeschmacks. Wie der Ritter verstehen mußte, sein Schwert zu führen, so verlangte man auch von ihm, daß er dichten, singen und musizieren konnte. Die Musik wurde neben der Dichtkunst stark betrieben; es gab Minnesänger, die nicht weniger als neun verschiedene Instrumente zu spielen verstanden. Freilich waren die Instrumente weniger kompliziert als heute, auch waren sie nicht zu mannigfaltig, und man pflegte hauptsächlich das Saitenspiel, weil dies zur Begleitung des Gesanges und des Tanzes am geeignetsten erschien. Im Saitenspiel aber waren die Fürsten und Herren, ebenso wie die Frauen ohne Ausnahme wohl erjahren. Hervorragende Leistungen fanden besondere Anerkennung. So erzählt man z. B. rühmend, die„Buhle“ Königs Wenzel II. von Böhmen, die schöne Agnes, habe„fiedeln und singen“ können.. ,.. glitasent 1.4 Wie alles auf der Welt seine Blutezeir hat und nachher verwelkt, so sank auch das Rittertum allmählich von seinem Gipfelpunkt herab, und an die Stelle des in den Schlössern gepflegten Minnesanges trat der Meistersang, den der ehrsame Handwerker in den Städten dichtete. Die Abenteuerfahrten, der Frauenkultus, wurden seltener, kamen aus der Mode. Die Romantik der Ritter verschwand, jedoch die Poesie ging darum nicht verloren; sie fand Aufnahme bei den Zunftkönigen und wurde bei diesen Handwerks= und Zunftmusikern, spießbürgerlich und hausbacken betrieben. Ebenso wie der Dichtkunst erging es der Musik. Sie mußte sich bei den anderen eine Zuflucht suchen und wie jene gestaltete sie sich hier gleichzeitig schwunglos, pedantisch, schwerfällig. In der Zeit der Meistersänger hatte die weltliche Musik indessen schon einen solchen Einfluß gewonnen, daß in den Städten und auf dem Lande die Menschen mit dem Musizieren bereits ihr Brot verdienen konnten. Es varen dies anfangs umherziehende„fahrende" Musikanten, Pfeifer,„Kilbenpfeifer",„Landtreicher" oder„Landstörzen“ genannt, eine keiieswegs geachtete Menschenklasse, die der Sachsenspiege!“ schon als ehrlos und rechtlos auf der Kirmes, bei Hochzeiten, an schonen, Sommerabenden unter einer blühenden Dorslinde,— und auf diese Weise wurden sie tatsächlich die einzigen Träger der Instrumentenmusik. Im Laufe der Zeit machten sich manche von diesen„Landstörzen“ in den Städten seßhaft, und obgleich ihr Gewerbe verachtet wurde, fanden sich doch bald genug eingeborene Städter, welche die Beschäftigung mit der Musik als angenohm und einträglich genug hielten, um sich ihr zu widmen. Daher wurden die umherziehenden Musikanten auf eine noch tiefere Stuse gedrückt. Dies wurden die echten fahrenden Bänkelsänger, während die Musikanten in den Städten sich wie alle damaligen Gewerbe eng zusammenschlossen und in Zunftmusiker gliederten. Das geschah zuerst in Frankreich, wo sich bereits im Jahre 1330 eine rasch weit verbreitete Musikantenzunft bildete, Vorgeschmack von einer Elefantenja welche den Namen„Confrérie de St. Julien ben, sei nachstehendes Abenteuer erzahlt, das des Menesterier“ führte. Das Privilegium der vor kurzem zwei Pflanzer auf Sumatra eriebZunft vom 23. November 1331, das von ihr tan Wan wird daraug ersehen daß die nhanhauptsächlich gepflegte Instrument war fluß gehabt hat, war das 15. Jahrhundert, mit dessen Schluß die Musikantenzünfte im deutschen Reiche jedoch keineswegs aufhörten, sondern noch später lange Zeit in Ansehen standen und auch manchen wirklichen Künstler heranbildeten, indessen hatten sich schließlich auch diese Zünfte in allen Ländern überlebt. Kaiser Franz Josef II. im Jahre 1782 das Amt der„Spielgrafen. auf, und 56 Jahre später, 1838, starb zu Straßburg im hohen Alter der Violinvirtuofe und Orchesterdirektor Franz Lorenz Chappuy, welcher der letzte Pfeiferkönig gewesen ist, den die Welt gesehen hat. —.— Elefantenjagd auf Von Harro Essingh. Um allen Jügern, echten und unechten, einen Vorgeschmack von einer Elefantenjagd zu ge** die Radleier, welche damals besonders in der Mode war. Auch heute ist sie nicht ganz ausgestorben; man findet sie aber höchstens nur noch in den Händen von umherziehenden Savoyardenknaben.... nzeu(Refanich-t An der Spitze dieser ganzen Gesellschaft stand ein Vorsteher, welcher nach damaliger Sitte„roi“ also„Roi des Menesteriers" zu deutsch, Pfeiferkönig genannt wurde. Diese nicht nur leitende, sondern auch größte aller Musikantenzünfte verbreitete sich rasch über einen großen Teil Frankreichs. Es schien aber, als ob der üble Ruf, in welchem die Musikanten zu jener Zeit standen, nicht ganz unbegründet gewesen ist, denn die„Confrérie" wurde mehrfach von der Obrigkeit zu hohen Geldund Gefnägnisstrafen wegen Singens unzüchtiger Lieder und der Darstellung unanständiger Szenen verurteilt. Die Folge hiervon war, daß viele Mitglieder aus der Zunft austraten, weil sie lieber als„Künstler“ im Leben vagabundieren als sich einem solchen Zwange fügen wollten. Trotzdem erhielt sich die Gesellschaft und wurde am 14. April 1401 vom König Karl VI. von neuem bestätigt, und mit nicht unbedeutenden Privilegien bedacht. Einzelne der Zunftvorsteher—„Guilleaume, Jean Pierre— waren selbst am französischen Hofe wohlgelittene Personen und erhielten sogar die Erlaubnis, bei öffentlichen Aufzügen und Festlichkeiten silberne Kronen zu tragen. Unter solchen Umständen schwoll den Leuten der Kamm ganz gewaltig; sie nannten sich nach Einführung der Violine„rois des Violans", eigneten sich die Gerichtsbarkeit über die Mitglieder der Zunft an und gingen in ihrem Uebermut so weit, daß sie alle Musiker ohne Ausnahme, unter ihre Gerichtsbarkeit gestellt wissen wollten. Es hätte nicht viel gefehlt, und Frankreich hätte einen vollständigen Musikantenstaat besessen. Die Geschichte endete mit einem Prozesse, der der ganzen Musikantenzunft ein Ende bereitete, die im Jahre 1773, also nach 443jährigem Bestehen vom Staate aufgelöst wurde. Auch in Deutschland und England hatte die Bildung der„Confrérie" bald Nachahmung gefunden. In England nannte man den Pfeiferkönig„King of music“. Zum ersten Male wurde ein solcher Pfeiferkönig im Jahre 1381 von dem Herzoge Lancaster privilegiert. In Deutschland fanden die Musikantenzunfte bereits im 14. Jahrhundert Eingang. Man schuf im Schutze der Pfeiferkönige noch ein besonderes Staatsamt, das der„Spielgrafen". Im Jahre 1400 wurde eine„Pfeiferordnung“ erlassen, worin es unter anderem heißt, daß kein Spielmann, er sei Pfeifer, Trommelschläger, Geiger, Zinkenbläser oder was der, oder was die sonsten für Spiel und Kurzweil treiben können, weder in Städten, Dörfern oder Plätzen, auch sonsten zu öffentlichen Tänzen, Gesellschaften, gemeinschaftlichen Schießen oder anderem Kurzweil mit zugelassen oder geduldet werden, er sei denn zuvor in die Bruderschaft auf= und angenommen. Daß die Musikantenzünfte nicht allein zur Belustigung des niederen Volkes sorgten, geht schon aus der Art hervor, wie man einzelne von ihnen selbst bei den Höfen— auch in Deutschland— schätzte, obgleich die große Masse dieser Kunstjünger bis spät in das sechzehnte Jahrhundert hinein als ehrlos betrachtet wurde. Die Mißachtung bei den Personen hörte bei den hervorragenden Mitgliedern dieses Standes selbstverständlich und mit Rechl au; denn in der Tat haben sie die künstleri#che Ausbildung der weltlichen Musik nachwetsi#ch in einer für alle Zeiten einflußreichen Weise gefördert. Die Zeit, während welcher das Zunftwesen auf dem Gebiete der Tonkunst in Deutschland ten. Man wiro daraus ersehen, daß die phantastischen Jagdbeschreibungen in Büchern nicht immer so übertrieben zu sein brauchen, wie es mitunter behauptet wird. Die Anwesenheit einer Herde Elefanten, die über den Wambu=Fluß zog und auf der Pflanzung Sukaranda hauste, hatte alles, was Jägerblut in sich fühlte, in tatendurstige Aufregung versetzt. Unter Weißen und Braunen wurde über nichts anderes gesprochen als über die Elefanten: Luftschlösser wurden gebaut; in Gedanken sah sich jeder bereits neben einem niedergestürzten Elefanten stehen, der die Größe eines Mammuts aus längst entschwundener Zeit aufwies. Es wurde beschlossen, zu zweien der Elefantenherde auf den Leib zu rücken. Beide Pflanzer waren erprobte Jäger, von denen der eine bereits früher zwei Elefanten erlegt hatte; sie besaßen Schußwaffen erster Qualität: ein Mauser= und ein WinchesterGewehr. Der Abstand von der Siedlung bis zu dem zur Plantage gehörigen Stück Urwald, das die Waldriesen zum Aufenthaltsort erwählt hatten, beträgt einige Stunden. Ehe die Jäger jedoch beim Walde anlangten, sahen sie bereits überall die Spuren der Elefanten: Fußabdrücke zerstörte Bäume. Sogar die Wände mehrerer Scheunen waren eingedrückt, weil die Elefanten es für nötig gehalten hatten, auch dort einen kurzen Besuch abzustatten. Nach einer Wanderung von fünf Stunden erreichten die Jäger, mit Hilfe von eingeborenen Spursuchern, eine Stelle, wo die Elefanten kurz zuvor gewesen sein mußten. Daß ein erprobter Jäger dies aus der Temperatur des Auswurfes von Tieren sieht, weiß jeder Eingeweihte, wenn es auch für Außenseiter eine wenig appetitliche Angelegenheit ist. Man hatte ausgemacht, wenn angängig, nur das Männchen zu schießen, das von den Bataks, die die Herde hatten beobachten können, gemeldet worden war. Der Urwald war dicht und sehr dunkel. Die Jäger standen ziemlich ungeschützt in dem dichten Unterholz. Es wurde kurz haltgemacht; aus geringer Entfernung wurde das Geräusch der Herde deutlich gehört. Man konnte die Tiere nicht mehr verfehlen und ging daran, sie zu beschleichen. Kaum war mit dieser, viel Geduld erfordernden Arbeit begonnen worden, als die Jäger, in einer Entfernung von vielleicht 12 Metern, gerade vor sich einen großen Elefanten sahen, der sie augenscheinlich beobachtet hatte. Das große Tier stand unbeweglich, den Kopf den Jägern zugewandt. Es war so dunkel, daß man nicht sah, ob es das Männchen war; einer der Jäger glaubte jedoch, einen kangen Stoßzahn zu sehen. Zugleich wie diesen großen Elefanten entdeckten die Pflanzer noch wenigstens vier andere, vielleicht auch sechs. Sie waren buchstäblich unter den Elefanten: auf allen Seiten von den Dickhäutern eingeschlossen! Das große Tier, augenscheinlich der Führer, wurde unruhig und machte drohende Bewegungen, schien sogar Anstalten zu treffen, sich auf die Jäger zu stürzen. Es blieb nichts übrig, als zu schießen, obwohl die Stellung des Elefanten nicht sehr günstig war. Aber in welch' einer Lage befanden sich die Jäger! Zwei Schüsse knallten, die das Tier an der Stirn trafen; es schien. als würde es zusammenbrechen, doch hielt es sich wankend auf den Beinen. Da brach in jenem dichten Urwald ein Spek#hei los, so furchterregend und grausig, daß ner der Jäger den überwältigenden Eindruck wieder los wurde. Die ganze Herde Elefanten begann zu trompeten, die mächtigen Tiere liejen hin und her, warfen Bäume um und— ergriffen die Flucht. Im Bogen zogen die Kolosse um die Jäcr herum und verschwanden in westlicher Richtung. Sachsenspiegel“ schon als ehrlos und bezeichnete. Sie spielten aber dennoch überall: die größte Verbreitung und den meisten Das croße Tier war schwer getroffen, das war sicher. Der Wegden die Herde genommen