2 S 8 8 S 8332 EE STTEESSSSSSSEE Weibliche Polizei Auf der letzten Jahrestagung des Westdeutschen Sittlichkeitsvereins wurde die Frage de: weiblichen Polizei behandelt. Fräulein Pröbsting=Münster hielt das einleitende Referat. den letzten Jahren denkt man auch in Großstädten daran, weibliche Polizei, die vor allen Dingen bei Frauen und Jugend#ichen Verwendung findet, anzustellen. Im Jahre 1903 wurde die erste Polizeifürsorgerin in Stuttgart angestellt. Später verwandte man in preußischen Gemeinden, in Sachsen und Hamburg weibliche Polizei, die nur bei reinpolizeilichen Maßnahmen Verwendung fand. Dabei ist die engste Beziehung zwischen weiblicher Polizei und Fürsorge aufrecht erhalten. Den weiblichen Polizisten werden grundsätzlich dieselben Rechte und Pflichten wie den männlichen Beamten zuerkannt. 1927 zählte man 79 weibliche und 150000 männliche Polizisten. Heute haben wir etwa 100 weibliche Polizeibeamte in Städten wie Berlin, Frankfurt, Essen, Köln, Magdeburg, Hannover, Breslau, Gelsenkirchen, Bottrop. Die weiblichen Polizeibeamten müssen eine längere Ausbildungszeit durchmachen als die männlichen, weil sie greichzeitig als Wohlfahrtspflegerinnen ausgebildet werden. In Baden und Sachsen tragen die weiblichen Polizeibeamten Uniform. Ihre Verwendung ist sehr vielseitig, besonders in der Gefährdeten= und Kriminalpolizei, bei Vernehmungen von Kindern usw. Die jetzigen weiolichen Polizeibeamten leisten in gewissem Sinne noch Pionierdienste. Es ist wahrscheinlich, daß man mit der weiteren Anstellung weiblicher Polizeibeamten schnell vorwärts schreitet. —(•.— Der schlagfertige Ehemann Heiteres von Hellmut Herfucth. Ort der Handlung: Landgericht, Ehekammer. Frau Lohse steht vor dem Richtertisch. Neben ehr ein Armenanwalt.. Frau Lohse will sich scheiven lassen. Ihr Mann hat sie wiederholt geohrfeigt. Ein Wunder, daß sie überhaupt noch lebt— sagt sie. Der Ehepartner, Handwerker Lohse, zur Zeit Notstandsarbeiter beim Rat der Stadt,'st gleichalls anwesend. Er verteidigt sich. Allein gegen zwei. Jede Partei bewirft die andere mit eleganten Eererssneungen, die in keinem Vörterbuche #griumet stehen, lügt nach Kräften das Bericht an und will die eigene Handlungweise beschönigen. Der Vorsitzende sucht ausgleichend zu wirken. Vergebliches Unterfangen. Die Gemüter sind zu sehr erhitzt, die Seelen völlig aus dem Gleichgewicht gerissen. Wie das Abstreifen eines schmutzigen Gewandes wirkt die Beichte. Wie ein Balsam auf blutende Wunden. Das Intimste kommt ans Licht der Oeffentlichkeit, wird breitgetreten, entwürdigt, in den Kot gezogen. Man kommt zum Ausgangspunkt zurück: Warum der Mann seine Frau geschlagen habe. „Wissen Sie, Herr Vorsitzender, die verdients nicht anders. Die sollten Sie erst mal richtig kennen lernen. Sie würden bestimmt Ihr blaues Wunder mit der erleben.— Und wissen Sie, Herr Vorsitzender, das kann ich wirklich nicht einsehen, nee, beim besten Willen nicht, wie man gleich geschieden werden soll, wenn man mal seiner Alten eine runterlatscht.“ Vorsitzender:„Ich pflege beispielsweise meine Frau nicht zu schlagen.“ „Ja Sie! Sie haben auch ine andere Gemahlin als ich.“ „Dem Himmel sei Dank!“ „Na. Sie können wenigstens Ihre Frau geistig schlagen, wenn sie nicht pariert. Das kann ich vicht.... Karstene u Da schweigt der Vorsitzenoe und— lächelt. Lächelt wie die beisitzenden Richter und der Armenanwalt, wie das neugierig lauschenoe Publikum im Zuhörerraum. Lächelt ob des Arbeiters Lohse Ausspruch, der so treffend ist. Lächelt, weil er keine passende Ant vort findet. Denn er fühlt sich schier in diesem Augenblick selbst einmal geistig geschlagen. —12— Hamenk stod nich vengserig. Eine bekannte— vielleicht muß man auch sagen bedauerliche— Tatsache ist es, daß die bolde Weiblichkeit sich sehr für SchwuvgerichtsVon der Liebe und den Liebenden Von Rudolf Presber. Der Weise ist so lange weise, Bis ihn erfaßt der Liebe Glut Dann geht er tanzen auf dem Eise, Wie jeder andre— Weise tut. * Jeder weiß, der die Liebe versteht, Sturm ist der Vater der Flammen. Feuer, in die der Wind nicht weht, Fallen bald zusammen. * Zu spät erkennst dus sachgemäß, Erst wenn das Wetter fern vergrollte: Die Liebe war nur das Gefäß, Aus dem dein Herz den Rausch sich trinnen wollte. Was solls schon, ewig durchzuhecheln Voll Spott die Weiber und die Welt Seh' ich die Mutter auf ihr Kindchen lächeln, So weiß ich, was dem lieben Gott gesällt... * Seltsam fürwahr, den Wissenstrieb zu stillen, Hat Eifersucht von jeher zugegriffen In Gier und Pein nach hundert schlechten Brillen, Von denen keine für ihr Aug' geschliffen. Als er gewärtig ihres Winks, Klagt er:„Sie lächelt wie'ne Sphinx.“ Als er verließ sie, sprach er schnöd: „Mein Gott, sie lacht halt gar so 5löd!“ * Oeffne deiner Lippen holde Pforte, Fremde Schöne, ohne Selbstbetrügen! Kleine, ach, warum die„tausend Worte", Wo mir dreie schon genügen... * Mit schönen Reden und mit Weisheitsblizen Fälschst du der Liebe Sinn, den hoffnunnsvallen „Verliebt sein“ heißt, dir selber Götter schaitzen, Die dir dann Paradiese schenken sollen. * So lang du deine Wünsche zügelst, Wird alles in guter Form geschehen— Sie will wohl, daß du die Tür verriegelst, Aber sie wills nicht sehen. * Manche Frau'n, die sich der Liebe schä.. Und heimlich mit ihren Trieben ringen, Möchten dennoch gern die Männer n, Wie die Löwen, die durch Reifen springen. verhandlungen interessiert. Das zeigte sich auch gelegentlich einer Sitzung der Geschworenen in Leeds. Leider eignete sich aber das zur Aburteilung kommmende Verbrechen nicht im geringsten für Damenohren. Dieser Ansicht war auch der Vorsitzende, und deshalb verkündete er dem Publikum:„Ich möchte allen im Zuhörerraum befindlichen Damen mitteilen, daß die Strafsache, die heute zur Verhandlung kommt, kaum nach ihrem Geschmack sein wird. Ich lasse eine Pause von drei Minuten eintreten, um den Damen das Verlassen des Saales zu ermöglichen.“ Auf der Galerie, die für das weibliche Publikum reserviert war, hoben sich einige Frauen und verließen den Raum, doch mindestens die Hälfte schien anderer Ansicht als der Vorsitzende zu sein und rührte sich nicht. Als die drei Minuten verstrichen waren, warf der Vorsitzende einen flüchtigen Blick auf die Galerie und wandte sich dann an den Staatsanwalt:„Ich bitte Sie. fortzufahren, nachdem alle Damen den Saal verlassen haben.“ Der Staatsanwalt mußte aber doch noch eine Minute warten, denn auch jene ganz ausgekochten Zuhörerinnen, welche die Galerie noch nicht verlassen hatten, wollten doch wenigstens als„Damen“ gelten, und sie beeilten sich nunmehr, fluchtartig das Feld zu räumen. Der Sultan, der die Näherin heiratet. Die sensationelle Hochzeit Aga Khans mit der kleinen Näherin Andree Carron hat in Aix le Bains unter der Beteiligung einer Riesenmenge von Neugierigen, die auch von auswäcts in großer Zahl herbeigeströmt waren, stattgefunden. Auf der schwarzen Tafel vor der Mairie, wo die Aufgebote angeschlagen werden, steht der Name des Bräutigams mit seinen Würden. Man erfuhr, daß er mit vollem Namen Mohammed Schah Sultan Aga Khan heißt, geboren in Karachi(Britisch=Indien) am 2. November 1877. Man weiß nunmehr, daß Aga Khan britischer Staatsbürger, Schah, Sultan und Aga ist, ferner der religiöse Führer der Hindusekte der Khedjos, die über zwei Millionen Anhänger zählt und daß sein Einfluß sich von Nepal bis Saneibar erstreckt. Die Würde seiner Frau nahm weit weniger Platz auf der schwarzen Tafel ein: Andree Carron, beschäftigungslos, geboren 15. Oktober 1898 in Chambery. Die beschäftigungslose Aga Khan erschien vor dem Standesamt in einem grünen Velourkleid, dessen Beschreibung die französischen Blätter ganze Spalten widmen, und sah auf den Photos außerordentlich reizvoll aus. Als Morgengabe hatte sie von ihrem Prinzen aus dem Märchenland einen Diamanten von seltener Größe und Schönheit und eine kleine Luxusvilla nebst zugehörigem Park an der Cote d'Azur erhalten. Das Gerücht, daß einer der Söhne des Königs von England als Trauzeugen fungieren sollte, hat sich nicht bewahrheitet. Dieses Amt wurde von den beiden Imams versehen, die aus der Pariser Moschee nach Aix le Bains gekommen waren. Nachher begab man sich zum Dejeuner, das vierzehn Gänge hatte. Frau Crue dars Bier brauen. Nach Ansicht der Prohibitionsleute nur es wieder ein großartiger Fang, den sie da in Pawtucket(Rhode Island) gemacht hatten. 220 Flaschen Bier in einem einz gen Haushalt! Der Schwerverbrecher, dem das heimliche Brauen derartiger Mengen des Höllengerränkes gelang, war eine Frau, und Mary Crue stand vor ihrem Richter. Die Verhandlung gestaltete sich überraschend kurz.„Frau Crue“, fragte Richter Tuck,„bekennen Sie, diese 220 Flaschen Bier in Ihrem Hause gebraut zu haben?“—„Ja.“— Wollten Sie das Getrank verkaufen?"—„Nein. Als die Prohib tion eingeführt wurde, fing mein Mann an, die Flüsterkneipen abzuklappern und sein sauer verdientes Geld für das erbärmliche auszugeben, das jeder dort kaufen kann. Schließlich blieb mir nichts anderes übrig, als selbst Bier zu brauen. Seitdem nun immer genug davon im Keller liegt, denkt mein Mann nicht mehr daran, sich in den Flasterkneinen herum zu treiben.“—„Und was wird, wenn Sie ihm kein Bier mehr vorsetzen können?“— „Dann gibt er wieder sein Geld für gepan schten Fusel aus.“—„Das soll er nicht,“ entschied Richter Tuck.„Die Angeklagte wird freigesprochen, und die Bundesbehörden haben das gesamte beschlagnahmte Bier an Frau Crue zurück zu liefern.“ Der Ankläger schnappte nach Luft und zog sich schleunigst vor der hohnlächelnden Menge zurück. Die Trocknen in Pawtucket aber stehen Kopf. Was soll nur werden, wenn sich alle Prohibitionssünder in Zukunft auf Richter Tucks Urteil berufen? Das Weihnachtsheft der„Neuen Linie“(erscheint Anfang Dezember) steht ganz im Zeichen des bevorstehenden Festes. Reiseaufsätze„Europäische Weltstädte um Weihnachten“ von Helene v. Nostitz, von Walter Georg Hartmann und C. F. W. Behl lassen den Blick in die Ferne schweifen.— Vielseitige Anregungen für Weihnachtsgeschenke erleichtern die Qual der Wahl — nicht zu vergessen allerlei Rezepte für delikate Weihnachtsessen und Weihnachtsleckereien, die der Dame des Hauses besonders willkommen sein werden.— Aus Bildern alter Meister wird die Weihnachtslegende dargestellt, der niederdeutsche Dichter Hans Friedrich Blunck ist mit einem wertvollen Märchen„Die Frau im Bilde" vertreten und der reichhaltige Modeteil bringt neueste Pariser Modelle, unter denen die schönen Abendkleider und das winterliche unentbehrliche Ensemble ebenso auffallen, wie die einfacheren Kleider aus gemustertem Samt und die Auswahl hübscher einfacher Kiiderkleidchen.— Das ungewöhnlich reichhaltige Heft, der Frau von heute unentbehrlich, ist allenthalben zu haben, wo nicht, direkt vom Verlag Otto Beyer, Leipzig, Weststr. 72. Es kostet nur 1 Mark, obwohl es einen Gratisbezugsschein für einen Schnitt nach freier Wcchl enthält. Verantwortlich H. Semmelmann, Altena. Druck und Verlag: Dr. C. Santz. Altena. SSSSS WySSTRSTS .S":. % 2.8 85558. TSSTESRSS Praden 4 0 Das Kind und die Religion „Mutti, wer hat den Himmel gemacht?“ Die Mutter und ihre beiden Lieblinge liegen im Sonnenschein auf der Wiese, das Kleinte ist noch ganz unbeschwert von Frage und Antwort, es kräht und strampelt nur vor Vergnügen— aber der Junge von kaum vier Jahren hat große ernste Augen und er will eine Antwort—— Wie soll deine Antwort nun lauten, junge Mutter? Willst du den neuen Erziehera gehorchen und von der Zweckmäßigkeit allen Geschehens sprechen, vom gigantischen Naturmechanismus, von kosmischer Entwicklung? Oder willst du ihm das eine große, weltumfassende Wort als Antwort geben, das deine Eltern auch dir zur Antwort gaben? Das hellste, klarste und lichteste Wort, dem die Gedankenarbeit von Forschern und Gelehrten in Jahrtausenden nicht ein Jota von seinem Leuchten nahm— das Wort: Gott Liebe junge Mutter, erziehe dein Kind zur Religion! Gib deinem Kinde einen Wanderstab mit auf den Lebensweg,— den festen Glauben an eine gütige Macht, die sein Leben lenkt. Was nützen einem jungen zarten Wesen die Wissenschaften von Urzelle und Entwicklungskraft, was soll ein Kind mit Moralwissenschaft mit ethischen Forderungen?— Ein Kind braucht Liebe. Und Gott ist die Liebe. Deine Liebe kann dein Kind schützen und leiten so lange du am Leben bist— du nicht mehr bist?— Dann muß der Blaube an die Güte Bottes, die Gewißheit Seiner Liebe dein zartes junges Kind auf dem Weg behüten, den unsere Kulturgeschichte den rechten nennt. Unentwickelte Menschen ohne Religion verlieren sich im Labyrinth des Lebens, sobald sie keinen Führer mehr zur Seite haben, der sie vor Entgleisungen schützt. und wer ist der Führer, wenn du nicht mehr 2.:— Gott ist kein Märchen. Er ist die unbestreitborste Wahrheit, denn niemand hat den Beweis erbracht, daß er nicht ist. Zweifler lehnen Gott ab, weil sie ihn nicht sehen und hören können.— Siehst und hörft du den merz? Du fühlst ihn—— Gott ist das Lächeln der Weisheit. Die Sehnsucht nach ihm lebt auch in den armen Herzen jener Menschen, die ihn am lautesten verleugnen. Gott ist kein Phantom. Er ist eine Notvendigkeit. Die Menschheit hat schon in ihren Uranfängen danach gestrebt, sich überirdische Her ren zu schaffen, zu denen sie flüchten kennte, wenn die Herren ihrer primitiven Welt versagten. Philosophie und Wissenschaft haben nie geruht, alle Generationen, die die Welt bevölkerten, strebten nach Entwicklung dieses Gottgedankens und das Tiefste, was der Menschen Geist erdachte, bieten wir unseren Kindern in dem Gottesbild, das unsere Gläubigen als Endergebnis ihres Ringens heute verkunden. Gott ist das tiefste Glück, ist lebensbejahende Liebeskraft des Einzelwesens und die Wurzel der Unvergänglichkeit. Erziehe dein Kind zu einem heiteren furchtlosen Menschen durch unsere wundervolle, tiefdurchdachte Religion. Gib ihm als Lebensgeleit das schöne deutsche Wort: Vertrau auf Gott Und bau auf deine eigene Kraft. C. Schelper. Weihnachtseinkäufe Unter unseren lieben Mitbürgern gibt es leider in deutschen Landen nur sehr wenige, die zum Weihnachtsfest nur so einfach in den Beutel zu greifen brauchen und schenken können, was der zu beglückende sich wünscht. Die meisten von uns müssen sehr überlegen, um Wünsche und Ausgaben in Einklang zu bringen. Wir möchten wohl alle die kostbarsten Geschenke machen, um die Lieben zu erfreuen, aber die Verhältnisse zwingen uns, praktische und nützliche Geschenke zu kaufen. Was sollen wir schenken?— Wie sollen wir schenken? Schließlich ist ja zu Weihnachten die Freude der anderen das Wesentliche. Und diese bestimmt weniger der geldliche Wert des Geschenks, sondern seine persönliche Zwechmäzigkeit, seine Eigenart, der man anmerkt, daß es besonders erdacht wurde. Es ist im eigenen Interesse und auch in dem der ganzen Familie unrecht, sich in Schulden zu stürzen, um an dem so schnell verrauschten Heiligabend als großmütiger Schenker dazustehen. Es gibt Hausväter, die sich vollständig verausgaben am Weihnachtsfest, um der geliebten Frau und den lieben Kindern Freude über Freude zu bereiten. So wunderhübsch das auch gedacht ist, so sehr ist es doch von Uebel, wenn die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und die kommenden Wochen unter dem Zeichen der Geldnot stehen!— dann doch tausendmal lieber ein paar Geschenke weniger und frische vergnügte Gesichter auch in den Tagen nach Weihnachten und nach Neujahr. Da heißt es eben aufmerksan, genau hinein leuchten, was dein Kind sich ersehnt. Beim Schenken ist die Haunssache, mit Nachdenken auszuwählen, deshalb dari man den Einkauf nicht zu lange aufschieben und lich den letzten Tag abschwirren, um schnel noch etwas beizuschaffen. Wer früh kauft, kauft meistens bedeutend billiger und besser. Noch sind 14 Tage Zeit, aber die Zeit rennt; schneller als wir gedacht— sind wir im„letzten Augenblick". Entsetzlich ist die Gewohnheit in anderen Familien— Geld zu schenken. Es zeugt von einem Mangel an Herzenswärme, seiner Frau, den Verwandten oder gar den Kindern Geld auf den Weihnachtstisch zu legen, und vor allem, es macht einem Menschen, der Takt und Empfindung hat, sicher keine Freude, wie ein Angestellter entlohnt zu werden. —.— Die Frau des Hauses wird immer dankbar sein für Gegenstände, die den Haushalt schmukken, wie Porzellan, ein hübsches Deckchen, ein Tischgedeck, eine Kleinigkeit für den persönlichen Gebrauch. Das gleiche gilt für die werdende Hausfrau, die Braut und die jungen Mädchen. die es gern werden möchten,— die Studentin. Die verufstätige Frau hingegen wird mehr Spaß an Büchern, einem guten Bild, an Kleidungsstücken haben, auch ist ja ein Kästchen süßer Füllung den meisten Damen genau so angenehm, wie den Herren die„Räucherware". Für den Herrn des Hauses, ebenso für jeden Mann, der viel reist, ist eine Schlafdecke oder Reisedecke etwas sehr Nettes. Herren, die photographieren, sind für praktische Gegenstände zum Entwickeln, Wässern usw. dankbar, die ihnen Gelegenheit geben, ihre Fähigkeiten zu vervollkommnen und schöne Bilder zu machen. Sehr willkommen sind elektrische Artikel für den täglichen Gebrauch, Heizkissen, elektrische Sonnen, Rauchverteiler, Brotröster; wenn sie nicht im Haushalt vorhanden sind bereiten sie sicher Freude und erinnern bei der Benutzung ständig an den Spender. Ein Buch, das richtig dem Geschmack des zu Beschenkenden angemessen ist und beinem Verständnis wird auch stets hochwillkommen sein. Und für das Kind? fragst du, liebe Leserin. Was für die Erwachsenen untereinander schon nicht ganz einfach ist, das wird Kindern gegenüber bedeutend schwieriger. Die schönsten Ecschenke werden nicht beachtet, hast du nicht das getroffen, was sich das kleine Kinderherz erträumt: manchmal die geringfügigsten Kleinigkeiten. Für das geliebte Puppenkind ein neues Mäntelchen, ein Mützchen, Geschirr für die Puppenküche. Einrichtungen für die Puppenstube. für die Eisenbahn ein neues Wärterhäuschen, Schienen, elektrische Signale, Bahnhöfe. Oft machen auch Spiele, Baukästen große Clara von Wedelstaedt. Vitaminreiche Schonkost Bei Magen= und Dirmerkrankungen wird immer wieder den Patienten ganz weiche Kost anempfohlen. Man spricht von Kartoffelbrei, feingewiegtem Fleisch, alierhöchstens von Haferbrei, Rühreiern und Reisgerichten, dazu noch einige Suppen. Wer nun ernährungswissenschaftlich geschult ist, fragt sich mit Recht: wo bleiben bei dieser Anordnung die wichtigen Vitamine. Es st uns gelehrt worden, daß die Vitamine und ander: wichtige Ergänzungsitoffe beim Kochen zerstört werden. Und doch darf der Darmkranke keinerlei Ungekochtes, weder Gemüse noch Obst, zu sich nehmen. Was ist nun zu tun, um den notwendigen Vitaminbedarf sicherzustellen. Zunächst einmal wird man sich den Gemüsen zuwenden, die mit möglichst wenig Kochzeit gar gemacht werden können Je weniger gekocht wird, desto größer ist der Vitaninreichtum des Gerichtes. In der Burkenzeit haben wir leich. tes Spiel mit der zarten langen Frucht. Ja kochendem Fett angesetzt, ist die Gurke sehr schnell weich. Sie schmeckt so in ihrem eigenen Saft mit nur wenig Salz gedüchtet ganz vorzüglich. Wir sind zwar gewöhnt, geschmorte Gurke süß=sauer zu essen, der Kranke empfindet aber die reine Burke ohne Säurenzusatz außerordentlich angenehm. Man kann zum Uebergang ja ein wenig Speck mit durchbraten und erreicht so eine gewisse Herbheit. Den Ruhm, besonders vitaminreich zu sein, hat sich aber das Tomatengericht erobert. Selbst die konservierte Tomate enthält noch reichli Vitamine, wieviel mehr eine Frucht die nur 5 Minuten gekocht ist. Die Tomaten werden gewaschen und in heißem Fett— 40 Gramm auf ein Pfund— 5 Minuten geschmort. Dann streicht man die Masse durch ein Haarsieb und erhält eine dickliche Suppe, die jederzeit gern genommen wird. Natürlich kann man das Gericht dünnflüssiger gestalten, wenn man eine Kleinigkeit heißes Wasser dazu gibt. Sodann ist es auch leicht, das Gericht etwas dicker einzukochen, um eine schmackhafte Tunke zu erhalten. Vor allem aber braucht man zum Andicken kein Mehl hinzuzugeben. Alle Mehlarten brauchen 10—15 Minuten, um voll auszuquellen und aufgeschlossen zu sein. In dieser Kochzeit werden unnör.g viel Vitamine vernichtet. Viele Aerzte sind neuerdings auch dagegen, Kranken und selbst sogar Gesunden mit Mehl und Fett zubereitete Tunken und Gemüse zu geben. Sie glauden, daß das von Fett eingehüllte Mehl unverdaulich ist und zu schweren Störungen Anlaß geben kann. Im Anfang wird man Tomatensuppe oft salzen, je änger man das Gericht aber genießt, deito lieber wird man das Salz entbeyren, weil man den Eigengeschmack der Tomate schätzen gelernt hat. Das ist von großem Vorteil, denn der Körper braucht Gemüsesalze, aber kein Kochsalz. J. H. . aoree o SUgEPN. Souper-Ischehnausen Eine Fridericus-Skizze von Otto R. Gervais Ein früher Herbst in Schönhausen. Das Schloß liegt in dunkler Dämmerung. Nur das Portal ist erhellt, und aus den Fenstern hinter der Linde, dem„Tränenbaum“, schimmert Licht. Im Gemach der Königin brennen Kerzen. Eine unheimliche Ruhe waltet über dem Park, in den Zimmern, den Gängen uurd auch im Herzen Elisabeth Christineng, die ihren Gatten zum Souper erwartet. Friedrich hat sich für heute nacht zum„Souper à deux" zur intimen Plauderstunde mit seiner Gemahlin, anmelden lassen. Sie steht vor dem Kaminspiegel, schlank, ein wenig verträumt, lächelnd, ruckt ihre kunstvolle Frisur zurecht, streicht die Falten aus dem Mieder und zieht die seidenraschelnde Schleppe an. Sie muß ihm gefallen. Ihr ganzes Schicksa. hängt an den wenigen Stunden, die er bei ihr weilen wird. Nach vielen Jahren der Trennung. Madame de Camas, die Oberhofmeisterin erscheint. Sie blieb die einzige Freundin der Königin und des Königs, der sie scherehaft „unsere liebe Mama“ nennt, weil sie im Vermitteln eines guten Verhältnisses der Ehegatten unermüdlich ist. Elisabeth Christine wendet sich ihr zu:„Frau von Camas, es ist neun Die alte, doch bewegliche, aus schalkhaft blitzenden Augen Geist verratende Hofmeisterin erwidert leichthin:„Der König wird kommen. Er hat es mir zugesagt. Es ist ja auch noch früh. Damals erschien Majestät erst gegen zehn Uhr. Wir dürfen noch nichts sageg.“ Damals— denkt Elisabeth Christine— damals war es neun Uhr. Aber so ist Frau von Camas: Sie möchte immer trösten, Hoffnung machen, ermuntern. Ja beim ersten Souper s deux, dem ersten alleinigen Zusammensein mit dem König hier in Schönhausen, da hatte sich ein Menschenkind überirdisch glücklich gefühlt. Da war ich auf Minuten seine Gattin. Er berührte mich, er gab mir Kosenamen, er sand mich schön, nannte mich seine Königin, fand es so überaus lustig, daß ich vom Wein kreist, der ihr Ruhe gibt, weil er zu gewaltig r Ganz allein hahen mir einigelist um zu vibrieren Ihre Augen werden von erhitzt wur. Gunz aulein haben wir einige Stunden beisammen gesessen. Bis er dann plötzlich meine Hand fahren ließ, aussprang, mich verstört anblickte und wie ein Flüchtling binaus eilte. Später entschuldigte er sich mit Uebelsein. Es ist schon so unendlich lange her..„ Heute— denkt Elisavety Christine weiter — darf er nicht so von mir gehen. Ich will ihm sagen, daß ich ihn liebe, daß er mich mit sich nach Potsdam nehmen muß, daß ich nur an seiner Seite leben kann... Tage in Rheinsberg werden in ihrer Erinnerung wach. Als sie noch glaubte, Friedrich sei gegen sie der Zwangsheirat wegen verstimmt, es würde vorübergeben. Bis er sie dann in diese Einöde nach Schönhausen, in die Verbannung. in ein Kloster schickte. Schrecklich waren die Zeiten. Jetzt hat sie sich daran gewöhnt. Und dies heute, das bedeutet für sie die letzte Gelegenheit, ihn zurück zu gewinnen. Sie ist klug genug einzusehen, daß die Kluft durch die Trennung, durch die Zeit, durch das Entfremden immer größer und endlich unüberbrückbar werden muß. Frau von Camas hat die beiden Gedecke geordnet. Die kleine Tafel in der gemütlichen Salon=Ecke sieht prachtvoll aus. Einige Bediente machen sich noch zu schaffen. Wenn sie auf die Uhr blicken, umspielt ein vielsagendes Lächeln ihren Mund. Die Zeiger rasen. Es ist halb zehn. Der König kommt nicht. Die Spannung wird nervös. Selbst Frau von Camas weiß auf dem Tisch nichts mehr #, um ge egglieten. Uy1e ugg.,„werden von Minute zu Minute dunkter, so sehr schaut sie in ihr Inneres, um noch einen Ruf, eine Hoffnung. eine Möglichkeit zu finden, um der bangen Ahnung, der tastenden, aber zielstrebigen Logik aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu entgehen, die ihr zuschreit: Tantalidenlos,— die Gattin eines Genies, eines solchen Königs zu sein!—.—94 gferh, Zehn Uhr.— Da endlich! Rasenoes Pfervegetrappel im Schloßhof. Stimmen. Frau von Camas sieht die Könign triumphierend on: „Ich wußte es doch. Er hält sein Wort. Es ist genau zehn Uhr!“ Elisabeth Christine errötet. sie druckt der Hofmeisterin die Hand. Da tritt die Kammerzofe ein:„Ein Medereiter Seiner Majestät gab dier Schreiben für die Frau Oberhofmeisterin ab.“ Damit reicht sie Frau von Camas einen Brief. Während diese liest, sinkt die Königin in einen Sassel. Draußen klappern die Hufe eines davon eilenden Pferdes. Stumm reicht die Freurd'n der Gemahlin Friedrichs des Großen das gesaltete Blatt. Es enthält nur wenige Worte: „Meine liebe Mama,— sagen Sie doch der Königin, ich hätte heute nicht kommen können. Die Oesterreicherin läßt mir keine Ruhe. Ich habe eine unaufschiebbare Konferenz mit meinen Staatsräten. Trösten Sie meine Gattin und grüßen Sie diese von Ihrem Friedrich.“ Trotzdem küßt Elisabeth die kritznen Schriftzüge des Mannes, der heute ihr Geschick zum Märtyrertum bestimmt hat. Sie i das Licht löschen, verabschiedet Frau von sicht die schadenfrohen Mienen stät, sollte nichet kommen s1Samas, sieht niacz, Lie gxeber trig“ Dien ir; warum sollte der eä#9, richt dringsichesder Bediensteten, yört nicht das Getuschel #5 s mußten schon unaufschevbare,„Vtiggllche ger Bediernrten, hort v.,„ochen Men Gescharte sein, die ihn hindern, die iyn bestimmen könnten, seine Zusage nicht wahr zu Beacen“.. Aeht am Terl Elisabeth Christine#### am Feuster. Sie Sieben Jahre lang blieb der antwortet nicht. Heute entcheidet sich mein Nie hat wieder ein Souper a beug in Schicksal, ist der einzige Gedanke, der in ihr hausen stattgesunden. der Bediensteten, yört nicht das Getuschel in den Stuben der Kammermaochen. Weinen kann sie nicht, dazu ist die Wucht der Enttäuschung zu groß. Sieben Jahre lang blieb der König ihr fern. 4 daur in SchonDie schlanke Linie zt nicht nur eine Sache der Mode; sie ist auch eine Angelegenheit der Gesundheit. Unter dieante, Sssichsgan verteidige sie Dr. med. Char* Ischokke im Daheim(66. Jyrg. Nr. 10) und schreibt u. a.:„Wer will es leugnen, daß die Schlanken— Frauen wie Männer— im allgemeinen einen ästhetischeren Andlick bieten als die Dicken oder gar die Fettleibigen? Man kann nur wünschen, daß die Tendenz, sein Gewicht in normalen Grenzen zu halten, nicht mit dem nun schon zu hörenden Schlachtruf„Dick ist wieder modern“ verschwindet und daß nicht wie vor dem Kriege zahllose unserer Vo.kogenossen unförmig und schnaufend mehr Platz beanspruchen, als ihnen zukommt. Tilein die drangvoll fürchterliche Enge in mit Su##n Leuten besetzten Verkehrsmitteln, oder noch schlimmer, in Theatern und Konzerten, bewegt zu immer neuen Stoßseufzern:„Bleibt schlank um eurer eigenen und eurer Mitmen„en Woh. befinden willen!" Denn— Spaß beiseite— nicht nur schöner, sondern auch gesunder ist der Normalgewichtler, darüber ist kein Zweifel. Ich spreche ausdrücklich von einem der Körpergröße entsprechenden Gewicht und verwahre mich sowohl aus ästhetischen als aus gesundheitlichen Gründen gegen die mageren, spinoewurren nur aus Haut, Knochen und Nerven. deln bestehenden Typen, die aus mißverstandener Eitelkeit die schlanke Linie zu einem 2. herabgewürdigt haben. Diese Art scheint immerhin im Aussterben begriffen zu sein. Das normale Körpergewicht soll ohne Bekleidung etwa soviel kg betragen, wieviel Zentimeter die Körperhöhe über einen Meter beträgt Ist jemand bespielsweise 1,70 m groß, so soll er 70 kg wiegen. Es handelt sich hier um eine Norm, die durch Knochensystem und Musaulatur nach oben oder unten verschoben werden kann. 5 bis 10 Prozent Bemichtserhöhung bedeutet noch keine Fettsucht und ist zwischen dem vierzigiten und fünfzigsten Levensjahr ogar eine normale Erscheinung, die gesetzmäßig als Ausgleich haben, und besonders an Krankheiten des Herzens, der Niere oder Stoffwechselstörungen wie G'cht und Zuckerharnruhr, zugrunde gehen. Ein Gewichtsüberschuß von 10 Prozent ist also ein Warnungssignal, einer weiteren Gewichtszunahme vorzubeugen.“ Zur Wiederkehr des langen Handschuhs den mehrere breite Armreifen, die in gutem Kontrast zu dem weichen, mattgetönten Leder stehen. Elsbeth Unverricht. 12.— Der Beruf der deutschen Hausgehilfin Mit genau so geteilten Gefühlen wie dem langen Abendkleid stehen die Frauen dem langen, seriösen Handschuh gegenüber, nachdem es jahrelang als letzter Schick galt, abends unbekleidete Arme zu zeigen; wer trotzdem Handschuhe trug, hatte den Sinn der„smarten“ Mode nicht voll erfaßt. len Ernährung und körperliche Arbei wesentliche Volle für die Ansammlung von Fet: im menschlichen Körper, von der Anlage der sogenannten Konnitunon gar acht zu reden. Lebenversicherungsgesellschaften haben Zahlen gesammel, die ergeben daß die Fettleidigen last ausnahmslos eine kürzere Lebensbauer Bleibt man dem burzen Kleid für Abend— aus welchen Gründen immer— treu, wird man ihn nach wie vor entbehren können, aber zum Stil der neuen Mode gehört er unweigerlich— und— seien wir ehrlich— er ist eine ihrer reizvollsten Begleiterscheinungen. Aus dem früheren, steifen, kalkigweißen, enganliegenden Handschuh ist eine schmiegsame, seidige Haut geworden: schwedisches Leder, hartgetönt: silbergrau, eierschalenfarben, feine Schwebungen von Beige, in Verbindung mit rosa, lila und gelb. Sehr elegant der Handschuh, der genau den Tönen des Armes und des Puders entspricht, und dann letzter und raffiniertester Schick— der lange ein bißchen geheimnisvolle, schwarze Handschuh. Zur schwarzen Toilette getragen kann er außerordentlich stilvoll sein, wenn das Kleid selbst viel belebende Lichter aufweist, d. h. vie! Straß oder Perlen, reichen Blumenschmuck, großes Dekolletee. Sonst steht zu befürchten daß er den Eindruck von Trauer hervorruft. Im übrigen gibt es für die Art, Handschuhe tragen, ganz bestimmte Modevorschriften die durchaus nicht belanglos sind. In Uebereinstimmung mit der eleganten Schmiegsamkeit heißt die Parole: Lässigkeit. Nicht nur für den sportlichen Typ, sondern auch für den abendlichen. Man schlupft leger in den Handschuh hinein, und zwar ist die moderne Geste dafür nicht der in die Höhe gehobene Arm sondern der hinuntergestreckte. Der Handschuh, so lang er auch sein mag, er hat ohnehin selten mehr als Ellenbogenlänge, det nur die Hand und wird aweich zusammengeschoben. Den Mehr als die Hälfte aller in Deutschland arbeitenden Hausangestellten, nämlich 55 Prozent, stehen im Alter zwischen 25—35 Jahren. Die unter 20 Jahre alten Hausgehilfinnen haben im Verhältnis zu den über 45 Jahre alten Hausangestellten einen guten Lohn. Wahrscheinlich liegt dies daran, daß diese auf dem Lande, und zwar in großen Gutswirtschaften, arbeiten, während die alten Jahrgänge meist nur in städtischen Kleingaststätten, Wirtshäusern und Küchen Verwendung finden können. Die beste Entlohnung der Hausangestellten ist in den Großstädten und auf dem Dorfe. die schlechteste in Kleinstädten zu verzeichnen. Das Reichsarbeitsblatt gibt in einem eigenen Sonderdruck diesbezüglichen Aufschluß. Hausangestellte zwischen 14—18 Jahren verdienen durchschnittlich 20 Mark im Monat. Sieben Achtel der Löhne, die über 60 Mark im Monat betrugen, wurden Hausangestellten im Alter zwischen 20—30 Jahren bezahlt. Im allgemeinen ist zu sagen, daß Köchinnen am meisten, Kindermädchen aber am wenigsten verdienen. Dies war übrigens auch bereits vor dem Kriege der Fall. Etwa 45 Prozent der deutschen Hausangestellten hatten, wie eine diesbezügliche Rundfrage ergab, eine zehnstündige Nachtruhe, 22 Prozent durften neun Stunden ruhen. In den Städten ist der Arbeitsbeginn vor 6 Uhr morgens selten, auf dem Lande aber ist er fast die Regel, insbesondere im Sommer. Auf den Dörfern mußten sogar 31 Prozent der Hausangestellten vereits vor 6 Uhr morgene tätig sein. Nur 0,6 Prozent der Hausangestellten aber können bis nach 8 Uhr morgens ruhen. Man sieht, daß dies— und es ist das auch gut begreiflich— zu den seltenen Ausnahmen gehört. Was den im Hausgehilfinnengesetz vorgesehenen eigenen Schlafraum anbelangt, so wird dieser Bestimmung sehr weitgehend Rechnung getragen: 96.2 Prozent der Hausangestellten am Hanogelenklhatten einen eigenen Schlafraum, in den übrien Abschluß bil=igen Fällen teilten sie diesen Raum mit einem Familienmitglied, meist chen der Familie. Interessant war es, zu erfahren, auf welch Weise die Angestellten ihre Stellung erhalten 7,6 Prozent hatten sie durch Inserate, 7,7 Prozent durch kostenlose städtische oder staatliche Arbeitsvermittlung, 9.7 Prozent hingeger durch eine berufsmäßige Stellenvermittterin Der größte Teil der Madchen, nämlich mehr ais 70 von Hundert hatten ihren Posten auf andere Art erhalten, und zwar entweder durch direkte Empfehlungen oder durch Verabredungen mit der Mutter. der Schwester oder einer sonstigen Angehörigen des betreffenden Müdchens. (2.— Minna Heiteres von Jo Hanns Rösler. Pauline suchte ein neues Mädchen. Ging zur Stellenvermittlerin.—„Wievsel Mädchen oriagen Sie so die Woche unter?“ fragtesie nebendei. „Jede Woche vierzig bis fünfzig. „Fünfzig Mädchen? Da verschaffen Sie al im Jahr über zweitausend Mädchen eine Steilung?" „Keine Anhnung! Das sind doch immer dieselben fünfzig.“ * Pauline hat ein neues Mädchen engagiert. Eine vom Lande. Von weither.—„Sie 11 heute früh mit dem Zuge angekommen.“ erklärt Paulige ihrem Paul. „Hoffentlich bleibt sie länger als die letzte?“ meint Paul. Bestimmt! Vor morgen avend fahrt nein Zug zurück.“ * Pauline unterweist das Mädchen. „Ich bin kein Freund von vielen Worten, erklärt sie,„wenn ich nicke, heißt das„Ja“.“ Meint das Mädchen:„Gern, gnädige Frau. Und wenn ich mit dem Kopf schüttele, heißt da: „ein“ * Früher war Minna in einem Kino als Logenschließerin. Davon hängt ihr heute noch etwas an. Eines Vormittags klingelt es. Zwei Herren stehen vor der Tür.—„Die gnädige Frau erwartet uns,“ gibt der eine seine Karte ab. Minna guckt die Karte an. Dann schüttelt sie den Kopf:„Ja, aber nur der eine Herr dar herein.“ „Erlauben Sie mal?“ „Nein. Nein. Der andere darf nicht herein.“ „Hier scheinenkomische Zustände zu herrschen,“ setzen da die Herren ihren Hut wieder auf und gehen. „Es waren welche da.“ berichtet Minna stolz in der Küche.„die wollten herein.“ „Na, und?"— „Es waren zweie. Aber ich habe sie nicht hereingelassen. Sie hatten alle beide bloß ein Billett.“ * Heute hat Minna Ausgang. Auf zwei Tage. Pauline muß sich daher allein behelfen. Seit drei Stunden kniet sie vor dem Ofen u.nd versucht Feuer zu machen. Zehn Schachteln Zündhölzer liegen abgebrannt am Boden. Nichts hilft. Stöhnt Pauline verzweifelt:„Und da soll es Leute geben, die gewerbsmäßige Brandstister sind.“ Eines Tages verschenkt Pauline eine Theaterkarte.—„Wie hat es Ihnen denn gefallen?" fragt sie am nächsten Morgen. „Großartig, gnädige Frau. Besonders die eine Stelle. wo das Mädchen ihrer Gjädigen mal so richtig die Meinung sagt.“ * Und da geschah die Moritat. Die Tante Terrakotta war ermordet worden. Mit dem Küchenmesser. Mittamang in den hageren Hals. Paul und Pauline mußten aufs Gericht. Der Ehemann schien hinreichend verdächtig. Die Ehefrau wurde wieder frei gelassen. Gegen den Ehemann eröffnete man ein Verfahren. Vier Wochen, acht Wochen dauerte die Untersuchung. Drei Wochen die Verhandlung. Paul wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Auf der Treppe des Landgerichts fragte sein Verteidiger:„ Haben Sie eigentlich auf jemand Verdacht?" „Verdacht! Ich weitz doch, wer## war.“ Pattrlich. Bir waren dach dabet, meinel desen Schelstunzg genschiesiese nd dn Frau und ich. Wir haben es gesehen?“ einem soliden Damenschnürntiefet und dem „Wer war es denn?"! Kommißitiefel eines Insanteristen schwankte. „Minna.“ Ihr Dienstmädchen?“ „Aber warum haben Sie das nicht söfor: geagt?“ „Ja, nicht wahr, daß meine Frau daheim ohne Mädchen dasteht! Wer hätte uns denn so schnell wieder ein eingearbeitetes Mädchen verschafft?“ Schonende Wäschebehandlung Die beste Art der Fleckenentfernung. Die gute Behandlung vor Leib= und Tisch wäsche ist von jeher eine besondere Sorge j.der Hausfrau gewesen. Ueber das Waschen der Stücke gibt es denn genug praktische Vorschriften, weniger existieren jedoch solche für die Entfernung der Flecken aller Art. Bei der Benutzung der Wäsche sollte man ihr eine scho nende Behandlung im Intcresse ihrer längeren Lebensdauer angedeihen lassen. Da sind es beonders die männlichen Mitglieder der Famil die sich nicht auf Schonu gg der Wäsche verste hen. Von den Wein= und Obstflecken im Tisch uch und Servietten will ich gar nicht ers reden; sie lassen sich ja bei aufmerksamer Behandlung wieder entfernen, wenn auch immerhin nicht ganz ohne Schaden für die Bewebeasern. Schlimmer sind die kleinen Löcher, die durch achtloses Hinlegen der Zigarre auf das Tischtuch, durch Abspringen der Z.garrenglut oder der Funken des Streichholzes entstehen. Schlimm sind auch die winzig kleinen Löcher in den Servietten, die dadurch entstanden, daß der Herr Gemahl oder die erwachsenen Söhne gedankenlos die Zinken der Gabel hineinsteckten. Eine besondere Aufmerksankeit verdienen die Flecke, deren Entsernung die Hausfrau im Interesse der Wäsche selbst vornehmen sollte. Dienstboten nehmen beim Herausmachen der Flecken selten darauf Rücksicht, ob die Mittel, die sie anwenden, und die Art, wie sie die Mittel gebrauchen, nicht schädlich für die Wäsche. stücke sind. Und das Loch, das in dem fast neuen Wäschestück entsteht, got deutlich die Stelle an, wo ein Rost= oder Weinflek kürzlich herausgemacht wurde. Unter allen Methoden, Rostflecken aus Wäschestücken zu beseitigen, verdient folgende den Vorzug, da sie dieselbe am wenigsten angreift. Man taucht die betreffende Stelle mehrere Male in kochenden Zitronensaft und hält die Flecke an die Außenwand eines zinnernen mit heißem Wasser gefüllten Gefäßes. Zuletzt wäscht man mit Seisenwasser nach. Kann man die Wäsche der scharfen Luft aussetzen, so hilft gegen Rostflecke ein Brei aus einem Teelöffel Salmiak mit etwas Wasser und einem Eßlöffel voll gestoßenen Kochsalzes verrührt; man bestreicht damit die Flecken und setzt dann die Wäschestücke einige Stunden der Luft aus. Dann wäscht man die Sachen in klarem Wasser nach. Die leidigen Stockflecken in der Wäsche sollen vermieden werden, indem man feuchte, schmutzige Wäschestücke nicht achtlos in die dafür bestimmten Behälter legt, sondern sie über einer Wäscheleine trocknet. Sind sie aber doch vorhanden, so beseitigt man sie auf folgende Art: Zwei Hände voll Kochsalz stößt man fein, gibt 15 Prozent Salmiakpulver und Ammoniak dazu, kocht dies mit zwei Liter Flußwasser eine halbe Stunde in einem irdenen Topf. Man breitet die Wäsche aus, bestreicht sie mit dem Wasser, läßt sie trocknen und fährt so lange fort, bis die Flecke beseitigt sind. Weinflecke und Obstflecke legt man, möglichst so lange sie noch frisch sind, über Nacht in Milch Sollte nach öfterem Wiederholen dieses Verfahrens noch ein Schein zurückgeblieben sein, so läßt er sich entweder ausbleichen, oder durch Anwendung von Zitronensaft entfernen. Bis endlich zum Erstrunen der gesamten ziol lisierten Männerwelt die erfinderishe ade den schneidigen Stulpenstiefel vor die Füße setzte. Ex oriente lux! Aus dem Osten kommt not mehr. Der Siegeszug der einst wel berühmten Petersburger Gummt##n 91.227„.## vor Jahren zum Stillstand. Angediich werl si# zahlreiche Geschäftsleute weigerten, der 9#: forderung ihrer Kundschaft, ihr den Buch# mu diesen Galoschen herunter zu rut'chen.er wieder nachzukommen. Und dann? Im Osten nichts Neues? Da setzte auf der gen Front von Riga bis Tarnopol die Generalofsensive der Schuhwarenfabriken ein und überschüttete ganz Ost=, Nord= und Mitteleuropa nit einem Trommelsener von Damen=##### feln, an dem ge####n die Kanona#e 0on my ein Kinde spiel war. de tragen den S####pen nsten#en Mit und ohne Peleverbrädboxe, Sassian= und JuchtenDie Damen von stiefel in den ver## und Preislagen. rung in Lach, R Idbor.“, Haute wisen 1 8. lieder. Und die Manner von heute wissen Tchi, ob sie lachen oder schelten sollen, wenn ch so ein blitzsauberes frisches Geschöpf, beal mit Kappe oder Baskenmütze. unter der man den keck geschnittenen Bubenkopf mehr ahnt als sieht, Trenchcoat oder Pelz und den lachten Weg läuft. Ein gewisser Ansatz von Wade gehört freilich zur Trägerin eines solchen Halbschäfters hinzu. Der Dame mit Storchenbeinen, die in gewaltigen Kanonenrohren einherstelzt, bemächtigt in immer liebevollerer Weise die Karikatir zahlreicher Witzblätter. Nur eins begreift kein Monn. Weshalb die anzuschauen wie Kanonierrekruten, gestiefelt durch schneelose, aber regennasse Straßen stapfen in einer Zeit, da just die Ro#le im Interesse notleidender Tuchfabrikanten ze länger je lieber werden. Die alten Römer wußten, weshalb sie einen ihrer Soldatenkaiser Caligula(Stieselchen) nannten. Doch hüten wir uns, daraus verkehrte Schlüsse zu ziehen: Es macht den Frauen Vergnügen, forsch aufzutreten, sich männlich aufzuführen. Sie werdens bleiben lassen, sobald der femine Mann von heute in der wohlverdienten Versenkung verschwindet und das Pantoffelheldentum neuamerikanischen Musters mit ihm. Es lebe der Stulpenstiefel! Was würde wohl der selige General von Zieten gesagt haben, wenn ihm die jungen Demoiselles des Jahres 1929 bekleidet mit seltsamem Schuhwerk an einem regenfeuhten Dezembertage auf der Straße begegnet wären? — Potzmohrenelement! Haben denn die Damen meinen Husaren die hohen Stiebeln abgegucht? Mit dem Ueberschuh aus Wolltrikot und laubfroschgrüner Gummihant begann's. Dann Verschiedene Arten von Gulasch Das Gulasch ist hauptsächlich aus dem Grunde ein so beliebtes Gericht, weil man hierzu mindere Fleischsorten und überdies auch die verschiedentlichsten sonstigen Speisenreite verwenden kann. Außerdem lassen sich für Gulasch auch verschiedene Fleische miteinander vero#nden, wie etwa Rind=, Schweine=, Kald= oder Hammelfleisch. Die Kunft der Hausfrau liegt nun darin, dem Gulasch jedesmal einen anderen Geschmack zu geben. Ein richtig zubereitetes Gulasch wird in einem eisernen oder steinernen Gefäß zubereitet. Man brät die einzelnen Fleischstücke, ehe man sie schmoren läßt, erst kurz an. Beim Schmoren soll man bloß so viel Wasser zugießen, als unbedingt erforderuch ist. Ein richtig gemachtes Gulasch nämlich hat nicht viel, aber dafür um so kräftigere Soße. Ist das Gulasch gar, so gibt man entweder Burnenstückchen hinzu, die man kurz in der Soße aufkochen läßt. Auch Kaperln, Senf oder Sauerkohlreste sind eine gute Würze für die Gulaschsoße. Zur Zeit der Tomaten wird man selbstredend diese hinzusetzen. Sehr gut schneckt überdies Gulasch. mit dem man Pilze, Grunlinge oder dergl. schmorte. Hier kann aus der Not eine Tugend gemacht und wenig Fleisch geschickt gestreckt werden. Für die tüchtige Hausfrau gibt es die mannigfachsten Möglichkeiten, dem Gulasch jedesmal einen anderen Beigeschmack zu verleihen. Die Soße selbst soll vor dem Servieren durchgesiebt werden. Zum Gulasch passen eigentlich alle Beilagen: Kartoffeln, Kartoffelbrei, Klöße, Nudein, Reis, Makkaroni und Kartoffelnudeln. Kein Munder, daß es auf jedem deutschen Tische anzutreffen