# SSS BSS F#EmmsSoJoßsas KSSRERESRS S S S 88. * #gnSSabgus S SEERSESS S 5 #ug 2. # a. 8 RSS nt 2. * ∆ 925 8 : 2 S 8 8 88 . 5 S.8 E.3 S#. Ses SSgEE S#s -n. SaUSUSE 1— Freiwilliger Arbeitsdienst auch für Frauen Aus dem Engen und Weiten Zu welchem chemischen Typ gehören Sie? Eine Frau mag noch so schön sein, auf bestimmte Männer wird sie nicht die geringst Wirkung ausüben. Und andererseits gibt manche, an der die meisten nichts dran, kinden, die aber doch gewisse Vertreter des starneren Geschlechts um den Finger wickeln kann: Sie ist eben ihr„Typ“. Diese gerhschentepger gug selischen und Porzigen beruhen; eetischen und geistigen„gräzagt, daßz ich neuerdings hat man logar echzemischen Unterdie Frauen auch nach ihren schieden einleiten lassen, und so haben wir denn einen Schwefeltyp, einen Wasserstofftyp, einen Kalktyp un Zeder diesge Lypdez solk auf ven ipver, vezztereigenschaften hinweisen, der Verteilung von Arbeitsgeräten an die weiblichen Arbeitsfreiwilligen. der Reichsregierung, beschäftigungslose Ir das die Eisersucht im ihmn bohe Biutdruch, der vrpig, die Eisersüicht. süchtig, Es ist bekannt, daß Jod ein, 68gug, sibel, denn aus der Eisersucht engen. cher Eheschnupfen. striearbeiterinnen in ländlichen Gebieten anzusiedeln. Die jungen Mädchen werden vor allem mit Bodenverbesserungsarbeiten beschäftigt und lernen gleichzeitig auch gründlich die Hauswirtschaftsführung. Beide Beschäftigungsarten, sollen die Mädchen für ihre künftige Tätigkeit auf den Siedlungsstellen vorbereiten. -□Die tägliche Nagelpflege Wenn die Fingernägel innen fleckig sind, gibt man mit einem flachen Hölzchen etwas Nagelweiß darunter. Doch Vorsicht, damit weniger die Haut, als die innere Nagelfläche damit bedeckt wird. Immer von der Mitte aus arbeiten und alles Ueberflüssige wieder beseitigen! Beate. 191— Wußten Sie schon? Man sollte Gemüse stets kurz vor dem Gebrauch waschen und abspülen, da es durch längeres Liegen im Wasser an Wohlgeschmack verliert. Frischhaltung von Blumen und Salat erreicht man, wenn man sie über Nacht in zeiichtes Zeitungspapier einwickelt. Das Aroma des Kaffees wird erhöht, wenn man den gemahlenen Kaffee vor dem Aufgießen anwärmt und eine Prise Salz hinzufügt. Zum Polieren von Fliesen verwende man Leinöl: Zunächst werden die Fliesen mit warmem Seifenwasser gesäubert. Wenn diese gut trocken sind, trage man das Oek mit einem Seidenlappen auf und poliere wie üblich. Glänzende Rockkragen reinigt man, indem man sie mit einem in Salmiak oder Essig getauchten Tuch gründlich abreibt. Grasflecke in Leinenstoffen entfernt man durch evtl, wiederholtes Auswaschen mit Chlorwonle. acs sce ic cher eaich alrescheliche Frau auch über starken Sexappeal verfügt. Sie darf nur wenig schwefelhaltige Speisen zu sich nehmen, während andererseits der Wasserstofftyp sich vor übermäßigem Genuß von Flüssigkeiten zu hüten hat. Die Heiratsgesuche in den Zeitungen dürften nach dieser Entdeckung eine Erweiterung erfahren, denn man wird nicht unterlassen dürfen, künftig auch den gewünschten chemischen Typ mit anzugeben. Denn es wäre doch ärgerlich, wenn man gern einen sanften Wasserstofftyp begehrt und statt dessen den energischen Schwefeltyp bekommt und so unversehens unter den Pantoffel kommt. * Allerlei Humor. Eine Filmdiva in Hollywood wurde von einem Hund gebissen.„Um Gottes Doktor,“ sagte sie,„kann der Hund toll ge„Hoffentlich nicht", beruhigte der Arzt. „Aber jedenfalls müssen Sie sofort ins Krankenhaus gehen.“ Die Diva dachte nach. „Wenn ich bestimmt wüßte, daß es Tollwut ist“, sagte sie,„dann möchte ich am liebsten erst alle meine Konkurrentinnen beißen.“ Die alte Politur muß zunächst beseitigt werden! Dann die Nägel, und zwar stets nach der Ritte zu, seilen, mäglichst mit einem lange Seiten feilen, weil dadurch allmählich die natürliche Symmetrie zerstört wird. Nun die Finger in milden, warmen Seifenschaum tauchen! Vorsichtig die tote Haut um den Nagel sowie darunter beseitigen. Nach Ve Sen masseren, und zwar in der Richtung eine Verkäuferin sie macht, wenn sie einen Glacehandschuh anprobiert! Oel oder Creme wieder abtrocknen, und zwar mit Watte und, falls Sie ein flüssiges Poli mittel benützen, die Hände nochmals wascher und gründlich mit einer Bürste bearbeiten. Zuletzt gut abtrocknen! Jetzt die Polierflüssigkei mit einer kleinen Bürste auftragen. Bedienen Sie sich eines Polierpulvers, so geben Sie eine Kleinigkeit davon auf die Mitte des Nagels und drücken es entweder mit der inneren Handfläche glatt oder mit einem kleinem Polierkissen. Zuletzt die Hände nochmals waschen und die Nägel übernolieren. Kartoffelschalen sind ein ganz vorzügliches Mittel, Gläser und Karaffen von dem bräunlichen Ansatz, von Schmutz, Resten des Inhaltes zu saubern. Die Schalen werden zerkleinert, um sie durch den engen Hals in das Flascheninnere zu bringen. Dann gießt man Wasser darauf. Nach einigen Minuten Schütteln werden die Flaschen innen vollständig sauber und ganz klar. In gleicher Weise, jedoch ohne die Schalen vorher zu zerkleinern, kann man Kartoffelschalen auch zum Säubern der Kochtöpfe und Wasserkessel vom Ansatz und Kesselstein verwenden. In diesem Falle müssen die Schalen aber im Gefäß einige Minuten gekocht werden, zumindest aber solange, bis sich der Kesselstein vollständig gelöst hat. Alsdann kocht man nach Entfernung des Schalenwassers noch einmal mit reinem Wasser aus oder spült heiß nach. Von Beerenobst innen gefärbte Kochtöpfe reinigt man auch so. Will man im Herd längere Zeit die Glut erhalten, ohne nachzulegen, bedeckt man diese mit Kartoffelschalen. Die Glut hält sich bestimmt die ganze Is! Nacht über, so daß morgens einige Stüche Holz Auum Eutliochen genigen. „Meine Freunde", sagte der Pastor, nachdem er die Kanzel bestiegen hatte,„für heute hatte ich euch einen Vortrag über das allgemeine Laster des Lügens angekündigt und ich hatte die Gemeinde gebeten, vorher das siehzehnte Kapitel in Marhus nachzulesen. Wollen bitte alle, die dieses Kapitel gelesen haben, die Hand erheben." Alle erhoben die Hand. „Danke“, fuhr der Pastor fort,„ich möchte dazu nur bemerken, daß Markus nur seczehn Kapitel hat. ein siebzehntes Kapitel gibt es nicht.“ „Warum hat eigentlich Ihr Freund seine Verlobung wieder aufgelöst? Er hat mir doch selbst gesagt, daß er seine Braut außerordentlich hochschätzte!“. „Eben zu hoch!“ Daheim(68. Jahrgang) Nr. 44 vom 28, Juli 1932. Das vorliegende Heft bietet folgende Beiträge: eine Uebersicht über unsere Sportkämpfer bei der Olympiade in Los Angeles(mit Bildern), einen Aufsatz über das am 1. August beginnende internationale Polarjahr(Verfasser: Prof. O. Baschin), eine Plauderei„Haben Sie schon einmal abgeschrieben?“(mit reizenden Kinderphotos), eine Hamburger Studie„Ein Schiff gefällig?“(mit Bildern vom Schiffsfriedhof an der Großen Bleiche), eine gesundheitliche Betrachtung „Sonne, Luft, Wasser für Alle“(mit Bildern aus Frankfurt a. M.), eine Mahnung„Werdende Mütter als Autofahrerinnen“. Vorschläge für die preiswerte Anfertigung einer Violdecke und weitere Vorschläge für das sommerliche Abendbrot, ferner eine Anregung für die Maßschneiderei. Diesen belehrenden und unterhaltenden Beiträgen ist eine Erzählung „Mutter Elisabeth“ und eine Fortsetzung des ausgezeichneten Romas„Seydlitz" beigegeben Zahlreiche Bilder zum Tage, die Wiedergabe zweier Gemälde, davon eines als große Kunstbeilage, schmücken das Heft, das mit seinen vielen Groß= und Kleinverkaufsanzeigen, mit seinem Anzeiger für Pensionen, Unterkünfte und Hauspersonal ein wirklicher Ratgeber für das deutsche Haus ist. Das starke und gutausgestattete Heft kostet 45 Pfennig. Verautwortlich H. Semmelmann, Altena. ruc uund Marlag.„B.# San d., Allena. E SSSSEFESDESSSSPEREAS TARES 23 5958 bugt au ga-grägh. S5SSRES S# sgs a. SSS S R *.-2 CSETA“ S### 7 — Praden ** Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Altena, den 3. August 1·32 Nr. 31 Frauenbriefe einst und jetzt Vorschau auf die Herbstmode Es gab eine Zeit, in der das Briefeschreiben zu einer Kunst geworden war. Was sind das füir. Vriese, die wir von Goethes Duter, von,Baubes, wie sahlgrig, braungelb und gelbBetina von Arnin, von Venphaben, Pggrgzr. 5o.—.warz und dunkelbau sowie die beim, der Rutter Feuerbachez,„Papen, Kunst,) braup, uberreiser Pflaumen und Kornvuumer In diesem Herbst werden„herbstliche“ Farben getragen werden. Es sind das rotbraun, rostrot und alle sonstigen Töne des fallenden werke zum Teil, in gepflegtem Stil, aus gepflegtem Denken heraus. Abbilder ihrer Zeit, des geruhigen Lebens, das Muße schenkte zum Sinnen, das zierlich denken, reden und schreiben ließ. In dem an schöngeistigen Abenden im Heim Dichtung und Musik eine gastiiche Stätte fanden. Diese Briefe zeichnen sogar daaußere Bild der Schreiberin, bis zu Hängelocken, Reifröcken und Schnebbentaillen, aber zugleich auch etwas von ihrem Wesen, ihrer Eigenart, so daß noch nach Jahren sich beim Lesen ihr Wesensbild aus den Blättern hebt, wie schwarze Silhouetten von weißem Grund. Und ist es nicht vielleicht das Fehlen dieser Eigenschaft, das die Frauenbriefe unserer Zeit manchmal so inhaltslos macht? Freilich werden manche sagen: Gebt uns das geruhige Leben, die leichteren Lebensverhältnisse von damals, und wir werden die Kunst des Briefschreibens wieder lernen! Nun: Zurückschrauben lagt sich keine Entwicklung, es heißt nur, mit ins Neue hinübernehmen, was des Mitnehmens wert war. Die obenerwähnten Frauenbriefe sind von Frauen geschrieben, welche auf den Höhen des Lebens standen. Und ich zweifle nicht, daß es auch heute noch Frauen gibt, die, von den Sorgen des Alltags entlastet, noch Briefe schreiben können, in denen„etwas steht“. Die Berufstätigkeit der Frau und erschwertes Hauswesen sind schuld, daß die Kugst, des#### schreibens nicht mehr so auf der Höhe ist. Der Beruf erfordert einen ganzen Menschen, erschönft ihn aber auch. Selten ist die Spannkraft nach der beruflichen Tätigkeit noch groß genug zum brieflichen Gedankenaustausch. Dieser beschränkt sich dann auf das nötigste, der Mitteilung alltäglicher Dinge, auf das„Oft Nachrichtgeben“— letzten Endes auf die früher nicht vorhandene Postkarte! In ewigem Rhythmus steigt und fällt alles In unseren rastlosen, die höchsten Leistungen auch von den Frauen erfordernden Tagen würden die Frauen, die in still=beschaulicher Zurückgezogenheit ungestählt in weichen Träumereien ihre Briefe schreiben wollten, vom Leben bald unterjocht werden. Sie in unsere Zeit hineindenken, ist ebenso ein Unding, wie die berufstätige Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt, eine Tennismeisterin oder eine Meisterschwimmerin, hineinstellen zu wollen in die Zeit der Freundschaftstempel, der Musenalmanachs und Blumenkränzchen! Eine Geschmacklosigkeit kannte man früher nicht, weil es sich technisch verbot: Den mit der Maschine geschriebenen Frauenhrief! So gut sich für alle geschäftlichen Mitteilungen die Schreibmaschine eignet, so unpersönlich wirkt sie beim familiären Brief. Der letzte Rest von Persönlichkeitsausdruck geht mit ihr noch verloren. Mensch und Handschrift gehören zusammen, sie vereinigen sich zum Ganzen. Nur Frauen mit sehr unleserlicher Handschrift handeln rücksichtsvoller, wenn sie die Maschine benutzen. Doch sollte man sich mit seiner Schrift wohl so in der Gewalt haben können, daß man ihre Eigenart nicht ausarten läßt! Trotzdem sich die Zeiten gewandelt haben, sollten wir doch das Gute mit in die unsere herübernehmen, daß wir in unseren Briefen keine Oede und Leere aufkommen lassen. Ein Frauenbrief, dem ein Stückchen der Wesenheit der Schreiberin entströmt, wie ein feiner Duft, wird stets wie ein liebes Geschenk anmuten. E. Tanger. ? Farbe überreife. p##uumen und Kornblumen werden im Vordergrunde stehen. Selbstverständlich wird auch schwarz wieder sehr beliebt sein. Diese winterliche Farbe, die so vornehm wirkt, ist aus dem Modebilde nicht mehr fortzudenken. In Verbindung mit weiß, grün, lila, türkisfarben und rosa ergeben sich sehr elegante Zusammenstellungen. Die Verwendung von Pelzstreifen, gepreßtem Plüsch und dem sogenannten Karakül, das ist baumwollener Astrachan, wird stark hervortreten. Streifen und ganze Westen werden daraus gearbeitet. Auch Börtchenarbeit in feinster Ausführung wird an Kleidern und Mänteln zu sehen sein. Sie eignet sich sehr gut dazu. die Vorderbahnen der Prinzeßkleider und die Schulterkragen der Kleider und Mäntel zu zieren. Auch für hohe Stulpen ist sie ein sehr geeigneter Aufputz. Der Unterschied zwischen Mantel und Kleid wird sich sehr verringern, denn das angezogene geschlossene Mantelkleid wird eine große Rolle spielen. Die hochgeschlossenen Kleider werden am Halse durch Schleifen oder durch haudgearbeitete schmale Stickerei belebt sein. Bulgarische Borten, plissierte schmale Streifen aus Batist und Georgette oder Leinen mit gestickten Tupfen, wie man sie vor Jahren schon gerne am Halse trug, werden wieder in Mode kommen. Das farbige Oberteil in Stoffkleidern macht den ovalen Halsausschnitt modern. Noch immer wird es üblich sein. daß Ober= und Unterärmel aus anderem Material bestehen. Auf diese Weise wird man Sommerkleider mit kurzem oder ohne Aermel leicht für der, Herbit; gebrauch modernisieren können. Ein mit passenden Aermeln kann da leicht Abhilfe schaffen. Wo spitze Ausschnitte in Erscheinung treten, sind Wasserfälle, Jabots und alle andern an Blusen gemahnende Verzierungen sichtbar. Im Großen und Ganzen ist die Prinzeßform an Kleidern, insbesendere an Mantelkleidern sehr beliebt. Sportliche Kleider und Märtel zeigen sehr häufig den Raglanschnitt. Daraus leitet sich auch der sogenannte Kimonoärmel her. Der Aermel dieser Kleider bleibt schmal, oder er verbreitert sich nach unten durch dütenförmige Einsätze. Hier ist Gelegenheit zu verzierender Ausarbeitung, etwa Biesen=, Stepp: oder Säumchenschmuck gegeben. Auch die Bortchenarbeit läßt sich an solchen Nähten und Einsatzteilen gut anbringen. Das Material für sportliche Herbstkleidung besteht aus Noppenstoff, wobei erbsengroße Knötchen auftreten, aus Tweed und aus grob gewebtem Wollstoff. Die Hüte werden klein bleiben; Mützen und Kappen sollen vorherrschen. Aber auch der kleine aufgeschlagene Samthut, ja sogar der Dreispitz wird modern sein. Samt in Verbindung mit Filz und Karakül wird für elegante Hüte dienen, und auch gesteppter Samt oder solcher mit inkrustierter Seide wird sehr gefallen. Der Halbschuh mit Einsatzteil und Knöpfen wird in das Modenbild ausgenommen. Er wirkt geschlossen und daher herbstlich. Der Strumpf wird noch dunkler sein als im Vorjahre. Tiefes Braun und maulwurffarbene Töne werden vorherrschen. Auch der gemusterte Damenstrumpf aus Wolle wird zum sportlichen Anzug modern bleiben. Li. notwendig. Es ist manches seither besser geworden. Es hat aber auch bei einzelnen Menschen dahin geführt, sich in einen manitätsfimmel hineinzureden und sich harin zu gefallen, diesen praktisch auszuwerten. Uns Frauen interessiert zumeist das Gebiet Hauspersonal. Und gerade hierbei können wir manches Unglaubliche erleben, als vermeintliche übergroße„Menschlichkeit“ dem wirkschaftlich heute sehr Geschwächten gegenüber. Das seit Jahren bestehende Gesetz, das alle Fragen über das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt, reip. reformiert hat, erwies sich in der Praxis sehr bald als eine Unmöglichkeit. Die in keiner Weise berechtigte Liberalität, die hierbei den Hausangestellten eingeräumt wurde, hat entweder das eine gezeitigt, daß die Hauskrau es vorzog, unter den gegebenen Vorschriften auf eine Haushalthilfe zu verzichten, oder— in andern Fällen überging man stillschweigend beiderseitig jene Vorschriften, und es blieb alles beim alten. Das unendliche Heer der stellungslosen Mädchen gab also einmal schon die Antwort darauf, wozu unangebrachte Humanität führt. Eine nicht unwichtige Frage ist hierbei auch die Zeugnisfrage gewesen. Früher wurde ein wahrheitsgetreues Zeugnis dem Mädchen gegeben, heute bedeutet für eine erfahrene Hausfrau ein Zeugnis— nichts. Sie weiß genau, daß, entweder wieder aus Menschlichkeit oder als Folge allzusehr gelockerter Gesetze jede Hausfrau einem entlassenen Mädchen ein möglichst gutes Zeugnis gibt. Warum denn dem Mädchen den Weg verbauen? Heute in einer Zeit der Not? Sehr schön! Aber die Folge? Ueberall erlebt man Enttäuschungen, häufigere Entlassungen, unharmonisches. Zusammenleben zwischen beiden- Teilen und schließlich eine immer mehr ansteigende Zahl von arbeitslosen Hausangestellten. Man ist müde geworden, es gibt ja— ja, trotz aller Not, trotz so unendlich Vieler, die auf Arbeit warten, es gibt beinahe keine zuverlässigen Hilfen mehr! Auf Zeugnisse kann man sich nicht mehr verlassen, man weiß ja nicht einmal, ob man einen ehrlichen Menschen ins Haus bekommt, denn— das Gesetz rerbietet ja— aus Humanität!— die geringsten Andeutungen zu machen, wenn mal Hausfrauen sollten aneinander soviel Interesse haben, daß sie sich gegenseitig das Leben leichter machen; sie sollten nicht bewußt ein Mädchen„fortloben“, nür um es los zu sein! Sie sollten wahrheitsgemäß alle gute Eigenschaften ins beste Licht rücken, aber auch, wo wirklich Unmöglichkeiten vorhanden waren, diese nicht ganz totschweigen. Ist es menschlich, andere, wertvollere Kräfte, ohne Arbeit zu lassen um solcher Mädchen willen, die nichts taugen und denen gegenüber man nur nicht den Mut fand, wahr zu sein? Es wäre gut, wenn an Stelle jener Auswüchse von Humanität eine gerechte, wahrhafte Menschlichkeit 1##te; wenn man wieder lernte, Zeugnisse zu geben, die den Tatsachen entsprechen. Kann ich ein Mädchen auf eine sittlich höhere Stufe bringen, wenn ich gezwungen werde, einen ersten vielleicht geringen Fehltritt, der aber eden Falsche„Menschlichkeit“ inihrer praktischen Auswirkung Die Menschen sind heutzutage weitaus sozialer eingestellt als vor Jahren. Diese Umstellung, das dürfen wir nicht verkennen, war Ein Streifzug durch die Mode dürfte jede Frau interessieren. Wollen Sie ihn mitmachen, dann lesen Sie die neueste Nummer der „Eleganten Welt", die soeben herauskommt. In Bild und Wort werden Sie darin durch die vielerlei Bezirke der Mode geführt, die sich augenblicklich in einem interessanten Zwischenstadium befindet. Hie und da wird schon der Schleier ein wenig gelüftet, der die Geheimnisse der kommenden Mode noch verhüllt, und diese wenigen Ausblicke genügen zu der Feststellung, daß wir für den Herbst mit einer Mode rechnen können, die unseren Wünschen in bezug auf Schönheit und— Sparsamkeit Bechnung fuäat. 88 585 S S##SSS Su.. S88288BSS-P SOE SSPS7 *p SS 5 29 c 9* S 5 5 Se S 8. S 7 S2 S9 -SSSöF MA S5385S SSSS5L SSESE Gnz-Seite'. BAMSS 5 SBEEE *** *9 88•* 8# SES, BO SSESES EESLögg: U 2 8 5•2 E 88•1 ∆ 8 5 s#. O- Bu Wn"-SSS TEESEE * *E5893½ & S Mutters Hände Stizze von Werner Krueger-Hamburg Alles ist aus! skizze von Wolfgang Federau An der roten Backsteinmauer der Augenkliab rankte sich der wilde Wein. Mit spitzig zerollten Füßchen krallte er sich in die Fugen, uns denen Sonne und Nässe den Mörtel bröktelten, mit tastenden Händen kletterte er Stufe auf Stufe hinan. Hinten aus dem Anstaltsgarten, wo unter sen roten Trauben der hängenden Glyzinen der Springbrunnen in vergessener Kaskade chluchzte, flötete der seligversunkene Ruf einer Nachtigall.— Und die Rosen glühten rot und schwer, dufteten heiß und süß. Im Sprechzimmer des leitenden Arztes perrschte das grünliche Dämmern im Blätterdach verfangener Sonne. Nur der vernickelte Driff des Fernsprechhörers warf einen blitzenden Strahl in die Augen.——— „Die Operation ist gut verlaufen“, sagte Professor Binder mit dem leichten Lächeln innerer Befriedigung.„Ich kann Ihnen schon heute den kleinen Parienten vorführen. Nach der letzten Untersuchung kann ich Ihnen zusichern, daß er alles um sich in deutlichen Umeissen und naturwahren Farben sehen wird. Die abgelöste Netzhaut erneuerte sich in dem Teile, in dem ich sie wieder zusammenraffen konnte, fast vollständig. Ein sicherer Heilungsverlauf ist nach unseren Erfahrungen gewährleistet, wenn Sie einstweilen darauf achten wollen, daß der kleine Mann seine Augen in der ersten, großen verständlichen Freude des Sehenkönnens nicht überanstrengt.“ Schweigen darauf. Und plötzlich eine impulsiv über den Tisch gereichte Hand:„Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, Herr ProBinder erwiderte den Druck der Hand: „Ich freue mich fast ebenso wie Sie, daß meine Operation gelungen ist“, sagte er aufrichtig, „ich freue mich jedes Mal, wenn ich einem Kranken das Gottesgeschenk des Lichtes wiedergeben darf.“ Dann stand er auf.„Lassen Sie uns also den Versuch unternehmen. Kommen Sie mit mir! Ich werde Ihrem kleinen Sohn jetzt die Binde von den Augen nehmen. Er soll zum ersten Male seine Mutter sehen.“ Einen Augenblick stockte der Arzt im letzten Satze. er sah ernst auf das von furchtbaren Brandwunden entstellte Gesicht der Frau, die da in ihrem schlichten Waschkleide vor ihm stand. Sie nichte leise, als erriete sie seine Gedanken. „Wollen wir nicht noch einen Augenblick warten, Herr Professor!" Sie ging zur Tür und rief einen Mann in den Warteraum. Hinter ihr trat eine andere Frau in das Sprechzimmer des Arztes, eine junge, blühende Dame mit auffallend hübschen Zügen. So ungefähr mochte auch die Mutter ausgeschaut haben, ehe sie die furchtbaren Verletzungen erlitt. „Meine Schwester, Frau Käthe Schmidt, Herr Professor!“ stellte sie langsam vor,„die künftige Mutter meines Jungen.“ Der Arzt fuhr mit der Rechten leicht über die Stirn.„Verzeihen Sie—— ich verstehe nicht ganz———“ sagte er verblüfft. Ueber das entstellte Gesicht der kleinen Frau vor ihm huschte ein verschönender Schimmer. „Meine Schwester ist auf meine Bitte hin bereit, meinen Sohn zu sich zu nehmen“, sagte sie leise,„ich möchte nicht, daß mein Kind, das dank Ihrer Hilfe jetzt wieder sehen und Gottes schöne Welt in sich aufnehmen darf, an einen Menschen gekettet ist, dessen Anblick——— ihn zurückschreckt.“ Sie almete tief und schwer.„Gewiß, es ist mir nicht leicht gefallen—— mein Kind herzugeben,——— ich hab' es lieb, sonst hätte ich es nicht aus dem brennenden Haus getragen, jetzt aber soll es unbekümmert aufwachsen. Ich werde—— die häßliche Tante bleiben.“ Ihre Augen starrten hinaus, wo über den lichtblauen Himmel leichte faserige Tücher zogen, zerrissene Schleier. Einen Augenblick schwieg sie, mit ihren Tränen kämpfend, dann schloß sie leise:„Außerdem—— die Operation verschlang meine letzten Mittel. Ich muß arbeiten, werde für das Kind nicht mehr sorgen können.“ „Sie zahlen an mich, wann Sie konnen“, sagte Binder begütigend. „Wenn auch——“ sie winkte ab,„es ist besser so. Ich habe mich durchgekämpft, nur heute noch—— das ist das Schwerste.“ Langsam stand der Arzt auf und öffnete den Frauen die Tür.—-„ Die Vorhänge des kleinen Zimmers, in dem der Knabe lag, waren sorgfältig geschlossen. Links, an der Wand, brannte eine kleine schwachkerzige Birne unter grünem Glas. Die Schwester stand auf, als der Arzt mit den Frauen eintrat, und sah fragend empor. „Ja, Schwester Marie“, sagte Professor Binder lächelnd,„jetzt werden wir den Verband ganz abnehmen.“ Die Hände der Schwester lösten die Klammern. Dann stützte sie den Kopf des Kindes und sah es aufmerksam in das Gesicht. Langsam, fast widerwillig hoben sich die Lider. Vor dem Bett stand die jüngere Schwester der Mutter, daneben der Arzt und hinten, am Tischchen mit der grünen Lampe, stützte sich die Mutter schwer auf den Stuhl. Groß und fragend glitten die Blicke des Knaben aus seltsam tiefen, dunklen Augen durch den Raum. Dann schloß er die Lider wieder und seufzte „Kannst Du uns sehen, Herbert?" fragte Binder und legte seine Hand leicht und streichelnd auf die Stirn des Kindes. Das öffnete seine Lider von neuem, groß Ja, Inkel, ich sehe Dichl Du bist groß und lachst und einen langen Bart hast Du.“ Seine Bliche glitten weiter. Und das— das ist Tante Marie—— und das— das——. „Ist Deine Mutter! sagte Prosessor Binder langsam und nachdrücklich. Der Blick des Kindes lag staunend auf dem Antlitz der jungen Frau vor ihm:„So schön bist Du, Mutti?“ Hinten, am Tisch, erklang ein unterdrückter Schrei. Als Binder sich umsah, hob die Frau das entstellte Gesicht und fuhr mit der Rechten über die Augen.„Es ist nichts, gar nichts, Herr Professor, ich habe mich gestochen—, mit der Nadel gestochen.“ „Jetzt wirst Du aufstehen, Herbert!“ sagte die Schwester Marie und half dem Kinde aus. dem Bett. Es tat einige unsichere Schritte. An der Hand der Schwester aber ging es sicher und gerade. Sie führte das Kind an der Mutter vorbei, die schweigend vor dem kleinen Tisch saß. Sein Blick heftete sich in ihre Augen. Lange, lange sahen Mutter und Kind sich an. Dann irrte der Blick des Knaben über ihr Gesicht. Er zuckte zusammen und wandte sich ab.„Fort, Tante, fort!“ bettelte er und erschauerte. Da ging die Schwester mit ihm in das Nebenzimmer. Am Tisch aber brach die Frau in sich zusammen. Ein Schüttern ging durch ihren Körper. Dann legte sie das Gesicht auf beide Hände. Binder stand hinter ihr und legte die Hand auf ihr Hand. „Stark sein, Frau Benedikt“, sagte er mahnend,„Sie haben sich Großes, Uebermenschliches vorgenommen. Jetzt halten Sie aus—!“ „Habe ich Dich aus dem Feuer geholt——“ wimmerte sie,„daß Du jetzt——“ und dann richtete sie sich auf.„Jetzt—— jetzt habe ich mein Kind erst wirklich verloren!“ „Als Werner die Tür von innen verschlossen sie geschah, und auf ihre Auswirkung“ und die Sicherheitskette vorgelegt hatte, als sophierte er. ein Fehltritt war, zu ignorieren? Wird nicht Red„otar Brrgge uim Aud- MSc iinden wir den Wog zurück zur se7 Moral mehr und mehr gelockert? Fanden wir den Weg zuram zur wahren humanität! Es stünde um Vieles besser in unHumanität! Es stünde um Vieles besser in unzerer sozialen Fürsorge, im ganzen wirtschaftlichen Leben.„ Dr. H. Körting. Wenn der Mann sich„für nichts“ interessiert Eine Eheberaterin sprach es aus: Viel Ehegkück wird dadurch getrübt, daß die Frau geitige Interessen hat und mit ihrem. ten mochte, der aber möchte nur fachsit frau geiMann teien mochte, ver aver möchte nur fachsimpeln und abertächlichen Veronzesondern herunter“. „Er zieht mich nicht herauf, sonvern herunter", „Er zieht mich nicht herau), son ½ runer“, ist die ausgesprochene oder unausgesprochene Klage mancher Frau. Was ist da zu tun? Sicher ist es für eine Frau nicht immer angenehm, die weitschweifigen Berichte aus Berufsleben ihres Mannes mit anzuhören, während sie vielleicht lieber von Kunst und Literatur reden, Erziehungsprobleme chen möchte usw. Aber zunächst: Der Mann hat ein gewisses moralisches Recht darauf, daß keine Frau Interesse für seine beruflichen Anelegenheiten zeigt, die ihr schließlich, doch den ebensunterhalt verschaffen. Gebuldiges Zufören wird immer geschätzt.(Der berühmte mit der Zeit auch ein wirkliches Interesse für die Dinge ein, denen man zuerst lediglich aus Klugheit und Entgegenkommen sein Ohr lieh. Keinesfalls darf man den abgearbeitet heimkommenden Mann gleich zu einer„gebildeten“ Unterhaltung zwingen wollen. Falls man nicht wissenschaftlich gebildet ist, so suche man sich wenigstens durch populäre Schriften über den Berufszweig des Mannes zu orientieren, damit man einigermaßen gescheit mitreden kann. Wenn der Mann so den guten Willen sieht, zunächst ihn mal gehörig„drankommen“ zu lassen, dann wird er vielleicht eyer geneigt sein, auch einmal auf die Dinge einzugehen, die der Frau wichtig erscheinen, zumal wenn diese es geschickt versteht, das Gespräch allmählich und zwanglos darauf zu lenken. Die Frau hat wohl ein Anrecht darauf, daß der Mann sich auch um Verständnis für ihre geistigen Bedürfnisse müht, und die in dieser Hinsicht vernachlässigte Sie muß es aber auch verstehen, wenn nötig, die feinen Fäden selbst knüpfen zu helfen, die zu ihrem Geistes= und Seelenleben führen. . C h a r l o t t e R e i c h e l. Kann Obstgenuß schaden? Ueberall findet die Parole Verbreitung „Eßt mehr Obst!“ Diese Propaganda brsteht vollkommen 3. Becht. ungefährlich, de siel Obstes sind an sich, völlig, Uiegr giez###, va sie sich aus Wasser, Zucher, Erwerkz.iZammerischenre ehetinzgag der Hauptsache Aus dem Nebenzimmer aber kam die Schwester zurück und Frau Käthe nahm die Hand des Kindes.„Jetzt kommst Du zu Deiner Mutti, Herbert!“ sagte sie und beugte sich über ihn. Er nahm ihre Hand und glitt mit seinen schmalen, bleichen Fingern darüber hin. Ein nachdenklicher Zug grub sich um seinen Mund. Zwischen seinen Brauen lag eine Falte. „Mutti—?“ flüsterte er,„Du bist doch nicht meine Mutti—?!“„„ „Ich bin nicht Deine Mutti?“ fragte Frau Käthe und ein hilfloses Lächeln glitt über ihr Gesicht. Der Knabe schüttelte den Kopf.„Das sind nicht Deine Hände! Mutters Hände kenn ich ganz genau!“ Da schob Binder die Hand der Frau am kleinen Tische leise in die des Knaben. Der schloß die Augen noch einmal, gleichsam sich zurückversetzend in die Nacht der Vergangenheit, dann öffnete er sie wieder und sah lange in die Augen der Mutter. Ein leichter Schreck kam noch einmal über ihn, als sein Blick abglitt, dann sagte er leise:„Das sind Mutters Hände!"... Und als die Frau vor ihm hinsank, seinen Kopf an ihr Herz legte, flüsterte er leise: „Die haben mich gestreichelt. Die Hände waren immer bei mir.“ Seine Finger glitten über ihr Haar.„Du bist meine Mutter!“ Und draußen, unter den Rosen, schluchzte die Nachtigall. gen Vitamine enthalten, die allerdings durch Kochen vernichtet werden. So sind Aepfel zum Beispiel blutbildend, da sie neben anderen Stoffen Eisen enthalten. Birnen sind kalkhaltig und daher knochenbildend, Pflaumen fördern die Verdauung, Heidelbeeren stopfen und desinfizieren die Verdauungsorgane, Süßkirschen wirken gegen Bleichsucht und Blutarmut, Sauerkirschen lösen Nierengries und wirken günstig auf die Leber, Quitten reinigen das Blut, Erdbeeren sind nervenstärkend und reinigen das Blut. Entsprechende Kuren tun gute Dienste im Bedarfsfalle. Aber Obstgenuß kann bisweilen auch schaIn solchen Fällen ist jedoch nie das Obst selbst schuld oder die in ihm enthaltenen Stoffe, sondern die falsche Ernährung mit RRER Wer rohes Obst nicht vertragen kann, sollte es mit trockenem Brot zusammen kauen. Auch Kinder sollten Obst mit einem Butterbrot bekommen. Nicht gut durchgekautes Obst schadet mehr, als es nützt. Wasser auf reifes Obst und mäßig getrunken, ist unschädlich. Unreifes Obst muß durch Kochen unschädlich gemacht werden. In erster Linie ist jedoch ungewaschenes Obst schädlich! Keineswegs soll nur geschältes Obst gegessen werden, sondern es muß nur die äußere Hülle gut gereinigt werden, da sich unter ihr wertoolle Nährstoffe befinden, die sonst mit der Schale würden. Bedenken wir immer, daß das Obst dem Staube, Ruß und den Bazillen am Baume ausgesetzt war, daß es die Pflücker, Händler und Verkäufer in Händen hatten und er nun allein in seiner Wohnung stand, atmete er zunächst einmal tief und schmerzhaft auf. Dann trat er vor den großen Ankleidespiegel im Schlafzimmer, betrachtete eingehend und genau sein Spiegelbild und seufzte:„So also steht ein unglücklicher Mensch aus.“ Freilich gehörte einige Phantasie dazu, um in diesem Bild, das ihm aus dem Glas entgegentrat, einen Unglücklichen zu erkennen. Es war das Bild eines noch jungen, sorgfältig und nicht ohne eine gewisse Eleganz gekleideten Mannes mit braungebranntem, beinahe faltenlosem Gesicht, das von blühender Gesundheit und ungebrochener Lebensbejahung zu zeugen schien. „Das ist der Schein, der trügt“, sagte sich Werner.„Die Maske, hinter der wir verbergen, was uns quält.“ Und dabei machte er seinen Mund ganz schmal wie einen Strich. Das ging natürlich nicht ohne eine gewisse künstliche Nachhilfe. Er mußte die Lippen einklemmen, was ihm ein etwas gekünsteltes, ja fast törichtes Aussehen gab, und er war zornig über feine gesunde Bräune. Er hätte sich gern in diesem Augenblick eine recht graue, reichenblasse Gesichtsfarbe gewünscht. Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch, starrte durch das geöffnete Fenster in die Leere des Dunkels draußen. Er hatte Hunger, grausamen Hunger. Aber mannhaft unterdruckte er so unwürdige und mit dem Ernst der Stunde keineswegs vereinbare Regungen. Dies war wahrlich nicht der Augenblick, den Bedürfnissen des Magens nachzugeben. Er hatte an Ulla zu denken. An Ulla, mit der nun alles aus war, von der er sich eben getrennt hatte mit dem festen Vorsatz, sie nie— nie mehr wiederzusehen. Sie hatten sich gezankt. Man zankt sich ja manchmal, auch wenn man sich lseb hat. Aber doch nicht so— nicht in dieser Art! Nein! Es war aus— alles war aus. Weshalb eigentlich hatten sie sich gezankt? Er versuchte, sich die Vorgänge im Gedächtnis nochmals auszumalen. Aber schnell genug gab er es wieder auf....„467.— 9 einnd „Nicht auf die Ursachen dieser auseinandersetzung kommt es an, sondern auf die Art, wie lei Sein nüchterner, an klares, sachliches Denken gewöhnter Verstand wollte ihm zuflüstern: „Das waren ja alles Bagatellen, nicht wert, einen einzigen ganzen Gedanken daran zu verschwenden.“ Aber diesmal wehrte sich Werner gegen die Verführung, die Angelegenheit verstandsmäßig zu verarbeiten. Wie vor einem unsichtbaren Gegner reckte er sich an seinem Schreibtisch hoch, und die Ueberzeugung, daß nun alles aus sei, nahm an Kraft und Stärke zu. „Sie hat mir ihre wahre Seele enthüllt", deklamierte er lautlos.„Endlich hat sie mich erkennen lassen, was an ihr, was in ihr ist. Gerade noch rechtzeitig, ehe es zu spät ist.“ Er wußte nicht recht, wie diese wahre Seele aussah. Aber er glaubte zu wissen, daß er dieses Mädchen einst geliebt habe, daß er es jetzt hasse, ja, daß er es hassen müsse, und er war traurig und verzweifelt, weil dies so war. „Ich möchte sterben", dachte er. Und mit einer wahren Begeisterung malte er es sich aus, wie es wäre, wenn er jetzt stürbe: Sie erhielte die Nachricht am Morgen und müsse erkennen, daß sie ihn in den Tod getrieben habe. Und daß es nun zu spät sei. Zu spät für alles. Da sie das Versäumte nie mehr würde gut machen können, weil Tote ja nach landläufiger und tausendfach bestätigter Ueberzeugung nicht wieder lebendig zu machen sind. Er sah den Sarg, seinen eigenen Sarg, wie er in die Grube gesenkt wurde. Und der Pfarrer hielt eine rührende Ansprache.„Hingerafft in der Blüte seiner Jahre“ sagte er, und alle Leidtragenden wiesen mit unsichtbaren Fingern auf sie. Auf Ulla, die verstört im Hintergrunde stand, niedergedrückt von bergeschwerer Last. Dann aber überkam ihn eine neue Woge. Sterben? Um der Launen, um der Schlechtigkeiten eines Mädchens willen? Nein— das fiel ihm nicht ein, den Triumph würde er ihr nicht bereiten. Er wollte leben. Frei von der Fessel, die ihn mit einer Unwürdigen verknüpft hatte, wollte er ein neues Dasein beginnen. Werner nahm einen Bogen Briefpapier und phils= versah den Federhalter mit einer mageineuen Stahlseder. Ja, er wollte schreiben, daß nun alles zu Ende sei, daß keine Beziehungen mehr zwischen ihnen beiden bestünden. Er wollte ihr alles sagen, was er von ihr dachte. Daß sie selbstsüchtig, lieblos, eitel, undankbar, ungerecht, hartherzig sei und vieles mehr. Aber das bohrende Gefühl des Hungers wurde nun schon überwältigend. Leise, um die Haushälterin nicht zu wecken, schlich er hinüber in die Küche.„Nur eine Tasse Tee und einen Zwieback“, entschuldigte er sich vor sich selbst.„Man muß unabhängig sein von körperlichen Bedürfnissen, wenn man einen so wichtigen Brief schreibt.“ In der Küche hatte die Wirtin schon einen kleinen Imbiß zurechtgestellt. Werner aß einige belegte Schnitten, etwas geräucherten Aal, ein Stückchen kaltes gebratenes Fleisch. Er trank mehrere Tassen Tee und aus dem einen Zwieback wurde ein halbes Dutzend. Angenehm gekräftigt kehrte er an den Schreibtisch zurück.„Jetzt müßte eine Zigarette gut schmecken“, dachte er. Und in der Tat— sie schmeckte vorzüglich. Sie versetzte ihn in eine wirklich behagliche Stimmung. Er lachte über sich selbst, als er daran dachte, daß er noch eben hatte sterben wollen. Er erschrak, als er sich die vielen Eigenschaftsworte ins Gedächtnis rief, die er mit Ullas Namen vor ein paar Minuten verbunden hatte. Und er errötete in der Stille des Zimmers, als der Verstand— endlich— zu seinem Recht kam und er sich über die Ursachen seines Zerwürfnisses mit dem geliebten Mädchen— ja,„geliebtes Mädchen“ dachte er— klar zu werden versuchte. An das er jetzt bereits mit halber Sehnsucht dachte. Dann, endlich, tauchte er die Feder tief in die Tinte. Und ging zuletzt, kurz vor Mitternacht, nochmals hinaus, um den nächsten Briefkassen aufzusuchen... Am andern Morgen, kurz bevor Ulla und Werner ihre weit auseinanderliegenden Büros aufsuchten, erhielt jeder von ihnen einen Brief. Nur die Unterschrift war verschieden, der Text stimmte fast wörtlich überein; und dieser lautete:„Geliebtes— ich war im Unrecht. Kannst Du mir verzeihen? Bitte, bitte— sei wieder gut!" Krankheiten aus dem Genuß ungewaschenen Obstes entstehen können. Es kommt also sichtlich der Schädlichkeit des Obstes immer auf den an, der Obst ißt und vor allem wie er es ißt. Das oberste Gebot sei immer: gut kauen und Obst mit:aß essen! Gertrud R. —.9— Fliegen in der Wohnung Gestehen wir uns ein, daß wir selbst zu einem nicht geringen Teil an der Fliegenplage und Belästigung schuldig sind. Man kann die Fliegenplage so wirksam einschränken, daß sie kaum noch vorhanden ist. Das erste Gebot lautet: keine Speisen und Speisereste unabgeschlossen stehen lassen. Das zweite Gebot ist unbedingte Sauberkeit. Dazu gehört, daß benutztes Geschirr tunlichst sofort gesäubert oder abgeschlossen weggestellt wird. Drittens sollten alle Fenster mit Gazerahmen zugestellt werden, damit wohl Luft, aber kein Insekt herein kann. Fliegen vertragen keine Zugluft. Deshalb sollte die Wohnung morgens mindestens während einer Stunde und ohne Gaze vor den Fenstern unter Zugluft gesetzt werden. Ferner sollte möglichst vermieden werden, im Sommer viel Käse ins Haus zu bringen, da er eine beliebte Fliegennahrung und=Brutplatz ist. Eine morgendliche Razzia mit der Fliegenklatsche dürfte den hartnäckigen Rest vertilgen. Dem bekannten Fliegenpapier, den Leimtuten und Fliegenbändern ist entschieden ein rasch wirkendes Tötungsmittel vorzuziehen. Als solches ist Fliegenpulver mit Wasser oder Milch angerührt und in einer Schale aufgestellt, sehr wirksam. Alle Quälereien, langes Zappeln in flüssigen Fliegenfallen usw. oder an den Leimtüten und Fliegenbändern ist zu vermeiden. Allerdings geschege die Aufstellung von Milch mit Fliegenpulver(Gift!) so, daß nicht etwa eine Verwechslung vorkommen kann und Kinder nicht naschsüchtig die Milch austrinken, bezw. die Hauskatze oder der Hund. Endlich werden Fliegen aus einem Zimmer dadurch sehr wirksam vertrieben, daß man einen Wattebausch oder eine Schale mit Formalin aufhängt oder aufstellt. Formalin können Fliegen nicht riechen und verlassen fluchtartig das Zimmer.. Rog. Bringt Fische auf den Küchenzettel! Mit der warmen Jahreszeit kommt das Bedürfnis nach leichten Speisen. Was ist wohl leichter zu vertragen, was ist wohl preiswerter zu bereiten als Berichte aus Seefisch. Man muß nur ein wenig von der herkömmlichen Art der Fischbereitung abgehen, damit man das Vorurteil seiner Tischgaste überwindet. Eintopfgerichte sind ein beliebtes Essen für die, die nur ein schmales Wirtschaftsgeld zur Verfügung haben. Ein Eintopfgericht aus Fisch ist schmackhaft und sehr preiswert. Mit Suppengemüsen wird eine leichte Brühe gekocht, die man durch Zusatz von recht viel Mohrrüben oder grünen Erbsen im Geschmack verändern kann. Wenn das Gemüse weich ist, wird der gesäubert zerteilte Fisch oder Fischfiletstücke dazu gegeben. Die Tunke kann mit Kartoffelmehl oder Kartoffelsago leicht gebunden werden. Fisch in der Form gebacken kann in sorgfältiger Ausführung geradezu eine Berühmtheit auf dem Küchenzettel werden. Hierzu eignet sich besonders Fischfilet. Das Filet wird gewaschen, mit Zitrone abgerieben und leicht gesalzen. Dann wird das Fleisch lagenweise mit Sauerkraut in eine gut gebutterte Glasoder Tonform geschichtet. Oben mit geriebener Semmel bestreut und Butterflöckchen besät, wird es im Gasbratapparat oder im Ofen 20 Minuten gebacken. Für Halbrohköstler wird man die Zwischenlage aus rohem Sauerkraut herstellen. **„„ Fischragoutfin ist ein beliebtes Vorgericht aus rohem Fisch. Das Fischfleisch wird durch die Maschine gelassen, mit Selleriesalz gewürzt je ½ Pfund mit einem Gelbei verrührt, das Weißei wird zu Schnee geschlagen und die Fischmasse löffelweise darunter geschlagen. Die Masse kommt in die Förmchen, wird mit geriedener Semmel überstreut. Dann legt man zwei Streifen Holländerkäse darauf und backt wie üblich. Aus der gleichen Masse stellt man sehr schmackhaftes Fischomelette her. Die Masse wird dünn in die gebutterte Pfanne. gestrichen, die Butter braucht nicht braun zu sein. Die feuerfesten flachen Pfannen streicht man mit Fett aus, bringt die Masse in die kalte Pfanne und setzt Fett und Fisch somit gleichzeitig zu. Man spart sehr viel Fett dadurch. Ist der Fischkuchen unten lichtbraun geworden und obenauf getrocknet, so streicht man Mostrich oder leicht mit Milch verrührtes Tomatenpüree darauf und schlägt den Kuchen zusammen. Natürlich kann man die Plinsen auch auf beiden Seiten backen und als Fischpfannkuchen reichen. Aus der beschriebenen Omemettemasse bereitet man auch weiße Fischklöße. Die Masse wird abgestochen, leicht geformt und in wenig Mehl gewälzt. Die Klößchen kommen in die kochende Brühe oder in kochendes Salzwasser. Sie schmecken auch kalt sehr gut mit einer pikanten Mostrich= oder Zitronentunke. Die bekannten Fischsülzen kann man auch durch neue Art der Zubereitung bereichern. Das gekochte Fischfleisch wird durch die Maschine gelassen, Butter zur Sahne gerührt, mit dem Fischfleisch gründlich durchgearbeitet und mit gut abgetropften Kapern gewürzt. Die Masse wird geformt und mit der üblichen Sülzflüssigkeit(14 Blatt Gelatine auf 1 Liter Wasser) übergossen. Man kann diese Art der Sülze vorteilhaft in Portionsförmchen anrichten. Will man das Gericht verfeinern, so spritzt man oben ungesüßte Schlagsahne darauf. Auf diese Art ist es möglich, aus dem so sehr preiswerten und nahrhaften Seefisch überraschende Gerichte für die feine Küche und für das kalte Büfett in ansprechender Form zusammenzustellen. 8. 12.— Man hüte sich vor Jod Wenn in Gesprächen die Frage aufgeworfen wird, was es mit der leidigen Eifersucht auf sich habe, ist immer einer dabei, der den Vers zitiert: Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Die Wissenschaft gibt sich aber mit einer solchen gereimten Erklärung von Ursache und Wirkung dieser bittersüßen Begleiterscheinung der Liebe nicht zufrieden. Woher kommt diese Leiden schaffende Leidenschaft? Es ist weiter nichts als eine reichliche Dosis Jod im Blut. Die Pariser Blätter behaupten, deutsche Aerzte hätten die