* * SS#nS „#e F#bens agSngung* S 2# a SOSSmhSg!S S 8 S *- 5 b#Jan. a Bogn S##n **8 E ** SEHSTOSOTR EFFOSOESGE 895 YährTaE ich einer höheren Gärtnerlehranstalt mit abchließender Fachprüfung notwendig. Nach dreijähriger Tätigkeit als Gartenbautechnikerin kann die Prüfung als staatlich diplomierte Gartenbauinspektorin abgelegt werden. Als besondere Berufs: nungen sind erforderlich: Naturliebe und Neigung zu ländlicher Lebensweise, gute Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit, eine leichte und geschickte Hand, praktische Veranlagung, Organisationstalent und kaufmännische Fähigkeiten. Berufswege sind: Tätigkeit als Gehilfin in Handelsgärtnereien verschiedener Art, sowie Guts= und Herrschaftsgärtnereien. Anstellung an kommunalen und staatlichen Gärten, an Anstaltsgärten, an denen gleichzeitig gärtnerisch= pädagogische Leistungen gefordert werden. Anstellung als Gartenarchitektin, die künstlerisches und sicheres Empfinden erfordert, und endlich der eigene Betrieb, der, wie eingangs erwähnt, nicht unerhebliches Betriebskapital notwendig macht. E. Unverricht. Linige Regeln für gesundes Essen Langweile deinen Magen nicht mit allzu gleichmäßiger, monotoner Kost. Scheue keine dir bisher unbekannten Gerichte. Kaufe frische Gemüse— wenn du sie erhalten kannst; Gemüsezeiten des Jahres nutze auf jeden Fall aus. Gib jedem Schulkind einen Viertel Liter Milch pro Tag, jedem Erwachsenen die Hälfte. Iß nicht zu viel Süßigkeiten. Trinke täglich einige Glas Wasser. Koche mit Sorgfalt und Ueberlegung— die Gesundheit aller erfordert es. Verschmähe in deinem Küchenzettel nicht die Zwiebel und nimm rohe Salate regelmäßig auf. E. H. 12.— Die Amerikanerin und die Mode Newyork trägt man die neuesten Modelle zuerst.— Die Amerikanerin greift nach Rodeschlagern. Unter Fachleuten ist es eine bekannte Tatfache, daß in allen Modeangelegenheiten die Amerikanerinnen ihren europäischen Schwestern, selbst denen in Paris, um Monatslängen voraus sind. Modelle, die in Paris, London oder Berlin geboren sind, werden von den Amerikanerinnen zuerst getragen. Wie kommt das?—„Eine Sache des Temperaments", „amerikanische Frauen sind ständig auf der Suche nach neuen Kleidern, während englische, zum Teil auch deutsche Frauen, sich oft davor fürchten. Modesochen sind halbstündige Angelegenheiten in Amerika. Ein Interessent, der etwas Neues in Paris gefunden hat, läßt es in wenigen Stunden kopieren und sendet es eiligst nach Amerika in die Läden, ehe seine Konkurrenten ihm zuvorkommen können. Es mag eine kleine Neuigkeit sein, ein Mantelschnitt, oder nur ein Schal an einem Kleid — am nächsten Tag will es jede Amerikanerin tragen. Das führt zur Uniformierung, und jede anziehende Mode wird damit gleichzeitig dem Tode überliefert.“ Auf der anderen Seite unterstützen die amerikanischen Firmen diese Eigenart ihrer Frauen dadurch, daß sie fast alle ständigen agenten in Europa unterhalten, die beauftragt sind, jede Neuigkeit sofort aufzukaufen. es beginnt ein Wettkampf an Schnelligkeit der Großfirmen. Das ist einer der Gründe, warum Amerikanerinnen durchweg„chie", wenn auch leicht uniformiert, gekleidet sind. Ein anderer jedoch ist die Gründlichkeit, mit der die Amerikanerin jede Sache zu studieren pflegt, die sie direkt angeht, seien es Kleider= oder Häuslichkeitsfragen. Nicht nur Kleider, Mäntel oder Hüte werden auf das Genaueste für ihre Die ersten Frühjahrskleider... Die ersten Vorboten der Frühjahrsmode weisen bereits auf ein besonderes Interesse für lebhafte Farben hin. Man wird außerordentlich viel kleine Kostüme und Jackenkleider aus leuchtend blauen, grünen und weiß=bunt gemusterten leichten Wollstoffen sehen. Die Kleider, deren Schnitt nach wie vor die Breite der Schultern, die Schmalheit der Taille und der Hüften betont, sind in den Garnierungsdetails stark variiert. Man liebt andersfarbige, oft gemusterte Passen, die durch ihre interessante Vielgestaltigkeit auffallen. Mehr und mehr tritt der Trägerrock in Erscheinung, der außer der willkommenen Möglichkeit der auszuwechselnden Blusen auch eine jugendlich kleidsame Wirkung hat. Gleichviel nun, ob Kleid oder Rock und Bluse— fast zu allem trägt man Jacken und Jäckchen. Neu ist die Zusammenstellung von dunklem Rock und heller Jacke, in zwei Tönen einer Farbe, z. B. Beige mit Braun, Hell= und Dunkelgrau, Hell= und Dunkelgrün, Schwarz=Weiß meliert(Rock) und Schwarz(Jacke), wobei man häufig den Stoff des Rockes auch für den Kragen der Jacke verwendet. Eine reiche Auswahl schöner Modelle zeigt die bekannte Zeitschrift„Fürs Haus“. die jetzt im 50. Jubiläumsjahrgang erscheint. Das Blatt bringt interessante Beiträge über alle Gebiete, einen spannenden Roman, praktische Winke, Rezevte, Ratschläge usw. und vermittelt der Hausfrau wertvolle Anregungen. Unsere Abonnenten erhalten kostenlos ein Probeheft durch den Buchhändler oder Verlag, Berlin, Ritterstraße 50. Deutschlands schöne Tennismeisterin wird gemalt. Cilly Außem, die deutsche Tennismeisterin, wird während ihres Erholungsaufenthalts am Starnberger See von dem Berliner Künstler Freiherr von König gemalt. Erscheinung erwogen, jedes einzelne Zubehör zu diesen wird auf seine Wirkung hin abgeschätzt; von Strümpfen, Schuhen, Schmuckstücken angefangen, bis zur Haartracht, den Fingernägeln und den Wäschestükken. Die Amerikanerin geht in die Details ihrer Kleidung als seien hochproblematische Dinge zu lösen. Sie erweckt nicht nur den Eindruck, die äußerlich gepflegteste Frau zu sein, sie ist es heute zweifellos und überbietet Paris. Erlesene Zurückhaltung in der Kleidung, wie sie beispielsweise die gut angezogene deutsche oder auch englische Frau schätzen, imponiert der Amerikanerin nicht, die sich die allerletzten Modelle sichern muß, um glücklich zu sein, dann aber wiederum auch nicht danach fragt, wieviele ihrer Mitschwestern das Gleiche tragen. Sie schmälert die Idee des Modells nicht durch eigene Einfälle oder Abschwächungen. im Gegenteil, sie besteht auf genauester Wiedergabe des Geschaffenen und trägt so mutig und selbstbewußt, was manche andere Frau in Europa ablehnt oder geändert zu haben wünscht. Die Amerikanerin ist darum eine beliebte Abnehmerin der Modekünstler geworden, die sie nunmehr sichtlich bestimmt haben, die Mode zu führen. Nicht zuletzt schätzen diese an ihrer liebenswürdigen Meisterträgerin, daß in ihrem Kleiderschrank sich kein Raum für alte Kleider befindet— jedes Plét en darin wird für die laufende Mode ausgenutzt—, auch in ihrem amerikanischen Herzen keine„Sentiments“ dafür— im Gegensatz zu unseren Frauen, die sich von einem alten Wollstoff oder einer Farbe,„die einem so gut stand“, nicht trennen können. Die echte Amerikanerin wählt schnell, sie wählt loft— ohne Vorurteil und dennoch gründlich bis in die letzten Einzelheiten. Das alles hat sie zur feschesten Frau der Welt gemacht. H. Kl. -1— Vom Kaffeekochen Eine Prise Salz erhöht den Geschmach. Kaffeetrinker legen Wert auf eine Tasse guten Kaffee. Nicht die Menge, zwei, drei oder auch vier Tassen Kaffee gleich den guten Kafseetanten reizen sie, sondern der Gehalt der einen guten Tasse Kaffee hat es ihnen angetan. Wie bereitet man guten Kaffee? Alles, was man dazu braucht, meinte eine erfahrene, ökonomische Hausfrau anläßlich einer Wirtschaftsberatung kürzlich, ist eine frische, garantiert gute, Kaffeesorte, ein etwas angewärmter irdener Kaffeetopf und ein hölzerner Löffel. Gieße frisch gekochtes Wasser auf die zermahlene Kaffeemenge im irdenen Topf. rühre mit dem Holzlöffel einmal um, lasse den Kaffee dann gut zugedeckt 5—6 Minuten stehen. Das Zufügen einer Prise Salz erhöht den Kaffeegeschmack, einige Tropfen kalten Wassers beschleunigen das „Sichsetzen“ des Kaffeegrundes auf den Boden des Gefäßes. Das Verhältnis eines achtel Pfundes frischen Kaffee zu dreiviertel Liter Wasser verbürgt einen guten Kaffee, wenn er wie oben zubereitet wird. G8. Der Turm der Schwiegermutter Von Grete Massé. Im Sommer des Jahres 1884 machte sich ein junger Musiker, mit Namen Eugen d'Albert, der sich erst kürzlich mit Louise Salingré, einer Schauspielerin des weimarischen Theaters, vermählt, in dem schönen Städtchen Eisenach ansässig. Es war ihm vor allem wichtig, sich vor Störungen jeder Art zu sichern. Er grübelte lange, um etwas ausfindig zu machen, und er kam schließlich auf den absonderlichen Gedanken, sich im Garten seines Grundstückes einen Turm erbauen zu lassen, dessen oberster Raum dazu bestimmt sein sollte, sein Klavier aufzunehmen. Dem Gedanken ließ der Musiker ohne Zögern die Tat folgen. Die Handwerker begannen im Garten des d'Albertschen Hauses ihr Werk, und die Stimmung des Komvonisten war im Vorgefühl der Freuden, daß er sehr bald nahezu auf Turmessvitze, fern non der Molt und allen ihren Störungen, seiner Kunst sich widmen könnte, die denkbar beste. Der Turm ging seiner Vollendung entgegen, und der Tag kam, an dem stämmige Männer erschienen, um das Klavier in das oberste Turmgemach hinauf zu befördern. Aber alle Anstrengungen, es über die engen Treppen nach oben zu bringen, blieben erfolglos. Das Klavierspiel in„Himmelshöhen“ blieb d'Albert versagt. Der Turm aber, der entsetzliche Turm war damit nicht aus der Welt geschafft. Dem Musiker wurde es klar, daß der Bau irgend einer Bestimmung entgegen geführt werden müsse. Zu jener Zeit erhielt d'Albert sehr oft den Besuch seiner Schwiegermutter. Kurz entschlossen bestimmte er, daß jenes Turmzimmer, das sich so energisch der Aufnahme seines kostbaren Klaviers widersetzt hatte, als Gastzimmer für seine Schwiegermutter dienen sollte. Die alte Dame wußte sich mit Humor in diese luftige Situation zu schicken. So gab es zwar in Eisenach keinen Turm mit Musik, dafür aber einen Turm mit einer Schwiegermutter. Andere Ansprüche. „Denke Dir nur“, erzählt Mia ihrer Freundin,„er hat heute um meine Hand angehalten. Er kam mit funkelndem Zylinder und duftete wie immer nach Lawendel.“ „Na, und—?“ frag die Freundin.„Was hast Du ihm geantwortet?“ „Ich habe ihm gesagt, mein Zukünftiger müsse mit funkelndem Achtzylinder kommen und nach Benzin riechen.“ Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druch und Verlag: P. A Santz. Altena. Das große Frühjahrsmodenheft der„Eleganten Welt“(Verlag Dr. Selle=Eysler A.=G., Berlin SW. 68), das soeben erschienen ist, bietet Ihnen die genaueste Orientierung über alle Fragen der neuen Mode, die gar nicht so rigoros mit allem Altem aufräumt, wie es zuerst den Anschein hatte. Wenn Sie sich an Hand des Blattes über die wichtigsten Grundzüge der Mode und über die wesentlichsten Abweichungen zwischen neuen Linien und alten Formen orientiert haben, werden Sie bei einiger Geschicklichkeit imstande sein, ein Kleid vom vergangenen Jahr in ein modernes Frühjahrskleid umzuwandeln. Pradenl Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 9 Altena, den 2. März 1 32 Konfirmation Nach der Taufzeremonie wird der Mittelpunkt des Festes— der Täufling— beiseite geschoben zu gesundem Schlaf ins Leben hinein, er tritt kaum noch in Erscheinung bei der weiteren Feier. Vierzehn bis sechzehn Jahre später erklärt der junge Mensch vor dem Altar nun bewußt seine Zugehörigkeit zu der Kirche, in die er zu seiner Taufe aufge iommen wurde. Mit diesem Bekenntnis vor der Kirchengemeinde mit der Reife zum Abendmahl rechnet der junge Mensch unter die Erwachsenen, tritt er ins Leben ein. Konfirmation— Bestätigung. Die Konfirmation wird als Abschnitt besonders bedeutungsvoll, wenn sie mit der Schulentlassung zusammenfällt. Schule und Kindheit liegen dann abgeschlossen hinter dem Konfirmanden— als jugendlicher Erwachsener tritt er nun ins Berufsleben ein. Mit der Kindheit ist noch nicht die Jugend abgeschlossen, und dieses Fest im Frühling des Lebens, im Frühling des Jahres— denn es wird jetzt nur noch vor Ostern konfirmiert, ist ein Fest der Jugend, ein Fest der Lebensbejahung. Der Ernst des Tages darf nicht drückend wirken, er soll wohl als Unterton schwingen. um im Zusammenklang mit Freudigkeit die gehobene Feststimmung zu geben. die befriedigt und erhebt, beglückend und schön als Erinnerung durch das Leben begleitet. Manch kleine Aeußerlichkeit wird den Konfirmanden ablenken. So den Jüngling das Symbol seines Erwachsenseins— der Herrenanzug. Gestern noch Kniehose, Mütze— heute der komplette Anzug des Erwachsenen: lange Hose, Weste, Rock, Kragen, Schlips, das weiche Herrenhütchen. Das junge Mädchen braucht sich nicht in eine ihm gänzlich fremde Hülle zu stecken. Zwar hat sich auch da einiges gewandelt— vor ein paar Jahren unterschied sich das Konfirmationskleid nicht vom Knderkleid, das Kinderkleid nicht von dem der reiferen und der ganz reifen Jugend, sie waren gleich in Machart und Kürze— jetzt betont wie einst in früherer Zeit die Länge des Konfirmationskleides wieder den Schritt zum Ermachsensein und gibt eine festlichere, feierlichere Wirkung. Konfirmation— eine ernste Feier in ihrer Bedeutung. So bleibe vor der Kirche alles Ablenkende dem jungen Menschen fern. So tun Eltern gut, Geschenke— vielleicht die von außerhalb übersandten— erst nach der Kirche zu übergeben oder aufzubauen, denn es wäre nur zu begreiflich, wenn der Jugend— von ihr selbst als störend empfunden— während des Gottesdienstes der Gedanke an eine besonders erfreuende Gabe kommt. Der weitere Tag entwickelt sich verschieden. Früher lud man zum Mittagessen ein. Jetzt werden die Gäste meist erst zum Kaffee erwartet. Auch die Geschenke haben sich den Zeiten angepaßt gewandelt. Einst zählte die Konfirmandin am nächsten Tage zusammen, wieviel goldene Uhrketten mit Schieberchen, wieriel Ringe, Kettenarmbänder, Ketten mit Anhänger und sonstigem Schmuck sie bekommen hatte, denn man schenkte den Mädchen vornehmlich Schmuck. Das hat sich geändert und die Eltern sind heute froh, wenn mit Ueberlegen, vielleicht auch in gegenseitigem Einverständnis und unter Zusammenlegen geschenkt wird. Praktische„nette Dinge, die der junge Mensch gut brauchen kann, wie Koffer, Photoapparat, Opernglas, eine Toilettengarnitur erfreuen sicher. Oder ein ersehnter Gegenstand für das eigene Zimmer. Der Jüngling kann gut eine Brieftasche, eine Zigarettendose gebrauchen. Das junge Mädchen freut sich ebenso wie die Eltern über Wäsche sehr. Ein gutes Buch sei nicht vergessen. Und ganz ohne Blumen soll der Tag auch nicht begangen Zum 50. Geburtstag der Sängerin Geraldine Farrar. Geraldine Farrar, die berühmte amerikanische Sängerin, die in den Vorkiegszeiten in Berlin große Triumphe feierte, und auch während des Krieges trotz aller Beykottandrohung ihre Deutschfreundlichkeit betonte, wurde am 28. Februar 50 Jahre alt. werden! Und etwas Schmuck möchte ein junges Mädchen doch auch haben! Es gibt ja darin heute so preiswertes.— Also genug der Möglichkeiten! Bei Tisch, jetzt also meist beim Abendessen, wird der Konfirmand durch eine Ansprache ausgezeichnet. Meist ist es einer der Paten, der nochmals auf den Sinn des Tages hinweist, um dann vom Besinnlichen mit leichten Wendungen— vielleicht im Rückschauen und Erinnern an kleine heitere Episoden aus der Kindheit des Gefeierten— die frohe Feststimmung wieder zurückzurufen. und mit besten Wünschen für die Zukunft zu schließen. Ernst und heiter— auch hier sollen sie zusammenklingen. Aus Rücksicht auf die verschiedenen Eindrücke und Erregungen, die der Tag für die Hauptperson, den Konfirmanden, mit sich brachte, soll sich die Feier nicht zu weit in die Nacht bineinschieben. Soll doch dieser Tag in der Erinnerung durch das ganze Leben hindurch dastehen als ein Tag: durch nichts getrübt, mit ernstem Unterton, auf den sich helle, glückliche und reine Töne aufbauen! Elsa Schwahn. —12.— Moderne Leibwäsche für die Dame Großmama, die niemals weniger als ein volles Dutzend steifgestärkter weißer Stickereiunterröcke einzupacken pflegte, wenn ihr Seliger mit ihr auf die Sommerreise ging, hat sich mit den in jeder Hinsicht zusammengeschrumpften Wäschevorräten ihrer Enkelinnen nie ganz aussöhnen können. Aber an der neuesten Mode für Damenwäsche hat selbst sie eine reine Freude: weil man nämlich darin so angezogen aussieht, wenn man sich entkleidet oder gar ins Bett begibt. In der Tat ähneln die faltigen, im Taillenschluß eingekrausten oder durch Gürtel zusammengehaltenen Nachthemden mit den mannigfach gestalteten Aermeln und den eingearbeiteten Spitzenmotiven den Jungmädchenkleidern aus der Biedermeierzeit, der sich auch das Tausendblümchenmuster— mille fleurs ist die modische Bezeichnung— abgesehen haben. So angezogen sieht man darin aus, daß Großmama findet, man könne gleich so bleiben, wie man aus dem Bett aufsteht— oder das hübsche Nachthemd überhaupt für den Tagesgebrauch reservieren. Aber die junge Frau ist anderer Ansicht und findet kleidsame Moden mindestens so angebracht als Nachttoilette. Namentlich liebt sie auch hier die Abwechselung; darum muß sie außer richtigen Nachthemden auch noch einige Pyjamas besitzen, und zwar in den verschiedensten Farben, die bei Bettwäsche ja längst das ehemals allein zugelassene Weiß verdrängt haben. Man fertigt sie aus Batist. Krevp de Chine, Krevp lavable, Krepp marocain, und auch hier gibt es Formen und Ausführungen, die man ganz gut als Hausanzug anbehalten könnte. Für diesen hat sich ja längst das Beinkleid an Stelle des Rocks eingebürgert; man trägt es zur Zeit etwas glockig geschnitten, so daß es nach unten breiter gsfällt, wie bei spanischen Stierhämpfern. Es jibt dreiteisige Hausanzüge, bei denen das zurze Jäckchen mit dem Beinkleid in der Farbe ibereinstimmt, die Bluse aber abweicht. Wirzungsvoll ist schwarze Seide mit Stickerei auf den Aermeln, elegant ein Hausanzug aus krevv de chine mit Lochsticherei, die das abweihende Seidenfutter durchschimmern läßt.— Der Hausanzug ist für die rührige Frau, die auf gute Bl“ ng Wert segt, zweckmäßiger, als der Morgenrock, der zu Großmamas Zeiten noch Alleinherrscher war, und auch jetzt noch nicht völlig verdrängt ist. Er zann sich aber auch sehen lassen, so hübsch und unnigfaltig sind die Formen, die er annimmt, so weich und mollig die Staffe, die er benorzugt! Reiche Spitzengarnierung, überhaupt das krausich=gefällige Genre herrscht vor; aber auch sin strenaster(Krundsatz: der herrenmäßig gearbeitete, gänzlich unverzierte Schlafrock aus Krawattenseide. Großmutters Geschmack geht freilich nach einer anderen Richtung: Sie ist für Trennung der Geschlechter, auch in der Wäschemode. In einem ist die Großmama konservativ, sie trägt immer noch gern Nachtjacken, wie in ihrer Jugendzeit. Naseweise Enkelinnen haben jahrelang darüber gespottet, jetzt aber ist es damit längst vorbei, seitdem das Bettjäckchen aufgekommen ist, das ja nur eine Neuauflage jener alten Tracht darstellt. Allerdings eine sehr abwandlungsfähige und anmutige dazu, wie die modernen Muster beweisen. Man trägt es einfarbig oder mit abweichender Hals= und Aermelumrandung, sowie eingearbeitetem oder angefügtem Gürtel, auch mit Schwanbesatz, Blumenmotiven usw. Es kann gehähelt oder gestrickt, aus Kunstseide. Kreppstoff oder Naturseide sein. Erlaubt ist auch hier alles, was gefällt, und— in doppeltem Sinne— kleidet. M. W. —2.— Baby und Kälte Mit dem Wetter gut Freund sein, solange ins warme Tage erfreuen, ist nicht alizu chwierig; wichtiger wird der Kampf mit ihm, venn viele unter uns kaltes Wetter nur als einen natürlichen Feind ansehen und die Möglichkeiten außer acht lassen, es nutzbringend für unsere Gesundheit auch dann auszunutzen, anstatt ihm feindlich aus dem Wege zu gehen. Ein regelmäßiges Zuströmen von frischer Luft auch an kalten Tagen in geheizte Räume ist notwendig, besonders mittags sollte das nicht übersehen werden. Eine Temperatur von 18 Grad in jedem gut durchlüfteten Raum zu erhalten, ist keine Kunst. Im Kinderzimmer oder in Räumen, in denen sich Kinder aufhalten versäume man nicht, die Temperatur von Zeit zu Zeit zu kontrollieren Jedee Baby und Kind sollte in einem gut durchtüfeten Raum bei einer gleichmäßig gehaltenen Temperatur von 15 Grad schlafen. Babne Die STebellläche Schnur Skizze von Kurt Miethke Haus durchsuchen, alle Wände abklopfen, alle Tischbeine abschrauben. Sämtliche Bäche in der Nähe des Schlosses wurden abgelassen und durchsucht. Die Perlen blieben verschwunden. Der Gedanke, sie in einem Bach zu verstecken, ist ja auch zu grotesk, wie Sie mir zugeben werden.“ „Haben Sie sich nicht verhört?“ fragte Kay und sah sinnend dem blauen Rauch seiner Zigarekte-nach.„Könnte Ihre Gattin nicht statt Bach beispielsweise Dach gesagt haben? Der Tachboden wäre doch zweifellos ein günstiges Versteck.“ Der Baron schüttelte energisch den Kopf.„Nein, ich habe mich nicht verhört. Und außerdem haben wir damals die gleiche Ueberlegung wie Sie angestellt, auch die sämtlichen Bodenräume des Schlosses genau untersuchen lassen, ohne Erfolg. Na, reden wir nicht mehr davon, das Rätsel ist nicht zu lösen.“ Kay erhob sich und ging zweimal rasch durch das Zimmer.„Gut. reden wir nicht mehr davon. Aber ich möchte fünf Minuten nachdenken, wenn Sie mir das erlauben wollen, Herr Baron.“ Der Baron nickte, nahm ein Buch und begann zu lesen. Kay aber stapfte weiter durch das Zimmer, mit umwölkter Stirn. Fünf Minuten verrannen. Dann blieb Kay vlötzlich stehen.„Herr Baron“, sagte er.„darf ich mir das Schloß einmal allein ansehen? Ich habe einen Gedanken.“ Kay verschwand nach der freundlich gegebenen Zustimmung des Schloßherrn. Der starrte auf sein Buch, ohne zu lesen. Wieder hatte ihn das alte Problem erregt, das unlösbare Rätsel ihn aufs neue aufgerüttelt. Wo war die siebenfache Schnur? Sie mußte nah sein, ganz nah vielleicht, sie mußte sich finden lassen. Aber ach, man war ja dem Rätsel nach allen möglichen Seiten hin nachgegangen, es war und blieb aussichtslos, auf eine Lösung zu hoffen. Der Baron schrechte aus seinen Gedanken boch. Vor ihm stand Kay. Mit einem dicken Buch unter dem Arm. Lachend. Mit glänzenden Augen.„Ich habe die siebenfache Schnur gefunden,“ rief er. „Der Baron sprang in die Höhe.„Unmöglich!“ „Durchaus nicht unmöglich. Ich habe zwar nicht die Schnur selbst, aber die Aufzeichnung Ihrer Gattin gefunden, die uns das Versteck mitteilt.“ „Und wo, wo, wo haben Sie diese Aufzeichnungen innerhalb zehn Minuten gefunden, nachdem wir seit acht Jahren vergeblich gesucht haben?“ „Wo Ihre Gattin sagte.“ „Wo?“—„Im Bach.“ „Aber in welchem Bach?“ Da lachte Kay und öffnete das dicke, große Buch, das er unter dem Arm trug. Schlug das Titelblatt auf und deutete mit dem Finger darauf.„Das Wohltemperierte Klavier", las der Baron vor.„Von Johann Sebastian Bach.“ Dann tat er einen Schrei und sank in den nächsten Sessel. Kay aber griff in die Brusttasche und holte einen Brief heraus.„Das lag im Bach. Im Johann Sebastian Bach. Ein geschlossener Umschlag. Ich habe ihn geöffnet und gelesen, und ich hoffe, Sie werden mir das nachträglich verzeihen. Der Schatz, die siebenfache Schnur, liegt unter der sechsten Ulme der großen Parkallee.. „Und wie“, fragte atemlos der Baron, „haben Sie das gefunden?" „Bei meinem Spaziergang durch das Schloß. Der mich auch in das Musikzimmer führte. Sie müssen wissen, daß ich ein großer Bachfreund bin. Ich selbst spiele Bach leidenschaftlich gern und leidlich gut. Ich brauchte nur den Flügel anzusehen, der im Musikzimmer stand, und ich hatte sofort die Gedankenverbindung: Klavier. Bach. Und da Sie mir wenige Minuten vorher ein.Bach'=Problem aufgegeben hatten, brauchte ich nur die Noten, die offenbar lange nicht benutzt waren, nach den Werken Johann Sebastian Bachs zu durchstöbern..“ Zwei Stunden später holte man unter der sechsten Ulme der großen Parkallee die lang vermißte siebenfache Verlenschnur hernor. abends mußte Kan Klanier spielen. Horrliche alte Musik, aus einem dicken, großen Notenbuch... „Oh“, sagte der Gastgeber, Baron von Wittisch,„das ist mir aber sehr interessant, Sie sind Detektiv? Die schade, daß ich Sie nicht vor acht Jahren schon kannte. Vielleicht hätten Sie r.ir einen eden Dienst erweisen können.“—„Vielleicht kann ich es jetzt noch?“ fragte Kay und zündete sich eine Zigarette an. „Jetzt noch?“ lachte Baron von Wittisch. „Das ist nicht gut mögsich Acht Jahre liegt die Sache zurück, i— auzerdem haben wir alles getan, um die siebenfache Schnur zu finden. Es war alles vergeblich.“ „Die siebenfache Sch.“ fragte Kay. „Ich sehe schon, ich muß die Geschichte erihlen. Setzen wir uns!" Der Gastgeber eut:“ auf eir großes Volgemälde, das an der Wand hing und eine weißhaarige, sehr schlanke und geistvoll aussehende ferau darstellte.„Das ist meine verstorbene Frau," erklärte der Baron.„Und jene Perlen um ihren Hals. das ist die siebenfache Schnur. Es handelt sich um echte erlen von sehr bohem: t. Fachleute schätzen i auf zweihrderttausend Mark. Meine Frau liebte diese Perlenkette über alles. Jedoch sie trug sie leider nur äußerst selten, aus Angst. Die gute Thea! Sie litt ihr ganzes Leben lang an einer Art Verfolgungswahn und in den letzten Jahren ihres Lebens wurde das immer schlimmer. Sie hatte eine völlig hysterische Angst vor Bolschewisten. Thea hat auch diese Schnur versteckt. Wir wußten nicht: wo und wir wissen nicht: wo. Sie konnte uns den Ort des Versteckes nicht mehr, mitteilen. Meine Frau erlebte einen Autounfall, der tödlich ausging.“ Der Baron schwieg einen Augenblick und sah nach dem Bildnis. Eine Bewegung huschte über seine Züge. Leise fuhr er fort:„Ich wurde an ihr Sterbelager gerufen. Noch im Todeskampf dachte sie an die Perlenschnur. wollte mir mitteilen, wo sie lag. Sie konnte es nicht mehr.„Die Perlen. die Perlen', murmelte sie immer wieder. Ich neigte mein Ohr dicht zu ihrem Mund.„Die Perlen', seufzte sie wieder. die Verlen, im Bach.“ Das war alles was ich verstehen konnte. Zwei Stunden später starb Thea. Wir ließen dann das ganze Windeln, Hemden und Jäckchen, ebenso die Kleider des größeren Kindes sollten der Temperatur des Raumes und Tages angepaßt werden, nicht aber einem festgesetzten, unverrückbaren Winterprogramm für die Kleidung verfallen sein. Leichte gewichtsarme Kleidung im warmen Zimmer, entsprechend schwere Mehrbekleidung während des Aufentholtes draußen, leichtwiegende, aber wärmende Kleidung des Nachts. Das Ausfahren oder Spazierengehen mit dem Baby bezw. Kind geschehe an den wärmsten, sonnigen Stunden des Tages, im Zimmer verachte man auch im Winter die Zimmersonnenbäder nicht. Das alles sind Gelegenheiten, die wahrzunehmen sind, um nach und nach mit dem kalten Wetter Freundschaft zu schließen. Die Maßnahmen bei Anwendung von künstlichen Höhensonnenbädern für das Baby oder Kind bespreche jede Mutter vorher mit dem ärztlichen Berater, um nicht etwa zu schaden anstatt zu autzen, große Fehler können hier aus Unterlassungssünden b####angen werden. Nicht alle Mütter werden sich entschließen können, den Weg des großen Kinderarztes zu gehen der da behauptet, bei allen Kindern sei es möglich, sie so abzuhärten, daß sie bei Schneewetter vollständig unbekleidet draußen spiesen könnten und auf diesem Wege sogar Fälle der schwersten Knochentuberkulose geheit würden. Jede Mutter aber kann rechtzeitig beginnen im eigenen Heim und in Mitarbeit mit den Schulen. ihre Lieblinge mit der kalten Jahreszeit zu befreunden. Elisabeth M. —12.— Zähne brauchen Vitamine Werdende Mütter können dem Zahnverfall ihres Kindes vorbeugen. Wir beneiden schöne Gebisse. Viele unter uns gäben mancherlei für ein solches her. Selbst Geld kann diesen preislosen natürlichen Besitz nicht erkaufen. Verfall, Fäulnis (Pyorrhöa) finden ihre Ursache in mangelnder Härte der Zähne und des Gaumens. Dieser Defekt wiederum ist ursächlich zurückzuführen auf salsche Kost, den Mangel an den erforderlichen Vitaminen für die Zähne— so behaupten unsere Wissenschaftler. Vitamin A und Vitamin D sind die wichtigsten hier. Ihre Tätigkeiten beginnen vor der Geburt des Kindes. Das folgert, daß die Mutter gesunde, richtige Kost genießen muß, um die Voraussetzung für vollkommene Zähne ihres Kindes zu schaffen, Zähne, die nicht von früh auf den Verfall in sich tragen. Vitamine, A und D finden wir im Eigelb, in der Milch, im Käse, ferner enthalten Lebertran und Fischrogen es in hohem Maße. Alle diese Dinge sollten einen Teil der Nahrung bilden, die die werdende Mutter zu sich nimmt. Die Auswirkung von Sonnenstrahlen auf die Haut wandelt nach dem Verdauungsprozeß das AVitamin in D=Vitamin um. Gleich wichtig also bleibt das Ausgehen an die frische Luft, wenn möglich bei Sonnenschein. Auch an einen Teelöffel voll Lebertran täglich gewöhnt man sich. Das hilft dem Vitamin D sich zu entwickeln, denn Milch und auch Brot allein enthalten nicht genug davon. Zahnforscher wollen festgestellt haben, daß genügend Vitamine A in der Ernährung während der Schmangerschaftsperiode es schwierig machten, in späteren Jahren Zahnfäulnis festzustellen elbst wenn die Mahlzeiten dann arm an diesem Vitamingehalt waren. Im Wachstum spielt die geeignete Kost für die Zähne eine große Rolle. Sagen wir bis zum achtzehnten Lebensjahre des Kindes sollte jede Mutter auch daran denken. Abgesehen von anderen Vorzügen sorgt Vitamin A für Gesundheit der Gaumen. Außer in oben angeführten Nahrungsmitteln befindet es sich in großem Maße in allen grünen Gemüsen, Karotten, Tomaten. Zahnverfall bei Kindern mäßige man durch Herabsetzung von Brot, man gebe Lebertran, Eier und Milch reichlicher. Milch ist und bleibt eines der wichtigsten Ernährungsmittel der heranwachsenden Jugend, man enthalte sie ihr nicht vor. F. R. Erhalte deinen Körper gesund durch Massage „Massage? Tazu haben wir weder Zeit noch Geld. Ueberhaupt scheint uns das eine Angelegenheit der wenigen wirtschaftlich noch sehr gut gestellten, allenfalls auch der Kranken und Rekonvaleszenten zu sein.“ Diese Ansicht ist ebenso weit verbreitet wie irrig. Das Leben unserer Zeit ist hastig und ruhelos. Ihre Unsicherheit raubt das Vertraten auf Morgen und stört mit diesem Raub die Freude am Heute, die pflegliche Behandlung dessen, was wir im Kampf um das Morgen am nötigsten brauchen, den gesunden Körver. Unsere Lebensweise aber in den großen Städten, die sitzende Beschäftigung der meisten oder vieler unter uns, einseitige Beanspruchung unserer Körperkräfte und=funktionen sind dazu angetan, diesen gesunden Körper zu schwächen, zu verbrauchen, zu ruinieren. Es kana den unheilvollen Einwirkungen entgegen gewirkt werden durch sachgemäße Pflege, durch Gymnastik und Massage. Der Gedanke der Gymnastik ist heute ein Gemeingut aller geworden. Mit der Massage steht es anders. Man kann sie ohne fremde Hilfe, ohne den Arzt, ohne eine Masseuse oder den Beistand sachkundiger Familienmitglieder nicht durchführen, schon weil man mit seinen Händen nicht in der Lage ist, alle Körperteile gleichmäßig zu tehandeln, wie das für eine sachgemäße Pflege nötig ist. Die Industrie hat diesem Uebel abgeholfen. Wer einen elektrischen Massageapparat benutzt, wie ihn z. B. die AEG. herstellt, ist sei eigener Masseur und kann mit Hilfe des Gurtes. der von einem kleinen Motor betrieben wird und fest, an die Wand montiert ist, Den Leidensweg des deutschen Memellandes schildert ein illustrierter Aufsatz des Daheim Jahrgang Nr. 22). Das gleiche Heft gibt einen Ueberblick über die faschistische Wirtschaftsordnung Italiens. Ein weiterer illustrierter Aufsatz führt uns zu den sportlichen Wettkämpfen der Winter=Olympiade in Lake Placid. Gartenbaudirektor Janson zeigt in prächtigen großen Bildern„die neuen Blumen für den Sommer 1932". Prof. Dr. Max J. Wolff beschäftigt sich eingehend mit der„Not d er Abiturienten“. An Hand einiger interessanter technischer Zeichnungen Leonardo da Vincis würdigt F. M. Feldhaus den Künstler als Ingenieur. Die Novelle„Der Rote Paul“ von C. O. Petersen folgt einem spannenden Abschnitt des großen neuen Romans„Vorreiter“ von Marie Diers. Im Frauendaheim erzählt eine Mutter, wie sie das goldene Sportabzeichen gewann. Dazu gibt es erprobte praktische Ratschläge für den Haushalt, eine wertvolle ganzseitige Kunstbeilage und den umfassenden Daheimanzeiger. 5.8855 Friedrich der Nach dem siebenjährigen Kriege war des Königs einstige Begeisterung für das von ihm erschaffene und gepflegte Berliner Opernhaus durch die wirtschaftlichen Nöte seines Landes dem Ersticken nahe. Ja, er stand vor der Wahl, seine Oper zu schließen oder sie einem italienischen Pächter zu überlassen, der ihm ein verlockendes Angebot gemacht hatte. Den Bemühungen seiner Konzertmeister Benda und Quanz gelang es schließlich, ihn von diesem Plan abzubringen; allerdings wiesen beide darauf hin, daß es unbedingt nötig sei, die deutsche Ouer durch Verpflichtung einer überragenden Primadonna anziehend für das Publikum zu gestalten.„Die göttliche Astrua“ war tot; ebenso der Tenor Salimbeni, die beide der Over einst Glanz und Ansehen gaben Deutsche Sänger und Sängerinnen hatten den König stets enttäuscht. Jetzt allerdings gestatteten es seine Finanzen nicht, sich wiederum aus Italien eine Sopranistin zu holen. So wurde der theaterfremde Intendant Graf Zierotin in die deutschen Gaue geschickt, um eine Primadonna vom Range der unvergleichlichen Astrua für den König und seine Oper aufzutreiben. Für Zierotin wäre es leichter gewesen, dem König ein Bataillon Soldaten als eine erstklassige Sopranistin zu suchen. Mutlos kam er zunächst in Leipzig an. Er ahnte nicht, daß ihm schon hier die Musen gewogen sein sollten. Da wurde ihm auf einem Gesellschaftsabend bei dem gastfreundlichen Schönkopf eine junge Dame vorgestellt. die Demoiselle Schmeling. Ihr Vater. der Stadtsyndikus Schmeling, hatte sie in Gesang ausgebildet, und sie sollte nun, um den letzten Schliff zu erhalten. nach Italien reisen. Einige Lieder, die sie an diesem Abend zum besten gab, ließen Graf Zierotin aufhorchen. Er traf mit dem alten Schmeling die Abmachung. die Demoiselle möge über Berlin reisen. er wolle sie dort— völlig unverbindlich zunächst— seinem König vorstellen. Er glaubte ja selbst noch nicht an sein Glück, das ihm dies eherrliche Stimme in den Weg führre.— Der König hatte die regelmäßigen Kammerkonzerte in Sanssonci wieder ausgenommen. Eines Abends, nach dem die Demoiselle Scheling längst in Berlin eingetroffen war und bereits ungeduldig auf Weiterreise drängte, da die Einladung Friedrichs ausblieb, wurde sie zum König befohlen. Sie kam nach Sanssouci und hörte hier— was ihr Verhängnis werden sollte—, bevor sie noch die Gemächer betreten hatte, ein Cello=Solo des Konzertmeisters Mara, eines glutäugigen, leidenschaftlichen, aber auch hemmungslosen und leichtsinnigen Böhmen, der aus der Kapelle des Obe und Gertrud Eine historische (Prinzen Heinrich stammte. Gertrud Schmeling war von dem Spiel Baptist Maras ergriffen. Und sie verfiel ihm ganz, als sie seine schlanke, sehnige Gestalt sah, sein schwarzes Haar, sein ungezwungenes, freies Benehmen inmitten dieser Großen. Friedrich war zunächst mißtrauisch gegen die Jugend der Demoiselle. Er sprach mit ihr über ihre Ausbildung, ihre Lehrer, ließ sie dann die Arie aus Glucks„Orpheus und Eurydike“ singen,„Mia paventi“ aus Brauns„Britannico.“ Ihm gefiel die schlichte Vortragskunst der Schmeling. ihre treffliche Stimme, die, wie er mit Erstaunen feststellte, vom kleinen G bis zum dreigestrichenen C reichte und überall vollkommen stark und gleichmäßig war. Aber noch eins trat hinzu, was ihn für die neue Primadonna einnahm: die Erinnerung an die stimmliche Klangfarbe einer Frau, die er in seiner Jugend verehrt hatte, der Frau von Wreech.— Quanz und Benda verbandelten mit dem alten Schmeling, der in seiner Bescheidenheit weit unter der Gage blieb, die Friedrich bewilligt hatte. Für 3000 Taler wurde die Demoiselle an die Berliner Oper vervflichtet. Leider geriet die Sängerin bald gänzlich unter den unheilvollen Einfluß des Schuldenmachers und Trinkers Mara. Der König warnte vor diesem„Kujon", wie er den Cellisten nannte. Umsonst. Der alte Schmeling verprügelte zum Spaß ganz Berlins eines Nachts den Böhmen auf offener Straße. Vergeblich. Die liebestolle Tochter verlangte vom König ihres Vaters Ausweisung. Friedrich war verstimmt über die Undankbarkeit der Schmeling. deren Gage er freiwillig verdoppelt hatte, weil sie alle Erwartungen auf der Bühne übertraf. Er willigte endlich in die Heirat Gertruds und Maras, dieses„herrlichen Mannes“, wie er ihn zu nennen pflegte, ein, obwohl er die Ehen seiner Künstler und Offiziere nicht schätzte. Mara trieb es arg und ärger. Infolge seiner Schulden kam er mit seiner Gage und der seiner Gattin nicht aus. Er schmuggelte auch noch in der Kutsche des Prinzen Heinrich, die dieser seinem Konzertmeister für die Konzertreisen zur Verfügung gestellt hatte, unheimlichMengen Kaffees. Er weigerte sich eines Tages vor der Gattin des Könias in Schönbausen zu spielen. wurde geholt, kam völlig betrunken ins Schloß und wurde für seine Frechheit hinausgeworfen. Friedrich war empört. Er ließ den„Kuion“ festnehmen und nach Marienburg ahtransportieren. Madame Mara fiel dem König zu Füßen. erflehte die Freiheit ihres Gatten. dem sie hörig war. Die schöne Stimme seiner Primadonna veranlaßte Friedrich immer Skizze von O. R. Gervals wieder, Gnade zu üben. Mara war wieder frei und betrieb nun, als Prinz Heinrich ihn fristlos entlassen hatte, die hinterhältigsten Flune gegen den Konig und seinen Hof, wozu ihm leider seine Frau hilfreiche Hand lietz. Der Besuch des russischen Großfürsten Petrowitsch war angesagt. Dem König lag viel daran, diesen Gast in seiner Residenz zu feiern, um seine Freundschaft gegen Rußland zu bekunden. In der Oper sollte Grauns „Angelica e Medoro“ aufgeführt werden, zu der Friedrichs neuer Kapellmeister Reichardt eine neue Arie komponiert hatte, weil dem König die alte von Graun wegen ihrer Sentimentalität nicht gesiel. Die Mara schickte die Arie auf Betreiben ihres sauberen Gatten an denDirektor des Spectacles, Baron Arnim, als unsangbar zurück. Wegen des unver chämten Briefes setzte der König Mara wiederum fest und ließ ihn nach Spandau bringen.f Die Prinadonna kam jetzt wohl zu den Proben. legte ich jedoch am Tage der Aufführung, als die Festlichkeiten zu Ehren des Großfürsten bereite in vollem Gange waren, zu Bett. Friedrich geriet außer sich über diese Gemeinheit. Er beauftragte kurz entschlossen einen Offizier und vier Mann, die Mara auf jeden Fall in die Oper zu schaffen und sie angekleidet oder im Bett auf die Bühne zu bringen. Sie müßte singen! Sein Leibarzt hatte die„Kranke" nämlich untersucht und sie völlig gesund befunden. Es war also reine Pflichtversäumnis. Um dem Skandal zu entgehen, verstand sich: die Primadonna im letzten Augenblick dazu. aufzustehen und in ihrer eigenen Kalesche, vom. Offizier begleitet, ins Opernhaus zu fahren. Sie sang anfangs mit Gewalt schlecht.“ Als Friedrich ihr aber im geheimen überbringen ließ, der Großfürst habe sich wenig günstig iber sie geäußert, da ging doch ihr Künstlerstolz mit ihr durch, und ihre Stimme entfaltete sich zu nie gehörter Pracht. Zur Belohnung — so war der König von ihrer Kunst eingenommen— gab er ihren Gatten frei. Und was tat dieses undankbare Pärchenk. In den Monaten, die darauf folgten, betrieb es seine Ausreise nach London. Es kamen die Vorbereitungen für den drohenden Krieg mit Oesterreich. Bei dem Wirrwarr gelang es ihm und seiner Frau, aus Berlin ohne Pässe zu entkommen. An der sächsischen Grenze wurden sie von Friedrichs Reitern eingeholt und abgefangen. Man erwartete den Befehl zum Rücktransport und zur Bestrafung. Aber der König war es müde, sich mit den Launen der undankbaren Sängerin und ihres niederträchtigen Kujons abzugeben und ordnete an, sie laufen zu lassen, wohin sie wollten. gewissenhaft jedem Körperteil die ihm notwendige Pflege zuteil werden lassen. Eine regelmäßige Massage fördert den Blutumlauf, steigert den Stoffwechsel, sorgt dafür, daß Schlacken und giftige Endprozesse des Stoffwechsels rechtzeitig und vollkommen aus dem Körper entfernt werden. Wichtig ist bei der Massage wie bei der Gymnastik, daß sie regelmäßig und treu geübt werden. Das ist bei der Gurtmassage ein leichtes, weil sie stets zur Hand und ihre Anwendung mühelos ist. Wesentlicher als das Wissen um die Heilmöglichkeiten, die uns für etwaige Krankheiten zur Verfügung stehen, ist das Vorbeugen. Provhylaris ist besser als Therapie. Körperpflege durch Massage ist besser als Heilmassage! Ruth Köhler. Ein Wechsel in der Hautpflege! ist gut Ein Wechsel ist in vielen Dingen der Ausweg, der zum Erfolge führt. Klimawechsel, Wechsel in der Tätigkeit sind bekannte wohltätige Mittel— warum also nicht ein Wechsel auf dem Gebiete der Schönheits= und Körperpflege?— Fast jede Frau, die heute im Leben steht und darin mit der Zeit gehen will, leiht — sei es nun willig oder mit den letzten Hemmungen von Sprödigkeit— den gesunden kosmetischen Erschließungen zur Erhaltung und Pflege ihrer Naturgeschenke ein Ohr. Sie hat beariffen, daß bei den unregelmäßigen und oft so rauhen Witterungseinfällen unsere: Zone ein Nachhelfen in der Gesichtspflege oder Hautpflege überhaupt nicht nur nötig wird, sondern daß oft mit einfachen Mitteln dadurch Wunder bewirkt werden können. An Erzeugnissen aller Art. wie Cremen und Wassern ist sicher kein Mangel. Aber es kommt nicht immer darauf an, wenn die Haut nicht das befriedigende Aussehen zeigt, nun einfach nur mehr Creme einzureiben, d. h. die angewandten Mittel zu verstärken. Im Gegenteil, oft ist ein Wechsel in der Behendlung hier gerade angezeigt. So sollte man sich unbesorgt zu etwas ganz Neuem einmal entschließen. Das Frühjahr ist eine geeignete Zeit dazu, ebenso die Zeit, in der man vom Heim einmal länger entfernt ist. Fettige Haut mit der Neigung, lose zu werden und sich zu„sacken“, kann einige Tage recht gut eine Wasserbehandlung vertragen. lum ihr gewünschte Abwechslung zu bieten. Voraussetzung ist, daß nur mildes(oder mit Zusätzen gemildertes) und warmes Wasser Anwendung findet. Man nehme sanfte mehrmalige Woschungen(ohne Seife) an diesen Tagen vor und unterlasse auch an ihnen das Einkremen. Die Kur wird vorzüglich helfen, das unnötige Fett zu entfernen, auch die Haut mehr festigen. Ist das örtliche Wasser milde sind Zusätze zum Wasser überflüssia. Gesammeltes, reines Regenwasser ist weich und der Haut zuträglich. Hafermehlwasser ist besondeis bei rauher Haut sehr zu empfehlen. Ein gutes Toilettenwasser für fettige Haut ergibt folgendes Rezept: 1 Gramm Rosemaryspiritus kommt zu einem halben Liter Wasser, 30 Tropfen Zitronensaft werden zugefügt. das Ganze gründlich durchgeschüttelt.— Oder: 1 Eigel!, 29 Gramm Mandelöl und ein gutes halbes Liter destilliertes Wasser. Das Eigelb voll äußerst peinlich vom Eiweiß getrennt und solange geschlagen werden, bis sich das Manbelöl nach und nach teelöffelweise gut unterrühren läßt. Nach Zusatz der Wassermenge erneutes Schlagen der Gesamtflüssigkeit. Dieses Toilettewasser ist für jede normale Haut bekömmlich; es empfiehlt sich, es täglich zweimal anzuninden. Aus dem weiblichen Berufsleben Die Gärtnerin. Die Aussichten in diesem Beruf können, desonders für jüngere Kräfte, durchschaittlich alo: günstig bezeichnet werden. Aelteren Gärtnerinnen wird es allerdings häufig schwer, geseignete Stellen zu finden, besonders wenn sie eine Arbeit in Verbindung mit büro= und hauswirtschaftlicher Tätigkeit suchen. Es dürste daher gut sein, gleich bei der Berufswahl zu überlegen, ob gegebenenfalls etwas Anlageund Betriebskapital aufgebracht werden kann, um eine spätere Selbständigmachung zu ermöglichen. An Schulbildung ist Volksschulbildung erforderlich; zum Besuch der höheren Gärtnerlehranstalt Mittelschul= oder Lyzeumsbildung. Die fachliche Ausbildung erfolgt in einer, von der Landwirtschaftskammer als Lehrbetrieb anerkannten Gärtnerei, in dreijähriger Lehrzeit. Davon können zwei Jahre in einer Gärtnerinnenschule abgeleistet werden. Je nach Vereinbarung wird zuweilen in der praktischen Lehrzeit eine kleine Entschädigung gezahlt oder freie Station gewährt. Den Abschluß der Lehrzeit bildet die Gehilfenprüfung. der einige re praktischer Arbeit folgen. Dann kann, aber nicht vor dem 24. Lebensjahre, vor der Landwirtschaftskammer die Obergärtnerinnenprüfung gemacht morden. Ein anderer Weg— bei höherer Schulbildung— ist: nach vierjähriger praktischer Arbeit die Ausbildung zur Gartenbautechnikerin. Dazu ist der zweijährige Bo