P#SSES. 8 850 SBSSu gEg DENSREEBEBOTMEE S-gass&mp OPSAAESSGG" BSTS-gg F OVVOTTwnO.anvoTTE - F#sssge##### * aET Kougu#. PeppAES — 2E8 —* *#. S — #. S. S 28 9 5 8 27. D 9 2 8 33 S 5 ** 2.9 — 6 B SGSESo E Sgs SSMSSSEBT 9— S 5— 8 e h— waren wir in Kuolajärvi angekommen. Freundliche Menschen hatten mich beherbergt und waren gestern mit mir auf den Saltotuntari geklettert, der sich mit seinen 600 Metern Höhe 300 Meter über Kuolajärvi erhebt. Durch dichtes Blaubeergestrüpp, wo die Beeren dick wie Erbsen eine neben der anderen hingen, führte unser Weg, dann über riesige Steinfelder, wo ich als Neuling immer in Angst war, mit meinen Füßen zwischen kippende Steine zu geraten. Auf der Höhe hatten wir gestanden und den Blick über Seen und Wälder und die blauen Bergketten Lapplands schweifen aben. Jetzt ging es zurüch nach Rovaniem. Wieder glitten Wälder und Seen an uns vorüber. Kuhherden stellten sich in den Weg und machten erst auf energisches Tuten hin Platz. Pferde, mit Glocken versehen, weideten im Walde. Eine Schafherde nahm Reißaus vor uns, sie blieb auf dem Wege, nur schneller und schneller überstürzten sich all die weißen und braunen Beinchen, bis eins den Sprung zur Seite wagte und die ganze Herde folgte. Es war gegen Mittag, und wir waren nicht mehr weit von Kemijärvi, wo wir auf halber Strecke Rast machen wollten. Da fühlte ich plötzlich heftige Stöße, ich wurde hin und her geschleudert, der Wagen neigte sich von einer Seite auf die andere, verließ die Straße, und ehe ich die Situation erfassen konnte, saßen wir bereits in einem sumpfigen Graben. Wir sprangen vom Auto herunter, und die Soldaten untersuchten den Schaden. Eine Stange unter Kühler war zerbroch die paar Worte, die ich gebrauchte, fand ich in meinem Sprachführer, und da man das Finnische ebenso ausspricht, wie es geschrieben wird, stets mit der Betonung auf der ersten Silbe, so hatte ich keine Schwierigkeiten, mich verständlich zu machen. Weiter ging es in südwestlicher Richtung. hor“ flogen Elstern Ueberau floge.. Aislern und Bachstelzen auf, letztere so zahlreich wie bei uns die Sperlinge. Die Myriaden von Mückenschwärmen, die aus den riesigen Sümpfen Lapplands in die Höhe steigen, haben wohl dazu beigetragen, den hohen Norden in eine Art Vogelparadies zu verwandeln.. 14 Kr6in 6. Eine leise Dämmerung brach herein, uls wir uns dem Kemisee näherten, der uns noch von Rovaniemi trennte, und als wir uns zum dritten und letzten Male an diesem Tage einer Fähre anvertrauten, bescherte mir der nordische Himmel noch ein wundersames SchauTief golden und rosa schimmerten die Wasser, durch die wir glitten, und über den blaßblauen Himmel spannte sich ein Netz von Federdas Eintrittsgeld erschwingen kann, aver vor: kann er keine Getränke zu sich nehmen. Deshalb hat man jetzt in London damit angefangen, in modernen Restaurationsbetrieben beides zu vereinen: Ausschank und Unterhaltung Dabei hat sich gerade das Gegenteil von o: Befürchtung ergeben, daß danach die sucht vergrößert würde. Der Verbrat: den Kopf des Besuchers berechnet is: vom Hundert zurückgegangen. Die Gas: hrben eben jetzt auch noch etwas anderes zu tun. als nur Alkohol zu trinken. Sie konnen der Musik lauschen, gute Kabarettvorträge hören, oder sie haben Gelegenheit, sich mit Billard=, Kegel=, Karten= und Brettspielen die Zeit zu vertreiben. Trotzdem aber machen die Besitzer gute Geschäfte dabei; denn der Besuch ist riesengroß. Zuerst benahmen sich die Gäste noch etwas ungeschickt. Das neue Aussehen der Lokale befremdete sie; viele hatten gute Musik, Vorträge und Darbietungen einfacher Art noch niemals vorher kennen gelernt. In der Kunst, sich daran zu erfreuen, machten sie ihre ersten Gehversuche. Dabei waren sie sehr gelehrig. Es ist in das arbeitende Volk Londons ein gölchen, die alle Schattierungen vom vorgirg.) Eo ht in zicher zug gekommen. Vor Blatzrot der Zentifolie bis zum tiefsten Faro= neuer, fröhligher Jutz geurintr,. vor allem der rosaroten, Kletterrosen m sich vereinte, 90: J10h), ein=,exzgrigrigt zür WB.sig in der anddem 8.—##. wur zelbllchen, und dadurch hatte wohl die Steuerung versagt. Die Erklarungen, die mir gegeben wurden, verstand ich leider nicht, die gingen weit über die sehr engen Grenzen meiner finnischen Sprachkenntnisse, dafür verstand ich die Stücke der Stange, die sie mir unter die Nase hielten, um so besser. Es schien mir unmöglich, einen solchen Schaden in absehbarer Zeit zu kurieren und dann ein wenn auch leeres Lastautomobil zu Zweien aus einem sumpfigen Graben zu ziehen— ich kam als Hilfe kaum in Betracht. Aber ein richtiger Finnländer wird schließlich auch mit den schwierigsten Situationen fertig, wenn man ihm nur genügend Zeit läßt. Sie kratzten sich erst hinter den Ohren, dann zünde;; sie sich eine Zie begabe sie sich ans Werk. Ich;#ig während der Zeit zwischen den Blaubeerbüschen spazieren und suchte mir dort das Frühstuck zusammen, das ich in Kemijärvi heute wohl nicht mehr bekommen würde. Ab und zu kroch ich mit unter den Wagen, um mir die Veränderungen anzusehen. Es ging tatsächlich vorwärts. Die zerbrochene Stange wurde durch einen halben Baumstamm ersetzt, den sie mit dickem Draht solide befestigten. Ein Beil hatten sie bei sich, und nach Bäumen braucht man in Finnland nirgends zu suchen. Dann wurde noch allerhand vorgenommen, was mir trotz freundlicher Erklärungen rätselhaft blieb. Ein paar Vorübergehende legten mit Hand an, das Riesending befand sich auf einmal wieder auf der Landstraße, und ich wurde durch eine Handbewegung aufgefordert, meinen Platz einzunehmen. Ein wenig unbehaglich war mir doch. als wir wenige Minuten spater den steilen Weg zur Fähre hinunterfuhren, die uns über den ausgedehnten See nach Kemijärvi bringen sollte. Wenn jetzt das Auto noch einmal so unvernünftig seitwärts hopste, konnte es gefährlich werden, doch ein Blick in die gleichmütigen ton der rosaroten, Klettexrosen in sich vereig In Rovaniemi hatten die kleinen Holzbuben, in denen die Pjäaor, Stiefel mit hochgebogener Spitze, und all die Lappenarbeiten, die Schuhe und Beutel aus Renntier= oder Otterfell, verkauft wurden, ihre Läden geschlossen, und die Felder, die die Häuser voneinander trennen, lagen verlassen. Man hörte nur die lauten, frohlichen Stimmen der Soldaten, die diesem an der Grenze des Polarkreises sein Gepräge geben. Noch einen Blick warf ich auf die Hügelketten, die sich am Kemisee und=fluß entlang zogen, morgen sollte mich die Bahn nach Süden bringen, und wenn das Getriebe der großen Stadt mich wieder umflutete, würden die Tage im hohen Norden wie ein schöner, stiller Traum hinter mir liegen. Lapplands, die nicht mehr sich bar sein würden, wenn wir erst Kemijärvi hinter uns hatten und verfolgte dann mit Aufmerksamkeit die Art unserer Vorwärtsbewegung. Mittels hölzerner Werkzeuge, die in das dicke Drahtseil saßten, wurden wir ruckweise weiter gebracht. An dieser Arbeit bebeteiligten sich außer dem Fährmann der Begleitsoldat und eine drollige, kleine Figur in viel zu großen Stiefeln und Kleidern und einem Hut, der tief über die Ohren rutschte. Aber der kleine Kerl, er mochte etwa zwölf Jahre alt sein, führte seinen Holzgriff ebenso flink und geschickt wie die Männer. Mir waren unterwegs in den einsamen Gegenden mehrfach Kinder mit diesen lächerlich großen Hüten und Kleidungsstücken aufgefallen, und der Grund, der wohl ernster ist als die äußere Wirkung, wird in der Armut zu suchen sein, die der kurze Sommer und der lange, schwere Winter hier oben mit sich bringen. In Kemijärvi wurde Frühstuckspause gemacht. Es gab Grütze mit Milch, die kaum auf einem Tisch in Finnland fehlt, dazu Butter und Brot, wohlschmeckenden dunklen Renntierschinken und geraucherten Lachs, den man so frisch und zart wie hier oben kaum anderswo findet. Unterhalten konnte ich mich mit niemandem, denn hier wurde nur finnisch gesprochen, aber Deutschland in„amerikanischer“ Beleuchtung. In einer amerikanischen Zeitung lesen wir folgendes:„Glaubwürdigen Privatnachrichten zufolge ist in Deutschland folgende Verordnung erschienen:„Jeder Reisende, er gehöre der alten oder neuen Welt an, muß sich nach seiner Ankunft auf deutschem Boden verbindlich machen, daß er während seines Aufenthaltes in Deutschland sich nichts verlauten lassen wolle, was nur in der entferntesten Hinsicht an die Existenz Amerikas erinnern könnte. Als Sicherheitsstellung dieser völligen Zungenverstummung und Gedankenvertilgung über den schönsten und freiesten Teil der Erde hat jeder ankommende Fremde eine Kaution von 2000 Gulden zu stellen. Diese Verordnung bedarf keiner weitläufigen Erklärung. Sie ist beispiellos in der Geschichte usw.—— So steht es schwarz auf weiß in dem in Philadelphia erschienenen Blatte„Alte und Neue Welt". Die Nummer stammt freilich schon aus dem Jahre 1835, ist also fast hundert Jahre alt. Aber nach all den Schauermaren und Greuelgeschichten, welche die amerikanische Presse ihren Lesern während des Krieges aufgetischt hat und die von ihnen geglaubt worden sind, mutet der Bericht ganz neuzeitlich an. So etwas wurde früher im Auslande über Deutschland gedruckt und geglaubt, und leider muß man hinzufügen, wird auch heute noch gedruckt und— geglaubt. Zwischen der deutschfeindlichen amerikanischen Presse von 1835 und der von fast hundert Jahren später ist somit kein so riesiger Unterschied, wie er zeitlich und äußerlich in die Erscheinung tritt. raschendes Verstcnons für Rusin m Fer englischen Arbeiterschaft gezeigt. Die Königliche Musikhochschule unterstützt diese Entwicklung, indem sie fortgeschrittene Schüler für künstlerische Darbietungen in solchen Arbeiterlokalen zur Verfügung stellt.„.„ Zweifellos wird dieser umschwung in der Geselligkeit des englischen Volkes viel Gutes im Gefolge haben. Dabei berührt es seltsam, wenn man bedenkt, daß den Anstoß hierzu der Krieg mit seiner Folge, der Besetzung des deutschen Rheinlandes durch fremde Truppen, gegeben hat und daß die Fremden von dem niedergedrückten deutschen Volk die Kunst, sich z: freuen, gelernt haben sollen. Große Vorbereitungen im englischen Parlament. Das englische Parlament scheint großen Tagen entgegenzugehen, Kampfeszeiten, wie sie visher nicht durchgemacht wurden. Die Vorbereitungen deuten darauf hin und lassen heiße schauerliche Schlachten ahnen. Man darf wahrlich großer Ereignisse harren. Auf Anregung eines Abgeordneten hin wird für die nächste Zeit die Einrichtung von Turnhallen und Duschebädern innerhalb des Parlamentsgebäudes geplant, damit die Redner des Vaterlandes Gelegenheit haben, sich zwischen den Sitzungen dieser Einrichtungen zu bedienen. Besonders für die kommende Parlamentssession scheint es unbedingt nötig zu sein, daß sich die erregten politischen Gemüter öfter einmal unter einer kalten Dusche die Wohltemperiertheit zurückerobern, die ihnen in der Hitze des Gefechts verloren gegangen ist oder daß sie ihre überschüssige Kraft und Muskelstärke an Hanteln und Keulen auslassen, um dann nach ausreichender Vorbehandlung die Stätte ihrer segensreichen Tätigkeit wohldiszipliniert und mit einer zweckmäßig abgestimmten Dosis Energie und Temperament zu betreten. Die Engländer haben es immer verstanden, ihrer Politik auch die nötigen realen Grundlagen zu verleihen. Die Turnhallen und Duschen im Parlament bedeuten etwas. Sie stehen wie Zeichen am Himmel. Man muß es verstehen, aus den sternen die kommenden Ereignisse zu lesen. Umwandlung des englischen Volkslebens. Auf die Eindrücke, welche der englische Soldat während seiner Gefangenschaft in Deutschland und als Besatzungssoldat in der Rheinlandzone und sonst in der Welt während des Krieges gewonnen hat, ist wohl wenigstens zum Teil eine Bewegung in England zurückzuführen, die auf eine Neugestaltung des öffentlich gesellschaftlichen Lebens der armen Bevölkerung Englands hinausgeht. Unter der Losung:„Mehr Vergnügen für unsere Arbeiterschaft bedeutet weniger Trunksucht und größeres Familienglück“ ist man dem Reformgedanken näher getreten. In den stummen, unfreundlichen Gastwirtsbetrieben seiner Heimat denkt wohl mancher frühere englische Soldat an die Gartenrestaurants längs des Rheines, die er in Köln und Umgebung kennen gelernt hatte, an alle die fröhlichen Familienbilder, die er dort sah, wenn sich groß und klein an guter Musik und der schönen Natur erfreuten. Wohl gibt es auch in England seit langem Unterhaltungsstätten, für die auch der Arbeiter Der sterbende Jazz. Aus der Heimat des Jazz wird die traurige Tatsache berichtet, daß der Jazz, ehemaliger Liebling der Terpsichore, im Sterben liegt. Liebeskummer ist die Ursache. Er konnte es nicht verwinden, daß sein so inniges Verhältnis zu der Tanzgöttin ein Ende gefunden hat, daß ihre Abneigung ihm gegenüber so deutlich geworden ist, wie es aus den zahlenmäßigen Angaben sachverständiger Stellen hervorgeht. Die amerikanische Radiogesellschaft teilt mit, daß von den Hörern längst nicht mehr so viel Jazzmusik verlangt wird wie früher. Während vor zwei Jahren das musikalische Radiopro= gramm zum mindesten 75 vom Hundert Jazzmelodien aufweisen mußte, wünschen sich jetzt die Hörer mehr klassische Musik und finden selbst eine fünfprozentige Berücksichtigung des Jazz dem Interesse, das ihm jetzt begegnet, nicht mehr entsprechend. Jazz ist tief in Ungnade gefallen. Da er selbst viel zu bescheiden ist, um sich an dem Bewußtsein seines inneren Wesens Halt und Stütze zu suchen, da er einzig und allein auf die Freundschaft der Menschen seine Daseinsberechtigung aufgebaut hat, wird er jetzt wohl, von aller Welt verlassen, in die ewige Ruhe eingehen. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz. Altena. 15 Freitag, 17. April 1925 Von F. Schrönghamer=Heimdal. (Nachdruck verboten.) Wär' ich ein Baum, so stände ich heute noch festgewurzelt in einem teueren Boden und würde mein Haupt in Lüften wiegen, darin die Blütenträume und Fruchtfreuden meiner Vorfahren und Stammversippten wittern. Und wüßte nicht, was Heimweh heißt. Aber so bin ich ein Mensch, zum Wandern geboren, zum Schauen bestellt, zum Fühlen geadelt, zum Scheiden bestimmt. Und ich teile meine Stunden zwischen Freud und Leid, meine Pilgerfahrt zwischen Wandern und Wiedersehen. Viele Städte sah ich und in mancher hielt ich mich auf, das Leben zu meistern. Schöne Städte, große Städte mit berühmten Bauten, schlanken Türmen und lobesamen Leuten mit hohen Titeln und Ordenssternen am Bratenrock. Und Frauen wandeln darin wie Blütendolden, weiß und zart, als badeten sie täglich in Mandelmilch, und Augen haben diese Frauen, die dir aus duftigen Schleiern wie süßgiftige Dolche ins Herz zucken. Weh, wenn du die Dolche im Herzen stecken läßt und nicht sogleich herausreißest! Sieh' ich bin eine Heimat, heucheln die Augen der schönen Frauen und die Lippen, die du so stumm und stolz gewähnt, lügen und lispeln voll Leidenschaft: Lieber! Süßer du!... Glaub' es nicht! Wähnen ist besser als Wünschen, und Erfüllungen sind, vernichtete Hoffnungen. Sehnsucht allein ist Glück. Wo kein Herz ist, kann keine Heimat sein. Glaube dem Wissenden: Märchen, die in Mandelmilch baden, münden nicht ins„Vaterhaus“ der Königssöhne, die ausziehen in Gefahren und Abenteuer. Und die hohen Titel, die Paläste, die Orden an den Bratenröcken, die Geldschränke, die Weingelage und die Liebesmahle sind keine Heimat. Laßt sie glänzen und gleißen, hohe Töne reden, mit dem Geldsack klimpern— es ist alles hohl und dahinter höhnt Bruder Hörndlmeier mit dem Bocksfuß. Schöne Stadt, fahr wohl! Ich hebe mich von hinnen und wandere ins Weite. Denn in dir, o Stadt, sollen sie mich nicht begraben. Fahrt wohl, ihr heißen, dolchzückenden Augen, ihr Lügenlippen, ihr Bratenröcke und Ordenssterne, ihr Geldsäcke und Beutelschneider! Ich weiß mir ein Oertlein auf der Welt, da zieht's mich hin, ich weiß nicht wie, und ich kann mir nicht helfen. Ein Oertlein, so teuer, daß ich auch nicht einmal den Namen verrate. Ein Meineidiger, der den Namen seiner heimlichen Liebsten preisgibt! Aber nicht darum hüte ich das Geheimnis, weil ich vielleicht ein Königssohn bin— ein wirklicher, wie im Märchen— und weil sie, die Heimat, bloß ein Hirtenmädchen ist, armer Leute Kind— wirklich wieder, wie im Märchen—, eine verschwundene Maid, die ich erlösen darf nach wundersamer Schicksalsweisung. Denn wißt: dieses Oertchen, das ich Heimat heiße, ist gegen eure Städte, diese großmächtigen Weltköniginnen, wirklich nur ein Hirtenkind, aber mir das Herzallerliebste. Und wo das Herz ist, da ist die Heimat. Wie kommt es nur, daß ausgerechnet dieses weltvergessene Walddorf mit seinen Hütten und Höfen all mein Herz erfüllt? Hier ist mir Stein und Stern vertraut, und der Wald grüßt mich schon von weitem: Bist du auch wieder da? lind eine Stube, wo meine Wiege stand, gibt mir den ersten Atemzug zurück, den ich hier gekan„und zaubert mir das erste Lichtahnen wieder, das ich hier gefühlt im Wunder des Erwachens zum Leben. Der Bach jauchzt mir zu, die Forellen schnellen mir zum Gruße aus der klaren Flut, die Heide summt mir im Immengesang tausendmal Willkommen. Und wo mir ein Auge entgegenleuchtet, ist es wie klarer Morgenschein des ersten Lebenstages, voll Wärme und Weihe. Und kein Dolch zückt mir nach dem Herzen. Wo sich mir eine Hand entgegenstreckt, fasse ich blutwarme Treue gemeinsamen Erlebens in Tagen der Jugend. Und in den Lüften liegt etwas wie weithinströmendes Sehnen, das mich weich umflutet, selbst im herben Höhenwind, der ewig über die Heiden singt. Väterart und Mutterwort umhegen mich im Atem der Heimatluft. Sogar die braune Scholle mutet so eigen an, als wäre sie ein Stück von mir und ich ein Teil von ihr. Und ist es denn nicht wirklich so? Wo fängt der Mensch an und wo hört er auf? Wer kann es sagen? Ich weiß nur das eine: Das Kleid, das ich trage, die vier Wände, darin ich wohne, bezirken mein Wesen nur äußerlich, nur scheinbar. Denn ich wohne und weile in Wirklichkeit ja überall, wo meine Urväter gingen, deren Sproß ich bin wie der Zweig am Baum, und bin darum ein Stück der Scholle, mit der ich seit einem Jahrtausend im Keimtausch stehe durch Brot und Dung, die wir seit Väterzeiten einander geben. Heiliges Wunder der Heimatscholle! Ewiges Leben im Wechselspiel des Gebens und Wiedersebene!„ Pein ic hansis: 8ih Armer Baum am Rain, ich beneide dich nicht mehr, daß du immerfort im gleichen Boden wurzeln, in gleichen Lüften dich wiegen darfst. Denn du kannst nicht wandern, weil bodengebunden, und weißt nichts von den Wonnen des Wiedersehens. Nur Wandern bringt Wissen, und tiefste Weisheit siegt im Weh des Scheidens. Weh aber ist Weihe. Und im Weh liegt das Wissen, was Heimat ist. Und dieses Heimweh wird nur dem Scheidenden. Und in diesem Wehe wurzelt das Wunder der Wunder: die Liebe sohne Ende, dieweil sie mich in lebendigem Strome mit den Vorvätern gesellt wie mit den Nachfahren, die im Seelen= und Zellentausch mit dem Heimgewese dieses weltvergessenen Walddorfes stehen, einst und jetzt und fürderhin. Und nun weiß ich, warum ich in der großen, schönen Stadt nicht einmal als Toter begraben sein möchte. Denn ich gehöre der Heimat, wie sie mir gehört. Darum gonnt mir einmal den Platz auf dem Anger unter der Linde, der Hüterin der Heimat: Und greifen ihre Wurzeln tief, Bis sie ins Herz mir dringen, Dann wird's, ob's hundert Jahre schlief, Im Wipfel wieder klingen. Die grüne Krone saugt sich Kraft, Aus meinem Sein, aus meinem Saft, Und wird der Heimat geben, Was sie mir gab, das Leben. Und die Liebe... Denn nur wo das Herz ist, da ist die Heimat. —— Die weltpolitische Bedeutung der Ostmark Von Dr. Franz Lüdtke. (Nachdruck verboten.) Man muß die beschämende Tatsache feststellen, daß nicht das deutsche Volk, wohl aber der Feindbund die weltpolitische Bedeutung unserer Ostmark erkannt hat. Aus dieser Feststellung heraus ergibt sich leicht das Verständnis für die große Politik sowohl der Gegenwart wie der Zukunft. Ich möchte auf zwei- parallele Vorgänge in der mittelalterlichen und der heutigen deutschen Geschichte hinweisen. Die zielbewußte Wiedergewinnung und Kolonisierung der Ostmark hat keine schlimmere Gegnerschaft erfahren als das Unverständnis der süddeutschen Kaiser; es war ein Unglück, daß beispielsweise eine Persönlichkeit wie Friedrich Barbarossa sich so stark auf Italien eingestellt hatte, daß er seinen imperialistischen Gedankengängen zuliebe den machtvollen Oststaat Heinrichs des Löwen zertrümmerte. Friedrich 2. sah Sizilien und Jerusalem, nicht aber das zukunftsreichere Land östlich der Elbe; er überließ sein deutsches Reich dem Chaos der Stammesfehden und der Kleinstaaterei. Es ist, als ob die Menschen süddeutschen Geblütes die Bedeutung des Ostens nicht fassen könnten. Denselben Vorgang erlebten wir im Zeitalter der Revolution. Verschiedene aus West= und Süddeutschland kommende politische Führer des neuen Deutschland brachten kein Verständnis für die ostmär. kischen Belange mit. Der Feindbund, zweisellos durch historische Kenntnisse nicht gerade beschwert, besaß und besitzt indessen soviel Instinkt, daß er, in dieser Frage von Polen und Tschechen geleitet, die deutsche Ostmark zerschlug. Denn was war diese Ostmark, was bedeuteten die Lande vor: der Elbe bis zur Weichsel? Sie hatten im Mittelalter Deutschland aus erdrückender Enge befreit, auf ihnen waren die beiden einzigen Großstaaten der deutschen Geschichte erwachsen: Oesterreich und Brandenburg=Preußen. Ja. von hier aus war im Zeitalter Napoleons der Wille zur Freiheit lebendig geworden, als das übrige Deutschland im Rheinbund gallischer Weltbeherrschung diente. Dreimal in der Geschichte hat Frankreich der. Respekt vor uns verloren: vor tausend Jahren, als Deutschland zwischen Rhein und Elbe und in ererbtem Bruderhaß lebensunfähig geworden war; dann nach dem westfälischen Frieden, als französischer Länderraub, separatistischer Verrat und kleinstaatliche Kirchturmspolitik die Westmark gefährdeten; endlich im Zeitalter des Korsen. Dreimal waren es die Ostlande gewesen, die dem Gesamtreich aus Erstickung, völkischer Not und nationaler Schmach zur Freiheit, zur Auferstehung und zum Leben halfen. Das wissen die Feinde besser als unser deutsches Volk: aus dem zähen Willen eines durch jahrhundertalte Kolonisation erprobten, kampfgestählten Volkstums war der Freiheitsgedanke erwacht, der 1813 Napoleon stürzte, und war das bismarckische Deutschland begrundet worden. In einer tausendjährigen Geschichte hatte sich östlich der Elbe ein Volkstum entwickelt, auf dem für alle Zukunft die Sicherheit des Gesamtstaates ruhen zu können schien. Dieses Volkstum, das 1806 Kolberg, Graudenz und die schlesischen Festungen verteidigt hatte, aus dem der Reichsschmied geboren war, und das unter seinen Söhnen Herder und Kant, Kleist und Schenkendorff, Eichendorff, Gustav Freytag und Adolf Menzel— ja, Hindenburg und Ludendorff zählt, mußte geknebelt, zerschlagen und geschändet werden, wollte der Feindbund die Schande von Versailles verewigen. Daher die Zerreißung der Ostmark, ihre Preisgabe an den erbitterten slawischen Feind, die Abtrennung der oberschlesischen Industrie und unserer wichtigsten Agrargebiete, die Kettung Millionen Deutscher, die hohnvolle Bildung des Danziger Freistaates und schließlich die Begünstigung aller jener Kräfte in Deutschland, die dem Geiste des Preußentums, dem Geiste der alten Kolonisatoren zuwider sind. Die Weltgeschichte soll nicht um hundert, nein, um tausend Jahre zurückgedämmt werden. Französisch=polnisch=tschechischer Wille ist es, daß Ostelbien aufgeteilt und Westelbien ein neuer Rheinbund wird. Der tschechische Plan aus den letzten Kriegsjahren, der dieses S. S2c. C gOES9 5#D —„** Se OAGEN aOSSrgag ER5N OTOSEES GHETGOGB“ SUE F 3.E GzF5a # SEOTou-"SgIEES3 9885 SSSSESSSS O B 888550S 8% BSLEETTT 8 rbsssgan Sgö grgg # T* R.** S 8 8—— ARSSSS SS 3 351 9 8 O EÖSOENURATUHEMEDDURPGES ShugpsSbgeaEssgb## * 8 VOESE SREMDM SE S. 80 6 0 S#S#####. 3 O 6.— 2.8 SuSSSSSE B2880 400 5 —— schwarz auf weiß enthüllt, ist bekannt. Bekannt sind die amtlichen Reden der polnischen Staatslenker, die zur Befreiung der noch„unerlösten" polnischen Gebiete aufrusen— und in der polnischen Seele gelten nicht nur Masuren und Schlesien, Pommern und die Grenzmark, es gilt selbst Berlin, das einstige wendische Fischerdorf, als„unerlöst". Wieder sind wir in erstickende Enge, Ohnmacht und Bruderhaß zurückgeworfen. Fehlt uns das Rüstzeug des Militarismus, so fehlen uns doch die Waffen des Geistes nicht. Nur aus klarster Erkenntnis aller geschichtlichen Gegebenheiten kann ein neuer, zielsicherer Wille erwachsen. Dreimal in der Geschichte hat die Ostmark ihre weltpolitische Bedeutung durch die Rettung Gesamt=Deutschlands bewiesen; zum vierten Male wird sie diese Bedeutung zu beweisen haben. Der Geist der alten Kolonisten ist ungebrochen; der Wille zum nationalen Leben kann nie und nimmer ertötet werden. Das bis ins Kleinste und Feinste ausgearbeitete, unter französischer Leitung stehende polnische Spionagesystem arbeitet dem semndlichen Imperialismus vor. Die Ostmark ist bedroyt; fallt sie ganz, so fällt auch Deutschland. Lebt sie, so wird auch Deutschland leben und einmal, wann es auch sei, den Tag der Freiheit schauen. Die Forschungstätigkeit unserer deutschen Flotte Von Dr. E. Hasselbring. (Nachdruck verboten.) Ist eine Flotte nicht nur zum Schutze des Staates da? Dient sie nicht ausschließlich kriegerischen, bestenfalls polizeilichen Zwecken? In der deutschen Flotte herrschte von jeher eine andere Auffassung. Sie hat einen hervorragenden Anteil an der Erforschung der Meere. Jahrzehntelang lotete man Meerestiefen, machte geographische, ethnographische, meteorologische und auch biologische Untersuchungen. Es dürfte nicht vielen bekannt sein, daß unsere Flotte auf so zahlreichen Gebieten bahnbrechend gewirkt hat. Unsere alte, schöne Flotte ist nicht mehr. Aber in unseren Tagen, wo„Z. R. 3“, der prächtige Zeppelin, das Weltmeer überquert und gezeigt hat, daß unsere„Luftflotte" allen voran das Werk des Friedens fördern hilft, ist es sinngemäß, daß wir uns der Zeiten erinnern, wo auch unsere Schiffe auf dem Meere dem Werke des Friedens in so einzigartiger Weise dienen durften. Dabei sei gleich bemerkt, daß auch unsere junge Flotte eifrig bemüht ist, forschend tätig zu sein und manch wichtige Arbeit ist von iyr bereits in den letzten Jahren geleistet worden. der Nordsee ändern sich durch die Wirkungen der Gezeiten oft in ganz kurzen Zeitraumen, daher ist es nötig, die Vermessungen alle drei Jahre zu wiederholen. In der Ostsee ist dies nur alle zehn Jahre nötig. weil hier Ebbe und Flut kaum merklich sind und demgemäß die Tiefenverhältnisse recht gleich bleiben. Auf diese Weise stets erneuerte Kattenwerke ermöglichen es erst der Schiffahrt, ihren Kurs sicher durch die Wellen zu nehmen. So wird es oft auch möglich, den früher unentbehrlichen Lotsen durch Küstenkartenwerke in großen Maßstäben zu ersetzen; dies ist gewiß entscheidend für die Unabhängigkeit der Flottenfahrzeuge, besonders in den Küstengewässern. Der Laie wird sich kaum eine Vorstellung von der ungeheuren Arbeit machen können, welche in vermessungstechnischen Untersuchungen geleistet wird. Unsere Vermessungsschiffe arbeiten jedoch so genau, daß— 50 Jahre hindurch— bei allen Havarieberichten u. Seeamtsverhandlungen nicht ein einziger Fall nachgewiesen werden konnte, in welchem eine fehlerhafte Stelle einer Seekarte die Ursache für eine Grundberührung des betreffenden Schiffes gewesen war! Selbstverständlich sammelte man bei der Gelegenheit der Vermessung auch stets alles Material, was für Seehandbücher, Leuchtfeuerverzeichnisse usw. gebraucht wurde. Die Vermessungstätigkeit unserer Marine er=###7—•—3 streckte sich aver nicht nur auf die heimischensauf dem Wege zu einer Berufsausstellung war, Gewässer. Bereits im Jahre 1860 war S.M.S. deren Leitung in seinen Händen lag. Nach den „Arkona“ in der Yeddobucht(Ostasien) tätigsersten Worten überfiel er mich: und machte Küstenbeobachtungen bis Kapstadt:„Nun, sagen Sie bloß, sind Sie denn immer und St. Helena. Zahlreiche gelegentliche Ver=noch Bodenreformer? Sie haben ja wohl Ihr messungen beschäftigten im Laufe der Zeit fast ganzes Leben dieser Lehre gewidmet? Was ist alle unsere Auslandskreuzer: u. a. 1873„Al=sdenn das eigentlich: Bodenreform? Man liest batroß": Westindien, Haiti, Puerto Plata; 1874/75„Gazelle": Kerguelen Ostküste, NeuMecklenburg NW=Teil, Bismarck=Archipe! 1883/84„Albatroß": Westpatagonische Gewässer: 1885„Bismarck“ und„Olga": KamerunMündung: 1896„Hyäne“: Swakopmund; 1910 „Bremen": Hafen von Punta=Arenas. Im sucht, wie die unsrigen. Man könnte woyl fragen, weshalb gerade Vermessungen unsere Marine in so ausgedehntem Maße beschäftigt haben. Da lehrt die Geschichte der Meeresforschung, daß stets ein genaues Kartenmaterial, sowie eine gute Kenntnis der Meerestiefen eine Grundlage nicht nur für die Schiffahrt, sondern auch für Die Forschungstätigkeit der Flotte vollzieht expeditionen ausgerüstet wurden. sich fern dem lauten Togesgesprach in st.ner.] Es dürfte auch wenig bekannt sein, daß geaber sehr anstrengender Arbeit von früh bis rade unsere Marine an derartigen Expeditiospät. Vieler Jahre des Lernens und Raisen#nen hervorragenden Anteil genommen hat. hat es bedurft, ehe wir es anderen Völkern Gleich die erste Fahrt war die überhaupt ausgleich tun, ja, sie überflügeln konnten. Im Jahre 1833 fuhr der Kutter„Danzig“ und mit ihm mehrere Schoner aus, um erste Vermessungen an der deutschen Ostseeküste von Rügen bis Memel auszuführen. Sie bildeten die Unterlagen für das erste Seekartenwerk in deutscher Sprache,„Preußens Seeatlas", 1841 dis 1843 vom Ministerium herausgegeben. Bisder mußten sich alle Seefahrer fast ausschließich auf dänische und englische Karten stützen! die Arbeiten der Jahre 1855—57 förderten sann die Vermessung unserer Küsten bedeuend und es kam 1858/59 zur Herausgabe des irsten Seekartenwerkes der preußischen Adniralität:„Seeatlas der Jade=, Weser= und Elbemündungen“, eine Uebersichts= und 6 Kütenkarten enthaltend. Als dann, nach den Kriegen 1864 und 66 die Küsten Schleswigholsteins und Hannovers preußisch wurden, waren neue Vermessungen nötig und man schritt zur Herstellung einer revidierten„JadeWeser=Elbe=Karte“, einer Karte der SchleswigHolsteinischen Westküste, der ostfriesischen Inseln und der ersten Segelkarte der„Deutschen Bucht der Nordsee". Das erste deutsche Seehandbuch„Der Norddeutsche Lotse" erschien 1868. Nun brach eine neue Zeit an. Einzelarbeiten waren soweit gefördert worden, daß man weitere Untersuchungen in großzügiger Weise in Angriff nehmen konnte. Auch die nötigen Mittel fehlten nach dem gewonnenen Kriege von 1870/71 nicht. So sehen wir denn, daß vom Jahre 1883 an ununterbrochene planmäßige Vermessungen aller heimischen Gewässer durch Vermessungsschiffe und Peilboote der Marine stattfinden. Diese dauern bis auf den heutigen Tag und wurden auch in den Kriegsjahren nicht unterbrochen. Die Bedeutung solcher Arbeiten für unsere Schiffahrt ist mit Worten kaum wiederzugeben. Zunächst: die Tiefenverhältnisse an den Küsten gedehnteste deutsche Forschungsfahrt, die je ausgedehnte Studien auf dem Gebiet der Oceanographie, Meteorologie, Geographie, Ethnographie und Biologie gemacht. Kleinere Expeditionen führten aus: S.M.S.„Elisabeth“ (Messungen an Temperatur und Salzgehalt der Tiefsee, auch im Stillen Ozean),„Luise" (gleiche Untersuchungen in der indischen Tiefsee; 10 Lotungen im Japanischen Meere) und „Moltke“(beförderte eine deutsche astronomische Expedition und arbeitete oceanographisch). Es folgen die drei bekanntesten deutschen Forschungsexpeditionen: die Plankton=Expedition, die Valdivia= oder Deutsche Tiefsee=Expedition und die Südpolar=Expedition, welche aber nicht mit Schiffen der derzeitigen Marine ausgeführt wurden. Einen schönen Erfolg bedeutete dann die Expedition S.M.S.„Planet“(1906/07). Es wurden meteorologische, oceanographische und biologische Beobachtungen gemacht; Ballonaufstiege bis zu 16000 Meter Höhe gelangen. Im „Sunda=Graben“ wurde die größte, bisher bekannte Tiefe des Indischen Ozeans mit 7000 Meter gefunden. Als dieses Schiff dann später in der Südsee stationiert war, lotete es im Jahre 1912 40 Seemeilen östlich von Nordmindanao die größte, überhaupt bekannte Meerestiefe mit 9788 Meter! Dieses„Planettief“ wird vielfach heute auf ausländischen Karten nicht verzeichnet! Endlich ist S.M.S.„Möve“ zu erwähnen, das in den Jahren 1911—13 in den südwestafrikanischen Gewässern forschend tätig war. Eine neue Zeit ist gekommen. Das Forschungsgebiet bleibt dasselbe, aber die anzuwendenden Methoden haben sich teilweise geändert. Durch die Einführung des„BehmEcho=Lotes“ ist die Technik des Lotens bedeu tend erleichtert worden. Flugzeuge stellen di Tiefen der Küstenzone des Meeres oft sicher fest, als es das Lot vermochte, vor allem schn ler. Trotzdem bleibt noch genug zu tun. E. Reihe von Organisationen haben sich zu g meinsamer Erforschung unserer heimischen Er wässer zusammengefunden.„Die Nachkriege marine aber strebt mit allen Mitteln an, die wertvolle Tradition, die im Vermessungspersonal steckt, zu erhalten: bietet sich hierzu doch bei der Vermessung heimischer Gewässer gute Gelegenheit. So können wir die Hoffnung haben, daß eine künftige Zeit neue bringen wird. Eine Viertelstunde Von Dr. jur. h. c. Adolf Damaschke. Vorsitzender des Bundes Deutscher Bodenreformer und des„Ständigen Beirats für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium". (Nachdruck verboten.) Im Abteil der Straßenbahn saßen wir uns gegenüber. Jahre hindurch hatten wir uns nicht gesehen. Bald erfuhr ich, daß der alte Freund in den Zeitungen hier und da etwas über Hypothekenreform, Verschuldungsgrenze, Erbbaurecht, Grundwertsteuer,— aber offen gestanden, der Grundgedanke, die Hauptsache, das, was Sie eigentlich wollen, ist mir noch nie klar geworden.“ „Das ist wohl möglich. Die Bedeutung der ganzen waren etwa 60 Kriegsschiffe an diesen Einzelfragen kann man wirklich nur aus dem Untersuchungen beteiligt!. IGrundgedanken heraus in ihrer ganzen TragEs braucht nicht besonders betont zu wer=weite erfassen.“ den, daß vor allem unsere Kolonien außerdem].„Na, nun bin ich ja an der besten Quelle. Nun noch als besonderes Untersuchungsfeld in Fragessagen Sie mir diesen Grundgedanken.“— kamen. Ihre Küsten sind fast so genau unter=]„Wir fahren auf dieser Strecke etwa zwölf Minuten zusammen, und in der Zeit wollen Sie eine volkswirtschaftliche Frage dargestellt haben, über die disher in deutscher Sprache allein 3—400 besondere Schriften erschienen sind?" „Sie wissen, ich bin ein Mann der Praxis. Gegen alle langen theoretischen Auseinandersetzungen habe ich von vornherein eine natürliche Abneigung. Eine gesunde Abneigung. Eine gesunde Sache muß auch alle Meeresforschungen gebildet haben. In der kurz klarzustellen sein. Dazu wären schon zehn Tat haben diese Untersuchungen denn auch Minuten eine gute Zeit.“ früh dazu beigetragen, daß große Forschungs=. Ich sagte ablenkend, ich wolle ihm schon helstattgefunden hat! S.M.S.„Gazelle"(Leiter: Kapt. z. S. Freiherr von Schleinitz) fuhr von" Westen nach Osten um die Erde. Hauptziel der geben, ihr Können zu zeigen. Fahrt war: Beobachtung des Venus=Durch=swar, unterbrach ich ihn: gangs auf den Kerquelen; es wurden jedoch]„Solche Ausstellung kostet doch viel Geld. fen, so gut ich könne; aber zunächst möchte er mir doch von seiner Ausstellung erzählen. Natürlich ließ er sich das nicht zweimal sagen. Er schilderte mir die Ausstellungshalle, die Zweckmäßigkeit ihrer Einrichtungen und betonte, wieviel er sich davon verspräche, durch diese Ausstellung den gesunden, tüchtigen, strebsamen Kräften in seinem Berufe Gelegenheit zu Als er so weit Wie bringen Sie die Kosten auf:" „Die Hauptsache ist natürlich die Platzmiete.“ „Ist es nicht schwer, die Plätze im Ausstellungsraum wirklich gerecht zu verteilen, ohne ein bewußtes oder unbewußtes Bevorzugen einzelner?“ Er lachte.„Da sieht man wieder den Theoretiker. Wenn wir Geschäftsleute eine Sache anfassen, tun wir das nach einfachen klaren Gesichtspunkten. Der Raum in der Halle wird einfach versteigert. Wer einen guten Platz haben will, an einer Ecke, im Licht, vorn, einen Platz, der viel begehrt ist, muß natürlich mehr bieten als andere, die weniger günstig gelegene Plätze verlangen.“ „So? Dann gehen Sie also nicht nach der Größe der Plätze, auch nicht nach den Einnahmen, die der einzelne bei der Ausstellung aus seinem Platz herauszieht?“ „Wie können Sie so etwas denken! Wir gehen natürlich lediglich nach dem Werte. Es ist doch ein Unsinn, wenn man von einem gutbeleuchteten Eckplatz nicht mehr fordern wollte, als von einem Platz in irgendeinem dunklen Seitengang, auch wenn er vielleicht doppelt so groß ist. Und ob der einzelne das, was er zu bieten hat, auf dem gemieteten Platz geschick. oder ungeschickt aufbaut; ob es zwechkmäßige Neuerungen sind oder dummer Schnack, was dahinstellt, das ist alles allein seine Sache. D## Gelegenheit bieten wir jedem einzelnen. W. er mit der Gelegenheit macht, ist Sache der prr sönlichen Tüchtigkeit. Die Ausstellungsleitung und die Käufer können beide zufrieden sein. wenn der einzelne durch seine Tichl.gnrt recht viel gewinnt." 5r GS SSSSSESSSSESOSSSFSES, SESSES 8 SES BOE SO.OOU SAGESEERODESOBOASEäDUT s95S3S3U. BESSDEEESSEHSGOETL =EE =% Sg B#5% S S 5• S S 6s darzustellen, weil Sie das selbst in allerschönster Weise getan haben. Denken Sie sich den Boden einer Gemeinde, eines Staates so vergeben, wie Sie Ihre Ausstellungsräume verwerten, und Sie haben den Grundgedanken der Bodenreform: Die Lasten werden verteilt nach dem Anspruch, den der einzelne an den Boden seines Vaterlandes, seiner Vaterstadt stellt. Ob man den Gegenwert, wie Sie, Pacht nennt oder Erbbauzins oder Grundwertsteuer, ist ziemlich gleich. Was der einzelne mit dem Boden tut, ist seine Sache. Fleiß, Tüchtigkeit, Umsicht werden nicht belastet.“ Er sah mich erstaunt an. „Ja, lieber Freund, das sind auch keine bloßen Theorien. Wo diese Gedanken durchgeführt worden sind, sind dieselben Erfahrungen gemacht worden, wie Sie sie rühmen. Als die Einkommen= und Gebäudesteuer Fleiß Sparsamkeit besteuert, sie nahm nur eine Grundrentensteuer nach dem Wert des versteigerten Bodens. Und Kiautschou blühte auf und wurde die berühmte„Musterstätte deutscher Kultur“. In Australien haben zuerst einzelne Vororte von Sydney das Gleiche getan; alle Steuern auf Gebäude und Gewerbe abgeschafft und dafür nur eine, reine Grundrentensteuer genommen. Als 90 Gemeindevorsteher die segensreiche Wirkung solcher Maßnahme bezeugten, hat auch die große Stadt, die über eine Million Einwohner zählt, das Gleiche getan. Die australischen Staaten bauen jetzt eine Hauptstadt Canberra. Es ist ihnen selbstverständlich, daß man den Boden vergibt, wie Sie Ihr Ausstellungsgelände. Der Boden wird versteigert und gegen Zins vergeben. Wir Deutsche haben einen guten Anfang in Anhalt gemacht, wo auch alle Abgaben auf Wohn= und Wirtschaftsgebäude aufgehoben wurden und eine reine Steuer nach dem Bodenwert an ihre Stelle trat. Statt 40000 Mark Grundsteuerertrag ergab das über 1 Million Mark Jahresertrag, und die kleinen Bodenbesitzer waren entlastet; die Gewerbesteuer brauchte nicht erhöht, Schul= und Krankenhäuser in ihrer segensreichen Wirkung nicht eingeschränkt und Beamte nicht abgebaut zu werden. Und als jetzt, am 26. März, diese Steuer ausgebaut werden mußte, um den größten Teil der Landwirte auch von allen Gewerbesteuern zu befreien, haben die Abgeordneten aller Parteien, mit Ausnahme des einen Kommunisten, diesem Vorgehen zugestimmt, weil die Praxis auch die bis dahin Schwankenden überzeugt hatte. Wie sagten Sie doch? Wenn Geschäftsleute eine Sache anfassen, so tun sie das nach einfachen klaren Gesichtspunkten. Wenden Sie diese einmal auf unser Staatsund Gemeindeleben an, und Sie sind Bodenreformer. Jetzt kommen ja die großen Steuerreformen. Da ist die Bodenreform wirklich die einfachste Grundlage. Aber die Wahrheit ist ja wohl immer einfach! Guten Morgen!" Die neue Türkei Von Wilhelm Renner. Nachdruck verboten. Um die von der Türkei seit Beendigung des Weltkrieges geleistete politische Arbeit annähernd würdigen zu können, muß man sich vergegenwärtigen, gegen wie vielfache Gelüste und Gewalten sich das jämmerlich verstümmelte Land, das seit 1911 in fortwährenden Kriegen gestanden hatte, nach Kriegsende verteidigen mußte. Während Frankreich alsbald nach dem Zusammenbruch Syrien besetzte, um so jederzeit die Verbindungen zwischen den westlichen und östlichen Teilen des Reiches sperren oder doch kontrollieren“ zu können, legte England die Hand auf sämtliche wirtschaftlich oder„politisch endwie wichtigen, östlichen Randgebiete, 2#s, um seinen Weg nach Indien zu sichern, z um in wertvollen wirtschaftlichen Pro„lions= und Expansionsgebieten die Vorhand behalten. Es versprach, um die Aufmerkinkeit des französischen Rivalen abzulenken, n Griechen Thrazien und Kelinasien mit myrna und stürzte so die Türkei in einen euen Verzweiflungskampf. der— sehr wider Er fah nach der Uhr:„In ein paar Minuten bin ich ja schon am Ziel, und nun freute ich mich einmal, Sie zu haben und etwas von dem] Die wahre Stärke eines Volkes ist die Sumrundgedanken der Bodenreform zu hören, undime seines Geistes und seiner Arbeitskraft. #n habe ich fast die ganze Zeit Ihnen von meir Ausstellung und ihren Vermietungsbedin=] Ein Staatswesen ist um so fauler, je lauter uigen erzählt.“... 2.###... von seinen Ministern die Gerechtigkeit verkünIch antwortete lächelno:„Ich habe es nicht det wird. tig gehabt, Ihnen Bodenreformgrundsätze Es gibt Redner, die über gewaltige Stimmbänder verfügen, aber sie dringen kaum so weit, wie andere mit geflüsterten Worten. * Der Hochstapler braucht kein Vaterland. Er übt sein Handwerk besser ohne dieses Risiko. In=Jahrhunderten= denken= können heißt Staatsmann sein. Wenn dem so ist, genügen drei, um den Spielraum eines Jahrtausends zu füllen. Der große Staatsmann wird entdeckt. nicht jedes Volk, das sucht, findet ihn. Aber Die ärmste Heimat ist so reich, daß sie mit irgend einer Schönheit unersetzlich ist. licher und nationaler Erneuerung der Türkei wurde. Auch Frankreich, das— in der Hoffnung, englische Pläne so durchkreuzen zu können— der Türkei in ihrem Unabhängigkeitskampf gegen Griechenland heimlich Hilfe geleistet hatte, sah sich um den erhofften Profit betrogen. Die Türkei, die das unwahrscheinliche Glück erfahren hatte, in allerletzter Stunde den rechten Mann zu finden: Mustafa Kemal Pascha, war mnüdig geworden und bewies das zunächst dadurch, daß sie sich rücksichtslos der bisherigen Bevormundung durch die Mächte entzog. Die Verlegung des Sitzes der Regierung von Konstantinopei nach Angora, natürlich von praktischen Gesichtspunkten veranlaßt, kann als Symbol für die neue Wendung in der türkischen Politik gelten. Der in den Friedensbedingungen von Lausanne, also unter dem Zeichen von Völkerbundsideologien, stipulierte Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland war eine der rigorosesten. aber auch notwendigsten nationalen Erneuerungsmaßnahmen. Daß die Korruption in den Zeiten des absolutistischen Regimes für die griechischen Geschäftsleute eine stete Quelle fettester Profite war, ist nicht zu bezweifeln. Um so weniger konnte eine so zahlreiche, in der alten Korruption wurzelnde Irredenta länger im Lande geduldet werden, wenn die Arbeit an der nationalen Erneuerung nicht von vornherein zum Mißlingen verurteilt sein sollte. Dazu kam, daß Griechenland seinerseits aus Wut über den verlorenen Krieg alsbald nach dem Inkrafttreten der Lausanner Bestimmungen in der rücksichtslosesten Weise mit der Austreibung der dort ansässigen Türken begann, denen dann natürlich die in der Türkei lebenden Griechen im gleichen Tempo Platz machen mußten. Daß Kemal Pascha nach der in den Konstantinopeler Handelskreisen sehr viel böses Blut aufwirbelnden Verlegung der Hauptstadt nach Angora auch noch das ungeheure Wagnis der Abschaffung des Kalifats auf sich nahm, verrät sein gewaltiges Vertrauen in die gesunden nationalen Kräfte seines Volkes. Ob die Türkei in religiöser Hinsicht für eine so radikale Maßnahme reif war, bleibt eine offene Frage. Tatsächlich zielte die Abschaffung des kalifats darauf, den letzten Weg zu versperren, auf dem sich unter religiösen Formen eine neue Abart der für die Türkei so gefährlich gewordenen absolutistischen und korrupten Despotie der Sultane hätte einschleichen können. Die neueste Entwicklung zeigt denn auch ganz unzweideutig, daß Kemal Pascha durchaus recht hatte, wenn er die Kalifatsfrage als eine rein politische Angelegenheit behandelte. Zur Zeit bemühen sich unter Führung des Rektors der Moslem Unwersität Al Azhar in Kairo einerseits die ägyptischen Nationalisten um das machtpolitische Erbe des Kalifats, während aus gleich durchsichtigen Gründen, auf der anderen Seite das indische Kalifat=Komitee des allindischen Kongresses in Hinblick auf die sechzig Millionen indischer Moslemin seine Ansprüche geltend macht. Im November vorigen Jahres schien es, als halte Kemal Pascha die Zeit für gekommen, seine bis dahin beinahe diktatorische Politik illmählich in ein parlamentarisch reguliertes Fahrwasser zu überführen. Allerdings handelte er nicht ohne einen gewissen Zwang. Wagte sich die Verleumdung auch noch nicht offen an ihn heran, so ließen doch die vielfachen kleinErwarten Englands— die Geburtsstunde staat=lichen, aber gehässigen Beschwerden der sich bildenden Eppostkion-keinen ZZwellel- daran.= daß man ihn eines hemmur gslo en Cäsarismus zu verdächtigen gedenke. Er ließ das Kabnert seines alten Freundes und Mitkampfers Jomet Pascha demissionieren und betraute Fetyi deg mit der Bildung des neuen Kabinetts. Dieser Wechsel wurde zugleich die Gezurtsstunde des tuikischen Parlamentarismus. Cffiziell bestand seit dem ersten türkischen Parlament von 1908 immer nur eine, d. h. die Regierungspartei. Von Parlamentarismus im eigentlichen Sinne konnte also nicht die Rede sein. Auch Kemal Pascha versuchte den Idealzustand der absoluten innerpolitischen Geschlossenheit, wie er sich in bewunderungswürdiger Weise während des Befreiungskampfes gegen die Griechen konstituiert hatte, aufrecht zu erhalten. Sämtliche Vertreter des Volkes in der großen Nationalversammlung von Angora schlossen sich in der von Kemal begründeten„Republikanischen Volkspartei“ zusammen und eine eigentliche Opposition existierte nicht oder trat doch bis November 1924 nicht aktiv in die Erscheinung. Am 10. November wirkte sich dann die lange angesammelte Spannung aus und es trat eine Spaltung ein, in der sich eine aus den heterogensten Elementen bestehende Opposition zu einer neuen„republikanischen Fortschrittspartei“ sammelte. Mit dieser Opposition hatten von nun an Kemal Pascha und sein neuer Ministerpräsident Fethi Bey zu rechnen. Die neue Partei versprach ihren Anhängern natürlich alle Segnungen„fortgeschrittener Demokratien“, bewirkte tatsächlich aber nur eine Zerfahrenheit und ein Verpuffen politischer Energien= in Streitereien um Verwaltungs= und Organisationsfragen, deren Lösung das vorhergehende Kabinett in richtiger Würdigung des Vocranges anderer Aufgaben zunächst noch zurückgestellt hatte. Es war selbstverständlich, daß dieses Zerfallen der bisherigen innerpolitischen Geschlossenheit sich sofort auch außenpolitisch bemerkbar machte. Die Entschiedenheit in der Ablehnung der ungerechtfertigten Ansprüche Englands auf die Petroleumgeviete von Mossul und zugleich die Aktivität im Kampf gegen die raffinierten Unternehmungen der(englisch orientierten) Jrakbehörden, die den englischen Ansprüchen den Weg ebnen sollten, erlahmten und der Erfolg war die schwere innerpolitische Erschütterung durch den Kurdenaufstand, der wahrscheinlich die letzte in der Kette von Intriguen bedeuten wird, mit Hilfe deren England die Entscheidung des Völkerbundes über das strittige Gebiet zu seinen Gunsten zu wenden unternahm. Die Türkei hat damit ein erstes Experiment parlamentarischer Staatskunst hinter sich gebracht. Daß sie dabei einen schweren Verlust zu buchen hat, ist nicht weiter verwunderlich. Erfreulich dagegen ist die rasche Entschlossenheit, mit der Kemal Pascha die Führung der Geschäfte wieder dem bewährten Ismet Pascha überantwortet hat. Es beweist, daß dem kraftvollen türkischen Staatspräsidenten das Bewußtsein der Verpflichtung, das als richtig Erkannte zu tun, über dem Gedanken an die Gefahr steht, sich dadurch der Verleumdung auszusetzen. Die parlamentarische Opposition zwar wird vorläufig nicht wieder zu beseitigen sein, doch ist es gewiß ein gesunderer Zustand, jegen ihre offene Gegnerschaft kämpfen zu können, als ihre heimlichen Wühlereien geschehen lassen zu müssen.— Der Erbe des „kranken Mannes am goldenen Horn“ ist ein kraftvoller Sohn der Berge von Angora und sein Land gesundet zusehends, soviel ihm auch die Raubpolitik der Friedensstifter von Leib und Gliedern wegoperiert hat. Bilder aus Finnland Autofahrt im hohen Norden. Von Else Steup, z. It. Helsingfors. (Nachdruck verboten.) Wir kamen aus den dunkelblauen Bergen Lapplandes, und trotzdem August im Kalender stand, hatte man mir über meinen Wintermantel einen großen Schafpelz gezogen, in dem ich mich sehr behaglich fühlte. Vorgestern waren wir dieselbe Strecke, nur in entgegengesetzter Richtung gefahren, 200 Kilometer nordöstlich von Rovaniemi, dem Endpunkt der Eisenbahn im Nordwesten. Ein Militärauto sollte Proviant nach der Station Kuolajärvi bringen, und ich hatte Erlaubnis bekommen, die Fahrt mitzumachen. Auf dem hohen Sitz neben mir thronte der Feldwebel, der den Wazen führte, und hinter uns saß ein Soldat als Begleiter. An unendlichen Seen, sumpfigen Mooren und toten Wäldern mit gespenstisch ausgestrech. ten Armen waren wir vorbeigesaust. Geister. haft hatten die Waldflächen geschimmert, die die weißgraue Renntierflechte deckte. Dann