— Der Hausarzt Von der Schlaflosigkeit. Viele unter uns leiden an Eauaflosigkeit; dic einen finden es qualvoll, schwierig einschlafen zu können, andere wieder bilden sich ein, viel weniger zu schlafen als sie in Wahrheit tun. Sie mögen vergessen, daß eine Stunde des Wachens während der Nacht uns eine Ewigkeit dünkt, dagegen sechs Stunden Schlaf scheinbar wie ein Augenblick verfliegen. Immerhin, wenn man aus dem Wege ist, daran zu denken, daß man nicht schlafen kann oder sich Sorgen macht, wie man am Abend einschlafen wird verfällt man leicht der Gewohnheit des quälenden Wachliegens. Darum versuche man vor allem— wenn ein solches Uebel im Anzuge ist— die Gedanken darüber von sich zu weisen, sie auf keinen Fall in sich aufkommen zu lassen, sondern von vornherein sie mit einer Art Coué=Methode im Keime zu ersticken: Ich werde heute abend wundervoll schlasen! In Verbindung damit versuche man andere Hilfsmittel. Zu empfehlen ist ein kurzer Spaziergang in frischer=Luft vor dem Zubettgehen, dem anderen Patienten mag ein heißes Bad kurz vor dem Schlafengehen helfen. Zeigt sich der Versuch, ein leichtes Buch im Bett für einige Minuten bis zu einer halben Stunde zu lesen, als wirksames Schlafmittel. so sei dies hier unbedenklich angewandt — wenn auch im allgemeinen das Lesen im Bett der Augen wegen nicht ratsam ist. Oft auch wachen Patienten in der Nacht auf und finden keinen Schlaf mehr trotz mühevollen Versuchens beim Wachliegen. Auch dann ist es besser und sehr zweckmäßig, das Licht anzudrehen und irgendetwas zu lesen. Wenn keine dieser selbstverschriebenen Mittel helfen wollen, gehe man schließlich zum ärztlichen Berater und lasse sich ein einfaches Schlafmittel verschreiben; es gibt so viele, die ganz harmlos, und den Folgen einer schlaflosen Nacht daher unbedingt vorzuziehen sind. Die Eigenverschreibung von solchen Medikamenten mag oft geradezu ein Fehler sein, denn verschiedene Mittel wirken verschieden, auch gibt es genug Schlafmittel, die wiederum nicht ganz so harmtos sind wie andere und beim Patienten jene gefährliche Gewohnheit verursachen, welche so schwer später zu brechen ist. Mittel gegen Sommersprossen. Die empfindlichen Stellen des Gesichts der Sonne nicht auszusetzen, ist fast unmöglich durchzuführen, selbst wenn ein breitrandiger Hut das Gesicht beschattet. So entstehen besonders an feiner Haut die unvermeidlichen Sommersprossen, sobald die Frühjahrssonne uns beglückt. Zur Milderung— ganz auszurotten werden die Flecken nicht sein, wenn man den Segen der sonne trotzdem auf sich wirken lassen will— sei auf die Behandlung mit Pflanzensäften hingenislen. Gurkenglyzerin hilft, auch das Bestreichen mit Tomatensaft morgens und abends erprobe man; ein anderes Sommersprossenwasser setzt sich zusammen aus: 100 Gramm Rosenwasser und 10 Gramm Perhydrol. Die sprossigen Stellen des Gesichts werden mittels eines Wattebausches mit der Flüssigkeit häufiger betupft. Selbstanzufertigende billige Hustenmedizin. Ein altes, weniger bekanntes, doch wirksames Mittel gegen Husten, das besonders Kinder gern nehmen, ist das folgende: Je ein Eßlöffel Thymian, Fenchel und Kandiszucker werden mit einem Viertel Liter Wasser zusammen eine Viertelstunde lang aufgekocht. Beim Verkochen des Wassers stetes Nachgießen bis zu einem Viertel Liter Wasser. Zuletzt das Ganze abkühlen und durch das Sieb in eine Flasche füllen unter Hinzufügen eines Teelöffels Anistropfen. Dänisches Abendbrot für Kinder(zu empfehlen!). Auf den dänischen Inseln wird den Kindern, die den Fremden durch ihr frisches, kerngesundes Aussehen besonders aufgefallen sind, allabendlich eine Mahlzeit gereicht, die sich das „Oilbrod“, zu deutsch Bierbrot nennt. Es hat sich herausgestellt, daß nicht allein die kräftige Seeluft, sondern mit ihr diese spezielle Ernährung die Grundsaktoren für die üppige GesundFräulein Rocke schwimmt neuen Weltrekord. Lisa Rocke—Magdeburg, die hervorragende deutsche Schwimmerin, die erst vor kurzem im 200 m Brustschwimmen eine neue deutsche Rekordzeit von 3:09,2 erzielte, stellte jetzt in Leipzig auf derselben Strecke einen Weltrekord mit 3:08,2 auf. Haben Sie sich schon überlegt, warum der Hosenrock in der heutigen Mode eine so bedeutsame Rolle spielt? Der Artikel„Der mondäne Hosenrock“ in der soeben erschienenen neuesten Ausgabe der„Eleganten Welt“ legt die Gründe dafür dar, die zu erfahren. Sie sicher interessieren wird. Er beschäftigt sich mit den vielerlei Typen dieses aus den Bedürfnissen der Zeit geschaffenen Anzuges, den Sie vielleicht noch heute ablehnen— morgen vielleicht schon selbst tragen werden. heit dieser Kinder sind.„Oilbrod“ wird folgendermaßen beu: Tro enes Schwarz oder Weißbrot, das man einige Stunden vor der Mahlzeit in Wasser einweicht, kocht man mit Bier(bei uns nimmt man am besten Karamelbier) auf. Eioelb, Sahne und etwas Zucker, die vorher zusammengerührt wurden, werden zuletzt durch ein Sieb dem heißen Bierbrot zugegeben. Kinder essen das Gericht im allgemeinen leidenschaftlich gern. Dr. R. Wenn du Samt nähst achte darauf, daß beim Zuschneiden nach den Musterstücken der Flor des Samtes, d. i. die haarige Tuchoberfläche, bei allen Stücken die gleiche Richtung läuft. Welche Richtung läuft der Stoffeden?— Zum Abwärtsgleiten bei praktischerem Tragen, etwa als Tageskleidung bestimmt, zum Aufwärtsstreichen für glanzvollere Effekte, geeignet bei Abendkleidern und den modernen kleinen Ueberziehjacken. Beim Zuschneiden einer doppelten Weite wird die rechte Seite des Samtes stets nach außen genommen. Stecke Samt mit feinen Stahlnadeln. nicht mit groben Stecknadeln. Hefte Samt mit Nähse de und einer seinen Nadel. Nähe möglichst bald nach dem Heften; es ist nicht ausgeschlossen, daß bei gewissen Samtarten sich das Heften, das für längere Zeit am Samte haftet, auch nach der Entfernung markiert. Plätte Samt, indem du ihn dämpfst. Das geschieht folgendermaßen: Stelle das heiße Eisen aufrecht auf sein breites Ende und be decke die erhitzte Plättfläche mit einem nassen Tuch, das am besten viermal gefaltet wird Laß den Saum des Samtes in schnellen Bewegungen an dem bedeckten Plätteisen auf und abgleiten und wechsle das nasse Tuch des Eisens. sobald es ausgetrocknet ist. Halte den Samt leicht, wenn auch genügend straff, damit sich keine Fingerdrücke auf ihm markieren. Nach dem Dämpfen hänge den noch etwas feuchten Samt in Zugluft, um ihn gänzlich zu trocknen.— Hast du diese sorgfältige Behandlung von Samt vernachlässigt und das fertige Kleidungsstück benötigt einer Auffrischung, so versuche folgendes: Hänge es in das Badezimmer, wenn dieses angefüllt mit Dampf (vom heißen Wasser) ist, trochne das Kleidungsstück danach gründlich in geeigneter Zugluft. Anita. —19— Was viele Hausfrauen nicht zogenen Ring zu hängen. Daß sie nach dem Waschen überhaupt nicht gehängt, sondern nur glatt liegend getrocknet werden dürfen. Daß Kunstseide gegen Temperaturunterschiede sehr empfindlich ist. Daß man also kunstseidene Strümpfe nicht abwechselnd in kaltes und heißes Wasser geben darf, sondern daß Wasch= und Spulwasser ungefähr die gleiche lauwarme Temperatur haben soll. Und daß solche Sachen nicht lange im Wasser verweilen dürfen— je kürzer die Dauer des Wajprozesses, um so besser. Daß Tischtücher aus Kunstseide, sowohl die mit Zusatz von Baumwolle als auch die reinkunstseidenen beim Waschen weder gerieben noch gebürstet werden dürfen, weil sich dadurch die Fäden lochern und das Gewebe unansehnlich machen. Daß auch alles Reiben und Auswringen vermieden werden muß. Wissen Sie, daß Sie reine Kunstseide mit heißem Eisen plätten dürfen, nicht aber Kunstseide, die mit Baumwolle gemischt ist. Daß Gummischürzen nur mit einem Schwamm oder Lappen und lauwarmem Wasser abgewaschen, aber nicht gebügelt, auch nicht im warmen Raum zum Trochnen aufgehängt werden dürfen. Und daß sie länger geschmeidig bleiben, auch keine Risse bekommen, wenn man sie alle paar Wochen mit einem in Oel getauchten Lappen abreibt. Daß beim Waschen mit Benzin möglichst kein Metallgefäß genommen werden soll, und falls es doch benutzt wird, mit Hilfe eines Drabtes eine Erdung genau wie bei der Radioanlage vorgenommen werden muß. Sie brauchen nur einen Draht mit dem einen Ende am Waschgefäß und mit dem anderen Ende an der Wasserleitung zu befestigen. Daß Lackleder geschmeidig erhalten werden muß, da sich im trockenen Leder der Staub leicht festsetzt. Daß Lackschuhe sich am Fuß durch das Warmwerden ausdehnen, wenn sie aber ein Weilchen stehen und kühl werden, sich wieder zusammenziehen. Daß deshalb die Lackschuhe stets sofort nach dem Ausziehen mit Seidenpapier oder der billigen dunklen Watte ausgestopft werden müssen, wenn man sie nicht auf gut passende Spanner ziehen kann? Das Einfetten darf niemals vergessen werden. Daß stark riechende Seife, überhaupt alle starken Gerüche, im Schlafzimmer schädlich sind, da der Geruch bei nervösen Menschen Schlaflosigkeit zur Folge hat. Daß auch die am Tage getragenen, ungelüfteten Schuhe sowie schmutzige Wäsche die Luft des Schlafzimmers ungünstig beeinflussen. Um Käse frisch zu erhalten, streiche ein wenig Butter über die Schnittfläche und bedecke ihn mit einem leicht angefeuchteten Tuch. Das verhütet das Vertrocken des Käses und erhält ihn ansehnlich. Zerronnene Butter, gemischt mit Olivenöl, ist zum Anrichten von Salat als vorzüglich zu empfehlen. Reis, der vom Mittagsmahl übrig geblieben ist, kann zu schmackhaften Fritters Verwendung finden. Laß einen Tassenkopf voll von dem gekochten Reis für eine kleine Weile mit im Gemüsewasser kochen, gieße dieses ab, laß den Rest der Feuchtigkeit im Reis auf dem feuer verdampfen. Brate eine feingehackte Zwiebel in etwas Butter und mische sie zusammen mit Gewürzen, etwas gehackter Petersilie und einem geschlagenen Eigelb, unter den Reis. Forme kleine Bälle und brate sie leicht braun. Verantwortlich H. Semmelmann, Aitena. und Verlag: P A Santz. Altena. wissen Daß wollene, baumwollene Strickjacken und Jacken aus kunstseidenem Trikot ihre Form verlieren, wenn sie auf Bügeln hängen. Daß es das richtige ist, sie einfach zusammengelegt England— wie es wohnt und lebt, wie schön und wie merkwürdig es ist, was Society auf der Grünen Insel bedeutet und welche Rolle der Sport spielt, wie man rund um Großbritannien reist und wie man geradedurch nach Schottland, zu den Cathedralen= städten, oder an die Seeplätze fährt, das alles finden Sie mit vorzüglichen Bildern illustriert und mit Texten erster Kenner erläutert, im Maiheft der Zeitschrift„die neue linie". Die Veröffentlichung der ersten Preisnovelle aus dem Novellen=Wettbewerb der neuen linie, „Der Weg“ von Pia Kamper, wird ebenfalls allgemeines Interesse finden. Im Modeteil lernen Sie die neuesten Modelle in Wolle und Baumwolle für Sommerreise und Sport, Land und Strand kennen. Auch der Herr kommt mit sommerlichen Ratschlägen für intelligente Herrenkleidung zu seinem Recht. Das Maiheft der Zeitschrift„die neue linie“ ist für 1.— M in der Buchhandlung zu haben, notfalls direkt oder gerollt fortzulegen oder in einen über= vom Verlag Otto Beyer, Leipzig. „C 5 S 5/8 „" am N#nS, BOTSS 9 □ VmagpReS 2 00 S 9 0 a.3. S 9.— in 25 23 8 — 823 8 8559 9 9 S □ • 0* S# SEEDES S S SSESOS S # 5 5 8 8 EnE 5 S 2 Praden* 0 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 17 Altena 27. April 1 32 Frühlingsspazierfahrt im Spreewald Ein stimmungsvolles Bild, das zeigt, wie gut zum Teil auf wendische Zeiten zurückgehen. im Spreewald die alten Volkstrachten, dies mit der modernen Technik auskommen. Seit auch mein jüngstes Kind, zur Schule geht Sind nicht alle Stuben Plötzlich leer Seit auch mein jüngstes Kind Spielt nicht mehr?— Wird nicht der Vormittag Endlos lang Seit mich nicht mehr umschwebt Kindergesang?— Sind nicht alle Stuben Plötzlich kalt Seit auch mein jüngstes Kind Zur Schule alt?— Erika Thomy. □ Der Schöpfer des Kindergartens Dem Gedächtnis Friedrich Fröbels. Eine geniale Eingebung war es gewesen, die alten Spiele und Spielweisen, die Fröbel den Müttern und Kindern ablauschte, einem neuen Zwecke unterzuordnen und dafür in ein System zu bringen, nachdem sie ausgewählt und vervollkommnet worden waren. Der Zweck, Sinne und Geistesgaben des Kindes zu bilden und zu formen, beherrscht seitdem die Kinderstube, in welcher Fröbelsche Erziehungsgrundsätze Wurzel geschlagen haben, beherrscht vor allen Dingen den Kindergarten. Fröbels unsterbliche Schöpfung, deren Siegeszug durch die ganze zivilisierte Welt seinen Namen im Inund Auslande volkstümlich gemacht hat. Doch hat er diesen ungeheuren Erfolg weder vorausgesehen, noch gar erleben dürfen. Vielmehr ist auch diesem großen Idealisten bei Lebzeiten nur mit Undank gelohnt worden. Der Verdacht demagogischer Ziele, mit dem in Preußen die hohe Obrigkeit die Kindergartenbewegung beehrte, und die im Jahre 1851 verfügte Schließung sämtlicher nach dem Vorbilde der Fröbelschen Schöpfung in Blankenburg entstandenen Kindergärten, verbitterten den Lebensabend des Siebziajährigen, und ließen ihn sogar den Gedanken erwägen, nach Amerika auszuwandern, um dort für den Fortbestand seines Lebenswerkes zu wirken. Aber die Vorsehung hatte es anders beschlossen: ehe er seinen Vorsatz ausführen konnte, starb Friedrich Fröbel am 21. Juni 1852 zu Marien= thal in Meiningen.— Seiner Initiative sind nicht nur Richtlinien und Beispiel für die Erziehung des Kleinkindes zu danken; ihr gelang auch die Schaffung eines Frauenberufes, der vielen Tausenden Lebensinhalt und=unterhalt bietet. Zum„Kindergarten", wie Fröbel seine Blankenburger Musteranstalt für Kinderpflege genannt hatte, gehörten Gärtner und Gärtnerinnen, die mit der Führung der Kleiner betraut werden konnten. Um diese Helfer mit seinem Geiste zu erfüllen, mußte Fröbel sie anlernen; so entstand, was wir heute ein Kindergärtnerinnenseminar nennen würden, die erste Bildungsstätte für männliche und weibliche Hifskräfte. Es lag jedoch in der Natur der Sache, daß gerade der Beruf sehr bald widerspruchslos ausschließlich dem weiblichen Geschlechte überlassen wurde.— Wie alle wahrhaft schöpferischen Gedanken traubenförmig reifen, so auch dieser: zum Kindergärtnerinnenfach gesellte sich dasjenige der Hortnerin; auf beiden baut sich das Arbeitsgebiet der Jugendleiterin und der Jugendfürsorgerin auf; alle Frauen, die hier im Dienste des Kleinkindes wirken, tun es im Geiste Friedrich Fröbels und schulden seinem Andenken ehrfurchtsvollen Dank. G. Sind Ehemänner vergeßlich oder sind Ehefrauen manchma, unvernünftig? Ein Steckenpferd, das heißt eine gewisse Liebhaberei ist oftmals etwas recht Gutes. wenn der Mann müde aus dem Geschäft nach Haus kommt. Im Nu kann das seinen von Sorgen und Geschäftsverdrießlichkeiten geplagten Geist zerstreuen. Die einsichtige Frau versteht das, klug ermuntert sie ihn noch dazu und zeigt Interesse, sei es, daß sein Steckenpferd nun Markensammeln, Kreuzwortlösen, Radio oder besser Sport heißt. Nur wenn seine Liebe zu diesen Dingen alles andere Interesse an Heim und Familie auszuschalten droht, wird die Gattin besorgt und verbring! in Verbitterung harte Stunden des Bedauerns über ihre eigene Ermutigung, die so gut gemeint war. Der von seiner Ablenkung besessene Eheliebste bemerkt nicht mehr, daß „Sie“ den ganzen Tag allein zu Hause verbrachte, um auf„Ihn“ zu warten. Abwesend nimmt„Er“ seine Mahlzeiten ein, in Gedanken schon bei seiner nächsten Beschäftigung. Ich sehe Fritz selten in diesen Tagen“, beklagt sich die Hausfrau,„er arbeitet ständig für sich oder er kommt und geht, es scheint, als habe ich ein zahlendes Etwas geheiratet.“ Wir alle kennen diese Gefahren, die eine Ehe bedrohen können. Oft ist gleich im Anfang nur der richtige Takt nötig, sie zu beseitigen und ein Unglücklichsein auf beiden Seiten zu verhindern. Männer sind oft in den einfachsten Dingen blind, sie tappen wie die Kinder, und die Dinge, die sie nicht von selbst erkennen, müssen ihnen nahegerückt werden. Aber auf das Wie kommt es hierbei an. Es ihnen beizubringen, wie man Kindern etwas beibringt— und im richtigen Moment, sei dabei überlegend bedacht. Letzten Endes wird auch„Er“ dann begreifen, daß„Sie" zufrieden ist, wenn er gelegentlich einmal dabei sitzt, wenn man plättet oder häkelt, daß sie seine von sich aus betonte Kameradschaft dankend anerkennt, selbst wenn er seine Zeitung dabei lieft. Das Heim ist für die Frau nicht nur eine Sammlung von Möbeln, der Mann, den sie heiratete, muß damit ständig irgendwie Zusammenhang haben. Es gibt Augenblicke, wo sich auch die Ehemänner davon überzeugen lassen. Dies nutze die Ehefrau aus, es ihm schonend beizubringen. Warum andererseits nicht Interesse an feiner Liebhaberei nehmen? Kein Mittel der Welt wird einen Mann davon abbringen, wenn er tief interessiert daran ist— das sollte jede Frau bedenken. Obgleich es scheußliche Ausnahmen unter den Männern gibt, die auch diese Idee der Frau ungeduldig oder gar unwirsch aufnehmen und ein sich„Einmischen“ ablenken, so wird die Mehrzahl unter ihnen doch erfreut, anerkennend und vielleicht sogar geschmeichelt sein, wenn die Frau ernstes Interesse teilt. Beide Ehegatten werden dann eine glückliche Verbindung mehr haben auf der goldenen Brücke der kameradschaftlichen Gemeinsamkeit. „Männer sind so vergeßlich“, beschwerte sich Frau Ella, indem sie sich für einige Kleinigkeiten entschuldigte, welche der Gatte vergessen hatte, mitzubringen, trotzdem sie ihn beauftragt hatte. Später bietet sich Gelegenheit, in das Geschäft des vergeßlichen Ehemannes mit hineinzusehen. Er telephoniert, als man sein Bureau betritt und bietet lächelnd Plätze an, seine Unterhaltung am Apparat fortsetzend, die hauptsächlich aus Zahlen besteht. Jemand klopft an der Tür:„Herr K wünscht ein Wort mit ihnen wegen der Waren von voriger Woche...“„Ich komme in einer Minute" — war die Antwort—„senden Sie mir sofort Fräulein M... zur Aufnahme eines Telegramms!“ Wieder entschuldigt er sich lächelnd. Fräulein M.. erscheint. Bleistift und Heft in der Hand und eine große Mappe unter dem Arm mit Briefen, die auf Unterschrift warten. Aber das Telephon läutet schon wieder:„Ja, ja, ja. es tut uns außerordentlich leid— werden sofort erledigen...“ Endlich— wird auch Fräulein M... mit dem Telegramm abgefertigt, die Briefe sind unterzeichnet, kein Telephon läutet mehr.„Und nun...“. wendet er sich an die Besucher, seine eigene Gattin und ihre Freundin— da. erneut ein Klovien an Veroikalamtausderrlaut Eine wahre kleine Geschichte erzählt von Alols Brunner „Was Sie nicht sogen: Veronika, dieses niedliche, knusprige Persönchen, das da als Geheimsekretärin, Stenotypistin und— na sagen wir gelegentliche Augenweide in Herrn brummels Privatbüro saß, soll aus der Hau“ gefahren sein! Schade um das reizende kleine Ding!" „Na ja, was man so aus der Haut fahren gennt. Geplatzt ist sie, explodiert, plötzlick und unerwartet. Sie ist ja gerade nicht hier und hört es nicht und kann mir deshalb nicht auch noch irgend etwas an den Kopf werfen Also darf ich es unter uns ruhig sagen: Von der Tippkunst verstand sie nicht viel. Aber in anderer Beziehung war die kleine Veronika undezahlbar. Keine konnte so gut wie sie die Kunden empfangen, die Gläubiger unterhalten und sie davon überzeugen, daß es heute doch keinen Zweck hätte, Herrn Brummels — ach, der arme geplagte Mann!— kostbare Zeit unnütz in Anspruch zu nehmen. Unmög sch, ihr zu widerstehen, wenn sie verführerisch lächelt: nach ihrer Armbanduhr und dann nach à Tür sah:„Was, schon so spät?“ Tann verschwand jeder schleunigst, nur um diesem engelhaften Wesen einen Gefallen zu erweisen. Aber noch kostbarer war die kleine Veronika am Fernsprecher. Na. Sie kennen ihre Stimme ja auch. Süß, lieblich wie Engelszungen. und herrlich konnte dieses kleine Ding die Menschen anlügen! Herrn Brummel möchten Sie sprechen? Ach, wie schade Wie wird Herr Brummel bedauern, daß er nicht hier ist! Vielleicht rufen Sie nächste Woche noch einmal an. Herr Brummel wird sich freuen.“ Einmal muß sich wohl die Fernprechgabel geklemmt haben, so daß die Verbindung noch hergestellt blieb. Und da will der betreffende Kunde gehört haben, wie am anderen Ende der Strippe eine Männerstimme fragte:„Wer war denn das?“ Und da soll das Engelstimmchen geantwortet haben:„Ach nur dieser alte Quatschkopf. Herr Brummel, von Löblich und Sohn.“ Ich glaube das nicht recht. Spielt ja auch weiter keine Rolle. Auf jeden Fall war die kleine Veronika eine Perle. Wissen Sie, das Rührendste war die Art, wie das kleine Ding die gestrenge Frau Brummel fernmündlich davon zu überzeugen wußte, daß ihr Mann dringender, nein, unaufschiebbarer Arbeiten wegen einfach nicht vor ein Uhr nachts nach Hause kommen könnte:„Ach, gnädige Frau, Ihr armer Ga“te kann einem wirklich leid tun! So viel arbeiten zu müssen, so gar keine Ruhe zu haben!“ Dabei hielt die kleine Veronikt vielleicht gerade die Eintrittskarte in der Hand, die sie Herrn Brummel fürs Kabarett hatte besorgen müssen. Also eine Prachtsekrekärin! Nur in einem haperte es bei ihr. Das war — wie ich schon sagte— beim Tippen. Die finger huschten wohl rasch genug über die Tasten, wenn Herr Brummel diktierte, die Buchtaben fanden sich auch richtig zusammen, aber die Satzzeichen rutschten nie dorthin. wohin Herr Brummel sie haben wollte. Meistens kamen sie überhaupt nicht aufs Papier. Das ging dann meistens so:„Sehr geehrter Herr. Ausrufezeichen... neue Zeile .. Ihr Brief vom 23. dieses Monats... Komma... der mich merkwürdig berührte .. Komma gelangte... da nicht richtig adressiert... Komma... verspätet in einen Besitz. Haben Sie's geschrieben? Falsch natürlich! Zum Haarausreißen! Keine neue Zeile, kein Ausrufezeichen, kein Komma!“ Dann saß die kleine Veronika stumm wie ein Fisch, beleidigt wie eine alte Jungfer vor ihrer Maschine, war ganz Ablehnung: Herr Brummel, darf ich bitten, weiter zu diktieren!“. Und er diktierte, sch'mpfte, riß sich die Haare aus, die er gar nicht mehr hatte, war verzweifelt, erzählte hundertmal von einem Komma, schrie etwas von Entlassung und diktierte weiter. Denn so eine Perle von einer Privatsekretärin wie die kleine Veronika entläßt man doch nicht im Ernst. Da fährt man höchstens ein wenig aus der Haut, um möglichst rasch wieder hinein zu kriechen. Aber für so ein feinfühliges Wesen wie die kleine Veronika war schon das zu viel. Diese ewigen Kommas und Ausrufezeichen und Strichpunkte und weiß der Kuckuck noch was für Dinger, diese Absätze und neuen Zeilen gingen ihr allmählich auf die Nerven. Wer fragte denn nach so einem jämmerlichen Komma? Die kleine Veronika sicher nicht. Und wenn sie an den Fernsprecher gehen und mit Frau Brummel reden mußte, brauchte sie auch nichts von Kommas sagen. Auch nichts von Ausrufezeichen. Und die wären doch bei dem Schwindel am Blatze gewesen. Nein, sie wollte keine Kommas setzen, wie es Herrn Brummel gerede in den Kopf kam. Sie wollte überhaupt nichts mehr von Komnas hören. Sie streikte einfach eines Tages. Bitte, ich habe eben dreimal Komma gesagt!“ zürnte Herr Brummel.„Wollen Sie die Kommas nicht schreiben?“— Die kleine Veronka beherrschte sich. Sie zog ihr Schminkdöschen und den Handspiegel aus der Tasche, kümmerte sich nicht um Herrn Brummel. Das hieß so ungefähr:„Wenn Sie ausgekommat haben, können wir weiterschreiben.“ Herrn Brummels Gesicht lief rot an:„Komma. habe ich gesaat. Ihr Brief.. Komma .. Komma Kommaaaa Ja, sehen Sie. und nun in diesem Augenblick fuhr die kleine Veronika aus der Haut. „Ausrufezeichen Schluß!" schrie sie und Herrn Brummel flog der Schminktopf an den Kopf. Dann war seine Privatsekretärin aus der Tür."— „Ja und nun?“ „Nun sind schon drei Tage seit dieser kleinen Szene verstrichen. und vorhin hat Herr Brummel seiner einstigen Privatsekretär’n einen eigenhändigen Brief geschrieben: Es müßte wohl ein bedauerliches Mißverständnis vorliegen, und auf ein Komma mehr oder weniger käme es ihm gar nicht an. Was macht man nicht alles, wenn man eine Privatsekretärin vermißt, die so gut mit den Gläubigern und mit der Gattin umzugehen versteht?“ der Tür. Diesmal ist es ein Geschäftsfreund, der nur hereinschaut und feststellt, daß er spä, ter fünf bis zehn Minuten Rücksprache zu dringender, unangenehmer Mitteilung brauche. Gottseidank— fort ist er.— Rrrr... schnurrt das unersättliche Telephon schon wieder. Die Besucher erheben sich, energisch andeutend, daß sie besser gehen wollen. Schon hat der Ehemann den Empfänger am Ohr und jene hören noch:„Nein, Mutter, nein, gewiß nicht... ich will es nicht vergessen. Heute abend, ja. von dem frischen, ich weiß... ein Pfund“ Der Besuch ist draußen. Frau Ella lächelt müde und eigenartig... Ihr Mann, der vergeßliche Ehemann... E. H. —5— Frühjahrsmusterung auf dem Balkon „Blumenerde—— Blumenerde! schallt es setzt täglich von der Straße zu uns herauf, mahnend, daß auch der Balkon bei dem großen Frühjahrsreinemachen nicht vergessen werden darf und alles für den Sommer vorbereitet werden muß, will der Großstädter seinen Balkon als ein zu Luft und Sonne versetztes Zimmer betrachten können und auch hier quemlichkeit. Schönheit und Harmonie um sich verbreitet sehen. Nach gründlichem Säubern und Putzen des Balkon von allem Winterstaub und=schmutz leert man erst einmal die alte vorjährige Erde aus den Blumenkästen, die ausgesogen und ausgemergelt ist, wenn die Pflanzen ein haldes Jahr ihre Nahrung daraus bezogen haben; aus der frischen neuen Erde ziehen die Blumen neue Kraft und setzt man auch etwas Dung hinzu. blühen sie besonders schön. Sodann wird für ein paar Groschen grüne Oelfarbe gekauft, und die Balkonkästen werden neu gestrichen. Durch diesalljährliche Streichen erhält man die Kästen länger und schützt sie vor den Witterungseinflüssen. Das Bepflanzen des Balkons ich Sache des Geschmacks, wie auch des Geldbeutels. Der eine kann es sich leisten, im Frühjahr bunte Stiefmütterchen auszusetzen, die aber meist schnell verblühen und andere Nachfolger erfordern. Als Balkonschmuck besonders beliebt sind Geranien und Vetunien. auch Fuchsien. Phlox, Rosen und fleißiges Lieschen pflanzt man viel. Solche Pflanzen sind natürlich kostlvieliger als ein paar Tütchen Samen, aus Sie erhielt den Münchener Literaturpreis 1932. Ruth Schaumann, die bekannte Schriftstellerin und Bildhauerin erhielt den Literatur=Preis der Stadt München für das Jahr 1932. Ihr dichterisches Werk setzt sich aus mehreren Sammelbänden zarter religiöser Lyrik zusammen. dem wir uns einjährige Sommerblumen selbst ziehen. Buntblühende duftende Wicken, Kapuzinerkresse, Goldlack, Strohblumen oder Reseda sind für den Balkon sehr geeignet und liefern uns auch für unsere Vasen immer frische Schnittblumen. Wer sich vor neugierigen Blicken seiner Nachbarn schützen will, kann sich leicht mit rankenden Gewächsen, wie wildem Wein, Stangenbohnen. Winden, Wicken oder Cobea, eine reizende Laube herstellen. Für den Balkon sind buntgestrichene Holzmöbel Korbmöbeln vorzuziehen, denn letztere werden durch den Großstadtstaub, der sich leicht in ihnen festjetzt“ schnell unansehnlich. Bunte Indanthrenkissen und Decken, ein Stechkontakt für eine Lampe mit buntem Pavierschirm vervollständigen die Einrichtung. Wenn so alles gut bedacht und vorbereitet, ein Stückchen Seele aus der eigenen Wohnung auf den Balkon getragen ist, wünscht man sich nur noch einen schönen warmen Sommerabend herbei, um mit lieben Freunden bei einer kleinen Bowle in diesem hübschen Großstadtsommergarten beisammen sitzen zu können. Ruth Kropf. 12.— Gesunde, gepflegte Zähne Es muß immer wieder gesagt werden: Die übliche Zahnpflege mit Mundwasser und einer Zahnpaste allein genügt nicht, seine Zahnreihen auf längere Dauer hin gesund und blitzend zu erhalten. Man überzeuge sich einmal nach dem gewöhnlichen Bürsten der Zähne davon, wieviel feine Ueberreste in den Zwischenräumen der Zähne oder an den Gaumenverstecken hängen geblieben sind. Wie?— Nur, indem man mit einem weichen Beinstäbchen oder einem solchen aus Zitronenhol:(auch ein geschmeidiger Federkiel kann es sein) in die Zwischenräume fährt und sie auf diese Weise reinigt. Also eine üble Zahnstocherangelegenfheit?— Letzteres gewiß, aber keine üble. Bei uns gilt das Zahnstochern als Unsitte, das mit Recht, wenn es bei Tisch in möglichst unangebrachten Augenblicken in unflätiger Weise die Tischnachbarn ästhetisch verletzt; eine diskrete Anwendung des Zahnstochers ist jedoch auch erlaubt, wenn sie vor versammeltem Publikum stattfinden muß. Wie beim Gähnen ist das Halten der Hand vor den Mund selbstverständlich. Abgesehen davon aber gibt es immer und überall kurze sich selbst überlassene Augenblicke, in denen man nach einiger Uebung den Zahnstocher auch nach dem Essen schnell und zweckmäßig zum Schutze der Zähne gebrauchen kann. Italiener und Spanier sind für die häßiche Unsitte des auffallenden Zahnstocherns in Gegenwart Dritter, das sie zweifellos übertreiben, bekannt. Allerdings auch wegen ihrer leuchtenden. gesunden Zähne, die wir bewundern, und Neger gebreuchen nicht einmal Zahnbürsten, wie wir wissen. Man trage in oder zwei der richtigen, vorhgenannten Zahnstocher täglich bei sich und mache die Angelegenheit diskret mit sich aus. 1— Ders Niuhe bewehnen. Aut die Orcner dären. sllndie bereitteiten. Fliegeralari ch (oumachr andbetuen. auf den# Wiesen den tindterndbaurnch uite. Arhrchen. era dun Lindeteund gbiggern. Entwarnun Eigemnadter auberinen. werten, Ais Ohrduer eie wücktetn zum Arbresteplatz anordnet. Auorönumten des Enbrschunsstruntn (Werkteuerwehr) Folge kristen, Marker erst im Arbettzraum ablegen. Deustsctie Gasstühlichtt-AUER-Gesellschaft m. u. 14. In deutschen Fabriken finden Gas-Schutzübungen statt V. l. n. r.: Plakate mit Verhaltungsmaßregeln im Falle eines Fliegerangriffs. Arbeiterinnen in einer Fabrik in Oranienburg begeben sich auf das Signal„Gasalarm“ in die Unterstande.— Auf Veranlassung des Reichsinnenministeriums und des Reichsverbandes der deutschen Industrie wird jetzt in den deutschen Fabriken Vorsorge getroffen, um sich gegen etwaige Gasangriffe durch feindliche Flugzeug=Geschwader zu schützen. Vor allem werden die Belegschaften über die Verhaltungsmaßregeln belehrt, die für solche Fälle notwendig sind. Im Hause sind für die richtige Zahnpflege zwei Gott Donnar gewidmet und beliebte Umzugsannvürsten zu empfehlen damit die eine ttotg nacht der Horon ist für micht„“4 Zahnbursten zu empfehlen, bamtt die eine steln grundlich austrocknet und das Reinhalten der Bürsten bequemer ist. Vor dem Bürsten der Zähne reinige man die Zahnzwischenräume mit dem Stäbchen oder mit einem Seidenfaden gründlich. Bei Entzündungen und Blutungen des Zahnfleisches sind Kamiuenspülungen wirksam. Eine Massage des Zahnfleisches tut gut. Sie geschieht mittels der Fingerspitzen vom Zahnfleisch nach den Zähnen zu. Alle Präparate oder Wasser, die ätzende Laugen enthalten, sind zu vermeiden, Schlemmkreide ist ein altes, gutes Zahnputzmittel; viele gute Zahnpasten enthalten sie und sind außerdem mit entsprechenden Erfrischungsmitteln gemischt. Die Dose zum Aufbewahren des Pulvers sei stets sauoer, am besten aus Glas oder Porzellan, wie sie sich auch im Haushalt immer anfinden. Man vermeide die angefeuchtete Bürste mit dem Doseninhalt in Berührung zu bringen, sondern separiere das im Augenblick Benötigte von dem Gesamtvorrat, halte am besten dafur ein kleines, täglich zu füllendes Döschen extra. Gepflegte, gut erhaltene Zähne sind eine nicht zu unterschätzende Offerte des Besitzenden, sie ersparen Krankheit und Unkosten. Fr. R. nacht der Hegen, ist für wichlige unternehmungen mit größter Vorsicht zu umgehen. In Franken hieß es sogar von Donnerstags=Kälbern, daß sie keine Nachzucht ergäben, wahrscheinlich um sich vorwurfslos einen jungen Kalbsschlegel gönnen zu können. Und nun kommt der Pechtag erster Ordnung. der Freitag, ehemals als der Freia geweiht, ein Segenstag. Manche ganz moderne Frau würde am Freitag kein neues Kleid anziehen, weil es sofort verunglückt, mancher sonst nüchtern denkende Kaufmann keine Geschäftsreise antreten. Tatsächlich sind auch in der Hauptreisezeit die Züge minder besetzt. Was nun den Sonnabend betrifft, so strahlt schon die Sabbatruhe auf ihn herüber; sie zu brechen muß ja Unglück bringen! In manchen Gegenden redet man von der„ersterbenden Woche. Die Hausfrau, die„am Samstag ihren Besen führt', wird doch kein neues Bettuch zuschneiden. Kurz, der Zögerer, der am liebsten Entschluß und Werk hinausschiebt, findet reiche Unterstützung im Volksabergiauven, nur von dem Dienstag kann er sich nicht drücken, indem er sich auf warnende Worte eines hundertjährigen Großvaters beruft.“ —Kartotheken im Haushalt Die Begründerin der Zeitschrift„Die Neue Hauswirtschaft" bringt jetzt eine für alle Hausfrauen beachtenswerte Neuerung heraus: Die Kartothek für das Reich der Frau! Unsere ganze Haushaltsführung steht im Zeichen der Rationalisierung, überall soll Kraft und Zeit gespart werden. Die Kartothek galt bisher als ein ausgesprochenes Requisit ausder Welt des Mannes, im Büro und im Geschäft war sie unentbehrlich. Die Welt des Mannes und die Welt der Frau waren getrennte Begriffe gewesen bis in unsere Zeitläufte hinein, hier Mann, hier Frau, jetzt aber erfordert nicht nur das Geschäftsleben besondere Anpassung an moderne Arbeitsmethoden, sondern auch die Haushaltsführung. So wie im Buro das Kovierbuch mit der langsamen Handhabung längst gewichen ist, so ist auch das neuzeitliche Heim von Dingen befreit worden, die früheren Generationen Selbstverständlichkeiten gewesen. Der Staubsauger, die Waschmaschine, die elektrischen Hilfsapparate und nicht zuletzt die vereinfachten Kochgebräuche, sie sind nur einige wenige Neuerungen in der Welt der Frau. Aber trotzdem ist manches noch nicht ganz auf kaufmännische Prinzipien eingestellt, vieles könnte die Hausfrau aus dem Geschäftsbetrieb des Gatten übernehmen. Vieles, was eine Erleichterung ihrer persönlichen Aufgaben darstellen würde. Zu oiesen Erleichterungen gehört die Meyersche Kartei. Braucht die Hausfrau ein Rezept, das sie gelegentlich aufnotiert hat, so geht ein eifriges Suchen los, überall kramt man: in alten Papieren, im Nähtisch, im Schrank, im Schreibtisch. Wenn im Büro des Ehemanns dagegen eine Adresse gesucht wird — dann genügt ein Griff in die Kartei! Sucht man in der Privatwohnung die Adresse: der Plätterin, der Aufräumefrau, der Schneiderin, so muß man unter Umständen bei seinen Bekannten herumtelephonieren, um die Anschrift zu erfahren. Die neue Kartothek besteht aus verschiedenen kleinen Einzelkarteien: da ist zunächst die Kochkartei für Rezepte, die Kartei für das Einlegen des Obstes und Gemüses, auf deren Karten die Hausfrau alle Einzelheiten — Maße, Gewichte, Daten usw.— notieren kann, weiter ein Verzeichnis für Bürsten, für das Entfernen von Flecken. Da gibt es dann weiter die Kartothek für Geburtstage und sonstige Gedenktage, die Bibliothekskartei mitgenauem Datum und genauer Angabe des Entleihers, endlich die Rechnungskartei mit der genauen Ausgabenübersicht und zahlreiche andere Karteien, die sich die Hausfrau je nach Bedarf und Größe des Haushaltes anlegen wird. Dr. Olga Bloch. Indische Tänzer bezaubern durch ihre Anmut Berlin Glückliche und unglückliche Wochentage Zu den volkstümlichsten Abergläubereien gehören die Tagesbedeutungen. Der Tag, an dem man geboren ist nicht nur, sondern auch der Tag in seiner Wochenstellung schlechthin wird zum Leitstern der Unentschlossenen erkoren. Sonntagskinder gelten als Glückserwählte, Sonntags lassen sich auch solche Menschen gern trauen, die wochentags dazu Zeit hätten. Wer in der Sonntagnacht zur Welt kam, sieht mehr als der gewöhnliche Sterbliche. Im Harz sollen Sonntagskinder, die zwischen 11 und 12 Uhr geboren sind, Geister sehen können. Anderseits soll der Sonntag nicht durch schwere Arbeiten, wie Nägelbeschneiden, entheiligt werden, sagte der Hesse Viele Mütter schneiden ihren Kindern auch nicht die ersten Härchen am Sonntag. Das Daheim(68. Jahrgang. Nr. 30) berichtet von diesen alther übernommenen wunderlichen Vorstellungen und Gebräuchen weiter: „Vom Montag heißt es in Lauenburg. daß alles an ihm Begonnene nicht wochenalt wird Auch soll man die Woche nicht mit Verborger von Geld und Gerät beginnen, noch Mägde einstellen. weil diese zum Zerbrechen des Geschirrs neigen, was sich unschwer aus der blauen Montagsverkaterung tanzlustiger Dorfschönen erklärt, und zwar nicht nur am Rbein, von dem dieser Aberglauben stammt. Der Dienstag gilt allgemein als guter Beginntag. Mittwochs führt der Hesse kein neues Vieh in den Stall. säet der Ostelbier nicht aern, treibt der Tiroler sein Vieh nicht auf die Alm. Donnerstag. dem gewitterlichen Uday Shan=Kar, der Star der Tanztruppe mit 2 Inderinnen und den eigenartigen Begleitinstrumenten bei einem Legenden=Tanz. In Berlin findet jetzt ein Gastspiel brahmanisch=indicher Tänzer statt, die unter der Leitung des berühmten känzers Uday Shan=Kar ihre große Kunst vorführen. 56 eienartige indische Musikinstrumente, wie sie wohl noch nie in Europa gesehen wurden, werden vom Orchester zur Bealeitung der Tänze benutzt.