Jouferf, Pal. W Wa -01 U M ii hnn u h un r iru urmt diu n. ui0 Jgll i Eilihe Wipugte P e Wt ud te zuue Wii u ihl gun id upsag Wt n ne Susiatee ucg Es seien nun einige Zeitzahlen mitgereilt, die mit diesen Methoden berechnet sind. Man hat gefunden für den Beginn der Eiszeit in Deutschland 960000 Jahre, für die Braunkohlenzeit 6,1 Millionen Jahre, für die Steinkohlenzeit 320—340 Millionen Jahre, für die ältesten der Wissenschaft zugänglichen Gesteine der Scokruste 1640 Millionen Jahre. Nimmt man an, daß das Uran das Urelement sei, aus dem alle andern nicht nur die radioaktiven Elemente sich entwickelt haben, daß also die Erde rünglich nee 11. ursprunglich nur aus Uran bestanden habe, so ergibt sich für die Erde ein Höchstalter von 400 Milliarden Jahren. Die Wissenschaft befindet sich erst in den Anfängen der Ausnutzung dieser neuen Zeitmessungsmethode, und es sind erst wenige Jahreszahlen, die genau festliegen; einer späteren Zeit wird es vorbehalten bleiben, auf Grund umfangreicher Zeittabellen Fragen zu beantworten, die, wie z. B. die nach der zeitlichen Entwicklung des Lebens an den verschiedenen Stellen der Erde, von höchstem Interesse sind. Aim Ausguck 123 Fohre Unterseebogt. Kaum erscheint es uns glaublich, daß bereits vor 125 Jahren Versuche gemacht worden sind, ein Schiff zu konstruieren, mit dem man unter der Meeresfläche fahren konnte. Aber tatsächlich finden wir im Deutschen Museum zu München ein Modell, welches nach dem Unterwasserschiff„Rautilus“ gefertigt wurde, dessen Konstruktion niemand anderes als Robert Falton, der berühmte Erbauer des ersten Dampfschiffes, war, der dieses erste Tauchboot im Jahre 1800 zu Wasser ließ. Die Techniker der folgenden Jahrzehnte gaben sich die größte Mühe, das Problem in besserer Weise zu lösen, aber erst der Ingenieur Wilhelm Bauer konnte mit seinem„Seeteusel“, der Ende des 19. Jahrhunderts die Wasser durchzog, auf ein halbwegs brauchbares Resultat blicken. Erst die Einführung der explosionssicheren Dieselmotoren eröffnete dem U=Boot die Zukunft. Im Krieg und in der Nachkriegszeit nahm es immer mel an technischer Vollkommenheit zu. In Amerika wird jetzt ein Unterseeboot gevaut, das eine Geschwindigkeit von 21 Seemeilen über und 9 Seemeilen unter dem Wasser hat. Wie man hört, sind bereits neue Bootsformen in Arbeit, die noch schneller unter Wasser fahren nnen. Ein Dichter als Minister. Da es selten geschieht, daß ein Dichter Minister wird, erregte es großes Aufsehen, daß der spanische Dichter Don José Echegaray(geboren 1835) Unterrichts= und Handelsminister wurde. Er war nämlich bekannt geworden durch seine zahlreichen kraftvollen Dramen, während die Welt nichts davon wußte, daß er seit 1858 Professor der Mathematik und Physik an der Inschule in Madrid gewesen war. Sein umfaßte Unterricht, öffentliche Arbeiten, Industrie, Handel und Ackerbau. Er blieb übrigens nur ein Jahr auf seinem Posten und später(1906) hat er selbst sich scherzend darüber geäußert, daß er manche Abteilungen seines Ressorts nur zur Not übersehen konnte, während er vom Ackerbau überhaupt nichts verstehe. Nach langem Grübeln, weshalb man ihn auch zum Minister des Ackerbaus gemacht habe, habe er den Grund gefunden: sein Vater sei nämlich ein bekannter Botaniker gewesen. Ein Geschichtchen vom alten Nestroy. Der Dichter des„Lumpazi Vagabundus" hatte große Freude an kleinen Foppereien. So kam er eines Tages in die Bühnengarderobe gestürmt und fragte mit großer Wichtigkeit:„Haden Sie schon gehört, daß jetzt alle Briefe in Frankreich geöffnet werden müssen?"„Nicht möglich! Na, so was! Aber warum denn?“ schou es ihm von allen Seiten entgegen.„Ja, ja, oguz gewiß!“ versicherte Restroy schmunzelnd. „Dein wenn die Briefe nicht geöffnet werden dürften, könnte man sie ja nicht lesen!“ Wie die Bewohner von Java Erdbeben verbindern. Wenn eine Erderschütterung gespürt wird, was auf Java häufig genug geschieht, so werfen sich alle auf die Erde, hierbei laut„Leni! Leni!“ rufend.„Leni“ ist nach javanischer Volksvorstellung ein furchtbares Ungeheuer von der Gestalt eines Büffels, doch von riesiger Größe und der entsprechenden Kraft. Dieses Ungeheuer nun liegt im Mittelpunkt der Erde, wo es wartet, bis der letzte Mensch gestorben ist, um alsdann an die Oberfläche zu kommen und allesslaus hatte wohl Mitleid und freute sich über den zu zerstören: Wenn das Ungetüm sich beweat=Opfermut des Rosaken, und so ham der Reiter sund Miene macht, sich aufzurichten, dann entstehen die Erdbeben. Von diesen Dingen haben nicht bloß die Menschen Kenntnis, sondern auch die klugen weißen Ameisen, welche zu beleidigen die Javanen sich wohl hüten. Die Ameisen sind sehr rachsüchtig, und wenn durch Zufall eine getötet worden ist, so bahnt sich ihr Geist den Weg in den Mittelrunkt der Erde und raunt dem halb schlasenden Leni ins Ohr, der letzte Mensch sei ge, erben. Da reckt das Ungetüm die Glieder und macht Anstalt, sich zu erheben, — und so entsteht wieder ein Erdbeben. Um nun dem Ungetüm zu beweisen daß der Ameisengeist gelogen hat, wersen sich die Javaner auf die Erde und rufen, so laut sie können: „Leni! Leni!" Daraufhin legt sich der schreckliche Büffel nieder und schlummert weiter, bis ihn aufs neue der Geist einer gekränkten Ameise aus der Ruhe scheucht. Wie es den ersten Tabakrauchern in England erging. Es mag unseren angelsächsischen Stammesvettern in Albion in Anbetracht ihres übertriebenen nationalen Selbstgefühles nicht gerade angenehm sein, wenn man sie an gewisse Abderitenstreiche erinnert, die Angehorige der englischen Nation epochemachenden kulturhistorischen Neuerungen gegenüber, zur Ausführung gebracht haben, aber wahr bleiben die meisten diesbezüglichen Angaben darum doch. Als Sir Walter Raleigh, welchem wir wahrscheinlich auch die volkswirtschaftliche Einführung der Kartoffel in Europa verdanken, selbst oder durch seinen Abgesandten Rudolph Lane den Tabak in Old England als Rauchkraut einführte, begegnete der Genuß desselben, in der Form des damals noch ausschließlich durch die Nase ausgestoßenen Rauches bei der großen Menge allgemeinem Erstaunen. So kam es, daß die englische Damenwelt, als der verdienstvolle Mann um 1586 in Sir Ro Point Park in Aston bei London sein Pfeischen rauchte, sich rücksichtsvoll aus seiner Nähe zurückzog, bis der Tabakdunst sich verzogen hatte. Wie unangenehm überrascht war aber Sir Walter, als er bald darauf nach Hause ging, sich so ganz ungestört ein zweites Pfeifchen anbrannte und sein Diener ihm ohne langes Bedenken eine Flut von gutem Bier über den Kopf schüttete. Der treue Mann, welcher aus der Nase seines Herrn die Rauchwolken hervordringen sah, war in dem Glauben, daß das Innere seines geliebten Herrn in Brand geraten sei!— Sir Walter Raleigh ist in Wirklichkeit der Mann, welcher den Rauchtabak in England eingeführt hat und man kann sich wohl denken, daß mit der Zeit diese komische Episode auch mit anderen bekannten Personen, welche in jener frühen Zeit schon dem Tabakgenuß ergeben waren, in Verbindung gebracht wurde. So erzählt eine kleine Schrift aus dem Jahre 611 von dem berühmten englischen Komiker Dick Tarlton folgendes: Als derselbe in einem Restaurant der Hauptstadt als etwas ganz Neues eine Pfeife rauchte, sahen zwei weinselige Herren am Nachbartische die Rauchwolken aus der Nase des Komikers hervordringen. „Feuer, Feuer!“ riefen sie in ihrer Besorgnis um den vermeintlich im Innern Brennenden, doch dieser erwiderte gelassen:„Lassen Sie diesen Notschrei, meine Herren, sonst kommt die Polizei und verhaftet mich am Ende noch als Brandstifter!" Der Ochse und das Flugzeug. Seitdem Pegasus mit einem Ochsen zusammengespannt worden war, scheint dieses erdenschwere, pflichtgetreue Haustier einen unsterblichen Haß gegen alles Hochfliegende in sich zu tragen, denn welch' ein anderer Grund sollte wohl für das Verhalten jenes Ochsen vorgelegen haben, der brav auf seiner Wiese in der Nähe von Brüssel weidete, als plötzlich ein Flugzeug wegen eines kleinen Maschinendefektes eine Notlandung in seiner Nähe vornahm. muß doch jener alte Haß in dem Ochsen erwacht sein, denn kaum hatte er das Flügeltier erblickt, so stürzte er wütend darauf los, spießte seine Hörner in die Tragflächen des Aeroplans, bedrohte sogar die Menschen in den Kabinen. und machte schließlich aus dem kleinen Maschinendefekt einen derartig großen Schaden, daß das Flugzeug unmöglich wieder aufsteigen konnte und seine Passagiere im Auto nach Brüssel schicken mußte. Der schlaue Kosak. Ein Kosak war in der Steppe von einem furchtbaren Sturme heimgesucht worden und betete in seiner Not:„O heiliger Nikolaus, mein süßer Namenspatron, wenn du mich aus der Gefahr rettest, will ich dies Pferd verkaufen und all dies dafür erhaltene Geld dazu verwenden, dir Kerzen zu stiften!" Der heilige Nikolaus hatte wohl Mitleid und freute sich über den heil und gesund nach Hause. um nächsten Tage nahm der Kosak einen Hahn aus seinem Hünnerstalle unter den Arm und sein Pferd an d.e Leine und wanderte auf den Markt.„He, Kosak, was hast du zu verkaufen?“ rief man ihm zu.„Einen Hahn und ein Pferd,“ erklärte der Kosak,„aber ich verkäufe nur beides zusammen. Für meinen Hahn fordere ich 200 Rubel und für mein Pferd 30 Kopeken.“ Bald fand sich ein Käufer, der diesen wunderlichen Kauf bereitwilligst abschloß und Hahn und Pferd zusammen für 200 Rubel und 30 Kopeken erstand. Freudig kehrte der Kosak nach Hause, u. getreu seinem Gelübde stiftete er für 30 Kopeken Lichter, die dann vor dem Bilde des heil. Nikolaus feierlichst angesteckt wurden. Wie Keller seinen Dienst als Staatsschreiber antrat. Zürich ernannte Gottfried Keller zu seinem ersten Staatsschreiber. Damit bewies die Regierung, daß sie zu dem Dichter großes Zutrauen hatte, obschon er nicht juristisch vorgevildet und durch seine Gewöhnung an willkürliches Sichgehenlassen ein wenig verwildert war. Keller trat allerdings sein Amt nicht gerade pünktlich an. Am Vorabend seines Amtsantritts machte er nämlich eine große Gesellschaft mit, bei der ihm der Weingenuß umso schlechter bekam, als er sich in den Groll über die Extravaganzen Die er mit ansehen mußte, hineintrank. Am anderen Morgen, wo er um 8 Uhr in der Kanzlei erscheinen mußte, mußte er nach 10 Uhr von einem Regierungsrat aus dem Bett geholt werden. Dies schien der Entrüstung, die in weiten Kreisen über die Wahl Kellers herrschte, recht zu geben. Es war aber die letzte Welle, die Keller bis an den Hals und fast über das Zeichen des Eichmeisters hinaus schlagen ließ. Nunmehr gebot er Halt und zeigte sich als ein so unantastbarer und gewiegter Staatsschreiber, daß seine Widersacher sich bekehrten und öffentlich bekannten, sie hätten bei ihrer Beurteilung der Sache das Genie nicht in Betracht gezogen, das jede Aufgabe zu bemeistern wisse. Vor Gericht zu stehen ist kein Vergnügen. Mag man als Angeklagter mit gutem oder schlechtem Gewissen, als Zeuge oder als Sachverständiger geladen sein, man findet sich nicht zurecht in dem Labyrinth von Paragraphen und Instanzen, durch das nur Richter und Anwälte den Weg kennen. Da bringt die soeben erschienene vierte Lieferung des Kleinen Brockkaus in der Uebersicht„Gerichtswesen“ eine leicht verständliche graphische Darstellung des Instanzenweges und der Zuständigkeit der verschiedenen Gerichtshöfe. Wir sehen auf einen Blick, vor welches Gericht eine Angelegenheit gehört und wie das Verfahren läuft. Auch sonst bringt die neue Lieferung, die mit„Gelenkrheumatismus“ beginnt und mit„Impfung“ endet, viel Interessantes und Wissenswertes. So lernen wir das Horoskop Wallensteins kennen, erfahren, daß ein Grönlandwal bis zu 30000 Kilo Speck zu liefern vermag, daß in Transvaal mehr Gold gefunden wird als in der ganzen übrigen Welt, daß die Gitarre zuerst durch die Mauren nach Spanien####cht wurde usw. Die ganze Weltgeschichte den frühesten Zeiten bis zur unmittelbaren Gegenwart, vom Aegypterkönig Menes bis zum Reichspräsidenten Hindenburg wird uns auf drei Seiten komprimiert vorgeführt. Besonderes Interesse dürften ferner zwei Uebersichten„Genossenschaften" und„Gewerkvereine“, erwecken, die beide ein klares Bild von Entwicklung und Aufbau dieser wichtigen Faktoren in unserem sozialen Leben vermitteln. Daß die ältesten deutschen Gewerkvereine die der Buchdrucker und der Tabakarbeiter sind, die vor 60 Jahren gegründet wurden, dürfte den wenigsten bekannt sein. Die Tafeln„Himmelskunde" und„Heimstätten“ werden dem wertvollen Werk viele neue Freunde werben; die 34 fein ausgeführten Abbildungen der Tafeln„Kunsthandwerk“, ein farbiges Beispiel für„Glasmalerei“, sowie zahlreiche gute Wiedergaben bekannter Gebäude lassen das Herz jedes Kunstkenners höher schlagen. geschickte Schriftanordnung konnte auf sengstem bucum eine gewaltige Menge Wissen vereinigt werden. Der Druck ist sehr klar und leicht lesbar, das Papier ist ausgezeichnet. Der „Kleine Brockhaus“, der insgesamt 10 Lieferungen umfassen soll, liegt jetzt fast zur Hälfte vor. Subskriptionen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: V. A. Santz. Altena. A#us 4girrr 1No 44. 2 fo87 MI Wi W itig ht inhi u n it uoc Aut W c uin i M gn dtinm t Wi Me uhlhi u tt u Wplun uuho hsinm aat „„„ W h lo i din rucsg gun uug u 1 uich Ein altes Lied Ich weiß ein altes, stilles Lied, Das hat meine Mutter daheim gesungen, Des Abends, wenn die Dämmerung kam, Ist's oft durch unser Stübchen geklungen. Ein kleines Lied. Kaum kann ich noch Die Töne und Worte zusammenbringen, Und hür' es doch oft wie Harfenton Leise in meinem Herzen erklingen. Meine Kinderjahre klingen darein, Meine heiligsten Schmerzen, mein hellstes Frohlocken, Und wie aus dämmernder Ferne her Leise summende Heimatglocken. Wilhelm Lobsien. Von Dr. Tilly Lindner. Eine gar nicht abzugrenzende Fülle bedauerlicher Tatsachen weist heute mehr denn je auf die Vernachlässigung der Muttersprache. Der Sachverhalt, um den es hier geht, ist zu bedeutungsvoll, als daß er in allen seinen Gesichtspunkten auch nur annähernd gewürdigt werden könnte. Um so notwendiger erscheint es, daß die Rede immer wieder von neuem auf ein Problem gelenkt werde, das ein Volk tiefer berührt, als tausend andere Dinge: auf die Muttersprache. Wir verstehen unter Muttersprache jene Tätigkeit, die mit Hilfe von Worten den naturgemäßen Ausdruck der uns bewegenden Gedanken zu vermitteln sucht. Am deutlichsten tritt das Wesen der Muttersprache am spracherlernenden Kinde zutage. Sobald das Kind in der Bildung verschiedener Laute die nötige Uebung erlangt hat, beginnt es unbewußt und ohne Absicht nachzusprechen, was es von den Eltern oder der nächsten Umgebung aussprechen hört. Mit dem Wachsen des Wortschatzes geht die richtige Wortfolge unter baldiger Beseitigung der Sprachfehler Hand in Hand. Deutlich läßt sich beobachten, daß die Muttersprache etwas teils Suggestives, teils psychologisch Erworbenes und Geordnetes ist. Die Muttersprache ist nichts mühelos Gegebenes, kein Naturgeschenk im landläufigen Sinne, sondern das Produkt des Sprachvermögens. Im Sprachvermögen einer Zeit und eines Volkes verbirgt sich der Trieb nach Aeußerung. die menschliche Eigenart, wie sie auch in Sitte, Kunst und Religion nach Ausdruck strebt. Es ist von der Forschung erwiesen, daß das Leben der Sprache um so reger ist und um so schneller wechselt, je natürlicher der Zustand der Menschen ist. Erst bei den Kulturvölkern verlangamt sich die Sprachbewegung, Form und Geühl der Sprache schaffen ein Fundament, auf dem Satzbau und Wortbedeutung sich entdickeln und ineinanderfügen. Die Muttersprache, wie wir sie heute besitzen, ist das Ergebnis einer langen vielgestaltigen Entwicklung, deren Erforschung die mit wunderbaren Instrumenten arbeitende Sprachwissenschaft gezeitigt hat. Aber nicht davon soll hier die Rede sein. Das Problem der Muttersprache hat auch eine andere Seite. Heute knüpft sich an diesen Ausdruck für jeden von uns ein Wehmutsgefühl, denn uns ist, als ob sich die Summe der wundervollen seelischen Tatsachen, die das Wort Muttersprache einschließt, gar augenscheinlich verrinWesenszug unserer Zeit vergreift sich immer mehr an den seelischen Belangen der Einzelmenschen, ermordet damit auch langsam die Eigenart ganzer Völker und Nationen, erschüttert ehrwurdige, aus Jahrhunderten und Jahrtausenden kristallisierte Gesetze. Nicht nur am harmonisch gebauten Kosmos menschlicher Gefühle und kultureller Erbanlagen vergreift sich diese Zeit, sie rüttelt auch an der wankend gewordenen Achse, um die sich dieser Kosmos befestigt hat. Denken wir an die Muttersprache! Fragen wir uns allen Ernstes, ob sie bei uns selbst genügend in Pflege ist. Zwar hat es zu allen Zeiten Gefahren für den Bestand der Sprache gegeben. Sie abzuwehren, wurden insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert Sprachgesellschaften gebildet, die sich in der Pflege der deutschen Sprache und Literatur zu überbieten suchten. Auch die wissenschaftlich arbeitende Sprachreinigung, die freilich nicht selten in Uebertreibungen auszuarten pflegt, sucht diesem Ziel zu dienen. Man darf in der Muttexsprache nichts Totes erblicken. Sie muß leben und sich entfalten können. Ein zeitlicher Wandel der Muttersprache ist so natürlich, wie der Wandel der Menschen, welche die Träger der Sprache sind. Voll begründet ist die Tatigkeit der Sprachreinigung sicher überall dort, wo die aus bloßer Nachlässigkeit, Bequemlichkeit oder gedankenloser Vorliebe für das Ausländische eingeschwärzten Fremdwörter bekämpft werden sollen. Einen solchen Kampf hatte namentlich die deutsche Sprache zu führen seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts, als der Verkehr mit den Franzosen zunahm, und der Deutsche die größere Freiheit und Gewandtheit derselben auch durch Nachäffung der Sprache sich anzu= Da sah eignen suchte. Als im 18. Jahrhundert die verlegen und machten uns zaghaft davon. große Blütezeit der deutschen Literatur an= Ich sah ihn wieder im inneren Brasilien, als brach, erhob sich auch die Sprache aus ihrer: Die Pflege der Muttersprache ist heute Pflicht für jeden, der sich mitverantwortlich fühlt am Schicksal seines Volkes. In der Muttersprache ruht das Erbgut der Besten, die vor uns waren. In der Muttersprache liegt Weisheit, Schönheit, Tiefsinnigkeit. In der Muttersprache ist ein Gewinn nicht nur für das innere Leben des Menschen, sondern auch für seine Betätigung nach außen. Unsagbar dünkt mich die Verantwortung jener, die ihre Berufung zur geistigen und seelischen Führung dazu mißbrauchen, dem Volke das kostbarste zu rauben: die Muttersprache. Sie zerreißen das festeste Band das ein Volk zusammenhält. Sie erschüttern eine Quelle, die Kraft und Segen zu spenden berufen ist. Darum: pflegen wir die Muttersprache in Beispiel und Tat. zum Segen uns selber und zum Vermächtnis den kommenden Geschlechtern. —.— Der Europäer Von Friedrich Koch=Wawra. Ich sah ihn 1914 im Morgengrauen, als er aus dem Dickicht kam und einen toten Ulanen am Ufer der Marne liegen sah. Der Europäer hatte ein schwarzes Bärtchen und ein bleiches, gelbliches Gesicht. Er war allein auf der Wiese und wußte nicht, daß hinter dem Strauchwerk auf dem Erdhügel ein Beobachter lag. Da ward er des Leichnams ansichtig. Und der Europäer kniete nieder und drückte dem Toten die Augen zu, und seine Hand strich bedachtsam über die silberne Tresse, so wie ein Kind mit schüchternem Finger etwas Verbotenes berührt. Da sah er mich. Und wir wurden beide sehr ich zu Tode erkrankt in einem Schilfrancho lag. Nur die sichere Medizin, die wir beide kannten, konnte mich vor dem schleichenden Tode retten. Aber die paraguayschen Händler wollten sie nur hergeben für bares Gold. Da wir verkommen waren bis aufs Hemd, brach der Europäer zwei Goldzähne aus seinem Munde, daß es blutete und schmerzte und gab sie hin für das Medikament. Jener war ein Franzose, dieser ein Holländer. Beide aber waren Europäer im Sinne einer restlosen Begriffsbestimmung, als ihr Wesen sich an den Dingen zu messen hatte. Man wird einwenden! Es gibt auch Schwarze, die selbst ihr Leben lassen für einen andern. Schon lange vor Moses... Die Inder... Der weise Confucius... Man muß in Asien' gewesen sein oder im inneren Südamerika, um den Begriff Europäer recht zu fühlen. Da reitet man durch giftgrüne Wälder, durch glühenden Sand oder durch modrige Städte, in denen die Cholera auf der Gasse liegt. Und schlitzäugige Menschen sind die Ausnahmen bestätigen die Regel— zu dunkelfarbige Frau:„Dort drüben, Sidi, wohnt ein Europaer. Dort in dem geiven Haus.“ Da plötzlich ist die Erschöpfung gewichen. Belebend strömt das Blut durch die trockenen Glieder. Man fühlt: Dort wohnt ein Mensch wie du, ein Europäer, ein Mitbruder der Jahrtausende alten Kultur, die unsere geme me Mutter ist. Man reitet schneller. Man klopft an dem gelben Haus. Und der frohe Blick harrt der Erwartung des Europäers. Gleich wird er in der offenen Türe stehen. Vielleicht ist es ein schlanker, blonder mit scharfgeschnittenem Antlitz und der Shaanfeife zwischen dünnen Lippen. Vielleicht ein kleiner, schwarzhaariger mit gestutztem Flaumbärtchen. vielleicht ein Mensch mit wasserklaren Augen und dänischer Stupsnase, vielleicht spielt er Cymbal oder liebt Stierkämpfe, vielleicht trägt er ein Priesterkleid oder grüne Pantoffeln witiefen Erniedrigung und gedieh durch unsere Klassiker noch vor dem Ende des Jahrhunderts zu hoher Vollendung. Eine hohe Bedeutung für die Muttersprache besitzt der Sprachunterricht, dessen vielseitige Methoden vor allem darauf zielen sollten, durch Kontrolle und Hebung des Sprachgefühls den Erwerb der Muttersprache sichern zu helfen. Leider hat unsere Zeit die Spracherzichungsmittel im praktischen Leben stark außer Wirkung gesetzt. Längst ist es nicht mehr die Schule, die das Bild der Sprache prägt. An ihre Stelle trat das raschem Wechsel unterworfene Schrifttum unserer experimentierenden Literatur, die sich vielfach verantwortungslos über alles Herkömmliche hinwegsetzt. Das irrationale schleudernde Gedankentum des Expressionismus, der immer noch typischen Kunst= und Literaturform unserer Zeit, sucht notwendigerweise nach neuen Wortprägungen. Die Dichtkunst von heute hat nur mehr wenig Sinn für die übernummenen Gesetze der Muttersprache. Die Dichter von heute sind— Ausnahmen bestätigen die Regel— zu Sprachverderbern geworden. Oder man denke ans Gelehrtendeutsch. Das wissenschaftliche Schrifttum der Gelehrten arbeitet vielfach mit einem Apparat von Worten, der sogenannten Laien kaum mehr verständlich ist. Nicht besser stehts mit der„Umgangssprache“, in der heute geschrieben und geredet wird. Die vorwiegend materiellen Interessen unseres Zeitalters haben in beinahe jedem Berufe eine eigene Fachsprache geschaffen. Der sprachlich nicht mehr zart empfindende Mensch von heute hat leider nur zu oft das Bedürfnis nach Stil verloren. Muttersprache wird heute immer mehr zurückgedrängt, und doch ist jedes wahre und echte Wort der Muttersprache schwerwiegend und von tiefer Bedeutung. Die in jedem 88 * : 5 Se 5a8S 5 8 9— S 9— 5 5 2 9 — 89 15 S 8 E 5 S S 5 -* 9 S 8 5 8 S 3 5 * -B6ESE 9# B#E S 8 2 * 2 S D E„ * S 3 2= □ 9 E H 9 2 5 S 6 ESS ü S S 6 S S.2 * □ * 9 50 5 9 S S 8 ** * 8 2% 2 S 23 S 812 S— 5 E 8S G. 9*—— SES9S * 2 1 12 — 2 E □ e 8 **" 0— S 8 8 8 5 S S 0 S 2 SaS9 F 128 S 8.— 2•* S 0ELg S•98.2n * 8 * 99 9 655 P a 5gS * 599E Se## 6 Se 1 12 □ r 81 # S•88 S S 5 985— —.2 0 S 80 S# 5 S 8 *# 5 S EE S 92 6 " S0 S 2 9 55 # S. S 5 ** S#5 E ""— 0 B S 9 21S GOR PEE GP GW 9 8 8 2 2 8 #EU S 5 8 85 * 9S 9 8 # S * S•S * 825 * 09 S 9 5 S B S 4. * 6 S— S— E* *8 S# 2 S S 2 2 85 — □ AeS1 *** —- 0.— S0SE B 9— OEDDE 9 95 56 5 N Stefanknl, oder muß Alimente zahlen in Antwerpen... Es sind Vermutungen unwesentlicher Art. Denn wir erwarten den Europäer er. Und er heißt dich willkommen. bis man seine Kupfermünze bezahlt hat. Dem Guitarrenspieler folgt ein Sänger, dem Sänger eine slötenblasende Frau, der Zug ist ohne Da ist Ende, und dann kommt die Schair blinder und Und in verkrüppeiter Bettler. Jeder will seine Kupseinem Händedruck liegt die Gewißheit, von sermünze haben. Die Geduld der Spanier ist der kein Diplomat etwas weiß... Ich habe dabei bewunderungswürdig, man hört nie ein in solchen Augenblicken immer das Gleiche böses Wort, nie einen Fluch, und viele sind unempfunden. Ich fühlte: Auch dieser wird ver=sermüdlich im Geben. Als Abwehr gegen die legen werden, wenn wir einander gegenüber=Zudringlichen gibt es nur ein Kopfschüttein oder stehen mit Karabinern, auch dieser wird Zähneseine leise gemurmelte Entschuldigung. etwa ausbrechen, wenn ich ihn darum bitte.(verzeih Bruder oder Schwester(d. h. in Christo) Denn das Positive im Europäer ist die Liebe. das Zeugende, die Kultur der gemeinsamen Lebensbejahung; das andere ist die Leidenschaft der Zersetzung, das Retardierende, das bewußt Unzulängliche aus stetem Egoismus.. — Die Holländer sind geiziger als die Tschechen, die Belgier prahlen lauter als die Schweden, die Griechen sind ehrlicher als die Schweizer, die Engländer sind unsauber, die Deutschen sind faul, die Dänen riechen, und die Franzosen unterschlagen Geld... Das ist alles nicht wahr, wird aber im nächsten Kriege gedruckt zu lesen sein. Einst wird der Name Europäer ein fester Begriff werden im Sinne der sensitiven Erkenntnistheorie, und der Europäer wird den Bruder erkennen in dem, der das europäische Gewissen in sich trägt. Der bleiche Mann mit dem Bärtchen, der den toten Bruder zuerst sah und darüber seinen vermutlichen Auftrag vergaß, und der große, blonde, der seine Zähne ausbrach, und den ich sonst kaum kannte, sind die Wegweiser des Staatsmannes der Zukunft, der seinem Nachbarn sagen wird: Ich beuge mein Haupt vor den unvergänglichen Werten deines Landes. Was kann mein Staat tun. um euch von Dienst zu sein? Bis dahin wird aber noch sehr viel gedruckt werden. —1.— * Madrider Plagen und Freuden Von E. v. Ungern=Sternberg. Es gibt nicht nur Freuden im Sonnenlande Spanien. Wenn es moglich wäre, so würde man m heißen Sommer gerade die Sonne und den immer lächelnden tief, fast dunkelblauen, Himmel hassen lernen, denn mit dem alles überströmenden Licht sendet er tausend Plagen, die schwer genug zu ertragen sind. In den Nachmittagsstunden läßt er die Temperatur bis zu 39 oder 40 Grad im Schatten steigen, und am Abend strömen die weißen Häuser die eingesogene Glut vervielfältigt zurück. Nur die Brise. die sich nach Sonnenuntergang zu erheben pflegt, bringt den Verschmachtenden einige Kühlung. Man sitzt bis tief in die Nacht hinein in vielfachen Reihen vor den vielen Cafés der Calle Alcola, der Gran Via, oder im Prado, in Recoteta oder in der Chastellana und trinkt kalte Limonaden oder schaut in den sternklaren Nachthimmel und lauscht schweigend den Träumen, die als lazurene Schatten auf die Erde herabsinken. Dun beginnen die wirklichen Plagen Madeids. Kaum daß sich die Augen halb zu schlieden beoigen und die Seele sich der Unendlichder welten öffnet und alle Gespräche rund herum verstummen, oder daß man sich beim Schein einer elektrischen Bogenlampe, deren Licht durch das leise rauschende Laub der Bäune dringt, in eine Zeitung vertiefen will, so man sich plötzlich an einem Beine gezogen und begegnet dem mißbilligenden Blick eines Stieselputzers, der das Schuhwerk für nicht sauder genug erachtet und mit seiner Arbeit beginnen will. Man fühlt sich wehrlos, denn hinter einem steht bereits eine kleine Armee von Stieselputzern mit gehobener Bürste, man weicht der Uebermacht und läßt die Leute gewähren. Es gibt nämlich kaum eine andere Hauptstadt, in der so auf sauberes Schuhzeug wie in Madrid geachtet wird. Außer verschiedenen Schuhputzersalons an der Puerta de! Sol, in der Carrera de San Jeronymo und in manchen anderen Straßen des Zentrums, hat jede Restauration und jedes Café seine eigenen Stiefelputzer, die nicht nur von den Herren, sondern auch von den Damen in Anspruch genommen werden. Dazu kommt die kleine herumschweifende Armee auf den Straßen und Spaziergängen, die einen durchschnittlichen Tagesverdienst von 10 bis 12 Zeseias erreichen. Kaum daß die Störung der Stiefelputzer überstanden ist, so melden sich die nachtwandelnden Musikanten, die sich erbarmungslos vor den Träumer oder Leser hinstellen und auf ihden Instrumenten mit mehr oder weniger musikalischem Verständnis spanische Schlager zu Klimpern beginnen. Man kann sie nicht unbeachtet lassen, denn irgend ein Kind, das stets als Begleiter und Einsammler mitzugehen pflegt, blappert solange mit einem Blechteller, ein anderes Mal. Wenn ein weniger disziplinierter Ausländer ungeduldig wird und den Bettlern zuruft, sie sollen sich zum Kuckuck scheren und einen in Frieden lassen, so treffen einen erstaunte, fast erschrockene Blicke, und mancher murmelt wohl:„Was für Barbaren doch die Ausländer sind!“. Man hört nie Leute streiten oder zanken, imer dieselbe beschämende Höflichkeit und Geoued, die jeden Eiligen und Nervösen entweijnet. Der Fremde empfiad.: in Spanien als Plage auch die seltsame Steilung der Frau und des jurgen Mädchens, die noch immer nicht als tollwertige Wesen betcachtet werden, die immer inter Aufsicht bleiben und mit denen jeder unbejangene Verkehr assgeschlossen ist. Die Spanie in ist elegant, reizund, mit einem weichen u. freundlichen Herzen allerdings meistens von eine: erstaunlichen Unwissenheit, aber für sie ist die Welt der Männer mit Gittern verschlossen. will sie sich aus ihrem Käfig befreien, so wird sofor: der Stab über ihr gebrochen. Da die Welk' der Männer und Frauen getreun: ist, so sind die Madrider Freuden nicht ali zu reichlich bemessen. Das öffentliche Leben Modrids ist langweilig und etwas eintönig, wie überall dort, wo der Charme der Frau fehlt. Gewiß, es gibt auch in Madrid einige glänzende Nachslokale, wie z. B. die gläserne Tanzdiele im Hippodrom oder den Ballsaal im Retiro. Eine ausgezeichnete Jazzband spielt dort bis 4 Uhr morgens, und Luxus Brazie und Eleganz weiden dort entwickel:, wie man sie selten in Auslande findet. Ausländerinnen können jeie Vergnügungsorte besuchen, die Spanierinnen aber, die man dort antrifft, haben aufgehört, zur Gesellschaft zu zählen und gelten als vogelfrei. Die Madrider Freuden soll man aber nicht in mehr oder weniger banalen Vergnügungen suchen, sie liegen auf einem anderen Gebiete, man findet sie in der alten, wenn auch etwas versteinerten Kultur Spaniens, in den tausend Kunstmonumenten, in der Herzensfreundlichkeit und Ritterlichkeit der Bewohner, über denen fast immer der blaue Himmel lächelt und über denen die südlich heiße Sonne scheint.— Man soll in Spanien nicht durch das Leben hasten, sondern man soll beschaulich und nachdenlich werden, dann wird man sich des spanischen Lebens freuen lernen. Lohn geistiger Arbeit vor 500 Jahren Von Hans Werner. In der Nachkriegszeit richtete sich die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit vielfach in erhöhtem Maße auf die Notlage zahlreicher Geistesarbeiter. Freilich ist das Lied davon, daß Gelehrte und Schriftsteller Frau Sorge häufig als ständigen Gast bei sich gehabt haben, nicht neu. Sogar zahlreiche Gelehrte und Erfinder, die sich um die Menschheit unsterbliche Verdienste erworben haben und deren Name heute jedes Schulkind kennt, sind in den dürftigsten Verhältnissen gestorben. Vor etwa 500 Jahren erhielten deutsche Hochschullehrer für ihre Geistesarbeit oft so wenig, daß sie mit ihrer Familie geradezu dem Hunger überliefert waren, falls sie nicht private Einnahmen als Arzt oder Rechtsanwalt hatten. Von der kläglichen Finanzlage, in der sich in der Regel die mittelalterlichen Universitäten befanden, gibt ein Schreiben Zeugnis, in dem sich die Wiener Universitätsbehorde im Dezember 1442 beim Kaiser entschuldigt, daß sie keine Vertreter zu einer Beratung eines Konzils schicken könne. Es heißt darin:„Man könne keinen Vertreter zu der Versammlung senden, weil die Universitätskasse vollkommen leer sei und die Universität selbst in„großen Schulden stecke". Nag vielleicht auch bei dieser Aeußerung der Wunsch, sich überhaupt von dergleichen Sachen zu drücken, mitbestimmend gewesen sein, so beweisen auch die Schwierigkeiten, welche die Universität hatte, um ihren Vertreter 1433 auf dem Konzil in Basel mit Geld auszustatten, daß Schmalhans Küchenmeister war. Dies wurde der Anlaß dazu, daß künftig jeder Universitätsprofessor jährlich durchschnittlich drei Gulden zur Aufbringung der Kosten der Beschickung von wissenschaftlichen Versammlungen beisteuern sollte. Der Gedanke fand aber bei den Professoren wenig Anklang und rief einen Sturm der Entrüstung und des Widerspruches hervor. Das ist um so begreislicher, wenn man bedenkt, daß ihr jährliches Durchschnittsgehalt nur dreißig bis vierzig Gulden betrug, etwa die Hälfte von dem, was ein Erdarbeiter verdiente. Nur einzelne Professoren aller Fakultäten konnten eine jährliche Einnahme von achtzig bis hundert Gulden buchen. Unter solchen Umständen waren natürlich Nebeneinnahmen hochwillkommen. Am meister. warfen in dieser Beziehung die Promotionen. ab, und wir lächeln heute vielleicht ein wenig. wenn wir hören, daß jeder Doktorand verpflichtet war, an die bei der Promotion anwesenden Tozenten Geschenke zu verteilen, die zuweilen in einem Paar Handschuhen bestanden. Dabei wurde auch wohl unterschieden, wer von den Herxen Professoren hirschlederne Handschuhe oder wer geringere Qualitäten bekam. Dazi: mußte der junge Doktor den Examinatoren und dem Kanzler reichlich Wein und Konfekt liefern und den Doktorschmaus, an den sich bisweilen auch ein Ball anreihte, bezahlen. Da ist es denn kein Wunder, wenn die Kosten einer Promotion sehr hoch waren. So mußte in Leipzig ein junger Doktor der Re— zu Beginn des 16. Jahrhunderts an seinem Ehrentage für Gelage, Umzüge, Musik und Geschenke die Summe von etwa 250 Dukaten aufwenden. Wie kärglich zum Beispiel auch die Einkünfte der Dozenten der berühmten Heidelberger Universität waren, geht aus einer Klageschrift hervor, die sie 1462 an den Papst richteten. Sie seien, so heißt es darin, größtenteils alte Männer, die von ihrer akademischen Tätigkeit leben müßten u. gezwungen wären, zu betteln, wenn der Papst ihnen die mit ihren Professuren verbundenen Pfründe entzöge. Man müsse doch einsehen, daß sie in den durch die Konzilien entstandenen Parteikämpfen keine entschiedene Stellung nehmen könnten, da sie auch von ihren Landesherren abhängig seien, und bei der geringsten Opposition ihrer Stellung enthoben wären. Um sich einen Begriff von dem geringen Einkommen hervorragender geistiger Arbeiter in jener Zeit machen zu können, vergleiche man damit, daß damals ein tüchtiger Goldschmied etwa das vierfache von dem, was ein Gelehrter einnahm, verdiente. Auch die Schriftsteller waren zum größten Teil auf Spenden reicher Privatleute angewiesen, und selbst die größten Denker jenes Zeitalters hätten im Elend untergehen müssen, wenn es ihnen nicht gelungen war als Sekretär wohlhabender Persönlichkeiten unterzukommen. * Hebbels letzte Jahre wurden durch ein schweres Leiden rerdüstert, daß sich schon seit langer Zeit in dem bei größten Entbehrungen durch geistige und seelische Arbeit zu sehr angestrengten Organismus vorbereitet hatte. Am 10. November 1863 erhielt er die Nachricht, daß ihm für seine„Nibelungen“ der Berliner Schillerpreis zuerkannt sei. Er empfing sie lächelnd. „Das ist Menschenlos,“ sagte er.„bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.“ —— Die Jagd im September Der Laubwald beginnt sich zu färben und wir merken allmählich, daß es Herbst wird. Die letzten Sommertage locken aber nicht nur den Städter hinaus zum Naturgenuß, sie bieten vor allem dem Jäger höchste Weidmannslust. Die Jagdgelegenheiten mehren sich, der Jagdkalender weist immer weniger schwarze Felder auf. Das Edelwild steht, die Geschlechter beieinander, gewöhnlich in der Nähe der Jahr für Jahr immer wieder aufgesuchten Brunstplätze. Der Hirsch tritt in die Brunst, und in kalten Nächten hört man schon im Beginn des Monats das alle Weidmannsherzen höher schlagen lassende Röhren. Im Gebirge schreien die Hirsche etwas später. Auf den Brunstplätzen herrscht der Platzhirsch. Er ist vor jeder Beunruhigung zu schützen, in seiner nächsten Nähe sollte nur in ganz dringenden Fällen geschossen werden. Um das Wild vom Austreten auf die Felder abzuhalten, empfiehlt es sich, in der Nähe der Brunstplätze Kastanien, Wildobst oder Kartofseln zur Fütterung aufzuschütten. Geschieht dies nicht, so werden oft die noch vor der Brunst in Rudeln gehenden besten Hirsche mit Posten zu Holze geschossen. Das Damwild hat sich zwar auch schon in der Nähe seiner Brunstplätze, die Geschlechter gemischt, gerudelt, seine Feistzeit dauert aber tänger als beim Rotwild. Deshalb lohnt es sich, diese noch gehörig auszunützen. Im übrigen gilt für das Damwild alles beim Rotwild Erwähnte. Im Hofbräu Ein Inglishman tät einst nach München reisen, nd seine Freunde drum ihn unterweisen: Nerkwürd'ge Speisen werde er dort finden, Doch sollt' er sich an keine Regel binden, Nur immer essen, was es grade gibt, Und was in der Saison zur Zeit beliebt. Vor allem solle er ins Hofbräu gehen, Dort könne er des Landes Sitten sehen, Und zwischen zweien Krügen unterdessen Salzbretzen, Würstel oder Radi essen! er Mister Fox, ein grundgescheiter Mann, Nahm seiner Freunde Weisung dankbar an. sald saß er in dem fröhlichen Gewimmel, Die Sonne lachte warm vom blauen Himmel; Von langem Schlafe sehr erquickt und frisch, Pflanzt er sich hin an einen leeren Tisch. Und klopfte drauf. Da kam die Kelln'rin Kati. Sie frug ihn freundlich:„Mögens erst an Radi?“ Doch, weil er nicht verstand der Rede Sinn, Parf sie ihm einen weißen Bierfilz hin Und sagte lächelnd, noch im Geh'n dabei: „A Maß, mein Herr, die bring i eahna glei!“ Der brave Fox, erfahren schon im Reisen, Begann den Filz gemächlich auf zuspeisen Wobei ihn sein vorzügliches Gebiß, Die Arbeit fördernd, nicht im Stiche ließ. Zwar fand er etwas zähe das Gericht, Doch grübelt' er darüber weiter nicht, Er wurde rasch mit dem Horsd'oeuvre fertig, Und war der weitren Dinge dann gewärtig. Als Kati kehrte mit dem Maßkrug wieder, Sah sie erstaunt auf Foxens Tisch hernieder #ind warf ihm, heftig schüttelnd mit dem Kopfe, Den zweiten Filz hin zu dem ersten Topfe. Doch dieses wiederholte Minnespiel Ward selbst dem unerschrockenen Fox zu viel. Er führt zum trock'nen Munde rasch den Liter, Gab Kati'n grinsend ihren Bierfilz wieder, Und, müde von der Qual, die er erlitt, Sprach er zu ihr, abwehrend:„No, Biscuit!“ Waldemar Klinghammer. Sommmmmmmmme Die Sauen treten bei reichem Fraß, den ihnen die Natur jetzt bietet, in ihre beste Zeit. In den Kartoffeln tun die Sauen großen Schaden, sie meiden bei ihren Verwüstungszügen in die Felder nach Möglichkeit hellen Mondenschein. Wo man die Sauen nicht ausrotten will, werden Frischlinge führende Bachen geschont und nur Keiler und Ueberläufer abgeschossen. Die Rehe stehen immer noch gerne in Vorhölzern oder an den Feldrändern, wo sie Kleeund Rübenfelder, Lupinen und Buchweizen gerne aufsuchen. Die Böcke haben sich nach Beendigung der Brunst von Schmalrehen getrennt und stehen in besonders ruhigen Revierteilen, von wo aus sie gewöhnlich erst spät zur Aesung austreten. Der Abschuß guter Böcke sollte abgetan sein. Die Hühnerjagd erreicht ihren Höhepunkt. Die Jungen sind jetzt ausgewachsen, fangen an zu schildern und sind kaum noch von den Alten zu unterscheiden. Bei mangelnder Deckung streichen die Völker beim Anrühren wie im Spätherbst oft weit fort. Alles Sumpf= und Wassergeflüge! ist jagdbar. Besonders ergiebig ist auf Enten der Einfall an Teichen, Torfstichen und Schlänken. Die Märzenten sind jetzt fett und bilden einen vortrefflichen Braten, wenn man sie mit Mohrrüben füllt, um den leichten Trangeschmack abzuziehen. Der Hase wird auf dem Felde unruhig, da die Deckung immer wen ger wird. Kartoffelund Rübenschläge bieten für den letzten Satz noch einmal die Kinderstube. Mit Eröffnung der Jagd in der zweiten Hälfte des Monats sucht Mümmelmann bald seine Herbstquartiere. In altem Grummet, Sturzacker, Lupinen, Feldgehölzen wird das Lager gewählt. Bei Anfang der Jagd beschränke man sich auf den Abschu von Junghasen für den Küchenbedarf. Viele noch innehabende Häsinnen liegen fast immer sehr fest. In pfleglich behandelten Revieren unterläßt man deshalb auch frühzeitige Treibund Kesseljagden. Das Revier ist vor wildernden Hunden und Füchsen zu schützen. An den Außengärten spüre man auf Drahtschlingen und Kapptallen. Fest der Schlangen Man schreibt uns aus Süditalien: Der Flekken Cocullo in den Abruzzen darf sich rühmen, das eigenartigste Fest Italiens zu feiern. Vielleicht das eigenartigste der Welt. Das Fest der Schlangen! Zu Ehren des heiligen Dominicus, des Patrons von Cocullo! An diesem Tage sind die Gassen und Gäßchen voller Menschen. Aus allen Teilen der Abruzzen strömen sie heran in ihren Volkstrachten. Auch Tausende von Ausländern. Was gibt's zu sehen? Lebende Schlangen als Armspangen! Lebende Schlangen als Haarschmuck! Schlangen als Halsketten! Schlangen als Gürtel um die Hüften! Lebende Schlangen! Die Leute von Cocullos halten die Schlange— wenn nicht als ein Heiliges— so doch als Haustier. An ihrer Herdstatt pflegen sie das Biscia(sprich: Bischja) Sie sind der Meinung, sie besäßen eine Zaubermacht über diese Reptilien und wären gegen deren Gift unempfindlich. Woher kommt ihnen die Ueberzeugung? Das ist eine artige Geschichte: auf der Flucht vor Feinden des Christentums kam der heilige Dominicus in die Nähe von Cocullo. Ein Wolf trug gerade ein Kind im Rachen davon. Er befahl der Bestie, von der Beute abzulassen. Es geschah. Und das Raubtier versteinerte. Noch heute lagert ein Felsblock vor dem Städtchen. Der zeigt die rohen Formen eines Raubtieres. So bewies der Heilige seine Macht über gefährliche Tiere. Aber es lebte— der Sage nach— auch eine Tochter der Zauberin Circe in der Nähe von Cocullo. Die verstand es, Schlangen zu zähmen und aus den Kräutern des Waldes ein Heilmittel gegen ihr Gift zu kochen. Seitdem fliehen die Leute von Cocullo die Schlange nicht Und am Tage des Festes schmücken sie sich mit sihr. Vor manch einem dieser Schlangenträger ertönt ein Schrei des Schreckens. Man geht im Bogen um ihn herum. Er lacht über die Furcht der anderen. Man sieht ihm die Genugtuung an, Gegenstand der Bewunderung zu sein. Geheimnisvolle Pflanzen In den Wäldern der Tropen wachsen Pflanzen auf völlig steriler Unterlage, wie auf nackten Felsen und dergleichen, oder auch schlechthin losgelöst von der Erde, die dennoch Blüten von herrlichster Farbe und berauschendem Wohlgeruch hervorbringen. Vorausgeschickt: es handelt sich nicht um Schmarotzer, wie etwa die allbekannte Mistel. Eine der interessantesten ist die Tillandsia dianthoides, genannt nach dem schwedischen Botaniker Tillands. Sie entwikkelt sich auf den Spitzen der Bäume. Aber sie hat weder Wurzeln ch sonst ein Organ, mit dem sie sich festsaugt. Wenn sie der Wind fortträgt, führt sie ein Wanderleben. Aber ihre Entwicklung, ihr Blühen, ihre Fortpflanzung erfolgt auch dann vollkommen regelrecht. Weder dem Erdreich noch einem anderen Gewächs entnimmt diese einzigartige Pflanzenerscheinung Nährstoffe. Auf den Spitzen der Bäume saß sie als eine Krone oder sonst ein schönes Zierstück. Natürlich ist sie Gegenstand lebhaften Studiums der Biologen. Aber es ist noch nicht gelungen, die kuriose Unabhängigkeit der Tillandsia restlos zu erklären. Die gefurchten, mit Schuppen besetzten Blätter scheinen die zum Leben nötigen Stoffe aus der Luft oder dem Regenwasser zu destillieren. Einige Forscher haben auch den Vergleich mit fleischfressenden Pflanzen gezogen. So zwar, daß die Tillandsia in ihern Blattern Wassergefäße bilde, in denen sich Reste von Insekten befanden. Die Insekten habe sie verzehrt— nimmt man an. Und auf den Antillen wächst eine Tillandsia, die in ihren Aquarien den Menschen und den Tieren klarstes Wasser von gleichmäßiger Frische dietet, auch in den Tagen der größten Hitze. Bei anderen Tillandsien erscheinen die Schuppen der Blätter unter dem Mikroskop als Schächtelchen. Darin wurden eine Anzahl pflanzlicher Kleinwesen beobachtet, die offenbar zu ihrer Ernährung dienen, zum Beispiel Hefe. Dangch ließe sich diese Tillandsia— im Gegensatz zu den Fleischfressern unter den Pflanzen— als Vegetarierin bezeichnen. —.— Ein neuer Rasputin In der Leningrader„Roten Zeitung" erzählt der bekannte Schriftsteller Kunduruschkin über einen neuen Rasputin, der in Leningrad in Erscheinung trat, bald aber auch vor dem Gericht erscheinen mußte. Der neue Rasputin ist im Volke unter dem Namen„Staretz(Greis) Anissim“ bekannt. Er war früher Pfortner. Die„Anissim=Gemeinde“, Nach seinem Aeußeren ist Anissim ein richtiger Doppelgänger Rasputins. Dieselbe massige Figur, mächtiger Apostelbart, Seidenbiuse, Lackstiefel. Auch die Adepten sind, wie bei Rasputin, meistenteils Frauen, darunter viele Arbeiterfrauen. Berühmt wurde Anissim durch seine Heilungen. Rheumatiker, Syphilitiker, Hinkende— alles wurde schnell„gesundgebetet". Uebrigens scheute Anissim sich auch nicht, Baumöl zu verabreichen. „Das Volk ist ja dumm“, erklärte er offenherzig vor dem Gericht,„irgend etwas zum „Sichschmieren“ muß es haben.“ Als Deliktobjekte liegen auf dem Gerichtstische eine Menge Krückstöcke, die die Kranken weil sie genesen sind, weggeworfen hatten. Die Expertise stellte fest, daß keine Genesungen stattgefunden hatten: wer krank war. ist auch weiter krank geblieben. Anissim er klärte, daß er selbst an Christus nicht glaubt. Wenn er krank war, ging er zum Arzt. Für die Gläubigen aber hatte er, außer Baumöl, noch die abgeschnittenen Nägel und Haare aus seinem Bart zu verkaufen. Vor dem Gericht sagte er mit einem zynischen Lachen, indem er seinen Bart glättete: „Da ist mein Anlagekapital über 100000 Rubel Wert.“ Wie es sich bei solchen Sachen ziemt, hat Anissim seine Apostel, das Teufelsdutzend" (aus 13 bestehend), wie er selbst sagte, und zwei Marien, zwei gutgenährte Frauen. Die„Anissimowzi“(Anissimanbeter), die, um sich in ein günstiges Licht zu bringen, den Alkoholismus bekämpften, beabsichtigten schon ihren eigenen Klub zu gründen und delegierzum lesig) sie den Rat erhielten. auch die Gottesbilder zu bekämpfen. Um seine Gemeinde in die richtige Stimmung zu bringen, sperrte Anissim seine Adep. ten zuerst in ein schwüles Zimmer ein, wo sie mehrere Stunden in der Gesellschaft von epileptischen Aposteln verbringen mußten. Dann erst erschien der„Staretz Anissim“, dem die zwei Marien vorausgingen. Daraufhin folgte eine Predigt, die aus lauter Unsinn bestand. Für die Anbeter war das schwüle Zimmer. Für sich aber hatte Anissim eine Wohnung aus sieben Zimmern, die von bissigen Hunden und zehn Wachtern bewacht wurde. Schlafen konnte er nur unter einem Baldachin. Eine dem Gericht vorgelegte Photographie stellt Anissim in der Gesellschaft seiner„Marien“ dar, die ihm den Bart kämmen und ihn mit wohlriechenden Seifen einreiben. Der alte Mistkehrer hat nämlich eine Schwäche für duftende Seifen behalten. P. Swesditsch. Zeitmessung in der Erdgeschicht. Von Dr. Johannes Bindrich. Die Frage, wie alt die Erde ist, ist wohl ein Frage, die immer und immer wieder gestellt wird. Die Wissenschaft der Erdgeschichte ist jetzt auf Grund einwandfreier Methoden in der Lage, zwar nicht die Zahl selbst, aber doch die Großenordnung, in die diese Zahl hineingehört anzugeben. Es sind auch hier wie auf vielen Gebieten der Naturwissenschaft die Vorgänge der Radioaktivität, die ganz neue und im Vergleich mit den bisher üblichen Methoden viel sichere Wege zur Zeitbestimmung in der Erdgeschichte weisen. Es ist jetzt möglich, das Alter von Mineralien, die radioaktive Stoffe enthalten, wie z. B. das der Uranpechblende zu berechnen. Die Uranpechblende ist dadurch weiteren Kreisen bekannt geworden, weil aus ihr das berühmte Element Radium gewonnen wird. Man hat gefunden, daß das Uran, welches auch ein radioaktives Element ist, sozusagen das Mutterelement ist, aus dem die andern alle, auch das Radium entstehen. Das Uran zerfällt im Laufe sehr langer Zeit unter Bildung verschiedener Zwischenprodukte zu Blei. Dieser Zerfall, der nebenbei bemerkt ein die bisherigen Grundanschauungen der Chemie völlig umgestaltender Vorgang ist, geht ganz unabhängig von irgend welchen äußeren Verhältnissen vor sich, läßt sich auf keine Weise beschleunigen oder verlangsamen. Ein Gramm Uran bildet in jedem Jahr 0,000000000 126 Gramm Blei. Aus dem Gehalt eines Uranminerals an Blei läßt sich also mit Hilfe dieser Zahl ohne weiteres sein Alter und damit das der Erdschichten bestimmen, in denen das betreffende Mineral eingeschlossen war. Man hat noch andere, auch auf den radioaktiven Vorgangen sich aufbauende Methoden, die zur früher Pförtner. Die„Anissim=Gemeinde“, gängen sich aufbauende die zuerst nur zehn Mann stark war, zählt jetzt Kontreue venußt werden, deren eerklärung Tausend Adenten. aber zu weit führen würde.