9 5 5. S• 9g.: 6.#. S 80. 3 S5g0 7 8 S 2 D 9 3 W ei. Sn SaS m S 0E 65 * . 5 8 5 3 S 145 80 □•: * * S 29 2 5 22 S5 82 2 S* 5 S 2 B S 3 S:uS S. 98 S7 8 S SSS S SOGESMRR S! B-Suge. S 09.— ##g. G Sag SgSgESE SSos *.2 S 23 STET PRGTANO!SS SEER es 00 2 5 ## S t.## 9 2* S 2 ####### SScs K 5# B.58 S 3 3 S 9.68 a* 86 88 S S 45 E* S S1n 5— 2930 S SS 60 U * S.—— S:— * * n 5 5n T 2 S 5:#* G 55 08 S.— 2" C 907 S 5 B SSBER auT „ S S8 8 88 Was mag wohl in dem großen Ei drin sein? Vergnügen bedeutet, auf den Markt zu gehen, weil nun tagtüglich wieder etwas Neues, seit Monaten nicht mehr Vorhandenes auftaucht, rückt in greisbare Nähe. Für den österlichen Sbendtisch werden aus diesem Gedankengange eraus wohl auch die ersten Radieschen gereicht berden. Hartgekochte Ostereier und frischen talat wirken besonders frühlingsmäßig, und as ist an diesen Tagen gleichbedeutend mit eitgemäß. Die psychologische Seite des Österestes darf nicht beiseite gelassen werden. Sie eoeutet den Hinweis auf Wiedererwachen und Zerjüngung. Diese sollen auch durch den festlichen Speisezettel dargetan werden. —9.— Unsere ABC-Schützen Für Tausende rückt der Tag immer näher eeran, der sie vom Traumland nun hinüberühren soll ins Leben, in die Wirklichkeit. Die große"#ar dieser kleinen Helden nimmt dieen ihren Fall bitter ernst und nicht minder ernst nehmen ihn Vater und Mutter. Und vieleicht haben sie nicht Unrecht. Es ist nun mal in Abschnitt im Leben! Vielfach wird diesem Abschnitt bewußt oder unbewußt schon im lternhause entgegengearbeitet, manchmal leieer im wahrsten Sinne des Wortes entgegen! Krotz aller gegenteiligen Absichten. Vater ist „1ol2, daß sein Bub schon bis dreißig zählen kann, oder das kleine und große L schreibt, ioch ehe er die Schulbank drückt. Und Mutter hat bereits seit Wochen ihrem quecksilbrigen Mädelchen mit drohendem Finger prophezeit, daß man in der Schule„ganz mucksmäuschenstill sitzen muß“! Irgendwie„vorbereitet“ gehen sie fast alle das erstemal in die Schule, so oder so! Vielleicht war diese Art der Vorbereitung ebenso verkehrt oder zumindest unnötig, wie sie andererseits menschlich zu verstehen ist. Eine andere Vorbereitung wäre viel eher am Platze. Es gilt, schon vor Beginn der Schulzeit einen Kontakt herzustellen zwischen Schüler und Schule, gewissermaßen eine Brücke zu bauen, die dazu dienen soll, den beiden„Parteien", Lehrer und Schüler, ein Entgegenkommen zu ermöglichen. Ich höre da Einwände: „Ist das denn überhaupt notwendig, geschieht das nicht nachher von selbst?“ Wir wollen sehen..„"#, malzem Mak. bi Wir wissen alle, in welchem Maße die neue Schulreform bemüht war und noch ist, die ersten Anfänge des Lernens den Schülern zu„versüßen". Beinahe spielerisch ist die Methode zu nennen. die man heutzutage hierbei anwendet. Am Tage des Schulbeginns darf die Schule kein fuemder Begriff mehr sein, von dem sich der Schüler unklare oder gar falsche Vorstellungen macht. Schon in dem ABC=Schützen muß das Bewußtsein geweckt werden, daß die Schule eine notwendige Vorbereitung fürs Leben ist. Nicht als Zwang soll er sie auffassen, sondern als Vermittlerin zwischen sich und dem Leben da draußen. Vertrauen ist das erste, was im Schüler geweckt werden muß zu diesem Neuland, das er nun eintauscht gegen das bisher nur gekannte sorglose Kinderland. Die Le., rer dürfen ihm weder als Schreckgespenst tingestellt werden noch als Menschen, die— gleich einem guten Onkel etwa— sich ziehen und formen lassen, sondern als Autoritätsversonen, als Führer, die doch zugleich Kameraden bedeuten. Das ist dringend notwendig und hilft den für das Kind immerhin schwierigen Uebergang von Vorschulzeit zur Schulzeit überbrücken. D-= ist wichtiger als alle vorher einne##rnte„Weisheit“, die dem Lehrer oftmals ein satsches Bild von der vermeintlichen BeVerwirrung um Ostern Nun über jungbegrünter Flur Schwingt steil sich hoch der Sonne Bogen. Alles wird neu. Selbst die Natur Bird plötzlich völlig umgebogen. Auf Schritt und Tritt kommt dir kommt mir Dies Frühlingswunder hold entgegen. Den Hasen— sonst ein Säugetier— Ihn sieht man heute Eier legen. Wer Glück hat, kann im Sonnenball Statt der gewohnten trüben Flecken — die kennt man ja— mit einem Mal Ein richt'ges Osterlamm entdecken. Der Himmel lacht, selig verwirrt, Die Bäume selbst, sie treiben Mätzchen, Die ganz gemeine Weide wird Jetzt Palme, trägt statt Blüten— Kätzchen. Die Hühner mit Triumphgeschrei Verkünden, daß sie noch nicht starben. Sie legen fleißig Ei um Ei, Und jedes— prangt in bunten Farben. Zum Lobe dieser hohen Zeit Die Vögel ihre Schnäbel wetzen. Und jedem Mädchen tät' es leid, Den Freund— zu Ostern zu versetzen. Wolfgang Federau. tage vor der Tür stehen, und Feinschmecker hier eine Auswahl von Delikatessen: Salm und Eierbrötchen. Zwei hartgekochte Eier werden entschalt und zu Salm(eine kleine Büchse, auch Thunfisch an Stelle des„Sgig, der fein zerhackt wurde, gegeben. Ein#######, Anchovypaste, eine Prise Salz, ein Eßlöffel Zitronensaft, vier Eßlöffel Mayonnaise werden drangegeben, das Ganze vermengt. Kühle dieen delikaten Brotaufstrich und bestreiche damit die Butterschnitten. Pikanter Schinkenbelag. Mische gekochten ind rohen Schinken untereinander, füge einen Eßlöffel zerschnitzelte Pfeffergurken, sowie einen Eßlöffel geschälte, zerkleinerte Wallnüsse und einen Eßlöffel Mayonnaise zu. Streiche das Vermischte auf Butterbrote oder gebutterten Toast. Aal(oder Sprotten) und Rührei=Belag. Gebräunte Brotscheiben belege mit geräuchertem Aal und gib darauf warmes Rührei, das mit Zwiebeln und feinen Kräutern gewürzt wurde. Leber und Schinken. Zermahle oder zerchneide Kalbsleber in kleine Stücke, ebenso die halbe Menge von rohem Schinken, füge etwas Petersilie, ein Lorbeerblatt, eine Prise Pfeffer und Salz zu. Lasse alles zusammen in etwas Schweineschmalz bei schneller Hite 8—10 Minuten lang in der Pfanne braten, rühre die Nasse während des Bratens gut durch. Wenn zalt geworden, streiche den Belag auf Brot. Eicelb= und Käsefüllung. 30 Gramm geriedener Käse, ein hartgekochtes Eigelb, 30 Bramm Buter. ein halber Teelöffel Mostrich, ein halber Teelöffel Zitronensaft und eine Prise Salz werden gemischt, durch ein Sieb gerührt und auf Brötchen gegeben, oder als Füllung verwendet. Zur Spargelzeit: Gekochte Spargel auf Brote. Entferne die ganze Kruste eines kleineren frischen Laib Brotes. Schneide dann dünne Scheiben, lege sie wieder zusammen und umwickle sie fest mit einem feuchten Handtuch, laß das Brot so mehrere Stunden an einem kühlen Ort stehen. Auf diese Weise wird es geschmeidig und läßt sich bequem rollen. Bestreiche danach iede Scheibe dieses Brotes leicht mit weicher Butter. Tauche eine gekochte. aber abgetrocknete Stange frischen oder in Mayonnaise, lege sie auf die Scheihe Brot uind rolle den Spargel in die Scheihe ein. Eventuell kann auch ein schmales Fädchen um die Brotr gewickelt werden. später oft nur schadet. Nicht minder wichtig ist es, wenigstens während der ersten Wochen ###er Monate in Verbindung mit dem Lehrer zu bleiben, um diesem sein Amt zu erleichtern und gleichzeitig die Stellung des Kindes. Kennt dei Lehrer sia, erst in den einzelnen Kindern aus, so wird sich später alles von selbst ergeben. Man unterschätze diese Schaffung der ersten Grundlage nicht; sie wird auf Jahre hinaus im Leben des Schulkindes sich auswirken. Umgekehrt tut man in späteren Zeiten gut, möglichst wenig selbst— auch nicht aus bester Absicht heraus— das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler zu beeinflussen. Es wird hierbei oft das Gegenteil von dem erreicht, was man erstrebt. Lassen wir es bei einer ersten, so überaus wichtigen, verständnisvollen Vorbereitung des Kindes auf die erste Schulzeit und sehen dann jeder weiteren Entwicklung der Dinge getrost entgegen. L. W. —.— Einige ungewöhnliche Brötchen und Schnitten Nicht nur die Junggesellin, die Besuch hat. liebt die kalten Platten, die ihr während der Anwesenheit der Gäste den Aufenthalt in der Küche ersparen, auch die gastfreundliche Hausfrau kennt die Annehmlichkeit der fertigen und meistens sehr beliebten Brötchen und Brote, die sich so vielseitig gestalten lassen und zu einem passenden Getränk eine vollwertige Mahlzeit Die Goethe=Nummer des gang Nr. 25) ist erschienen, eine reiche festliche Gabe. Zehn große Aufsätze und viele kleinere Beiträge geben einen Umriß der überragenden Persönlichkeit Goethes, seines umfassenden Lebens und Schaffens. Viele Abbildungen veranschaulichen die Kultur der Goethezeit. Wolfgang Goetz schildert die„Frauen um Goethe“: „Er war einer der größten Liebenden; ein Liebhaber, ein Amateur, konnte er darum nicht sein, weil sein heilig glühend Herz wußte, daß Eros, der Allbezwinger, nicht nur ein guter Geist ist, sondern auch ein Dämon.“ Dr. Karl Wolff würdigt Goethes Bedeutung für die Lebensfragen der Gegenwart. M. von Zobeltitz erzählt, wie es im Hause des Dichters bei Tisch zuging. Vom„Umgang mit Sr. Exzellenz“, von „heiteren Teestunden bei Anna Amalia“, von neuen Büchern um Goethe berichten uns weitere Beiträge. Ein großer illustrierter Aufsatz zeigt die bedeutenden Frauengestalten aus Goethes Dichtungen. Der Nachruf, den am 26. März 1832 der Oberhofprediger J. J. Röhn am Sarge des Dichters sprach, ist wiedergegeben. Sehr nachdenklich stimmt der Rückblick auf Kritiker und Feinde Goethes, die vor hundert Jahren so ungescheut und ungescheit ihr Wesen trieben,„daß wir uns dieser alten Dummheiten und Bosheiten noch heute schämen und sie am liebsten totschwiegen, wenn wir nicht hofften, sie müßten zur Bescheidenheit im Urteil erziehen“. Eine große farbige Wiedergabe des Stielerschen Goethebildnisses ist dem Heft beigegeben. Die zahlreichen Textbilder zeigen Goethes letzte Ruhestätte, des Dichters Sterbezimmer, die Anzeige seines Todes, den Kranz der geliebten Frauen von Friederike Brion bis Ulrike von Levetzow, Szenen aus Goethes Dramen, das Haus am Frauenplan, die Besuchskarte und das Wappen des Herrn Geheimen Rates, ein Stammbuchblatt von seiner Hand, Abbildungen aus Frau Ajas Modejournal usf. Tischbeins„Goethe in Rom“. schmückt den Umschlag des schönen Heftes, das einen bedeutsamen Beitrag zu den Goethefeiern dieser Tage darste!'t. abgeben. Für besondere Gelegenheiten, wie sie sabthei: des Kindes geben soll und in Wahrheit lietzt anläßlich der Konfirmation und der OsterVerantwortlich H. Semmelmann, Aitena. Druck und Verlaa: V. A. Santz, Altena. A. 0 Su 23 905 .— 3 2 □0 * S. 8 0 3 8 9.5 FRRgg. S SSSSRE 8 00 B5gE 95 —— 5 85S0 SBS SBESE 0 SFES S* -Sö#gePsme Bgagn Ssaas BS3T3JaUB T ST•SEE urde Praderr — 4 0 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Altena, den 23. März Nr. 12 1 32 Krämpfe bei Kindern Von Dr. med. Walther Kahn, Kinderarzt in Dortmund. Zu den beunruhigendsten Krankheitserscheinungen des Kindesalters zählen die Krämpfe., Sie treten beim Säugling und beim Kleinkind bis zu 2 Jahren verhältnismäßig häufig auf. Später ist die Krampfneigung nicht mehr so groß. Nur bei besonders dazu veranlagten Kindern zeigt sie sich bei vielen Gelegenheiten, so zum Beispiel zu Beginn einer fieberhaften Erkrankung. Was verstehen wir nun unter Krämpfen? Der Anfall, der, je nach seiner Ursache, mit oder ohne Bewußtseinsverlust einhergehen kann, besteht darin, daß gewisse Muskeln in Zuckungen geraten, entweder stark zusammengezogen er, cheinen oder in ungeordnete Bewegungen versetzt werden Ein Kind, das von solch einem Krampf heimgesucht wird, macht einen so schwer gefährdeten Eindruck, daß der Unerfahrene für das Leben des Befallenen fürchtet. Es können die verschiedensten Ursachen maßgebend sein. Krämpfe bei Neugeborenen und ganz jungen Säuglingen werden häufig durch Schädigungen ausgelöst, welche diese Kinder unter der Geburt erlitten haben. Es kommen da vor allem Blutungen in die Gehirnsubstanz in Betracht. Eine andere Ursache von Krämpfen sind angeborene Veränderungen des Gehirns. Solche Zustände treten zum Glück ziemlich selten auf, außerdem sind die davon befallenen Individuen kaum lebensfähig. Erkrankungen innerhalb des Schädelraums können Krämpfe auslösen, zum Beispiel Gehirnhautentzündungen, Wasserkovf, Syphilis des Gehirns. Es würde zu weit führen, sämtliche krampfauslösenden Ursachen zu besprechen. Nur die Schädigungen, welche am häufigsten Krämpfe bei Kindern auslösen, seien in den Kreis unserer Betrachtung gezogen. Bei zahlreichen Erkrankungen gerät der Organismus in einen Vergiftungszustand. Durch das im Körper gebildete Gift(Toxin) werden häufig Krämpfe ausgelöst. Man spricht daher auch von toxischen Krämpfen. Am bekanntesten sind die Krampfanfälle bei schweren Ernährungsstörungen der Säuglinge. Ebenso kann ein Kind von Krämpfen befallen werden, wenn es durch Alkohol oder Arzneien vergiftet wird. Wir erwähnten schon eingangs dieser Besprechung, daß Krämpfe im Beginn von Infektionskrankheiten auftreten können, so z. B. bei Mandelentzündung, Scharlach, Grippe, Lungenentzündung usw. Auch hier muß man sich vorstellen, daß die durch die Infektion gebildeten Gifte die Ursache des Krampfanfalles sind. Am weitaus häufigsten entstehen die Krämpfe bei Kindern bis zu zwei Jahren aus der sogenannten Tetanie, auch Spasmophilie genannt. Die Erkrankten zeigen eine Uebererregbarkeit des Nervensystems. Diese Krämpfe treten gehäuft im Frühjahr und im Herbst auf. Künstlich ernährte und von der englischen Krankheit befallene Kinder leiden besonders häufig an der Tetanie. Sie äußert sich in verschiedenen Krampfzuständen: als Stimmritzenkrampf, als Gichter oder Fraisen(so im Volksmund genannt), das sind Krampfzustände, welche über mehr oder weniger große Muskelgebiete ausgedehnt sind; drittens als die eigentliche Letanie, unter der wir Dauerkrämpfe an den Händen und Füßen verstehen— man beobachtet kennzeichnende Krampfstellungen der Hände und Füße—. Anfälle, die sich über Stunden, zuweilen über Tage und Wochen hinziehen können. Auch die Epilepsie ist eine häufige Ursache der Krämpfe bei Kindern. Der Beginn dieser Erkrankung fällt selten vor das sechste bis achte Lebensjahr. Die Krämpfe kehren regelmäßig Jahre hindurch wieder. Die epileptischen Anfälle ähneln denen der Erwachsenen. Man darf sie nicht mit Hysterie verwechseln, die auch bei Kindern vorkommt. Ostern Das Glück steht draußen Am Tor und lacht— Ist hoffnungsselig Im Lenz erwacht. Es ist ein Segen Im Frühlingsschein In stiller Hoffnung Getrost zu sein, Und wohl zu wissen— Die Nörgelei Des grauen Winters Ist nun vorbei—— Der lachende Lenz ist da Mit Hosianna Und Gloria! Die Sorgen leben Zwar immer noch, Aber ein Kämpfer Bezwingt sie doch! — An tausend Wundern Wirst du es sehn— Es gibt ein Ostern! Ein Auferstehn! C. v. Wedelstaedt. Eine besondere Form sind die sogenannten Wutkrämpfe der Kinder. Im Alter von ein bis fünf Jahren bringen die Kleinen Wut, Schrecken oder Zorn durch Schreien zum Ausdruck, wobei ein Anfall entsteht, der viel Aehnlichkeit mit einem epileptischen Krampf hat. Man nennt deswegen diese Art von Erkrankungen auch affektepileptische Krämpfe. Sie treten nur bei Kindern von neuropathischer Körperbeschaffenheit auf. Die Behandlung der Krämpfe im Kindesalter ist immer Sache des Arztes; denn nur durch seine eingehende Untersuchung kann die Ursache festgestellt werden. Kennt man diese nicht genau, dann ist eine nutzbringende Behandlung nicht möglich. Etwas anderes ist die Hilfe bei einem plötzlich auftretenden Krampfanfall. Dieser bedrohlich auftretenden Erscheinung gegenüber muß die Mutter oder Pflegerin des Kindes wenigstens gewappnet sein. Allerdings erfordert auch die Unterdrückung der plötzlich auftretenden Krämpfe im allgemeinen rasche ärztliche Hilfe. Aber bis der Art kommt, vergeht doch immer kostbare Zeit, und bis dahin vermag auch die Mutter helfend einzugreisen, ohne zu schaden. Zunächst kann man ein armes Bad versuchen. Viele Kinder beruhizen sich schon darin. Es empfiehlt sich vor illem bei jungen Kindern. Für die Krämpfe im Beginn von Infektionskrankheiten, die ja immer mit einem hohen Temperaturanstieg einergehen, ist ein Abkühlungsbad von 30 bis 32 Grad Celsius oder eine kühle Wickel nützlich.„Selhstverständlich, muß völlige Ruhe in der Umgebung des Kindes herrschen. Die weitere Behandlung bestimmt der Arzt, dem die Wissenschaft heute viele Mittel zur Verfügung stellt, um eine rasche und vollständige Heilung zu erreichen. —□% Leben stürmenden Herzogs Karl August vor Augen. Und doch war die leuchtende Zeit nur der Boden, auf dem nach beispiellos verheißendem blütenreichen Lenz ein Menschheitssommer und=Herbst voll seltener Edelreife ersproßte. Gerade in den heutigen schweren Tagen sollten wir uns tiefer in jene Vergangenheit versenken, in der nicht nur deutsche Kultur Ewigkeitsfrüchte trug, sondern auch deutsches Wesen und deutsche Kraft sich durch dunkle Nächte zum Sonnenmorgen der Freiheit rangen. Die Menschen der not= und schmerzensreichen Zeit napoleonischer Zwangsherrschaft hatten nicht die Gepflogenheit, über materielle Entbehrungen zu jammern: Sie ertrugen endlose Einquartierung von Freund und Feind, Kriegssteuern, Teuerung, Plünderungen nicht etwa mit großen Worten und Gebärden, sondern gefaßt, stolz, oft mit Humor, diesem besten Helfer in allen Widerwärtigkeiten des Lebens. Goethes Freundin Carlotte von Stein z. B. wußte, was leiden heißt. Körperlich zart, hatte sie trotzdem Geist und Gemüt bis ins hohe Alter hinein erstaunlich in ihrer Gewalt. Die Kindererziehung jener Zeit war hart; sie schuf darum widerstandsfähige Menschen. Frau von Stein litt unter der Kriegsfurte Unsägliches. Bereits 1794, bei Ausbruch der französischen Revolution, prophezeite sie:„Die Franzosen oder die französischen Grundsätze werden die Welt zu einer weiten Oede und Mörderwohnung machen. Ich fürchte, wir werden noch alle von den Franzosen verschlungen.“ Nach den Schreckenstagen von Jena wurde ihr Haus wiederholt auf das gründlichste geplündert. Nichts, als was sie auf dem Leibe trug, konnte sie bei ihrer Flucht ins Schloß retten. Tagelang hatte sie, ebenso wie die Herzogin, nichts zu essen als eine Handvoll Kartoffeln. An ihren Sohn Fritz schrieb sie darüber nach Schlesien:„Den 14. und 15. Oktober(1806) sind wir von Wohlstand, Ruhe und Glück geschieden. Das mächtige Schicksal, das die Länder verheert, hat auch dies verschlungen. Gott bewahre dich und das schöne Schlesien, so will ich mein Leid still tragen...“ Und zu Weihnachten:„.. heute an meinem 64. Geburtstag ist mirs ein besonderes Gefühl, von allem, was ich für mich und die meinen so 40 Jahre lang durch Sparsamkeit und Ordnung gesammelt hatte, nichts mehr zu haben. Man ist beinahe gezwungen, den Glauben an die Vorsehung zu verlieren.“ Aber sie verlor diesen Glauben nicht. Auch den Mut nicht. Als die Freunde ihr Tafelsilber schenken wollten, wehrte sie:„Jetzt ists Zeit, mit zinnernen Löffeln zu essen.“ Und Henriette von Knebel schrieb an ihren Bruder:„Frau von Stein steht ihre Armut gut... Wie wenige Menschen bleiben im Unglück graziös! Die meisten finde ich entstellt. Besonders die, die am wenigsten verloren haben.“ Goethes Freundin in dunklen Tagen Von Theod. von Rommel. Wenn wir von der„großen Weimarer Zeit“ reden, haben wir meist die Glanzveriode des Das fürchterliche Erleben grub sich tief in die Seele der Alternden:„Wenn ich nur eine französische Stimme höre, schaudert mirs, und ich kann nicht einschlafen noch aufwachen, ohne daß mir Schreckensbilder vorschweben." Ihrem Sohn Karl, der mit seiner jungen in Frau das Familiengut Kochberg bewirtschaftete, ward die schwere Zeit zu innerem Glückserlebnis. Freilich war das Leben auf dem Gut entbehrungsreich. Man trank Möhrenkaffee und aß Schwarzbrot dazu; denn die Landwirtschaft lag schwer darnieder. Die Einquartierungslast, der Lieferungszwang nahm, was etwa noch wuchs. Doch Sparsamkeit und weises Verständnis, womit Amelie von Stein den Haushalt führte, ließen den Gatten glückstrahlend der Mutter berichten:„Meine Frau ist mir dadurch um 50000 Thaler lieber geworden! Denn sie benimmt sich so hüb' dabei, und die Kinder sind so zutraulich, daß ich mir glücklicher vorkomme als sonst. In zehn Wochen haben wir reden, haben wir meist die Glanzveriode desskomme als sonst. In zehn Wochen haben jugendlichen Dichters und des zwanalos ins noch kein Pfund Zucker verbraucht und ebe Prad IMarzenwina Skizze von Grete Massé An einem Frühlingsabend steht eine junges Frau zitternd und frierend auf der Landstraße. Kein Mensch weit und breit. Nur junge Pappeln in schnurgerader Linie, wie mit dem Lineal gezogen, und Felder, endlose Felder. Gelockerte bräunliche Erde, der herb der Ackerduft entströmt. Und darüber oer Himmel, an dem immer mehr das Rot der sinkenden Sonne verblaßt und dessen Flächen die graue Farbe kühlölinkenden Eisens annehmen. Klein, wie ein schmächtiger Schatten, steht dieses geängstigte Menschenwesen in der ungeheuren Einsamkeit. Und frierend. Denn Gaby Mellien trägt unter dem ledernen Aucomantel ein leichtes Sommerkleidchen. Die eersten warmen Märztage haben sie getäuscht. Dieses Blenden und Gleißen, das mittags chon von dem klarblauen Himme. niederging, vie warme, leichtströmende Luft, die einem entgegenkam, wenn man nur die Fenster öffnete, haben in ihr die Täuschung erweckt, man könne den schönen Tagen schon trauen tun, da sie frierend, beraubt, zitternd im Abendwind auf der Landstraße steht, muß sie ternen, daß Märztage noch keine Sommertage sind. Wieder hat sie sich täuschen lassen. Alle Erziehungsversuche ihres Mannes, die Leichtgläubige, Leichtglühende zu einer nüchternen, sachlichen Beurteilung von Menschen, Dingen und Ereignissen zu bekehren, sind fehlgeschlagen. Das hat viel Bitterkeiten zwischen Gaby und Robert Mellien getragen. Sie merkt, daß ihre Mutter mit immer größerer Angst den gefährlichen Weg, den diese Ehe nimmt, verfolgt. Gaby kann sie nicht beruhigen. Sie fühlt selbst: Einmal. irgend einmal, vielleicht schon in nicht allzu ferner Zeit, zersprengt für Robert und sie der EheGaby läßt den Arm wieder sinken; denn sie erinnert sich, daß ihr der Verwegene, der auf der Landstraße ihr Auto angefallen und sie mit dem Revolver bedroht, auch die Uhr fortzenommen hat. Die Armbanduhr, die Per###, die sie in den Ohren getragen, ihr Handköfferchen mit dem goldenen Bleistift und der Geldtasche mußte sie ihm überlassen. Und zuletzt das Auto selbst. In ihrem schmucken, shimbeerroten Wagen war dieser Unbekannte davon gesaust. Gaby sind die Tränen nahe. Wenn nich bald ein Auto oder ein Gespann des Weges kommt and sie mitnmmt, muß sie hier die Nacht verbringen. Schrecklich wird die Finternis unter den Pappeln, in der Einsamkeit der Landstraßen, unter dem Himmel ohne Sterne sein.— Der Untersuchungsrichter Doktor Schubert hat die freundliche Aufforderung einer Kusiie, der Frau von Benisch. der er auf ihrem Butshof einen Geburtstagsbesuch gemacht zerne angenommen und das Auto ihres Manies zu seiner Rückkehr in die Stadt benutzt da er die Opernvorstellung, in der ein berühmter Gast den„Tristan“ singt, nicht veräumen will. Er ist kaum eine halbe Stunde im scharfen Tempo gefahren, als er auf der Landstraße ein Wesen erblickt, das mit wilden, verzweifelten Armbewegungen ihn zum Halten zwingt. Als er aussteigt, taumelt ihm eine totenblasse, zitternde Frau fast in die Arme. „Wohin darf ich Sie fahren, gnädige Frau?“ fragt. Schudert. „Nicht nach Hause! Nicht nach Hause!" flüstert Gaby.. 9 Tm 6. Schubert schweigt. Die Stimme dieser Frau hat den geängstigten Ton der gejagten und ermatteten Kreatur. Gaby beginnt zu sprechen. Schubert erfährt. daß sie mit ihrem kleinen, himbeerroten Auto, einem Geschenk ihrer Schwiegermutter, über Land gefahren, daß sich ihr ein Räuber und Wegelagerer mit erhobener Wafse in den Weg gestellt hat und mit ihrem Wagen da vongefahren ist. Als Schubert von einem Raubüberfall hört, fragt er, was ihr außer dem Auto noch gestohlen wurde. Gaby berichtet. Und während sie ausführlich eine Schilderung der Gegenstände gibt, die man ihr entwendet, wird sie ruhiger. Zuletzt ist sie so vernünftig geworden, daß sie einsieht, sie muß in das Haus zurück, in dem ihr Mann auf sie wartet. Als Doktor Schubert ihr beim Aussteigen hilft, streifen seine Fingerspitzen den flatternden Puls, und er fühlt, daß sie Fieber hat. „Sie müssen sofort ins Bett, gnädige Frau. sie werden sonst krank“, sagte er ernst. Doch Zaby denkt nur an Robert, dem sie jetzt den Liebstahl des Autos und der Schmucksachen gestehen muß. Schubert verabschiedet sich. Er meint, diese Frau nie wiederzusehen. Aber zu seinem Ertaunen erblickt er sie eine Stunde später in einer Loge der Oper. Sie ist sehr bleich In einer maskenhaft starren Ruhe sitzt sie neben einem großen, eleganten, finsterer Herrn der zein Wort mit ihr spricht. Und Schuvert versteht, warum sie nicht nach Hause fahren vollte.— —— Die Polizei hat einen lange gesuchten Dieb und Autoräuber gefaßt. Gaby— die inzwischen geschiedene Frau Robert Melliens — erhielt die Aufforderung, sich in Gerichtsjebäude einzufinden und zu ermitteln, ob uner der Beute dieses Räubers sich jene Sachen befinden, deren Verlust sie vor sieben Monaten den Behörden bekannt gegeben. Als sie in das Amtszimmer tritt, schrickt sie reudig zusammen. Der Herr, der ihr entgezenkommt, ist jener Hilfreiche, der sie dam ls im März, als sie beraubt auf der Landstraße stand, im Auto mit in die Stadt genommen. Es dauert sehr lange, bis Gabn unter den aufgestapelten Sachen die ihr gehorenden herausgefunden hat. Der Richter und Gaby beeilen sich nicht dabei. Wichtiger ist es ihnen, von jenem Märzabend und der Zeit, die inzwischen vergangen ist, zu sprechen. Schließlich führt Schubert die junge Frau in den Hof, in dem die gestohlenen Autos stehen. Baby läuft auf das kleinste und zierlichste zu, bleibt dann aber mit enttäuschter Miene steher „Ist es doch nicht Ihr Wagen, gnädige Frau?“ fragt Schubert. „Gewiß, aber man hat es grau lackiert. Es war so herrlich himbeerrot!“ Schubert lacht:„Man kann es ja wieder himbeerrot färben. Wenn Sie es erlauben, fahren wir dann in dem Himbeerroten einmal wieder zusammen über das Land" „Ja! Vielleicht im nächsten März!“ sagt Gaby errötend. Aber Schubert weiß, daß es früher, viel früher sein wird. ein halb Pfund echten Kaffee! Wenn ich die vielen Interessen(Zinsen) nicht zu zahlen hätte, befände ich mich in dieser häuslichen Armut recht behaglich. Es ist, als ob wir uns allesamt lieber hätten und näher verbunden wären. Jeder sorgt für des anderen Groschen als wärens Taler.“ „Der gute Napoleon sorgt sehr für unser ewiges Heil,“ spöttelte Charlotte,„da er uns alles Irdische vom Leibe reißt.“ In den Teegesellschaften der Johanna Schopenhauer, die durch Goethes Anwesenheit Bedeutung erhielten, gab es nichts als Tee, Zwieback und Butterbrote; und doch konnte die Hausfrau darüber mit gerechtem Stolz an ihren Sohn schreiben:„Der Zirkel, der sich Sonntags und Donnerstags um mich versammelt, hat wohl in Deutschlands nirgends seinesgleichen.“ Goethe selbst hielt es für notwendig, daß man die Not der Tage in geselligem und geistigem Zusammenschluß verbringe. Wenn auch Frau von Stein sich Kaffeelöffel leihen mußte, sobald mehr als eine Person bei ihr zu Besuch war, so hinderte diese Beschränkung nicht, daß gerade damals der Dichterfürst bei ihr die zur selben Zeit entstandenen Werke vorlas: Faust, Pandora, die Wahlverwandtschaften, die Wanderjahre. Während der Befreiungskriege, als Weimar, das Rheinbundmitglied, böse zwischen zwei Feuern stand. schrieb Frau von Stein ihrem Sohn:„Verliere nur deinen Mut nicht! Der Kaffee kam gerade, als ein betrunkener Kosak die Fenster einschlug, weil er drei Bouteillen „Nack' haben wollte. Ich habe kein Brot und meine Leute nicht einen Bissen. Mich hungert nicht... Ich sitze immer zu Haus, weil ich keine Schuhe habe... Wir haben viele Drangsale gehabt, du, guter Fritz, gewiß noch mehr. Genug— um die gerechte Sache kann man alles dulden. Die Preußen werden über alles gerühmt an Tapferkeit und moralischem Betragen. Angebetet werden sie.“ An ihrem 72. Geburtstag, dem 24. Dezember 1813, wurde sie von allen Seiten reich mit Lebensmitteln bedacht. Sie zählte ihrem Sohn die guten Gaben mit dem Bemerken auf: nach sollst du nicht glauben, daß hier manche Menschen vor Hunger sterben, ehe einem ihr Elend zu Ohren! Ich möchte die Gabe haben, in den Winkel der Notleidenden sehen zu könLach=Frisur, die Haarmode 1932. Die moderne Lack=Frisur, die als„letzter Schrei der Mode“ auf dem internationalen Friseur=Wettbewerb in Berlin vorgeführt wurde. Diese neuartige Frisur soll ihrer Haltbarkeit wegen Anwartschaft haben, die Frisur zu werden, die die Dame bei abendlichen Gesellschaften trägt. Auf das durch ein Fixativ flachgelegte Haar wird ein Lack leicht aufgespritzt, der der Frisur Glanz und Haltbarkeit verleiht. nen. Aber das Genie fehlt uns, um mit wenig Geld etwas zu machen, da wir alle keins haben.“ Nein, sie hatten alle kein Geld, die von der französischen Tyrannei ausgepowerten Menschen! Aber sie besaßen eine unbesiegbare Kraft, erduldete Leiden zum Glauben an des Rechtes endlichen Sieg zu verarbeiten! Bettina Ein Gedenkblatt zum Goethetage. Von Ludwig Voß=Harrach. „Meine Seele ist eine leidenschaftliche Tänzerin, sie springt herum nach einer inneren Tanzmusik, die nur ich höre und die anderen nicht", so schrieb einst Bettina von Arnim an ihren Bruder Elemens von Brentano. Die Worte offenbaren das ungestüme Blut, das in den Adern der berühmten Familie k##eiste. „Wenn du mit Ehren zu nelden ins Erfinden gerätst, dann hält dich lein Gebiß und kein Zaum“, soll die Frau Rat Bettina geschrieben haben. Ein kräftiges Sprüchlein, wie es Mutter Aja wohl zuzutrauen ist, wenn Bettina es nicht— erfunden bot, Goethes Priefwechiel Ihr bekanntes Werk,„Golches, Erc. wichel mit einem Kinde“, wurde anfänglich für buchstabengetreu und echt gehalten. Später wollte man es nur als eine reine Ausgeburt der Phantasie gelten lassen. Beides trifft nicht zu. Als Goethe starb, hatte der Kanzler von Müller an Bettina die Briefe zurückgesandt, die sich in dem Nachlaß des toten Dichters vorfanden. Sie war nun doppelt vereinsamt. Im Jahre zuvor hatte Achim von Arnim, ihr Gatte, das Zeitliche gesegnet, jenes Urbild des preußischen Edelmannes, der in seiner nordischen zurückhaltenden Natur einen gewissen Gegenpol zu dem südlichen Naturell der dunkeläugigen, dunkelhaarigen Frau bildete und doch wieder das Siegreiche, Freudige, Unbelastete gemein hatte. Auch er verehrte— wenngleich nicht mit dem Ueberschwang der Frau— den Altmeister von Weimar, der„Des Knaben Wunderhorn“ das Werk von Bettinas Mann und Bruder, mit warmer Anerkennung begrüßt hatte. Für Goethe hegte Bettina schon früh eine glühende Schwärmerei. Mit der Frau Rat war sie in Frankfurt befreundet, und da wir wissen, daß der Dichter mit Eifer die Briefe las, in denen sie mit eigener Gestaltungskraft wiedergab, was die Mutter ihr aus dem Leben des Sohnes erzählt hatte, so dürften wir Bettina gewiß einen Anteil an der Entstehung von „Dichtung und Wahrheit" beimessen. Zu Goethes Verherrlichung hatte Bettina die Zeichnung eines Monumentes entworfen. Als dann der Dichter starb, ohne daß die Nachbildung in Marmor erfolgte, gedachte Bettina Toten durch den„Briefwechsel mit einem Kinde“ in ihrer Weise ein Denkmal zu errichten. In dem Roman steigt das Bild einer Frau von überquellender Hingabe, Liebe und Begeisterungsfähigkeit vor dem Leser auf. Alles, was sie dem überschwenglich Geliebten geschrieben hatte und hatte schreiben wollen, alles, was er ihr schrieb und was er ihr hätte schreiben sollen, er, der ihre schwärmerischen Briefe mit Zurückhaltung erwiderte, alles sollte in diesem Buche zusammengefügt werden. Die Dichtung sollte nachholen, was die Wahrheit versäumt hatte. Die Liebe, die mehr dem Idealbilde eines Goethe als dem lebenden weimarischen Geheimen Rate galt, ist nie erwidert worden. Der Dichter brach schon 1811 die Beziehungen zu Bettina ab, der es eben— 1807— durch eine Empfehlung Wielands gelungen war, den Ersehnten von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Aber trotz der Zurückhaltung des Dichters, die in seinen Briefen unverkennbar zum Ausdruck kommt, und obwohl er sich von Bettina bald ganz frei machte, blieb sie ihm leidenschaftlich zugetan.,.„# g., im finf. Als Bettinas Buch erschien, stano sie im funsziasten Jahre. Damals hatte sie in Berlin Wurzel gefaßt. Kinder und eine glänzende Freundschaft und Verwandtschaft umgaben sie. Dieser Verkehr mit Menschen ist ihr zeit ihres Lebens unentbehrlich gewesen, auch in den Tagen der Jugend, da sie ununterbrochen auf Reisen war, am Main und am Rhein, in Bayern, Oesterreich und Thüringen. Damals brachen in Deutschland alte Formen zusammen. Jugendliche Kräfte regten sich, und Bettina nahm an dem Schaffen der Besten lebhaftesten Anteil. Die sozialen Ideen, die sich besonvecs in den späteren Lebensjahren bei ihr geltend machten; waren eine Weiterentwicklung des ihr innewohnenden Triebes, allen Unglücklichen beizustehen, allen Unterdrückten zu helfen. Als die Cholera zuerst in Berlin auftrat, nahm sich Bettina unerschrocken der Kranken wie auch der Notleidenden an. In ihrer Schrift„Dies Buch gehört dem König“ schildert sie das Arbeiterelend in Berlin in ergreifender Weise. Recht stimmungsvoll berichtet Herm. Grimm von einem Besuch, den er mit der fast siebzigjährigen Bettina im Park von Weimar unternahm. Er schreibt darüber: „Um sechs Uhr klopfte Bettina an meine Tür. Wir gingen durch den Park, die Ilm entlang. Die bewegten gelben Blätter der Pappeln waren in den Spitzen nur von der Sonne beschienen, unten lagen sie noch in feuchtem Schatten. Wir kamen auf den schmalen Wegen bis zu Goethes Gartenhaus. Alles einsam. Die kleinen dunklen Läden des Hauses geschlossen, auch die Gartentür fest zu. Neben ihr aber war die Hecke durchbrochen, und wir drängten uns so in den Garten hinein. Auf den Wegen lag dichtes Laub, gelbes, rotes, braunes, oder gesprenkelt, die Farben durcheinander. Unendliche Zeit schien Niemand hier gewesen zu sein, denn die Zweige der Bäume waren tief über! die Wege hinübergewachsen. Hinter dem Hause stand eine halbzerbrochene Bank. Hier setzten wir uns. Der Boden war mit aufrecht gestellten kleinen Flußkieseln gepflastert, zwischen denen Moos quoll. Bettina erzählte mir, wie ( etbe= ihr hier einmal erzählt habe, daß er manchmal die Nacht hier im Freien zugebracht und wenn er aufgewacht sei, hätten die Sterne so schön durch die Zweige geschienen. Wir streiften dann durch das welke nasse Gras um das Haus herum, auf das die Sonne nun zu scheinen begann. Es wuchsen Wein und Rosen an Spalieren, die weißen Kalkwände empor, hier und da hielt ein Holzwerk nicht mehr und hing samt dem Rankenwuchs daran frei herab, als wolle es von der Wand abbrechen. Wir entdeckten neben abgeblühten Rosen da noch einige Trauben mit verfaulten Beeren zwischen den guten. die Niemand abpflücken zu wollen schien. Bettina nahm einige davon in ihr Taschentuch. Ich sehe die Zweige noch im Morgenlichte zittern, nach denen Bettina hinaufgriff. um sie herabzuziehen und die Trauben zu erreichen.“ 1•— Verdrießlichkeit bei Kindern Reizbarkeit bei Kindern soll im allgemeinen nicht zu ernst genommen werden, vorausgesenzt, daß dieser Zustand ein vorübergehender ist. Fortgesetzte Verdrießlichkeit oder Reizbarkeit ist allerdings fast immer das Zeichen, daß irgendetwas mit der Gesundheit des Kindes nicht in Ordnung ist.. Mamem Jedes Kind hat seine verdrießlichen Momente genau so, wie sie Erwachsene zu haben pflegen. Doch des Kindes Temperament ist viel leichter gestört als dasjenige seiner Eltern. Kleine Ursachen, vielleicht nur die geringste Verdauungsstörung, mögen es vorübergehend aus seinem Gleichgewicht reißen, dazu kommt, daß die kindliche Kontrolle nicht genügend entwichelt ist, wenn sich die Kleinen nicht mohl(12. 1—3 Die„Königin von Paris“ besucht den Präsidenten von Frankreich. Die Pariser Schönheitskönigin 1932, Mlle. Duquesne, verläßt mit ihren„Hofdamen“ das Palais Elysee, wo sie der Präsident Doumer empfangen hatte. Auch das republikanische Frankreich hat also seine Königinnen, die selbst der gestrenge Staatspräsident anerkennt. fühlen, weiß ein jeder sofort Bescheid. Was für das Kind in diesem Falle gilt, gilt auch für die Erwachsenen. Steigender, anhaltender Reizbarkeit soll ursächlich auf den Grund gegangen werden, denn viele Krankheiten beginnen mit diesem bedauerlichen Symptom. F. R. —feWie schaffe ich mir eine reizvolle Ostertafel ohne viel Unkosten? Ostern, das Fest der Auferstehung, das Fest des Frühlings, naht. Und wie draußen die Natur mit allererstem, ganz bescheidenem Schmuck ihm entgegenharrt, so dürfen und sollen auch wir dieses Fez. roh und mit äußeren Zeichen der Freude begehen. Ohne viel Aufwand und Kosten können wir eine hübsche Tafel zurechtzaubern, ob wir nun mit lieben Gästen oder in der trauten Stille des engen Familienkreises feiern..s7 Bescheidene Sträußchen von Fruhungsblumen — Schneeglöckchen, Anemonen oder dergl. in flachen Schalen geordnet, dürfen nicht fehlen. Leere Weinflaschen werden mit grünem Krepppapier, das wir sicher von Blumentöpfen aufgehoben haben, oder sehr billig kaufen, umhüllt. In die Flaschenöffnung kommen rote oder weiße Lichtlein, die zuvor derart mit grüinem Kreppapier umsaossen. Iolu# wüchsen sie aus diesem Papierkeich# Damit ist zugleich eine Unterlage für etwo tropfendes Stearin geschaffen.##echt hübsch wirkt es, wenn unsichtbar an dem Kreppapier der Flaschen kleine Maienkätzchenzweige angebracht sind. Auch über den Tisch verstreut liegen derartige kurze Maienzweiglein. Schräg über den Tisch gelegt wird entweder ein drei Zentimeter breiter Streifen aus grünem Krepppapier, oder— was netter wirkt— ein rotes oder Silberband gleicher Breite. Dieses Band ist sehr billig und kann oftmals wieder für Tafeln verwendet werden. Hübsch sieht es auch aus, wenn der Bandstreifen— ob nun aus Papier oder nicht— hinauf zu den Flaschenhälsen geleitet wird und seitlich wieder zurück zum Tisch. Leichtes, frisches Grün ebenfalls wie die Maienkätzlein hier und da über den Tisch verstreut, wirkt sehr hübsch. Man vergesse niemals, daß eine Frühlingstafel aus keinen Fall schwer oder überladen in iyrem Schmuck wirken darf. Leicht und licht ist hier Gesetz. In die Servietten gehört ein Kätzchen oder etwas Grün. Die Mitte der Tafel ziert eine große Schüssel, in der bergartig(aber sehr hoch) wenig angefeuchtetes Salz angerichtet ist, aus dem hier und da ein zwiebelgefärbtes (also braun) und mit Speckschwarte glänzend gemachtes gekochtes Ei hervorlugt. Der Rand dieser halbtiefen, runden Schüssel wird mit Kätzchen und Grün garniert. Will man noch ein Uebriges für ein paar Pfennige tun, so setze man hier und da ein winziges, gelbes Wattekücken auf die Tafel. Natürlich kann man, sofern der Geldbeutel es zuläßt, noch allerlei reizende Einfälle verwirklichen; die hier angegebene Tafel sieht aber so schon, wenn geschmackvoll hergerichtet, allerliebst aus und kostet nur wenige, ganz wenige Mark. Und das ist ihr Aussehen schließlich wert, zumal man noch tagelang an dem Blumenschmuck Freude hat. Ellen Meyrinck. Der festliche Mittagstisch: an den Osterfeiertagen Das österliche Mittagessen soll nicht nur gut und festlich schmecken, es soll auch anzeigen, daß eine neue Jahreszeit angebrochen ist. Die vitaminlosen winterlichen Gerichte werden diese Zeit mit frühjahrsgemäßen tauscht, und das Osterssen ist jene Mahrzeit, bei der man diesen so lange ersehnten Uebergung zum ersten Male feierlich dartut. Das Ei und das junge Küken, Symbole dieses Festes, zeigen ja in ihrer tieferen Bedeutung an, daß das Aufsprießende, kurz, alle jungen Gewpächse nunmehr an der Tagesordnung sind. Evenso wie beispielsweise ein Apfelstruder nur schmeckt, im Sommer aber wie etwas Altes und Uebriggebliebenes anmutet, genau so verhalt es sich mit den winterlichen Stammgerichten, die man um die Osterzeit nicht mehr gern mag. Junge Lämmer und Zicklein ergeben einen herrlichen Osterbraten. Am ersten Tage gebraten, am zweiten der Abwechslung wegen etwa gebacken, sind sie ein symbolisches Österessen; in vielen Familien kommen sie an diesen Tagen traditionsgemäß auf den Tisch. wird dann wohl zum ersten Male im Jahre frischer Salat oder ein Rhabarberkomvott gereicht. Die Zeit, wo es für die Hausfrau ein Aus der Werkstatt des Osterhasen.