S 3 * * S 5 5à Tgn— F ann SS „ 5 E„E 8• 25 SS F8. 1.8. Teat) Ca G E S 35 S: 6 K* * T 5 — S 5 # 8 P 95. undern die Beschwerden. Bei Mandelentzündungen sind außerdem noch Umschläge um den Hals zu machen. Einen Teelöffel Emser Stz in warmem: 1cterwasser, Fencheltee oder warmer Milch mit Honig sind harmlose, gute Hausmittel. Honigbonbons, Pfefferminzplätzchen und Hustenpastillen lindern tagsüber die Beschwerden. Bei allen ernsten oder oft wiederkehrenden Erkältungskrankheiten sollte man jedoch rechtzeitig einen Arzt zu Rate ziehen, denn nicht er verläuft ein Schnupfen harmlos. Oft stellen sich Stirn= und Kieferhöhlenentzündungen ein, die manchmal zu schweren Augen= und Ohrenerkrankungen führen und sogar das Leben bedrohen. Schwere Allgemeinerkrankunen können sich leicht einem vernachlässigten hnupfen anschließen. Frauenbewegung in Spanien In England ist die Ehefrau Königin, in Frankreich Herrin, in Deutschland Wirtschafterin, in Spanien Leibeigene, sagt der Volksmund. Richtig ist, daß die Frauenbewegung dort noch sehr neu ist, erst seit kaum drei Jahrzehnten— gegen die öffentliche Meinung übrigens— erfolgreich für Beruf und Studium per Frau kämpft. Man begann mit Verbesserung der Mädchenbildung; denn zu Beginn des Jahrhunderts waren noch fast vier Fünftel aller weiblichen Bewohner Spaniens Analphabeten! Uebrigens stand die Universität den Frauen von jeher offen, nur machte lange Zeit kaum jemand Gebrauch von dieser Möglichkeit. Die Universitätsreife ist leichter zu erwerben als bei uns: Nach sechsjährigem Besuch der höheren Schule, in welche die Volksschülerin mit 10 Jahren gelangt. Im Jahre 1913/14 waren erst 36 Studentinnen in Madrid eingeschrieben, 1926/27 dagegen bereits 1000; für etwa 200, darunter auch Ausländerinnen, bietet ein großzügig angelegtes Studentenheim Unterkunft.— Etwa drei Dutzend Aerztinnen praktizieren zur Zeit Madrid; Juristinnen kommen nur vereinzelt vor, da Notariat und Richteramt den Frauen noch nicht offenstehen. Der Apothekerin dagegen werden keine beruflichen Schwierigkeiten gemacht, weshalb das Studium der Pharmakologie besonders beliebt ist. Mehrere hundert Pharmazeutinnen haben es schon absolviert. Der spanische Akademikerinnenbund„Juventu Universitaria“ ist Mitglied des 1919 gegründeten internationalen Akademikerinnenbundes. Seiner Einladung zufolge fand im Jahre 1928 der Internationale Kongreß dieser Organisation in Madrid statt, ein Wagnis, das trotz der antifeministischen Einstellung der Bevölkerung erfolgreich ausging. Unter Primo di Riveras Diktatur hat die spanische Frau das aktive und passive Wahlrecht zu den Gemeinden erhalten; dasjenige zu den Kammern soll der Vorsitzenden des Nationalen Frauenbundes im vorigen Jahre ducch den Premierminister in Aussicht gestellt werden sein, doch hat man nichts davon gehört, daß die letzten für die Monarchie so verhängnisvollen Wahlen unter Mitwirkung der weiblichen Bevölkerung zustande gekommen sind. Es wird demnach Sache der neuen Machthaber sein, darüber zu befinden, ob der zum mindesten von den berufstätigen Frauen vertretenen Forderung der Gleichberechtigung künftig in erweitertem Maße stattgegeben werden soll. Neben der freien Frauenbewegung gibt es eine katholische, derensozial=karitative Leistungen beträchtlich sind. Sie unterhält eine große Anzahl Abend= und Sonntagsschulen, i. ige Haushaltungsschulen, je eine soziale Frauenund Berufsschule, mehrere Heime für verlassene Kinder, sowie Wanderbibliotheken, Arbeitsnachweise, Aussteuer= und Sparkassen. Maria Salande: Wenn die jungen Spargel schießen Jahreszeit beglükzhlschmeckenden junMit der schönen warmen ken uns auch wieder die wohlschmee gen Gemüse. Unter ihnen erfreut sich der Spargel besonderer Beliebtheit. Nachstehend einige Anweisungen für erprobte Spargelgerichte. Allgemeine Vorschriften. Frische Spargel müssen recht zart und weiß aussehen und müssen sich leicht brechen lassen. Die Köpfe dürfen ganz wenig rot oder bläulich schimmern. Man schält die Spargel vom Kopfe beginnend nach unten, indem man oben dünn ansängt und die Schalen langsam dicker werden läßt. Die unteren Enden schneidet man kurz ab. Spargelgemüse. Gut geschälter, in gleichmäßige Stücke gebrochener Spargel wird in schwachem Salzwasser weich gekocht. Von Butter und Mehl wird eine helle Schwitze gemacht und die Spargelbrühe dazu getan. In die gut verkochte Sauce die man mit Muskatnuß abschmeckt und mit saurer Sahne und einem Gelbei verfeinern kann, tut man die abgetropften Spargelstücke. Sargelauflauf. Die gebrochenen Spargelstückchen werden in eine Auflaufform gefüllt, die fertig bereitete Sauce darüber gegossen. Das Ganze wird mit Butterflöckchen belegt und geriebener Schweizerkäse daraufgestreut und im heißen Backofen X Stunde gebacken. Spargelsalat. Der in Salzwasser weich gekochte Spargel wird auf ein Sieb zum Abtropfen gebracht. Ein Teil des noch lauwarmen Spargelwassers vermischt man mit Essig, Oel und Pfeffer, einer Prise Zucker und fein gehackter Petersilie. Man kann beliebig noch andere Küchenkräuter in dazu geben. Auch die Spargelstückchen mit einer fertigen verdünnten Mayonnaise angerichtet, sind sehr wohlschmeckend. Verfeinera wird der Salat, wenn man Krebsschwänze oder Hummerfleisch hinzugefügt. Stangenspargel in zerlassener Butter. Die geschälten Spargel bindet man zu 10 bis 12 Stangen gleichmäßig zusammen und läßt sie in Salzwasser weich kochen. Der Spargel ist gar, wenn sich die Köpfe leicht eindrücken las sen. Man tut die Spargel auf eine Porzellanplatte, entfernt den Bindfaden und gibt reichlich zerlassene Butter darüber. H. R. schen Freude haben wollen. Gedankenlosigkeit richtet auch sonst mancherlei Unheil an; achtloses Fortwerfen eines Streichholzes oder Zigarettenstummels hat schon manchen wertvollen Waldbestand vernichtet, ebenso der Unfug des Abkochens im Walde oder in dessen nächster Nähe. Nicht nachdrücklich genug können Jugendliche vor Unvorsichtigkeiten dieser Art gewarnt werden; auch muß kameradschaftliches Verantwortungsgefühl die gewissenhafte Beachtung des Rauchverbots in Schülerherbergen für jedermann zur Selbstverständlichkeit machen. Hier und in jeoem Gasthofe sei man der Tatsache eingedenk, daß das Betreten von Böden mit ungesichertem Licht unter Strafe gestellt ist. Es ist wichtig, sich nicht nur die Pflichten, sondern auch die Rechte zu merken, die man als Reisender in einem Gasthof geltend machen kann, mancher Verdruß läßt sich dadurch ersparen. Zu den berechtigten Erwartungen gehört diese„daß ein vorausbestelltes, zugesagtes Quartier auch wirklich bereitsteht. Ihr entspricht die leider oft vernachlässigte Verpflichtung, die Bestellung rechtzeitig rückgängig zu machen, wenn man aus irgend einem Grunde verhindert ist, sie inne zu halten. Denn auch für den dadurch entstandenen Schaden kann der säumige Gast verantwortlich gemacht werden. rg. Pflege und ernähre dein Kind richtig. Von Kinderarzt San.=Rat Dr. M. Wollenweber. Verlag von Wilh. Stollfuß, Bonn. Mk. 0,75. In gemeinverständlicher Weise werden hier Ratschläge von autoritativer Seite für die so hochwichtige Frage von Pflege und Ernährung im ersten Lebensjahre gegeben. Alles Wesentliche ist in volkstümlicher Form erläutert. Ein Büchlein, das jede Mutter haben sollte, um dunach ihr Kind zu behandeln! Dieses Werkchen gehört, ebenso wie die Hausapotheke, in jedes Haus und jede Famile, der an einem gesunden Nachwuchs und einer wirklich sachgemäßen Kinderpflege gelegen ist. Das Büchlein wird schätzenswerte Dienste leisten und die Ratschläge, befolgt von den Müttern, werden groden Seaen bringen. Allerhand Wissenswertes für jugendliche Wanderer Schon der alte Freiherr von Knigge, dessen „Umgang mit Menschen“ weit öfter empfohlen, als wirklich gelesen wird, hat das Fußgehen als angenehmste Art des Reisens gepriesen, auch allerhand Ratschläge dazu erteilt. Manche davon sind freilich veraltet, so die Weisung, nie ohne Gewehr zu gehen, deren Befolgung bekanntlich den modernen Wanderer mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt bringen würde, da das unerlaubte Tragen von Waffen untersagt ist. Jeder Wanderer versieht sich heute verständigerweise mit einer der vortrefflichen Wanderkarten, die für wenig Geld zu haben sind. Nur sollte man sich etwas mehr Mühe nehmen, rechtzeitig die Deutung ihrer mannigfachen Zeichen zu erlernen. Diese verraten nämlich dem Kundigen nicht nur Länge, Art und Richtung der Wege, sondern auch die Gestaltung des Geländes: Wald, Sumpf= und Moorboden, Hauptverkehrs= und Seitenwege, auch solche, die nur in die Feldflur führen(Unbefugten oft verboten!), sind genau zu unterscheiden. Auch ein paar Regeln des Wohlverhaltens sollte man sich für die Wanderschaft einprägen, z. B. diese, daß Baum oder Bank, die wir in Erinnerung behalten möchten, ihrerseits nicht den gleichen Drang verspüren und keinen Wert auf unsere mit Hilfe des Taschenmessers eingeritzten Namenszüge legen, von Verunstaltungen dieser Art vielmehr verschont bleiben möchten. Zu unterdrücken ist auch jener wenig erfreuliche Sammeltrieb, der sich im Ausnehmen von Vogelnestern und Abreißen von minder bekannten Blumen betätigt. Man soll sich selbst zur Ehrfurcht vor der Natur und zur Schonung von Flora und Fauna erziehen, an der auch noch andere MenErinnerung, Hoffen und Gewissen, zuisamnengeflossen in einem Strom——— das ist Lebensgefühl. Hermann Oese“. —2— Unsere Zimmerpflanzen im Mai Nach ausführlichen Anweisungen, die wir dem Daheim(67. Jahrgang Nr. 33) entnehmen, „können jetzt nach Palmen, Farne, Azaleen, Kamelien umgesetzt werden. Geeignete Erdmischungen besorgt man in den Gärtnereien. Nach dem Umsetzen sollen wir die Pflanzen öfter am Tage leicht bespritzen und die Fenster möglichst geschlossen halten, damit sie leichter durchwurzeln können. Zimmerpflanzen, die wir nicht verpflanzen, werden mit Lierkes Pflanzennährsalz, 1 g in 1 Liter Wasser, alle Wochen einmal nach vorheriger Lockerung gedüngt. Man beachte, daß die heißen Sonnenstrahlen nicht direkt auf unsere Zimmerpflanzen fallen. Kakteen müssen wir jetzt fleißiger bewässern. Das Gießen aller Zimmerpflanzen erfolgt mit abgestandenem, erwärmtem Wasser, gleichfalls das Bespritzen. Balkon= oder sonstige Kästen werden auf dem Boden mit einer 3 cm hohen Topfscherbenschicht bedeckt, hierauf eine Mischung von Komposterde und Torfmull gebracht und nach dem 15. Mai bepflanzt. Hierzu eignen sich Petunien aller Art, möglichst in einer Farbe, sowohl stehende wie hängende, Hängepelargonien und stehende Pelargonien, hängende und stehende Nelken, Salvien mit ihrer feurigen, dunkelroten Farbe. Für schattige und halbschattige Stellen nehmen wir Knollenbegonien, Fuchsien stehend und hängend. Als einjährige Schlingpflanzen, die den Balkon oder die Veranda beranken, kaufen wir mit Topfballen Cobaen. Weiterhin eignen sich die 4—5 m hohen Maurandien sowie die ebenfalls 4—5 m hohe aus Mexiko stammende Minalobata. Prachtwicken und Prachtwinden, kanadische Kresse, arabische Feuerbohnen, japanische Hopfen können wir direkt in die Kästen säen. Als ausdauernde Balkonschlingpflanzen empfehlen sich wilder Wein und Calystegia. Letztere blüht gleich im ersten Jahre in rosenähnlichen Blüten, stellt wenig Ansprüche und ist für den Balkon eine herrliche Schlingpflanze. Schädlingsbekämpfung: Blattläuse aller Art, ebenso Meltau, der an der Oberseite der Blätter an einem weißlich=grauen Befall erkenntlich ist, werden mit Schacht's„Floraevit’, 1 Teil auf 50 Teile Wasser, bespritzt.“ Krankenpflege. Ueber Pflege und Ernährung der Kranken(von Apotheker J. Kockerols) bringt der Verlag Wilh. Stollfuß in Bonn ein kleines Schriftchen in der Sammlung„Hilf dir selbst“ heraus. Preis Mk. 0,75. Eine überaus volkstümliche Schrift, die nicht nur über die richtige Ernährung der Kranken, sondern auch über alles Wissenswerte der Krankenpflege wichtige Ratschläge erteilt, z. B. über ärztliche Verordnungen, Hilfeleistungen bei Blutungen, Knochenbrüchen, Ohnmacht, Verschluckungen usw. In jedem Haushalt wird das Schriftchen gute Dienste leisten. Verantwortlich H. Semmelmann, Altenc. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung #r. 19 Altena, den 19. Mai 1931 Wer hat recht? „Mein Mann ist so rechthaberisch!“„Meine Frau will immer das letzte Wort haben!" „Er ist ein richtiger Tyrann, stets bin ich im Unrecht—“„Sie läßt sich nichts sagen, sieht nie ein Unrecht ein—“.„Nur seine Ansicht gilt!“— Sie muß immer widersprechen.“„Er ——“„Sie—.—“. Man könnte diese kleine Blütenlese von Aussprüchen unzufriedener Ehegatten ins Unendliche vergrößern, aber der Sinn bliebe der gleiche. Jeder beauptet vom anderen, er sei rechthaberisch, wolle immer recht haben und recht behalten. Meinungsverschiedenheiten, die zuerst eine fröhliche, anregende Diskussion hervorrufen, geben bald Anlaß zu Zank und Streit und gegenseitiger Verbitterung Dadurch ist schon manche Ehe unglücklich geworden. Ganz überflüssigerweise! Eine kluge Frau wird es nie so weit kommen lassen, sie wird rechtzeitig einlenken, nachgeben, dem Manne das Gefühl lassen, daß er im Recht ist, daß er recht behält.„Also Verstellung, Heuchelei um des lieben Friedens willen, wenn doch die Frau von ihrem Recht überzeugt ist?" Ja, auch dann, eingedenk der ebenso schönen wie wahren Worte:„Recht hat— wer schweigt.“ Weder Verstellung noch Heuchelei ist nötig, nur — Schweigen. Für viele Frauen freilich ist das wohl das Allerschwerste. Denn um die Kraft des Schweigens zu gewinnen, muß sie die Schwäche der Rede opfern. Sicher gibt es viel mehr rechthaberische Männer als Frauen. Diese sind von Natur unsicherer in ihren Ansichten und Urteilen, dann aber auch bedeutend nachgiebiger. Im Immer=rechthaben=wollen des Mannes spricht Atavismus mit:„Ich bin der Herr“ hieß es in alten und noch älteren Zeiten. Und der„Herr“ hatte natürlich recht in allem, was er sagte und tat. Die Frau besaß keinerlei Rechte und konnte infolgedessen auch nie im Recht sein. So langsam ändert sich ja alles. In 100 Jahren wird voraussichtlich von„diesem“ Atavismus beim Mann nichts mehr zu merken sein. Es ist im übrigen auch meist nur noch Theorie. Gar nicht so schlimm gemeint, wie es den Anschein hat.„Ich bin der Herr im Hause— bei mir geschieht, was meine Frau will.“ Nach diesen Worten wird oft gehandelt. Jedenfalls in allen Ehen, in denen es die Frau versteht, dem Manne in den kleinen und kleinlichen Dingen des Alltags recht zu geben, ihm nie zu widersprechen. Auch dann nicht, wenn er offensichtlich im Unrecht ist. Gerade wenn man sich im Recht weiß, ist es ja leicht, zu schweigen. Das ist die beste Verteidigung der eigenen Ansicht. Und meist auch die überzeugendste. Worte sind zwecklos, denn ihnen stehen dann die Worte des anderen gegenüber— man bekämpft sich zuerst sachlich, dann wird man persönlich gereizt, wütend und nennt sich schließlich gegenseitig rechthaberisch. Dabei ist es so leicht, friedlich zusammenzuleben. Ob das Glück der Ehe nicht soviel Selostzucht und Aufopferung, soviel Nachgiebigkeit wert ist? Der normale Mann ist so leicht zu behandeln. Die Frau muß es nur verstehen. Es ist keine besonders schwierige Kunst. Sie gipfelt in der Forderung: Stark sein— schwächer scheinen. Zu unrechter Zeit auf einem Recht bestehen ist der größte Fehler, den eine Frau begehen kann. Man muß wissen, ob und wann man widersprechen soll. Und wie weit man dabei gehen darf, ohne den Ehefrieden zu beeinträchtigen. Wenn man aber sein Recht verteidigen will, dann geschehe es ruhig, mit klaren, schlichten Worten. Sobald man sich aufregt, in Hitze gerät, ist man schon im Nachteil. Dann beherrscht man weder seine Gedanken noch seine Worte. Und damit hat man seine Sache verloren. „Wie aber wenn es sich um Wichtiges und Wesentliches handelt auf dem Gebiet des HausEin weiblicher Diplomat in der Berliner Griechischen Gesandtschaft. Fräulein Mitsa Perroti ist als neuer Presseattache in die Griechische Gesandtschaft eingetreten. Damit erhält das Berliner Diplomatische Corps zum ersten Mal ein weibliches Mitglied. haltes oder der Kindererziehung? Soll da auch die Frau dem Manne recht geben, wenn sie von seinem Unrecht überzeugt ist? Wenn es sich um Wesentliches, die Haushaltführung, Gesundheit und Glück der Kinder Betreffendes handelt, muß sie als pflichtgetreue Hausfrau und Mutter versuchen, recht zu behalten. Aber ohne heftige Diskussionen, und auf alle Fälle ohne das so beliebte Mittel der Tränen. Die überzeugen nämlich keinen vernünftigen Mann. Das Bewußtsein, um Wesentliches zu kämpfen, wird in solchen Fällen der Frau schon die richtigen Worte geben. Und nicht zu viel verlangen auf einmal! Zufrieden sein, wenn der Mann etwas nachgibt. Es ist Frauenart, schnell ungeduldig zu werden, wenn das Ziel nicht auf einmal erreicht wird. Gerade dadurch verdirbt sie sich dem Manne gegenüber manches, wenn sie doch durch kluge Strategie so viel erreichen könnte. Vom Unrecht des Mannes überzeugt sein, kann dann zur Tragödie für das Eheglück werden, wenn es sich um das Wohl der Kinder handelt. Das verzeiht eine wahrhaft mütterliche Frau schwerer als ein ihr gegenüber begangenes Unrecht. Aber gerade deshalb muß sie in solchen Fällen besonders vorsichtig sein, muß den Gatten klug zur Einsicht zu bringen suchen. Sie kann sogar diplomatisch sein, ihm sagen, daß er im Grunde recht habe, aber daß es doch besser sei, wenn das Kind anders behandelt würde. Zugegeben, daß es nicht immer hilft. Aber das Gegenteil hilft ganz bestimmt erst recht nicht und zerstört den Ehefrieden. B. Meysler. Kinderernährung im Frühjahr und Sommer Von Dr. med. Charl. Zschocke. Die Einsicht, der Frischkost in der Ernährung einen größeren Anteil zu geben, greift immer weiter um sich, besonders soweit es den wachsenden Organismus, also den des Kindes, betrifft. Der große Ernährungstheoretiker Ragnar Berg rät, zu jeder Mahlzeit wenigstens etwas frisches Ungekoches zu rerzehren. Diese frischen Bestandteile der Ernährung enthalten die für die Gesundheit unentbehrlichen Ergänzungsstoffe und garantieren den für den Körperhaushalt nötigen Basenüberschuß. Schnittlauch, Petersilie, Dill, als Kräuter zu allen Salaten, vielen Saucen und Bemüsen sind der eiserne Bestandteil an Grünem. Auf das„Grüne“ kommt es nämlich in erhöhtem Maße an. Im Frühling, unter dem stärkeren Einfluß der Sonne, sind die grünen Gemüse und Kräuter besonders im Küchenzettel zu betonen. Volkssitten haben immer tiefere Gründe: So der Brauch, am Gründonnerstag Grünes, meist Spinat, zu essen. Gerade dieser ist unentbehrlich für unsere Kinder, und man kann es auch denen, die gerade Spinat nicht mögen, durch verschiedenartige Zubereitung schmackhaft machen. Als grünes Kränzchen, gut gewaschen, roh fein gehackt und mit wenig zitronensaft und Schnittlauch gewürzt, um geriebene, ebenso zubereitete Mohrrüben sieht es nicht nur anregend aus, sondern schmeckt auch ausgezeichnet. Um noch einmal auf den Basenüberschuß zu kommen! Besonders im Frühling soll man versuchen, den Säureüberschuß durch Zufuhr mineralsalzreicher Nahrung auszugleichen, da besonders im Kalk= und Phosphorhaushalt eine Aenderung stattfindet, die von den Drüsen mit innerer Sekretion auszugehen scheint. Der Basenüberschuß hebt vor allem die Auswertung des Eiweißes, das wegen seines teuren Preises infolgedessen in geringer Menge zugeführt zu werden braucht, und dadurch Haushaltsgeld frei macht für mehr Obst und Gemüse. Reichlich Säure produzieren Fleisch, Eier, Backwaren, Hülsenfrüchte, während die Verbremung von Obst Gemüse und Salaten keine Säure hinterläßt. Man gebe im Frühjahr, außer dem schon genannten Grünen, Blumenkohl, Radieschen, Rettich, Meerettich, später dann Sauerampfer, Löwenzahn, Kohlrabi, Bohnen, Gurken, Tomaten, Spargel. An Obst haben wir im Frühling nur noch Apfelsinen, dann Bananen und Aepfel. Eine willkommene Abwechselung bietet der Rhabarber, dessen einziger Nachteil allerdings die celativ große Menge Zucker bedeutet, die er braucht, um schmackhaft zu sein. Und damit niemand denke: Ach, das ist ja alles Theorie, will ich aus eigener Erfahrung als Mutter berichten, daß meine beiden Kinder, ein Mädchen von zwei und ein Junge von neun Jahren, streng nach diesen Brundsätzen ernährt werden. Das kleine Mädchen, das noch kein Fleisch oder gar Fleischbrühe gesostet hat, ist außergewöhnlich groß und kräftig für sein Alter und geistig sehr lebendig. Unser Neunjähriger wird nicht ganz so streng gehalten, und zwar lediglich aus dem Grunde, weil er sehr viel bei den Großeltern auf dem Lande ist und dort doch nicht nach unseren Wünschen ernährt wird. Und hier— wenn ich so sagen darf!— liegt der Hund begraben. Ein Urteit zu gewinnen, wie weit die moderne Ernährungsweise für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder wirksam wird, ist in den meisten Fällen und auch Aerzten gar nicht möglich, weil selten ein Versuch konsequent durchgehalten wird— meistens reden und haudeln andere dazwischen. Was Süßigkeiten, wie Schokolade usw. anbetrifft, so gebe man sie, wenn sie sich nicht ganz vermeiden lassen, keinesfalls zwischen den Mahlzeiten, sondern als Nachtisch. Gerade das ist ganz gewiß eine Erziehungsfrage. Und man nimmt den Kindern wirklich nichts, wenn man ihnen nicht zu jeder Tageszeit etwas Süßes verabreicht. Besonders zu vermeiden ist zur Schonung der Zähne unbedingt das süße „Betthupferl“. Größere Kinder haben sich die Zähne geputzt und kleinere durch die Obstmahlzeit ihren Mund gereinigt. Tägliche Abwechselung im Küchenzettel ist die Hauptsache. Nur morgens und abende bleibt immer die Diätspeise nach Bircher=Benner, bestehend aus 1 großen Apfel, 1 Eßlöffel geriebene Nüsse, 1 Löffel Haferflocken. Sast — 5SE 8 Sost. S.S28US. 58 8. Goyn Heute verstehen wir uns Pfingstskizze von Paulrichard Hensel Hab' Dich nicht so!“ „Wie von einer rohen Hand berührt, drehte 2 Marion Herter nach dem Manne um, der eine Zigarette anzündete. Zum ersten Male hörte sie einen anderen Ton aus diesen Worten. Den Hochzeitstag hatte er vergessen und auch daran nicht gedacht daß Pfingsten anders erveor sein will als andere Tage, mit etwas Frühlingssehnsucht und Innigkeit. Er lachte über ihre Enttäuschung, daß er zu Hause bleiben wollte.„Was sollen wir draußen, wo alle imterwegs ist?“ hatte er gefragt. Und vann sagte er mit dem leichten Spott, der Marion sonst so gut an ihm gefiel:„Kind, Du bist noch zu jung, um sentimental zu werden!“ # schämte sie sich schon, daß sie sich hatte gehen lassen.„Gut, ich werde mich mit Erika verabreden.“ Sehen sollte er nicht, daß sie sich Tag anders gedacht hatte. Sie telerhonierte vom Nebenzimmer, aber die Freunoin war natürlich nicht zu Hause. Die Sonne schien so verlockend. Allein hinausfahven— warum nicht? Bruno würde sich nicht weiter darum kümmern. Aber er sah sie doch mit einem undeutbaren Lächeln an, als sie die Lcappe über den Kopf zog.„Du siehst hübsch aus, wirst nicht lange allein bleiben.. Ihre Augen wurden schmal und kokett. „Hoffentlich nicht!" Er klopfte ihr gutmütig auf die Schulter.— Bruno hatte schon recht. Die Wagen waren schrecklich überfüllt. Aber die Menschen schien es wenig zu kummern. Wenn man froh und verliebt ist, sieht man sich nicht viel um. Da esr 8 Mortion kondertur vr, dutz sie alein . Sie hatte geheiratet, weil ihr das Sichere ensgewandte des Mannes gefiel, seine art sich über Gefühlsdinge hinweg zu setzen und das Leben angenehm zu gestalten. Ihr fiel ein, wie sie sich vor einem Jahr eingeredet hatte: Das Warme, Zärtliche, das zum Zusommensein gehört, wird schon kommen. Lanasam glitt die Fähre über den schmalen Wasserlauf nach der Insel herüber. Als sie auf das Land stieß, drängten Ankommende und Gehende aneinander vorbei. Da hielt ein Ruf Marion fest. Ueberrascht drehte sie sich um.„Ja— Du, Hans?“ Zwei Hände lagen für Sekunden ineiander. „Sleib doch!“ sagte Marion. Und der Mann, der ihr hier begegnet war, überlegte nicht lange. Sie blieben auf der Insel, Marion und Hans Ring; sie gingen einen schmalen Weg die Anhöhe hinauf, lachten, als der Sand ihnen in die Schuhe glitt, und suchten sich in dem Gartenlokal einen freien Tisch in der Sonne. Als der Kaffee vor ihnen stand und Ring den Kuchen auswählte, glitt eine weiche Hand zu ihm hinüber: „Wir haben uns so lange nicht gesehen, und Du weißt noch, was mir gut schmeckt!“ „Ich weiß aber auch, wo es Dir immer gefiel. Deshalb bin ich ja heute auch hier.“ Hans hat nichts vergessen, dachte sie. Er erzählte von vielen belanglosen Dingen. Er fragte nicht, wie es ihr ergangen sei. Er sprach nicht davon, daß sie sich einmal sehr lieb gehabt hatten. Sie saßen da, wo sie vor Jahren oft gesessen. Sie gingen dann den Uferweg entlang, abseits von den Menschen. Das alles machte es Marion leicht, von sich selbst zu sprechen. Hörte er zu? In seinem Gesicht verriet sich nichts. An der Südspitze der Insel setzten sie sich auf einen gefällten Baum.„Woran denkst Du?“ fragte Marion nach einer Weile des Schweigens. Da sagte Hans Ring:„Es war auch hier, wo Du so oft unzufrieden warst, wenn ich mich um Dein Leben, Deine Seele, Deine Gedanken kümmerte. Du wußtest nicht, daß das zum Glücklichsein gehört.„Darum“— seine Hände spielten verlegen im Sande—„verlor ich Dich vielleicht auch an den, der in der Frau nur die angenehme Ergänzung seines Lebens sucht. Du dachtest, Ihr paßt gut zueinander, weil Dein Stolz, vielleicht auch Deine Neigung zum Spiel Dich trieb, nach außen die unsentimentale, unabhängige, moderne Frau zu sein— und erwartest wohl, daß der Mann trotzdem erkennt, wie es ganz anders in Dir aussieht.“ „Ja, gewiß“, sagte Marion leise. „Und nun hast Du Dich so getäuscht. Wurde es mir nicht schon schwer gemacht, Dich zu verstehen? Hast Du es nicht selbst schwer gemacht? Und nun sollte ein Mann, dem Du Geliebte statt Kameradin warst, dem Du statt Deiner Seele nur die Oberfläche Deines Wesens zeigtest, wissen, daß er mehr an Dir gewonnen hatte? Warum soll immer ein Mann vermuten, daß die Frau anders ist, als sie sich zeigt, wenn er Ehrlichkeit von ihr fordern darf?" Die Sonne tauchte tiefer in das Wasser. Und als schienen ihm seine Worte zu hart, nahm Hans Ring die Hände der Frau und fuhr fort: „Es ist Pfingsten, das Fest der Erkenntnis. Nun sieh auch ein, Marion, daß zwei Menschen im Zusammenleben nur zu einem Glück gelangen, wenn sie unverstellt und ehrlich zueinander sind, mit allen heimlichen Reichtümern und allen Schwächen! Wenn damit der Tag heute der Anfang zu einem besseren Jahr für Dich wird, habe ich auch eine Pfingstfreude.“ Sie stand verlegen auf. Es dunkelte. Und es ging Marion durch den Sinn: Vorhin habe ich nur an früher gedacht. Weil mir etwas fehlte. Jetzt... Ja, etwas Liebes mußte sie nun doch noch sagen, ehe sie zwischen fremden Menschen standen:„Drei Jahre kennen wir uns jetzt, Hans. Aber heute ist der erste Pfingsttag. an dem wir zusammen sind, durch einen Zufall, als andere Menschen. Aber heute verstehen wir uns so gut Er drückte ihr nur die Hand. Sie waren beide froh. Aber sie sprachen dann nur noch wenig, ehe ihre Wege sich trennten, die jeden in sein eigenes Leben weiter führten. einer halben Zitrone, 1 Eßlöffel kondensierte Milch, Honig nach Geschmack, die von allen Kindern gern genommen wird. Hierzu gibt man je nach dem Alter der Kinder 1—2 Schnitten Vollkornbrot mit oder ohne Butter. Es ist sehr zu empfehlen, eine Schnitte Brot täglich ohne Butter zu geben, da sie zum nachhaltigen Kauen zwingt und die Kauwerkzeuge zugleich reinigt und kräftigt. Natürlich kommt nur Vollkornbrot in Frage. Weißbrot ist für Kinder gänzlich überflüssig. Mittags gibt es ein Gemüse, wie Mohrrüben, Spinat, Blumenkohl usw. mit Reis, Kartoffelbrei oder klein gedrückten Pellkartoffeln. Gemüse ungesalzen im eigenen Saft kurz eingeschmort, keine Minute länger als nötig, um weich zu werden, Zuletzt Petersilie und frische Butter daran. Dazu den oben beschriebenen Mohrrüben= oder irgend einen anderen Salat. Hinterher frisches Obst, für kleinere Kinder Mselsinensaft. Als Zwischenmahlzeit: Bananen, Miich, Butterbrot, ab und zu können Kinder ein gekochtes Ei zum Abend haben, die kleineren nur das Eigelb. Die Freude an gesunden Kindern ist der schönste Lohn für die Mühe, die man für die Herrichtung und Ueberwachung der Mahlzeiten für unsere Kleinen unbedingt aufbringen muß! —2— Das Deutsche Jungendherbergswerk und die Frauen Von Lisa Timmermann. Das deutsche Jugendherbergswerk ist schnell gewachsen und ein Baum geworden, der weit über zweitausend Herbergen trägt. Nicht alle waren wachstumsfähig; manch eine der ersten blieb Notbehelf. die abgestoßen wurde, um besserem Bau Platz zu machen. Die spontan aufbrechende, wandernde Jugend brauchte Herbergsstätten, und so griff man schnell zu. Ein gut Teil Romantik steckt in den ersten Herbergsanfängen, der einige noch heute nachtrauern, die aber nicht zu verewigen ist. Das deutsche Jugendherbergswerk wird getragen von drei Faktoren; das sind: 1. die Gründer des Werkes und die Träger der Jugendbewegung, vertreten in Gauen und Ortsgruppen; 2. staatliche und städtische Behörden; 8. die großen Organisationen wie Verbände aller Art.4 Als ein Vertreter der letzteren gevort auch der Bund Deutscher Frauenvereine dazu, und damit hat er zum Ausdruck gebracht, daß den ihm zugehörigen 2 Millionen Frauen die Entwicklung des Jugendherbergwerkes am Herzen liegt und ihrer Mithilfe und Förderung bedarf. Und das mit Recht! Hier öffnet sich den Frauen ein weites und dankbares Aufgabengebiet ideeller wie realer Art, und wo sie ernstlich versuchen, es sich zu erobern, freut man sich ihrer Mithilfe und nimmt sie gern(nicht immer war es so, aber heute ist es so) in den Kreis der veranwortlichen Betreuer auf. Das von hervorragenden Wanderführern geschaffene Werk hat anfangs Frauen nicht gesucht, bis diese es selbst fanden. Vielleicht sind zuerst die Mütter aufmerksam geworden durch ihre alljährlich wandernden Kinder, vielleicht waren die mit ihren Klassen wandernden Lehrerinnen die Entdeckerinnen neuen Arbeitsfeldes dem weibliche Art mangelte. Wie dem auch sei, eines Tages standen viele Frauen mitratend und=tatend in den Ortsgruppen der Herbergen, oder sie hatten in ihren eigenen Vereinen die Sache willensbereit aufgegriffen, und heute sehen wir etliche im Gesamtvorstande des Werkes und sogar einige als Herbergsmütter an schwieriger und verantwortungsvoller Stelle. Aber im Hinblick auf die annähernd 2200 Herbergen ist doch immer nur erst ein kleiner Frauenkreis darin tätig. Viele stehen, bewußt oder unbewußt, abseits. Die ersteren wissen nicht, wo sie beginnen sollen, und die anderen hörten den Ruf noch nicht, der an die Frauen, an die Mütter ergeht. Er muß ja auch noch lauter, noch fordernder, bittender ertönen, und darum ist es gut, daß in jedem Jahr ein Reichswerbetag sein soll, der in diesem Jahm am 17. Mai stattfand. Erfreulich ist's, daß man im Gegensatz zu 1930 den Maitermin wählte, ist dann doch gerade alles in Vorbereitung, in Herbergsinstandsetzung einerseits und in Wandersehnsucht, die Erfüllung werden will, andererseits. Beteiligt sind also irgendwie alle, die Leitung der Herbergen und die kommenden Gäste, und sie müssen werben, werben, bis weite Kreise, bis vor allem Frauen und Mütter erfaßt sind von der Größe und Bedeutung dieses prachtvollen Jugend= und Volkswerkes. Wenn erst einmal die Mütter sich die Raststätte ihrer Kinder ansehen würden, so wäre damit schon viel gewonnen. Die wichtigste Grundlage zum Heranholen der weiblichen Hilfeleistung ist zuerst das Kennenlernen der Sache durch die Ortsherberge. Darum sollte es sich jeder Ortsvorstand angelegen sein lassen, Besichtigungen und kleine Einladungen in die Herbergen vorzunehmen. Dort weckt er bestimmt das Interesse vieler, und leicht ist es dann, dieses in den Dienst der Sache einzuspannen. Da hilft Frauenrat und stat mit, die eigene Herberge gastlich, wohnlich, mütterlich=schützend zu gestalten und ihren ganzen Einfluß nach dieser Richtung hin aufzubieten, um der fremden wandernden Jugend zu dienen. Sie dürfen dann mit vollem Recht das gleiche von den Frauen außerhalb erwarten, damit das Werk der Gemeinsamkeit, oas man ja örtlich nicht für sich, sondern für auswärtige Jugend baut, überall gleich gut, gleich gastlich sei. Es liegen sehr tiefe, ethische Werte im Jugendherbergswerke, die neben den realen der Billigkeit und Wandermöglichkeit nicht unterschätzt werden dürfen. Hierzu gehört gewiß die alte, schöne Gastlichkeit, die eine gut geleitete Herberge offenbart, die wie eine sorglich geführte Häuslichkeit schützend die Jugend umschließt. Diese Jugend, die den großen Nutzen der Herbergen erfährt, um die wir Aelteren sie gern beneiden, die durch sie Land und Leute, Heimat und Vaterland, Geschichte und Wirtschaft, Handel und Wandel, Kultur und Kunst und alles Schöne der Weite kennenlernen kann, auch sie sollte lernen, daß das Werk auch etwas von ihr zu fordern hat, und das ist die Erkenntnis seines Wertes und die Verbreitung dieser Erkenntnis bei Eltern und Lehrherren. So läßt sich eine Kette interessierter Menschen finden, die das Werk, weil es ein fröhliches ist, lieben und es darum mit den Mitteln zu fördern versuchen. Es braucht, da es noch viel weiter wachsen lassen muß und will, um allen Anforderungen zu genügen, noch vieler Hände und Herzen. Darum fragen wir uns heute, wo und wie können die Frauen, die Mütter helfend eingreifen. Ist der Weg in die Ortsherberge zur Besichtigung vollzogen, ist die Fühlung mit dem Ortsgruppenvorstand genommen, hat dieser die ihm von seiten der Frauen oder ihrer Vereine vorgeschlagene, nicht nur interessierte, sondern stark„wollende“ Frau in den Vorstand aufgenommen, so ist die Verbindung hergestellt. Nun muß die Frau des Vorstandes Mittlerin zwischen diesem und ihrem Frauenbund sein, muß Führungen mit anschließender Besprechung oder kleine Teestunden in der Herberge veranstalten, in denen Wünsche geäußert und meistens überraschend schnell erfüllt werden. Die kleinen Unkosten trägt jeder selbst, und Jugendgruppen sorgen für etwas Unterhaltung und für freundliche Bedienung. Sehr zu empfehlen sind einmalige jährliche, größere Veranstaltungen zum Besten der Herberge. Die JuG * S 89 g gend bestreitet auch dazu zweamäßig die Unterhaltung, da ihr ja das Werk gilt. Schulen und Behorden sollten dazu geladen und weite Kreise dazu gebeten werden. Um sie alle zu erfassen, ist es eine lohnende Aufgabe für Frauenstadtbünde. Natürlich müssen weibliche Stadtverordnete besonders gewonnen werden. Sehr zu empfehlen, aber schon etwas schwieriger ist die Verbindung weiter Frauenkreise mit den Jugendgruppen. Ausflüge in die Herbergen der Umgegend sind wegen ihres informatorischen Charakters sehr lohnend. Vor allem aber können immer wieder dem Herbergswerk Mitglieder geworben werden, auch Vereine sollten sich korporativ anschließen. Durch die allen Mitgliedern zugehende schöne Her bergszeitung erfährt man alles Wissenswerte, alles Wissensnötige über das Große dieses uns ganz beanspruchenden Werkes. Wer ihm dient, dient der Volkswohlfahrt, der Volksgesundheit. Lebenspendende Kräfte sind in ihm umschlossen. Einfachheit, die nicht mehr romantisch umwittert zu sein braucht, sondern zweckmäßig durchdacht und hygienisch einwandfrei ist, soll die äußere Form des deutschen Jugendherbergswerkes sein. Wir müssen, wenn wir mitbauen wollen, en diesem Werk, Inneres und Aeußeres erkennen, beides erwägen und ganz durchdrungen sein von ihm. Dann wird die Begeisterung in uns wach, die ja Schwungkraft unseres Willens ist, eines Willens, den in die Tat umzusetzen Gewinn und eigene Lebensbereicherung bedeutet. Wir Frauen gehören ins Jugendherbergswerk; laßt uns ihm Mütter werden. bleit die dafür nötige kurze Zeit übrig. Wer: Eine junge Hausfrau some möglichst alles es fertig bringt, regelmäßig morgens den Ober= kennen und können, und zwar sehr gründlich, körper beim Waschen kalt abzureiben, kann sein Wohlbefinden noch erhöhen, härtet sich ab und treibt mit einem Aufwand von fünf Minuten dem Körper sehr zuträgliche Pflege. Alle im Orte befindlichen Badegelegenheiten sollten so oft als möglich benutzt werden. Auch die Einwirkung frischen Wassers auf den Körper ist sehr wohltätig; nicht allein, weil die Sauberkeit gesördert wird, auch weil manche Krankheiten durch sie verhindert werden. Kl. Wie man sich einrichtet Guter Rat für junge Eheleute. Sind wir richtig gekleidet? Draußen ist es schön geworden. Die Sonne ergießt sich wohltätig auf Natur und Menschen. Alles, was atmet, läßt sich von der Sonne durchgluten, um durch sie gestärkt, mit neuer Kraft ans Tagewerk zu gehen. Wie wohl fühlen wir uns in unserer frisch gestöberten Stube. Selbstgepflückte Blumensträuße stehen auf dem Tisch. Durch die weitgeöffneten Fenster flutet die Sonne warm herein. Da bleibt kein Winkel dunkel, kein Eckchen feucht. Mit durchgreifendem Eifer treiben Luft und Sonne alles Dumpfe, Bedrückende aus den vier Wänden. Unsere Stube hat ihr Sommerkleid angelegt Die luftige, saubere, durchsonnte Stube sei uns Symbol für unsere Kleidung! Jetzt ist es Zeit, einmal zu prüfen, ob wir auch gesundheitsfördernd und zweckentsprechend angezogen sind. Im allgemeinen hat die schaffende, sich immerfort bewegende Landfrau viel zu viel an. Fort mit mehr als einem Unterrock, mit den beengenden, zu warmen Untertaillen, mit den Korsetts und hochgeschlossenen Wollblusen, mit den allzu dicken Wollstrümpfen! Ueberflüssige oder zu warme Kleidungsstücke hindern daß Luft und Sonne in zuträglichem Maße an den Körper herankönnen. Ohne diese beiden so wichtigen Lebenssaktoren kann sich der Körper nicht entsalten oder gesund erhalten. Ja, oft ist die zu warme, feste Kleidung der einzige Grund für unangenehme Erkältungserscheinungen. Den durch die Arbeitsbewegung und zu warme Kleidung in übermäßige Hitze geratenen Körper können Erkältungen sehr leicht anfallen. Aus diesem Grunde schon ist es geraten, sich abzuhärten und im warmen Frühjahr schon mit der leichteren Bekleidung zu beginnen. Sie besteht am besten aus Hemd, Untertaille, Mieder für Straps zum Zuknöpfen(auf keinen Fall Korsett), Beinkleider, einem Unterrock und zusammenhängendem Kleid. Rock und Bluse sind für die Arbeit nicht so geeignet wie das ganze Kleid. Das Gurtband des Rockes läßt nicht genügend Bewegungsfreiheit zu und preßt die Unterkleidung zu fest an den Körper. Fühlen wir uns in jeder Beziehung frisch und frei, so geht die Arbeit noch einmal so schnell von der Hand; wir ermüden nicht so leicht und bleiben den Tag über frohgestimmt. Also noch einmal: Laßt möglichst viel Luft und Sonne an den Körper, indem alles überflüssige Zeug weggelassen wird! Für den Fall kalter Witterung haben wir ja die so praktischen Strickwesten, in die man leicht und schnell hineinschlüpfen kann und die obendrein noch hübsch aussehen. Der Kopf darf natürlich nicht zuviel der Sonne ausgesetzt sein. Für diesen Fall ist das schützende Kopftuch angebracht. Ein Schriftsteller hat einmal geaußert, daß die Kleidung am meisten bestimmend für das tägliche Wohlbefinden des Menschen sei. Leichte, frische, saubere Kleidung müsse den Menschen froh erhalten, während dicht abschließende, unordentliche Kleider den Menschen mürrisch und zuwider machen. Die Körperpflege soll nicht allein den Vorrecht der Stadtfrau soin. Auch der Landfrau Man fängt heutzutage sehr bescheiden an, wenn man sich verheiratet. So manches eigentlich recht nötige Möbel= oder Gebrauchsstück fehlt anfangs noch. Man lernt eben sich behelsen! Spätere, vom Wirtschaftsgeld ersparte allmähliche Anschaffungen machen außerdem viel mehr Freude, als jene„kompletten Aussteuern der Vorkriegszeit, bei denen nichts, aber auch nichts fehlte und die Braut brav und willig alles übernahm, was schon Mutters Mutter einstmals für praktisch und nötig besunden hatte. Glücklich, das junge Paar, das überhaupt in eine eigene Wohnung hineinheiraten kann nicht„möbliert" zu wohnen braucht und wirklich eigene Räume einzurichten beginnt. Wenn auch nicht alles neu ist, die Wohnzimmermöbel z. B. von Großmutter stammen, so sehen sie neu aufgepolstert und stilecht bezogen doch sehr behaglich aus. Man muß schon froh sein, wenn überhaupt noch alte, wohlerhaltene F milienstücke vorhanden sind. Ausgaben für andere gibt es dennoch überreichlich. Bei der Schlafzimmereinrichtung sollte man weniger sparen, als bei Möbeln des Wohnzimmers. Wenn man billige Betten aus minderwertigem Material, schlecht federnde Matratzen, Schränke mit hängenden oder knarrenden Türen, Waschtische mit ewig klemmenden Schubladen kauft, so bereut man das sehr bald. Betten sollen ein ganzes langes Leben aushalten, sie müssen vielleicht auch für Zeiten der Krankheit wochenlang ihre Dienste tun, müssen also bequem und dauerhaft sein. Nie wird man eine teure, aber solide Anschaffung bereuen. Hat man ein einigermaßen geräumiges Badezimmer, vom Schlafzimmer nicht allzu weit entfernt, so erübrigt sich der Waschtisch. Ein weißlackiertes Brettchen an der Badezimmerwand nimmt alles auf, was man zum Toilettemachen braucht. Ein gleiches genügend breites Brett quer über die Badewanne gelegt, darauf Waschschüssel und Seifennapf, oder, wenn Platz vorhanden ist, ein Waschständer, eine Hakenleiste für die verschiedenen Handtücher: und die Wascheinrichtung ist fertig. Wie angenehm, wenn man nicht mit Wasserkannen. mit Eimern, mit Karaffen und Mundspülgläsern die Schlafstube zu versorgen hat, wenn dort vom großen Spiegel des Ankleideschrankes, vom blank gebohnerten Fußboden, nicht alle Morgen Spritzer und Wasserlachen weggewischt werden müssen! Freilich, nur in dicht gebauten Stadtwohnungen kann man jene bequeme Einrichtung treffen. In Landhäusern, wo man erst über Treppen und lange Gänge zur Badestube gelangen kann, muß man die Waschgelegenheit besser in das Schlafzimmer verlegen. Ein kleiner Toilettentisch, im Notfall ein einfacher Tisch mit netter Decke oder Mullbehang, mit einem Spiegel darauf oder dahinter, dient der jungen Frau zum Frisieren, dem Ehemann zum Rasieren. Der häufig vertretene Spiegel hinter dem Waschtisch, ewig bespritzt und darum nur Arbeit verursachend, erübrigt sich. Nur sehr wenige junge Ehepaare werden heutzutage die Ausgabe für eine Hausangestellte mit ihren Einnahmen vereinigen können. Oberster Gesichtspunkt bei der Einrichtung muß also sein, alle täglich wiederkehrenden Arbeiten sich möglichst zu erleichtern. Die ewig „pusselnde“, staubwischende, unruhig=geschäftige Hausfrau gilt nicht mehr als das Fdeal des modernen jungen Mannes. Er will mit seiner Frau in der Freizeit Erholung genießen, Ausflüge machen oder Sport treiben. Darum sei klug junge Anfängerin: Richte deinen neuen kleinen Haushalt so einfach, übersichtlich und praktisch wie möglich ein. Fort mit dem Stolz älterer Generationen: Den unnütz umherhängenden, schleifengeschmückten Ziertöpfchen am Küchenrahmen, den bänderdurchzogenen Häkelspitzen im Geschirrund Vorratsschrank! Nur praktische Gebrauchsgegenstände, die das Kochen erleichtern und die Vorbereitung dazu beschleunigen, gehören in die moderne Küche. was zu ihren Pflichten gehört, aber sie tut ihrem Mann keinen Gefallen, wenn sie in diesen Pflichten völlig aufgeht und für nichts anderes Zeit übrig behält. Darum muß der Hauptwert bei der Einrichtung auf die Frage gelegt werden: Wie spare ich Zeit, damit ich meinem Mann mehr sein kann als bloß Köchin und Wirtschafterin, sondern Kameradin bei allen seinen Unternehmungen. Charlotte Kühl von Kalckstein Frühjahrs-Schnupfen Gerade in den ersten schönen Sommertagen neigen viele Menschen dazu, sich Erkältungen zuzuziehen. Das ist sehr leicht verständlich, denn die Körperhaut, dieser wichtige Ausgleicher unserer Körperwärme, ist durch die lange Zeit getragene, Luft abschließende Winterkleidung sehr verweichlicht. Zu leicht lockt der warme Sonnenschein zu luftiger Kleidung. Da die Haut die oft starke Windbewegung noch nicht gewohnt ist, kommt es leicht zu mehr over weniger schweren Erkaltungen. Namentlich Hals= und Nasenschleimhäute werden leicht gereizt und man bekommt den lästigen und oft lang anhaltenden Frühjahrsschnupfen. Es gibt viele Menschen, denen dieser Schnupfen regelmäßig jedes Jahr die ersten schönen Sonnentage verlelbet. Man sollte auch den kleinsten Schnupfen nicht unbeachtet lassen, denn er verläuft nicht immer harmlos. Bei fieberfreiem Schnupfen hält man sich am besten recht lange im Freien auf. Sofortige Erleichterung bringt oft ein Kamillendampfbad. Man brüht in einer Schüssel Kamille auf und hält den Kopf über den dampfenden Aufguß. Um ein Entweichen der Dämpfe zu verhindern, deckt man ein Tuch über Kopf und Gefäß. Dieses Bad macht man 3mal am Tage. Eine Stunde nach dem Bad soll man im Zimmer bleiben. Vor dem Zubettgehen tun ein heißes Fußbad und heißer Kamillentee gute Dienste. Dem Dampfbad kann man etwas Eukalyptusöl zusetzen. Es ist sehr angenehm und lindernd. Schnupfenwatte in die Nase eingeführt, schafft augenblicklich Erleichterung und kürzt den Entzündungsprozeß ab. Eine entzündete Nase entsteht meistens durch die Benutzung von feuchten Taschentüchern. Man benutzt in den schlimmen Tagen am besten nur Papiertaschentücher oder kleine Stückchen Zellstoffwatte, die nach Gebrauch sofort vernichtet werden. Das verhindert die immer wiederkehrende Infektion durch die in der Absonderung enthaltenen Schnupfenb.# len und hält Reizungen der Haut fern.(Ein Paket Zellstoffwatte sollte in jedem Haushalt vorrätig sein, denn sie ist sehr billig und außerordentlich angenehm in vielen Fällen, denn sie ist weich, sehr saugfähig, sauberer als z. B. ein Taschentuch und mühelos zu vernichten.) Ist die Nase entzündet, dann muß die Stelle mit Vaseline, Zinkpaste oder Goldcreme vor neuer Reizung geschützt werden. Sehr oft ist der Schnupfen von Rachenkatarrh und Mandelentzündung begleitet. Bei Rachenkatarrh hat man ein Gefühl des Wundseins und Kratzens im Halse. Auch da hilft das Gesichtsdampfbad mit Eukalyptusöl. Die Dämnfe müssen eingeatmet werden. Auch Mund pülungen und Guraeln mit Wasserstoffsuperoxyd, Emser Salz, Borax, Kamillentee helfen und In Reclams Universal=Bibliothek erschien: Reclams Gartenbuch. Herausgegeben von Karl Weinhausen Mit 15 Abbildungen im Text. Nr. 7148. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. Das ist mal ein Buch, an dem jeder praktisch veranlagte Mensch Freude haben kann. Da werden nicht die verlockenden Farben einzelner Rosen= oder Dahliensorten geschildert, da werden nicht Aepfel oder Salate besonders empfohlen, da steht überhaupt nichte drin, was man auch jedem Katalog einer Gärtnerei entnehmen kann. Dafür aber ist alles enthalten, was wirklich wichtig und anderswo nicht zu finden ist! Auch der schon erfahrene Gartenbesitzer wird viele Winke erhalten, die ihm zeigen, wo er bisher Fehler machte. Und für den Anfänger ist dieses ungemein billige, aber erschöpfende Gartenbuch einfach unentbehrlich. Hier lernt er, wie man Wege baut, welche Grassorten man bei dem oder jenem Boden verwenden soll, welche Stauden in den einzelnen Monaten blühen, wie man Obstbäume richtig umpfropft— und alles das viele, das man eben nur lernen kann, wenn ein wirhlich guter Gärtner seine großen Erfahrungen in einsachen klaren Worten und Sätzen preisgibt. Ausgezeichnete Abbildungen erläutern hen Tert.