SSSSSRS YSRRBGSSSEES SASESERSSSSS SG#S SEs. k##gas-SEs. S Sggas 8 3 flüssige Düngung in Betracht. Man lasse sich von einer gediegenen Handelsgärtnerei oder Samenhandlung ein erprobtes Mittel empfehlen und richte sich nach der Gebrauchsanweisung. Blühende Pflanzen werden nie gedüngt ehe die Blütenknospen nicht in der Entwicklung begriffen sind. Wenn sich Pflanzen nicht allein aufrechtzuhalten vermögen, müssen sie gestützt werden Man binde sie möglichst lose mit weichem Bast an einen Stad. Dieser soll an der Seite an der die Pflanze am wenigsten gut entwickelt ist, aber so dicht wie angängig am Hauptstamm in die Erde gestoßen werden, und zwar so tief. daß seine Spitze den Boden des Blumentopfes berührt. Für zarte Pflanzen teile man den Bast in dünne Fäden und drehe ihn etwas, wodurch seine Haltbarkeit erhöht wird. Aber so wenig Stäbe wie möglich verwenden und nicht zuviel binden. Auch hier kann Uebermaß schaden. Ein Wort noch zur Reinlichkeit bei der Blumenpflege im Zimmer. Sie macht die halbe Kultur aus und beginnt schon beim Blumentopf. der„verstaubt und verschmutzt“ Zeine voröse Eigenschaft verliert und dedurch den so nötigen Stoffwechsel der Pflanze erschwert oder gar ganz verhindert. Diese jelbst ist gleichfalls gegen Staub zu schützen. Meist genügt ein Abspritzen, doch bei Blattpflanzen ist ein vorsichtiges wöchentliches Abwaschen mit etwas angewärmtem Wasser und weichen Schwämmchen oder etwas Watte erforderlich Bei einer schon hart gewordenen Schmutzkruste löse man etwas grüne Seife in dem Wasser auf, wodurch auch manches Ungeziefer mitsamt der Brut vernichtet wird. Beate. —.9— Im Winter warmes Abendbrot, angenehm und billig! Angenehm?, fragt die Hausfrau. Angenehm, wenn ich mich abends noch einmal an den Herd stellen soll? Die Zeit.. die Mühe..— Halt! Erst einmal: Zeit. Die meisten Hausfrauen haben es sich abgewöhnt, Wurst und Schinken im ganzen zu halten, sie holen(oder lassen holen) an jedem Tag gegen Abend ½, ½ Pfund Aufschnitt, je nach dem. Wenn man die Zeit dieses Holens auf die Zeit zum Zubereiten eines warmen Abendbrotes rechnet— ich glaube, es hebt sich gut auf. Dann: Mühe. Nun— Mühe ist hier eigentlich gleich Zeit... Ich will auch gar nichts gegen die Aufschnittplatte sagen, nur nicht:„Alle Abend wieder! Dann geht die Wirkung ihres Reizes auf Augen und Gaumen verloren. Immer, wenn es sich aus dem Mittagbrot ergibt, aus Resten ein warmes Abendbrot zu schaffen, dann... Nein, als neues Gericht unter neuem Namen muß es erscheinen. So— als Beispiel: Es Die Gattin des Roten Zaren gestorben. Die einzige Aufnahme von Frau Stalin, der Gattin des russischen Diktators, die jetzt in dem jungen Alter von 30 Jahren verstarb. kuchens(nicht Speckeierkuchen) mit dieser Masse bestrichen wird; sollte sie sich nicht streichen lassen wollen, so mengt man zuletzt ein wenig zerlassene Butter darein. Nudel= oder Makkaronirest mit Schinken im Bratofen oder Küchenwunder aufgebacken, ist ein bekanntes und beliebtes Gericht, aber auch übrig gebliebener Hackebraten in Stückchen geschnitten und als Lage dazwischen untergebracht und mit Bratentunke oder saurer Sahne übergossen, ist eine sehr wohlschmeckende Restverwendung. Ist ein Sauerkrautrest vorhanden, so ergibt er mit einem Kartoffelbreirest, beides in Lagen und dünnen Speckscheiben dazwischen und darauf im Ofen oder Küchenwunder gebacken, ein sehr wohlschmeckendes, besonders bei Herren sehr beliebtes Gericht. Aber nur bei gutem Magen für den Abend zu empfehler.„# gähreitrast er f. Der Wasser= oder Brühreisrest(der steife, nicht der suppige) kann durch das Küchenwunder gehen in Verbindung mit altem Käse und so ein sehr gutes Abendgericht ergeben, wenn — etwas Butter oder Margarine zu Sahne gerührt wird, ein bis zwei Eigelb dazu gerührt werden, der Eiweißschnee steif geschlagen, vorsichtig mit einem Löffel darunter gegeben wird, diese schaumige Masse ist wierderum vorsichtig durch den Reisrest zu ziehen, der vorher mit ungefähr einem tiefen Teller voll getriebenen Käseresten vermischt wurde. Auch den Milchreisrest kann man in Suppengrün, Salz, Pfefser, 2 Eßlöffel Speiseöl, 50 g Reibdrot. 60 g Butter ooer Fett, 15 Tropfen Maggi's Würze, 1 Eßlöffel geriebener Käse. Zubereitung: Die gut vorbereiteten Herzen werden in Wasser mit Suppengrün und Salz weichgekocht und in der Kochbrühe zum Erkalten gelassen. Darauf schncidet man sie in dicke Scheiben, salzt und pfeffert diese, bestreicht sie mit Oel und wendet sie in Reibbrot. In Butter oder Fett schnell auf beiden Seiten braun gebraten, sind sie eine vorzüglich schmeckende Beilage zu Gemüsegerichten. In den Bratenrückstand in der Pfanne gibt man 1 Würfel Maggi's Bratensoße, zerdrückt die Masse fein, rührt mit gut 1/4 Liter Wasser glatt, läßt einige Minuten durchkochen, gibt den geriebenen Käse hinein und übergießt damit die Fleischscheiben oder reicht die Soße nedenher. Die Kochbrühe der Herzen kann, mit 1—2 Maggi's Fleischbrühwürfeln verbessert, zu schmackhafter Suppe verbraucht werden. Kalbsfrikassee.(Für 4 Personen, 1½ Std.). Zutaten: 1 kg in Stücke geschnittene Kalbsbrust, 50 g Weizenmehl, 50 g Butter, 1 Zwiebel, 3 Tomaten, Salz, Pfeffer, 10 Tropfen Maggi's Würze, 1 Eßlöffel gehackte Petersilie. Zubereitung: Die Fleischstücke werden in Mehl gewendet, in der Butter schnell gelblich angebraten, die zerschnittene Zwiebel, die abgezogenen Tomaten, Salz und soviel Wasser dazu gegeben, daß das Fleisch bedeckt ist. Nachdem das Gericht 1½ Stunde langsam gekocht hat, schmeckt man es mit Pfeffer sowie 10 Tropfen Maggi's Würze ab und streut die gehackte Petersilie darüber.— Reisrand ist empfehlenswert dazu. —2— Aus dem Engen und Weiten alb; Praten und Kartoffelnbrei. Dann wird 19# gleicher Weise verwenden nur, daß zu Butter viel Kartoffelbrei bereitet, daß genügend übrig, und Eigelb Zucker gerührt und der Käse fortbleibt. Am Abend darauf gibt es Kartoffelrollen. Ein kleiner Bratenrest wird gewiegt, aus ihm ein leicht gewürztes, gut gebundenes Ragout oder Hachee bereitet(es wird nur wenig gebraucht), das man erkalten läßt. Den übriggebliebenen Kartoffelbrei verarbeitet man mit setwas Mehl, formt flache, ziemlich dicke Kuchen daraus, in deren Mitte ein Teilchen Ragout gehäuft wird, um den mit bemehlten und geschickten Händen der Kartoffelbrei zu legen ist, so daß er in länglicher Rollenform zur Hülle um den Ragoutkern wird. Diese Rollen werden in geschlagenem Eiweiß u geriebener Semmel gewendet und rundherum schön braun gebraten. Aus Resten, die kaum rechnen, ist so ein sättigendes Abendbrot entstanden.„„„* Ist nur ein Bratenrest zu verwenden, dann lassen wir ihn anstatt in eine Kartoffelhülle in eine Omelette schlüpfen.(Je steifer der EiweißSchnee, desto besser die Omelette; das Eigelb an den steifen Schnee geben und beides nochmals zusammen tüchtig schlagen, dann vorsichtig mit einem Löffel unter die sämige Mehlund Wasserbindung geben— auf 1 Ei noch nicht ½ Tassenkopf, eine Prise Salz dazu.) Wenn die Omelette auf der zweiten Seite bäckt, wird das heiße Ragout oder Hachee auf eine Hälfte gehäuft. Man läßt die Omelette dann vorsichtig von der Pfanne gleiten, die belegte Seite voran und kippt mit dem Pfannenrand die unbelegte Seite über die belegte. Auch ein Spinatrest kann im Eierkuchen verschwinden, da er aber weichlich ist, rate ich, einen Speckeierkuchen dazu zu bereiten. (Speckwürfel in der Pfanne auslassen, einen weniger schaumigen, dünnen Teig darüber gießen.) Ist Bückling übrig geblieben und etwa angetrocknet, so wird das wieder aufgehoben, wenn sein Fleisch mit etwas geräuchertem Speck zusammen durch die Fleischmaschine geht, und die innere Seite eines Eiergelassen wird. Zu diesem süßen Gericht geschmortes Obst. Die süßen, warmen Gerichte sind besonders bei Kindern beliebt und ihnen sehr gesund. So Haferflockenkuchen. Einige Zeit vor dem Backen rohe Haferflocken in einem tiefen Teller mit so viel Wasser übergießen, daß sie sich vollsaugen können, es darf nichts darauf stehen bleiben. Ein bis zwei Eiweiß=Schnee schlagen, die Eigelbe dann darunter schlagen(so steif wie möglich beides), mit einem Löffel unter die Haferflocken ziehen, kleine Kuchen auf der Pfanne davon backen. Geschmortes Obst oder Vanillensauce dazu. Zu Aepfeln im Schlafrock werden Aepfel in Ringe geschnitten, Kerngehäuse wird entfernt, man zuckert die Ringe ein, übergießt sie, wenn vorhanden, mit etwas Rum oder Wein, läßt einziehen. Die Ringe werden in schaumigen Omeletteteig getaucht, in heißem Fett auf beiden Seiten knusperbraun gebacken. Der Schlafrock muß ganz zart und slauschig sein... E. Schwayn. —52• Erprobte Rezepte * Brotsuppe. Zu einer Suppe— je nachdem man sie dicklich oder flüssig liebt, nimmt man 2—3 Obertassen voll geriebenen Weißbrots. Alles in kochendes Wasser gegeben, läßt man ca. 20—25 Minuten langsam kochen, nimmt vom Feuer, zerquirlt in etwas Wasser ein Ei und einen Eßlöfsel Maggi=Würze, rührt dies nebst einem Stich guter Butter und dem nötigen Salz an die Suppe und erhält so eine, auch jedem Kranken wohlbekömmliche, leicht verProgrammänderungen, wie sie so oft in letzter Stunde im Rundfunk angesagt werden, sind allgemein höchst unbeliebt. Indessen verziehen die Hörer, die kürzlich einem australilichen Kurzwellensender lauschen wollten, eine solche Aenderung gern, als sie die Beweggrunde erfuhren. In einem Krankenhaus der englischen Stadt Surrey lag eine alte Frau, die unlängst die Nachricht erhalten hatte, ihr in Australien lebender zehnjähriger Sohn habe sich unerwartet als ein hervorragender Sänger entpuppt. Nun hatte die alte Dame nur noch den Wunsch, einmal die Stimme ihres Eduard zu hören. Da die Angehörigen über die nötigen Mittel verfügen, ließ sich der Wunsch erfüllen. Man setzte sich mit dem australischen Sender in Verbindung, stellte im Krankenzimmer in Surrey einen geeigneten Empfänger auf, und zur abgemachten Zeit hörte man erst die Stimme des Ansagers und dann die des kleinen Eduard, die über 20000 Kilometer hinweg deutlich an das Ohr der kranken Mutter drang. Eduard singt über 20 000 Mutter vor. Kilometer der dauliche, nahrhafte Suppe von großem Wohlgeschmack. Gebratene Kalbsherzen.(Für 4 Personen, 14 Stunde). Zutaten: Die Stimme des Blutes. Das sonderbare Schicksal einer Familie beschäftigt augenblicklich die englische Oeffentlichkeit. Ein in England naturalisierter Grieche namens Argurios befand sich bei Ausbruch des Balkankrieges mit seiner Frau und seinem erst drei Monate alten Töchterchen in Saloniki. Das Kind hatte er, da seine Frau erkrankt war, einer Pflegerin anvertraut. Die Kriegsereignisse zwangen ihn zur Flucht unter Zurücklassung des Töchterchens. Nach Beendigung des Krieges bemühte sich Argurios, die Pflegerin und das Kind wieder zu finden, doch alle seine Bemühungen blieben erfolglos. Dann kam das große Völkerringen, das alle Nachforschungen vereitelte. Doch nach Einstellung der Feindseligkeiten nahm Argurios seine Ermittlungen wieder auf, die freilich beinahe 14 Jahre lang zu keinem Ergebnis führten. Vor kurzem aber traf Argurios in Belgrad mit einem jungen Mädchen, einer Bankangestellten, zusammen, und eine innere Stimme veranlaßte ihn, Bekannschaft mit der Serbin anzuknüpfen und ihrer Herkunft nachzuforschen. Das Ergebnis machte ihn zum glücklichsten aller Menschen: Die serbische Familie, hatte das junge Mädchen nur zur Pflege aufgenommen, und zwar von einer aus Saloniki geflüchteten Griechin. Das junge Mädchen selbst bekannte sich rückhaltlos zu Argurios als ihrem Vater, und vor einigen Tagen lernte es bei der Ankunft in England seine Mutter kennen, mit der es sich freilich nur durch stumme Beweise seiner Kindesliebe verständigen konnte. Verautwortlich H. Semmelmann, Altena. 4 Herzen, ca. 750 g Druck. und Verlag: V. A. Sanz, Altena. * 8 8 5 P: 8 5 8 55 R 55 8.5 SE B 3•9 * e. 2 8 # S. S E7 : 8• S 228 * 5 FSTSSEPSJ. SSägas 5g. S#SSSa#g O D#eSanT S 535 SSSRSSFRRSS 6SMEE Praden Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 46 Altena, den 15. November 1 32 Müde! Im Leben welcher tätigen Frau spielte das Wort nicht eine Rolle, eine große und höchst unerfreuliche Rolle! Eine Mutter von viel Kindern, die sich ohne Mädchen durchhilft, schreibt:„Da hat man den ganzen Tag geschafft, ist nicht annähernd fertig geworden und doch so müde, so entsetzlich müde. Der Mann meint es gut und will einem noch etwas vorlesen. Ablehnen geht nicht, man setzt sich also hin und nimmt sich vor, munter yzu bleiben. Ach ja, die Ruhe nach dem Stehen und Laufen in der Küche wird gut tun und über den kritischen Punkt hinweghelfen. Die ersten Sätze hört man mit vollem Bewußtsein, dann kommt der####leier, erst hauchdünn, dann dichter und dichter, die Wärme im Zimmer, der gleichmäßige Tonfall — ein leichtes Aufschrecken: Ist denn auch die Hoftür geschlossen?— Natürlich, habe ich ja vor einer halben Stunde gemacht— wieder der gleichmäßige Tonfall, die Worte kommen wie aus weiter Ferne, und plötzlich ist man eingeschlafen, und der Mann, der einem eine Freude machen will, liest noch immer, bis er bei einer Zwischenfrage die absolute Zwecklosigkeit seines Bemühens erkennt.— Es hat keinen Zweck mehr, also schlafen gehen. Morgen? Ja, morgen wird es anders gemacht. Dieses so und jenes so und jenes— jenes— was war es doch noch gleich; aber da schläft man schon wieder und am nächsten Morgen ist man noch grenzenlos müde. Aber was hilft es! Die Kinder müssen in die Schule, das Haus muß aufgeräumt werden, ach, gar nicht dran zu denken— es ist ja so endlos viel zu tun, und hinter allem steht als drohendes Gesvenst die große Wäsche. Der Tag ist viel zu kurz, und abends fühlt man sich genau so wie gestern, wie vorgestern, wie lange schon. Soll man wieder einschlafen beim Vorlesen? Da setzt man sich lieber für sich und bessert Zeug für die Kinder aus. Wenn man doch am Abend noch so frisch sein könnte, um an dem teilzunehmen, was man früher einmal gerne trieb und jetzt entbehrt: Bücher, Bilder, Musik, besinnliche Unterhaltung. Diese Hausarbeit ist wie ein Moloch, dem man alle Kraft in den Rachen wirft und der doch nicht zufrieden ist." Dieser Brief ist so echt, daß ihm eigentlich nichts hinzuzufügen ist, und doch: er enthält mehr als das Konstatieren der quälenden Müdigkeit, nämlich das Verlangen nach Mehr, nach etwas anderem als ständiger Hausarbeit. Es gibt natürlich kein allgemeines, unbedingt helfendes Rezept, aber an einem Fehler leiden wir wohl alle, die wir einen Haushalt führen: daß wir uns immer mehr vornehmen, als praktisch zu schaffen ist, und in der Erregung über Nichterledigtes zeitweise die Uebersicht verlieren. Als ich einige Jahre verheiratet war, besuchte uns mein Vater. Natürlich wollte ich alles besonders gut machen, und dabei fuhr ich fest. Er kam zu mir in die Küche und sagte:„Du mußt doch noch eine Menge von Till Eulenspieger lernen.“—„Ich— von Till Eulenspiegel? Wieso?“—„Nun, es gibt da eine hübsche Geschichte. Der Till marschierte auf der Landstraße und wurde von einem Wagen eingeholt, dessen##tscher gemalig auf die Pferde einschlug. Er hatte es offenbar sehr eilig und fragte Eulenspiegel, wie weit es bis zur nächsten Stadt sei. Die Antwort lautete: „Wenn Ihr fein langsam fahrt, könnt Ihr in einer guten Stunde dort sein.“ Der Fuhrmann schalt über die närrische Auskunft und jagt davon. Nach einer halben Stunde hatte Till ihn eingeholt. Der Wagen lag mit gebrochener Achse schief auf der Straße, und so hatte Eulenspiegel Recht behalten, von dem du wirklich etwas lernen kannst.“ Ich hatte begriffen und versuchte es im Hause mit etwas langsamerer Fahrt. Es ging hatte sogar dann und wann eine Stunde Zeit, um zu lesen oder gar ein wenig zu schreiben. Grete Rassy. —2— Vom Olympia=Stadion zur Filmleinwand. Eleanor Holm, die 18jährige Olympia=Siegerin im Rückenschwimmen, mit ihrem Filmkontrakt, der ihr zunächst 5000 Mark monatlich und später nicht weniger als 35000 Mark im Monat garantiert. Wie man sieht: Der Olympia=Sieg hat sich „rentiert“. auf meine Frage, was sie denn in ihren freien Stunden lesen, bereitwilligst Auskunft gaben. und ich war erstaunt, was sie schon alles„erledigt“ hatten. Lesen, so meinten sie, sei ja ganz schön; aber die Bücher seien immer gleich zu Ende, und für den Sonntagnachmittag hätten sie gar nichts Neues. Da fiel der Vater ein und saate:„So nehmt euch doch den Lügenbaron von Münchhausen vor!“—„Och, kennen wir ja, wie er sich da am Zopf aus dem Sumpt zieht.“—„So, und was wißt Ihr denn noch?“ — Einzelheiten kamen stockend; aber es wurde nicht mehr viel.„Schön“, sagte der Vater,„da werde ich euch nach dem Essen aus dem Buche vorlesen.“ Die Mädels machten keine sonderlich beglückten Gesichter, und ich sah den Vater an, der sagen sollte:„Sie himmelblauer Opttmist!“— Aber dann mit einem Blick erlebte ich mein himmelblaues Wunder. Er las— sehr bedächtig, gaudrucksvoll, ahmte Gesicht und Stimme des erzählenden Barons nach und hatte schon nach wenigen Minuten nicht nur die Kinder, sondern auch mich mit all meiner Skepsis gefangen. Er mußte mehr und mehr lesen, und die Mädels waren in heller Begeisterung. Die eine:„Wenn du das vorliest, sieht man ja alles!“ Die andere:„Ja, und es ist gar nicht, als ob es ein Buch wäre, sondern als ob der Baron selber erzählte.—„Tut er ja auch, ich bin nur sein Stellvertreter.“ Es war ein ergötzlicher Nachmittag die Kinder glühten rich tig von innerer Anteilnahme, und ich selb't— ja, ich muß sagen, daß auch ich den fast vergessenen Münchhausen als sehr lebendigen Herrn aufs neue kennen lernte, dem die 175 Jahre seiner Existenz nicht geschadet hatten. Frau G. —72.— Lesende Kinder Erfolge der Eiweiß-Hautprobe Die Beseitigung organischer Ueberempfindlichkeiten. Von Dr. Franz Wennerberg. Eine Frau, die auf die Erhaltung einer gesunden, schönen Gesichtshaut Wert legt, ißt bekanntlich nicht wahllos jedes Gericht, das ihr vorgesetzt wird. Sie weiß aus Erfahrung, daß der Genuß dieser oder jener Speise ihrem „Teint“ nicht zuträglich ist, und fühlt instinktiv, daß durch diesen Genuß unter Umständen ihre Gesamterscheinung beeinträchtigt werden kann. Daß außer der Haut auch der Verdauungsapparat des Menschen durch die Zufuhr ungeeigneter Nahrungsmittel in Mitleidenschaft gezogen wird, ist eine allgemein anerkannte Tatsache. Weniger bekannt dürfte es jedoch in der Oeffentlichkeit sein, daß gewisse Erkältungen, Bronchialkatarrh. Asthma und Migräne durch den Genuß irgend eines Nahrungsmittels verursacht werden können, auf dessen Eiweißgehalt ein menschlicher Körper zu gewisser Zeit ungünstig reagiert. Es handelt sich dabei um noch nicht völlig geklärte Reaktionserscheinungen, genauer gesagt Reahtionsänderungen, denen der Organismus nach Ansteckungen oder Injektionen erliegt, um einen Zustand körperlicher Ueberempfindlichkeit, den die Heilkunde als Allergie bezeichnet. Diesen Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelzufuhr und inneren Krankheitserscheinungen nicht nur erkannt. sondern auch Mittel und Wege zur wirksamen Bekämpfung des Krankheitsherdes gewiesen zu haben. ist zweifellos ein großes Verdienst der heutigen ärztlichen Wissenschaft. War wan früher auf das durchaus nicht immer zuverlässige„Eliminationsverfahren" angewiesen, um die Art des dem Körper Schaden zufügenden Nahrungsmittels zu ermitteln, so bedient sich der Mediziner jetzt der nicht selten zu verblüffenden Es geht den heranwachsenden Kindern heute nichts anders als den Erwachsenen, und Goethe müßte auch sie in seinen Stoßseufzer mit einbeziehen:„— sie haben schrecklich viel gelesen!" Fast sieht es so aus. als ob sich das Tempo der Zeit auch auf die Art, wie Kinder Bücher lesen, übertragen hätte. Da kann man ihnen morgens ein Buch zum Geburtstag schenken, und am selben avend erzählen sie strahlend beim Essen: „Damit bin ich schon fertig!“ Und auf ihren Regalen steht Band neben Band. Wo sind die Zeiten, in denen ein Kind wenige Bücher hatte, wenige gute Bücher und die wieder und immer wieder las! Heute wissen die Kinder nichts mehr von solcher Gründlichkeit, verlangen ständig nach Neuem, und dabei zeigt sich dann, daß der Bestand an wirklich brasichbaren, das heißt ihrem Wesen nach echt kindlichen Büchern nicht so sehr groß ist, wenn auch zugegeben werden soll, daß in den letzten Jahren von verschiedenen Verlagen manches We tvolle herausgebracht worden ist; aber auf das literarisch Wertvolle allein kommt es nich; an Kinder leben durchaus in einer nderen Welt und kümmern sich nicht um unsere ästhetischen Urteile. Das ist gewiß kein Fehler, weil es nur einfach und natürlich ist. Die Gefahr besteht darin, daß sie leicht in eine gezisse Hastigkeit des Lebens geraten für dic Dauer die Fähigkeit zu besinnlicher Lektüre, für die Aufnahme eines ernsten Buches, das langsam und mit größter Sammlung gelesen sein will, verlieren. Natürlich ist es eine Unmöglichkeit, von ihnen zu verlangen, daß sie für eine Seite oder ein Kapitel eine ganz bestimmte Zeit gebrauchen. Sie sind eben anders als wir es in ihrem Alter waren, und wir müssen sie schon gelten lassen wie sie sind; aber es gibt auch heute noch einen Ausweg. um Geist und Phantasie bei ihnen zu der Ruhe zu bringen, die anschauliches Denken ermöglicht und Vorstellungen vermittelt, die für die Dauer haften. Ein kleines Erlebnis: War ich da kürzlich bei einer Familie eingeladen, in der beide 1 blich hosser ich schaffte wak la maphe K Mmädola 419 und 11 Jahre möhrand das grram erfolgen„führenden Eiweiß=Hautprobe. Beachwirklich besser, ich schäffte mehr als vorher und Madels(12 und 11 Jahre wahrend des Essens tenswert sind in dieser Hinsicht die vor nicht Die Werbung Sizze von Altred Semera# Als Carry Lühn Dienstags ihr Büro bei Wittner betrat, fand sie auf ihrem Platz einen Brief. Wohl von Gert Thiel. Aber das Zartlila und die Maschinenschrift sprachen dagegen. Als sie den Brief öffnete, fand sie in ihm eine Theaterkarte und las verdutzt:„Verehrtes Fräulein! Ich sah Sie erst einige Male, aber Sie machten einen unauslöschlichen Eindruck auf mich. Ich wünsche sehnlichst, Sie kennen zu lernen, und sende eine Karte zur heutigen Vorstellung des Tannhäuser. Lassen Sie nicht vergebens warten Ihren treuesten Verehrer!" Carry lachte, nahm die Karte. Parkett! Sieh mal an! Wann und wo hatte dieser Ritter Toggenburg sie gesehen? Konnte er ihre Bekanntschaft nicht anders machen? Zum ersten Mal hatte sie schwarz auf weiß, daß sie auf jemand unauslöschlichen Eindruck gemacht hatte. Gert zeigte ihr sein Wohlgefallen nur durch das Aufleuchten seiner Augen. Plötzlich sah sie bedenklich drein. Wollte sie nicht jetzt den guten braven Kerl betrügen? Papa hielt ihn nur für ein Sportgewächs. Der alte Herr war stets mehr für die Ausbildung des Geistes gewesen, aber es gab auch tüchtige Leute, die sich nichts aus dem Biedermeier machten, das Papas Lebensinhalt bildete. Gert war ein ausgezeichneter Sportlehrer. Warum zeigte ihm der alte Herr immer die kalte Schulter? Wenn der Vater nicht mal überrumpelt wurde, gab es nie eine Heirat im Hause Lühn. Nein, der Opernbesuch vereinbarte sich nicht mit ihrer schuldigen Rücksicht auf Gert. In der Frühstuckspause rief die Mutter an. Tante Otti, erst morgen zurückerwartet, war schon heute gekommen und bat Mama durch eine Depesche für abends acht Uhr in ein Weinrestaurant. Papa hatte Sitzung im Kunstverein, das Mädchen Ausgang. Also mußte Carry zum Schutz der Wohnung, schon wegen Papas Handzeichnungssammlung, daheim bleiben. Papa mit seiner ewigen Furcht vor Einbruch. Wer vergriff sich an Handzeichnungen! Als sie das Büro verließ, war sie zum Opernbesuch fest entschlossen. Um sechs ging Papa mit Mama Einkäufe machen, um halbsieben das Mädchen. Es klappte alles. Doch durfte Carry Papa so hintergehen? Nein. Aber konnte sie den Unbekannten enttäuschen? Als sie sich Abendbrot bestellte, fand sie in der Küche bei Hedwig den Bräutigam, Feinmechaniker, einen hübschen jungen Mann mit gewandtem Benehmen. Vor zwei Wochen hatte Hedwig ihn kennen gelernt. Um halbsieben war Carry allein. Jetzt schwankte sie nicht mehr. Keiner würde merken, daß auch sie fortgewesen war. Als sie fertig vor dem Spiegel stand, läutete es. Sie schüttelte ärgerlich den Kopf. Es läutete stärker. Unverschämt! dachte sie. Jetzt hallte ein wahres Klingelkonzert. Rasch war sie an der Tür:„Wer ist dort?“ Ein halblautes Lachen, dann:„Gert!“. Sie war so verblüfft, daß sie stumm öffnete.„O, ich störe?“ sagte er enttäuscht und bedauernd:„Du wolltest fort?“—„Ich? Wie kommst Du darauf? Ich bin allein, da zog ich das Kleid an und sah, ob es mir noch steht.“ Sie führte ihn in das Wohnzimmer.„Ich komme gleich, ziehe mich nur um“—„Bleibe doch!“ bat er.„Du weißt, wie gern ich Dich in diesem Kleid sehe.“ —„Ich kann doch nicht in meinem besten Staat..“ Aber sie gab nach und blieb Da sie sich zwei Tage nicht gesehen hatten, gab es Stoff zum Plaudern genug. Sie merkte bald, daß er etwas mit sich herumtrug. Endlich fragte sie ihn geradezu. Er errötete wie ein auf Abwegen ertappter Schuljunge: „Deshalb platze ich ja heute hier herein.“ Er hatte ein vorteilhaftes Angebot: fünfjährigen Vertrag, freie Wohnung, 400 Mark Anfangsgehalt, aber— nach auswärts. Sie saß einen Moment sprachlos. Das war ja ein endlich erfüllter Traum, und der Mensch saß, als wären ihm alle Felle weggeschwommen. Sie rüttelte ihn:„Gert! Gert!“ Er sah sie halb glücklich, halo zweifelnd an:„Aber Papa! Du weißt doch, ich komme mit ihm nicht ins Reine.“ Sie lachte, dann wurde sie plötzlich ernst:„Dann bist Du kein Mann.. und kein Rann für mich".... Kerant bi. Ein kurzes Schweigen foigte. Tarauf hielt er ihr die Hand wie zu einem Versprechen hin, und es gab ein zärtliches Hin und Her über die glückliche nahe Zukunft. Als Lohn durfte Gert in ihrem Zimmer die Sachen sehen, die sie in der Hoffnung auf diese Zukunft allmählanger Zeit von dem amerikmnischen Kinderarzt Dr. C. Ulysses Moore veröffentlichten Fälle in der vom Amerikanischen Aerzteverband herausgegebenen Monatsschrift„Hygeia“ in Chicago. Dem angeblich an einem Nahrungsmittel erkrankten Patienten wird die Haut leicht eingeritzt und an der Schnittstelle ein Tropfen des Extraktes eines Nahrungsmittels zugeführt. Wenn sich der Umkreis der Schnittstelle im Laufe einer halben Stunde rötet, die Haut des Patienten also überempfindlich, allergisch reagiert, so kann mit einiger Sicherheit darauf geschlossen werden, daß sich der Organismus gegen die Zufuhr gerade dieses für ihn zeitweilig oder stets schädlichen Nahrungsmittels zur Wehr setzt. Für eine solche Allergiediagnose stehen der ärztlichen Wissenschaft bereits nicht weniger als zweihundert Eiweißextrakte der gebräuchlichsten Nahrungsmittel zur Hand. Im Verlauf einer einzigen Sprechstunde können nach Ansicht Dr. Moores ohne Bedenken zwanzig bis dreißig derartiger Eiweiß=Hautproben an einem Patienten vorgenommen werden. Wie Dr. Moore berichtet, reagierte eins der von ihm untersuchten Kinder im Verlauf mehrerer Hautproben allergisch auf Eier, Spinat, Radieschen, Rüben, Reis und Haferflocken. Es litt jahrelang an ständigen Erkältungserscheinungen, an starken Schwellungen der Nase und Oberlippe. Durch den Entzug der erwähnten Nahrungsmittel machte sich unverzüglich eine Besserung im Gesamtbefinden des Kindes bemerkbar. In einem anderen Falle konnte ein junger Mann, der seit seiner frühesten Jugend an Bronchialkatarrh litt, ebenfalls mit Hilfe der Eiweiß=Hautprobe geheilt werden. Es stellte sich heraus, daß die Haut des Patienten überaus empfindlich auf die Einführung eines Tropfen Kalbfleischextrakts reagierte. Dem Patienten wurde der bisher reichliche Genuß von Kalbfleisch untersagt, und sein Gesundheitszustand besserte sich in verhältnismäßig kurzer Zeit geradezu auffällig. Ein vorzeitig gealterter, arbeitsunfähiger fünfzigjähriger Asthmatiker, der nur noch in sitzender Stellung schlafen konnte und nach Verabfolgung künstlicher Schlafmittel, reagierte bei den Hautproben nur auf Baumwollsamen. Man entfernte sämtliche Baumwollsamenöl enthaltende Gerichte aus dem Speisezettel dieses Patienten, entzog ihm seine baumwollene Matratze, und schon nach zwei Tagen besserte sich auch sein Befinden: Er konnte wieder in liegender Stellung und ohne Schlafmittel einschlafen und seinem Beruf nachgehen. —1..— Raum und Farbe Unter den vielen Wandlungen, die wir im ersten Drittes dieses Jahrhunderts durchgemacht haben, springt die Veränderung in der Wohnkultur mit am stärksten ins Auge. Man braucht gar nicht an den Stil der Häuser, die Formen der Möbel zu denken, ein winzig kleiner Ausschnitt aus diesem weiten Gebiet genügt: der Wandel der Tapete. Vor 25 Jahren gehörte beispielsweise zum Eßzimmer einer gutburgerlichen Familie die„verdure" Tapete, jene tief olivgrune, durch Fruchtstücke und große Blattmuster gobelinmäßig wirkende Wandverhüllung, die das an sich oft nicht sehr helle Eßzimmer mit seinen schweren Möbeln dunkel umrahmte. Jede Wandfläche bildete mit den entsorechenden Möbelstücken ein Ganzes, das für sich wirkte und wirken sollte. Und heute? Besitzt etwa die mit einer hellen Eintontapete bekleidete Wand in unsern Augen noch einen ästhetischen Eigenwert? Unsere Auffassung hat sich grundlegend geändert. Die Wand erhalt ihre Bedeutung ausschließlich durch den Raum, den sie umschließt, er ist das Maßgebende, dem sich die Ganzheit der begrenzenden Flächen unterzuordnen hat. Die Möbel empfinden wir nicht mehr bildmäßig als gegen die Wand gelehnte und zu ihr gehorige Flachen, sondern als plastische Körper inmitten des Raumes. Aus dieser neuen Einstellung heraus ist auch die allgemeine Neigung zu abstrakten Formen, gleichmäßigen Farbtönen der Tapeten zu verstehen. Auffallende Musterung, kontrastierende Farben auf den Wandflächen würden die Einheit des Raumes zerreißen, statt ihn zusammenfassen. Die hellen, fast ungebrochenen Farben der Tapete, ein sanftes Uebergehen von der Wand zur Decke— nicht wie früher durch das sog.„Herunterziehen“ der geweißten Zimmerdecke auf den oberen Teil der Wand, sondern im Gegenteil durch Tönung der ganzen Decke oder ihrer wandnahen Teile— weiten ihn in seiner Ganzheit und wirken flächenverbindend. Wie im modernen Städtebau soll sich der Blick nicht in Einzelheiten verlieren, sondern aufs Ganze richten. Untrennbar von der Frage der Raumgestallich gekeuft hatte: die bescheidene Ausstattung für eine junge Frau. Plötzlich erlosch das Licht. Die Birne oder die Sicherung war durchgebrannt. Brannte es vorn? Nein. Auch in der Küche nicht. Als sie im Wohnzimmer nach Streichhölzern suchten, sagte Gert leise:„Hörst Du nichts? Es ist jemand in der Wohnung.“ Er tastete sich zur Tür. Im Raum links auf der Diele hinter der angelehnten Tür zuckte ein Licht. Gert war im Nu drin. Ein Schrei der Ueberraschung, der Wut, dann ein wilder Kampf, endlich Gert's Ruf:„Carry!!" Als sie — jedes Wortes unfähig— kam, sagte Gert: „Nimm dem Menschen die Sicherungen aus der Tasche und stecke sie zurück. Dann rufe sofort die Polizei an!“ Als das Licht aufflammte, erkannte sie zu ihrem Schreck in dem wehrlos unter Gerts Händen liegenden Menschen Hedwigs Bräutigam, der wutverzerrt zu ihr aufsah:„Warum Sind Sie nicht in der Oper? Bekamen Sie denn nicht die Karte?" Das Zimmer drehte sich um Carry. Sie sank auf einen Stuhl. Er war es also. Er hatte den Brief geschrieben, um sie fortzulocken. Die Devesche Tante Ottis war gewiß auch von ihm. Er hatte die Wohnung leer geglaubt und sie..„der treueste Verehrer...“ nicht auszudenken! Als der Wachtmeister mit seinen Leuten kam, fand er in dem Feinmechaniker einen alten gesuchten Bekannten. Carry erzählte ihm von der Depesche und dem Brief mit der Opernkarte. Der Wachtmeister schmunzelte:„Das ist sein Trick. Aber hier glückte es ihm nicht, natürlich nicht". setzte er hinzu, als Carry tief errötete.„Sieh mal an! Alles schön zusammengepackt. Teppiche, Silber... Was ist denn das?" Carrys Herz schlug im Geschwindemarsch. Das waren des Vaters Handzeichnungen. Der Wachtmeister sprach sehr anerkennend über die sportmäßige Erledigung des Feinmechanikers und empfahl sich, nachdem er in seinem dicken Notizbuch das Nötige vermerkt hatte. Als Papa hörte, was seinem Schatz gedroht. erblaßte er. Dann strahlte er auf. Aber gerade, als er Gert danken wollte, sagte dieser kurz und bestimmt:„Und jetzt bitte ich um Carrys Hand!“ tung ist das Problem seiner Belichtung. Die Heimlichkeit der möbelüberladenen, dunkeltapezierten Zimmer unserer Eltern wurde durch dicht verhangene Fenster unterstrichen, die den Abschluß gegen die— ach noch so wenig lärmende Außenwelt bilden sollten. Plüschvorhänge, Kelims, schwere dunkle Uebergänge, selbst im Schlafzimmer, waren natürlich. Der Rückschlag blieb nicht aus. Kahle, nur mit Scheibengardinen gegen neugierige Blicke verhängte Fenster wurden Mode oder aber zweiteilige leichte Gardinen aus Kretonne, Leinen, Chintz, die, auseinandergezogen, die nackten Scheiben zeigten. Die Räume wurden heller, aber in fast liebloser Weise gestattete man strahlendem Sonnenschein und grauer Herbstbeleuchtung gleichermaßen den Zutritt. Man kannte es nicht, auf das einfallende Tageslicht durch eine der Stimmung des Gesamtraumes entsprechende Fensterbekleidung einzuwirken. Gerade diese Frage aber entscheidet heute bei der Wahl der Gardinen und Vorhänge. Dünne, helle, weichgetönte Stoffe verdecken die Kahlheit der Scheiben, blenden allzu grelles Licht ab oder verhüllen trübe Töne der Außenwelt. Ein schmaler farbiger Besatz unterstreicht wirkungsvoll die Zartheit der Etaminestores, wenn sie nur bis zum Fensterbrett reichen, breite abstechende Streifen aus Leinen verleihen den Zur 300. Wiederkehr des Tages von Lützen bringt das Daheim(69. Jahrgang Nr. 6) eine Würdigung Gustav Adolfs als Führer und Feldherr. Viele Abbildungen nach altmeisterlichen Gemälden und zeitgenössischen Stichen zeigen den Siegeslauf des Schwedenkönigs durch das deutsche Land. Generalsuperintendent D. Karl Klingemann erzählt aus der Arbeit des Gustav=Adolf=Vereins, und H. C. von Besser schrieb eine Gustav=Adolf=Erzählung: „Unter fremdem Dach". Reichsinnenminister Freiherr von Gayl richtet in seinen Ausführungen über„Staat und Jugend“ ernste Worte an die heranwachsende Jugend und ihre Erzieher und Führer.— Im gleichen Heft erzählt der Leiter der badischen Vogelwarte auf der Insel Rappenwörth von seiner Arbeit; Hans Winand führt uns auf eine Berchtesgadener Hochzeit, die nach Väterbrauch ausgiebig und herzlich gefeiert wird. Im Romanteil gibt es zwei Abschnitte des neuen großen Romans„Linus und die Liebe“ von Hermann Eris Busse. Das Frauendaheim bringt modische und hauswirtschaftliche Ratschläge. 8 Skizze von Paulrichard Hensel „Reni, das Telephon!“ rief Else, und ein wenig vorwurfsvoll hinterher:„Das ist nun das dritte Mal“ 4 Das Mädchen sprang aus.„Rett ist oas voc, daß sich die Männer um mich kümmern... Und stockte plötzlich.„Mutti, sieh Du nach! Wenn es der Werner ist, sag' ihm, ich sei bei meiner Freundin.“ Kopfschüttelnd nahm die Mutter den Hörer. Aber es war ein anderer, und da kam auch Reni schon, unbefangen, froh, sprach ein paa: freundliche Worte— ja, eine Stunde hätte sic Zeit— und wollte schon nach Hut und Mantel „Reni, Deinen Werner kannst Du nicht belügen!“ 9.44 Verdutzt sah das Mädchen die Mutter an. „Wie meinst Du das?“ „Ich habe es schon einmal versucht— ich hab' gespürt, daß er es nicht glaubt.. „Einbildung, kleine Mama!“. Die Tochter schüttelte die Locken.„Außerdem kann ich eifersüchtige Männer nicht leiden.“ Sie war nicht zu halten. Wohin sie ging, erzählte sie nicht. Es erschien ihr alles so belanglos, auch wenn sie dann und wann mit einem Bekannten eine Tasse Kaffee trank. Ihre Freude am Leben waren die vielen kleinen Erlebnisse, ohne die sie nicht auskommen mochte und die doch kaum ihr Herz streiften. Frau Else, die nach dem allzu fruhen Tode ihres Mannes der Tochter eine wirkliche Kameradin geworden war, kannte das feste Fundament in dieser jungen Seele, aber sie aynte mitunter mit Besorgnis, daß jenes, was die Tochter Selbständigkeitsgefühl nannte und was doch nur ein Treiben und Sichgleitenlassen war, dem Mädchen niemals festen Gewinn bringen und es einmal doch einsam machen würde. Wie sie es selbst wurde. Denn es fiel manchmal Frau Else schwer, der Tochter mit ein paar Worten zu raten, die sie einst selbst aus dem Wind geschlagen hatte. Morgen war Bußtag. Reni würde mit irgendwem hinausfahren— für die Mutter gab es niemand mehr, der nach ihr fragte. Am Abend ging das Mädchen früh schlafen. Aber lange Zeit später sah die Mutter noch Licht im Zimmer der Tochter. Als sie eintrat, lag Reni im Bett und las. „Es ist schon spät, Kind...“ Und absichtslos saßte sie nach dem Buche— Lange hielt sie es in der Hand. Es flimmerte ihr vor den Augen. Himmel, den Namen kannte sie doch! Niemand kannte ihn so wie ie. Und was in dem Buch stand, war einmal für sie allein geschrieben. „Wie kommst Du zu dem Buch, Reni?“ Beklommen, verwirrt klang es. „Aus einer Leihbücherei— kennst Du es denn?“„„„„ Müde setzte sich Frau Else aus den Rand des Bettes. Ja, sie kannte es, tief versteckt bei ihr lag das Manuskript. Es sollte die letzte Brücke sein zu einem, den sie geliebt hatte, aber sie verstand es damals nicht. Sie vergaß es dann wohl auch, indessen die Menschen es jetzt kaufen und leihen konnten. Es war wohl erst in der Zeit gedruckt worden, als sie Rudolf schon verloren hatte... Reni achtete nicht auf die Mutter. Den Blick nicht von den Seiten hebend, sagte sie: „Was für merkwürdige Frauen muß dieser Mann kennen gelernt haben, daß er sie so schildert!“ Gepreßt klang es zurück.„Merkwürdig— warum?“ „Aber Mutti, wenn ich ein Mann wäre, hätte ich nicht bei solcher Frau bleiben können.“ Da stand Frau Else auf. Sie ertrug das Licht nicht mehr, sie ging in ihr Zimmer, und dort in der Dunkelheit drückte sie den Kopf in die kühlen Kissen, als könnte sie so den Ansturm der Gedanken und Erinnerungen abwehren. Alles lag ja so weit zurück, ihr Leben war in eine gerade und ruhige Bahn gekommen, und sie hatte sich damit abgefunden, daß keine Freude, kein Erleben mehr kam. Nun riß ein Zufall von allem die Schleier rück und zeigte, daß es einmal ein Glück für se gab— und sie hatte es nicht erkannt; sie war ung und sorglos und dachte nichts Arges, erkannte sich nicht selbst in dem Spiegel, der Freund mit diesem Buch im steten— sie so oft ermüdenden— Kampf um ihre Seeiiht vorhielt, und damit auch nicht die Gefan. auf die es wies. Sie verlor Rudolf und herratete später— und vergaß dann. Morgen iu Bußtag, dachte sie. Ein paar Worte einer un bekümmerten Jugend hatten ihr bewußt armacht, was dieser Tag für einen Sinn für in hatte. Und in dieser Nacht schlief Frau Elkaum eine Stunde. Schweigend saßen sie am anderen Morgen am Kaffeetisch. „Du bist so still, Reni...“ „Mutter, ich habe das Buch zu Ende gelesen Es hat mich verwirrt— und gepackt. Und io habe viel nachgedacht. Sieh mal, ich kab' ausimmer gedacht, so, wie ich lebe, ist es rich Aber es ist nicht richtig. Jetzt weiß ich es. Ealles nur halb und vieles unecht, und er kann viel besser sein. Liebe ist ja etwas Schönes, aber Vertrauen und Verstehen— das in doch viel mehr... Die Mutter hob nicht den Blick von ihrem Teller, so überrascht war sie von diesen Worten. Und auf einmal wurde es ganz hell in ihr, als jetzt der Klang der Glocken durch das Fenster kam. Bußtag soll Erkenntnis und Einsicht bringen, und damit hatte sie eine ganze Nachs gerungen. Aber er soll auch auf den Weg führen, eine alte Schuld abzutragen. Rudolß sprach leise ihr Herz, was ich nicht mehr konnte. das Mädel will es doch— ist nun nicht alles gut? Und dann sagte Reni:„Weißt Du, Muttt. was wir heute machen werden? Wir fahren hinaus, wir beide, und wir wollen uns viel erzählen. Ich habe doch einen langen Tag Zeit für Dich...“ Und die Glocken läuteten noch immer. langen Stores die Schwere, die ihren Fall reizvoll gestalten. Der faltenwerfende Querbehang, die zusammenziehbaren Seitenteile aus einfarbigen Leinen oder aus Seide heben sich, farbig bordiert, aufs vorteilhafteste von der Eintontapete ab und stimmen zu den Tönen der Möbel. Die Auswahl an Stoffen und Farben ist riesengroß, die Selbstherstellung denkbar einfach, die schlichten Tapeten sind preiswert. Freuen wir uns, daß die Mode uns erlaubt, wenigstens unseren Wohnraum in Licht und Farbe zu tauchen. Dr. Margot Melchior. Nothelferin in Haushalt und Wirtschaft Ich weiß nicht, ob das resolute Mädel, das ich kenne, seinen Beruf so nennt, der Name trifft aber den Nagel auf den Kopf. Sie kam vor Jahresfrist als Kunstgewerblerin nach Berlin, um ihr Glück zu versuchen, aber sie sah bald ein, daß mit all ihren hübschen Sächelchen, mit Serviettenringen, gepunzten Broschen und zierlich gestickten Deckchen kein Geld zu verdienen war. Mein Gott, wer hat heute Geld für den Schmuck des Lebens, wo es um Not und Brot geht! So mußte etwas anderes angefangen werden. Sie nahm ein Zimmerchen, leicht erreichbar, nicht zu weit draußen, aber doch so, daß ein grüner Baum zum Fenster hineinnickte. Telefon mußte sein, lieber auf andere Bequemlichkeiten verzichten. Dann wurden ein paar Briefe geschrieben, sie hatte Beziehungen von zu Hause her, eine kleine Annonce eingesetzt. Jede häusliche, jede Näharbeit für Stunden und Tage, Vertretung der Hausfrau= Beschäftigung der Kinder. Alles wollte sie übernehmen, alles war ihr recht, kam es doch auf den Versuch an. Bald klingelte das Telefon.„Eine alte Freundin ihrer Hausfrau ginge schwer am Stock, ob Fräulein sie wohl auf der Straße, die glatt vor Nässe sei, eine Stunde spazieren führen könne?“. Gewiß! Ja! 60 Pfennige die Stunde, hurra! Das war Handgeld. Als sie heimkam, lag da ein Zettel:„Fraulein möchte in die Kaiserallee kommen, Frau Doktor N. hat einen unerwarteten Gast bekommen, dem sie sich widmen, Berlin zeigen muß; ob Fräulein wohl die drei Kinder beaufsichtigen könnte?“ Schon ist Frau Doktor selbst am Telofon. Jal aber die Schularbeiten sind noch nicht fertig, sagt sie zaghaft fragend. Die kann Fräulein leicht beaussichtigen, sie war ja auf dem Lyzeum, und dem Buben die lateinischen Vokabeln abhören? Na, das wird sie wohl auch noch können! Nachher wird Abendbrot bereitet, Frau Doktor hat schnell noch Bescheid gesagt, und es schmeckt herrlich bei der fremden Tante. Der Abwasch darf natürlich nicht stehen bleiben, da müssen die Kinder helfen, und beim Zubettbringen wird noch ein Abendlied gesungen. Ob Fräulein auch Ausbessern kann? Ja natürlich, sie hat zu Hause der Mutter diese Arbeit stets abgenommen. So wird sie gleich für morgen zum Ausbessern bestellt, zum Jubel der Kinder.„Endlich eine billige Hilfe gefunden, nur zwei Mark und Kost und Fahrgeld und man weiß, wen man hat", so erzählt Frau Doktor den Freundinnen.„Ach beim Umzug in die ganz kleine Wohnung wird sie wohl doch nicht helfen wollen", klagt eine ganz Einsame, der das Einschränken schwer fällt. Aber das ist ja Fräuleins eigenster Beruf. einen Raum schön und behaglich zu gestalten. Der Tapezierer braucht nicht erst bestellt zu werden. Die Vorhänge steckt Fräulein auf und mit ein paar lustig bunten Kunstseidenresten bringt sie auch die Lampenschirme wieder in Ordnung. Den Packer muß man heutzutage sparen, Fräulein hat so oft zugesehen, wie Bücher kunstgerecht gepackt wurden und mit dem feinen Porzellan traut sie sich auch zu, es zu versuchen. Am Waschtag war die Hausfrau noch ganz gesund, nun beim Bügeln ist sie zusammengebrochen, das Stehen im Bügeldunst kann die Zarte nicht vertragen. Fräulein muß kom men, und flink fliegt das heiße Eisen in der jungen Hand. Eine Dame in der Nachbarschaft hat den Arm gebrochen und muß ins Krankenhaus; da wird Fräulein gleich für 14 Tage bestellt, um für den Mann u. die Söhne zu sorgen es ihnen behaglich zu machen. Sie überlegt und sagt zu, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Für 14 Tage ein sicheres Verdienst! Aber was wird aus den anderen Kunden? Gerade ihre Beweglichkeit. die stete Bereitschaft. in plötzlicher Notlage sofort zu helfen, das schätzt man an ihr.„Nicht die Arbeit schändet den Menschen, sondern der Mensch odelt die Arbeit!“, das ist ihr Grund satz. Mit klarem Blick faßt sie überall an wo es am Nötigsten ist. Ein Telephonruf, und sie ist da, wenn sie frei ist, und nimmt Geld nur für die wirklich geleistete Arbeit, nicht für den ganzen Tag. mag derselbe auch angebrochen sein. So meistert sie das Leben. Helene Bulle. Unser Zimmergärtchen Blühende Blumen und Blattgewächse verleihen einem Zimmer heitere Schönheit, beleben es in reizvoller Weise. Nur mussen die Pflanzen in gutem Zustande sein, müssen die liebevoll pflegende Hand verraten. Zur richtigen, erfolgreichen Pflege gehört aber etwaSachkenntnis, der gute Wille allein tut en 86.„„ Die Pflanzen brauchen zum Gebeihen Luft und Licht. In schlecht gelüfteten Räumen verkommen auch bald die anspruchslosesten Gewächse. Doch ist im Winter darauf zu achten, daß beim Oeffnen der Fenster der kalte Luftzug nicht direkt an die Pflanzen kommt. Ohne Sonne wird man keine besonderen Erfolge in der häuslichen Blumenpflege erzielen. Ist das Zimmer ganz sonnenlos. dann stelle man die Pflanzen möglichst täglich in einen günstiger gelegenen Raum. Die Blumenkrippe soll möglichst dicht am Fenster ihren Standort haben— die Törfe dürfen nicht zu dicht nebeneinander stehen, damit sich die Pflanzen genügend ausbreiten können. Ein wichtiges Kapitel in der Kultur der Zimmerpflanzen ist das Gießen. Man merne sich folgendes: Ruhende Pflanzen brauchen kein Wasser, treibende dagegen zehr viel und um so mehr, je wärmer ihr Standort int. Knollen= und Zwiebelgewächse sollen vor dem Austreiben nicht begossen werden. Niemals nachgießen, wenn die Erde in den Töpfen noch nicht trocken ist, sonst wird sie sauer, was Erkranken und Faulen der Wurzeln zur Folge hat. Abgestandenes Fluß= oder Regenwasser ist das beste, steht aber nur selten zur Verfügung. Wir müssen uns mit Leitungswasser behelfen, das aber unbedingt eine Weile der Luft ausgesetzt werden muß und weder kalt noch warm sein darf. Im Winter darf nienals abends gegossen werden, sordern am besten am späten Vorm'ttag. Mon vergesse nicht, daß auch die Blätter Feuchtiskeit brauhen, ein Zerstäuber oder eine B'umensorige eisten hierzu gute Dienste. Wo die Mögliaskeit besteht, stelle man seine Zimmerpflanzen ins Freie, wenn es regnet(Balkon, Brett vor dem Fenster, Hof usw.) Zum guten Gede'hen der Zimmerpfsanzen st auch gute Ernährung erforderlich. Sonne und frische Luft sowie Feuichtigkeit genügen nicht. Es ilt. durch richtige Düngung nachzuhelfen. Bei Topfgewächsen kommt meist nur