S S S S. S9 9 50 7 8-•3 #S 2 e s* Scos S. Si S. 3 9 3•. *• G. 2.* 8 * 9 6 2 S 8 9 8 * * 8 • P g % S S S'G der, die Kuf. Geldbeutel, Nachkommenschaft ind Gestalt durch diese Leidenschaft gefährdeen. Einer der ersten Widersacher des Rauchens önig Jakob 1. von England, erwähnt in iner Streitschrift auch bereits das Rauchen er Frauen. Von seiner Vorgängerin, der königin Elisabeth weiß man, daß sie es wenigtens versucht hatte, wenn auch nicht erwiesen ist, daß sie daran Gefallen gefunden hat, wie man es damals als Beweis für ihre Mannweiblichkeit behauptet hat.— Daß die Frage, oo es den Frauen gestattet sein sollte, zu rauchen, später auch die Literaten beschäftigre, konnte nicht ausbleiben. Aerzte, die sich für den Tabakverbrauch ja wegen seiner angeblichen Heilwirkungen einsetzten, empfahlen ihn naturgemäß für beide Geschlechter. In der Zeit der Aufklärung aber leitete man das Recht der Frau auf eine Pfeise Tabak bereits aus der Gleichberechtigung der Geschlechter ab. Erwiesen ist jedenfalls, daß in den verschiedensten Ländern nicht nur Frauen der Gesellschaft, sondern auch solche der arbeitenden Bevölkerung dem Tabak verfallen waren,— lange bevor die Zigarette aufkam, die jetzt vielen Menschen für die einzige zulässige Form des Tabakgenusses rauchender Frauen gilt. Die Zigarre im Munde einer Frau wirkt noch immer ungewöhnlich; dennoch hat schon die schöne Kaiserin Elisabeth von Oesterreich in den ersten Jahren ihrer Ehe mit Vorliebe Virginiatigarren geraucht und sich erst später für die Zigarette entschieden, als deren leidenschaftliche Verehrerin sie sicherlich für die Verbreitung des Rauchens bei ihren Geschlechtsgenossinnen mitverantwortlich geworden ist. Marie Salander. Schein dem Richter auf den Tisch legte:„Hier sind die fünfzig Rupien. Mein Maran ist frei!“ Alle weiteren Worte, die etwa in dieser Sache noch gesprochen wurden, gingen im Jubelgeschrei der begeisterten Menge unter. So nahm auch niemand vom sang= und klanglosen Abschied der Schwiegermutter Kenntnia -2„Ich mach' das schon, Mutti!“ Der Schwiegermutter vereitelte Rache Von Ludwig Haßlinger. Die Geschichte ist so romantisch, daß sie zur Erbauung aller Menschen mit leicht überfließenden Tränendrüsen verfilmt werden sollte. Sie fing mit unglücklicher Liebe an. Der braunhäutige Maran Wallis, seines Zeichens ehrbarer Schneider im indischen Bulsar, war in heißer Liebe zu seiner sechzehnjährigen Landsmännin Luddian D'Souza entbrannt. Leider wollte aber weder das junge Mädchen noch— was wesentlich schwerer ins Gewicht fiel dessen Mutter etwas von der Ehe mit dem Herrscher über Nadel und Schere wissen. raffte das tapfere Schneiderlein in seiner Verzweiflung seinen ganzen Mut zusammen, fuhr nach Bombay, wo seine spröde Angebettte lebte, und— raubte das Mädchen. Die mutter setzte die Polizei in Bewegung, aber diese fand das Mädchen nicht. Dagegen kehrte Luddian nach einiger Zeit vergnügt und frisch zur Mutter zurück und gestand ohne Schamröte, sie habe sich in ihren Entführer verliebt und wolle ihn heiraten. Da entbrannte der Zorn der Frau, die keine Schwiegermutter werden wollte. Sie rief nochmals die Polizei und sorgte dafür, daß Luddian und ihr Liebster ins Gefängnis kamen. Als die Sache zur Verhandkung kam, schien die Frau plötzlich ein Einsehen zu haben, denn sie sagte:„Ich bestehe nicht darauf, daß der Lümmel verurteilt wird, aber meine Tochter soll er sofort heiraten.“ Alles außer der Mutter und dem Richter weinte vor Rührung ob so viel menschlichen Verständnisses. Doch dann zeigte sich plötzlich, daß die Frau dem Entführer nicht aus Barmher= zigkeit, sondern aus teuflischer Berechnung heraus verziehen hatte. Denn der Richter mußte dem Buchstaben des Gesetzes entsprechend den tavferen Schneider zu einer Beldstrafe von fünfzig Rupien verurteilen: Bevor Sie den Betrag nicht bezahlt haben, können Sie nicht aus dem Gefängnis entlassen werden.“ Der Jüngling rang die Hände:„Aber ich muß doch heiraten!“—„Können Sie auch“, meinte der Richter ungerührt, gleich auf der Stelle. nur schicke ich ein paar Schutzleute mit, und Sie werden dann wieder in=Zelle zurückgebracht.“ Die Schwiegermutter hatte nun ihre Rache: Einen Zuchthäusler mußte ihre Tochter unter Polizeibewachung heiraten! Der Jüngling wurde bleich. Das Drama war auf seinem Höhenunkt angelangt. Da flötete die Tachter plätzlich mit bestrichendem Lächeln:„Ich danke Dir für alle Liebe Mutter, und ich werde meinen Mann gleich heiraten. Bitte laß mir nur Geld hier, damit ich morgen nach Hause fahren kann!" Diese Bitte konnte die Mutter ihrer Tochter nicht gut abschlagen. und stolz zückte sie einen #a=Runienschein. Worauf die Tochter den Von Stephan Weidner. „Filmkind gesucht. Vorstellen: Morgen 9 Uhr Atelier Tempelhof.“ Auf diese Anzeige hin stürmten am anderen Morgen dreihundert Berliner Mütter mit ihren Lieblingen das Atelier. Jede glaubte, nur ihr Kind könne ausgewählt werden. Feindselige Stimmung verbreitete sich im Raum. Der Regisseur erschien. „Immer der Reihe nach die Kinder zu mir hereinkommen!“, sagte er.„Nein, ohne die Mutter. Ich muß das Kind beurteilen, wie es sich benimmt, wenn es allein ist!“ Da war auf einmal die Begeisterung der Kinder nicht mehr so groß. Ohne Mama wollten sie nicht zu dem fremden Herrn gehen: Die einen weinten, die anderen verloren die Sprache, wenn sie sich zeigen sollten, alle versagten im Zimmer des Regisseurs. Als dieser wieder das Atelier betrat, drang eine helle Kinderstimme an sein Ohr: „Ich würde nicht bei dem Herrn weinen! Laß mich doch mal hinein; ich mach das schon, Mutti!“ „Na, dann komm du mal her zu mir!“ rief der Regisseur, und die Kleine folgte ihm und spielte alles mit solcher Natürlichkeit und Hingabe, daß er die Mutter rief und das Kind engagierte. Das kleine, tapfere Mädchen hieß [Inge Landgut. I Das war vor fünf Jahren; damals war Inge vier Jahre alt. Und seitdem hat sie schon eine ansehnliche„Karriere“ hinter sich. Wir haben sie in vielen Henny Porten=Filmen gesehen, im Film„M“ ist sie das kleine Mädchen, das ermordet wird, und nun spielt sie die„Pony=Hütchen" im Ufa=Tonfilm: „Emil und die Detektive“. Gewiß, Filmkinder gibt es viele. Inge Landgut kann es an Lieblichkeit und Grazie mit den schönsten amerikanischen jugendlichen Filmstars aufnehmen. Und doch ist es noch etwas anderes, was sie auszeichnet: Jeder Regisseur, der dieses Kind vor der Kamera hat arbeiten sehen, ist überrascht und entzückt von der wirklichen Spielbegabung. Da ist keine Lenkung durch den Regisseur zu merken, da ist ein selbstverständliches Auffassen der Rolle, ohne daß mit Mätzchen nachgeholfen werden muß, da ist ein kleines Menschenkind, das unbewußt von seiner Aufgabe so erfüllt ist, daß es sie wie ein Erwachsener als seine„Berufung" empfindet. : I c h w a r g e r a d e e i n m a l b e i i h r z u G a s t, a l s lein Telephonanruf sie ins Filmatelier bestellte. Im selben Augenblick verflog das Interesse an Kaffee und Kuchen, das Buch, in dem sie eben noch eifrig gelesen hatte, war vergessen, und als eben eine Freundin kam und sie zum Spielen abholen wollte, antwortete sie ihr ernst und wichtig:„Ichkann nicht, ich muß jetzt filmen!" Und dieses„ich muß jetzt filmen!“ klang wie ein Bekenntnis zu einer geliebten Arbeit, die zu tun selbstverständliche Pflicht ist. Dabei ist Inge Landgut aber keineswegs altklug oder starhaft, wie es leider Kinder, die an die Oeffentlichkeit treten und Erfolg haben, oft werden, sondern sie hat sich(und das ist vor allem ihrer Mutter zu danken, der das am Herzen liegt) den Reiz der unbefangenen Kindlichkeit und Natürlichkeit im Spiel bewahrt. „—sund Lorbeerblatt eine Viertelstunde kochen. Zuletzt schmeckt man die Suppe mit einer Prise Zucker, Pfeffer und Salz ab. Muschelsuppe. 50 Muscheln werden sorgfältig gewaschen und gebürstet, in kochendes, wenig gesalzenes Wasser gelegt und, nachdem sich die Schalen geöffnet haben, mit dem Schaumlöffel herausgenommen. ½ Pfund in dünne Scheiben geschnittene Kartoffeln werden in dem Muschelwasser weich gekocht. Man löst die Muscheln aus den Schalen und mengt sie unter die Kartoffeln in die Suppe, die aber nicht mehr aufkochen darf. Fischkoteletts. Der gewässerte Fisch wird in Scheiben geschaitten, abgetrocknet, in Mehl gewälzt und in der Pfanne mit reichlich Butter gebraten. Man reicht dazu Petersilien=, Mostrich= oder Majoransauce. Labskaus nach Hamburger Art. Kartoffeln werden in Salzwasser gekocht und mit Milch zu einem glatten Brei verrührt. Dann mengt man darunter: gekochten, entgräteten und zerteilten Fisch— gleiche Menge wie Kartoffeln— einen gewässerten, zerschnittenen Salzhering, kleingeschnittenes Pökelfleisch oder Bratenreste— halbe Menge wie Kartoffeln— eine gewürfelte saure Gurke und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Man füllt das Gericht in eine mit Speckscheiben ausgelegte Form, streicht eine Kartoffelschicht obenauf, streut geröstete Zwiebel darauf und brät die Speise goldbraun. vse. Die erfahrene Hausfrau rät Gelb gewordene Wäsche wird ohne Bleichmittel wieder blütenweiß, wenn nach dem üblichen Kochen und gründlichen Spülen dem letzten Spülwasser mit dem Waschblau etwas Salz zugefügt wird. Kunstseide darf weder in der Sonne noch in der Nähe des Ofens getrocknet werden. Es ist am zweckmäßigsten, das gewaschene Kleidungsstück in ein reines Tuch zuwickeln, aber so, daß nicht Seide auf Seide kommt, sondern immer das Tuch als Zwischenlage dient. Nun das Wasser ohne starke Pressung herausdrücken. Bunte Sachen dürfen über Nacht nicht eingeweicht werden, sondern müssen schnell gewaschen, gespült und im Schatten zum TrockUnen aufgehängt werden. Mit etwas Salz oder Essig, dem letten Spülwasser zugefügt, die Farben auffrischen. Buntfarbige Gardinen müssen noch feucht geplättet werden. Läßt man sie ganz trocken werden und sprengt sie dann mit Wasser ein, kann es passieren, daß die Farben ineinanderlaufen. Flanellstoffe dürfen niemals von links gebügelt, auch nicht eingesprengt werden. Man legt auf die regte Seite ein feuchtes weißes Tuch und plättet nun, wodurch der Stoff wie neu wird. G. Für die Küche Suppe von Roten Rüben. 1 Pfund geputzte, gewaschene Rote Rüben kocht man in Salzwasser weich. Man hackt und dünstet sie in etwas Butter, gibt 1 Pfd. gekochte, geriebene Kartoseln dazu, 1½ Liter Fleischbrühe und läßt die Suppe gut durchkochen. Dann rührt man sie durch ein Sieb und schmeckt mit etwas süßer Sahne— gesüßter saurer Milch— und etwas Zitronensaft ab. Tomatensuppe. In eine Mehlschwitze rührt man das glatt verquirlte Tomatenmark und läßt es mit genügender Menae Wasser. einer kleinen Zwiebel Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: P A Santz. Altena. Daheim Nr. 14 vom 1. Januar einem bunten, frohen, sportlichen Umschlag begrüßt das Daheim das neue Jahr, und das prachtvolle Einschaltbild des Wiener Malers Joh. Nep. Geller führt zu Eislauf und Schlittenfahrt. Ein Aufsatz über den Papst Silvester und ein anderer über die Kalenderregeln der mittelalterlichen„Cisiojanus"=Verse leiten das neue Jahr ein. Dr. Neuburger spricht von der elektrischen Zukunftsmusik, Hans=Caspar von Zobeltitz bringt Erinnerungen an den kürzlich verstorbenen Schriftsteller Ompteda. Die Freude am Kleinen in dieser schlechten Zeit predigt Theodor Klapproth, der immer lustige Glossenschreiber am Rande der Zeit, in einer Abhandlung„Das verkehrte Opernglas“; eine Winterfahrt durch den Schwarzwald bringt den heimatlichen Klang, während eine Abwandlung „[über Silvester und Neujahr in Spanien uns über die Grenzen führt.— Von neuen viereckigen Blumentöpfen(sehr praktisch!), von allerlei Heringsgerichten, von Stickereivorlagen und dem Berus der Diätetikerin wird ferner berichtet. Ein schönes Bildwerk der Maria auf der Flucht von Arthur Hoffmann, ein Gemälde„Hindenburg=Bankett“ von K. Dannemann schmücken das Heft, das mit seinen Preisrätseln, seinen Plaudereien am Familien= tisch, seinen Berichten über neue Bücher und seinem zum 1. Januar vielen willkommenen Stellenanzeiger abschließt. Eine schöne Gabe zum Jahreswechsel. 8 n 6 Jus-h M ct 83 8 Sss S EESS: -bFSSa S 5 S 58. FaS: R 5 0 B S 2 K LSS S S. SaS m S S9SSS5 5 SORU — — Praden* 9 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 1 Altena, den 5. Januar 1932 Was geben wir unseren Kindern für das Leben mit? An materiellem Gut ist es herzlich wenig, was wir heutigen Eltern unseren Kindern für das spätere Leben mitgeben können. Wir haben um die eigene Existenz zu kämpfen und können nicht Vorsorge treffen. Wo ist heute das Kapital, das einer nächsten Generation zugute kommen soll? Das Volksvermögen ist verloren, ein Sparen in den weitaus meisten Fällen eine Unmöglichkeit. Immer größer werden die Kreise derjenigen, die in den allgemeinen Strudel der wirtschaftlichen Not des Vaterlandes hineingezogen werden, immer größer und schwerwiegender die Sorgen, die sich auf die Zukunft des Kindes erstrecken. Früher konnte der Sohn in den weitaus meisten Fällen einen Beruf wählen, der seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprach. Herte spielen die Kosten der Ausbildung und die spätere Verwertungsmöglichkeit des Gelernten eine große Rolle, fast alle Berufe verlangen Abitur und sind überfüllt. Früher blieb die Tochter im Hause bei den Eltern, und heiratete sie, war eine Summe für die Aussteuer vorhanden, die den gewohnten Verhältnissen entsprach. Heute muß auch das junge Mädchen im Berufe stehen, und leistet sie sich wirklich den Luxus des Heiratens, muß sie sich sehr oft die Ausstattung des eigenen Heims selbst verdienen und mit Möbeln aus dem Elternhause ergänzen. Unsere Jugend ist nicht auf Rosen gebettet. Es wächst ein auffallend vernünftiges, reales Geschlecht heran, das der eigenen Zukunft klar ins Auge sieht. Und das ist gut! Wir Eltern haben nichts weiter zu tun, als diese Fähigkeiten, die sich aus der Not der Zeit heraus entwickelten, zu unterstützen. Man urteilt oft hart über die heutige Jugend. Mag sein, da sind viele Auswüchse, da sind viele, die sich selbst verlieren und nicht Zaum anlegen können, ehe sie herangereift sind, aber im allgemeinen ist diese Jugend erns und kennt wieder Ziele. Die frühere materielle Mitgabe für die Kinder sollte ihnen eine Hilfe zum Existenzaufbau geben und eine Erleichterung für das Leben. Da sie heute fehlt, müssen wir desto ; m e h r i d e e l l e G ü t e r, d e s t o b l e i b e n d e r e n B e s i t z zu verschenken haben, um künftige Wege zu ebnen. Unsere Kinder können mit Recht erwarten, daß sie eine Unterstützung vom Elternhause bekommen, die sie zu lebenstüchtigen Menschen macht. Was sie brauchen, ist viel Liebe, viel Verständnis für die neuen Ideen ihrer Jugend, die mit alten, einer ruhigen Zeit entstammenden oft schwer vereinbar sind. Sie, die in eine ernste, schwere Zeit hineinwachsen, brauchen eine Erziehung zur Einfachheit und zum Verzicht auf Wünsche, die außerhalb der Möglichkeit liegen. Sie brauchen eine gute Kinderstube, die ihnen überall die Türen öffnet. Selbständigkeit und Urteilskraft und einen Beruf mit gründlicher Ausbildung trotz aller Opfer und Schwierigkeiten, der ihnen ermöglicht, im Konkurrenzkampfe nicht zu versagen und auf eigenen Füßen zu stehen. Und noch eins haben unsere Kinder bitter nötig, das ist eine heiße Heimats= und Vaterlandsliebe nicht zu einem Vaterlande ourch die Parteibrille gesehen, sondern mit ner reichen Sprache, seinen Dichtern und nach, daß sie ein Volk der Dichter und Denker Denkern, mit seiner landschaftlichen Schön=sseien. Dies stimmt. Der Deutsche vereinigt heit und seiner deutschen Seeie, denn um die= einen wundervar romunti###n Sinn mit der ses Deutschland willen sollen sie einmal ar= Gabe klaren und nüchternen wenkens. Weder beiten und fortsetzen, was ihnen hoffentlich Herz und Gefühl und Verstand brauchen bei seine Elterngeneration bahnen konnte. dieser Mischung zu kurz zu kommen und die „(gewaltigen technischen und wirtschaftlichen Ilse Spengemanz.[Hagaltigen„teszuiscen, W Die Mode im Schnee Die Bahnen folgerichtigen Denkens, das sichere Geleise klarer Ueberlegenheit und Ueberlegtheit niemals zu verlassen, bildet einen W46 re gautertesn Ei. wesentlichen Teil der Lebenskunst. Die mei=] Je sportvegeisterter und sporterfahrener wir sten Menschen geraten täglich, ja sogar stünd= werden, desto mehr vereinfacht sich die Sportlich in Situationen, bei denen sie den klaren kleidung. Was sich noch vor wenigen Jahren Kopf verlieren. Sie pflegen dann wohl ent=sauf den Rodelbahnen und Sprungschanzen abschuldigend mit leiser Verlegenheit und jenem spielte, war wirklich eine schlechte Maskerade. Achselzucken des Unverständnisses über sich Diese modischen Kinderkrankheiten hat man selbst zu sagen, daß ihnen„der Verstand durch=[überwunden, seit man den Sport nicht mehr ging". Aufregung, Erregbarkeit, überreizte spielerisch, sondern als ernsthafte Arbeit beFfach auch Uebermüdung und Haststreibt. Das kommt ganz selbstverständlich auch um ihr Uebriges boyt, ustz,r GZegentesf zu ver=sbraucht in seinen Zwecknähn Ausdruck. Ron Was für Nachteile sich hieraus so—s2.— Der klare Kopf Leistungen des deutschen Volkes beruhen zum größten Teil in der Gabe, stets mit klarem Kopf an die Arbeit zu gehen. Li. -42— ergeben, legt slar auf der Hand sien schn auscht, I1 konmnese, Fegchs hle ergeben, liegt klar auf der Hano. eine mittlere Linie von sportiuger, Saustugget. Es gibt aber auch Menschen, die nicht aus und vorteilhaftem Angezogensein, die man sich den eben angeführten Gründen, nämlich in=schon gefallen lassen kann. folge plötzlicher körperlicher oder seelischer! Für den Rodelsport zeigt man jetzt sehr Ermüdung den klaren Kopf verlieren, sondern schöne und zweckentsprechende Zusammensteldiesen von Haus aus gar nicht besitzen. Seit lungen von Reise= und Sportanzug: ein durchSchopenhauers Zeiten, ja wahrscheinlich schon gehend gearbeitetes Kleid aus wetterfestem seit Anbeginn der Welt, sucht man die Sache Wollstoff, vorn durchgeknüpft, reichlich meit so darzustellen, daß es sich hierbei nur um überschlagen, der Rock etwa so lang, daß er die Frauen handelt, wayrend die Männer anbgelich halbe Wade bedeckt. Darunter tragt man aus niemals aus der unverrückbar geraden Bahn dem gleichen Stoff die nicht zu weit gearbeitelogischen Denkens geraten. Diese Verallge= ten Bridges. Die Sportgarnitur: Kappe, Faustmeinerung ist selbstredend so wenig wahr und handschuhe und Stöckchen, wird entweder in richtig, wie Verallgemeinerungen eben nie zu= der Farbe zum Anzug stark abweichend getreffen können. Das einzige Körnchen Wahr= wählt, oder in=Ton=Verbindung: zum dunkelheit an ihr ist, daß die Frauen, die mehr mit blauen Anzug stahlblau, zum braunen schwefeldem Herzen als mit dem reinen Verstand den= gelb, zum graublauen silberweiß. Zur Reise ken, innere Gefühle in ihre Gedankenwelt trägt man dann noch einen Flauschmantel leichter miteinbeziehen. Trotzdem gibt es darüber, und ist damit für die Fahrt, Rodel Frauen, die haarscharf und logisch denken, und und Eislauf ausgerüstet. Wem das ganze es gibt Männer, die schlimmer als der selige Kleid zum Rodeln zu warm ist, zieht zu den Konfuzius, in ihrer Denkart immer wieder aus Beinkleidern eine Jacke aus hellem Wolltrikot dem Geleise kommen, ja so wirr und unent= oder imprägniertem flanellgefüttertem Leinen wirrbar folgern, daß selbst das Nachlvüren über. ihres Gedankenflugs den größten Schwierig= Zum Skilaufen hält man sich fast unentwege keiten begegnet. Bei der Art des Denkens im Schnitt an das erprobte Norweger=Beinhandelt es sich zum größten Teil um angebore= kleid, das neuerdings unten nicht mehr zu eng ne Intelligenz, zum geringeren aber dennochanliegt, sondern leicht über die Söckchen fällt. nicht unwesentlichen Teile auch um die Er-[Diese einzige Neuerung hat dem Beinkleid ziehung. Logisches Denken und derientspre= etwas von seinem streng sportlichen Charakter chendes folgerichtiges Handeln kann sehr gut genommen und ihm eine ganz kleine Drollerie anerzogen und erworben werden. gegeben. Zu diesem Beinkleid, das in der Redie nicht klar denken können, gel aus schwarzem, dunkelblauen oder Lraunen sind in der Regel leicht gereizt und mißtrauisch.(Gabardine ist, trägt man den Pullover in kräfunterschieben den andern gerne Gedanken tigen Sportfarben: mandelgrün, orange, schweoder bäuerlichbunt beachen zu überzengen, bozingersändnis. Buißz. einanversehusursgia stäzt, veriert schliefligr) Sehr schön und praktsch find guchz die knagvolzieht sich eine tiefe Tragik, deren einzelne sens dazt wäßit man Nütze und Söckchen. 2. d. Glieder sich wie eine,perzäggnisvolle Kette in als Kopfbedeckung trägt man augenblicklich einanderfügen. Eyen, Geschäftsverbindungen, gern die kleine schwarze Baskenmütze, kech durch dg Parteihrile, zge),(Her., an Lann sio Freundschaften, ja ganze Lebenzhauten Gehgssaufs rechte Ohr gezogen. Oder die kleine Teuoffenen Augen und weitem Herden, venm krelin die Brüche, weil der eine Partner Richlffelskappe, oder so ein winziges Etwas aus müssen es wieder lieben lerneg, dieseslklar zu denken vermag und jede Gemeinschaftschmarzem Strickstoff, dem ran nach Laune Deutschland, an dem wir heute verbluten und von dem sie bis jetzt wahrlich nicht viel mehr als Parteigezänk, Klassenhaß und Neid kennen gelernt haben. Sie müssen es wieklar zu denken vermag und jede Gemeinschaft und Mitarbeit unmöglich macht. Der heutige schwere Existenzkampf macht leinen klaren Kopf zum unerläßlichen Lebensder lieben lernen. dieses Deutschland mit sei= erfordernis. Man sagt den Deutschen gerne schwarzem Strickstoff, dem man nach Laune seine Form gibt. In diesen sportlichen Nichtigkeiten haben wir uns gänzlich von der Schablone freigemacht. Man trägt alles, was zweckvoll und hübsch ist, und die ruhige Linte Se.„ Fünf, sechs Buben balgten sich auf dem Schulhofe und hörten die Glocke nicht, die zum Wiederbeginn des Unterrichts läutete. Der Aufsicht führende Lehrer trat an die Raufenden heran.„Was gibts hier?“ fragte er.„Habt Ihr das Glockenzeichen nicht gehört?“ Die Jungen, im Nu zur Besinnung gekommen, standen herum und schwiegen verlegen. „Nun, keine Antwort?“ fragte Lehrer Döverlein ungeduldig. Seiferts Karl, der sommersprossige Lausbub, ein keckes, vorlautes Kerlchen, kläffte aus der Schar heraus:„Wir haben nur ein bißchen mit seinem Ball spielen wollen; da hat er ihn festgehalten und nach uns getreten.“ Bei diesen Worten wichen die Buben vor dem Angeschuldigten wie vor einem Aussätzigen zurück; Verachtung und Feindseligkeit lagen in ihren Blicken. Hilflos und jämmerlich stand der Gegenstand ihres Hasses an der Hofmauer: das Büblein Hans Eichfeld, klein und schmächtig, hinter den Knaben seines Alters körperlich zurück geblieben. Große Tränen härmten sich noch auf seinem Gesicht, das aus Kratzwunden blutete. Zerzaust und außer Atem war er von dem ungleichen Kampf. Mit beiden Händen hielt er krampfhaft einen Ball an die Brust gebrücht. „Ich hab ihnen doch nichts getan“, schluchzte der Kleine.„Wenn ich nun nicht mit ihnen spielen will!“ „Marsch hinein!“ befahl der Lehrer. Er ging etwas nachdenklich hinter den Kindern her. Den kleinen, stillen Jungen hatte er gern; er mochte ihm nichts zuleide tun. Denn eigentlich hätte er ihm ja den Ball wegnehmen müssen, da Spielzeug nicht mit in die Schule gebracht werden darf. „Wenn eine Ente schwächlich ist oder einen Fehler hat, so wird sie von den anderen geplagt", dachte der alte Lehrer.„So ist es auch bei Kindern.— Was! Bei Kindern!" Er lachte etwas schmerzlich vor sich hin.„Mehr noch bei Erwachsenen. Die Schwachen kommen unter die Räder.“— Die Geschichtsstunde in der Klasse der Zwölfjährigen wurde von dem schneidigen und allgemein gefürchteten Lehrer Hackius gegeben. Der war— als ehemaliger Soldat und Vorstand des„Vereins zur Ertüchtigung der Jugend“— für militärische Zucht. „Richt Euch!“ kommandierte er vor jeder Stunde gewohnheitsmäßig, kniff das eine Auge zu und schaute die Reihen entlang. Nirgends ragte auch nur die Krümmung einer Schulter zentimeterweise hervor. Befriedigt setzte er sich auf sein Katheder, kramte seine Bücher hervor, räusperte sich, straffte seine Gestalt und hob an:„Wir waren das letzte Mal bei Rudolf von Habsburg angelangt. Wann hat er regiert? Sechsundfünfzig Hände wurden empor gegoben. Eingedrilt: Handrüch ge. gpundzinsen; Arm rechtwinklig gebeugl. Sechsundfünfzig nicht stört. Aber— ohne kostspieligen Anschaffungen das Wort reden zu wollen— man legt doch Gewicht auf Gediegenheit. Gerade weil man rechnen muß, schätzt man keinen billigen Kram. Es macht dagegen gar nichts, daß das eine in diesem Jahr, das andere in einem andern gekauft worden, daß es durchaus nicht eng aufeinander abgestimmt ist. Der Gesamteindruck allein entscheidet. Und letzten Endes bleibt die idealste Sportausrüstung schon die, die man sich langsam und liebevoll wachsen ließ. E. U. —fe.Frauen mit Dolch und Pistole auch in Indien Von Ludwig Wiegand. Zum ersten Male in der Geschichte Indiens zeichneten sich Frauen mit blutiger Schrift in die Reihe der politischen Attentäterinnen ein. Zwei indische Studentinnen, die Professorentochter Santi Ghose und ihre Freundin Sunitz Chavdury erschossen im Verlauf der letzten Tage einen Richter englischen Blutesmangt, Provinz Bengalen, die seit mehreren Nonaten in wachsendem Grade Schauplatz schwerster Angriffe auf englische Beamte geworden ist. Während im ganzen Jahre 1929 neunzehn, im Vorjahre schon 74 tätliche Angriffe, sehr oft mit tödlichem Ausgang, auf englische Beamte Indiens erfolgten, schnellte im vorigen Jahre schon die Zahl der Attentate dicht an 130 hinauf. Die jungen Mädchen überreichten dem Richter ein Bittgesuch für die Veranstaltung Skizze von Erich Kunse: Zeigefingerspitzen befanden sich in gleicher Höhe. Eine herzerquickende Exaktheit! Ein prächtiger Anblick! Keiner hätte gewagt, nicht aufzuzeigen. Lieber falsch antworten! Viele Herzen schlugen bang. Wann hatte Rudolf von Habsburg regiert? „Eichfeld", tönte es messerscharf. Der verlor die Farbe, stand unsicher auf. lehnte sich gegen die Bankplatte und stotterte: „Er lebte.. sie starb..“ Die kahlen Schulwände dröhnten vom Gelächter der Klasse. Der Kleine blickte verwirrt zu Boden. Da sah er, wie sein Nachbar den allgemeinen Lärm benützte, um böswillig Allotria zu treiben. Der Arm des Mitschülers streckte sich unter der Bankplatte nach dem Schulranzen aus und hielt den Ball des Kleinen, das Streitobjekt von vorhin, in der Hand. Eine vollkommene Veränderung ging jetzt mit dem Schüler Eichfeld vor. Wütend schoß er auf den Nachbar zu und entriß ihm dermaßen heftig den Ball, daß der Angegriffene vom Sitz fiel und erschrocken aufschaute. „Eichfeld, raus!“ brüllte der Lehrer. Der Kleine stand bleich, aber mit blitzenden Augen vor ihm, den Ball wieder krampfhaft an sich gepreßt. Der Lehrer forderte den Ball, der ihm nur zögernd überlassen wurde. Es war ein ganz armseliger Strumpfball; aus einem alten Wollstrumpf gefertigt, zusammengewickelt und vernäht und mit der einfachen Slickerei eines roten Wollfadens verziert. „So, Unfug treiben ist Dir wichtiger als am Unterricht teilnehmen“, sagte der Lehrer in unheildrohender Gelassenheit.„Du bekommst einen Eintrag wegen schlechten Betragens und zwei Stunden Arrest. Außerdem konfisziere ich dieses dumme Spielzeug.“ Bei den letzten Worten verzog sich das schmale Gesicht des Knaben entsetzt. „Geben Sie mir meinen Ball wieder, Herr Lehrer“, bat er inständig. „Willst Du machen, daß Du in Deine Bank kommst", rief Hackius zornig. Der Knabe fing verstört zu weinen an und flehte:„Geben Sie mir meinen Ball wieder. Meine Mutter hat ihn mir geschenkt. Sie hat ihn in der Lungenheilanstalt für mich gemacht...„ Fu. Dich Jaß H. Lun G. „Um so schlimmer für Dich, oaß Du das Geschenk nicht besser achtest und damit Unfug treibst", antwortete der Lehrer.„Deine Mutter wird keine Freude haben, wenn Du nächste Woche im Weihnachtszeugnis einen Vermerk wegen schlechten Betragens bringst“. „Meinen Ball will ich haben!“ schrie Hans plötzlich wild und unbeherrscht.„Sie dürfen mir meinen Ball nicht wegnehmen.“ Ein Schlag mitten ins Gesicht folgte, daß der Knabe taumelte. „Du frecher Bursche, ungeratener! Du gehörst in eine Erziehungsanstalt und nicht unter gesitten Schüler. Ich werde mit Deinem Klassenlehrer über Deine Bestrafung sprechen.“ Wie betäubt wankte das Kind in seine Bank. Still und teilnahmslos ließ es die Qual dieser endlosen Schulstunde nun über sich ergehen. Der Lehrer schloß den Ball in sein Pult ein und zog den Schlüssel ab. Am anderen Morgen gab es in der Lehrerind Schülerschaft eine Sensation: das Pult der Lehrer Döderlein und Hackius war erbrochen worden und der Ball entwendet. Der Schüler Eichfeld fehlte. Damit trat der„Fall Eichfeld“ in ein ernstes Stadium. Das Lehrerkollegium wurde einberufen und beriet die zu treffenden Maßnahmen. Lehrer Hackius hielt eine flammende Rede über die Verderbnis der Jugend und forderte strenge Strafe. Als aber irgendwo das Wort„Schülerselbstmord“, fiel, wurde es den wackeren Herren doch unbehaglich zu Mute, und man stimmte gern zu, wie der alte Lehrer Döderlein sich erbot, den Fall, der doch anscheinend tiefere Ursachen habe, aufzuklären. Nachmittags machte sich Döderlein auf den Weg. Er war sehr bekümmert und betrübt. In einer schmalen Gasse wohnte Hans Eichfeld, dessen Vater schon lange nicht mehr lebte, bei seiner Großmutter, die für ihn sorgte, seit sich die lungenkranke Mutter in einer Heilanstalt befand. Die alte Frau öffnete dem Klopfenden, der seinen Namen nannte. „Treten Sie doch ein!“ sagte sie.„Aber ich bitte um größte Schonung für das Kind. Seine Mutter ist gestern abend gestorben. Ich erhielt heute fruh die Nachricht.“ Der Lehrer konnte vor Bestürzung kaum sprechen; sah nur in dem kahlen, dunklen Zimmer das weinende Kind. Leise sprach er einige Worte mit der Großmutter, wandte sich dann ganz dem Jungen zu und streichelte ihm das Haar.„ Hans schreckte auf. Wie abwesend starrte er in das schmerzlich bewegte Gesicht des Lehrers, um dann wieder in fassungsloses Schluchzen auszubrechen. Plötzlich aber schien er sich zu besinnen. Langsam stand er auf, ging an eine Kommode und holte aus der Schublade den Ball hervor, den er dem Lehrer reichte:„Wollen Sie den Ball holen? Hier ist er.“ „Du darfst ihn behalten,, antwortete der salte, gütige Herr tief erschüttert.„Heb' ihn gut auf zum Andenken an Deine selige Mutter. Hans. Der Knabe hing aufgeköst an der Brust des Mannes. Stockend kam es von seinen Lippen:„Ich hatte mir ausgedacht, daß Mutter nicht sterben werde, so lange ich den Ball habe. Darum war ich ungezogen in der Schule..“ „Ja, der Ball war sein Talisman“, sagte die Großmutter.„Wie hat er sich nur den Aberglauben in den Kopf gesetzt?“ eines Wettschwimmens und schossen ihn gleichzeitig aus unmittelbarer Nähe in die Brust, als er die Gesuche las. Das Attentat in Comilla gewinnt noch an Bedeutung durch den Grund. Es war die Antwort jener Inderinnen, die sonst in der Welt als die persönlich gewordene Sanftmut und Lebensfremdheit gelten, auf die Verhaftung ebenso jugendlicher Kampfgefährten wegen verbotenen Waffenbesitzes. Ein so außergewöhnliches Attentat, so kurz nachdem Ghandi den„runden Tisch“ von London umstürzte, um eine verschärfte revolutionäre Werbearbeit gegen England zu entfesseln, beleuchtet blitzartig die neue Lage in Indien. Wenn eine derartig schonungslose Kampflust selbst bei den indischen Frauen die„Bande frommer Scheu“ sprengt, dann gibt es nunmehr für keinen indischen Beamten Englands und seine Angehörigen noch eine verläßliche Lebenssicherheit auf indischem Boden. Welche Ausmaße indische Attentatsbewegungen annehmen können, geht schon allein aus der Tatsache hervor, daß in der jüngsten Geschichte nicht weniger als drei indische Vizekönige persönlich angeeriffen worden sind. Graf Mayo, einer der erfolgreichsten Herrscher Indiens, fiel nicht einmal durch einen Hindu, sondern wurde im Jahre 1872, in dem auch ein Attentat auf die alte Königin Viktoria in England erfolgte, in Port Blair von einem fanatischen Mohammedaner ermordet. Lord Lytton, der Sohn des berühmten englischen Romanschriftstellers Bulwer, des Verfassers der „Letzten Tage von Pompeji“, machte Viktoria zur Kaiserin von Indien, erprobte aber 1879 am eigenen Leibe die Unsicherheit der indischen Vizekönigswürde, obwohl er lebend aus dem Attentat hervorging. Fast gleiches Glück im Unglück hatte der vor kurzem zurückgetretene Vizekönig Lord Irwin bei einem Attentat im Jahre 1929. Die indischen Vizekönige stehen also in regem Wetteifer mit den russischen Zaren auf diesem allzu peinlichen Gebiete. Das Vorgehen der Inder erinnert auch in hohem Grade an die russische Nihilistenbewegung. Die indischen Frauen erscheinen nunmehr auf den abenteuerlichen und gefährlichen Wegen der russischen Attentäterinnen. Aehnlich wie die schießwütigen Frauen von Bengalen gehörten die Russinnen mit Dolchy, Pistole und Bombe Gesellschaftsschichten an, die auf eine besonders strenge Abschließung der Frau vom öffentlichen Leben Wert legten und ebenso wie die Russinnen die sich an den zahlreichen Terrorakten beteiligten, zählten die indischen Schützinnen zu den Studierenden. Ihre Tat erinnert auch rein äußerlich an den Angriff der Vera Sassulitsch auf den Polizeipräsidenten von Petersburg. Sie ließ sich bei ihm ebenfalls mit einem Bittgesuch melden und fand auch Gelegenheit, es ihm persönlich zu überreichen: Während der Polizeigewaltige es las, schoß sie eine Pistole auf ihn ab und verwundete ihn lebensgefährlich. Auffallenderweise nahm die Oeffentlichkeit für das„mutige“ achtzehnjährige Mädchen Partei. Unter dem Eindruck eines Tumults im Gerichtssaal sprachen die Geschworenen sie sogar frei. Die Attentäterin wurde sofort von einer fanatisierten Menge aus dem Gerichtssaal entführt und konnte nach der Schweiz entfliehen. Durch sie entwickelte sich der politische Mord zu einer Art Frauenmode. Gleich zwei Frauen gehörten zu den Mördern AlexanAuf der Krankenbahre kehrte Cilly Außem nach Deutschland zurück Die Tennismeisterin wird in Hamburg auf der Bahre vom Schiff gebracht. Im Kreis: Cilly Außem. Von Hamburg aus wurde die junge Kölner Tennismeisterin nach München überführt, wo sie sich am Neujahrstage einer sofortigen Blinddarmoperation unterziehen mußte. ders des Zweiten, der nicht zuletzt wegen der scharfsinnigen weiblichen Organisation dieses fünften oder sechsten Angriffes auf sein Leben erlag. Sophie Perowskaja, ein Mädchen der höchsten Adelsgesellschaft, stellte den Polen Griniditzki auf seinen Platz und gab ihm das Zeichen für den Augenblick des Abwurfs der Bombe. Sie wurde mit vier Mittätern gehängt. Hessi Helfmann, die zweite beteiligte Frau, entging als werdende Mutter der Hinrichtung, erlag aber den Mißhandlungen, die sie im Gefängnis erlitt. Ihr furchtbares Schicksal hielt Hunderte Frauen nicht ab, die gleichen Wege zu wandeln. Auch in nichtrussischen Ländern beteiligten sich Frauen an schwersten politischen Attentaten. Gleichzeitig mit dem Polen Czogolsz, der im Verlauf der landesüblichen Händedruckempfänge den amerikanischen Präsidenten MacKinley erschoß, wurde auch seire Freundin Emma Goldmann als Mittäterin hingerichtet. Dora Kaplan, das Mädchen, das auf Lenin einen Schuß abgab, der von dauerndem, schließlich zum Tode führendem Siechtum für den roten Zaren verbunden war, nahm sich die Französin Charlotte Corday zum Muster, die Marat in der Badewanne erdolchte. Ihre Waffe war übrigens ein ganz unromantisches Küchenmesser. Ebenso wie die Corday wurde auch die Kaplan hingerichtet. Dem Vorgang folgte aber der grauenhafte September=Ukas des sowjetistischen Innenministers Petrowski über rücksichtslose Massenerschießungen„bei geringsten Versuchen des Widerstandes". Der eine Schuß jener Frau löste so den Tod von— amtlich zugegebenen— reichlich achttausend Menschen allein in den russischen Großstädten aus. Amtlich zugegeben wurde aber nur, was amtlich gemeldet worden war. Und das geschah nur ausnahmsweise. Die Engländer werden auf indischem Boden nicht nach Art der Tscheka vorgehen, kündigten aber schon schärfste Gegenmaßnahmen an. —1..— Das Kästchen der Marquise Ein Giftmord vor drei Jahrhunderten. Von Albert Heinrich Hähnel. Als am 30. Juli 1672 sich in Paris die Nachricht von dem plötzlichen Tode des Chevaliers de St. Croix verbreitete, kümmerte sich niemand viel um das Ende dieses nicht gerade im besten Rufe stehenden Lebemannes. Niemand — außer der ebenso schönen wie leichtfertigen Marquise von Brinvilliers, die auf die Todesmeldung hin förmlich zusammenbrach und in höchster Erregung nur zwei Worte hervorzubringen vermochte:„Die Kassette! Die Kassette!“—„Aha!“ sagte man sich in der Umgebung der Marquise, deren zarte Beziehungen zu dem Chevalier stadtbekannt waren,„in der Kassette werden wohl reichlich belastende Liebesbriefe stecken, die sie nun gern zurück hätte.“ Sollte der verzweifelte Schrei in der Tat diese ihm unterlegte Bedeutung gehabt haben, so war es schon zu spät. Unmittelbar nach dem Ableben des Chevaliers war der gesamte Nachlaß des schwer Verschuldeten von den Behörde beschlagnahmt und versiegelt; unter anderem auch ein längliches rotlackiertes Kästchen mit einem zierlichen kleinen Schlüssel daran. Niemand ahnte, daß er zu einem schrecklichen Geheimnis führte. Auch als man später das Kästchen öffnete und darin mehrere Fläschchen mit verschieden gefärbten Flüssigkeiten fand, dazu einige Briefe der Frau von Brinvilliers und zwei Schuldscheine von ihrer Hand über hohe Beträge, ahnte niemand etwas Böses. Dies war erst der Fall, als man ein am Deckel des Kästchens befestigtes Briefchen öffnete, in dem der Chevalier bat, die Kassette unverzüglich und auf jeden Fall ungeöffnet der Marquise zuzustellen. Wer war nun eigentlich die Marquife von Brinvilliers? 1630 als Tochter des Staatsrats Dreux d'Aubry geboren, hatte das frühreife Mädchen, das fast ohne Erziehung, nur den eigenen Neigungen und Trieben überlassen, aufgewachsen war, den Marquis von Brinvilliers geheiratet. Aber die Ehe verlief nicht glücklich.„Er“ war ein Don Juan,„sie" das gleiche, ins weibliche übertragen. Bald trat sie in intime Beziehungen zu dem schönen Chevalier de St. Croix. Ganz Paris sprach davon, und wenn auch der leichtfertige Gatte beide Augen zudrückte, der alte Baron d'Aubry dachte anders. Als Vorhaltungen nichts nützten, erwirkte er einen Haftbefehl, und der Geliebte der Marquise wanderte auf zwei Monate in die Bastille..st, I Tem uam uri. Die lange Trennung hatte in Frau von Brinvilliers einen teuflischen Plan reifen lassen. Einmal, um sich der lästigen Aufsicht zu entziehen, dann, um mit dem väterlichen Erbe die Lücken zu stopfen, die ihr mehr als großzügiger Lebenswandel in das eigene Vermögen gerissen, beschloß sie in Einverständnis mit dem Geliebten, den alten d' Aubry zu beseitigen. Von einer alten Giftmischerin besorgte der Chevalier den bisher noch kaum bekannten Trank, der nach Angabe der alten Hexe unfehlbar wirken sollte. Doch die Marquise wollte sicher gehen. So wurde sie Pflegerin in einem Krankenhause, an dessen Insassen sie ihr Mittel erprobte. Als sie zwei der Unglücklichen in eine bessere Welt befördert hatte, war sie befriedigt. Sie verließ das Hospital und begab sich nach Compiégne, wo ihr Vater krank darnieder lag. Die zärtliche Tochter übernahm alsbald seine Betreuung mit dem Erfolge, daß sie den Greis in kurzem mittels ihres Gifttranks zu Tode gepflegt hatte. Irgendwie war aber Verdacht aufgetaucht, daß der alte Baron keines natürlichen Todes gestorben sei. Die in der Tat vorgenommene Leichenöffnung ergab indessen nichts Verdächtiges. Das ermutigte die Giftmischerin zu weiteren Taten. Die nächsten Opfer waren ihre beiden Brüder, die sie, um ihr Erbteil gleichfalls an sich zu bringen, durch einen vertrauten Diener namens La Chaussee vergiften ließ. Niemand ahnte etwas von dem verbrecherischen Treiben, bis nach dem Tode des Chevaliers das geheimnisvolle Kästchen in die Hände der Behörden fiel. Aber auch dann ließ sich nichts Bestimmtes nachweisen. Da platzte unerwartet die Bombe! Der oben erwähnte La **: Gericht, nicht, um sich Anstifterin zu bezichtigen, sondern um Einspruch gegen die Beschlagnahme des St. Croix'schen Nachlasses zu erheben. Ihm ständen daraus 2000 Franken zu— es war die Belohnung für den Mord an den beiden jungen d'Aubry—, die er dem Chevalier in Verwahrung gegeben. Auf die erstaunten Fragen, wie ein einfacher Mann wie er zu einer sol den Summe käme, verwickelte La Chaussée sich in Widersprüche und ergriff plötzlich die Flucht. Natürlich kam er nicht weit. Schon nach kurzer Zeit wurde er festgenommen. Als die Marquise von der Verhaftung ihres Mitschuldigen hörte, fühlte sie den Boden unter sich wanken. In akler Eile und Heimlichkeit begab sie sich nach England und spater nach Holland, wo sie 1676 in einem Kloster bei Lüttich in die Hände der Franzosen fiel, die sie nach Paris zurückbrachten. Ueber ihre Schuld bestand kein Zweifel mehr, nachdem La Chaussée, der anfänglich selbst auf der Folter alles geleugnet, aber gleichwohl zum Tode durch das Rad verurteilt war, kurz vor der Hinrichtung ein volles Geständnis abgelegt hatte. In der Verhandlung bestritt die Giftmischerin zunächst alle Schuld. Erst auf das Zureden des berühmten Seelsorgers Abbé Pirot, der ins Gewissen redete, bequemte sie sich schließlich zu einem Geständnis. Sie wurde daraufhin verurteilt, auf einem Karren nach Notre=Dame geschafft zu werden, wo sie barhäuptig, mit einem Strick um den Hals und eine brennende Fackel in der Hand auf die Knie zu fallen un vor allem Volk ihr Verbrechen zu bekennen hatte. Dann sollte sie enthauptet, ihr Leichnam zu Asche verbrannt und in alle Winde zerstreut werden. Das Urteil wurde noch am Abend desselben Tages vollstreckt, nachdem die Sünderin zuvor noch in ihrem Bekenntnis das Geheimnis des Giftes in dem verhüngnisvollen Kästchen enthüllt hatte. Seit wann rauchen Frauen? Glauben Sie wirklich, die Vorliebe der Frau für den Genuß des Rauchens sei eine Errungenschaft der letzten Jahrzehnte? Höchstens doch das ungenierte Bekenntnis dazu; vielleicht auch die Selbstverständlichkeit, mit welcher sich das weibliche Geschlecht in aller Oeffentlichkeit am Tabakverbrauch beteiligt. Aber Verehrerinnen dieses Genußmittels gibt es schon lange; seit Jahrhunderten legt die bildende Kunst davon Zeugnis ab. Auf den Abbildungen von Trink= und Rauchgelagen des 17. Jahrhunderts würde man nicht Frauen, die aus langen Pfeifen rauchen, inmitten der männlichen Festgenossen dargestellt haben, wenn ihre Beteiligung an dergleichen Veranstaltungen nicht wenigstens dann und wann vorgekommen wäre. Wirklich gönnte man, als die Mode des Tabakrauchens mehr und mehr salonfähig machte, auch den Frauen ihren Anteil an diesem Genuß, vielleicht aus schlauer Berechnung: um jeden Protest gegen den Tabaksqualm unmöglich zu machen. „Das Frauenzimmer selbst kann der Tabak erfreuen, wenn nur ihr Courtisan daran Belieben hat", steht unter einem Bilde, welches rauchende Herren und Damen in einem Barockgarten zeigt. Ganz gewiß hätte auch die reizende Vigee le Brun nicht eingewilligt, mit der brennenden Pfeife in der Hand und von mancherlei Rauchutensilien umgeben, für die Nachwelt verewigt zu werden,— es wird sogar angenommen, sie habe das Porträt selbst gemalt—, wenn sie sich durch diese Liebhaberei zu kompromittieren befürchten mußte.— Aber freilich, die Beurteilung dieser Sitte oder Unsitte war nicht zu allen Zeiten die gleiche, sie wurde auch durch die Einstellung der jeweiligen Herrscher und Herscherinnen eines Staates beeinflußt, nach deren Geschmack sich ja zunächst die für die übrige Gesellschaft vorbildlichen Herren und Damen vom Hofe richteten. Unter der langen Regierung der Königin Victoria, die den Tabakgenuß in jeder Form verabscheute, wird es schwerlich in England zum guten Ton gehört haben, daß Frauen rauchten. Auch die Töchter Ludwigs des Vierzehnten konnten sich diesem Genuß nur heimlich hingeben, da ihr königlicher Vater das Rauchen nicht liebte, eine Abneigung, die er mit seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte von Orleans teilte. Die hat sich auch in ihrer kräftigen und unzweideutigen Ausdrucksweise gegen das Schnupfen ausgesprochen, das zu ihrer Zeit bereits große Mode auch bei den Damen vom Hofe geworden war, und im folgenden Jahrhundert noch beliebter wurde. Die Fi precher dieser Form des Tabakgenusses mach en ihre geringere Feuergefährlichkeit geltend; die Gegner des Tabakverbrauchs aber lehnten natürlich auch das Schnupfen ab und verwünschten den Nachahmungstrieb der Meie Chaussée meldete sich bei oder seine