* So geht ein Zauder aus vom schönen Brief. Ganz wie von einem hohen Fest. Nicht du allein, der ihn bekam, ist tief durch ihn beglückt; der Schreiber selbst gab ihn im Vollgefühl der Freude auf. Schöne Briefe haben künstlerischen Wert. Sie sind Harmonien von Gedanklichkeit und Seele. Ganz wie in einer keinen Komposition, in einem schönen Bild, in jedem künstlerischen Werk, sieht sich der Schöpser selbst darin. Auf diese Weise können alle Künstler sein. Die Kraft muß nur vorhanden sein, den Alltag von sich abzuwerfen. Das Herz ist gern die Werkstatt dieser schönen Kunst. G. —12— Was mir in Paris nicht gefallen hat Kleine Vosheiten. Paris ist tonangebend in der Mode. Mit dieser Meinung durchwanderte ich Paris. Nachdenklich blickten meine Augen auf die vielen nachlässig gekleideten, ja schmutzigen Bürgerfrauen, Geschäftsinhaberinnen und Arbeitermädchen. Ist man gut angezogen, so wird man auf der Untergrundbahn und im Omnibus auffallend angestarrt und fühlt, daß es richtiger gewesen wäre, eine der billigen Autodroschken zu nehmen. Paris ist Weltstadt. Schön! Willst du dir dort aber beim Bäcker ein paar Brötchen oder die berühmten knusperigen Hörnchen erstehen, so sei klug und nimm dir Einwickelpapier mit. Nan erwartet, daß du sie uneingewickelt in deine Manteltaschen stopfst oder reicht dir zur Not ein Fetzchen braunes, ganz dünnes Seidenpapier, das außerdem bezahlt werden muß Felertag Siehe, wir sind beisammen, Wetter und Wind verklingt, Goldenes Sonnenflammen Ueber den Himmel schwingt. Ueber das Traumgelände Gleitet ein Glockenschlag— Laß deine regen Hände Ruhen am Feiertag! Feiertag... Singende Seele, Weißt du, weshalb du singst? Daß du aus trunhener Kehle Wenige Worte nur ringst? Feiertagsselige Worte... Purpurn wie Laub des Weine Ueber der Lebenspforte: Siehe, nun sind wir eins. Rudolf Herzog. Die Pariser Markthallen sind um ihrer großartigen Konstruktion aus Eisen und Glas willen berühmt. Kauft man dort ein, tut man gut daran, sich alte Mäntel anzuziehen, denn die Stände sind eng nebeneinander und die Durchgänge schmal und schlüpfrig. Und die Luft! Froh begrüßt man wieder das himmlische Licht. Frankreich ist das Land der Liberte! Im Theater zieht jeder an, was ihm gefällt, Herren sitzen im Ueberzieher, sparen sogar den Frank für die Hutablage, und kein Mensch wagt„pst“ zu rufen, wenn während der groden Arie ungeniert weiter drauflosgeschwatzt wird. Der ungeduldige Ruf nach der Verkäuferin, mit dem die Deutsche ihre Kauflust erst bemerkbar machen muß, ist in Paris nicht nötig; an keinem Stand des Warenhauses kommt man vorbei, ohne angehalten und auf marktschreiertsche Weise zum Kauf aufgefordert zu werden. In den billigen Mittogslokalen„a prix fix" gibt es vier Gänge und ein viertel Liter Wein für etwa eine Mark, ein Eßlöffel voll auf jeden Teller, von jedem nur einen kleinen Kosthappen, aber man hat so das tröstliche Bewußtsein, ein regelrechtes Dejeuner der großen Welt zu sich zu nehmen, wenn das„Hors d’oevre“ auch nur aus—— der Hälfte eines Heringsrückens bestand. Charlotte Kühl von Kalkstein. Lästige Gerüche zu entfernen Ahnungslos betritt man, vom Spaziergang oder vom Einkauf kommend, das Haus. Schon zieht man die Nase kraus: Welch ein Duft, na ja, Frau Müller hat mal wieder Milch anbrennen lassen! Man steigt eilig eine Treppe höher, aber da kommt es noch schlimmer. Schulzes lieben die Bratkartoffeln mit sehr viel Zwiebeln, das ganze Treppenhaus ist erfüllt von dem mehr kräftigen als lieblichen Aroma. Man beeilt sich, um in seine eigenen vier Wände zu gelangen, fährt aber entsetzt vor einem penetranten Geruch zurück. Und dann stürzt man in die Küche und schließt das Fenster. Irgendwo gibt es heute Sauerkraut, das muß natürlich die ganze Nachbarschaft wissen, ob sie will oder nicht. um emtsem mi beim Eine neue Königin von Saba. Die Mitglieder des abessinischen Königshauses halten sich für die Nachkommen Salomos. Sie glauben nämlich, von dem Knaben abzustammen, den die schöne und kluge Königin von Saba als Pfand ihrer Liebe von ihrer Reise nach Jerusalem in die abessinische Heimat zurückbrachte. Es soll nicht untersucht werden, ob es mit diesem angeblichen Stammbaum auch seine Richtigkeit hat. Interessanter ist es, zu erfahren, daß es seit kurzem eine neue Königin von Saba gibt und zwar aus Salomos eigenem Geschlecht. Sie ist sicher nicht weniger klug als ihre berühmte Ahnfrau, denn wie wäre es sonst der kleinen Polin Rahel Meyer gelungen, den weiten Sprung vom unbedeutenden Elternhaus am Weichselstrand bis in den Königspalast von Addis Abeba zu machen? Die Nachkriegszeit sah zwar Rahel schon als Frau eines ehemaligen zaristischen Obersten mit den Resten der Wrangelarmee in Konstantinopel stranden, was immerhin schon von gewissen Erfolgen im Leben der jungen Danie spricht, doch die Zukunft sah recht trühe aus. Der Mann mußte nämlich— wahrscheinlich weil er nicht gleichzeitig Ernährer war— verabschiedet werden, und Rahel trat auf verschiedenen Kabarettbühnen Osteuropas auf, bis sie eines Tages in der abessinischen Hauptstadt landete, um das Herz des Herrschers rasch gesangen zu nehmen. Vor kurzem erlebte sie den unerhofften Triumph, daß der Nachkomme Salomos sie in aller Form zu seiner Frau machte, in welcher Beziehung die kleine Rahel Mever es somit weiter gebracht hat als die Königin von Saba selbst. Gingen Sie schon einmal auf Entdeckungsreisen mit der„neuen linie"? Im gehts nach Holland. Paul Fechter schreibt über„die Landschaft der weiten Räume": das ist das charakteristische Wort, un iscz P Geyärht dazu, da ist der charakteristische dische Architektur in modernsten Beispielen, holländisches Kunstgewerbe mit den dämonischen, Puppengeschöpfen Harry van broeks: zum ersten Mal dann für eine breitere Oeffentlichkeit die Schätze der Kunstsammlung Kröller=Müller aus dem Haag. Ueberraschungen durch„die neue linie": als erste deutsche Zeitschrift bringt sie, kaum daß die„Leutsche Bauausstellung 1931“ in Berlin ihre rore öffnete, bereits eine ihrer interessantesten sungen: in farbigen Zeichnungen sehr se den„Ring der Frauen". Dazu ein Interview mit dem Meister Peter Behrens. Im Modenteil Frühsommerliches=Sommerlichgz.—. Pgrarische Kostbarkeit dieser„neuen linie“: Ende vom Lied Vom Lied ohne Ende“, eine Novelle von Hans Johst,— der Mann, der Mann ein Tichter. Er kommt heiter diesmal, leichten Schritts aus der Welt der Kulissen, aber er verläßt sein Niveau nicht.. Sollten Sie nicht Bescheid wissen: Sie haufen „die neue linie“ für 1 Mark in allen Buchhandlungen. Verlag Otto Beyer Leipzig=BerDas sind unvermeidliche Begleiterscheinungen der dichtbevölkerten städtischen Mietshäuser; die vielerlei Gerüche können sich nicht schnell und gründlich genug verflüchtigen. Manches wäre freilich zu vermeiden, wie das Ueberlaufen der Milch, das Anbrennen der Speisen, auch die Gerüche durch verdorbene Speisen, durch zu langes Stehenlassen der Abfälle, womöglich im offenen Eimer, durch das Herumliegenlassen von Geräten, die mit scharf riechenden Substanzen in Berührung kamen usw. Die denkende Hausfrau weiß, daß sie streng auf Hygiene in Haus und Küche achten muß, um nicht die Luft durch üble Gerüche zu verschlechtern. Das gilt in der heißen Jahreszeit noch mehr als sonst. Der dumpfe Geruch im Eisschrank wird vermieden durch peinliche Sauberkeit. Vor und nach der Benützung wird der Schrank gründlich ausgeschwefelt. Oefter wird er mit Sodawasser oder mit einer Lösung von übermangansaurem Koli ausgewaschen und gut ausgetrocknet. Ein Teller mit Kaffeegrund in den offenen Schrank gestellt, nimmt den dumpfen Geruch fort. Das Eis sollte in einem täglich in frischem Wasser ausgewaschenen Tuch liegen; versäumt man dieses tägliche Auswaschen, entsteht übler Geruch. Alle Einsätze, Glasplatten usw. müssen tadellos sauber sein. Käse und Aehnliches darf niemals offen in den Schrank gestellt werden Muffige Zimmerluft wird verbessert, wenn man ein Gefäß mit kochendem Wasser aufstellt und einen Löffel voll Terpentinöl hinein träufelt. Tabakgeruch verschwindet durch das Aufhängen von feuchten Schwämmen, die immer wieder aufs neue befeuchtet werden müssen, bis der Geruch vollständig beseitigt ist. Ein altes bewährtes Hausfrauenmittel zur Vertreibung des lästigen Tobakgeruches ist auch das Oeffnen der Ofentüre. Besonders wirksam st die Maßnahme, wenn man die Ofentüre während der Nacht geöffnet läßt. Geschirr und Bestecke, besonders Messer, die mit Fisch, Zwiebel und dergleichen in Berührung gekommen sind, müssen mit Zeitungspapier abgerieben oder gleich unter fließendes Wasser gehalten werden. Heringsgeruch haftet sehr lange an den Messern, wenn diese Vor#maßregel nicht angewandt wird. * eringsgeruch an den Händen. ZwiebelHerings= und ander; unerwünschte Gerüche an den Händen beseitigt man am schnellsten mit Zitronensaft. Die Hausfrau sollte immer angelschnittene Zitrone in der Küche zum Gebrauch bereit haben, und die Schalen erst fortwerfen wenn sie damit die Hände gereinigt hat, denn zu diesem Zweck ist immer noch genügend Saft darin enthalten. Tlisaheth Berger. Ein Liebesabenteuer Napoleons. Im Westen Kairos hinter dem Dorfe Embabe liegt die Ebene, wo Napoleon. etliche Kilometer von den Pyramiden entfernt die Mamelucken geschlagen hat. Es war im Jahre 1798 am 21. Juli. Eines Tages, beim Besuch dieser Königsgräber, befand sich auch eine Dame in Begleitung des siegreichen Generals. Napoleon war bekanntlich kein Verächter des zarten Geschlechtes, auch auf seinen Feldzügen nicht, so sehr er sich sonst über weibliche Schwächen lustig machte. Er wollte gern mit der Dame allein sein, und da sich in der Wüste sonst keine Gelegenheit zu solchem Stelldichein fand, verschwand er mit der Frau unbemerkt im schmalen Eingang der Cheopspyramide. Indes einige Araber hatten das Paar„Christenhunde" bemerkt, sie schlichen sich von der Seite herzu, doch nicht aus Neugier, oder um das Liebesglück der beiden zu stören: Eiligst schoben sie gewaltige Steine vor den Eingang und vermauerten ihn innerhalb einiger Minuten derart, daß das Paar wohl niemals wieder Aegyptens Sonne erblickt hätten, wenn nicht um dieselbe Stunde eine Schar französischer Reiter vorübergekommen wäre, die den General'aus seiner verzweifelten Lage befreiten. Ein eigenartiger Zufall, an dem das künftige Geschick Europas damals geknüpft war! Wie hätte sich die Geschichte weiter entwickelt, wenn der General für immer in der Pyramide geblieben wäre? Daheim(87. Jahrgang Nr. 32). Berlin wird zur Zeit von der Bauausstellung beherrscht. In drei Beiträgen nimmt das Daheim im vorliegenden Heft zu diesem Ereignis Stellung: einmal in einem Aufsatz„Was bringt die Bauausstellung?", dann in einer Beschreibung des größten deutschen Stahlbaus, des Bibliotheksbaus des Münchner deutschen Museums und endlich in sehr ergötzlicher Weise in einer Novelle von Frida Schanz:„Die Aussicht.“ In die Zeit schlägt ferner eine spannende Abhandlung P. A. Merbachs über die Zerstörung Magdeburgs vor 300 Jahren und ein Beitrag über Jugendwandern als Weckruf zum Kongreß für Jugendhert gen. Höchst interessant ist auch der Bericht Otto Lehmanns, des bekannten Lufthansa. uns, über seine Jostflüge in den Vereinigten Staaten. Um diese Hauptbeiträge gruppiert sich noch eine Fülle von Gaben in Form von wertvollen Bildern und kleineren Aufsätzen, von Rätseln und Ratschlägen, von Plaudereien und Anregungen, so daß jeder Leser der bewährten Familienzeitschrift wieder seine Freude an diesem neuesten, so lebendigen Heft haben wird, in dem sich Unterhaltung und Belehrung auf das Glücklichste paaren. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. * D r u c k u n d V e r l a g: P. A. S a n t z, A l t e n a. * 2. 6: SS-gE SSOROESR DogeS F 7953 FFFSar PSSTögS S SSRESGS VoFES PSässr 825s SBFRESES Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 18 Altena, den 12. Mai 193 1 Männerurteile über Frauen Von G. Buetz=Dessau. Zwei Männer völlig verschiedener Einstellung, einander lebens= und rassenfremd, haben si chunlängst über die Frauen der heutigen Zeit geäußert: Ford und Mussolini. Die Frauenwelt horchte auf, vernahm das Wort und fand sich falsch beurteilt. Hat doch Mussolini seine Ansicht über Wert und Lebensbestimmung der Frau in nicht viel anderer Weise geäußert, als sein großes Vorbild Napoleon. Die Einstellung des Kaisers gegenüber den Frauen kennzeichnete sich in dem Verweis, den er Josephine erteilte:„Madame, ich habe Sie geheiratet, damit Sie mir Kinder und nicht Ratschläge geben.“ Nicht viel anders, dem Sinne nach völlig gleich, lauten Mussolinis Ansichten über die zlichkeit.„Frauen", schreibt er,„sind ein Segen im Leben. Aber die höchste Aufgabe, die ihnen obliegt, ist die, zu Hause zubleiben, ihre Kinder zu warten und uns die weibliche Hilfe zu geben, deren der Mann bedarf.“ Mussolinis Gattin lebt völlig zurückgezogen. Sie nimmt an den öffentlichen Feiern so wenig teil wie an den großen Empfängen. Sie lehnt es ab, auch nur in der bescheidensten Weise von sich reden zu machen. Mussolini hat aber nicht nur den Begriff der Mutterschaft für die Frau als höchstes Gut erklärt, sondern er äußerte auch die Ansicht, daß es die geistigen Fähigkeiten der Frauen nicht gestatten, ihre Lebensziele jenseits d. enzen der Hauswirtschaft zu erblicken. Der Duce nennt die Weiblichkeit auch unserer Tse„Vertrauensselige. gläubige kleine Tiere.“ Diese Einstellung wird in Italien dem Gefeierten mit leichtem Lächeln verziehen. Eine temperamentvolle Italienerin verkündete:„Unser großes Vorbild gab uns die Lehre, zu handeln und zu“ weigen. Mussolini, der uns F nen die politische Fähigkeit abspricht, würdigt uns doch, in die Reihen der Schwarzhemden einzutreten. Gut, wir schweigen, aber die Frauen im schwarzen Gewand werden im faschistischen Italien eine Kraft darstellen, die lauter von sich reden machen wird als jedes Part. Wer die Pflicht anerkennt, hat das Urteil nicht zu scheuen.“ Mussolini segt den Frauen nicht nur Mangel an geistiger Kraft nach, er hält die grauen auch für ideenarm und unfähig, selbst schöpferisch der Menschheit Werte zu verleihen. Er hat unläng“t die Frage gestellt:„Haben Sie jemals eine wirklich praktische Frau gesehen? Ich nicht!“. Und der Duce verweist eifrig auf die Frauenmode, auf die zeitraubende Arbeitsart der Frau im Hause, die ohne Rationalisierung und Sachlichkeit angeordnet und ausgeführt wird. Leise lächeln wieder auch hierzu die italienischen Frauen, denn sie wissen am besten, wie praktisch für sie im heißen italienischen Sommer die von höchster Stelle angeordnete schwarze Kleidung ist.„Auch große Männer irren", liest man auf ihren spitzbübischen Gesichtern. Im Ausland ist man dem Urteil des Duce gegenüber weniger zurückhaltend, findet sich aber meist mit dem Hinweis ab, daß an der noch rückständigen Italienerin Kritik geübt wird. Denn welche umerikanerin würde es gestatten ihr Lebensoild mit jenem der Italienerin zu vergleichen? Nun müs; aber die Amerikanerinnen im eigenen Lande einen Mann beherbergen, der nicht schmeichelhafter von den Frauen spricht als der große Italiener. Dieser Mann ist Henry Ford. Nordamerikas Industriefürst und Organisator; der Mann, nach dessen Wirtschaftssachlichkeit Europa seine Betriebe einstellt, hat klar und deutlich ausgesprochen, daß er die Frauenarbeit außerhalb der Grenzen des Hauses für eine vorübergehende ErscheiDeutschlands neue Schönheitskönigin. Die Filmschauspielerin Daisy d'Ora (Baronesse Freyberg) wurde in Berlin zur Schönheitokönigin „Miß Germany“ 1931 gewählt. Daisy. d'Ora geht also als Kandidatin zur Wahl der„Miß Europa“ nach Paris und zur „Miß Universum" nach Galveston(USA.). nung hält. Auch in seinen Augen istdie Weiblichkeit weder schöpferisch noch sachlich veranlagt. Ford leugnet für die Frauen nicht nur das Können, sondern auch den Willen, verantwortlich tätig zu sein. Ihre Arbeit erscheint ihm als eine Leistung, die in all ihren Formen nur derienigen des Industriearbeiters gleichzustellen ist, der keinerlei Verantwortung zu tragen hat.„Frauen“, sagt Ford,„sind nur in der Lage, übertragene Arbeiten auszuführen, vor der Uebernahme von Verantwortung scheuen sie zurück.“ Der große Industrielle nennt sie Handlanger des Wirtschaftslebens. Als einzig wahres Betätigungsfeld für die Frauen sieht auch Ford das Heim, die Hauswirtschaft an. Er ist sogar davon überzeugt, daß die Frauenarbeit in absehbarer Zeit wieder aus dem Berufsleben verschwunden sein wird.„Warum", meint Ford,„sollen die Frauenkräfte in Gebieten eingesetzt werden, die ihren körperlichen und geistigen Eigenschaften nicht entsprechen, während durch Jahrhunderte die Frauenarbeit im Hause unler bare Werte schuf?“ Wenn man zu den Aeußerungen der zwei großen Persönlichkeiten Stellung nimmt, muß man allerdings sagen, daß sie bei ihren Urteilen über die Frauen Ziele im Auge haben, die sie erreicht sehen möchten. Mussolini, der Staatsmann, sieht mit Besorgnis die Ziffern der Geburten in Italien. Diese haben in den letzten Jahren so erheblich nachgelassen, daß sie, wenn der Ausfall sich in gleicher Stärke fortsetzt, in zehn Jahren den niedrigen Stand Frankreichs erreichen werden. Mit einem so geringen Bevölkerungszuwachs aber kann Italien seine Pläne nicht verwirklichen. Dem Duce liegt alles daran, die Geburtenziffer zu heben. Um k'#s zu ermöglichen, ist c, notwendig, die Frau wieder im Hause zu verankern, sie wieder zur„nur Mutter“ zu machen. Ford wiederum hat den Grundsatz der reinen hlichkeit im Wirtschaftsleben mit größter Energie veneten, und darauf beruhen seine Welterfolge. Zu den Qualitätskräften rechnet Ford die Frauen nicht, er sieht in ihrer Arbeit nur diejenige Tätigkeit, die sich in den schon überfüllten Gebieten des Arbeitsmarktes anbietet, dort den Wettbewerb nur vermehrt. Eist so nach Ford unsachlich, die Frauen auf dem alle meinen Arbeitsmarkt zu belassen und das Haus leer stehen zu sehen, das nach der Frauenhand verlangt. —12— Die Hausfrau räumt auf Der Frühjahrshausputz beginnt.— Keine falsche Sparsamkeit.— Oesen und Licht auch im Sommer.— Rehr Heimsiun! Von Anne=Marie Becker. * Jede rechte Hausfrau ist traditionell verpflichtet, zu Pfingsten den großen Frühjahrshausputz zu halten. Es ist keine schlechte Tradition— wenn sich auch eine ganze Anzahl männlicher Witze darüber lustig macht— zm kommenden Sommer alle Reste des Wintero aus der Wohnung zu vertreiben. Wie der einzelne Mensch sich auf Sonne, Licht und Luft umstellt, so soll auch die Wohnung von der winterlichen Aufgabe, Zuflucht zu sein vor den Unbilden der Witterung, umgestellt werden auf die andere, ein heiterer Versammlungs= und Aufenthaltsort der Familie zu sein, die sich froh zu einander gesellt. Die alte stäotische Sitte, zur schönen Jahreszeit eine Sommerwohnung vor den Toren der Stadt zu beziehen entsprang ganz und gar dem Gefühl, daß der rauhe Winter andere Wohnbedürfnisse schaffe als der freundliche Sommer. Wir die wir es uns nicht leisten können, zwei Wohnungen zu unterhalten, sondern auf eine und dieselbe angewiesen sind, sollen dennoch unser Heim dem Feühling und Sommer anpassen. Was tut not: Zuerst eine gehörige Reinigung und Lüftung aller Räume. Die Gardinen werden gewaschen; wo es nötig ist. wird ein Zimmer neu tapeziert, eine Decke, ein Fußboden neu gestrichen. Es ist leider Mode geworden solche Arbeiten selber zu machen, in der falschen Voraussetzung, daß damit gespart werden könne. Der Stolz auf die eigene Leistung schwindet aber bald, wenn sich nachher die Mängel herausstellen: die Tapete abplatzt, die schmutzige alte Decke wieder durchkommt, die Farbe vom Fußboden abblättert. Der Nachbar Handwerker ist der rechte Mann, die Wohnung instandzusetzen. Er soll auch geholt werden, wenn ein Möbelstück frisch zu volieren ist, die Kommode einen neuen Fuß braucht, der Schrank ein anderes Schloß haben muß und die Anzüge und Kleider für den Sommer ausgebessert und gebügelt werden sollen. Sie kommen ja wieder hervor aus Schränken und Truhen, machen Platz der Winterkleidung, die mottensicher und vor Staub geschützt ins Lager kommt. Die Oefen, rerhätschelte Freunde des Haushalts, treten in ihrer Bedeutung etwas zurück. Es gehört sich aber, daß man sie in der Uebergangszeit bis wenigstens zu den drei Eisheiligen und möglichst noch etwas darüber hinaus in ständiger Bereitschaft hält; nichts ist gefährlicher für die Gesundheit, als dem verwöhnten Körper die gewohnte Wärme zu entziehen. Im Sommer muß dann der Ofensetzer kommen und die Roste und Züge nachsehen, Fugen verstreichen und den Ofen überhaupt gründlich reinigen. Uebertrieben wäre es, den Herd in der Kuche außer Betrieb zu setzen, an seiner Statt ei#a den Gasherd zu benutzen, der winters aus berechtigter Sparsamkeit. um doppeltes Heizen zu vermeiden, in irgend einer Ecke stand. Die Aufgaben der Hausfrau im Sommer beschraniken sich ja nicht nur darauf, schnell ein leichtes Essen zu bereiten; sie muß auch einkochen und braucht dazu Wärme, sie muß heißes Wasser bereit haben zur Wäsche der Sommerkleider, sie muß einen warmen Platz haben für kalte regnerische Tage. Die paar Briketts im Kü — 60 — 60 60 1 — 8. 60 2 9 * * 9 * ∆ 95 — 2 0 0 60 S. 2 S 51 S 58S SSGSSSE 8 S.8SSSS S S r 598 S S S a g SS BSSSGSSE S SSERSSS Sgäleg as „S.Gpgssnn SOES“ SSME S#goggn Daß.S5Pg8U 4S%FS„S P. #G S. Fang S 8 SnS,P8 * G 8388 S S TS8 g s S. BESR 5 SSSERSR 1 W#n . 9.— S SeppIPSER S##.###BZESS „- SagTan BB.EE 803 T 9 Sx. Sügs 9883. 8 g 7 5 S 5g9 BSSESSSFSGSSS SS GosSoß ggags R6·SNRSESSESP ##SAFSETR ESSFS“SSTSSAg Soss—S SSSSgEDSgPOLS Sorgn GAs-s. F AsS.S5TR S3 S STmen Sng • 8 Tefäs 8 5 3 9— 2 S 8 s 55 9808s, B 56:4 HSSRERS En Reagan 9nd 8 8 Seß S 5.„ SS• ugu. 2 SSETEE S8# 9.— OE SnE S.9hgn R 8 98 S S. S88TR 8.288 88.88 9 S•* S 8 *8 S S#. S 0 2 P oE GF 25 S Sasen B#PgEn S 5.8.86 8 ng 588 SSA-ES BOU S A5 B gage # S. S# 5 #se! 8 80 8 S• S aT S#g *895: S 188P 5 6 S „BASBEE“ STr S 18PG2SBS RSSg„TERGS 2 SS. SSES 5DTs EgET P #S Gög-2g S. 1#g. nS S S T„SE S.30ETS Föh-eEgUSG 6—HUST6 ## SE JSESL SG FgSM n Sögs-Sacs 1 n * S SMPEE S S 6L S BaaS S 0B.T. B SScen 2. S ST S S. 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