#ä# E* Gonn S2a 5 78 □ * Sans B-83 9 9 30 S590. *** a 08 un gSAEGE S SspFRE ##— S 5 5 se- SSpgs S- SSgL.E SE.UTGT S##e □ 77.— 5 70 5 6 ri S 9 * S 0 #— Ga|E S 2 8889 K 95 RSSBSSSgESS ToYEfSnà! 228 — Weltmeisterin Helene Nayer zum ersten Male seit langer Zeit besiegt. Helene Mayer(rechts) mit ihrer Ueberwinderin der Engländerin Gwen Neligan. Die deutsche Fechtweltmeisterin Helene Mayer mußte in London zum ersten Male seit langer Zeit eine Niederlage einstecken. Die Engländerin Gwen Neligan besiegte die junge Deutsche, die von der Reise noch stark ermüdet war. Große Wäsche für kleine Leutelletr. Unsere Kleinen verlangen häufigen Wechsel der Wäsche! Die ganz Kleinen mit ihrer zarten Haut sind in dieser Hinsicht besonders empfindlich. Niemals dürfen solche Waschmittel benützt werden, die Alkalien enthalten, sie setzen sich in den Poren des Gewebes fest und verursachen schmerzhaftes Jucken. Also nur milde Waschmittel benützen! Windeln müssen stets sofort in klarem Wasser ausgewaschen werden, dann können sie eingeweicht eine Weile stehen bleiben bis zur eigentlichen Wäsche. Nach dem Kochen noch einmal mit kochendem Wasser brühen, dann mehrere Male gründlich spülen. Windeln, sollen nicht geplättet, nur weich gerollt werden, vorteilhaft mit einer Handrolle. Die Wäsche des Kleinkindes nach kurzem Einweichen je nach ihrer Beschaffenheit in milder Seifenlösung auswaschen oder kochen, falls der Stoff dies zuläßt. Wichtig ist bei aller Kinderwäsche gründliches, wiederholtes Spülen— es dürfen keine Seifenreste mehr darin sein. Im Winter sind die sogenannten Zimmertrockner praktisch— doch achte man auf frische Luft. Das Blauen der Kinderwäsche ist unbedingt zu vermeiden! Nicht fortlegen bezw. in Gebrauch nehmen, ehe die Wäsche nicht vollständig trocken ist. Die Wäsche des Säualings und des Kleinkindes sollte für sich, jedenfalls nicht mit Wäsche älterer Leute zusammen gewaschen werden. Erika Bu. heit, die gerade in unserer Zeit des Hetztempos gut tun. Und das besonders Befriedigende: diesen erhebenden Ausgleich zum allzu heftigen Pulsschlag unserer Zeit haben wir uns selbst geschaffen, nachempfindend mit erzeugt. Elsa Schwahn. Das Inventar der Hausfrau In einems gut geführten größeren Haushalt ein Verzeichnis aller Wäschestücke, Kleider, Gebrauchsgegenstände, Bestecke usw. niemals fehlen. Die Hausfrau kann nur auf diese Weise über ihren Besitz eine stete Kontrolle ausüben, indem sie mit einem einzigen Blick das Vorhandene fei#tellt. Im Kleider=, als auch im Wäscheschrank, im Büfett und in allen sonstigen großen Schubladen der Wohnung wird mit Reißzwecken ein derartiges Verzeichnis angeheftet. Es ist nicht schwer, das Verzeichnis anzulegen. Zuerst werden alle Gegenstände, die in dem betreffenden Schrank untergebracht sind, untereinander geschrieben, dann wird jede Zeile mit der entsprechenden Zahl ausgefüllt. Eine solche„Inventur“ sollte jedes Viertel=, mindestens aber jedes halbe Jahr stattfinden. Die Hausfrau ersieht dann leicht, wieviel Wäschestücke, Kochgeschirr, Kleinigkeiten usw. in diesem Zeitraum ausrangiert bezw. neu angeschafft werden mußten. Auf diese Weise lernt sie aus der Statistik heraus erkennen, was lange brauchbar bleibt und was nicht. Auch im Falle einer Erkrankung, eines Wohnungswechsels oder gar eines Todesfalles ist ein solches Verzeichnis vorteilhaft. Selbst in einem kleinen Haushalt, wo sich nur wenige Gegenstände befinden, die dann um so mehr dem ständigen Gebrauch und daher auch dem Wechsel unterworfen sind, ist ein solches Inventar wichtig. Auch bei einem Umzug ist es von Wichtigkeit, jede gepackte Kiste mit einem Zettel zu versehen. auf dem die darin enthaltenen Gegenstände aufgeschrieben stehen. Sowohl beim Auspacken als auch beim Einräumen wird man die wohltuende Wirkung dieses ordnungsmäßigen Verfahrens verspüren. St. Rodof. Von der Wahrheit Wahrheit ist nicht immer Mut, sie ist oft eine Flucht.vor der Schwere eines drückenden Geheimnisses. * Es gibt einen Wahrheitsfanatismus, der alles niederreißt, was noch soeben im Aufbau begriffen war. * Ein innerlich wahrhaftiger Mensch bleibt vor vielem bewahrt, weil ihn das Bewußtsein, eine begangene Schuld einzugestehen, vor ihrer Ausübung zurückhält. Pfesser, meckt.— Zuletzt wird das Gericht mit Ingwer und Maggi's Würze abgeschmeck Salzkartoffeln dazu reichen. Ragout von Wildkaninchen.(Für 4 Personen, 1¼ Stunde.) Zutaten: 1 Wildkaninchen, 2 Eßlöffel Weizenmehl, 50 g Schweinefett, Salz, 3 Tomaten, 1 kleine Zwiebel, 2 große Steinpilze, 1 Messerspitze Pfeffer, 10 Tropfen Maggi's Würze. Zubereitung: Das sauber vorgerichtete Kaninchen wird in schöne Stücke zerlegt, diese in Mehl gewendet und in dem Fett braun angebraten. Dann streut man Salz darüber, gibt die abgezogenen Tomaten, die feingehackte Zwiebel und wenig Wasser hinzu und läßt das Fleisch langsam garschmoren. Zuletzt kommen die kleingeschnittenen Steinpilze hinein, die man 10 Minuten ziehen läßt, schmeckt dann das Gericht, dessen Soße recht kurz eingeschmort sein soll, mit etwas Pfeffer ab und verbessert es mit Maggi's Würze. Aus dem Engen und Welten Dienst und Liebe. Allerlei aus Aepfeln Der diesjährige Herbst hat uns einen ganz besonders reichen Apfelsegen beschert. Nachstehend aus der Fülle der Verwendungsmöglichkeiten dieser köstlichen Frucht einige ausprobierte Rezepte. Apfelblechkuchen ohne Hefe. Zutaten: 1 Ei, ½ Pfd. Butter, 1 Tasse Milch oder Wasser, 1 Messerspitze Hirschhornsalz 625 Gramm Mehl, 2—3 Löffel Zucker, 4—5 Pfd. Aepfel. Die Aepfel am Abend vorher schnippeln und einzuckern. Aus den angegebenen Zutaten einen Teig mengen, ausrollen, die Hälfte auf ein eingefettetes Backblech tun, dann die abgetropften Aepfel darauf legen, über die Aenfel wieder eine Lage Teig geben, im Ofen hellbraun backen. Nach dem Backen erhält der Kuchen einen Zuckerguß. Apfelpudding. Zutaten: 1 Pfd. geschälte Aepfel, 3/4 Liter Wasser, 2—3 Eßlöffel Zitronensaft, ¼ Pfd. Zucker, 6 Blatt rosa Gelatine. Die Aepfel gar schmoren, Zucker, Zitronensaft, Gelatine hinzufügen, in eine ausgespülte Glasschale tun. Sehr gut mit Vanillesauce oder Schlagsahne. Apfelschnee. Aus vier Eiweiß wird mit 100 g Zucker ein steifer Schnee geschlagen, dann werden 1 Pfd. angesüßtes Apfelmus und 2—3 Eßlöffel Zitronensaft hinzugetan. Das Ganze kann man mit Gelee oder eingemachten Früchten verzieren. H. R. Feldmarschalleutnant Victor befehligte die und K. Festung Peterwardein. Er war ein strammer Soldat und oft ein barscher, immer ein gefürchteter Vorgesetzter. Aber ab und zu brauchte er seines zerschossenen Beines wegen eine Badereise. Dann übernahm Oberstleutnant von Klapka das Kommando der Festung. Wenn der Feldmarschalleutnant zurückkehrte, wurde er von der ganzen Garnison in Paradeaufstellung empfangen. Dabei fragte Victor einmal den Oberstleutnant, ob sich etwas im Bestandd der Garnison während seiner Abwesenheit geändert hätte.„Niahts, Exzellenz“, die Antwort,„nur meinen Adjutanten ich verloren.“— Der Feldmarschall war richtig erschrocken:„Was?“ fragte er.„Ist er gestorben?“—„O nein, Exzellenz“, sagte der Oberstleutnant.„Aber er hatte eine Liebschaft mit der Tochter eines anderen Platzoffiziers. Das ergab denn doch Schwierigkeiten. Da bin ich um seine Versetzung eingekommen. Das Generalkommando hat denn auch eingewilligt, und mein neuer Adjutant...“— Aber die Stirnader des Feldmarschalls war schon bedeutend angeschwollen:„Was ist das?“ schrie er so laut, daß auch die jüngeren Offiziere ihn verstanden, die denn auch bald, soweit es Dienst und Respekt erlaubten, behaglich feirten.„Der Hffizier hat hier seinen Dienst zu tun. Danach ist er zu beurteilen, und ich werde ihm schon auf die Finger gucken. Auf seine Tochter mag der Vater aufnassen. Wenn man mich—“ und ein leises Lächeln sehr angenehmer Erinnerungen ging über sein Gesicht—„wenn man mich, als ich Leutnant war, wegen jeder Liebschaft hätte versetzen wollen, ich wäre nirgends auch nur acht Tage geblieben. E. E. Pauls. □— Erprobte Rezepte Brotsuppe. Ein gehäufter Suppenteller altbackenes, gut gedörrtes Brot, eine Obertasse geputzte, gewaschene, in Scheiben geschnittene Zwiebeln, ein halber Kaffeelöffel mit dem Wiegemesser recht klein gehackter Kümmel werden zusammen in zwei Liter kaltes Wasser getan und bei öfterem Umrühren langsam zum Kochen gebracht. Wenn die Brotstückchen sich vollständig aufgelöst haben und mit den Zwiebeln ganz zerkocht sind, gebe man einen Teelöffel Maggi's Würze und nach Geschmack Salz darunter, nebst einem Eßlöffel Butter oder zwei Löffeln Oel.— Diese sehr gesunde Suppe — auch für die Verdauung von großem Wert — ist außerordentlich wohlschmeckend. Neue Hausmannskost.(Für 4 Personen, 1½ Stunde.) Zutaten: 250 g Schweinebauch, 250 g schieres Rindfleisch, 50 g Schweinefett, 500 g gelber Speisekürbis, 1 kleine Knolle Sellerie, Zwiebel, Salz, Pfeffer, 1 Messerspitze gemahlener Ingwer, 10 Tropfen Maggi's Würze. Zubereitung: Schweinebauch und Rindfleisch werden in Würfel geschnitten und in dem Schweinefett braun angebraten. Dann gibt man den gleichfalls in Würfel geschnittenen Kürbis und Sellerie hinzu, reibt die Zwiebel hinein, salzt nach Geschmack und läßt alles 1 Stunde langsam schmoren. Da der Kürbis sehr wasserhaltig ist, muß man mit Wasserzugabe sehr vorsichtig England hat eine neue„Babyfliegerin". Fräulein Peggy Salaman, eine 19jährige englische Fliegerin, ist jetzt der Stolz Englands. In Rekordzeit hat sie den Flug London=Kairo=Kapstadt zurückgelegt und erfreut sich dafür ebenso wie Amy Johnson des zärtlichen Beinamens „Babyfliegerin“. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlaa: V. A. Santz, Altena. S S 1 S GRES S 9 □ C 65 67 S#SE S·SHS T * * — — Praden Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 43 Altena, den 10. November 1931 Gehören Eheleute auch gesellschaftlich zusammen? Die jungen Leute sind nun verheiratet!— Im allgemeinen ist und war es üblich, durch Besuche und sich daran knüpfende Einladungen dem jeweiligen Ehepartner die Möglichkeit zu geben, den Kreis des anderen kennen zu lernen. Das ging in fünfzig Fällen gut, in anderen fünfzig Fällen übel aus. Denn— bei allen menschlichen, geistigen und sonstwelchen Qualitäten— es passen nicht alle Menschen zu allen. Und manch eine gute, herzliche und anregende Freundschaft ist schon in die Brüche gegangen, weil die angeheirateten Männer und Frauen nicht zueinander stimmten. Zuweilen laufen solche wertvollen menschlichen Bindungen nach einer störenden Eheschließung noch ein Weilchen im konventionellen Fahrmesser, um dann zu veröden, zu versacken, einzuschlafen. Muß das sein? Sind wir wirklich noch nicht so weit, daß wir uns bei unseren gesellschaftlichen Dispositionen unabhängig machen können von den privaten Bindungen unserer Freunde? Gehören Eheleute bei allen gesellschaftlichen Veranstaltungen zusammen? Ist es wirklich solch ein Verbrechen, wenn der Mann ohne die Frau, die Frau ohne den Mann eingeladen wird oder Einladungen Folge leistet? Sind wir wirklich noch nicht großzügig genug, um unseren Freunden die Entscheidung über diese Dinge selbst zuzugestehen, ihnen den notwendigen Takt, die erforderliche Delikatesse zuzutrauen, von Fall zu Fall sachlich zu entschließen? Einige praktische Beispiele: Einer der Ehegatten verfolgt ausgesprochene Interessen auf i gendwelchen Gebieten, die der dazugehörige Mann oder die Frau nicht teilen, wenigstens nicht in dem Maße, daß verschiedene Abende einer Saison gern dafür geopfert werden können. Was soll nun geschehen? Soll der eine von beiden seine Passionen vernachlässigen, den Kreis gleich eingestellter Menschen verlieren, oder soll der andere verdammt sein. mitzumachen, sich zu langweilen, in den entspr enden Gesellschaften den Außenseiter und Unbeteiligten zu spielen? Oder— einer der Eheaatten ist beruflich besonders stark in Anspruch genommen oder mußauf eine geschwächte Gesundheit Rücksicht nehmen. Muß der andere darum zum Einsiedler werden, sich gleichfalls zurückziehen? meine, eine Geselligkeit, die nicht auf dem Boden des Konventinonellen. der Opportunität steht, die lediglich freundschaftliche Grundlage hat, müßte menschlich so hoch stehen, daß sie ihren Gliedern keine Fesseln auferlegt, nur weil sie verheiratet sind. Schließlich ist die Ehe, die zwei miteinander führen, eine Angelegenheit, die sie allein angeht. Es dürfen aus ihr keine Berechtigungen zu gesellschaftlichen Zwangsmaßnahmen abgeleitet werden. Der goldene Boden jeder Freundschaft ist ja die freie Wahl, die ihr zugrunde liegt und die ihr den Vorzug vor manch einer familiären Bindung gibt. Und nur dann wird die frendschaftliche Idee einer menschlich hochstehenden Geselligkeit gepflegt werden können, wenn man ihr diesen Grundsatz einer freien We' vewährleistet. Ruth Köhler=Irrgang. Die Frauen und der Humor Die Frau, die so viel natürliche Anlagen und Gaben besitzt, die in der Malerei, in der Skulptur, in der Literatur und Musik persönlichen r.: endgültigen Ausdruck ihrer Wünsche findet, hat noch niemals in der Erfüllung eines Motivs, das zum Lachen reizt, Erfolg gehabt.— Eine wahre Schönheitskönigin. Maria Amparo Obregon y Corral, eine junge mexikanische Dame, wurde zur „Königin von Churubusco“ gewählt, d. h. zur schönsten Frau Mexikos erklärt. Der Leser wird dem mexikanischen Preisgericht zugestehen, daß es bei seiner Wahl Geschmack bewiesen hat. Frauen als Humoristen sind ein außergewöhnlicher Typus im Kreise der Maler, die das Lachen oder Lächeln der Mitmenschen darstellen. Die Frau kann in allen literarischen Genres, sie seien noch so frei und verlangen noch so viel Geist, Hervorragendes leisten. Aber sie hat nie eine humoristische Satire geschrieben. Sie kann Blumen und Vögel zeichnen, Fächer und Wandschirme bemalen, ferner Bonbonschachteln mit einer natürlichen, sogar beängstigenden Leichtigkeit dekorieren, sie kann mit der größten Virtuosität Rosen auf Seide sticken, aber in der Karikatur wird sie immer Mißerfolg haben. Die wenigen Ausnahmen, die sich hervorgetan haben, bestätigen nur die Regel. Eine alte Erscheinung mag überraschend klingen, denn theoretisch scheint ja die Frau alle Eigenschaften dafür zu besitzen, denn sie beherrscht von Natur alle Abarten des Spottes. Sie hat einen sehr lebhaften Sinn für die physischen Lächerlichkeiten ihrer lieben Mitmenschen. Sie besitzt eine scharfe Beobachtungsgabe, ihr Auge ist unbarmherziger als das des Mannes. Sie ist kleinlicher. Warum ist sie nur im allgemeinen unfähig, das Komische darzustellen, all diese Fähigkeiten zur Geltung zu bringen? Wie kommt es, daß sie, die sich die ewige Sklavin des Mannes zu nennen beliebte und es wohl zum Teil noch ist, niemals versucht hat, aggressiv zu werden, indem sie sich in ihren Werken der Pfeile des Humors bedient, der doch die Revanche des Untergeordneten gegenüber dem Ueberlegenen, dem Stärkeren ist? Es fehlt der Frau vielleicht die nach Logik strebende Leidenschaft, die zuweilen das Lachen hervorruft, indem sie die Wirklichkeit bis zum Absurden führt. Man kann übrigens für diese scheinbare Anomalie auch sehr schmeichelhafte Erklärungen finden. Der Sinn für das Komische verlangt einen völligen Mangel an Gemüt und Herz. Es gibt sicherlich manche Frau, die Sinn für Humor hat und auch die Gabe, ihn auf der Bühne darzustellen, aber die wenigsten entschlossen sich, von dieser Gabe Gebrauch zu machen. Es gehört eine große Geistesstärke dazu, oder auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der Meinung der Welt. Auch im Privatleben muß sich die Frau, die dafür Veranlagung hat, viel Beschränkungen auferlegen, denn sie wird leicht mißverstanden, oder nicht ernst genommen werden. Sie begibt sich dadurch freiwillig ihres natürlichen, weiblichen Anmuts und Würde, vielleicht auch ihres Einflusses, wenn sie den „Clown“ spielt. Sie wird auch vielleicht die Brutalität und die Härte peinlich empfinden, sie flößt ihr eine gewisse nervöse Angst ein. Die Kunst der Karikatur hat etwas Teuflisches an sich. Andererseits wirkt das Lachen oft befreiend. Wenn zuweilen in einer Gesellschaft durch eine Taktlosigkeit die Harmonie momentan gestört ist, braucht nur einer der Teilnehmer laut aufzulachen und die allgemeine peinliche Spannung ist gelöst. Der Humor und das Lachen erhalten die Gesundheit. Das sollte den Frauen besonders als Leitwort dienen. Die Mutter unseres Altmeisters Goethe war eine ungewöhnlich strenge Frau, die sich an der Seite ihres pedantischen gestrengen Eheherrn ihren köstlichen Humor und ihre Frohnatur ois ans Ende ihrer Tage bewahrt hat. Sie besaß so viel Humor, daß sie, dem Verscheiden nahe, noch zu einem Kaffeekränzchen eingeladen wurde, sagen ließ:„Ich bedauere, nicht kommen zu können, da ich alleweil sterben muß.“ Olga Ebstein. —..— Kinder sind kein Spielzeug Ein alter erfahrener Kinderarzt, der sein Amt als Haucarzt und Berater ernst und heilig nimmt, sagt mir, wie schwer es ihm oft werde, bei jungen Eltern für diese Mahnung Verständnis zu finden. Und nicht nur bei den Eliern — noch weniger bei den Großeltern urd Tanten. Sie bringen in gut gemeinter, aber ganz falsch angebrachter Liebe und Vergötterung die größte Gefahr für die so notwendige rubige geistige und horperliche Entwicklung der Kinder. Tis Erstgeborene besonders gilt als kleines Wunder und wird noch nachdrücklich dazu gestempelt, um als Schaustück den Besuchern Fräsentiert zu werden. Allerlei niedliche, angelernte Mätzchen soll der Familienstolz zur Ergötzung der lieben Verwandten vorführen wie ein dressiertes drolliges Tierchen. Lassen wir doch das Kind in seiner eigenen Welt, die viel schöner und natürlicher ist als die unsrige. Das Kind ist Selbstzweck, nicht Unterhaltungsobjekt für die Erwachsenen, die Leiter und Führer, aber nicht Dresseure sein sollen. Wir sind für das Kind da, nicht das Kind für uns und unsere Eitelkeit. Viel besser ist, es im Spiel sich selbst zu überlassen statt sich allzuviel mit ihm zu beschäftigen, denn nur so kann es den Reichtum seiner Einbildungskraft entfalten und spielen lernen als Vorbereitung auf das spätere Arbeiten. Aufgeregte Nerven und trauriges Altklugsein, ein gewisser Mangel an Selbständigkeit und vielleicht auch an natürlicher Offenheit sind die Folgen der allzu intensiven Beschäftigung mit dem kleinen Geschöpf. Die ihm eingetrichterten Gedichte, komischen Sprüche und Redensarten bringen ihm durchaus keinen Gewinn, sie belasten den Geist nur unnötig. Geht es einmal ans Lernen in der Schule, so versagen diese gescheiten frühreifen Kinder meist zur großen Enttäuschung der Eltern. In kinderreichen Familien fallen diese Gefahren weg: da wachsen die Sprößlinge— scheinbar ohne Beihilfe der viel geplagten Eltern— in gegenseitigem Erziehen frisch und natürlich auf und werden durchweg tüchtige Menschen. Der Erwachsene mit seinen von Konvention und Sitte verbildeten Anschauunlgen taugt leider in den seltensten Fällen zum Spielgefährten. Kind muß zum Kind. Laßt es lieber sich balgen, statt aus ihm ein Pinochen — oder sagen wir gleich— einen Hampelmann zu machen, den man nach Belieben aufziehen sann. Eugenie Witt. Das Mädchen mit der Flasche Size von Ernst Herbert Petri Margots ein wenig verrückte Geschichte begann mit einer ganz nüchternen und durchaus ernst zu nehmenden Statistik. Die geriet dem jungen Mädchen beim Kramen in der väterlichen Bücherei in die Finger. Da stand nun zu lesen, daß es in Deutschland 575 261 ledige weibliche Personen im Alter von 22 Jahren gab. Die 1 war wahre scheinlich Margot selbst. An sich wäre dieses Heer von jungen Mädchen sehr erfreulich gewesen, hätte die Wißbegierige nicht aus der gleichen Statistik erfahren, daß es nur 265 654 ledige Jünglinge im dazu passenden Alter von 27 Jahren gab. An Hand dieser Tatsachen kam Margot zu dem etwas kühnen Schluß, daß nur jedes zweite Mädchen den auch heute noch ersehnten Mann finden könnte. Diese Entdeckung betrübte sie. Denn Margot spann den Gedanken weiter. Die leider im Preise gestiegenen Jünglinge richteten sicher bei der Wahl ihr Augenmerk auf das Vermögen. Also blieben die unbemittelten Mädchen sitzen. Diese Tatsache, zu deren Erkenntnis Margot auch ohne den Umweg über die Statistik hätte gelangen können, mußte das junge Mädchen eigentlich kalt lassen. Denn Margott war alles andere denn arm. Aber die Entdeckung bereitete ihr trotzdem Kummer, denn bei aller Nüchternheit ihrer Anschauungen war Margot doch noch so romantisch, nur um ihrer selbst und nicht um ihres Geldes willen geheiratet zu werden. Sie hatte eben in ihrer Backfischzeit den Fehler beganzen, Liebesromane zu lesen. Nun fürchtete sie sich vor der Ehe, die sie gleichzeitig ersehnte. Sie wollte plötzlich nichts mehr von den Männern wissen, denn in jedem, der sich ihr näherte, sah sie den Mitgiftjäger. Und darüber geriet sie nachgerade in gelinde Verzweiflung. Was tun? Eines schönen Herbsttages ging Margot in ihrer Ratlosigkeit am Fluß spazieren. Sie wollte sich nicht etwa ertränken. Nein. sie hatte vielmehr das Gefühl, als müßte ihr jetzt ein Jüngling begegnen, sie ansehen, sie lieben, ohne zu wissen, wer sie war. Wahrscheinlich spukte in ihrem Hirn noch das eine oder andere Kindermärchen. Natürlich stellte sich der junge Mann nicht ein. Aber unwillkürlich blieb Margot am Ufer stehen und sah auf den trüben Fluß, der alle möglichen Dinge im wirbelnden Tanz seiner Wellen mit sich führte: welke Blumen, Zweige, eine tote Katze, herbstmüde Blätter. Ganz unvermittelt hate Margot dann den großen Einfall. Konnte sie nicht auch dem Fluß einen Gruß anvertrauen, damit er ihn hinaustrug in die Welt? Ja natürlich! Sicher war es eine besondere Fügung des Schicksals newesen, die sie heute hier an den Fluß getrieben hatte. So kam es, daß Margot zu Hause auf einen Umschlag schrieb:„Diesen Brief soll nur derjenige öffnen, der sich nach einem liebenden Frauenherzen sehnt und dem nichs an Geld gelegen ist. Jeder andere, der ihn findet, wird herzlichst gebeten, ihn ungeöffnet wieder in die Flasche zu stecken und diese nochmals dem Fluß anzuvertrauen.“ Margot war in weihevoller Stimmung, als sie ihren Hilferuf an die selbstlose Männlichkeit langs der beiden Flußufer in die trübe Flut gleiten ließ. Dann ging sie aufs Postamt und bat um eine Postlagerkarte. Es dauerte eine Woche, bis der von ihr so sehnsüchtig erwartete Brief eintraf. Er war aus einer Stadt zweihundert Kilometer weiter flußabwärts:„Ein gütiges Schicksal hat die Flasche mit Ihrem Brief und Lichtbild einer verwandten Seele zugetragen. Auch ich frage nichts nach dem Besitz. Für mich gibt nur das Herz den Ausschlag. Sie vertrauten Ihr Schicksal den Wellen an. Soll ich in Zukunft das Glück haben, über ihm wachen zu dürfen?“ „Ja“, hätte Margot am liebsten sofort geantwortet. Doch dann faßte sie den Entschluß, sich die verwandte Seele vorsichtshalber zunächst anzusehen. So trafen sich die beiden. Er war nicht übel, Sportsmann, sah schneidig aus und hatte die Flasche beim letzten Rudern gefunden. Seiner Aussage nach sicherte ihm das väterliche Geschäft, das er vor einem Jahr übernommen hatte, ein gutes Auskommen, wenn auch nicht von luxuriösem Leben die Rede sein konnte. Sie wollte ihm sagen, sie hätte ein wenig Vermögen, aber er schnitt ihr die Rede im Munde ab:„Ich würde Sie nehmen, wenn Sie auch nicht einen Pfennig mitbrächten.“ Also war Margot glücklich. So hatte es das Schicksal doch noch gut gemeint mit ihr, dem armen reichen Mädchen. Sie freute sich auf den Augenblick, da sie nach der Hochzeit ihrem Max, dem Flaschenfinder, die große Ueberraschung bereiten konnte:„Du glaubtest, ein armes Mädchen genommen zu haben, und nun...“ Was er wohl sagen würde? Es kam so, wie Margot es sich ausgemalt hatte. Es war ausgemacht worden, daß die Hochzeitsreise den bescheidenen Verhältnissen des jungen Paares entsprechend keine großer Kosten verursachen durfte. Ein paar Tage Aufenthalt in einem kleinen Winterkurort sollten genügen. Nun waren erst dreimal vierundzwanzig Stunden verstrichen, und die beiden saßen in ihrem bescheidenen Hotelzimmerchen, hielten sich eng umschlungen. Da sagte Margot:„Liebster, ich habe Tir ein Geständnis zu machen: Ich besitze vie Geld. Du solltest es nicht wissen, weil ich aus Liebe geheiratet werden wollte. Nun aber, da ich weiß, daß Du mich nur um meiner selbst willen genommen hast, wollen wir unsere Hochzeitsreise nach Herzenslust genießen und uns alles gönnen. Und wenn wir zurück kehren werden wir daheim die Wohnung finden, die unseren Verhältnissen entspricht.“ Max war anscheinend sprachlos.„Margot", stammelte er schließlich,„ist das wirklich alles wahr?“—„Ja“, sagte sie und ließ sich von ihm umarmen. Doch dann wurde er plötzlich nachdenklich. „Was hast Du nur, Liebster?“ fragte sie besorat. Er wollte zuerst nicht sprechen. Dann meinte er zögernd:„Ach, daß ich Dir nicht auch so eine Ueberraschungk bereiten kann! Aber was ich Dir gestehen muß, ist für mich nur beschämend: Ich habe Schulden.“ Da lachte sie:„Max, das braucht Dir doch keine Sorgen zu machen! Sobald wir nach Hause kommen, bezahle ich alles.“ Dementsprechend war auch der Verlauf dieser seligen Hochzeitsreise.— Sechs Wochen später blätterte Margot der Neugier halber in dem Stapel unbezahlter Rechnungen, die ihr Max vertrauensvoll zur Begleichung übergeben hatte. Alles harmlose Dinge: Anzüge, Zigarren, Wein, Autoreparaturen und ähnliches. Nur bei einer Rechnung stutzte Margot. Die war von einem Detektivbüro: Für die Ermittlung des Namens einer Unbekannten an Hand eines Lichtbildes und für Auskunft über die Vermögensverhältnisse des betreffenden Fräulein Margot Hufendiek 225 Mark. Zuerst wollte Margot sich scheiden lassen. Doch dann bezahlte sie die Rechnung schweigend. Sie war eben trotz mancher romantischen Ideen eine kluge Friu, die jedes Aufsehen scheute. Soll man Dolmetscherin werden? Frauen, welche die eine oder andere Sprache geläufig sprechen, ziehen wohl den Beruf einer Dolmetscherin in Frage, ohne eine deutliche Vorstellung von den Ansprüchen zu haben, die an eine solche gestellt werden. Irgend jemand hat ihnen von der Möglichkeit staatlicher Anstellung gesprochen, auch von einer vorschriftsmäßigen Ausbildung, die Hierzggitehrgie nicht das waren schlecht inforprtereauspaßn der im wußten, daß die ehematige. Laufo=gojmezecher auswärtigen Dienst beschäftigten — sie setzte das Referendariat und drei Sprachexamina am Orientalischen Seminar der Universität Berlin voraus— längst aufgehoben ist. Allerdings gibt es im Sprachendienst des„Auswärtigen Amtes“ Dolmetscher, und zwar solche in amtlichem und außeramtlichem Verhältnis; aber auch die ersteren sind nicht Beamte, sondern wissenschaftliche Hilfsarbeiter, die nach Vergütungsgruppe X bezahlt werden und als jederzeit kündbare Angestellte ihre Tätigkeit ausüben. Die zweite Kategorie wird überhaupt nur von Fall zu Fall in Anspruch genommen bei Konferenzen, Völkerbundtagungen und ähnlichen Anlässen. Die in Betracht kommenden Personen werden zum Teil einzeln sprachlich und sachlich für ihre besonderen Aufgaben geschult. Etwa 30 Dolmetscher dieser Art stehen zur Zeit dem Auswärtigen Amt zur Verfügung, außerdem werden als„wissenschaftliche Hilfsarbeiter“ zwei Männer und eine Frau beschäftigt. Der Bedarf ist eben außerordentlich gering, und entsprechend gering sind auch die Aussichten, anzukommen, besonders für weibliche Bewerber. Eine stagziiche Anstellung als Tolmetscherin“Verwendung auf haupt nicht in Frage, eine##t##r diesem Gebiete kaum.— Wo werden Kräfte sonst noch gebraucht? Bei den Geri ten, in manchen ausländischen Reisebücos, endlich in großen Geschäften mit regem Fremdenverbehe. Die Führerin der Theosophen im Sterben. Anni Besant, die 86jährige Führerin der theosophischen Bewegung, liegt im Sterben. Unter dem Eindruck der indischen Geheimlehren hatte sie gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die theosophische Bewegung ins Leben gerufen und zahlreiche Mitglieder in allen Teilen der Welt geworben. Sie war es auch, die den jungen Inder Krishnamurti zum Apostel weihte und als den wiedergekehrten Heiland bezeichnete. Im allgemeinen ist der Bedarf gering, und die Neigung, besondere Dolmetscher anzustellen, erst recht. Beim Gericht begnügt man sich damit, von Fall zu Fall die vorgemerkten und ein für allemal vereidigten Personen in Anspruch zu nehmen, die also nur auf gelegentliche Nebeneinnahmen rechnen können. Die anderen Anstellungsmöglichkeiten kommen ohne Fachausbildung nicht in Frage; Sprachkenntnisse allein genügen nicht, selbst wenn man, was von einer Dolmetscherin ohne weiteres erwartet wird, drei bis vier Sprachen beherrscht, bilden aber natürlich eine wertvolle Ergänzung jeglichen Fachwissens; sie sind besonders Büroangestellten und Verkäuferinnen von großem Nutzen.— Zur Dolmetschertätigkeit gehört übrigens mehr als der landläufige Wortschatz, den man sich anzueignen pflegt, und in dem Fachausdrücke fast durchweg sehlen. Wer sich auf diesen Beruf einstellen will, tut gut, sich zu spezialisieren: für Politik, für Industrie, Rechtswissenschaft oder andere Sondergebiete. Man muß danach trachten, seine Sprachgewandtheit in der gewählten Richtung zu vervollkommnen, die vorkommenden Fachausdrücke mit unbedingter Sicherheit lückenlos zu beherrschen. Die Bewerbung bei einer Behörde oder Firma um einen Dolmetscherposten wird alsdann von einer Prüfung abhängen, die über die Brauchbarkeit der Kandidatin keinen Zweifel bestehen läßt.— Besondere Dolmetscherkurse werden an der Handelshochschule zu Mannheim abgehalten; dort gibt es ein In stitut für sprachliche und wirtschaftswissenschaft liche Ausbildung, die sie veranstaltet. G. —.— Müssen wir uns erkälten? Statistische Erhebungen haben festgestellt, daß im Durchschnitt jeder Mensch jährlich 3 bis 4 Erkältungen durchmacht. Wenn die Atmungsorgane in Mitleidenschaft gezogen waren, betrug die durchschnittliche Erkrankungsdauer 6½ Tage. Außer dem direkten Einfluß des schlechten Wetters, von Sturm, Regen und Schnee, ließ sich auch der Wechsel der Kleidung (warme und leichte Kleidung) für das Auftrelten von Erkältungen verantwortlich machen. Damit zeigt sich, wie jetzt zusammenfassend im [Daheim(68. Jahrgang Nr. 6) dargelegt wird,„schon ein Hauptpunkt zur Bewahrung und Heilung von ErkältungskrankheiESEOSTSSBSESS S. 5E 2 S 5 S 2. —# ASHISALESSSE COSSSGSSSSSSEESSSSgH SHOSSESEZESSE *. S" 8— 0 EFEELT S 4 E SS 5 Die weiblichen Abgeordneten des englischen Unterhauses werden getonfilmt Lady Astor(rechts neben dem Mikrofon) stellt die Abgeordneten vor. Im englischen Unterhaus bilden die weiblichen Abgeordneten aller Parteien eine Gemeinschaft, die oft bei Abstimmungen einheitlich und sogar gegen die Ansicht ihrer männlichen Parteikollegen Stellung nimmt. Bei der Parlamentseröffnung wurden die weiblichen „M. P's“ zusammen in einem Tonfilm aufgenommen, zu dem die populäre Abgeordnete Lady Astor die Erklärungen gab. ten: Wer zu Erkältungen neigt, wird um guten Wärmeschutz, um Ueberschuhe usw. nicht herumkommen; die kleine Mühe, morgens vor dem Anziehen auf das Wetter und das Thermometer zu sehen, und die größere Mühe, tagsüber bei Umschlag der Witterung sich ensprechend umzuziehen, wird sich reich bezahlt machen. Ueberheizung der Zimmer ist gefährlicher als Unterkühlung. Viele Menschen können sic am besten vor Erkältungen schützen, wenn sie sich in einem ziemlich kühlen Zimmer aufhalten und sich lieber beim Ruhigsitzen am Schreibtisch eine Decke über die Beine legen. Nachts sollte man immer im ungeheizten Zimmer schlafen. Wenn man mit Erkältungskranken zusammen war, ist Waschen der Hände. Mundspülen und Gurgeln mit desinfizierenden Flüssigkeiten höchst, zweckmäßig. Der Biersche Jodtropfen(1½ Tropfen Jodtinktur in Wasser getrunken, nötigenfalls am nächsten Tag noch einmal 1 Tropfen Jodtinktur) ist— so unerklärlich die Wirkung dieser homöopathischen Gabe ist— ein ganz vorzügliches Mittel zur Ausheilung eben beginnender Erkältungen. Längeres Nehmen des Jodtropfens ist zwecklos und für den Körper nicht von Nutzen. Sehr wirkungsvoll ist die Ableitung auf den Darm: ein Abführmittel vermag beginnenden Erkältungskrankheiten oft überraschend Einhalt zu tun. Im übrigen ist Wärme das Hauptmittel bei Erkältungen aller Art. Wärme von innen und Wärme von außen als heißes Bad, Dampfbad, vorgewärmtes Bett, Heizkissen. Schweißtreibende Mittel können Unterstützung bringen. Es ist sehr wohl der Mühe wert, eine beginnende Erkältung richtig zu behandeln, ihr Zeit zum Ausheilen zu widmen, denn dadurch läßt sich manche schwere Krankheit auf leichte Art verhindern.“ Handbuch des guten Tones und der feinen Sitte von K. v. Franken, 64. verbesserte Auflage(bisherige Auflage 340000), 304 Seiten. Preis vornehm geo. M. 3.50. Ganzleinen M. 5.—. Max Hesses Verlag, Berlin=Schöneberg 1. Bücher haben ihre Schicksale!— Wenn ein Buch über den guten Ton in kurzer Zeit eine Auflage von 340000 Exemplaren erlebt, so ist dies ein Beweis sowohl für das Bedürfnis dieses Buches, als auch für seine Güte. Zweifellos sind guter Ton und einwandfreies Benehmen gerade in unserer Zeit erstrebenswerter denn je. Von all den zahlreichen Büchern der gleichen Art ist uns keines bekannt, das so viele Vorzüge in sich vereinigt wie gerade dieses. Es ist geschmackvoll gebunden und äußerst billig. Nichts von blutleeren, steifen Förmlichkeiten, überall geht Verfeinerung der äußeren Formen mit innerer Veredelung, stets Höflichkeit mit Herzlichkeit Hand in Hand. Selbst der Erwachsene, der gesellschaftlich Feingebildete wird vieles aus dem Buche Gang in den Abend Dämmernder Himmel hängt tief Ueber den Park herein, Der verstört entschlief. Grübelnd bliebst du allein. Leben blinkt drüben im Grau, Leben, das viel einst verhieß, Fremd nun, wie eine Frau, Die dich lachend verließ. Stadt und Zwielicht sind fern, Abend ist Einkehr und Traum, Nur ein steigender Stern Schweigt im dunkelnden Baum. Uraltes Heimweh erwacht, Einmal träumt man es aus, Einmal nimmt uns die Nacht Muttergütig nach Haus—.— Rudolf Habetin Warum Hausmusik treiben? Ja, warum? Da hängt ein Stückchen Draht und übermittelt mir in meinen Hörer oder Lautsprecherhinein Opern, Sinfonien, Kammermusik, Operetten, Couplets. Und habe ich mir in den Kopf gesetzt, zu einer bestimmten Stunde ein bestimmtes Stück hören zu wollen, so stelle ich das Grammophon an. Was soll ich mich da sselbst bemühen, wo doch erste Kräfte zu meiner Unterhaltung in die mechanischen Musikapparate hinein spielen, streichen, blasen, singen? So denken heute die meisten. Und wenn selbst diejenigen, die schon Musik mit Begabung ausübten, mit einem„Ich habe keine Zeit“ das Selbstmusizieren ganz aufstecken, so kann man es ihnen bei den Anforderungen, die die Jetztzeit an fast jeden stellt, bei dem Hetztempo unserer Zeit, nicht verübeln. Und doch! Gerade in viesem Hetztempo tut Besinnlichkeit, Vertiefen in einzelnes gut. Allzu viel Anregungen treten in schnellem Wechsel an uns heran, wir können von all dem Gebotenen nur den Schaum der Oberfläche abschöpfen, zum In=die=Tiefe=Dringen bleibt da keine Zeit. Aber die Werte unserer klassischen Musik liegen in ihren Tiefen, die sich nur wenigen beim Nur=Anhören ganz erschließen werden. Hochmusikalisch muß z. B. derjenige sein, der Bachs Geist ganz erfaßt, ohne daß er ihn je selbst spielt. Musikverständnis läßt sich schulen, und der durchschnittlich Musikalische braucht diese Schulung, die am besten aus Selbstmusizieren besteht. Hören wir ein Musikstück von ersten Künstlern, an das wir uns mit unseren schwächeren Kräften selbst herangewagt hatten, so ist der Genuß, da wir das Werk an sich dann gut kennen, doppelt groß. Der Selbstmusizierende wird gern Platten mit Tonstücken, die er gespielt hat, auf sein Grammophon legen und einzelne Stellen daraus ganz langsam ablaufen lassen, um die Feinheiten des vortragenden Künstlers noch besser genießen und daran lernen zu können,— Feinheiten, die er durch genaue Kenntnis des Stückes voll bewerten kann. Er wird auch viel mehr Gewinn davon haben, wenn er Platten mit gleichen Tonstücken, aber von verschiedenen Künstlern besungen, besvielt, auflegt und die Verschiedenheit der Wiedergaibe vergleicht; auch Orchesterstellen von mehreren Dirigenten in abweichender Auffassung wiedergegeben, in langsamem Abdrehen zu vergleichen, hat viel Reiz. Und gerade die Möglichkeit solcher Studien macht den eigentlichen Wert des Grammophons aus, aber nur der wirklich musikalisch Geschulte wird an solchen Experimenten Freude haben. Nicht nur, daß das Verständnis für Musik vertieft, der Genuß an künstlerischer Wiedergabe erhöht wird— das Selbstsingen oder =spielen an sich schafft eine innere Befriedigung, die immer nur eine Selbstleistung hervorbringen kann. Auch kommt der Ausübende dem Komponisten in noch ganz anderer Weise nahe, als das beim Nur=Anhören möglich ist; je mehr es ihm gelingt einzudringen in sein Werk, desto mehr fühlt er sich ihm verbunden. Eilen wir nach des Tages Hetze in ein Konzert, stellen wir unsere mechanischen Musikapparate an, so wird sich die gewünschte Ablenkung vom Alltag nicht immer einstellen, unsere Gedanken werden oft eigenwillig dahin zurückkehren, wovon sie abgezogen werden sollten. Anders beim Selbstmusizieren. Besonders im Zusammenspiel, in der Kammerjmusik, müssen wir ganz bei der Sache sein, und wenn wir uns zuerst zur Konzentration zwingen, allmählich nimmt uns die Musik an sich gefangen, entrückt uns der Alltäglichkeit, und enthoben allen Kleinlichkeiten, die uns den Tag über; einschnürten, gehen wir ein in eine Sphäre der Ruhe, Klarheit... Ausgeglichen. Die Siegerin des Berliner Amazonenrennens lernen. Kein Alter, kein Stand. keine benslage ist unberücksichtigt gelassen. Jedeafalls möchten wir das Buch als besseres Geschenk zu jeder Gelegenheit, besonders zu wpenn au jeder. Gelegenhe Weihnachten wärmstens empfehlen. Fräulein Schläfke auf„Attache“ gewann das Berliner Amazonenrennen, das Hoppegarten unter Teilnahme der besten VerDr.——'am letzten Renntag der Saison 1931 in Berlin=lliner Reiterinnen ausgetragen wurde.