9— 2 * 5 3 * # 2 8 S28 S S 9 8 95 S 25 g Sg bg:; in a S T S 2 80 SSTE 808 S 8 5 5 E . T achi S 39. * S82 2 S 2.—* 3 70 S 6 S 232 — h * 1— Die Stellung der Frau im Osten Bmer, Die be Mmbter, Dr. Früsen. Talsch Von Jeisal. König von Jrak. Gleich dem Manne hat die Frau den ihr von der Natur zugewiesenen Wirkungskreis im öffentlichen und privaten Leben. Nur dort herrscht wahre Harmonie, wo Mann und Frau ihren besonderen Fähigkeiten entsprechend tätig sind. Die Frau von heute hat sich gegenüber der vor vierzig Jahren beträchtlich fortentwickelt, und wenn wir sie mit dem vom Manne geschaffenen Idealbild vergleichen, so weicht sie stark davon ab. Die Frau in meinem eigenen Lande und den meisten östlichen Ländern wirkt altmodisch gegenüber der des Westens, die Amerikanerin, Engländerin oder Deutsche wiederum fortschrittlicher als ihre lateinische Schwester. Klima, Rasse, Geburt und Erziehung sprechen dabei mit. Die Frage nach der Zukunft der Frau und der modernen Frauenbewegung, die das zarte Geschlecht doch vollends aus den Fesseln der „wirtschaftlichen Sklaverei“ und ihrer angeblich untergeordneten Stellung befreien will, ist für mich mit einem anderen Kernproblem verknüpft. Ich möchte mich hier nicht darüber auslassen, ob das angelsächsische Frauenideal demjenigen vorzuziehen ist, das meine Vorfahren in ihren mit Frauen gesegneten Jahrhunderten hindurch verehrten. Worauf es vor allem ankommt, ist meiner Ansicht nach dies: Wir sollten ganz allgemein den Lebensstandard der Frauen so erhöhen, daß sie in die Lage versetzt werden, ihr Möglichstes zum Besten ihres Volkes und Landes zu tun. Ausgehend von dem, was ich heute überall sehe und höre, glaube ich sagen zu dürfen, daß die Zukunft den Triumph dieser Bestrebungen bringen wird. Künftig wird die Frau einen ständig größer werdenden Anteil an der Gestaltung wichtiger Ereignisse haben, und sollte dies zu gelegentlichen Eingriffen in das dem Manne bisher vorbehaltene crbiet führen, so doch nur im Verfolg einer natürlichen Entwicklung. Die Weltordnung wird von Tag zu Tag verwickelter und erfordert sowohl vom Mann als auch von der Frau Geschicklichkeit in der Bewältigung von Aufgaben, die, streng genommen, nicht in deren ureigensten Wirkungskreis gehören. Die Frau wird klug genug sein, sich ihrer weiblichen Reize und Tugenden nicht zu begeben, weil sie sonst Gefahr läuft, ihre bisherigen Errungenschaften aufs Spiel zu setzen. Wirkliche Fortschritte auf Kosten ihrer Weiblichkeit kann keine Frau erzielen. Die Frau des Ostens hat sich bisher nicht mit so vielen schwierigen Problemen auseinandersetzen müssen wie ihre europäische Schwester. Erst seit kurzem ist sie sich der Tatsache bewußt, an der Schwelle eines neuen Zeitalters zu stehen. Doch möchte ich die in Europa vorherrschende Ansicht zurückweisen, die Stellung unserer Frauen sei durchaus untergeordneter Art und diese durch die mohammedanische Religion bedingt. Das ist falsch. Nach unseren religiösen Anschauungen besitzt die Frau die gleichen Rechte wie der Mann. Sie kann beispielsweise nach eigenem Ermessen kaufen und verkaufen und verliert dieses Recht nicht wie die Französin in ihrer Ehe. In dieser Beziehung war ihre Stellung zweifeilos günstiger als die mancher Europäerin Wenn ihr bisher die volle Bewegungsfreiheit fehlte, so darf man allerdings nicht übersehen, daß dieser Mangel durch eine Reihe wirtschaftlicher Vergünstigungen ausgeglichen wurde. Die Frage, ob die Frau tatsächlich durch die Emanzipation gewonnen hat, kann nicht ohne weiteres bejaht werden. Es gibt, um nur ein Beispiel zu nennen, in der Türkei Mustapha Kemals eine ganze Anzahl von Frauen. die gern die früheren Zustände wieder herstellen würden. Die bisher untergeordnete Stellung der Frau rührt nicht so sehr von der Vorstellung her, die Frau sei infolge ihrer körperlichen Verfassung nicht imstande, sich im Lebenskampf zu behaupten, sondern vielmehr von der Selbstsucht der verstandene Ritterlichkeit gab ihnen jeden Vorwand für dieses Verhalten. Heute hat auch die Frau des Ostens klar erkannt, daß sie Rechte und damit auch Pflichten nicht nur als Mitglied der Familie(dieses Recht besaß sie immer), sondern auch als das der Gesellschaft besitzt. Fragen Sie mich nicht, ob mir die Frau, wie sie war, lieber ist als die, wie sie zu werden verspricht. Ich kann nur hoffen, daß die erwähnte Evolution der Frau und der ganzen Welt etwas von dem Glück und dem Segen bringt, jenes Hochziel, das die Frau durch ihre Selbstbefreiung zu erreichen versucht. —2— Erziehendes Spielzeug Mehr wie je ist heute von Erziehung oder Pädagogik die Rede. Doch wenn man diesen Dingen nachgeht, so findet man meist, daß es sich immer um eine Erlernung des Umganges mit Gegenständen handelt. Das Kind soll mit Porzellan, zerbrechlicheren oder ganz starren Dingen umgehen können. Leider übersieht man dabei, daß man gerade das Wesen des kindlichen Spieles, nämlich die Beschäftigung der Phantasie, ganz außer Acht läßt. Und doch sind gerade diese Dinge, die aus dem Nichts * lentstehen, die wertvollsten Erziehungsmittel. Das selbstgefertigte Spielzeug aus allerlei Abfällen bringt uns zwei erzieherische Vorteile. Einmal arbeitet beim Entstehen des Dinges die kindliche Phantasie und zweitens wird die Stetigkeit, die dazu gehört, lange einem Vorgang zu folgen,— sei es selbsttätig oder zuschauend gefördert oder gar erst entwickelt. Solch ein Spielzeug ist der selbstgefertigte Ball. Ein Flaschenkorken ist immer vorrätig. Er wird dicht dick mit Flicken aller Art umwickelt. Vor den Augen des Kindes ist nun schon der Ball entstanden, jetzt muß er fest und haltbar gemacht werden. Mit Resten starken Häkelgarns oder farbigen Bindfadens wird ein Netz darum gesponnen. Man führt die Fäden von oben nach unten, so wie man beginnt eine Apfelsine zu schälen. Jetzt werden bunte Wollfäden dicht bei dicht dazwischen geschoben und geben die Querverbindung. Man schlingt die Wollfäden jedesmal um den Längsfaden, den man trifft, wie man es beim Paketschnüren macht. So entsteht allmählich die farbige Auflage auf dem Ball, der so schön weich ist, nicht weh tut und doch so herrlich springt. Für das kleine Kind ist es meist zu schwer, ganz selbständig den Ball herzustellen. Ist aber die Lust einmal geweckt, selbst Spielzeug zu machen, so muß sie auch befriedigt werden. Man kann herrlich Satteldecken für das Holzpferdchen, Teppiche für die Puppenstube, Lagerstätten für den Teddybär und ähnliches herrichten. Ein großer vereckiger Flicken wird nach Art der Flechtblätter eingeschnitten. Kleinere Flicken werden in Streifen geteilt und nun kann ein lustiges Flechten und Weben beginnen. Das ist eine billigere und zielstrebigere Spielzeuganfertigung, wie die aus den richtigen Papierflechtblättern, die erst den größeren Kindern vorbehalten bleiben. Mit solcher Beschäftigung kann man die Kinder lange fesseln, dietek ihnen einen Ausgleich gegen die lärmenden Unterhaltungsspiele im Kreise vieler Kameraden und bereitet ihnen den Weg zur inneren Ruhe und Besinnlichkeit. Ilse H. Neue Kleinigkeiten im Modespiegel Abknöpfbare Pelzkragen auf langen Mänteln zählen zu den letzten Neuheiten. Jenseitig am Mantelrevers befestigt, sind sie am Hals etwas hochstehend und fest gearbeitet. Ihr Auswechseln auf mehrere Mäntel oder Jacken erweist sich als bequem. Alle Arten von Gürteln werden wieder zu Kleidern getragen. Weiches Schwedenleder, zu Schleifen gebunden, konkurriert mit härterem Leder in allen Farben, sogar Abendkleider werden mit Patentledergürteln vervollständigt. Selbst das formelle Abenddecolletee dieser Saison ist diskreter und kleiner denn seit langem. Weniger offizielle Abendkleider haben lange Aermel oder Teilärmel. Bei denjenigen mit langen Aermeln ist der Rückenausschnitt gewöhnlich tiefer. Einige der neuen Modelle zeigen die Beliebtheit des doppelten kurzen Capeärmels. Die Röcke der Abendkleider lassen alle die Schuhe wieder sehen, reichen knapp noch bis zum Knöchel, nur dunkle Bronzebeige ist der Abendtrumpf. Deine Garderobe prüfe in ihrer Gesamtheit bis auf den letzten Knopf; erlaube dir keine groben Fehler. Nur die Reichen können sich solche Irrtümer gestatten. Blumen und glitzernde Ornamente gehören wieder ins Haar für Abendfestlichkeiten. Mehr und mehr gewöhnen sich die Frauen auch an die halblangen Abendhandschuhe. Und Parfüms? Ueberraschenderweise ist die alte romantische„weiße Rose“ wieder Modeparfüm, kräftiger denn je und frisch duftend wie die Blume im Garten. Außerdem werden roter Flieder und Lavendel bevorzugt. Doris. Korsische Tage und Nächte, eine Fahrt in die Herrlichkeiten des Mittelmeers! Lockt Sie das nicht, verehrte gnädige Frau?„die neue linie“ führt sie in Wort und Bild dorthin, zeigt überdies wertvolles neues Kunstgewerbe, ein interessantes Haus im Taunus, plaudert über die Ausstattung einer Privatbücherei und weist Sie endlich auf die bevorstehende große Berliner Schau„Die Dame und ihr Hund“ hin. Das Beste nicht zuletzt: Die kommenden Frühjahrsmoden werden ausgiebig und verführerisch berücksichtigt und so bitten wir Sie, kaufen Sie sich in der nächsten Buchhandlung das FebruarHeft der„neuen linie“ für 1 M. Verlag Otto Beyer, Leipzig=Berlin. Wenn Du Fisch kochst. Nach Säubern und gutem Trocknen salze den Fisch mäßig und träufle Zitronensaft auf ihn. Dämpfe den Fisch dann. Falls Du ihn nicht dämpst, lege ihn in gerade im Kochen begriffenes Wasser. Nicht zu schnelles, sondern stetig gelindes Kochen erhält Geschmack und gewisse Festig keit des Fisches. Vergiß nicht die Zutaten in das Wasser Ein wenig Salz, Pfeffer, Essig, Zitrone, Suppengrünes. Ueberkoche den Fisch nicht so, daß er kleine Stücke zerfällt und Nährwert verliert. Tische ihn nicht unappetitlich auf, sondern appetitanregend. Erlaube nicht, daß der Fisch kalt wird, ehe Du ihn aufträgst. Laß den Fisch nicht etwa in Wasser stehen (eotl. zum Kühlen), er schmeckt sonst wässerig. Trockne ihn im Gegenteil gut. Trage ihn mit einer passenden, reichen Sauce auf, die gut zubereitet ist. Gekochter Fisch will schmackhafte Buttersauce, gut abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, Kapern, Zitronensaft oder Anchovy u. a. 63. Figaro macht Weltgeschichte. Es ist nur wenig bekannt, daß Herr von Beaumarchais, der abenteuerliche Dichter des„Figaro" und des„Barbier von Sevilla“ dessen zweihundertsten Geburtstag dieser Monat bringt, die Entsendung Steubens in den amerikanischen Freiheitskrieg veranlaßt hat. Das Daheim (68. Jahrgang Nr. 19) berichtet davon: „Die Siedler, Jäger und Fallensteller der Neuen Welt brauchten Waffen, Uniformen und Munition, um eine Armee aufzustellen. Der Name der Firma Roderique Hortalez& Cie. deckte die Ladung von 1700 Zentnern Pulver, 22 Tonnen Schwefel 52 metallenen Kanonen, 19 Mörsern, 500 Musketen und anderem Kriegsgerät, das die„Flamande" nach Amerika trug. Unter dem Decknamen aber verbarg sich Herr von Beaumarchais. Die Kriegsausrüstung auf der„Flamande“ war nicht der erste Transport, den Hortalez& Cie. an den neugebildeten Kongreß der U. S. A. geliefert hatte. Keine der Zufuhren an Kriegsmaterial war bezahlt worden. Aber Beaumarchais hatte wie ein leichtsinniger Spieler die Einsätze verdoppelt. Dennoch standen die Dinge so schlecht, daß ein Jammerbrief nach dem andern kam: Elftausend nicht uniformierte, schlechtbewaffnete, halbverhungerte Milizleute unter Washington, der sich nur durch geschickt angelegte Rückzugsgefechte einer Niederlage gegen die übermächtig andrängenden Engländer entziehen kann, das ist die Armee, auf die Beaumarchais gewettet hat! Hat er aus der Demobilisation des Siebenjährigen Krieges Kriegsgerät aufgekauft, damit der Freiheitskampf und der Unabhängigkeitswunsch der Pioniere der Neuen Welt erworben hat, muß er auch einen eisernen Besen finden, einen Mann aus der friderizianischen Schule, der Ordnung in das Chaos bringt. Der Franzose Beaumarchais überlegt, und der preußische Oberst von Steuben wird General der amerikanischen Armee. Beaumarchais verpflichtet ihn durch einen Mittelsmann, schießt ihm das Geld für die Ueberfahrt vor und wünscht sich Glück, daß er seinen Freunden, den freien Männern, und seiner eigenen Brieftasche einen so tüchtigen Offizier verschafft habe:„Sage ihm, daß sein Ruhm die Zinsen für mein Geld sind, und daß ich keinen Augenblick daran zweifle, daß er es mir auch mit Wucherzinsen zurückzahlen wird.“ Beaumarchais hatte das Geschäft„Neue Welt' in gute Hände gelegt. Er hatte den richtigen Mann nach Amerika geschickt. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena. Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 6 Altena, den 9. Pebriar 1 32 Kluge Frauen bleiben unverheiratet? Aus Fragen und Antworten des bekannten Autors über Frauenprobleme Ant. Ludovici. Warum sind Junggesellinnen heute sehr oft besonders intelligente Frauen? Es muß auch anderen(die sich für die Frauenprobleme interessieren) aufgefallen sein, daß unter den unverheirateten Frauen von 25 bis 38 Jahren etwa, also im besten Alter stehend, zweifellos eine große Anzahl nicht nur körperliche Berzüge aufweist, sondern dazu noch besonders geistig begabt, kurzweg intelligent ist. Warum ist es oft der Fall, daß im Vergleich mit ihrer verheirateten Schwester eine Junggesellin so gewinnt, so daß man sich verwundert wohl fragt, warum letztere etwa„übersehen" wurde?— Sehen wir diese Gesichtspunkte zuerst einmal vom Standpunkte der denkenden, durch Selbständigkeit und Zeit gereiften Junggesellin an, die noch dazu besonders intelligent ist, so müssen wir uns vergegenwärtigen, daß diese früher oder später beim Zusammentreffen mit männlichen Wesen die Unterschiede wahrnimmt, sie instinktiv oft registriert, in denen man sich voneinander unterscheidet; als da sind in Moral, Weltanschauung, Kraft, Temperament, Bildung. Bescheidenheit und normales Empfinden vorausgesetzt, die moderne, ledige Frau mit besonderer Intelligenz, dazu vom Leben großgezogen, körperlich oder geistig oder mit beiden bevorzugt, wird ganz natürlicherweise nach ihrem eigenen Maßstab gemessen, auch bei nur losem Kontakt mit ihren männlichen Kameraden, bald jene Harmonie beanspruchen, von der sie glaubt, daß sie ihrer würdig sei. Wenn sie darum gelegentlich die Männer ihrer Kreise für sich prüft, wird es von ihrer Warte aus geschehen, und möglicherweise werden viele Männer dann den Kürzeren ziehen und als„unzulänglich oder ungenügend“, gar nicht in Frage kommen. Vielleicht halten nur zwei oder drei im Freundeskreise allen Bedenken stand und diese sind unglücklicherweise— verheiratet. Tatsache ist, daß ihre hohe Selbstachtung sie auf natürliche Weise stolz oder bewußt macht, vorsichtig, wenn nicht wählerisch— oder auch, wie manche es noch, nicht ganz mit Unrecht, nennen würden,„romantisch“. Eitelkeit trennt beider Wege. Aber auf dem Heiratsmarkt Umschau zu halten mit allzu strengen und wählerischen Prinzipien, schiebt letzten Endes erfahrungsgemäß die Wahl und die Zufriedenstellung länger und länger hinaus, ja, es mag heißen, daß die Heirat lebenslänglich verschoben wird. Doch— was sagen die Männer oder solche, die es werden wollen, nun dazu? Betrachten wir die Frage von ihrem Standpunkte aus. Da sehen wir, daß auch viele unter ihnen— ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Katastrophen— Einflüssen unterliegen, die sie von der Ehe abbringen. Es dürfte nicht eine der letzten Mutmaßungen unter anderem diejenige sein, daß Männer sehr eitel sind und daher ihr ausgeprägter Selbstrespekt es ihnen befiehlt, nur unter den Frauen zu wählen, an deren Seite sie immer noch„scheinen“ können; tatsächlich ist die oftmalige Ueberlegenheit reizvoller Junggesellinnen heiratsfähigen Jünglingen oder Männern im Wege. Es gibt eine große Anzahl männlicher Götter denen es widerstrebt, ein Leben mit einer Frau von ungewöhnlichen körperlichen und geistigen Qualitäten einzugehen. Um gerecht zu bleiben, wollen wir dabei nicht unerwähnt lassen, daß— während die einen sich zu den Weiblichkeiten hingezogen fühlen, die ihnen ein Leben lang unterlegene Anbetung garantieren— es doch auch genügend solche gibt, deren Eitelkeit durch große Schönheit und Intelligenz ihrer Frauen beglückend befriedigt wird. So trennt Eitelkeit keineswegs immer beider Wege. Des Mannes natürlicher Instinkt. Aber, es muß noch tiefere Gründe dafür geben, daß nicht selten gerade feine Naturen unter dem weiblichen Element von Männern bei der Heiratsfrage unbeachtet bleiben. Zwei Tatsachen sprechen sicherlich zunächst dabei mit. Es ist einmal der naturhafte Instinkt des Mannes, zu schützen, zu überwachen, zu helfen. Er will ausschließlich Protektor des ihm anvertrauten Wesens sein(auch wenn er es oft leider nicht ist). Der zweite Grund mag in den falschen, oft nicht gerade hoch qualifizierten Ansprüchen und Vorstellungen liegen, die sich der Mann von seinem„Idealweid" erträumt. Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert haben sich zwar hier die Begriffe, wie wir wissen, ungeheuerlich verschoben, doch haften hier oder da noch Ueberreste, wenn auch nicht sichtbar, aus unserer Großmütter Tagen, oder aber es sieht mit der Eigenbewertung des modernen Mannes nicht immer so günstig aus. Der erste Punkt ist klar und einfach, denn es steht außer jeder Frage, daß ein gut Teil männlicher Liebe und Zärtlichkeit seinen Ausdruck im Beschützen, Behüten und Verzärteln sucht. Der Mann begehrt Abhängigkeit und Selbstaufgabe. So ist es verständlich, daß die Frau mit greßer Eigensicherheit und dazu Ueberlegenheit an körperlichen und geistigen Vorzügen ihn wenig reizt. Durch sich selbst erstickt sie die ursprünglichsten seiner Mannesinstinkte im Keime, seine Zuneigung zu ihr kann sich nicht in dem Maße entfalten wie zur anderen Gattung ihres Geschlechtes. So kommt es, daß sie zu ihrem eigenen Erstaunen oft männlicherseits vernachlässigt wird über einem Wesen, das ihr nicht das Wasser reichen kann. Und daraus folgernd wieder erklärt es sich, daß das gleiche intelligente Mädchen, wenn sie es auf einen besonderen Mann abgesehen hat, an dem ihr ganzes Herz hängt, manchmal eine Kindlichkeit und Naivität vorspielen kann, die nicht echt ist. Es stellt sich furchtsam, fragt kindliche Dinge, hilft„ihm“ in jeder Weise, seine männliche Beschützerrolle entwickeln zu können; sie liebt ihn, will ihn heiraten. Jene anderen aber, die diese Art Selbstaufgabe in der Verstellungskunst verweigern, befinden sich unter der Anzahl derjenigen, die als „bemerkenswerte Persönlichkeiten“ Junggesellinnen geblieben sind. Zum zweiten Punkt kann man gottlob feststellen— und zwar diesmal zur Ehre der Männer, daß es unter ihnen auch solche gibt, die„sehend“ sind und mit hundertprozentiger männlicher Zielbewußthei und männlichem Geist über der Frau stehen, so daß auch die von Natur aus besonders Intelligente und Bevorzugte zu„ihm“ aufschauen kann, die er gerade ihrer Vorzüge willen wählte, um sie auf Händen zu tragen. Denn auch sie ist vom Stamme Eva. A. Gerstein. □Ernährung während der Schwangerschaft „Sie süttert zwei, wenn sie nun ißt und trinkt.“ Goethe, Faust. Von Dr. med. A.=M. Durand=Wever. „Muß ich nun für zwei essen, Frau Doktor?“ ist die in Variationen immer wieder gehörte Frage von Seiten der jungen angehenden Mütter. Das große Experiment des Krieges— damals war nicht einmal für einen genug zu essen da!— hat gezeigt, daß das Kind es immer versteht, sich das Rötige, und sei es auf Kosten der Mutter, aus dem mütterlichen Organismus herauszuholen. Während wir im Kriege auf der einen Seite zarte, ausgehungerte Mütter sahen, die kräftige und gesunde Kinder zur Welt brachten, haben wir auf der anderen Seite bei den Müttern einen so erstaunlichen Rückgang der so gefürchteten Eklampsie(Krämpfe) gesehen, daß man umhin konnte, diese Tatsache mit der reduzierten Ernährung in Beziehung zu setzen. Das Kind nimmt sich was es braucht zum gedeihlichen Wachstum, es nimmt sich aber auch nicht mehr als es braucht, und ein zuviel an Nahrungszufuhr gereicht dem mütterlichen Organismus ebenso zum Schaden, wie ein zu wenig. Deshalb ist es wichtig, sich über die Art und Menge der Ernährung im Klaren zu sein, sonst fällt man allen den wohlmeinenden Ratschlägen der Tanten, Nachbarinnen und Großmütter zum Opfer! Natürlich brauchen wir mehr als zuvor, denn wir sollen ja unsere eigenen Kräfte erhalten, den steigenden Anforderungen gewachsen sein und außerdem dem in uns wachsenden Organismus von unserem Ueberschuß zum eigenen Aufbau abgeben. Wir brauchen aber höchstene ein Viertel mehr, ganz gewiß nicht das Doppelte, und dieses Viertel brauchen wir auch erst in den letzten Monaten. Im allgemeinen genügt sogar schon der sechste Teil der normalen Nahrungsmenge als Zuschußnahrung. Wichtiger als die Menge ist aber die Art der Ernährung. Der Organismus der hoffenden Frau kann Fette und Eiweiß schlecht ausnutzen und braucht daher mehr Kohlehydrate. Mir ist das persönlich sehr stark zum Bewußtsein gekommen, als ich mein erstes Kind erwartete; während ich früher nie Süßigkeiten gegessen hatte, bekam ich jetzt einen solchen Hunger danach, daß der kriegsgemäß rationierte Zuk.„ ker nie genügte. Ueberhaupt sind die Gelüste und Abneigungen der werdenden Mutter ein" ganz gutes Kriterium für das, was der Körper braucht. Man soll darüber mit seinem Arzt sprechen, er wird die zu Grunde liegende Tendenz deuten können. So sind die Gelüste nach sauren Sachen Anzeichen für einen zu starken Alkaligehalt des Blutes; das Bestreben, Schlemmkreide und ähnliches zu verzehren, deutet auf einen Mangel an Kalk, und der Hunger nach frischem Gemüse und Obst beweist den Mineral= und Vitaminbedarf des wachsenden Kindes. Den wichtigsten Teil der Ernährung in dieser Zeit stellen neben den Kohlehydraten(Brot, Zucker, Kartoffeln, Reis usw.) die frischen jungen Gemüse und Salate sowie Obst und Fruchtsäfte dar, weil in ihnen die zum Aufbau des kindlichen Körpers benötigten Mineralstoffe und die lebenswichtigen Vitamine enthalten sind. Fett brauchen wir an und für sich wenig, sollen aber dieses wenige möglichst in Form von Butter zu uns nehmen, weil hierin ein wichtiges Vitamin enthalten ist. Dasselbe gibt vom Käse. Entgegen der landläufigen Ansicht ist Milch durchaus nicht besonders empfehlenswert, der berechtigte Durst— besteht doch der Embryo zu drei Vierteln aus Wasser,— soll lieber mit Wasser und angegorenen„Fruchtsäften gelöscht werden. Die Fruchtsäfte sorgen nebenbei auch für Anregung der Nieren= und Darmtätigkeit. Eier dürfen in mäßigen Mengen genossen werden, enthalten sie doch das für den Aufbau so notwendige Eisen, das anscheinend dem mütterlichen Organismus am schwersten zu entziehen ist, und daher im Ueberschuß vorhanden sein soll. Fleischgenuß ist möglichst zu beschränken, er kann zu Magenbeschwerden führen. Wichtig ist die Zufuhr von Kalk. Der Zahnverfall, der fast bei keiner Schwangerschaft ausbleibt, deutet ja schon in einer auch den Laien verständlichen Weise darauf hin, daß dar Kind sich dieses zum Aufbau der Knochen wich amp S SSEFTHSSPSSESSESEEGaES. GEUBUBBUTEGNGUGUZIGaZUNTEA. Kein Aschermittwoch Sizze von Paufrichard Hensel „Und wann soll ich zurück sein?" fragte Marietta, als sie fertig angekleidet vor ihrem Manne stand. Doktor Bohlen sah freundlich auf die schöne Frau, in deren Augen schon die Erwartung des Abends glomm.„An einem Faschingsabend sieht man nicht nach der Uhr. Tanz', bis du müde bist, Marietta!" Sie ging. Unten wartete ein Wagen auf sie. Dann fuhr sie neben Hilde, ihrer Freundin, dem großen Festsaal zu, in dem eine Künstlergruppe ihre Gäste zur Fastnacht erwartete. Marietta war froh, daß Hilde angerufen hatte. =Einen Abend mit diesem lebensfrohen jungen Ehepaar empfand sie immer als angenehm. Und deh, sie ein wenig in Richard), den Mann hrer freundin, verliebt war, bedeutete für sie nichts Schlimmes. Sie hatte ihn gern, wie man sich zu einem sympathischen Menschen hingezogen fühlt, mit dem das Zusammensein immer froh und heiter ist, der gut tanzt und bei dem man nicht vergißt, eine schöne Frau zu sein. Sie brauchte diese unbefangenen Stunden wie eine Erfrischung. Denn das Zuhause ermüdete sie. Warum kümmerte sich ihr Mann so wenig um sie? Für chemische Formeln und wissenschaftliche Forschungen brachte Marietta kein Interesse auf. Sie wollte sich wohlfühlen, ein wenig verwöhnt werden, Menschen um sich sehen— und es machte sie nervös, allein in ihrem Zimmer zu sitzen, während sich Doktor Bohlen in seine Arbeit vergrub. Das war in der letzten Zeit noch schlimmer geworden als zuvor. „Wollen wir nicht ausgehen, irgend wohin, wo Musik ist?“ fragte Marietta manchmal. „Ach, weißt du, die fremden Menschen.“. Sein zögerndes Gesicht verstimmte sie schon. Dann rief sie kurzerhand Hilde an.„Du. ich komme noch für eine Stunde zu Euch hinüber.“ Doktor Bohlen hörte kaum, wenn sie ging.— Hilde war bald im Tanzgewühl verschwunden. Sie hatten sich verabredet, dann und wann an einem bestimmten Platz zusammenzukommen. Auch Mariette wurde von der Stimmung mitgerissen, die unter den Rhythmen der Tanzmusik mit jeder Stunde stieg. Die bunten Masken, die fremde Welt, durch die sie glitt, der Wein— das alles schuf eine Losgelöstheit von dem Leben voller Hemmungen da draußen. Lachend stieß Marietta in einer Ecke des Saales mit Richard Hertere das gfüllte Glas an. Gut, daß er da war. Manch Worte, die ihr beim Tanz zugeraunt wurden, hatten sie verwirrt und gedemütigt. Es war etwas Frem, des und Kaltes in dieser scheinbaren Lustigkeit. Der Arm, der sich von der Tänzerin löste, griff schon nach einer anderen. Da hätte sich Marietta zu dem Freunde gesetzt. Was brauchte sie denn fremde Menschen? „Wo ist Hilde?“ fragte Richard und sah sich um. „Heute dürfen Sie nicht nach ihr fragen, Richard.“ Nervös zündete er sich eine Zigarette an. „Ich habe sie schon seit einer Stunde nicht gesehen...“ Das waren nur wenige Worte, aber Marietta fühlte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Es war Fastnacht. An diesem Abend hatte sie alle Freude auskosten wollen, und alle Gedanken hatten sich längst wie die Schaumperlen des Sektes ausgelöst. Und nun wurde sie wach, als sie begriff. daß der Mann. den sie gern hatte, und dem sie jetzt gegenüber saß, an eine andere Frau dachte, Angst um sie hatte und daß zwei Menfchen verbunden waren, auch wenn fremde Dinge sie trennten. „Ich habe ganz vergessen. Ihnen zu gratulieren“, sagte Richard, und streckte ihr die Hand hin. Verwundert sah sie ihn an.„Wozu?“ „Aber alle Welt spricht doch davon: die große Entdeckung des Doktor Bohlen— das neue Serum. Sie sind zu bef beiden für die Berühmtheit Ihres Gatten, Marietta!“ Die Frau senkte den Kopf. Alle Welt spricht davon— sie weiß es nicht; er hat es ihr nicht gesagt. Vielleicht, weil sie nie danach gefragt hat... Gegen mittag wachte sie am and ren Tage auf. Doktor Bohlen brachte ihr selbst das Frühstück an das Bett.„Ausgeschlafen?“ fragte er, Sie war verlegen und wußte nicht, warum. Mit einer ungewohnten Behaglichkeit ließ sie den Kopf auf dem Kissen liegen. Mernwürdig. wie lange sie das Gesicht ihres M.###s nicht betrachtet hatte! So tiefe Falten schon— aber die Augen waren doch klar— und nun geiff sie plötzlich nach seiner Hand:„Warum müssen mir andere Menschen erst erzählen, was ich für einen bedeutenden Mann habe?“ Da war es für Minuten, als glitten alle Schatten der vergangenen, stillen Zeit an Bohlens Gesicht vorüber, alle Enttäuschungen und heimliche Lual. Zärtlich strich er die Hinde seiner Frau:„Weil ich dir eine Freude machen wollte, Marietta. Ich weiß, es ist nicht leicht, am Aschermittwoch aufzuwachen und dart: zu denken, daß nun viel vorüber ist. Aber gewinnen wir nicht aus Arbeit und Geist auch etwas, was längeren Bestand hat als eine kurze Freude der inne? Ich habe nicht viel Zeit für dich gehabt, aber ich dachte daran, daß unser Leben noch lang ist und schön sein soll. Es liegt noch Schnee. Wenn du willst können wir jetzt noch für ein paar Wochen in die Berge fahren.“ Marietta hatte die Lider gesenkt. So viel ging ihr durch den Sinn. Als sie die Augen aufschlug, war ihr Blick klar und ruhig:„Wir wollen warten, bis der Schnee fort ist. Ich möchte lieber mit dir in den Frühling fahren.“ tige Element rücksichtslos zu verschaffen weiß. Die Zähne müssen selbstverständlich schleunigst in Ordnung gebracht werden,— eine Zahnbehandlung bedeutet keine Gefahr für den Bestand der Schwangerschaft— aber außerdem soll durch genügende und regelmäßige Zufuhr eines der vielen guten käuflichen Kalkpräparate einem weiteren Zerfall vorgebeugt werden. Tee und Kaffee dürfen nur in verdünnter Form genossen werden, wenn nicht auf ärztliche Verordnung starker Kaffee zur Anregung des Herzens als Medizin genossen werden soll. Die häufige Uebelkeit der ersten Monate soll man nicht mit dem so beliebten Schnäpschen bekämpfen, sondern mit Pfefferminzgeist; er ist ebenso wirksam und sehr viel gesünder. Ueberhaupt ist dem Alkohol in jeder Form aus dem Wege zu gehen! Wichtig ist die Sorge für regelmäßige Verdauung, meist genügen ein Glas Wasser auf nüchternen Magen und größere Quantitäten von frischem und getrocknetem resp. gekochtem Obst zur selbständigen Regulierung. Wo das nicht der Fall ist, soll man seinen Arzt nach einem leichten Abführ= oder Regulierungsmittel fragen. Kritikloses Abführen schädigt; im Notfall ist ein Einlauf harmloser, aber auch der darf nicht zur Gewohnheit ausarten. Stark blähende Speisen ebenso wie kohlensaure Wässer werden besser vermieden, da sie die ohnehin hochgetriebenen Därme noch mehr auftreiben und recht unangenehme Beschwerden verursachen können. Ob im Einzelfall die Zusuhr von besonderen Nährstossen oder Mineralstoffen, bezw. deren Einschränkung notwendig ist, entscheidet der Arzt, er kann immer nur auf Grund persönlicher Untersuchung, nicht aus der Entfernung, beurteilen, was einer schwangeren Frau gut oder schädlich ist. —12.— Berufe, die nicht arbeitslos werden Beruse, die nicht arbeitslos werden?, gibt es das? werden viele ungläubig fragen. Ja, es gibt sie noch, und es sind besonders befriedigende Berufe— wenigstens für die Frauen. Wird eine Hausfrau jemals arbeitslos? Jede Hausfrau wird bezeugen, daß sie es nie wird. Aber das ist doch kein Beruf. werden manche Leser einwenden. Man verdient doch kein Geld und geht nicht aus dem Haus. O sage ich, jede Hausfrau verdient sehr viel eld, wenn sie auch„nur“ im Haus ist. 30 Proz. des deutschen Volksvermögens gehen Miß Jugoslavia 1932. Olga Gyuritsch, die in Belgrad zur Miß Jugoslavia 1932 gewählt wurde. Sie dürfte auf der internationalen Schönheitskonkurrenz in Nizza ihr Land nicht ohne Siegesaussichten vertreten. durch die Hand der Hausfrau. Von ihrem Geschick hängt die zweckmäßige Verwendung des Geldes ab. An ihr liegt es, welche Richtung die Produktion nimmt: ob deutsche Waren hergestellt werden, oder ob das Ausland daran prositiert, daß die Hausfrau nur englisches Tuch, nur Schweizer Spitzen, nur französische Modelle kaufen will. In ihrer Hand liegt es, die Landwirtschaft zu unterstützen usw. Also: die Hausfrau hat volkswirtschaftlich höchst wichtige Funktionen zu erfüllen. Aber auch für den einzelnen Haushalt kommt alles auf ihr Können, auf ihr Geschick, auf ihre Intelligenz an. Ob eine Familie befriedigt wird, ob Mittel für kulturelle Anschaffungen(Lektüre, Kunst usw.) da sind, alles liegt allein an der Hausfrau. Der Hausfrauenberuf erfordert also, soll er richtig erfüllt werden. sehr viele Kenntnisse, sehr viel Uebersicht über die Notwendigkeit modernen Lebens. Kenntnisse müssen aber erworden werden, Fähigkeiten müssen geschult werden, d. h. die Hausfrau braucht eine Berufsausbildung wie jeder andere Beruf auch. Jede Hausfrau braucht sie, und je knapper die Mittel sind, mit denen sie wirtschaften muß, desto mehr braucht sie Schulung und Anleitung. Hier helfen die Hausfrauenschuten. die es in der verschiedensten Art gibt: als Beispiel seien die Schulen des Vereins Jugendheim Charlottenburg angeführt. Dieser-Verein unterhält u. a. eine Haushaltungsklasse, in der 14—15jährige schulentlassene Mädchen für 1—2 Jahre ausgenommen werden, um in Hauswirtschaft, Kochen, Kinderpflege unterrichtet zu werden. Das junge Mädchen, das die Schule verläßt, wird es später im eigenen Haushalt verstehen, eine gemütliche Häuslichkeit zu schaften, das Einkommen des Mannes praktisch und sparsam zu verwenden, die Kinder richtig aufzuziehen. Sie wird große Werte dem Volksvermögen sparen, die bei falscher Wirtschaft vergeudet werden. Das junge Mädchen kann aber auch ihre Kenntnisse in fremden Haushaltungen verwenden. Es wird leichter eine Arbeit finden als ein unausgebildetes Mädchen. Es kann weiter den Besuch der Schule als Vorstufe für eine spätere Berussausbildung ansehen, mag es den Wunsch haben als Kinderpflegerin, Säuglingspflegerin oder Kindergärtnerin sich der Betreuung von Kindern zu widmen, oder mag sie als Wohlfahrtspflegerin sich in den Dienst der sozialen Arbeit stellen. Man sieht, welch vielfache Arbeitsmöglichkeiten sich einer Schülerin der Haushaltungsschule eröffnen. Die Haushaltungsklasse des Vereins Jugendheim nimmt nicht nur Tagesschülerinnen auf, sie betreut in ihrem Wohnheim auch auswärtige Schülerinnen, und die Eltern dieser jungen Mädchen bezeugen immer wieder ihre Dankoarkeit, ihre Kinder unter so mütterlicher Obhut in Berlin zu wissen. Den jungen Mädchen aber gibt die Schulzeit eine willkommene und oft langersehnte Möglichkeit, das Großstadtleben kennen zu lernen und trotzdem eine gemütliche und fröhliche Gemeinschaft nicht zu entbehren. Eine zweite staatlich anerkannte Haushaltungsschule hat der Verein Jugendheim in seinem Landheim Finkenkrug bei Spandau. Das Heim liegt mitten im Wald. Sein großer Garten= und Tierzuchtbetrieb gibt Gelegenheit, ländliche Arbeit zu erleben. Die wunderbare kräftige Waldluft, der dauernde Aufenthalt im Freien sind besonders geeignet für junge Mädchen, die aus der Stadt stammen und die eine Zeit der Erholung, Ent, spannung und Kräftigung brauchen. Die dritte Haushaltungsausbildungsstätte, die allgemeine Frauenschule, liegt wieder in der Stadt doch verleben die Schülerinnen einen Teil der Schulzeit im Landheim. Diese Schule ist für junge Mädchen mit mittlerer Reife oder für Abiturientinnen eingerichtet, die entweder die Schulzeit als notwendigen Unterbau für svätere Berufe brauchen oder Das blonde Fräulein Nummer Vier Stizze von Padlrichurd Heuse: Dieser Gedanke quälte sie. Mußte es denn schon sein, dies Aufhören und Beiseitestehen? Es dauerte nicht lange, bis sie wieder den Salon betrat.„Lucie", sagte sie,„Sie haben geschickte Hände. Heute müssen Sie mir eine sallfrisur machen, etwas ganz Eigenartiges.“ Lucie zeigte sofort Eifer.„Gnädige Frau besuchen heute ein Fest?“ „Ja, mein Kind, das sind Verpflichtungen, die man gegen sich selbst hat. Außerdem erhält Tanz geschmeidig.“ Lucie stand hinter der Schauspielerin und betrachtete deren Gesicht in dem hohen Frisierspiegel. Ja, sie wollte ihre Kunst zeigen. Etwas an diesem Gesicht wirkte auf sie, und sie wollte aus dem dunklen Haar einen würdigen Rahmen schaffen. Sie konnte sich diese Frau gut vorstellen— in einem hellerleuchteten Saal, von Bewunderern umgeben, lachend und froh, wie man sich eben die Menschen aus der anderen Welt vorstellt, zu der man nicht gehört. „Was gab es denn vorhin zu lachen?“ fragte Cläre. Sie hatte beim Betreten des Salons Lucie in einer heiteren Unterhaltung mit dem großen, schwarzhaarigen Gehilfen getroffen. Das Mädchen wurde verlegen.„Ein Scherz nur „Soso.“ Und belanglos fügte die Frau hinzu: „Sie können doch besser wählen, Lucie.. Wählen? Ein Schatten ging über das junge Gesicht. Der Kollege hatte sich in sie verliebt, und sie war jung; da können andere mit Worten wenig ausrichten. Suchte nicht diese elegante Frau auch für heute Freude, stand nicht die Erwartung schon in ihren Augen? Lucie war arm und hatte wenig Zeit, und es eilte ihr auch nicht— aber aus dem Wege gehen würde sie nicht. Als sie ihr Werk vollendet hatte und im Spiegel überprüfte, beneidete sie die Frau, die sich ihr Glück wählen konnte. Am anderen Nachmittag saß Cläre Dahms wieder in der Koje.„Ich finde diese Locken abscheulich“, sagte sie gereizt.„Aendern Sie das!“ Schweigend, ein wenig erstaunt, arbeitete Lucie. Kein Wort über das gestrige Fest, kein freundliches Wort überhaupt. Die Hände der Schauspielerin spielten nervös mit dem Gürtel. die Mundwinkel waren herabgezogen.„Sehen Sie sich doch vor, Lucie!" Die Augen der Schauspielerin waren müde, so müde.„Ist Ihnen die Welle so recht?“ fragte das Mädchen.—„Wie Sie wollen!“ kam es gleichgültig zurück. Gleichgültigkeit, Müdigkeit, Enttäuschung— das war nun der Ausklang von dem, um das Lucie diese Frau gestern noch beneidet hatte. Sie erschrak fast, als sie das erkannte. Gestern abend in der Konditorei— sie hatte zum ersten Mal die Einladung des Kollegen angenommen — glaubte sie noch: Nicht nachdenken, die Freude nehmen, wenn sie kommt. Jetzt sah das ganz anders aus. Die Schauspielerin brauchte ihr nichts mehr zu erzählen. Nachdenklich betrachtete sich Cläre Dahms im Spiegel, als Lucies Arbeit beendet war.„Wie ist Ihnen die Idee zu dieser Frisur gekommen?" Das fiel Lucie jetzt selbst erst ein.„Weil Sie mich an meine Mutter erinnern.“ Betroffen sah die Frau das Mädchen an.„Nur äußerlich?“ fragte sie beklommen. Da sagte Lucie tapfer:„Nein. Meine Mutter sprach nicht viel, wenn sie mir helfen wollte. Aber ich begriff alles, wenn ich sie ansah.“ Unwillkürlich senkte die Frau die Augen. Bilder des gestrigen Abends standen vor ihr auf, mit dieser sinnlosen Idee, erleben zu wollen— nur weil sie schön war und noch nicht alt sein wollte— mit all dem Halben und Oberflächlichen, das man nur erntet, wenn man selbst nichts geben will. Sie schämte sich jetzt vor dem Mädchen, das allein und haltlos in der Welt stand, dem sie manches leichtsinnige Wort gegeben hatte und das sie selbst heute etwas ganz Neues gelehrt hatte. „Lucie“ sagte sie mit veränderter Stimme. „In vier Wochen kommt meine Tochter aus dem Pensionat zurück. Wenn Sie mich dann einmal besuchen wollen... „Gern“, sagte das Mädchen und strich sorgfältig mit dem Kamm durch die schlichte Frisur der Frau. Parade der europäischen Schönheitsköniginnen Sie war nicht nur bei den Kundinnen beliebt, sondern auch— und das will viel heißen — bei der Meisterin und den Kollegen. Sie arbeitete flott und zeigte sellst in Stunden der Uebermüdung immer ein freundliches Gesicht. Ihre zierliche Gestalt, das etwas blasse Gesicht mit dem weißblonden, gepflegten Haar schienen nur zwischen all diesen Gegenständen denkbar, die dazu bestimmt sind, eine Frau schön zu machen. Sie füllte ihren Beruf als Friseuse mit Eiser aus, und ihr unverbildetes Feingefühl ließ sie rasch alle Wünsche der eleganten Frauen, die diesen Salon besuchten, begreifen. „Ist Fräulein Lucie frei?“ wurde schon in der Diele gefragt, wo die Inhaberin würdevoll an der Kasse saß. Und manche wartete lieber und blätterte in den Zeitschriften, als daß sie Haar und Gesicht unbekannten Händen anvertraute. Auch die Schauspielerin Cläre Dahms gehörte zu Lucies ständigen Kundinnen. Wenn sie nach dem Frisieren unter der blanken Trokkenhaube saß und die Zeit damit ausfüllte, daß sie sich maniküren oder mit dem elektrischen Massageapparat behandeln ließ, plauderte das junge Mädchen unbefangen— Harmlosigkeiten, über die Cläre Dahms manchmal lächelte. „Wie alt sind Sie eigentlich?“ fragte sie einmal. „Siebzehn geworden, gnädige Frau.“ „Oh, da haben Sie im Leben noch viel vor sich!“ „Ich hoffe es. Aber ich mache mir darüber keine Gedanken. Nachdenken macht alt, glaube ich Naives, beneidenswertes Kind, dachte die Schauspielerin. Sie hat ein hübsches Gesicht und zwei helle Augen. Es wird ihr an Männern nicht fehlen. Merkwürdig, daß Cläre Dahms mit einem Male etwas, wie Verstimmung fühlte gegen Lucie, gegen diese unbekümmerte Jugend. Auf dem Heimweg sagte sie sich zwar: Was kann dies blonde Mädel dafür, daß ich schon alt bin, daß für mich so vieles schon aufgehört hat! Ich habe eine Tochter; wenn sie aus dem Thüringer Pensionat zurückkommt, ist sie eine erwachsene Dame. Und ich? die für ihren eigenen künftigen Haushalt Kenntnisse sammeln wollen. Vieles ließe sich noch zum Lobe der geschilderten Ausbildungen anführen, eine ganze Liste von Berufen könnte gegeben werden, die alle die hausfrauliche Schulung verlangen. Doch jetzt Schluß davon! Nur noch den Rat an die Lesex und Leserinnen, sich nach allem Näheren direkt bei dem Verein Jugendheim. Charlotetnburg, Goethestraße 22, oder bei dem Landjugendheim Finkenkrug bei Spandau zu erkundigen und der Hinweis, daß das Jugendheim auch selber die Ausbildung zur Kinderpflegerin. Kinderheimpflegerin. Kindergärtnerin, Hortnerin, Jugendleiterin und Fürsorgerin vornimmt. —•.— Besitzen und— Besitz erhalten Besitzen tun wir nicht mehr allzuviel, nicht wahr? Tausende sind durch die Not der Zeit dazu gezwungen worden, viel, sehr viel von ihrem früheren Besitz fortzugeben. Mußten sich mit blutenden Herzen von Dingen trennen, an denen ihre ganze Liebe hing. Vielleicht war's eine alte, wertvolle Geige oder ein Kunstgegenstand, der mehrere Generationen hindurch Familienbesitz gewesen und nun in fremde Hände übergehen sollte. In fremde? Ach, wenn es nur darauf ankam. Was aber weher tat: In Hände, die kaum Verständnis dafür hatten, wie mit ihm umzugehen war. Und Besitz erhalten? Ist das nicht heute zum Gesetz geworden, auch von der Not der Zeit diktiert? Haben wir nicht umlernen müssen? Dinge, die wir früher, wenn sie nicht ganz einwandfrei mehr waren, einfach fortwarsen— heute immer noch einmal, solange es irgend geht, wieder zurechtzuheilen, daß sie noch ein Weilchen länger halten? Das ist ein bitteres Kapitel für die Hausfrau besonders; zumal dann, wenn sie auf Mangel an Verständnis bei ihrem Personal oder gar bei den anderen Familiengliedern stößt. Ist's ein guter, alter Teppich oder ein etwas altersschwacher, einst so wertvoller Schrank— ist's nur ein Kleidungsstück oder ein Gebrauchsgegenstand — eine Hausfrau ist heute immer gezwungen, alles, was es auch sei, möglichst lange zu erhalten. Neuanschaffungen lassen sich heute nicht mehr so leicht vornehmen wie vor Jahren. Und da gibts immer wieder Ermahnungen für die andern. die oft so unvorsichtig mit all den Untere Reihe von links nach rechts: Die Schönheitsköniginnen von Rußland(von Emigranten gewählt), Deutschland, England, Belgien, Dänemark, Spanien und Peru. Obere Reihe von links nach rechts: Die Schönheitsköniginnen von Griechenland, Frankreich, Ungarn, Italien, Rumänien und Jugoslavien. Dingen umgehen, als stecke kein Wert in ihnen und als würden sie ebenso leicht ersetzt, wie vernichtet. Und es kommt wohl recht oft vor, daß die Hausfrau einen spöttischen Blick seitens ihrer Hausangestellten in Kauf nehmen muß, die auch heute noch nicht begreifen kann, daß gerade die Hausfrau darauf sehen muß, daß alles möglichst erhalten bleibt; vielleicht ist's auch der eigene Gatte— das soll ja vorkommen— der nervös wird durch solche leisen Ermahnungen seitens seiner Eheliebsten, doch schonend mit den Sachen umzugehen, den aber solche Hinweise einfach nur„schwach“ machen, anstatt ihn zu—„erziehen“! Wahrhaftig, die Hausfrau hätte es tausendmal leichter, könnte Die Schönheitsköniginnen von 12 europätschen Ländern sowie von Peru sind in Paris eingetroffen, um sich auf dem berühmten Wohltätigkeits=Ball„der weißen Bettchen“ zum ersten Male vereint der Oeffentlichkeit vorzustellen. In Nizza findet dann die Wahl der europäischen Schönhettskönigin 1932 statt. sie wie früher schalten und walten; sie würde ihre Nerven schonen und mit den andern in besserer Harmonie leben. Aber sollte es bei einigem Verständnis nicht möglich sein, daß alle hier zusammenarbeiten? Zunächst nur aus reiner Notwehr heraus; dann aber— ja, das ist das Schöne daran, später also aus Freude am Erhalten! Wir können wahrhaftig Freude daran haben, fast wie an etwas Selbsterschaffenem! Und sehen wir es erst von diesem Gesichtspunkt an und handeln aus ihm heraus, so wird damit der Stachel genommen sein, der in dem Bewußtsein liegt: Du mußt erhalten! Ellen Hartung.