K 69.—*— S###n S S 9" 5 55 * 5 277 □ 5 5 * 9 Fs S 36 S 7•2 92a * SSsLäng n VvorservEe Feit eine krampfhafte Stellung inne hatten. Wenn Sie morgens aufwachen, lassen Sie Ihre Augen durch das Zimmer wandern. hin und zurück, in alle Winkel, hinauf zur Decke hinab zum Fußboden— das ist eine ganz famose Uebung. Ihre Augenlider sind faltig, sehen zerknitdert aus? Dagegen gibt es ein gutes Mittel. Eine Kleinigkeit guten Krem sofort nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen aufgetragen,„das macht die Augenlider glatt und neschmeidig und erhält auch die Brauen und Zimpern voll und schön. Wer sich pudert, sollte stets nachher mit einer besonderen kleigen Bürste Brauen und Wimpern abbürsten. Eind diese allzu dünn von Natur, dann kann mit dem Stift ein wenig, aber auch nur ein wenig nachgeholfen werden. Morgendliche Augenbäder sind gleichfalls sehr empfehlenswert, am besten mit lauem Wasser. Mutter, meine Jugend möcht' ich dir geben, Meine ganze Jugend, mein ganzes junges Leben. Und wollte ohne Klagen— Mit freud'g Herzen tragen— Die Last deines Alters Und alles Leid In Ewigke Erika Thomy. Tragen Sie Gläser, dann achten Sie darauf, daß die Brille oder der Klemmer nicht zu fest auf der Nase sitzt und auf die darüber befindliche Stirnpartie drückt. Daß ungeeignete Gläser die Augen schädigen, wird immer noch nicht genügend berücksichtigt. Man sollte sowohl bei kurzsichtigen als auch bei weitund schwachsichtigen Augen diese mindestens einmal im Jahr vom Augenarzt prüfen und sich auch nux von diesem die erforderlichen Gläser verschreiben lasse ssen. Gläser verschreiben Alles sehen, alles aufnehmen— das muß die Losung während des Tages sein! Uninteressante Augen sind fast stets solche, die für nichts Interesse haben! Ihnen fehlt der lebendige strahlende Ausdruck, sie blicken stumpf und glanzlos. Elli B. Unterschied, ob eine Frau Besorgungen macht oder ob sie im Büro sitzt, ob sie zu einem Damenkaffee oder auf einen Ball geht. So selbstverständlich das hinsichtlich der Toilettenfrage erscheint, so wenig selbstverständlich wird es für den begleitenden Duft empfunden Man vergewaltigt ihn geradezu: er soll zu allem passen. Das ist natürlich eine Unmöglichkeit. Einzig die Toilettenwasser bringen dieses Kunststück fertig. Von morgens bis Mitternacht können sie an Stelle des Parfüms treten, ohne im geringsten lästig oder simpel zu wirken. Wer aber ein Parfüm wählt, muß sich über die eigene Wesensart und den Charakter des Kleides im klaren sein, um Mißgriffe zu vermeiden. Der Duft muß sich der Erscheinung anschmiegen, er darf die persönliche Nähe unterstreichen und soll der unentbehrliche Begleiter der gepflegten Frau sein. Sybill Auch der Duft ein modisches Beiwerk Wenn heute die großen Modehäuser ihren Modellen passende Parfüms mitgeben, so weisen sie bewußt darauf hin, daß ein bestimmter Duft sich keineswegs für jedes Kleid eignet. Wie jede Gelegenheit ihre besonderen Garderobenvorschriften hat, so hat die Garderobe wiederum ihre eigenen Gesetze. In der Forderung nach völliger Uebereinstimmung alles modischen Beiwerks ist auch die Wahl des Wohlgeruches eingeschlossen. Es ist ein Die Verteilung der sozialen Lasten zwischen Hausfrau und Hausangestellten ist noch immer umstritten. Gesetzlich ist die Frage jedoch eindeutig beantwortet, und die Scheu mancher Hausfrauen, ihre Angestellten im Rahmen der Bestimmungen zur Leistung der sozialen Abgaben heranzuziehen, ist ganz falsch. Mit Recht weist jetzt das Daheim(67. Jahrgang, Nr. 31) in längeren, sehr beachtenswerten Ausführungen darauf hin, daß gerade diese Abgaben zum großen Teil„mit Schuld daran sind, wenn heute die Zahl der Hausangestellten sich fast um 50% vermindert hat. Es geschah in richtiger Erkenntnis dieser einen Wurzel des Uebels, daß in einer vom Reichswirtschaftsrat einberufenen Versammlung der Hausfrauenvereine empfohlen wurde, am nächsten zulässigen Termin das Personal zu kündigen, um sodann mit den Willigen einen neuen, schriftlichen Vertrag auf Grundeinen neuen schriftlichen Vertrag auf Grundlage der gesetzlichen Vorschriften zu schließen und lieber jetzt die scheinbare Härte der Geund lieber jegl die scheindass Herle, durch Lastenteilung auf sich zu nehmen, als durch Entlassung des Personais überhaupt zu der allgemeinen Arbeitslosigkeit beizutragen. Hat eine Hausfrau sich ecst einmal auf Selbstarbeit eingestellt und sich alle dazu verwendbaren Gegenstände angeschafft, so wird sie, auch bei gebesserten Zeiten, mehr Stundenhilfe dazunehmen, aber kaum mehr Gehilfinnen ins Haus, es sei denn Krankheits. oder Kleinkinderfällen. Denn— auch das muß einmal ausgesprochen werden unsere dienende Klasse hat im allgemeinen mit ihrem Aufstieg vom Dienstboten zur Hausangestellten nicht verstanden, die Gewissenhaftigkeit, Anhänglichkeit und Selbstlosigkeit gehobener Stellung zu erwerben; wer eine Ausnahme hat, halte sie sest. Endlich soll als einer der ethischen Gründe für die gesetzmäßige Heranziehung zu den Versicherungslasten auch darauf hingewiesen werden, daß sie geeignet ist, den Angestellten ihre Verpflichtung gegenüber dem Staat zu betonen und ihr staatsbürgerliches Gewissen zu wechen. Kindesdank fübren Geruch immt man, wenn man ginteer her frische Milch trinkt. Semmeln am backfreien Sonntag kann man herrlich kroß und gutschmeckend aufbakken, wenn man sie schnell in Wasser taucht und einige Minuten aufbäckt. Der Erfolg ist überraschend. G. —2.— Stangenspargel mit holländischer Soße. 1¾ kg schöne dicke Spargel werden geschalt, in ug schöne dicke Spargel werden geschalt, Bundel zusammengebunden und in kochendem, leicht gesalzenem Wasser weichgekocht. * Bündel Dann nimmt man die Bundel aus dem Wasser, läßt sie gut abtropfen, entfernt die Fäden uno schichtet die Spargel zum Anrichten aufeinander. Zur Soße verrührt man in einem irdenen Topfe 30 g Mehl mit ½ Obertasse voll Wasser und giöt 2 ganze Eier, 1 Obertasse Fleischbrühe und ein Glas Weißwein dazu. Man bringt die Soße aufs Feuer, läßt sie unter beständigem Schlagen mit dem Schneebesen einmal aufkochen, zieht sie zurück, schlägt noch etwas weiter, schmeckt mit 10—12 Trovsen Maggi's Würze ab und richtet die Soße über dem Spargel an. —f2 Verschiedenes Gebäck Nußtorte. 6 Eier, das Weiße zu Schnee, ½ Pfund feiner Zucker, ½ Pfund Haselnüsse. 5—6 ZwieDi. Nüsse eihm bäcke, ½ Backpulver. Die Nüsse und die Zwiebäcke werden durch die Reibmaschine gedreht, mit Zucker, Eiern und Backpulver und zuletzt mit dem Eiweißschnee vermischt und in eine gut ausgestrichene Backform gefüllt und bei mittlerer Hitze gebacken. Diese Torte hat den Vorzug der sehr schnellen Zubereitung und mißlingt nie, da sie kein Mehl enthält. Man überzieht die fertige Torte mit einem Schokoladenguß oder bespritzt sie mit Schlagsahne. Nußkringel. 100 Gramm Wal= oder Haselnüsse, 100 Gramm Butter, 200 Gramm Mehl, 100 Gramm Zucker, 2 Eigelb. Man mischt aus diesen Zutaten einen Teig und formt kleine Kringel daraus, die man mit Eiweiß bestreicht und bei mäßiger Hitze hellgelb backt. Diese Kringel eignen sich zum Tee oder zum Wein. Kleine Nußkuchen. 1 Pfund Zucker, 4 ganze Eier 1 Pfund Haselnüsse. Man rührt 1 Pfund Zucker mit 4 ganzen Eiern eine halbe bis dreiviertel Stunde. Dann fügt man die durch die Manoelmühle gemahlenen Nüsse hinzu, formt kleine, Plätzchen und legt sie in größeren Abrunde ständen auf ein mit Butter eingeriebenes Blech. Man backt die Nußkuchen bei geringer Hitze 15—20 Minuten. —12 Kleine Ratschläge Zitronen, die man auspressen will, geben fast die doppelte Menge Saft, wenn man sie Gedrauch Backofen pärmt vor dem Gebrauch im Bacbsen erwarmt Hände, die durch Schälen von Kartoffeln oder Aepfeln beschmutzt sind, werden mit einer Mischung aus Essig und Salz gereinigt. Selleriesalz sollte im Haushalt viel meh Verwendung finden, es ist viel wertvoller als unser Kochsalz. Kochsalz ist ja schädlich für unsere Nieren, da es die Nieren zu sehr reizt. Zwiebeln in jeder Art genossen, ganz gleich, ob roh, gebraten oder gekocht, sind ein ausgezeichnetes Mittel gegen schädliche Darmgärungen. Viele aber scheuen den Genuß der bel, da der Geruch unangenehm ist. Diesen Spargel-Rezepte Stangenspargel mit Rahmsoße. Auf 1 kg Spargel rechnet man 1/4 Liter Rahm(Sahne), rührt 2 Eigelb, den Saft einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer 30 g Butter, einen Teeloffel Kartoffelmehl und eine Tasse Spargelwasser nebst 6—8 Tropfen Maggi's Würze dazu und schlägt diese Soße über dem Feuer bis hart ans Kochen. Sie wird dann sofort über dem Spargel angerichtet. Gebackener Stangenspargel. 1 kg dicke, sorgfältig geschälte Spargel werden zusammengebunden, in Salzwasser weichgekocht, dann auf ein Sieb geschüttet und etwas abgekühlt. Unterdessen hat man aus 2 Eiern, 3 Löffeln Mehl und 3 Löffeln Milch einen nicht zu dünnen Eierkuchen bereitet, würzt ihn mit Salz und Muskatnuß, taucht die Spargel einzeln hinein und bäckt sie, sorgfältig nebeneinandergelegt, in einer Pfanne mit zerlassener Butter. Die gebackenen Spargel richtet nan übereinander an, dämpft einen Eßlöffel feingehackte Petersilie in 30 g Butter, die man mit einigen Tropfen Maggi=Würze abschmeckt und über die Spargel gießt. Spargelgemüse in Buttersoße. Man verwendet hierzu die dünneren Spargel, putzt sie, bricht sie einige Male entzwei und kocht sie in siedendem Salzwasser weich. Ein Stück frische süße Butter läßt man mit einem Kochlörfel Mehl nur eine Minute anlaufen, rührt mit dem Spargelwasser eine gebundene, glatte Soße, die mit einer Prise Salz, einer Messerspitze feinem Zucker und etwas geriebener Muskatnuß gewürzt, mit den abgegossenen Spargeln noch einige Minuten gekocht, dann mit 1 Eigelb gebunden und mit einigen Tropfen Maggi=Würze abgeschmeckt wird 2— Aus dem Engen und Wehten Kinder, die man für zwei Mark kaufen kann. Die Polizei von Chichester sucht Eltern, die ihr Kind für zwei Mark an ein anderes Ehepaar verkauften, das mit dem 18 Monate alten Wesen auf den Bettel ging. Das Kind wurde in einen Wagen gepackt, in dem gleichzeitig ein Schallplattenmusikapparat untergebracht war. Kinder von achtzehn Monaten haben ein starkes Schlafbedürfnis. Musik ist ihnen dabei meist unerwünscht. Wenn sie dennoch gemacht wird, heulen sie in ihren gestörten Menschenrechten eine lärmende Begleitung. Darauf stützte sich der Bettelplan. Das Kind mußte erhärmlich schreien, um Mitleid zu erregen. Um seine Lust zum Schreien noch zu vermeh#en, bekam es ferner nichts zu essen und blieb auch bei den bei kleinen Kindern eintretenden unbequemen Erscheinungen ohne Pflege. Diese barbarische Geschäftsführung beendete schließlich ein Polizist, von dem die Kinderquäler nichts weiter verlangten, als daß er ihnen die zwei Mark ersetze, die das Kind selbst gekostet habe; sie müßten die Möglichkeit gewinnen, sich ein anderes zu erwerben. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Ver'ag: C. Santz, Allena. Paxs SSSSBOSS-ET SPPTSTERn-R A 85 55 SaStE S S SSggs SS GTYSSETSISR. Praden Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 17 Altena, den 5. Mai 1 39 Die Freude am Schaffen Die Menschen wären zu bedauern, die sie nicht kennten, diese Freude am Schaffen. Schon bei Kindern können wir sie erleben. Beim Jungen, der seine erste kleine Laubsägearbeit zum Christfest stolz dem Vater überreicht, oder beim Mädelchen, das das erste bescheidene gestickte Lesezeichen auf den Geburtstagstisch der Mutter legt. Der Künstler, der sein erstes Werk erstehen sieht, aber auch die Frau, die einfache Hausfrau, die nun vielleicht am Sonnabend fröhlich zum Feierabend die Hände in den Schoß legen darf in dem Bewußtsein: Was habe ich diese Woche, was habe ich heute alles geschafft. Denn für die Frau ist ja der ganze Tag ein unausgesetztes Schaffen! Mehr als für den Mann! Und schwerer als für ihn, weil man ihrer Arbeit eigentlich so gar nicht den Inhalt, die Mühe und darum den Wert ansieht. Törichte Ehemänner, die kopfschüttelnd gelegentlich mal der Frau sagen: Ich verstehe nicht, was du so den ganzen Tag machst. Man sieht eigentlich gar nichts. Ja, es gehört Mut zum Schaffen einer Hausfrau. Denn die unzähligen kleinen häuslichen Arbeiten, die noch dazu so wenig Freude machen, da sie sich täglich mit derselben Eintönigkeit wiederholen— sie werden von keinem Menschen im mindesten anerkannt. Man übersieht sie ganz einsach. Nur eben die Hausfrau weiß, wieviel Zeit sie kosten. Aber— es ist merkwürdig, gerade die Frau ist es, die tatsächlich eine besondere Freude am Schuffen hat. Wo nähme sie auch sonst die Kraft her zum Werk? Konn sie nicht stolz darauf sein, aus einem alten, ausgewachsenen Fähnchen durch schicktes Arbeiten und vieles Ueberlegen ein neues, allerliebstes Kleidchen für das aufgeschossene Mädel zurechtgezaubert zu haben? Kann sie nicht reine Freude darüber empfinden, aus altem scheinbar wertlosen Tund etwas noch sehr Nützliches zurechtgekriegt zu haben, so daß eine Ausgabe in einer Zeit der Not erspart geblieben ist? Und wenns keiner von den anderen versteht und anerkennt— sie selbst freut sich daran! Freude am Schaffen. Sie ist der Schlüssel, das Mittel, durch das es uns immer wieder gelingt, in Zeiten der Mutlosigkeit durchzuhalten. Uniere Kinder sollten wir dazu anhalten, diese Freude am Schaffen zu erlernen, wenn sie noch nicht vorhanden wäre. Sie macht den Menschen überaus froh und reich und sie zeitigt zugleich ein Zweites in uns: Die Freude am— Erhalten. —2— Muttertag Im Zeitalter der Sachlichkeit, des Tempos, des technischen Fortschritts mutet eine Einrich= tung wie die alljährliche Feier des Muttertages beinahe wie eine Unwirklichkeit an. Um so mehr sollten wir derartiges aber zu schätzen wissen. Muttertag! Dank an alle die Unzähligen, denen sonst— wohl niemals Dank wird! Eine Mutter ist es nicht gewohnt, daß man ihr dankt. Man fordert immer von ihr und— oas ist das Schöne— sie nimmt dieses Fordern als etwas Selbstverständliches hin. Am Muttertag, am kommenden Sonntag, soll sie einmal geehrt, ihrer Selbstlosigkeit, ihrer Opferfreudigkeit gedacht werden mit stillem Dank. Und das ist in einer Zeit, da sich keinem andern wie gerade der Mutter die wirtschaftlichen Nöte und Krisen so fühlbar machen, unendlich heilsam und wertvoll. Es ist hier immer nur von den Müttern die Rede,— die tatsächlich diesen Namen verdieZum 50. Geburtstag der Frauenführerin und Reichstagsabgeordneten Frau.25. Oberstudiendirektorin Elsa Matz, die bekannte Frauenführerin und Reichstagsabgeordnete der Deutschen Volkspartei, feiert am 7. Mai ihren 50. Geburtstag. Frau Matz, die besonders durch ihre Reden und Schriften über Fragen der Jugenderziehung und des Jugendschutzes hervorgetreten ist, wirkt als Direktorin eines Mädchengymnasiums in Berlin. inen. Denn es gibt auch solche, für die der Muttertag, wenn wir ehrlich sein wollen, nicht da ist. Aber die arbeitende, schaffende Mutter, die Mutter des Mittelstandes und darunter— wer von uns hätte den Mut, sich der Tatsache zu verschließen, daß sie an der Gegenwart am schwersten zu tragen hat? Und wenn ihr heute für all das gedankt wird, was sie leistet, muß daraus nicht für die, die ihrer Obhut anvertraut sind, ein Segen erwachsen? Bedeutet nicht solch ein Tag der Ehrung einen Ansporn für sie? Seien wir ehrlich. Es hat heute jeder, ob Vater oder Mutter, ob alleinstehend oder nicht — es hat jeder ernsthaft an der Schwere der Zeit zu tragen. Aber zweifellos wirkt sich bei der Mutter am stärksten diese Schwere der Gegenwart aus. Die Vielseitigkeit ihres Berufes, die Ueberlast ihrer Pflichten, die ganze Reihe ihrer großen und kleinen Sorgen— muß sie nicht selbst im Grunde damit fertig werden? Und sie schaffte es wahrlich. Die Mutter von heute hat zur Genüge bewiesen, daß sie ihrer Aufgabe gewachsen ist! Mit der Schwere ihres Amtes wuchs ihre Kraft. Das hat Nerven gekostet, aber— es ist ihr auch gelungen. Muttertag! Ein Dank an Unzählige! Aber auch— und das ist nicht weniger wertvoll— eine Verpflichtung! Ein Weckruf an viele, die den Namen Mutter tragen und sich doch der Tragweite, der Verantwortung, die dieser Name mit sich bringt, nicht bewußt sind. Denn das wissen wir alle: Eine unendlich große Verantwortung birgt heutzutage der Begriff Mutter in sich! Und die, die solcher Verantwortung aus dem Wege gehen, klagen oft genug die Zeit für das an, was sie selbst verschuldet haben! Vielleicht trägt der diesjährige Muttertag dazu bei, manchen Müttern ins Bewußtsein zu rufen, welche Pflichten ihnen ihr Beruf auferlegt und wie notwendig es in einer Zeit der Wirrnisse ist, seinen Posten bis zum Letzten auszufüllen. L. Wagener. Ich versuche, meine Tochter 21 gertiehen! Meine kleine Tochter kommt jetzt langsam doch unverkennbar in das Alter, wo die liebe Mitwelt in ihr nicht mehr einzig das winzige kleine Menschonk.#ichen sieht, das man teils aus Instinkt, teils aus Gewohnheit reizend und liebenswürdio findet. Man beginnt nu, den heranwachsenden Menschen zu begutachten, auf diese oder jene Charaktereigenschiften sein Augenmerk zu richten und vor allen Dingen, das Erziehungsprodukt zu beäugen. Ich muß sagen, daß mir diese letzte Tatsache reichlich fatal ist. Wenn sie nicht lügt, die Lüttje, und sich zu einem leidlichen Gehorsam herbeiläßt, habe ich im großen und ganzen nicht diel zu bemecken, Mir ist's lieber, sie lernt das bißchen„Benimm' auf der Grundlage der Anschauung, d. h. durch das gute Beispiel der Erwachsenen, als duicch rhetorische Künste meinerseits. Aber manche Dinge wollen doch scheinbar gesagt sein. Und so entschließe ich mich denn dazu, ihrem und meinem Ruhm nicht fürder im Wege zu stehen und einiges zu dem Begriff„ziviler Anstald“ zu bemerken. Das ist auf einem Spaziergang. Also schka, wir sind unterwegs und ich siche nah einer passenden Einfallspforte in den von uropas übertünchten Höflichkeiten“ noch ziemlich unberührten Garten meines Kindes. Da weist sie mir selbst ein Türchen. Denn vor uns geht ein junges Mädchen mit Strümpfen, die vom Regenwetter des vorigen Tages beträchtliche Spuren aufweisen. Dabei strahlt heute unentwegt hellster Sonnenschein. Mit weit ausgestrecktem Fingerchen zeigt die Kleine auf die Beine der vor uns Schreitenden.„Guch mal, schmutzige Strümpfe anhat!“ Natürlich hört es unsere„Vorgängerin“. Ich kann ihr nicht helfen. Jedoch verweise ich dem Kind das Zeigen mit dem Finger auf andere Leute. Trübselig beguckt es sein Fingerlein. „Wozu habe ich denn dann meinen Zeigefinger?“ Man wird mir zugeben müssen, daß es zum mindesten ebenso im Recht ist wie ich Es kommt dann glücklicherweise ein Hund, der uns, d. h. mir, mit seinem komischen Schwanz über die Peinlichkeit des hilft. Dann beginnt die Handkuß angebrachter als einer ins Gesicht. Man denke an erkältete Tanten. O bitte, ich habe nicht„verschnupft“ gesagt. Und dann, man muß zugeben, ein Handkuß verfehlt selten seine Wirkung, und wer vermag, ihn mit Aussuchen, Takt und Grazie an den Mann oder an die Frau zu bringen, macht fast nie einen schlechten Eindruck. So weit wollte ich aber gae nicht gehen. Ich versuche nur, vorsichtig und sanft. der Kleinen klar zu machen, daß für die Großeltern diese Begrüßungsform zum mindesten wünschenswert sei. Ich habe sogar etwas wie eine innere Ueberzeugung bei dieser Bekehrung. Die kleine Weisheit hört mir andachtsvoll zu, mit feierlichem Ernst im Gesichtel, dann platzt sie heraus:„Mutti, wem soll ich denn nun die Hand küssen, mir oder den Leuten?" Das ist also der zweite sozusagen mißglückte Versuch, und ich gebe meine löblichen Absichten vorerst auf. Aber wenn man nun einmal angefangen hat mit einer Sache, findet man zuweilen schwer wieder davon fort. Wir treffen eine mir bekannte Dame, mit der ich ein paar Worte rede und von der sich die Kleine dann lordnungsmäßig verabschiedet. Nach ein paar Schrittchen fragt sie:„Wer ist diese Frau?“ Es ist Tante so und so.„Warum hat die Frau so einen ulkigen Hut auf?“„Der Tante wird er wohl gefallen. Ich betone nun die„Tante“ Tiefer Stoßseufzer:„Saa—al, Mutti, wieviel Tanten habe ich eigentlicht“ 5R 72.3 9 181 SS S FSTOESE SSSse.* E S 5 5.à e S Das Glück am Wede Sizze von Josef Stollreiter Lawinia war reicher Leute Kind und dennoch unfrohen Herzens. Die vielen Männer, die sie im Hause ihrer Eltern umdrängten und umwarben, widerten sie an. Es brannte in ihr eine dumpfe Angst vor dem Leben, die endlich alle die lebenstüchtigen und verliebten Werber vom Tische ihrer Eltern verscheuchte. Da fiel ihr Vater einem Börsenkrach zum Opfer und erschoß sich in seinem Büro. Das Entsetzen über diesen Schicksalsschlag raffte auch die Mutter dahin, und Lawinia stand allein neben einem Trümmerhaufen, aus dem die Gläubiger auch noch den Schutt fortführten. Nun tauchten die Werber wieder auf. Sie witterten Freiwild, und ehe Lawinia sich selbst Rechenschaft geben konnte, führte ein gieriger Schnapphahn sie mit viel Glanz und nufwand in den Hafen der Ehe. Aber in diesem Hafen wohnte das Grauen. Sie fror bis ins Hirn, ihr ganzes Sein verschloß sich entsetzt vor dem Manne, der sich als ihr Retter pries. Es kam bald zur Scheidung, und Lawinia verließ das Haus, das ihr nie ein Heim gewesen. Sie schritt durch Dörund zog an Einöden vorbei. Zum ersten kale in ihrem Leben sah sie das köstliche Grün der Bäume, sah, daß die Wiesen leuchteten und die Gewässer die Farben des Himmels mit unsäglicher, verklärender Zartheit widerspiegelten. Zum ersten Male vernahm sie die Stimmen des Waldes mit dem Herzen und hörte aus dem Zwitschern der Vögel Gort zeden. Ein unbändiges Gewitter brauste durch den Forst. Die Baumriesen bogen sich stöhnend und ächzend. Blitze stürmten von Wipfel zu Wipfel, und der Regen rauschte und rann. Lawinia stand wie ein Mensch, der, einem finsteren Kerker entronnen, zum ersten Male die Welt erlebt. Sie fühlte nicht, daß sie naß wurde bis auf die Haut, daß ihr Haar troff und Bäche von ihr niederrannen. Erst als die Dämmerung hereinbrach, überspann sie ein heimliches Grauen. Die Baumstämme standen auf einmal in fremdem Lichte und sahen gelpenstisch und schemenhaft aus. Dem moosigen Boden entstieg feiner, feuchter Rauch und hüllte alles langsam ein. Plötzlich, wie aus dem Nebel geboren, stand ein Jagdhund vor ihr und musterte sie mit großen ernsten Augen. Nach wenigen Augenblicken kam auch ein Förster herzu und zog den Hut. „Guten Abend!" begann er verbindlich.„Sie haben sich sicher verirrt. Darf ich Sie auf den Weg geleiten?“ Lawinia überrieselte ein Frösteln. „Ich habe keinen Weg mehr!“ sagte sie verwirrt und erschrak über ihre Offenheit. „Dann bitte ich Sie, mir ins Forsthaus zu folgen. Sie müssen sich wärmen und trockene Kleider bekommen. Hier im Walde können Sie sich ja den Tod holen!“ Da er keinerlei Antwort erhielt, wies er auf den Hund:„Sehen Sie, auch Tyras fordert Sie auf, ihm zu folgen!“ Lawinia konnte den treuen Augen des Tieres nicht widerstehen und nickte stumm. Laut aufbellend jagte Tyras voran, schweigend folgten die beiden Menschen. Als sie das nahe Waldhaus betraten, machte der Förster rasch Licht, schob einen großen, bequemen Lehnstuhl an den mächtigen Kachelofen und bat, Platz zu nehmen. „Ich werde schnell Tee aufsetzen lassen", sagte er und ging hinaus. Lawinia sank in den Sessel und starrte ins Leere. Die wohlige Wärme, die der Ofen verströmte, machte sie müde. Nach einer Weile kam der Förster wieder, einen Packen Kleider und Wäsche unter dem Arm. „Dies alles habe ich noch in Mutters Truhe gefunden. Sie müssen sich umkleiden, wenn Sie nicht schlimmen Schaden nehmen wollen. Schließen Sie, bitte, die Tür ab und dann wieder auf, wenn ich mit dem Tee kommen darf.“ Mechanisch verschloß Lawinia hinter ihm die Tür und zog sich gehorsam um. Dann stand sie auf einmal wie im Traum. Diese Kleider einer toten Frau aus dem Volke redeten eine seltsame Sprache. Wie geborgen fühlte sie sich in ihren weiten, schützenden Falten. Sie streichelten sie, wie noch kein Mensch sie gestreichelt, auch nicht ihre eigene Mutter, die für sie ja so wenig Zeit gehabt, daß sie Erziehung und Liebe bezahlten Angestellten überlassen mußte. In diesen Kleidern war das Leben fast etwas wert. Sie spücte einen Daseinsgehalt daraus, der sie beinahe oeglückte. Ein Geräusch drang an ihr Ohr. Sie erinnerte sich der Worte des Försters und schloß die Tür auf. Der Hund schlug draußen an, und bald kam der Förster mit dem dampf nden Tee herein. Er blieb erstaunt stehen. „Ganz wie meine Mutter in jungen Jahren!“ rief er, nahm die Lampe und hob sie zu einem Wandgemälde empor.„Sehen Sie nur selbst. Ist das nicht wunderbar? Als wäre meine Mutter wiedergekommen!“ Lawinia stand in sprachlosem Staunen vor dieser überraschenden Aehnlichkeit. „Doch jetzt müssen Sie vor allem heißen Tee trinken!“ mahnte der Förster. Sie gehorchte abermals, setzte sich an den Tisch und trank. „Es ist schön hier, Herr Förster, sagte sie nach einer Weile leise und zaghaft.„Lassen Sie mich, bitte, diese Nacht in den Kleidern Ihrer lieben Mutter hier sitzen. Morgen falle ich Ihnen nicht mehr zur Last.“ „Glauben Sie wirklich, daß Sie mir zur Last fallen können?“ fragte er warm und bittend. „Ich weiß ja nicht, was ich glaube“, brach sie bebend aus.„Es ist ja alles so sinnlos!“ „Halten Sie Zwiesprache mit meiner Mutter!“ bat er tief ergriffen.„Sie wird Sie nicht ohne Trost lassen!— Und jetzt werde ich Ihnen die Magd schicken, ein Bett aufzuschlagen. Sie stammt noch aus Mutters goldenen Zeiten und hat Mutters reines, gutes Herz. Vertrauen Sie ihr alle Wünsche, sie wird jeden so gut erfüllen, wie es mein einfaches Waldhaus vermag. Wenn es nach meinem Herzen ginge, sollte es Ihre— Heimat werden.“ Er streckte ihr die Hand entgegen.„Und nun eine gute, gesegnete Nacht!“ „Gute Nacht!“ hauchte sie, von Wunderahnen und heißem Weh überflutet. An der Tür wandte er sich noch einmal um. „Gott schenke Ihnen den schönsten Traum!“ Sie brachte kein Wort mehr hervor. Nur ihre Hände strichen liebkosend über seiner Mutter weites, schützendes Gewand. Nun wird mir doch ungemütlich in meiner Haut. Wir steigen in eine Bahn. Der Heimweg hat gewisse Aehnlichkeit mit einer Flucht. Uns gegenüber sitzt eine alte Frau mit einem Kopfkuch. Mit Stentorstimme ertönt die Frage: „Mutti, ist das die alte Hexe?!“ Aber mit dem Finger wird nicht dabei gezeigt. Er wandert vielmehr der Sicherheit halber ins Mäulchen. Immerhin doch ein Erfolg. Ruth Köhler, Irrgang. —..— Soziale Gerichtshilfe Allgemein bekannt ist, daß das neuzeitliche Jugendstrafverfahren schon seit längerer Zeit aus der ursprünglich rein strafrechtlichen zu einer mehr pädagogischen Angelegenheit geworden ist, was am stärksten Ausdruck in der amtlichen oder freiwilligen Jugendgerichtshilfe findet. Der dort voll zum Durchbruch gelangte Erziehungsgedanke hat aber auch in der Behandlang Erwachsener mehr und mehr Wurzel geschlagen, für die etwas der Jugendhilfe Verwandtes in der sog. sozialen Gerichtshilfe geschaffen worden ist. Die Vorläufer dieser neuzeitlichen Einrichtung gehen bis ins Jahr 1910 zurück, wo man erstmalig bei einer Schwurgerichtsverhandlung eine in der Fürsorgearbeit geschulte Frau mit den Vorerhebungen betraute. 1915 kam dann zuerst in Bielefeld System in die Sache. Man begann dort mit den Landstreichern, die nicht mehr ins Arbeitshaus überführt werden sollten, wenn sie sich zur Mitarbeit in der Arbeiterkolonne bereit erklärten. Die soziale Gerichtshilfe, die sich mit der Zeit vielerorts eingebürgert hat, stellt überall die Verbindung zwischen der Justiz und der Fürsorge her. Ihre Berichte sollen Gericht und Staatsanwaltschaft ein lebendiges Bild der Lebensverhältnisse und der persönlichen Eigenart der strfrechtlich verfolgten Person geben. Klärung des juristischen Tatbestandes ist jedoch nicht ihre Aufgabe. Gericht und Staatsanwaltschaft fordern Bericht von der sozialen Gerichtshilfe vor der Entscheidung über Strafzumessung(Art und Höhe der Strafe); Bewährungsfrist; Straferlaß und Strafmilderungen im Gnadenwege u. a. m. Es sollen dabei auch die etwa in Frage kommenden Bemeggründe pur Kot erforscht werden.— hei Handhabung dieser neuzeitlichen Einrichtung ist verschieden. In Berlin z. B. ist eine Zentralstelle im Kriminalgericht durch das Landeswohlfahrts= und Jugendamt eingerichtet, die Hand in Hand mit der freien Liebestätigkeit und mit der Gefangenenfürsorge arbeitet. Es sind dort vier weibliche und einige männliche Fürsorgekräfte amtlich tätig, mit denen Richter u. Staatsanwälte die einzelnen Fälle besprechen. Neu ist die Schnellgerichts= und die Schnellschöfsengerichtshilfe. Die von dort Kommenden werden dem Pflegeamt überwiesen, das aber noch eine Fülle anderer Aufgaben hat. Vieles ist noch in Fluß auf diesem Neulandgebiet. Jedenfalls aber dringt mehr und mehr die Erkenntnis durch, daß es nicht ausreicht. nur von der bösen Tat auszugehen und sie mehr oder weniger schematisch zu bestrafen. Charlotte Reichel.“ —12— Wiener Küche in Hollywood Von Mizie Scheithauer. Die schlechte Laune ist sofort verflogen, wenn ein schönes Wiener Schnitzel und einige gute Zwetschkenknödel ihren Duft verbreiten. — Das sagt mir Oskar Strauß jeden Tag, seitdem ich bei ihm das Haus führe. Ueber seinen Vertrag nach Hollywood war er sehr glucklich; sehr unglücklich aber war er, wenn er an das amerikanische Essen dachte. Ich konnte aber seine schlechte Laune nicht mehr mit ansehen. „Gnä' Herr“, sagte ich,„das geht ganz einfach nicht. Sie dürfen sich Ihren Magen da drüben nicht verderben, dafür werde ich sorgen!!!— Jetzt essen Sie Ihre Knödel in Ruhe auf und lassen Sie sich Ihren Milchkaffee gut schmekken.“—„Ja, aber“— stammelte Strauß. „Nichts aber, ich fahre mit und basta.“— Da lachte er:„Das ist die beste Idee dieses Filmjahrhunderts— Wiener Küche in Hollywood.“ Sein Jubel war aber nur ein schwacher Vorgeschmack der stürmischen Begeisterung, die meine Anwesenheit in Hollywood hervorrief. Es war gerade die Zeit, als in dem MetroGoldwyn=Mayer=Atelier die beiden deutschsprachigen Tonfilme„Menschen hinter Gittern“ und„Wir schalten um auf Hollywood“ mit deutschen Schauspielern gedreht wurde.— Wir waren bei keiner Mahlzeit allein bei Tisch, immer kamen unangemeldete Gäste. Sehr oft kam Herr Morgan, der die Hauptrolle in„Wir schalten um auf Hollywood“ spielte. Einmal war er sehr blaß.„Fehlt Ihnen etwas?“ fragte ich. „Nein, bloß was zum essen, so was Richtiges: Geselchtes mit Knödel und Kraut riech' ich, stimmts?“„Ja, Herr Morgan, aber wieso sind Sie so grün im Gesicht, ist Ihnen etwas passiert?"„Ja— eigentlich nein— es ist nur nicht mein Fall, der Fall, den ich eben machte. Ich sprang nämlich in meiner heutigen Filmaufnahme aus einem Flugzeug, allerdings mit Fallschirm, aber es macht keinen Spaß, ich bin mehr für den ebenen Boden. In die Luft gehören die Vögel, und ich bin nun mal keiner.“ — Ich hatte Mitgefühl und brachte ihr ganz schnell etwas zu essen, und er erholte sich zusehends.— Plötzlich öffnete sich die Tüc, ein Mann im Sträflingsanzug. Sollte ich um Hilfe rufen?— „Ich riech Kassler mit Sauerkohl“, sagte eine Stimme,„entweder Ihr gebt mir etwas davon, oder—— ich muß mir wo anders den Magen verderben.“ „Leider, Herr George(der war es nämlich im Kostüm seiner Rolle in dem Film„Merschen hinter Gittern“, kann ich Ihnen nur Geselchtes mit Kraut geben, wenn Sie das wollen?" „Nein, das kenn' ich nicht, ich will Kassler mit Sauerkohl.“ „Nicht streiten, Ruhe, Ruhe,“ ließ sich Herr Morgan vernehmen,„ist ja dasselbe, heißt vioß anders.“ Und Herr George ließ sich sein Kassler gut schmecken. So ging das alle Tage. Einmal war es Heir Diesel, ein andermal Frau Dita Parlo, oder Egon von Jordan, alle Deutschen und Oesterreicher, die von der Metro=Goldwyn=Mayer nach Hollywood verpflichtet worden waren, um in den deutschen Filmen deutsch zu sprechen. Sie alle holten sich bei meiner Kochkunst ihre gute Laune, und so gebührt auch mir ein Anteil an dem guten Gelingen dieser Filme. Und Herr Strauß jr., der diesen Artikel für mich aufgeschrieben hat, findet, daß ich recht habe.— * Opfer weiblicher Eitelkeit Krokodile, Eidechsen und Schlangen müssen für unsere Schönen ihre Haut zu Markte Krggen. Von H. Soldenhoff. Nachdem die holde Weiblichkeit von der unerfreulichen Mode, ihre Kopfbedeckungen durch Federn aller Art, ja ganze ausgestopfte Vögel zu„verzieren“, glücklicherweise fast völlig abgekommen ist, hat sie sich einem neuen Bereich der Tierwelt zugewandt, in dem sie jetzt ihre Opfer sucht. Die heute herrschende Vorliebe für Schlangen=, Eidechsen= und Krokodilleder richtet unter den Reptilien Mittelamerikas, Indiens und Indonesiens wahre Verheerungen an. Man schätzt den Verbrauch allein der amerikanischen Fabrikanten, die in der Verarbeitung solcher Häute den ersten Platz einnehmen, alljährlich auf eine halbe Million Schlangen, 750000 Krokodile und weit über eine Million Eidechsen. Der Fang der Tiere ist häufig nicht nur sehr beschwerlich, sondern zuweilen auch mit Gefahr verbunden und wäre in dem genannten Umfange ohne die Hilfe Eingeborener überhaupt unmöglich. Krokodile werden meist nachts gejagt. Drei Meter lange, mit je drei Mann besetzte Boote mit einer helleuchtenden Azetylenlampe am Bug gleiten lautlos durch die stille Nacht. Der biendende Schein fesselt die Aufmerksamkeit des Reptils, das unbeweglich liegen bleibt, bis das Boot in unmittelbarer Nähe ist. Jetzt greift einer der Ruderer zu einem harpunenartigen Speer und jagt die Waffe tief in den Hinterkopf des Tieres. Selten ist dieses gleich tot; handelt es sich um ein sehr großes und kräftiges Exemplar, so bedarf es meist sogar noch einer zweiten Harpune, ehe es, von seinen vergeblichen Befreiungsversuchen erschöpft, an das Boot herangezogen und mit Axthieben oder Messerstichen getotet werden kann. Der Kadaver wird auf eine nahe Sandbank geschleppt und später bei Tageslicht enthäutet. * Dabei wendet man zwei verschiedene Verfahren an, je nachdem, ob man die weiche Haut der Unterseite und der Flanken für Schuhe und Taschen oder den narbigen, hornartigen Rücken für Handkoffer und dergleichen gewinnen will. Die abgezogene Haut wird gesalzen, zusammengerollt und zum Versand in grobe Leinwand verpackt. Das Fleisch des Krokodils soll eßbar sein, aber selbst die Eingeborenen scheinen keinen großen Wert auf diese Delikatesse zu legen. Zuweilen gewinnt man aus ihm ein Oel, das gegen rheumatische Schmerzen helfen soll. Die Eidechsen, deren Haut sich zur Verarbeitung eignet, kommen vorzugsweise aus dem Fernen Osten; es sind eine Land= und eine Wassereidechse aus Indien sowie die geringelte Eidechse aus Java, alle ungleich größer als die bei uns heimischen Arten. Die Jagd auf Landeidechsen bildet die Beschäftigung ganzer Familien der niederen Kasten. Sobald die Eingeborenen festgestellt haben, wo eins der munteren Reptilien haust, warten sie geduldig, bis es heraus kommt; der Fang ist dann einfach. Die Haut wird so abgezogen, daß die Bauchteile unverletzt bleiben. Schwieriger ist die Jagd auf die im Wasser lebenden Arten, die in den Sundarbanen, den Sumpfwäldern im Gangesdelta, in Massen vorkommen. Verfolgt, flüchten die Tiere auf hohe Bäume, aber die Eingeborenen sind so erpicht auf sie, daß sie sich selbst die Mühe machen, solche Bäume umzuhauen, nur um der schnellen Eidechse habhaft zu werden. In Java, wo Eidechsen vielfach als Haustiere gehalten werden, weil sie Ratten und kleine Schlangen töten, hat man bereits Schutzbestimmungen für die reizenden Tiere geschaffen. Nur eine bestimmte Anzahl ist freigegebn, die mit der Hand ergriffen und am Schwanze so lange im Kreise herum geschwungen werden, bis sie bewußtlos sind, worauf ein Schlag auf den Kopf sie erledigt. Die Haut wird entweder im Schatten getrocknet, bis sie steinhart geworden ist, oder oberflächlich gegerbt, zuweilen auch eingesalzen. Die endgültige Bearbeitung erfolgt in allen Fällen erst am amerikanischen oder europäischen Bestimmungsort. Auch in Indien hat man bereits, allerdings aus anderen Gründen, Schutzbestimmungen für Eidechsen erlassen. Die Tiere sind nämlich die schärfsten Feinde mancher Giftschlangen, wie der Kobras, und seit ihnen so stark nachgestellt wird, hat sich die Zahl der an Schlangenbissen Gestorbenen außerordentlich erhöht. Von den Schlangen ist gerade die, deren Haut sich zur Verarbeitung am besten eignet, völlig harmlos, ungefährlich und leicht zu fangen. Es ist die Karung, eine in Sam, auf Java und Borneo lebende Wasserschlange. Sie bringt ungleich anderen Schlangen bis zu 24 lebende Junge zur Welt, die in Maiandacht Wenn mit zartem Grün sich wieder Bräutlich=schön die Erde schmückt, Lenzgeschwellter Liebeslieder Schall der Vöglein Herz beglückt, Wenn in Duft und Blütenprangen Draußen schwelgen Wald und Flur, Sucht in sehnendem Verlangen Auch der Mensch des Schöpfers Spur. Ueberall, wohin er schauet, Hat des Weltenmeisters Hand Wundertempel aufgebauet, Weithin leuchtend durch das Land. Ueberall strahlt ihm entgegen Ew'ger Liebe Wundermacht, Und der Seele Schwingen regen Sich empor aus dumpfer Nacht. Horch! Die Maienglöckchen klingen: Macht zur Andacht euch bereit! Laß den Ton ins Herz dir dringen Weihevoller Maienzeit, Stimme in der Vöglein Chöre, In der Schöpfung Hochgesang: Preis dem Schöpfer, Ruhm und Ehre Und Anbetung, Lob und Dank! O. St. ausgewachsen sind und eine Länge von ein bis drei Metern erreichen. Früher griff man die Karung einfach mit der Hand— eine bei dem glatten, schlüpfrigen Körper nicht ganz leichte Sache—, heute hat die steigende Nachfrage zur Einführung besonderer Fangnetze geführt. Beim Abziehen achtet man darauf, den Rücken nicht zu verletzen; dann wird die Haut gesalzen und verschifft.— Weniger beliebt als die Karung ist die Anakonda, gleichfalls eine Wasserschlange, die zwar eine Länge von zehn Metern und einen Umfang von einem Meter erreicht, so daß ihr Fang an sich besonders lohnt. Aber wie alle großen Schlangen hat auch die Anakonda eine rauhere, gröber geschuppte Haut, die sich für feinere Bearbeitung nicht eignet. Man fängt diese Riesenschlangen in der Weise, daß ein totes Ziegenlamm als Köder ausgelegt wird. Sobald die Anakonda die Beute hinunter gewürgt hat und dann fast unbeweglich und wehrlos daliegt, läßt sie sich ohne Mühe töten. Von den Giftschlangen liefert die Königskobra wertvolles Leder; obwohl sie den Hindus als heilig gilt, kommt ihre Haut doch häufig auf den Markt. Ueber die Fangmethoden des im tiefsten Dschungel lebenden Reptils ist kaum etwas bekannt. Das aus Eidechsen= und Schlangenhäuten gewonnene Leder ist trotz seines geringen Gewichts außerordentlich stark. Beim Gerben ersetzt man das häßliche, dunkle Pigment durch eine passende Anilintönung, wodurch das Leder, ohne seine natürliche Zeichnung zu verlieren, eine besondere Schönheit erhält. Die Bearbeitung umfaßt bis zu 18 einzelne Vorgänge; genannt seien nur die gründliche Reinigung, das Entfernen der Schuppen(bei Schlangen), das Einweichen und Aufquellen der Haut. Dann folgt die Lohe= oder die mineralische Gerbung, zuweilen auch eine Kombination beider. Hat das Leder die gewünschte Färbung erhalten, so wird es noch satiniert, todurch es den beliebten Glanz bekommt, und ist jetzt marktreif. Darauf dauert es nicht lange mehr, bis es als Schuh, Gürtel oder Handtasche von der holden Weiblichkeit spazieren geführt wir) 3— Amerikanisches Familienleben Von Conrad Ferdinand Simmen. In der weiten, prächtigen Halle des Manhattan=Hauses in Newyork herrscht großer, lautloser Betrieb. Die weichen Teppiche, die den Boden des aus weißem Marmor hergestellten Raumes bedecken, dämpfen jeglichen Schritt. Livrierte Boys hasten mit Gepäck und Bestellungen hin und her, während in den bequemen Klubsesseln Herren ihre Zeitungen lesen. Die Art und Weise, wie sie ihre Beine immer wieder nervös von dem einen über das andere schlagen, läßt vermuten, daß sie nach amerikanischer Sitte gewohnt sind, zu Hause ihre unteren Extremitäten auf die Kanten der Tische zu legen. In dieser Vorhalle jedoch haben sich auch einige Damen niedergelassen. Da hört die Bequemlichkeit auf. Als ich an die Schalter der Buchhattung antrete, um meinen Zimmerschlüssel zu fordern, steht da im Smoking der Hausdetektiv, der mir durch Zufall bekannt geworden ist. Wir unterhalten uns, an die Seite tretend, ein wenig. Plötzlich rauscht eine Dame an uns vorbei, an der Hand zwei blendendweiße Barsois. „Well“, meint Mister Healy, der Detektiv, „kennen Sie die Dame?“ „Woher soll ich diese graziöse Schönheit kennen“ „Das ist Madame Bradley, die Gattin des bekannten Multimillionärs. Sie fährt jetzt ihre Hunde spazieren. „Schöne Hunde,“ sage ich. Wir unterhalten uns weiter. Nach einer Weile kommt ein Kindermädchen in blauem Leinenkleide mit zwei netten Buben an der Hand daher, die obendrein von einer Art Erzieherin, einer streng aussehenden Matrone, begleitet sind. „Well“, sagt Healy,„kennen Sie diese Kinder?" Woher soll ich diese Kinder kennen? Schließlich sollen mir auch noch die Nurse und die Governeß bekannt sein. „Das sind Madame Bradleys Buben. Die Familie wohnt schon seit Jahren hier im Hotel. Jeden Nachmittag fährt die Gnädige mit den Hunden und die Governeß, in einem andesen Wagen, mit den Kindern und der Nurse aus.“ „Schöne Familienverhältnisse,“ bemerke ich „Bei uns in Deutschland wäre das höchstene umgekehrt zu finden.“ „Neulich frage ich einmal einen der kleinen Buben,“ meint Healy,„ob er seine niedliche goldene Uhr von seinem Pappi geschenkt bekommen habe.„Papi?— Was ist das?“ wunderte sich der Kleine. Well, ich habe nicht weiter gefragt, weil ich weiß, daß der Vater einer der beschaftigtsten Geldleute der City ist und eigentlich nur nachts nach Hause kommt. Aber die Herrschaften leben durchaus glücklich bei uns. Ihre Wohnung kostet jährlich rund 35 000 Dollar.“ Ich rechne aus: 147 000 Mark! Dafür könnte man bei uns das größte Schloß mieten. Man lebt in den Vereinigten Staaten seinen besonderen Stil. Andere Länder, andere Sitten. Prlege deine Augen Ueberanstrengte Augen sind die gefährlichsten Feinde der Stirn, denn sie verursachen Runzeln! Das moderne Lebenstempo, das sich in der Schule, im Beruf und selbst im Hause durchsetzt, greift die Augen in jedem Alter stark an. Durch richtige Pflege und bestimmte Uebungen kann man dazu ein Gegengewicht schaffen. Die Augen müssen ausruhen! Man sehe in gewissen Abständen von seiner Arbeit oder Lektüre auf, den Blick in die Ferne gerichtet. Sind es auch nur die vier Wände des Zimmers, auf die man trifft, es hilft doch. Man stelle sich dort Landschaften, grüne Wälder, das Meer oder sonst ein schönes beruhigendes Landschaftsbild vor. Lassen Sie Ihre Augen sich strecken, wie Sie Ihre Muskeln strecken, nachdem Sie längere Nordseebad Vorkum, die weit ins offene Meer vorgeschobene grüne Insel mit ihrem reinen Hochseeklima gewährt jährlich Tausenden von Menschen angenehmen Aufenthalt und Erholung. Badeverwaltung und Einwohner sind eifrig bemüht, den Gästen die Kurzeit recht angenehm zu gestalten. Borkum hat vorbildliche Badeanlagen: Seebäder, Warmbad mit einem neuzeitlich eingerichteten Inhalatorium, Licht= und Luftbad. Bekannt sind die breite, unvergleichliche„Bürgermeister=Kieviet=Strandpromenade“ und die direkt am Meer liegende große Wandelhalle, vor der täglich die Kurkapelle unsere Gäste erfteut. Den Wünschen der Gäste entsprechend ist in diesem Jahre Gelegenheit gegeben, unabhängig von Ebbe und Flut zu jeder Tageszeit zu baden. Der Kurtaxe ist erheblich heruntergesetzt, Kinder bis zum 12. Lebensjahre sind von der Kurtaxe ganz defreit. Statt der festen Kursteuer ist eine Tageskurtaxe eingeführt, die längstens bis zum 15. Tage des Aufenthaltes zu zahlen ist. Die Preise für Unterkunft und Verpflegung sind äußerst niedrig gehalten; neu eingeführt sind preiswerte Pauschalkuren. Auskünfte und reich illustrierte Prospekte durch die Badeverwaltung Borkum.