SS Dauge. S8 BMESn*/ n. g.5 Bas e SSpgag!s #3.„ #F am Be SSg*PE— SFFSSSSSG 5g DoEt# 5 ng —S8 8 Aus dem Tierleben Bebenolle Selomander=ttern. Das Londoner Aquarium ist kürzlich durch verschiedene Exemplare von sogenannten Höllenwürmern, eine Art Wassersalamander, aus dem Mississippigebiet, bereichert worden. Dies sino höchst interessante, aber äußerst unliebenswürdige Tiere. Da sie sich als Gefangene sehr Wie sich Hunde amüsieren. Eine interessante Beobachtung machte Graf de la Malle an zwei Hunden, die ganz verschiedenen Rassen angehörten.. IIP112%#gre.„Da sie sich als Gefangene sehr „Vor mehreren Jahren,“ teitte derselbe mit, krößig benehmen, kann man sie nur durch die „benutzte ich zur Jagd zwei hübsche Hunde List zum Fressen bewegen, daß man sie mit den einen äußerst klugen Vorstehhund mit kurzem Ffutterstücken auf die Nase schlägt. Aus purer glatten Haar und einen spanischen Wachtelhund Wut schnappen sie dann danach und fressen sie mit langen dichten Haaren, der abgerichtet war, guf. Auch in ihren intimsten FamilienangeJum Jahrestag der Abtrotung: 10. Jannar 1320. das Wild in dem Walde aufzuscheuchen und ins Freie zu treiben. Mein Schloß liegt in einer ebenen Gegend, eine Strecke von einem reich mit Gebüsch und Unterholz durchsetzten Walde, in welchem sich viete Kaninchen und Hasen aufhalten. Als ich eines Tages an meinem Fenster saß, bemerkte ich, wie meine beiden Hunde, die auf dem Hofe frei herumliefen, einander sich näherten und sich über etwas zu verständigen schienen. Nach einigen Augenblicken, als sie sich sicher fühlen mochten, daß von meiner Seite fur sie nichts zu fürchten war, entfernten sie sich erst langsam wie Knaben. die etwas nicht Erlaubtes auszuführen wünschen, dann aber rascher und endlich, als sie sich ganz sicher fühlten, mit größtmöglichster Geschwindigkeit nach dem Walde zu. Neugierig geworden durch das seltsame Gebaren der beiden Hunde, folgte ich ihnen, um mich zu überzeugen, was sie auszuführen sich vorgenommen hatten. legenheiten beweisen sie nicht gerade einen sympathischen Charakter. Wenn das Weihchen die Eier legt, hält ihr Gatte getreulich Wacht, damit die grausame Mutter die Eier nicht auffrißt. Diese väterliche Fürsorge entpuppt sich aber als ein ebenso großer Kannibalismus; denn dem Männchen ist es einzig und allein darum zu tun, daß es selbst die Eier fressen kann, wenn ihn auch ein großer Instinkt dazu bestimmt, einige Eier übrig zu lassen, damit die Erhaltung der Rasse gesichert ist. Deutschlond! Erfülle die Stunde Mit Sehnsucht und mit Gebet. Ein Lied von Mund zu Munde, Von Herz zu Herzen gehr. Das Lied von der Weichsel Rauschen, Von der alten Stadt am Meer. Du sollst der Kunde lauschen, Vergessen sie nimmermehr. Hoch ragen der Kirchen Türme, Dumpf geht der Glocken Klang. Es kamen die Tage der Stürme, Die Tage so bitter und bang. Schauloel dur. Du. Eikeuskucd mustgr V. KHelelbten—du der. Pouer Hon Lusgung der igen bot sich ein merkwürdiges Schaufpret vur. Der Hühnerhund, weicher die Expedition zu leiten schien, hatte den Wachtelhund beauftragt, das unter dem Gebüsch lagernde Wild aufzuscheuchen und mit Bellen aus dem Walde zu treiben, während er selbst am Rande des Waldes langsam auf und ab ging. Ich fuhr geduldig fort, den weiteren Verlauf dieser listigen Jagd zu verfolgen, als ich auf einmal die Stimme des Wachtelhundes vernahm, welcher einen Hasen aufgejagt hatte, den er nach der Seite seines lauernden Kameraden hintrieb. In dem Augenblick, wo der Hase aus dem Walde hervorkam, um das günstigere freie zu gewinnen, stürzte sich der Hühnerhund auf ihn und packte ihn. Diese merkwürdige Jagd habe ich von den beiden Hunden noch oft wiederholen sehen.“ Ueber eine merkwürdige Tierfreundschaft zwischen Katze und Eichhörnchen weiß ein Mitarbeiter der in Cöthen=Anhalt erscheinenden Jagdwochenschrift„St. Hubertus" zu erzählen. Er berichtet darüber: Ich besitze ein vollkommen fingerzahmes Eichhornchen(1924er Frühjahrswurf) das sich frei und nach Belieben im Zimmer oder Garten bewegt, auf die Bäume klettert, aber bei der Annäherung eines Menschen sogleich herunterkommt, vertraut auf die Schulter springt und ein Stückchen Brot aus der Hand nimmt. Nun habe ich aber auch einen zweijährigen sehr schönen, großen Hauskater, der sehr scharf auf Ratten und Mäuse und die vielen Bilche ist und sogar zwei Wiesel würgte. Ich fürchtete, daß er sich einmal an dem kleinen Hausfreund vergreifen könnte und gab ihm, so oft er ihm verdächtige Aufmerksamkeit zeigte, einen Klapps. Und heute— o Wunder— spielt der Kater mit dem Eichhörnchen, jagt es durch den Garten, nimmt es zwischen die Pfoten, ohne ihm jedoch das Geringste zuleide zu tun. Das Eichhörnchen wieder springt ihm spielend auf den Rücken, trinkt aus seinem Milchnapf und zeigt nicht die geringste Scheu. Dies ist eine der merkwürdigsten Tierfreundschaften, die mir bisher untergekommen sind. Derselbe Kater zeigte eine direkt rührende Liebe für meine auf tragische Weise ums Leben gekommene Brackenhündin„Sylva“, die in ein Eisen geraten, den Hinterlauf brach und von mir erschossen werden mußte. Kamelsrennen. Der Sport treibt wunderbare Blüten. Jüngst veranstaltete ein findiger Unternehmer in Berlin Trabrennen von Straußen, wobei allerdings die Tiere teils weder durch gutes Zureden noch durch Schläge vom Start zu bringen waren und auf der Bahn ihre eigenen Wege gingen. In Peking gehört zu den vielseitigen Sportveranstaltungen der europäischen Kolonie ein Wettrennen, das sicherlich für die Zuschauer mehr belustigend ist als für die Reiter. Schwere Lastkamele, sonst nur gewöhnt, mit Kaufmannsgütern die oft grundlosen Landstraßen Chinas in langsamem Schritt zu durchmessen, müssen sich dazu bequemen, ihre langen Beine in Trab zu setzen und, durch Sporen und Peitsche getrieben, einander um die berühmte Nasenlänge zu überholen. Angenehm mag ein solch moderner Wüstenritt nicht sein, denn selten meldet sich ein„Jockei“ oder„Herrenreiter“ zum zweitenmal zu einem solchen Vergnügen auf ungeErfolgreiche Kur. Landgraf Wilhelm von Hessen bemerkte einst, als er sich auf dem Lande aufhielt, in beleibten Man., der läglich vom Aufgang Sonne bis zu ihrem Niedergange vor der Haustür saß, Tabak schmauchte und Bier dazu trank. Auf Befragen nach diesem Müßiggänger hieß es, der Mann sei wohlhabend und gesund, aber seines fetten Körpers wegen könne er Bewegung und Arbeit nicht wohl vertragen. Nachts darauf ließ der Landgraf den Mann aufheben und auf Festung bringen, mit dem Befehl, dem Verhafteten nichts Uebles zuzufügen, ihm gutes Quartier, aber schmale Kost und kräftige Arbeit zu geben. Nach einigen Monaten schon hatte der Koloß sein überflüssiges Fett laren und arheiter zlarnt. Der Landar. ve Kundgebungen des Radio teil. loren und arbeiten gelein. Der rundgraf ließ richtet der„Japan Advertiser". ihn frei mit den bloß daran. Euch en. Zieht hin ihn nun kommen und gab Worten:„Freund, mir lac gesund und tätig zu mac Frieden!" Einsam nun um Sankt Marien Raunt Sage und heimliches Wort. Die weißschlanken Mönen ziehen Im Abend darüber fort. Und Menschen heben die Hände Und harren in schweigender Nacht Und harren und halten ohn' Ende Deutschland, für dich die Wacht. Aufschließe der Liebe Tore Verlorener Brüder Schmerz— Einmal in jauchzendem Chore Umfängt sie dein Mutterherz. Werner Schulz=Oliva. Radio beim Mikado. Japan wird immer moderner. Nicht nur die große Welt“ in Tokio nimmt zum Fünfuhrtee die Kopfhörer ans Ohr— selbst der geheiligte „Sohn der Sonne“, der Mikado, mit seiner gesamten Familie hat dergleichen.— Er regiert nicht nur per Rundfunk und hört nicht nur seine vortragenden Räte auf dem Wellenwege. sondern nimmt auch an den weniger ernsten Wenigstens beBestrafte Eitelkeit. Kaiser Joseph II. von Oesterreich war stets bereit, dort zu helfen, wo ihm wirklich Not entgegentrat. Aber Eitelkeit und Verschwendung, waren ihm verhaßt. Die Witwe eines Offiziers, die in Ungarn eine Pension von fünfhundert Gulden bezog, erschien eines Tages aufgeputzt wie ein Pfau vor dem Kaiser und bat um Erhöhung ihres Einkommens, da ihr bisheriges nicht mehr ausreiche.— Wie,“ rief der Kaiser unwillig,„in Ungarn, diesem wohlfeilen Lande, können Sie mit fünfhundert Gulden nicht auskommen? An Ihrer Kleidung merkt man das nicht! Sie werden künftig mit dreihundert Gulden leben müssen!“— Damit wandte er ihr den Rücken. bindung mit der Tokioer Rundfunk=Vox steht. in Selbst auf Reisen wird dafür gesorgt, daß auf den jeweiligen Etappen eine Empfangsanlage in Betrieb ist. Allerdings wird auch gemeldet. daß für die kaiserlichen, beziehungsweise prinzregentlichen Ohren eine sorgfältige Auswah! getroffen wird, sodaß vermutlich gewisse Schlager von den kleinen Geishas und andere Profanationen sapanischer Angelegenheiten, wie sie europäische=Operetten lieben, die Zensur nicht passieren dürften. Bei verlangt. Büchertisch Der französische General Berthou, ein sehr cholerischer Herr, erregte durch seine Befehle oft die Heiterkeit seiner Untergebenen. Eines Tages sagte er im Tonkinkriege, als es sich darum handelte, eine wichtige Verschanzung fortzunehmen, zu einem seiner Hauptleute:„Kapitän, bemächtigen Sie sich dieses gefährlichen Postens; der Sieg ist nur um diesen Preis zu erringen. Lassen Sie sich mit allen Ihren Leuten bis zum letzten Mann töten... dann kommen Sie wieder und holen Sie sich weitere Instruktionen.“ Die schmutzigste Stadt der Welt. sesternd Höchertier 1g Zergnügen auf unge=seinmal hinaus in das Meer tragen. Daß man Erinnerung meist:]“ daß diese Rennen in der l die Straßen durch Fegen reinhalten kann, Als diese wird von amerikanischen Zeitungen die Hauptstadt der Republik Haiti, Port=auPrince— bezeichnet. Port=au=Prince ist schon eine recht ansehnliche Stadt, aber dort werden die Straßen nie gefegt. Da aber die Bewohner die Angewohnheit haben, alles, was im Hause nicht mehr gebraucht wird, auf die Straße hinauszuwerfen, so häuft sich dort ein Unrat an, der das Passieren der Straßen schwierig macht. Besonders unangenehm wird der Schmutz in der Regenperiode, denn dann weichen alle die Abfälle auf, die seit Wochen und Monaten auf die Straße hinausgeworfen worden sind, und es bildet sich eine dicke schlammige Masse auf den Straßen. Da wird es dann als eine besondere Wohltat angesehen, wenn einige Tage besonders starke Regenfälle kommen, die zwar die Straßen in Bäche verwandeln, die aber auch den Schmutz wieder einmal hinaus in das Meer tragen. Daß man ch meit hübscher sind als in der Wirk= kommt den Bürgern von Port=au=Brince nicht zum Bewußtsein. Sagen des Stadt= und Landkreises Iserlohn von Heinrich Kleibauer. Verlag: Graphische Kunst= und Verlagsanstalt Rud. Wichelhoven G. m. b. H., Iserlohn. 2te stark vermehrte Auflage. 168 Seiten. Preis broschiert K 2,— gebunden K 2,75. Nach kaum Jahresfrist war die erste Auflage des Sagenbuches von H. Kleibauer vergriffen. ein Zeichen, wie notwendig diese Ausgabe war und welch freudige Aufnahme sie in Stadt und Land gefunden hat. Mit unermüdlichem Fleiße hat der Herausgeber in der Zwischenzeit ir vergilbten Schriften und beim Landvolke weiter geforscht, und so erscheint jetzt die notwendig gewordene 2. Auflage in stark erwei tertem Umfange. Unter Beibehaltung der bewährten ersten Anordnung ist die Zahl der Sagenstoffe von 116 auf rund 150 angewachsen; ferner sind zahlreiche historische Anmerkungen und Namendeutungen angefügt. Es darf deshalb wohl mit Recht die Behauptung aufgestellt werden, daß dieses erste Heimatbuch des Kreises unter Berücksichtigung des kleinen Landschaftsgebietes eines politischen Stadtund Landkreises jetzt zu den umfangreichsten Sagenbüchern Deutschlands zu rechnen ist, das weit über den Rahmen seiner engeren Heimat wissenschaftliche Beachtung und Anerkennung verdient. Unter der Fülle des reichhaltigen und mannigfaltigen Stoffes befinden sich 71 Neuveröffentlichungen, die in älteren Werken nicht verzeichnet stehen. Somit stellt dieses Sagenbuch auch eine bedeutsame Bereicherung der Sagenliteratur überhaupt dar. Der fleißigen Arbeit des bekannten Herausgebers, aus der Liebe und Verständnis für altheimische Art hervorleuchten, ist in seiner ansprechenden Aufmachung als Jugend= und Volksbuch weiteste Verbreitung zu wünschen. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag P. A. Santz. Altena. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung. Nr. 1 8. Januar Geleit Eine neue Beilage zum„Altenaer Kreisblatt" zugleich„Neuenrader Zeitung" und die hohe Aufgabe haben wir uns gestellt: Den im Gifthauch des politischen Meinungsstreites der letztvergangenen Jahre arg ans Kümmern geratenen Vaterlands= und Heimatsinn als iräftig bewurzelten Keimling von neuem in die Herzen unserer Brüder und Schwestern zu senken. Wenn aus der trefflich geleiteten Halbmonatsschrift „Süderland“ die Vergangenheit beschaulich grüßt, so wird aus der neuen Beilage die Gegenwart in Heimat und Ferne uns lebendig entgegentreten zur Bildung und Belehrung, und wir werden ihren Inhalt stets so zu gestalten uns bemühen, daß auch sie, wie„Der Erzähler“ und die„Frauenzeitung“ jedem unserer Leser zu einem unterhaltenden Freunde und offenen Berater wird. Viele von uns wähnen die Heimat zu kennen und geraten nach der ersten Wanderstunde in die Fremde und Irre. Millionen Wipfel rauschen zu unseren Häupten, aus Milliarden Blumenkelchen strömt süßer Duft, lieblicher Vogelsang entzückt unser Ohr, quellfrische Wasser hüpfen murmelnd über moosbewachsenen Stein und ist uns doch alles fremd geworden, denn wir haben dafür ja nur die kalte Bezeichnung ein Baum, ein Strauch, eine Blume, ein Vogel, ein Bach oder gar nur ein Graben. Wenn wir sie, die unsere natürliche Umwelt bilden, wieder richtig und wirklich kennen, dann verstehen wir auch das Fernste, die ganze große Welt und ihre Ewigkeiten. Wer die Heimat kennt, der liebt sie auch! „Heimat ist das Geheimnis des Antäos,“ sagt R. H. France so treffend in seiner„Entdeckung der Heimal „Der Mensch, jeder Mensch, ist der Riese, der immer neue Kraft gewinnt, so oft er den Boden der Heimat berühr:. Einen tieferen Sinn kann diese Sage garnicht haben. Und es gibt kein größeres Unglück, als heimatlos zu sein. Noch nie haben Fremdideen und heimatlose Menschen einem Volke Glück gebracht. Entartung begann immer mit der Geringschätzung der Heimat und dem Vergessen und Verschmähen ihrer Zauberkraft; Gesundung und Aufstieg aber immer mit dem Sichbesinnen auf die ewigen Gesetze der Natur und dem Wiederfinden des Heimatgedankens. Wenn wir uns schädigen, verschwindet unser Geschlecht— aber die Heimat bleibt und bringt wieder Menschen hervor!“ Die Sturmflut des Krieges hat zum Schutze der Heimat auch Söhne des letzten deutschen Dorfes wehrfreudig in die Ferne ziehen lassen, darum müssen wir auch sie, der ja von jeher das Sehnen vieler Deutscher galt, jetzt mehr in den Kreis unserer Betrachtungen ziehen. Es gibt vieles in der Ferne— und zwar Gutes und Schlechtes—, das zu kennen uns frommt gerade in einer Zeit, wo manchem die Heimat zu eng und zu arm dünkt und das Draußen mächtig lockt. Die Heimat ist gar bald verlassen und die Schiffe tragen schnell zu fremden Gestaden— heimfinden aber kann mancher erst wieder, wenn er in seiner ganzen Herbe körperlich und seelisch durchkostet hat, was Schiller in die Worte kleidet: In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling. Still, auf gerettetem Boot, treibt in den Hafen der Greis! An einem hehren Werke schaffend, wollen wir fleißig die Hände regen. Glück auf! Schriftleiter. Die Kunst als Vermittlerin des Friedens Von Kurt Engelbrecht. Nachdruck verboten. Wir sind gewohnt, an erster Stelle die Religion als Friedensvermittlerin zu betrachten und uns ihrer Führung anzuvertrauen, wo es heißt, einen Streit zu schlichten, einen Riß und Zwiespalt zu überbrücken. Wir sind gewillt, einer Religion, die den Frieden zu bringen nicht imstande wäre, weil sie vielleicht in der Liebe nicht ihr Grundgesetz sieht, unsere Anerkennung und Achtung zu versagen. Und mit Recht. Denn es ist doch die höchste Aufgabe aller Religion, den Menschen zur Harmonie mit sich selbst und zur vollkommenen Einheit mit der Welt und den in ihr waltenden geistigen Mächten zu führen. So kann denn im Sinne der Religion wirklich von einem Frieden gesprochen werden, der über alle Vernunft ist. Einen Frieden von gleicher geistiger Höhe und Innerlichkeit kann man natürlich außer der Religion auf keinem anderen Kulturgebiet gewinnen. Weder die Wissenschaft noch diesren sichtbaren Formen zu Gestaltungen voller Kunst vermag ihn uns zu schenken. Aber es Empfindungs= und Gefühlstiefe, die unser Ingibt Zeiten, die weniger unter einem innerenvonlohen anrogan und hereicharn und Dieh Zwiespalt, einer seelischen Zerrissenheit, als vielmehr unter äußerlichen Unstimmigkeiten, unter Disharmonien der Formen, in denen sich das öffentliche Leben abspielt, zu leiden haben. Eine solche Zeit aber des durch unser ganzes Volk hindurchgehenden äußerlichen, sich nach außen hin nur allzu deutlich bemerkbar maschenden Unfriedens ist unsere Gegenwart mit ihrem lauten Parteihader, ihrem politischen Meinungsgezänk, ihrer Unverträglichkeit aller gegen alle. Da ist es denn zu verstehen, daß klingt. Und hier kann die Kunst die denkbe snenleben auregen und bereichern und Disharmonien auflösen, Zwistigkeiten ausgleichen. Es hat schon häufiger solche Zeiten gegeben. da die Kunst mit schönstem Erfolge eine solche friedevermittelnde Mission an einem ganzen, in sich selber unfriedlichen, von Parteihader zerrissenen Volke erfüllte. Wir brauchen nur einmal an das Zeitalter des Perikles zu Athen denken. Wie ernst faßten die großen Tragödiendichter Aeschylos, Sophokles und Euripides ihre Verpflichtung auf. in ihrer Zeit der größten politischen Irrungen und Wirrungen weniger laut der Ruf nach einem Frieden übers#.„#: und Sietuge alle Vernunft als vielmehr nach einem Aus:“ Voite mit ihrer Kunst einen inneren Hait gleich der Formen, nach einer Gemeinsamkeit und Einstimmigkeit der Ausdrucksweise lzu geben. Und die großen Bildhauer jener in Hand dem gleichen Ziele entgegen. Die ie Soene in Sauen Pparen Frrunde der Staatsmärner, Oiensta aie Varmittlgrin: die, denkbar besten Künstler waren Freunde der Staatsmänner, Dienste als Vermittterin eines solchen Frieveimim veren Hand das außere Geschick des Volnes ja doch aus dem sinnlichstag. Sie waren heimisch in der Welt der PoliWahrnehmbaren und Greifbaren, aus den Ge=ltik. Sie wußten, was dem Volke nottat. Und staltungen und Erscheinungen der Welt und des Lebens selber all ihre.überraschenden, köstlichen Gebilde. Es ist ihr auch um nichts landeres zu tun, als um die Erheiuung der äußeein ganz,ächnisches„Bild zeigt sithz Auch mer eine ganz ähnliches Bild zeigt sich uns in der italzenischen Kena###anet. Auch hier eine Zeit der scheinbar trastioiesten innerpolitischen Verwirrung, Kleinstaaten über Kleinstanten. die 59 3 5A EEE —"* SEE # gegeSe# SESSS = JumeÄEEES B•GUHOTEES, S SSSOS:S SGS * S —*— SSare ESS65 E 859 O9 d. S. Sec c 8 2. 4 S 2. S 3 5 8 * S*- 6 S#oUL,IE — S- SSms SSSSuE •- SSpSEES SeESsuhiSNONSaS Wos ist deutsch? Fritz Müller=Partenkirchen, der bekannte Dichter und Erzähler, schrieb dem Deutschen Kulturverband aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens: Lieber Deutscher Kulturverband: „Ich soll dir was Deutsches ins Album schreiben? Deutsch kann man nicht lernen, es läge denn zuvor im Blute. Deutsch kann man nicht verlernen, es sei denn, deine Mutter hätte dich nie deutsch in den Schlaf gesungen. Deutsch kann man nicht töten, es sei denn, daß der Mörder mit ins Grab gerissen werde.“ sich alle in buntem Wechsel gegenseitig bekämpfen. Und über diesem wahren Chaos die erhabenen Gestalten eines Dante und Petrarca, später eines Raphael und Michelangelo, um nur die allerbedeutendsten zu nennen. Als deren Werk allein aber dürfen wir es betrachten, wenn das tausendfältig zerrissene Italien im Laufe der Jahrhunderte dennoch zur inneren Einheit als Volk gelangte. Und sollte die Kunst nicht am Ende heute eine gleiche Mission zu erfüllen befähigt sein? Ihrem Wesen nach ist sie doch die gleiche geblieben wie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden. Ja, sie hat in den letzten zweihundert Jahren gerade auf deutschem Boden noch ein besonderes Gebiet voll breitester und machtvollster Wirkungsmöglichkeiten ausgebildet, das in früheren Zeiten viel weniger ins Gewicht fiel: die Musik. Große, das Empfinden des ganzen Volkes in Bewegung setzende und in die gleiche Richtung zwingende Kunstveranstaltungen sollten gegenwärtig mit Hilfe der Musik noch weit eher und wirksamer möglich sein als im alten Athen. Freilich handelte es sich in Athen nur um einen Stadtstaat mit verhältnismäßig kleiner Einwohnerzahl, während die Gegenwart nur Vielmillionenstaaten kennt, deren Bevölkerung auf weite Gebiete in Stadt und Land verstreut lebt. Trotzdem wäre es möglich, daß die Kunst den Frieden der Gleichgesinnung vermittelte, wenn sie nur in sich seler ennheitlich und harmonisch organisiert wäre, wenn wir mit einem Worte eine wirkliche Volkskunst hätten. Heute ist es aber noch so, daß die Kunst als ein Sondergebiet einiger Weniger gilt, die etwas davon verstehen. Sie ist weit davon entfernt, wirklich in die Weite und Breite des Volkes zu wirken. Anstatt den Parteihader zu überbrücken, den Unfrieden im Volksinnern auszugleichen, erscheint sie vielmehr als Dienerin der einzelnen grundsätzlichen Parteimischungen und hilft nur dazu, die Kluft, die ganze Schichten unseres Volkes von einander trennt, zu vergrößern. Der einzelne Künstler, der da wirklich einmal sein Volk ganz versteht und aus dem Volksempfinden heraus seine Werke gestaltet, und es gibt deren auch heute nicht wenige, ist gegenüber dem unharmonischen Ganzen machtlos. Es bleibt ihm die Wirkung in die Breite versagt. Nur wo ein einheitlicher, auf das gleiche Ziel gerichteter Kunstwille des gesamten Volkes, der alles Unpassende, Unbefriedigende kurzerhand ablehnt, am Werke ist, kann die Kunst ihre Mission als Vermittlerin des Friedens erfüllen. Ich dächte, aus dem Geist der Bach, Beethoven, Bruckner, der Lessing. Schiller, Goethe und ihrer großen Nachfahren ließe sich wohl ein solcher einheitlicher, wahrhaft ausgleichender und zusammenschließender Kunstwille gewinnen! —s2— Deutschtum in Finnland in Ueber die Lage des Deutschtums Finnland veröffentlicht die Hamburger Auslandszeitschrift„Der deutsche Kaufmann im Auslande“ einen interessanten Bericht, dem wir folgendes entnehmen. Die Schriftleitung. Die Geschichte des Deutschtums in Finnland reicht weit zurück, fast so weit wie die Geschichte Finnlands als Staatswesen überhaupt. Von den drei Städten, die für die ältere Geschichte des Landes von Bedeutung sind, Helsingfors, Abo und Wiborg, ist Wiborg die interessanteste, nicht nur als Stadt an sich, sondern auch vom Gesichtspunkte des Deutschtums aus betrachtet. Wiborg hat Traditionen, die Hauptstadt Helsingfors hat keine, denn Helsingfors war vor 1809, als es die Russen zur Hauptstadt machten, ein bescheidenes kleines Landstädtchen, mehr Dorf als Stadt. Die frühere Hauptstadt, Abo, lag den Russen zu nahe an der schwedisechn Grenze, und als sie Finnland den Schweden abgenommen hatten und dabei den Weg gingen, den ihnen Peter der Man muß in der Fremde gewesen sein, um die Seele der Heimatglocken zu begreifen. Das Herz muß heimwehdurstig mit weißen Wolkentauben im Wettfluge gelegen haben, um den kinderglückseligen Melodien der Heimatglocken wie einem Engel=Tedeum zu begegnen. Ach, wenn man heimkehrt!— Wenn der schieferblaue Kirchturmhut so herüberwinkt über die grünen Gebreite und das leuchtende Uhrauge Ausschau hält, ob sie nicht wiederkommen, alle, die einst fernglücktrunken sich verflogen. Die Uhrenzeiger rücken langsam weiter, tief versonnen, schon ein paar Menschenalter lang. Und im Kirchturm tickt das Herz, langsam und schwer. Durch die Schalluken greifen die Sonnenfinger nach den grüngoldenen Glocken, deren Sonntagsseele sich heimlich regt, wenn einer Turmtaube Flügel sie leise streift. Wie können doch die Heimatglocken selig singen: Wenn halb vom Jenseitstraum umfangen, in weichen Kissen ein kleines Menschlein seine erste Weihe findet! Wenn die Kerzen glühen um die jungen Brüder und Schwestern, die aus den goldenen Toren der Kindheit traten, um in der Werktagsebene mitzuschaffen! Wenn myrthengeschmückt ein bräutliches Paar an den Altarstufen um den Segen des Allewigen bitten kommt! Wie können doch die Heimatglocken singen: Wenn der Abendsonne goldene Hände liebkosend über die Kirchturmhaube gleiten, dann ruft die Glockenseele die Feierabendstunde aus. Ein Kinderkanon erwacht in den Herzen der Heimkehrer und flicht die bunten Rosen langvergangener Jahre in die verhallenden Feierabendklänge hinein: Bim—bam, bim—bam— Horch, es singt der Glocke Ton Von der Arbeit süßem Lohn. Fei—erabend——— Und Sonntags! Ist es auch— eine— eine — Morgenglocke nur! Sie wirbt felderweit bis über die letzte Kate hinaus und wird nicht müde zu singen: Das ist der Tag des Herrn! Und ach, wenn einer zum ewigen Feierabend sich wendet! Wie können dann die Heimatglocken selig weinen. Man muß in der Fremde gewesen sein, um mit den tiefen Liedern der Heimatglocken täglich Heimkehr-halten zu können. selig Große vorgezeichnet hatte, degradierten sie eiligst Abo und machten Helsingfors zur Hauptstadt. Ein Deutscher, der in Wiborg geschäftlich zu tun hatte und dem diese Tatsache auffiel, fragte einen seiner Kunden mit rein schwedischem Namen, ob er eine deutsche Mutter gehabt habe oder eine deutsche Frau habe oder trotz seines Namens deutscher Abstammung sei.„Meine Familie ist rein schwedisch,“ war die Antwort, „aber wir gehören zur deutschen Kirchenzemeinde: Wiborg ist doch Hansastadt und Jahrhunderte lang war hier das deutsche Element das herrschende.“ Dem Durchschnittsdeutschen ist es jetzt und war es auch zur Zeit der deutschen Macht und Größe vollkommen gleichgültig, ob irgendwo in einem fremden Lande fremde Menschen Sonntags deutschen Gottesdienst hören, ihre Kinder mit deutschen Worten taufen lassen, in deutschen Konfirmanden=Unterricht schicken, und ob Brautpaare vor dem Altare stehen, deren Muttersprache eigentlich finnisch oder schwedisch ist, die aber in deutscher Sprache getraut und gesegnet werden. Dabei ist wohl zu beachten, daß Finnland ein evangelisches Land ist, evangelisch=lutherische Landeskirchen mit finnischem oder schwedischem Gottesdienst gibt es also reichlich. Anders war es in Rußland; dort war die Landeskirche die griechisch=katholische, und die dort zerstreut lebenden Schweden, Finnländer, Norweger und Dänen mußten. wenn sie evangelischen Gottesdienst hören lwollten, in die deutsche Kirche gehen, die es in jeder größeren Stadt Rußlands gab. Daß dadurch die Skandinavier in Städten wie Kiew, Rostow, Charkow, Tiflis usw. in der zweiten Generation zu Deutschen wurden, wenn sie nicht verrußten, sei nebenbei bemerkt. Das war dort die natürliche Entwicklung. Das malerische Wiborg weist ganze Straßenzüge auf, die wie eine mittelalterliche deutsche Stadt anmuten. Auch die Namen waren vermutlich früher deutsch, wie Katharinenstraße, Schwarze Mönchstraße, Wassertorstraße usw. Bis vor einem Jahre waren die Straßenbezeichnungen noch finnisch und schwedisch; das vordringende Finnentum hat aber dafür gesorgt, daß die schwedischen Straßenschilder Anfang des Jahres verschwanden, und der ausländische Tourist, der auf einer Reise zum Imatra=Wasserfall in Wiborg Halt macht, steht vor Straßennamen, die er beim besten Willen nicht entziffern kann, denn die finnische Sprasche hat außer mit der ungarischen keine Verwandtschaft mit irgendeiner europäischen Kultursprache. Auch die Verwandtschaft mit dem Ungarischen beschränkt sich in der Hauptsache lauf den grammatischen Aufbau. Sonst ist die Aehnlichkeit kaum größer als die zwischen der deutschen und russischen Sprache. Dem Deutschen hierzulande ist es infolgedessen außersordentlich schwer, finnisch zu lernen. Besonders in den Städten, die eine zahlreiche schwedisch sprechende Bevölkerung aufweisen. Naturgemäß erlernt er zuerst die seiner Muttersprache verwandte schwedische Sprache; befaßt er sich später mit dem Finnischen und radebrecht auf der Straße oder in den Läden finnisch, so antwortet ihm der Angeredete stets mit dem verbindlichsten Lächein schwedisch, wenn nicht gar deutsch. Helsingfors ist, wie schon eingangs gesagt, keine alte Stadt. Ein Deutscher namens Engels hat in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts den Plan ausgearbeitet, nach welchem die Straßenzüge, die großen Boulevards und die Plätze angelegt wurden. Engels hat auch die prachtvolle Nikolaikirche erbaut. Ihm folgten im Laufe der Jahrzehnte andere Deutsche, die sich Verdienste um Finnland erwarben und hier eine Heimat fanden. Finnländer studierten in Deutschland oder suchten und fanden Ausbildung auf allen möglichen Gebieten. Finnische Gelehrte schrieben ihre Doktorarbeiten oder andere wissenschaftliche Werke in deutscher Sprache. Die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt enger, so daß in den Jahren 1918 und 1919, als die Deutschfreundlichkeit ihren Höhepunkt erreicht hatte, viele Finnländer Deutschland als ihr großes, Finnland als ihr kleines Vaterland bezeichneten. Bekannt ist, daß Finnländer bei Ausbruch des Weltkrieges zu Tausenden zu den deutschen Fahnen eilten, um mit gegen Rußland zu streiten und dadurch auch ihr Vaterland zu befreien. Die finnischen Offiziere, die im Lokstedter Lager ausgebildet worden sind und dem Jägerbataillon Nr. 27 angehört haben, tragen noch heute auf dem Waffenrock ein BronzeSchildchen mit der Prägung„27“. Sie sind hier im Lande die treuesten Freunde Deutschlands. Daß die Deutschfreundlichkeit in den letzten Jahren nachgelassen hat, ist eine Tatsache. Warum sollte sie verschwiegen werden? Gründe sind viele dafür vorhanden; sie aufzuzählen würde zu weit führen. Nur einer sei erwähnt, der gleichermaßen für die Intellektuellen aller Länder gilt, die deutschfreundlich waren: man schüttelt den Kopf darüber, daß Deutschland jedes neue Diktat, jede neue Demütigung hinjnimmt, ohne sich zu wehren, lediglich aus den Erwägungen heraus, eine Ablehnung könne die materielle Lage des deutschen Volkés vielleicht verschlechtern. Dadurch werden die deutschfreundlichen Kreise an Deutschland irre. Man vergißt in Deutschland, daß auch moralische Siege wichtig sind. Wie oft haben Finnländer die Teilnahme an internationalen Kongressen abgelehnt, weil Deutsche nicht zugelassen waren. Nachgerade läßt aber das Interesse für die deutsche Sache aus den geschilderten Gründen nach. Der Auslandsdeutsche merkt die Folge einer Niederlage auf moralischem Gebiet zuerst, der Inlandsdeutsche merkt sie zu spät und läßt sich jedesmal wieder fangen. Sitten und Gebräuche Der Kultus des Todes war bei unseren germanischen Urahnen schon stark entwickelt. Sobald einem Familienmitglied der Tod nahe bevorstand, öffnete man ein Fenster, damit die Seele beim wirklichen Scheiden leicht davon ziehen konnte. Abends wurde bei der Leiche ein Licht angezündet, das bis Schrei Was giltst du noch dem Erdenrund, mein Vaterland? Bist aus der Menschheit Friedensbund verbannt und ausgebrannt! Heißt Hunnenheim, bist Sklavenzwinger, schicksalzerblitzt, ins Netz verfitzt— Verleumdung hat mit schlammigem Finger dich kötbespritzt. Und ringst noch immer todesmatt und rührst dich nicht?, Daß dich die Welt verstoßen hat, das spürst du nicht? Die Waffen hat man dir zerbrochen und dich gezwängt ins Jammerjoch, dich ehrlos obendrein gesprochen— erträgst du's noch? Dich wehren, nein, das kannst du nicht, doch kannst du schrei'n! Zum Urteil, das dich schuldig spricht, ein wütig heulend:„Nein!!" Statt daß dem Streich der Feindestatze du scheu dich fügst, dich feig begnügst, knirsch' in der Welt Verleumderfratze: „Du lügst! Du lügst!“ Walter Bloem. Der hängende Stein Auheln seeber zum Erlöschen niederbrannte, um den bösen Geist zu vertreiben, der die Seele des Verstorbenen zur Hel(unserer Hölle) abholen sollte. Unmittelbar nach dem Tode trat die nächste Verwandte zur Leiche, drückte Mund, Augen und Nase zu und bedeckte den Kopf mit einem Tuche; dann wusch man Haupt und Hände, kämmte die Haare und verkürzte die Nägel. Merkwürdigerweise ließ man die Leiche nie über Nacht im Hause, sondern schaffte sie sogleich hinaus, und zwar nicht etwa durch die Tür, durch die die Lebenden hinausgingen, sondern durch ein in die Wand geschlagenes Loch. Oft mußte mit dem Manne die Frau, mit dem Herrn das Lieblingstier, Roß oder Jagdhund, sterben. Eine unerläßliche Beigabe war ein Stück Geld, gewissermaßen als Eintrittsgeld bei der Gottheit, zu der der Verstorbene kam. Der Grabhügel selber war meist ein Lieblingsplatz der Hinterbliebenen, in der Nähe der Toten überließen sie sich gern dem Gedenken oder erwogen hier wichtige Dinge. Die Ausstattung der französischen Ministerräume. Der Geist des republikanischen Gedankens der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hat in den Arbeitsräumen der französischen Staatsleiter und ihrer Mit= und Unterbeamten ebensowenig eine Heimat gefunden wie in den nach ihrem Muster gebildeten neuzeitlichen Freistaaten. Je nach den Rangstufen steigt oder fällt die Ausstattung der Zimmer, angefangen von Sessel und Schreibtisch bis herab zum Tintenfaß. Der Minister darf sich's auf einem Sanzteizil bequem machen, der, wenn nicht emn „Morisch bemerkenswertes Original aus der besten Zeit französischer Möbeltechnik, so doch wenigstens eine wertvolle Nachbildung ist. Die Chefs der verschiedenen Zweigabteilungen müssen sich schon mit einfacherem Gestühl begnügen, und die Herren der unteren„Bureaus“ sitzen auf Holzstühlen, wie sie in kleineren Restaurants benutzt werden. Dieser Klassifizierung gemäß streckt der Minister seine Füße auf einen echten Perser, für die übrigen Beamten liefern Beauvais und Aubusson erste, zweite und andere Qualitäten, die schließlich nur noch als „Fußdecken“ in den Materialverwaltungslisten geführt werden. Der Minister guckt in einen Jongerahmten großen Spiegel, aber schon die ihm zunächst geordneten Herren vermissen die Güte des Glases und der Fassung, in den„letzten“ Zimmern hängen armselige kleine Scherben, die wahre Zerrbilder zurückwerfen. Die öffentliche Meinung hat diese hierarchischen Zustände natürlich schon vielfach lächerlich gemacht, Gassenlieder und Witzworte sind darauf geprägt. In den Urlaubstagen stieg Doktor Theobald. — reich und gelehrt— in die Berge hinauf und freute sich der kraftvollen, reinen Natur. Nicht die vielbefahrenen Wege der Massen zog er— je stiller und weniger betreten ein Pfad war, desto mehr reizte ihn sein nach Einsamkeit und unverfälschter Ursprünglichkeit sehnsüchtiges Gemüt. So kam er eines Tages über eine breite saftige Almwiese in steilem Anstieg zu einem sonderbaren, ganz an den Fels geschmiegten, von einem riesigen Block überdachten Holzhüttchen, in dem ein gesundes, starkes Ehepaar mit ein paar kräftigen Kindern und den greisen Großeltern hauste. Befangen von dem seltsamen Anblick dieses an die Wand geklebten, ganz von dem überhängenden Stein beherrschten Menschennestes er eine Weile stehen und sah dabei mit wachsender Sorge die Risse und Sprünge zwischen dem gewaltigen Block und der steilaufsteigenden Felswand, mit der er verbunden war. Ihm, dem Gelehrten, sagte der geschärfte Blick des Gebirgskundigen, daß es vielleicht einmal nur einer niedergehenden Lawine, ja, eines kräftigen Regengusses bedurfte, um das Gefüge zwischen Block und Mutterwand so weit zu lockern und zu lösen, daß der viele hundert Zentner schwere Stein aus der Verbindung brach und das armselige Gehöfte zerschmetterte, das sich unter sein schirmendes Dach barg. Je meyr er die Schauer dieser dauernden Gefahr in sein empfängliches Gemüt aufnahm, desto lebhafter fühlte er seine Aufgabe, die Bewohner der gebrechlichen Hütte vor dem ihnen drohenden Unheil zu warnen und sie rechtzeitig zur Flucht zu veranlassen, ehe sie alle die Wucht des niederstürzenden Felsblockes zermalmte. Bei einer Schüssel Milch, die ihm die junge Frau vorsetzte, entwickelte er schonend, aber doch eindringlich seine Meinung. Der prächtige, wetterfeste Mann mit dem stattlichen Vollbart hörte ihn, ruhig neben ihm auf der Bank sitzend, an. Die beiden flachshaarigen Kinder spielten mit traulicher Scheu um das Knie der Mutter. Die greisen Eltern lauschten schier verwundert den ihnen ganz neu und ungewohnt klingenden Worten. Wie er fertig war und hoffte, alle überzeugt zu haben, legte der Hochgebirgsbauer seine feste Hand um die Schulter seiner Frau. „Wir bleiben da,“ sagte er.„Gelt, Gret?“ Sie nickte. Schwarzwälder Uhrer Ob es richtig ist, daß überhaupt die ersten Wanduhren im Schwarzwald entstanden sind, darüber sind sich die Gelehrten noch nicht einig. Sicher ist nur, daß die„freie Kunst“ schon im siebzehnten Jahrhundert dort getrieben wurde. Der Chronist von Gütenbach verweist auf ein Haus, den Glashof zu Waldau, in dem um 1640 die Gebrüder Kreutze die erste Schwarzwälder Uhr hergestellt haben. Eine genaue Nachbildung dieses primitiven, ganz aus Holz hergestellten Zeitmessers, wird im Museum zu Furtwangen aufbewahrt. Nahezu ein Jahrhundert ist dann vergangen, ehe aus der„freien Kunst“. „Was?“ krächzte der Alte mit hoher greisenhafter Stimme.„Unseren Stein sollten wir verlassen, der seit ein paar Jahrhunderten Vater und Großvater und Urgroßvater Schutz gegen Regen und Wind gegeben hat— na, na, der Sünd tät ich mich fürchten.“ „Der Sünd' tät ich mich fürchten,“ murmelte ihm die zahnlose, silberweiße Greisin nach „Aber“... begann der Fremde wieder mit erhöhter Beredsamkeit und stellte ihnen die nahe drohende Gefahr vor. Ja, er ging soweit — weil er wissend und reich war— ihnen anzubieten, daß er die sichere Talwiese drunten für sie ankaufen und ihnen beim Bau eines neuen Heims dort unten behilflich sein wollte. Da schlug der Mann abwehrend mit harter Faust auf den Tisch und Weib und Kinder lehnten sich an ihn. Der Greis aber murmelte lächelnd und schaute mit gläubigem Vertrauen zu dem finsteren drohenden Block empor:„Unser Stein tut uns nix. Gelt, Alter, du tust uns nix?" „Tust uns nix?“ wiederholte das Mütterchen. Schweren Herzens schied der Fremde endlich von den nach seiner Meinung über Jahr und Tag dem Tode Geweihten. Ja, er las den Winter und das Frühjahr über in vielen Zeitungen nach, ob er nichts von dem Unglück fände, das er mit Sicherheit für diese Zeit erwartete. Er fand nichts. Als es Sommer geworden war, trieb ihn Sorge und Neugier wieder in die weltabgeschiedene Gegend. Da sah er— kaum wollte er seinen trauen— daß auf der breiten Wiese, den Neubau empfohlen hatte, der# mächtige Steinblock lag wie ein längst wurzelter kleiner ragender Berg. Oben aber im Sonnenschein stand und hielt ungekränkt die morsche Hütte. Erschüttert stieg er hinauf und gab sich zu kennen. Lachend bot ihm der Bauer die Hand.„Er hat uns nix tan,“ sagte er und schaute stolz auf Weib und Kinder. „nüberg'sprungen is er über uns.“ schmunzelte schmauchend der zittrige Greis. „'nüberg'sprungen über uns,“ wiederholte seine hrummgebeugte Lebensgesponsin und winkte mit magerer, bebender Hand hinunter zu dem Beschützer der Hütte, der noch im Todessprung Treue mit Treue gelohnt... Der Fremde saß stumm und beneidete die einfachen Menschen der Berge um die Kraft ihres unerschütterlichen Vertrauens. ein Gewerbe wurde, und ehe sich dieses Gewerbe von den Nöten des dreißigjährigen Krieges erholte. Ungefähr um das Jahr 1725 trifft man Schwarzwälder Bauern mit der Herstellung von Uhren beschäftigt. Die eigentliche Heimat der heute weltberühmten Industrie lag in jenem waldigen Gebirgsstock, wo von der einen Seite die Wasser nach dem Rhein, von der anderen nach der Donau abfließen. Die geringe wirtschaftliche Ertragfähigkeit dieses Landstriches und die Unteilbarkeit der geschlossenen Bauerngüter haben die jüngeren Söhne und überhaupt alle, die nichts besaßen als ihre Arbeitskraft, dazu gezwungen, sich einem anderen Erwerbsgebiete zuzuwenden. Geschichtliche Ueberlieferung sowie eine gewisse natürliche Begabung verwiesen auf die Uhrmacherei. Die Wälder lieferten das beste Holz für Gehäuse und Getriebe. Solange nun noch die ältesten, die sogenannten Jockelesuhren Absatz fanden, fertigte der Schwarzwälder in Gemeinschaft mit Frau und Kindern, die das Zifferblatt ausmalten, eine Uhr in allen Teilen selbst an. Gerade diese Uhren waren es, die den Ruf der Schwarzwälder Industrie so fest begründeten. Zu Großväters Zeiten war eine solche Uhr der Stolz der Familie. Als dann die Metalluhren aufkamen, und die biederen Jockeles verdrängten, bereitete sich allgemach eine Teilung der Arbeit vor und in weiterer Folge der Uebergang von der Hausindustrie zum Fabrikund Großbetrieb. Das Hausgewerbe begann zu zerbröckeln, und die einst selbständigen Hersteller einer Uhr wurden Lohnarbeiter, die für die größeren Betriebe Uhren zusammensetzten oder einzelne Teile anfertigten. Dabei sind Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen beschäftigt. Diese Wandlung ist wohl mitbedingt und beschleunigt worden durch die Formen, die der Absatz der Erzeugnisse mit der Zeit schließlich angenommen hat. Dereinst wurde dem Grundsatze nachgesebt „im Winter an der Werkbank. im Sommer auf der Reise.“ Wer nicht selbst hinausziehen konnte, seine Uhren in einer Kiepe aufzubuckeln, in der Rechten den derben Wanderstecken, der vertraute das Ergebnis der Winterarbeit einem Händler an. Treue und rodliche Gesellen sollen diese ersten Uhrenhändler gewesen sein. Bald aber schob sich ein neues Glied zwischen Arbeit und Absatz: die Pacher oder Spediteure, meist Krämer oder Wirte, die den Versand an die in der Fremde weilenden Händler besorgten und die Uhrmacher mit Nahrungsmittein versahen, wenn das Geld von den Händlern zu lange auf sich warten ließ. Das brachte eine völlige Umwandlung der wirtschaftlichen Verhältnisse mit sich. Bei der Auszahlung in Waren hatten die Uhrmacher stets mit Verlust zu rechnen. Auch wurde es üblich, daß sich am Zahltag die ganze Familie des Uhrmachers beim„Speditor“ einzufinden hatte und eine große Zeche machen mußte. Jetzt sind im Schwarzwald eine Reihe von Fabriken im Gange, die einige Tausend Personen beschäftigen. Dazu kommen zahlreiche männliche und weibliche Heimarbeiter. Dazu kommen eine Anzahl Nebenbetriebe, zum Beispiel die Formereien und Gießereien, in denen die metallenen Uhrrahmen hergestellt werden. Der Schildmacher schneidet mit einer Bogensäge aus Tannenholzbrettchen die Schilder aus, er überzieht sie mit Leim, mit einer dreifachen Lage von Gips und mit einer Deckfarbe. Er besitzt etwa 10 bis 15 Muster einer primitiven Malerei. Mit der Uhrenindustrie in engster Beziehung steht auch die im Schwarzwald auf eine besanders hohe Stufe der Vollendung gelangte Holze schnitzerei. Die metallenen Uhrteise und=teilchen werden durchweg fabrikmäßig mittels sinnreich erdachter Spezialmaschinen gefertigt. Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen empfangen von den Fabriken einzelne Teile, um sie weiter zu verarbeiten. Zu Hause gehts dann an die Arbeit. Mittels einer Schablone oder nach einer Musteruhr werden an den Gestellen die Löcher für die Trieblager eingezeichnet, die kleinen Lagerbüchsen eingebaut und die Räder und Triebteile zum Uhtwerk zusammengesetzt. Auch heute ist jeder Schwarzwälder Uhrmacher nur auf eine, höchstens auf zwei Uhrenforten eingearbeitet.