SS 2•8 P STASE ES S 9 S n#S#SE, ag SOSESgBang#: SOSDTE: 9 2 a 5 8 gonn BFEES R. BSES 7S Shbn:rn — 8 * 8 Go- 2. * #cck weriten. hen, Puderdosen, Kamm= und Schuhcreme und Putzlappen, Kleiderbi lich siegt der Leichtsim— der eigennichgestellt. Der Topf wird zugedecht und bleibe einer ist— und sie bringt dieses könig= seitlich des Hordeg solange stehen hie die ind ähnliche Gebrauchsgegenstände finden erschlupf im Schuh. Allerdings muß man darauf achten, daß der Schuh nicht so ungeschickt ausgepolstert wird, daß er die Form veröert. Man darf nie zuviel hineinpressen und nuß alle kantigen Gegenstände so einhüllen, daß das Leder von ihnen nicht durchstochen werden kann. Man kann übrigens sehr viele Reiseutensilien in Miniaturform und oft auch zusammenlegbar erhalten. So gibt es Etuis mit ganz klein zusammengeschovenen flachen Kleiderbügeln aus Metall, es gibt Hausschuhe im Etui, die nicht mehr auftragen als ein Paar Strümpfe. Nähetuis hat man in allen Formen und Arten, die das Wichtigste enthalten und zuweilen nur die Größe eines Zigarrenetuis haben. Eine reizende Neuheit auf dem Gebiet der Reiseutensilien ist ein kleines Zelluloidschächtelchen, das sechs zierliche farbige Klammern, zwei Nägel und eine dünne Wäscheleine enthält. Diese Leine kann man zwischen zwei Wänden oder Möbelstücken in jedem Zimmer anbringen. Neu ist auch ein Etui mit zusammenlegbarem Kamm und ganz flacher Bürste. Daß man Taschentücher ohne Plätteisen plätlen kann, wird wohl nicht jeder Frau bekannt Man legt das nasse Tuch gegen eine terscheibe(auch gegen einen Kachelosen), ht es von der Mitte aus so glatt, daß einzige Falte bleibt und daß die Ränder schön gerade liegen. Man läßt das Tuch nun einfach am Fenster, am besten in der Sonne, bis es getrocknet ist und von selbst abfällt. Dolores: Bevorstehende„Reform“ der Regenschirme! Der Regenschirm, der ursprünglich aus Chinasa stommt, ist sozusagen an einem toten Punkt angekommen. Kein Mensch liebt ihn, man benennt ihn mit nicht gerade freundschaftlichen Namen, wie„altes Möbelstück" oder„Schrecken aller Schrecken“ und man nimmt es lieber in Kauf, sich nachher seine Kleider ausbügeln zu lassen, als stets und ständig mit dem Schirm bewaffnet einherzuziehen. Der Regenschirm ist erst 150 Jahre alt. Bis um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts kannte man ihn überhaupt nicht. Man hüllte sich in Goloschen und Kapuzen und ging heroisch in den Regen hinaus. Als ihn irgend ein Weltreisender um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts nach Europa brachte, wurde er von den Pariserinnen u. insbesondere von den Hofdamen am Hofe Ludwigs des Fünfzehnten eifrig aufgegriffen, weil er ein gutes Kokettiermittel abgab. Ludwig der Fünfzehnte gab auch ein Hosdekret heraus, wonach es gestattet wurde, daß die Damen des Hofes bei Prozessionen Schirme tragen durften. Seither aber hat der Schirm mehr und mehr an Beliebtheit verloren. Er ist in seiner heutigen Form in der Tat nicht mehr praktisch, weil man bei dem heutigen großen Straßenverkehr nicht durch ihn hindurchsehen kann und weil er, der so leicht vergessen wird, nirgends befestigt werden kann. Die Pariser Modeschöpfer denken nun ernstlich daran, den Schirm aus durchsichtigem Stoff anzufertigen. Eine zweite Neuerung soll den Schirmstock betreffen. Mit einer kleinen elastischen Feder soll man den Schirm künftighin sowohl nach oben als auch nach unten schieben können, sodaß der Schirmrand näher oder weiter vom Damenhut entfernt werden kann Ob der Schirm, der mehr und mehr auf Kosten von Regenmänteln vernachlässigt zu werden beginnt, wieder neue Sympathien erlangen kann, ist schwer abzusehen. Es liegt wohl mehr an der Sachlichkeit unserer Zeit, die Unpraktisches auszumerzen sucht. Der Schirm, der in einer passenden Tasche getragen wird, gehört zu den letzten Modeschöpfungen und zeigt bereits deutlich das Bestreben, ihn handlicher zu gestalten. Keiner is1— und sie bringt dieses konigGemüse dem entzückten Hausherrn heim. at ist jetzt auch etwas Köstliches, er ist Eisengehaltes wegen ein besonders empfehlenswertes Gericht für Kinder und Kranke, ihm ziemlich gleich an Nährwert stehen die jungen Möhrchen, Mohrrüben oder Wurzeln genannt, sie enthalten außerordentlich viel Vitamine und Eisen und sind als Brei, ebenso wie Spinat, auch für die winzigsten ErdenbürFara sene„Dann folgen die Hopfencossen, die dem Spargel sehr ähnlich sind, später der junge Kohlrabi, die ersten grünen Erbsen und endlich Ende Mai— wohlgemerkt in normalen Jahren!— die von Feinschmeckern langerwarteten grünen Bohnen. Mit Spargel läßt sich allerlei beginnen und ein jedes Gericht wird schmackhaft und delikat sein. Er will aber zärtlich behandelt sein. Man bekommt ihn oft so wenig gut bereitet, daß er alle guten Eigenschaften verloren hat. Vor allem muß er sehr sorgfältig geschält werden, man lasse diese Arbeit nur von Leuten mit guten Augen erledigen, denn wenn er mit Fäden vorgesetzt wird, verliert er, keiner mag ihn. Der Spargelkopf bleibt unversehrt. Man setze den Spargel mit kochendem Wasser an, so daß er von Wasser bedeckt ist, und lasse ihn eine ¾ Stunde kochen. Fünf Minuten vorher, ehe er gar ist, tue mon Salz hinzu, da der Spargel durch Salzwasser gelb wird. Spargel in Gelee. Eine gute Abendschüssel zum kalten Abendbrot verschafft man sich, wenn man die Spargelbrühe mit zwei Brühwürfeln würzt und in der kochenden Brühe ein paar Blatt Gelatine zergehen läßt. Der Spargel wird vorher zierlich i einer tiefen Schüssel angerichtet, die Brühe durch ein Sieb gerührt darübergegeben, und wird erkaltet gegessen. Ebenfalls ist Spargelsalat, mit Oel, Essig und Salz, sowie einer Prise Zucher angemacht, eine nette wechstung Zu Spargelgemüse verwendet man die dünneren Stangen, die auch sehr sorgfältig geschält werden und die man in fingerlange Stücke schneidet. Man macht ein helles Schwitzmehl von einem Eßlössel Butter, einem Eßlössel Mehl, gibt seingewiegte Petersilie und ein Prischen Zucker dazu, die Spargelbrühe von dem vorgekochten Spargel und legiert die Soße mit einem Eigelb. Man kann das Gericht als Mittag oder Abendschüssel geben und richtet es in einer Gemüseschüssel nach Belieben mit Fleischan fseillich des Herdes sbllnge srehen, bis die Masse gestockt ist. Zu der warmen Speise wird ein Obstguß oder geschmortes Obst gereicht. Vorzüglich sind gezuckerte Beerenfrüchte. Das Kräuterei. Das Ei wird acht Minuten gekocht, abgeschreckt, abgepellt und der Länge nach halbiert. Nun nimmt man das Eidotter heraus und hackt es fein mit einer Sardelle sowie wenig Schnittlauch und drei Tropfen Essig. Man mischt es mit einem Hornlöffel und drückt die Masse in die Eierhälften. Sie werden mit Schwarzbrotschnitten oder Weißöschen und Butter serviert. —2— Zur Strafe allabendlich einen Kuß. Den amerikanischen Richtern sind die Hände nicht derartig durch strenge Vorschriften gebunden wie ihren europäischen Kollegen, und oft fällen die Herren nach eigenem Gutdünken Urteile, die zwar der Situation angepaßt sind, aber nicht dem Strafgesetzbuch entsprechen. Stand da kürzlich ein Sünder vor dem weisen Richter Eilperin in Newyork, weil er seine Frau ausgiebig verprügelt hatte. Der Richter überlegte nicht lange. Er sah sich die alles andere als liebliche Klägerin nur kurz an und entschied:„An Stelle einer verwirkten Arbeitshausstrafe wird der Beklagte verurteilt, seiner Frau auf die Dauer von sechs Wochen jeden Morgen einen Kuß zu geben. Versäumt er dieses, dann muß er für den Rest der Zeit ins Arbeitshaus.“ Der Verurteilte drehte die Mütze in der Hand:„Ist das Ihr letztes Wort, Richter?“—„Ja.“ Da wandte sich der liebevolle Ehemann schweigend und verließ an der Seite seiner Frau den Saal. Wie ein Tier, das zur Schlachtbank geführt wird. Die Hopfensprossen werden unten abgeputzt und rein gewaschen, dann in kochendem Salzwasser weich, doch nicht zu weich! gekocht und auf einen Durchschlag gegeben. Nun wird eine feingeschnittene Zwiebel geröstet mit einem Teelöffel sein gewiegelter Petersilie, und ein Eßlöffel Mehl wird in reichlich Butter hellgelb geschwitzt und mit 1 Liter Fleischbrühe mit der Zwiebel und Petersilienwürze klar gekocht. In dieser Soße läßt man die Hopfenkeime noch ein wenig weich dünsten. Sehr gut ist auch ein Gericht von gefüllten Kohlrabi. Eine Mandel nicht zu kleiner Kohlrabi werden geschält, halb weich gekocht, ausgekühlt und von oben her ausgehöhlt. Nun bereitet man eine Fleischfarce von gehacktem Fleisch, das mit Ei, geweichtem Weißbrot und seingehackter Zwiebel verrührt ist. Dann füllt man die Kohlrabi und stellt sie nebeneinander in einen Kochtopf, dessen Boden mit Butter ausgestrichen und mit Schinkenscheiben ausgelegt wurde. Die Oeffnung der Kohlrabi natürlich nach oben! Dann gießt man 1/ Liter gute Fleischbrühe dazu und läßt das Gemüse weich schmoren. Vor dem Anrichten mache man die Soße mit angerührtem Mehl sämig. Kl. Die Küche im Frühling Endlich ist die Zeit des Kohlkochens überwunden und die üblen Düfte dieses nahrhaften Wintergemüses verflüchtigen sich! Es ist jetzt eine Freude, auf den Markt zu gehen und sich an den bunten Farben der Blumen, der letzten Aepfel und Orangen zu laben, dem sich schücktern die ersten Gemüse zugesellen. Die gute Hausfrau überrechnet sorgsam, ob sie sich schon an den sehr teuren Spargel wagen kann, und —1•.— Eierspeisen für Schwächliche Eierbier. Eine Flasche gutes Schwarzbier wird mit einer Prise Kümmelkörnern oder einem Stäubchen Ingwer zum Kochen gebracht. Inzwischen verquirlt man in einem Porzellantopf ein Eidotter mit etwas kaltem Bier und ein wenig Zucker. Das kochende Bier wird unter forschem Schlagen hinzugegossen. Man schmeckt mit Zucker nochmals ab. Tassenspeise. Ein Eiweiß wird zu steiser gen und dann das Eidotter Föffel Zucher. darunter inge Masse wird in ein getan und in einen Topf mit HHarte“ Steafe. Der Hofschauspieler Emil Devrient wurde im Jahre 1860 am Hoftheater in Dresden„wegen Vergehens wider die Sittlichkeit“ mit drei härten Talern Strafe belegt.—— Er hatte die muntere Liebhaberin Amalie Schönchen auf offener Bühne——— wirklich geküßt. Man denke! Emil bezahlte seine drei Taler gern, denn Amalie war damals jung und schön! Das neue Daheim(65. Ihrg. Nr. 32) erschien soeben mit einer überraschenden Fülle aktueller Bilder und farbiger, künstlerischer Wiedergaben neuer Gemälde. Der reiche Lesestoff gibt einen fesselnden Abschnitt des laufenden Romans„Der Husar von Rheinsberg“ von Friedrich Freksa; daneben die abgeschlossene Erzählung aus dem Florentiner Volksleben„Die Glücksgrille“ von Alice von Gaudy. Dr. Werner Wirths behandelt die Arbeit des Deutschen Schutzbunds. H.=C. von Zobeltitz würdigt die Persönlichkeit und das dichterische Schaffen von Frida Schanz, die in diesen Tagen ihren 70. Geburtstag feiert. Der Aufsatz„Das Strafgesetzbuch auf der Bühne“, gibt einen Rückblick auf den letzten Berliner Theaterwinter. Die praktische Hausfrau findet eine Küchenbetrachtung mit neuen Zubereitungsarten für Tauben, eine modische Plauderei„Neue Schuhe, neue Hüte" u. v. a. Verse, der Rätselteil, Auskünfte und eine wertvolle, ganzseitige Kunstbeilage vervollständigen den abwechslungsreichen Inhalt des schönen in ee gesch. schlichter Die schäuTasentep Frühling!—„und mit all meiner Freud, was fang ich nur an?“ Ich ziehe ein festlich fröhliches Kleid an, möglichst ein leichtes seidnes, und dann gebe ich Flaggensalut, ziehe Fahnen und Wimpel auf, wo immer sich das modegerecht am Frühlingskleid anbringen läßt.— So geschrieben im Mai=Heft der Frauen=Mode. Braucht es weiterer Erläuterungen? Lockt es Sie nicht, diese Frühlingswunder der Mode kennen zu lernen? Erlesene Modelle warten darauf, Sie mit dem Reiz des Persönlichen zu umgeben, sportlichssommerliche Kleider werden Ihnen auch an heißen Tagen das Gefühl köstlicher Ungebundenheit geben, kurzweilige Plauderei unterrichtet Sie über alles Wissenswerte. Das Maiheft der„Frauenmode“ ist überall zum Preise von 90 Pfg. zu haben, sonst auch direkt * vom Verlag Otto Beyer, Leipzig, Weststr. 72. ###ch endem Wasser“ Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. Druck nud Verlag: Dr. C. Saatz, Altena. Praden—.— Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung r. 17 Altena, den 14. Mai 1929 Das Problem der einsamen Frau Die leicht begreiflichen Gründe die Frauen dazu bewegen, eine Ehe zu schließen, sind der Wunsch, ein frauliches Dasein zu führen, und die mit ihrer Wesenheit verbundenen natürlichen Triebe, nämlich die der Mütterlichkeit, der Liebe und des Anlehnungsbedürfnisses der Frau. Die weniger natürlichen Beweggründe, die sie sehr oft veranlassen, eine Ehe einzugehen, sind alle jene auf gedanklicher Grundlage beruhenden Momente, die das feine und richtige Volksempfinden auch sehr wohl in die Reihe der weniger edlen Motive einreiht, wie Berechnung, Streben nach Versorgtsein, Furcht, die letzte oder einzige Heiratsgelegenheit zu versäumen, und schließlich die Furcht vor dem Alleinsein. Wenn man der Ansicht ist, daß die aus den ersteren Motiven geschlossenen Ehen die glücklicheren sind, so ist das verständlich. Denn all die aus gedanklichen Gründen konstruierten Ehen sind schon allzuweit von dem naturgewollten Trieb zur Ehe entfernt, sie sind Produkte einer Zivilisation und Kultur, die mit der Natürlichkeit nicht mehr viel zu tun hat. Die Furcht, einsam durchs Leben gehen zu müssen, ist eigentlich etwas für unsere Zeit sehr veraltetes. Ihre Wurzeln liegen in den Ansichten einer Zeit, die es als Makel empfand, wenn ein Mädchen, das zwei Dutzend Jahre zählte, noch nicht verheiratet war. Die Frau von heute, die so anders erzogen wird, kann, auch wenn sie nicht heiratet, einen Lebensinhalt suchen und finden. So ist es eigentlich nicht zu verstehen, daß sich so viele Frauen vor dem Alleinsein fürchten, daß sie lieber ungeliebte Männer heiraten, obwohl sie von vornherein deutlich fühlen, daß ihnen an deren Seite kein Glück zuteil werden wird, als daß sie allein bleiben wollten. Rollt man die Sache bis in die letzten Wurzelfasern psychologisch auf, so zeigt es sich, daß diese Frauen, die nichts so sehr fürchten wie das Alleinsein, sich eine Familie gründen wollen, daß sie ein eigenes Kind oder wenigstens ein Adoptivkind großzuziehen gedenken, um sich vor dem einsamen Alter zu schützen, kurz, daß ihr Streben in der Hauptsache darauf gerichtet ist, nicht allein zu bleiben. Viele Frauen halten es für das Traurigste im Leben, stets allein zu essen, im Zimmer zu sitzen und allein spazieren gehen zu müssen. Es sind das, wie ein oberflächlicher Beobachter annehmen müßte, nicht mal die geistig armen Frauen, die mit ihrer eigenen Gesellschaft nichts anzufangen wissen, sondern im Gegenteil sehr häufig Menschen mit reichem, wertvollen Innenleben, die den Wunsch haben, jemanden an ihrem Sein und Wirken teilnehmen zu lassen. Trotzdem ist es falsch, diese Angst systematisch in sich großzuzüchten. Es gibt heute viel mehr einsame Frauen als einsame Männer. Man denke an die vielen Witwen, Junggesellinnen, geschiedenen Frauen und alten Mädchen, die sich auf irgend eine Weise einen Lebensinhalt schaffen müssen, einen Lebensinhalt, der nicht die Ehe, sondern etwas anderes sein muß. Die heutige Zeiteinteilung kommt den mütterlichen Wünschen der Frauen sehr entgegen, indem sie die mannigfachsten sozialen Berufe, die vielseitigsten Betätigungen für Frauen offen hält. Die Frau, die es heute nicht mehr nötig hat, „beizeiten dienen zu lernen“, lernt statt dessen andere Dinge: die Einstellung auf das wahre Leben, da es ja ein Lotteriespiel mit leider sehr fraglichem Ausgange ist, vielen die Einsamkeit bringen muß. Die Einsamkeit ist kein Schreckgespenst mehr, wenn man sich von innen heraus das Leben reich gestaltet. Die Frau, die heiratet, Kinder und Familienangehörige besitzt, ist reich und glücklich, aber diejenige, die in ungeliebter, oft kinderloser Ehe dahinlebt, ist oftmals weniger reich und glücklich als die bewußt alleinstehende Frau, die es versteht, sich mit Menschen zu umgeben. Jeder Mensch trifft einMairegen Tropfen, die den Acker gähren, Regen rinnt im Frühlingswind. Aehren neigen sich zu Aehren Ganz wie ich zu dir, mein Kind. Mit dem goldenen Getreide Minnt der Regen leis und lind, Und sie flüstern wie wir beide— Ganz wie ich zu dir, mein Kind. Sonnenschein nach Regengüssen. Frühlingswind entfloh geschwind. Wie sich heiß die Blumen küssen! Ganz wie du und ich, mein Kind! Emanuil Dimitroff. Aus dem Bulgarischen von Roda Roda. mal Weggenossen, die ihm wertvoll erscheinen, an die er sich anschließen kann und die ihm Freunde werden. Keine, auch nicht die unverheiratete Frau, braucht einsam durchs Leben zu gehen. Ist sie ein Mensch mit inneren Werten, mit reichem geistigen Innenleben, so wird sie stets einen Kreis finden, in dem sie sich wohl fühlt, Interessen, die sie ausfüllen, Menschen denen sie nützen, geben kann. Dann ist sie besser daran als ihre unglücklich verheiratete, unharmonisch dahinlebende, zur Verbitterung und Menschenfeindlichkeit neigende Mitschwester, die wahrscheinlich noch viel einsamer ist als die einsam lebende, aber harmonisch unter gleichgesinnten Menschen wirkende Frau. Der Sinn des heutigen Lebens ist die bewußt gesteigerte Lebensfreude. Mitleben mit Andern, sehen mit offenen Augen, was um uns her geschieht. Hier liegt der größte Gegensatz zur früheren Zeit, die mehr auf Starrheit und Schema Wert legte, die Schablonen ausstellte, die das Individuum allmählich abtöteten. Diese Lebensfreude, die sich ein jeder Mensch schaffen muß, die sich aber nicht erkaufen, sondern nur in zielbewußtem Streben und in harmonischer Lebensführung erreichen läßt, kann auch der einsamen Frau zuteil werden, wenn sie es versteht, ihr Leben wertvoll zu gestalten. Dazu gibt es zwei Mittel: Anderen Menschen setwas sein— hierbei wird die Ehe, das Familienglück, die Mütterlichkeit zu ihrem Recht kommen,— oder im Falle der wirklich einsamen Frau: innere, entweder geistige oder berufliche Werte in das Leben tragen, die die Lebensfreude wachzuhalten und zu steigern imstande sind. Anna Lichtenstern. Das appetitlose Kind Im Kriege, als es fast nichts zu essen gab, klagte man nicht darüber, daß die Kinder bei Tische nicht essen wollten. Erst nach der Inflation, als der wirtschaftliche Aufschwung und ein reichlicheres Vorhandensein von Lebensmitteln einsetzten, trat diese alte Erscheinung wieder deutlich zutage. Man findet sie vorwiegend bei verwöhnten Kindern und in der Regel beim einzigen Kinde. Woran liegt diese Appetitlosigkeit? Sie kann zwei Gründe haben: entweder ist sie eine bloße Faulheit, da das betreffende Kind lieber spielen möchte, oder aber sie ist tatsächlich auf mangelnde Eßlust zurückzuführen. Sehr häufig verbinden sich die beiden hier angeführten Gründe und wirken miteinander ein. Die Appetitlosigkeit des Kindes aber ist eine wahre Familienkatastrophe. Der Vater macht der Mutter Vorwürfe, weil das Kind die gemeinsame Mahlzeit stört und ungebührlich lange hinauszieht, die Mutter sucht auf das Kind einzuwirken und erreicht damit das reine Gegenteil, da ein Kind, dem man aus dem Essen viel Wesens macht, vor dem Essen Angst bekommt und dann aus Angst und auch oft aus Trotz weniger und noch langsamer ißt. Wir sollten in vielen Dingen Kinder wie unseres gleichen, d. h. wie Erwachsene behandeln, so paradox dies klingen mag, so wird dieses Erziehungsmittel oft überraschend wirken. Womit kann man es erreichen, daß ein solches Kind richtigißt? Durch eine richtige Erziehung und durch eine richtige Lebensweise. Ein appetitloses Kind muß— und das ist die wichtigste Bedingung— regelmäßig essen. Es geht nicht an, daß die Mutter, froh und beglückt darüber, daß das Kind überhaupt etwas zu essen verlangt, diesem zwischen den Mahlzeiten kleine Kostproben Obst oder Süßigkeiten verabreicht. Der Verdauungsapparat des Menschen und ganz besonders der des Kindes braucht strikte Regelmäßigkeit. Genau so wie der Erwachsene zur gewohnten Eßzeit Hunger bekommt, ebenso wird sich beim Kinde, as man aushungern ließ, die Eßlust ganz von selbst einstellen. Der zweite Fehler, den die Mütter solcher Kinder sehr häusig begehen, liegt auf psychologischem Gebiete. Anstatt das Kind nicht zu beobachten, sieht die Mutter angst= und sorgenvoll hin, ob das Kind seinen Löffel zum Munde führt, tadelt es laut oder leise, lenkt es und macht das Kind kopfscheu. Je mehr man ein Kind nötigt, desto mehr Widerwillen wird es vor der betreffenden Speise erhalten und eine mit Widerwillen zu sich genommene Mahlzeit kann niemals ihren Zweck erreichen. Das Kind soll frei und froh, nicht aber eingeschüchtert und voll Angst zu Tisch kommen, und wenn es sieht, daß man ihm keine Aufmerksamkeit schenkt, wenn es nicht mehr zu fühlen bekommt, daß es der Mutter einen Gefallen erweist, wenn es überhaupt etwas ißt, so wird der natürliche kindliche Nachahmungstrieb ganz von selbst erwachen und das Kind wird ebenso wie die Erwachsenen essen. Wichtig ist es auch, daß man einem appettilosen Kinde nur wenig auf den Teller legt. Tut man das Gegenteil, so verliert es von vornherein den Mut, dieses Quantum jemals zu bewältigen. Angezeigt ist es auch, etwa ein befreundetes gut essendes Kind häufig einzuladen, da das Beispiel eines anderen Kindes sehr viel zu wege bringt. Schlecht essende Alleinkinder beginnen, wenn sie erst zur Schule gehen und in der Pause die anderen essen sehen, sehr häufig deren Beispiel zu folgen. Auch in Kinderheimen, wo alle Kinder gemeinsam speisen, können schlecht essende Kinder plötzlich zu guten Essern erzogen werden. Ganz verkehrt ist es, wenn eine überängstliche Muter ihrem schlecht essenden Kinde breiartige und sonstige Speisen vorsetzt, die es bloß herunterzuschlucken draucht, da sie es dann selbst füttern und ihm die einzelnen Bissen schnell nacheinander in den Mund schieben kann. Das Kind muß bewußt unter tüchtigem Kauen essen und soll dabei eine freudige, keineswegs lästige Arbeit verrichten. Ist die Umwelt des Kindes nervös, so macht sie auch das Kind befangen und unfrei. Und wir alle wissen aus eigenster Erfahrung, daß die Gemütsstimmung, mit der man sich zu Tisch setzt, den Appetit ungemein zu beeinflussen imstande ist. Je unbefangener man das Kind vor der Mahlzeit läßt, um so mehr wird es essen, und je mehr man ihm die eigene Angst zeigt, daß sein schlechtes Essen böse Folgen haben könnte, um so weniger wird man erreichen. Frische Luft, Sonnenbäder, Bewegung im Freien, kurz all das, was den Stoffwechsel güudüg beeiniseht EE1 E Cen, Albert, Ellen und die Schlange 3u Die Sonne schwebte hoch am Himmel undgeworden, wie er sie ihr immer so sehr verbrannt auf die Erde herab. Die FBäume stan=lübelte. den still und regten kein Blatt. Die Nögel wa= Aber die Schuld daran, daß es so kam, trug ren verstummt und verkrochen sich unter denler! Warum war er so wortkarg und verschattigen Büschen. Albert und Ellen brachen schlossen. Doch es beruhiate sie keinewegs, # Tennispartie ab, beluden den Balljungen daß sie nun, nach Art ihres Geschlechts, ihn für mit den Spielgeräten und wandelten lanesam, alles verantwortlich gemacht hatte. Und neuerden Garten durch die rückwärtige Pforte ver=lich stiegen ihr die Tränen in die Angen. tassend, über einen schmalen Pfad durch Wiesen] Auf einer Waldlichtung unter hohen Fichten und Haine, die einander in buntem Wechsel und Tannen, zwischen Krautern und hohen Gräfolgten. Sie gingen stumm neben einander her sern, hielt sie mit plötzlichem Entschlusse an. Albert blieb ein wenig zurück. Es geschah, um„Bitte, setzen wir uns ein wenig, ich bin müde!" unbemerkt den verträumten Blick auf dersbat sie, mit der weinerlichen Stimme eines schlanken wohlgeformten Mädchengestalt ruhen kleinen Mädchens, dessen Puppe zerbrochen ist. zu. lassen. Von Zeit zu Zeit trochnete er sich Er breitete seine Jacke aus, und während sie Stirne mit einer fahrigen Geste. Er sah er= sich zusommengekauert darauf setzte, legte er schopft und mutlos aus sich zu ihren Fußen nieder. Ellen schritt mit leichtem, wiegendem Gang] Ein wenig näher könnte er doch rücken, durch die Natur. Ihre Blicke stahlen sich immersdachte sie geargert bei sich. Albert hatte die wieder zu ihrem Begleiter. Sie fabte nach vor=Augen geschlossen, und sein Gehirn arbeitete beihuschenden Insekten, riß Halme aus und zog fieberhaft. Es waren die letzten Minuten, die sie zwischen den Zähnen durch, zernagte einigeser allein mit Ellen verbrachte, und je näher die Getreidekörner.. und äugte wieder nach Al=Abschiedostunde rückte, um so heftiger empfand bert, der so gleichgültig und gelangweilt nebenler, wie lieb er sie in den Wochen des Beisamihr her schvitt. Und es war doch das letzte Mallmenseins gewonnen hatte. Sie aber?— Ach, daß sie miteinander durch die Wiesen und Wäl=ffür sie war er nur ein angenehmer Spielder gingen! Heute war ihr Aufenthalt zu Ende. gefährt gewesen. Sie hatte es ihm oft genug Dieser Gedanke löste ein schmerzliches Gefühlldurch ihre Reden zu verstehen gegeben. in ihr aus. Ihre Augen wurden feucht. Nicht,] Plötzlich wurde er durch einen furchtbaren daß sie etwa sentimental oder gar verliebt ge=Schrei Ellens aus seinen Träumereien gerissen. wesen wäre, nein, so etwas stieß ihr nicht zu:[Albert fuhr zu Tode erschrocken empor und riß Aber sie hatte sich so wohl, so geborgen in der die Augen entsetzt auf: Ellen hatte sich halb in Gesellschaft dieses ernsten, ritterlichen, ein we=die Knie erhoben. Mit ausgerissenen Augen nig schwerfälligen jungen Mannes gefühlt, des= und gespreizten Fingern, nach Atem ringend. sen kluger Kopf und kraftvolle Gestalt Ver= bot sie ein Bild größten Entsetzens:„Die.. trauen und Zuneigung einflößten. Er war sosdie... Schlange!" tallte sie. ganz anders als andere Männer ihrer Bekannt= Und wirklich sah Albert jetzt etwas durch das schaft, die eine ganz eindeutige Haltung Frauenlleicht bewegte Gras rascheln gegenüber einnahmen.„ Sie. sie.. hat.. mich.„gebissen!“ stieß von Alfred Eduard Frauenfeld, Wien Ellen überdachte dies aues nicht, wayreno sie neben ihrem stummen Begleiter durch die schwülle Mittagssonne schritt, aber sie empfand es irgendwie. Wieder traf ein verstoblener Blick Albert. Ein Schreck durchzuckte sie plötzlich. Wie, wenn seine Zurückhaltung nicht schüchternes Gefühl war, sondern Gleichgültigkeit? Was dann? Ein wehes Gefühl durchbebte sie. Ihre Hand raufte ein Büschel aus und verstreute sie. „Morgen früh reise ich ab,“ stieß sie hervor. „Jal" kam es rauh zurück. „Sie werden sich dann mehr mit Ev' befassen können, und ich— nun ich werde mich nach einem neuen Tennispartner umsehen müssen!" Albert gab es einen Ruck:„Dann haben Sie alles bereits auf eine sehr einfache Formel gebracht. Ich beneide Sie!“ sagte er tonlos Ellen biß sich die Livven blutig. Sie hatte ganz etwas anderes sagen wollen, und min war wieder eine so leichtfertig klingende Bosheitkostbar. Ellen am ganzen Leibe zitternd hervor. „Um Himmels Willen, wo?“ „Das— das kann ich nicht sagen!“ „Unsinn!“ herrschte er sie an. „Im— Rücken!" lallte sie. „Im Rücken?“ „Ja, doch.. etwas.. tiefer!“.. gab sie zu! „Eile tut not. Die Wunde muß sofort erweitert und ausgesaugt werden." „Aber,“ stotterte Elln, die nun rot wurde,„ich kann sie mir nicht aussaugen.“ „Dann werde ich es eben vum!" bestimmte Albert. „Nein, nein, was Ihnen einfällt.. nein.. nein.. lieber sterben!“ „Seien Sie vernünftig, Ellen,“ redete Albert ihr zu, sein Taschenmesser ziehend und die kleine blitzende unge öffnend:„Jede Sekunde ist Ellen brach in Tränen aus:„Oh, ich schäme mich so, es ist unmöglich,“ schluchzte sie. „Ellen, ein letztes Mal fordere ich Sie im guten auf zu gehorchen, sonst muß ich Gewalt anwenden!" Wie herrisch und kraftvoll der schüchterne Albert sein konnte, wenn es galt, einer Gefahr die Stirne zu bieten! Ellen blickte demütg, unter Tränen lächelnd, zu ihm auf:„Ich schäme mich so, nur mein Verlobter, mein zukünftiger Gatte dürfte so etwas tun,“ schluchzte sie. „Dann betrachten Sie mich als ihren zukünftigen Gatten, und damit genug der Worte!“ gebot Albert. Und dabei bliebes! Der Schlangenbiß wurde kunstgerecht behandelt, Ellen war gerettet— Aber Albert war verloren. Er bußte seine Opferbereitschaft mit— lebenslänglicher Ehe!. Jahre waren hingegangen. Albert und Ellen saßen plaudernd in einer Laube des Gartens. Auf einem Rasenbeet spielten die Kinder, und man hörte sie lachen und lärmen. Albert, sehnig und sonnenverbrannt wie einst, hielt die Hand seiner Gattin gefaßt, die noch immer die hübsche Ellen von einst war. Ihre Blicke versanken glückstrunken ineinander: „Weißt Du noch— an so einem heißen Sommermittag wie heute war es.. Wäre diese nette, liebe Schlange nicht gewesen, ich weiß nicht, ob wir damals in letzter Stunde zu einander gefunden hätten!“ „Und dabei“— Ellen stockte—„Du darfst mir nicht böse sein, es ist wirklich das einzige Mal das ich Dich belogen habe dabei hat mich die Schlange gar nicht gebissen.“ Aengstlich sah sie zu ihm auf. Da zog er sie lächelnd an sich und flüsterte in ihr Ohr:„Und Du, Du darfst mir nicht zürnen, es ist das eines ür ür er h gut gesehen, daß es gar keine war, sondern eine Eidechse, die Dich hatte!“ „Pfui, wie heimtückisch!“ stieß Ellen hervor. „Ich denke, wir haben uns nichts vorzuwerfen,“ gab Albert vergnügt lächelnd zurück.„Was mich aber wundert ist, daß Du dieses Gehemmnis so lange für Dich behalten konntest.“ „Es ist nicht minder wunderbar, als daß Du damals so geistesgegenwärtig warst,“ spottete (erllen „So verdanken wir unser Glück nicht einer Schlange, sondern einem Wunder! Einem Wunder, von dem Du ein kleines Wundermal hast, einen kleinen Schönheitssehler am..“ Doch da verschloß ihm ei Kuß den Mund, und daher werden wir nie genau erfahren, wohin die Schlange Ellen gebissen hatte, damit Albert sie retten konnte! Bestrahlung von Höhensonne wurden diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht. Das Wichtigste aber ist, wie bereits gesagt, eine vernünftige Behandlung des Kindes vor dem Essen. Man darf es nicht ängstlich machen und darf der ganzen Essenangelegenheit keine solche Bedeutung beimessen. Nur so erreicht man, daß es essen lernt. Helene Steffens. CHarmonische Frauen Wir alle suchen das Harmonische. Die Männer suchen es vor allen Dingen bei der Frau, wie das natürlich und recht ist. Ja, ich glaube sogar, daß es viel eher harmonische Frauen als harmonische Männer gibt. Jean Paul sagt schon:„Das Weib bedarf an sich nichts zu entwickeln als den reinen Menschen.“ Aber ein vollkommen harmonisches Weib, dem gar nichts zur Ganzheit fehlte, wäre doch nicht das, was wir ersehnen und suchen. Vollkommene Einheit bedeutet Abgeschlossenheit und Selbstgenügen. Wo diese herrschen, da schweigt das Bedürfnis der Hingebung. Nein, die„unzersplitterte Einheit“ der Frau soll etwas Anschmiegendes haben oder doch etwas Gebendes, Stärkendes, Tröstendes! Eine energische Frau wird leicht die Gewohnheiten einer Herrscherin annehmen, wird die Führung gewinnen über einen weniger entschlossenen Genossen. Und warum sollte das nicht geschehen, falls die leitende Hand sanft, das mitdenkende Hirn gesund und klug ist? Aus dem aufreizenden Leben, aus den Sorgen des Tageskampfes kommen wir zum Weib und erflehen von ihrer friedsamen Kühle die Heilung, das Ausruhen, das Einrichten unserer aus dem Gleichgewicht geworfenen Sealenkrütte. Weh uns, wenn das seelische Gleichgewicht der Frau nur für sie selbst vorhanden ist— wenn sie davon nicht abgeben kann oder mag! Liebe ist alles. Ein wenig Heftigkeit, ein wenig Kinderei oder schmollender Eigensinn wären noch keine Störer der Harmonie. Vielmehr sind es oft die Schattenflecke, die den Sonnenglanz einer gütigen und tiefen Natur begleiten und verkünden. Wir lieben es sogar dieses flackernde Lichterspiel der Frauenseele., Phlegmatische Frauen, immer gleich aussehende, immer gleichgeartete, sie haben es schwerer als die Sprudelnden. Freundliche Kälte ist immer noch besser als stachelige Unliebenswürdigkeit. Ebenso ist gesunder, vernünftiger Widerspruch angenehmer als jene kritiklose Unterwerfung, die an Zeiten mahnt, da die Frauen Sklavinnen waren. Aber der fortgesetzte Widerspruch und Niederspruch macht Frauen häßlich. An die Stelle der Harmonie tritt die Disharmonie. Auch das Aeußerliche soll die Harmonie im Weib verkünden. Niemals wird eine harmonisch geartete Frau im Hause als„Schlampe“ herumgehen. Das einfachste Hauskleid kann der Ausdruck ihres einheitlichen Wesens, ihres ruhig waltenden Schönheitssinnes sein. Wenn es zum Stil ihrer Persönlichkeit stimmt, kann sie auch etwas Ungewöhnliches tragen. Nur muß man die Empfindung haben können, daß der Hut, das Kleid, kurz, alles mit der Trägerin verwachsen ist. Wenn eine Frau anfängt, sich zu vernachlässigen, so kann man annehmen, daß das Gleichgewicht ihrer Natur zerstört ist. Eine harmonische Seele bleibt auch in Heimsuchungen, auch im Alter hell und klar. Die unauslöschliche Fröhlichkeit einer goldrein gestimmten Natur widersteht der Zeit und vielen Kümmernissen. Aber wie schwer ist es, über diese Dinge zu sprechen, die in letztem Sinne unergründlich sind. Als Adam und Eva das Paradies verlassen mußten— so erzählt ein alter Dichter—, da wanderten sie durch eine schreckliche Steinwüste fort. Adam schritt finster seines Weges; Eva hatte sich noch einmal umgeblickt. Nun sah sie ihren Gatten an und der erstaunte. Auf ihrem Angesicht lag ein unbeschreiblicher Glanz. Es war der letzte Widerschein des Paradieses. Und dieser Schimmer erscheint noch heute auf dem Antlitz harmonischer Frauen. Mahlinger. Frida Schanz (Zu ihrem 70. Geburtstage am 16. Moi 1929.) Von Manfred Ludwig. Im deutschen Volke, das zu keiner Zeit an übertriebenem Selbstgefühl gelitten hat, ist es eine wenig bekannte und fast nur in einigen Literaturgeschichten verzeichnete Tatsache, daß unserer Frauendichtung kein einziges Volk etwas Gleichwertiges an die Seite stellen kann. Wir besitzen unter den Liederdichterinnen der Gegenwart einige, die hinter unseren begabtesten männlichen Lyrikern durchaus nicht zurück stehen. Aber gerade die wertvollsten dieser Sängerinnen haben es von jeher verschmäht, für ihre Kunst die Werbetrommel zu rühren, und es statt dessen vorgezogen, sich ganz allmählich in der Stille ihren Platz an der Sonne zu erobern. Noch manch anderer sympathischer Zug kann als allgemein gültig für den Charakter der dichtenden Frau bezeichnet werden. Hierher gehört die grundsätzliche Abneigung gegen jegliche öffentliche Selbstbespiegelung, jenes Mittelchen, an das sich besonders so mancher alternde Künstler klammert, wenn ihm das Ermatten der Schaffenskraft und das Verblassen des Ruhmes zum schmerzlichen Bewußtsein kommen. Auch die unterirdisches QuellengeR.### 9 E S- 8 5-— 812 S. TSSSBE scthE ADORREE 1— riesel vorläuschenbe Unverständlichkett Ausdrucksweise, die nach dem bekannten Rezept dazu bestimmt ist,„das seichte Wasser zu trüben, daß man glaubt, es habe Tiese“, findet sich höchst selten in der Lyrik der Frauen. Zu den weiblichen Dichtergestalten, die sich in stiller werteschaffender Arbeit eine weitverbreitete anhängliche Gemeinde erworben haben, gehört auch die am 16. Mai 1859 zu Dresden geborene Frida Schanz. Ihr Talent konnte sich in einer günstigen Umgebung entfalten, waren doch schon ihre Eltern Julius und Pauline dichterisch tätig; besonders ihre Mutter erfreute sich zu damaliger Zeit eines gewissen literarischen Ansehens, wenn dieser bescheidene Ruhm auch nicht genug Lebenskraft besaß, den Tod der Dichterin zu überdauern. Frida Schanz besuchte zunächst das Dresdener Lehrerinnenseminar, später trat sie dem Redaktionsstab des „Daheim" bei, dem sie noch heute angehört. Als Sechsundzwanzigjährige vermählte sie sich mit dem Schriftsteller und Daheim=Redakteur Ludwig Soyaux, der ihr zwanzig Jahre später in Gordone durch den Tod entrissen wurde. Was der Dichterin Frida Schanz den auch heute noch ungemein großen und treuen Leserund Freundeskreis verschafft hat, ist die Herzenswärme, die über allen ihren Dichtungen ausgebreitet liegt. Bitterkeit und Resignation, wie man sie bei mancher sonst so sympathischen Dichterin antrifft, finden sich so gut wie gar nicht in ihren Werken. Auch jegliche Gewaltsamkeit, der ekstatische Liebesruf der unvermählt gebliebenen Sängerinnen und der laute Schrei nach dem Sichausleben, das alles ist ihr fremd. Frida Schanz hat innige, tief empfundene Kinderlieder geschaffen, die z. T. in dem Bande„Kinderballaden“(1909) gesammelt sind. Ebenso hat sie in der eigentlichen Balladendichtung Vortreffliches geleistet, noch mehr aber als Spruchdichterin, wo sie sich von Lehrhaftigkeit und Geistreichelei fern zu halten weiß und wo wie überall ihre friedsame, sonnige Lebensauffassung zum Durchbruch kommt. Besonders der Band Vierblätter"(1907) enthält in äußerst glückliche Form gekleidete Sprüche und Sinngedichte. Als die wertvollste ihrer Gedichtsammlungen darf„Intermezzo“(1902) gelten. In allen Familienzeitschriften, mögen sie in Palast oder Hütte gelesen werden, finden wir Gedichte von Frida Schanz. Der anmutige Wohllaut ihrer Sprache vermeidet es im allgemeinen durchaus, in weibische Rührseligkeit len. Möge es der Greisin, die sich ihre Schafsenskraft bis in die Gegenwart erhalten hat, vergönnt sein, uns noch weiterhin mit den Gaben ihrer Muse zu erfreuen. Unser Volk braucht solche gesunde Kost heute mehr denn je. —(2.— Gefährliche Schönheit Von Dr. H. L. Bergschmidt. Ihrer Schönheit verdankte es eine junge englische Dame aus Bombay im Jahre 1926, daß sie in die Hände der Sekte Suryatha fiel. Diese Sekte huldigt der Schönheitsgöttin, und die dogmatischen Vorschriften des Religionskultes verlangen die alljährliche Darreichung des Tieropfers durch die schönste fremde Frau im Lande. Damals galt nun auch unter den Europäern Miß Catherine Simpson, die Tochter des Generals Simpson=Haves, als die größte Schönheit in Bombay. Sie wurde viel gefeiert und erhielt bei einem Schönheitswettbewerb den ersten Preis. Diese Anerkennungen waren vielleicht der erste Anreiz für die eingeborenen Priester, gerade diese Frau für ihre religiösen Zwecke auszuwählen. Man hatte sich bislang damit begnügt, unter den indischen Einwohnern die fremden, zugezogenen Frauen für diese Absicht zu entführen, diesmal bereitete man die Entführung der Miß Simpson so trefflich vor, daß diese von einem Bankett am 26. Juni 1926 spurlos verschwand. Erst acht Tage später fand man sie anscheinend in tiefstem Schlafe auf einer Bank in den Kingsway=Anlagen wieder. Sie vermochte sich nur dunkel an die erlebten Einzelheiten zu erinnern, sagte aber aus, daß sie sehr gut behandelt worden wäre. Seit dieser Zeit werden die schönen englischen Frauen in Bombay von der Polizei in den Sommermonaten besonders gut überwacht. * Den Nachstellungen eines, exotischen Fürsten erlegen ist im wahrsten Sinne des Wortes Mlle. Thierry, die Tochter des seinerzeit bekanntesten französischen Parfümeriefabrikanten. Sie hatte auf einer Aegyptenreise die Bekanntschaft eines arabischen Würdenträgers von prinzlichem Geblüte gemacht, der sich zunächst rein freundschaftlich ihr näherte. Allein innerhalb weniger Tage gestand er ihr, daß er ohne sie nicht mehr in die Heimat zurückkehren könne, daß sie ihm als Frau folgen solle. der Mlle Thierry kehnte diesen Ankrag energisch ab worauf der Araber zuerst in Schwermut und dann in flammenden Zorn verfiel. Als die junge Dame schleunigst aus Kairo nach Paris abreiste, fuhr er ihr nach und lauerte ihr überall auf, wo sie öffentlich erschien. Jede Ausfahrt, jeder Ball wurde von dem Liebeglühenden benutzt, um seine Angebetete zu bestürmen. Die Polizei mußte mehrmals eingreifen aber aus politischen Rucksichten sah man davon ab, den Bewerber als lästigen Ausländer aus dem Lande zu weisen. So verließ denn Mlle. Thierry wieder Frankreich und ging nach London, wo aber schon acht Tage später der Araber auftauchte. Hierauf ging die Dame nach Nordafrika, später nach Kapstadt, dann nach Kalkutta und schließlich nach Schanghai. Ueberall ereigneten sich die widerwärtigsten Szenen mit dem Verfolger. In Schanghai geriet Mlle. Thierry in eine Fieberepidemie und starb, nicht ohne daß vor dem Tore ihres Hauses der Araber im letzten Augenblick um Einlaß bettelte. * Es ist nicht allgemein bekannt, daß die Geliebte Ludwigs 15. die Dubarry in ihrer letzten Nacht noch Gelegenheit gehabt hätte, ihren Kopf zu retten. Schon ehe sie die Geliebte des Königs wurde, stellte ihr ein Landedelmann, Chartes de Laforest, nach, der auch in einigen Sonetten die Schönheit der jungen Putzmacherin verherrlicht hat. Laforest wurde im Jahre 1789 in das erste französtsche Parlament gewählt und vertrat dort mit Anstand seinen Bourgogner Wahlbezirk. Nur in der Nachstellung der Dubarry ließ er auch jetzt nicht locker, hatte er doch die Aussicht, daß bei der Verjagung des fünfzehnten Louis auch die Dame seines Herzens wieder brotlos dastehen würde. So kam das Jahr 1793 unter allerlei Stürmen heran, und der Kopf des Königs fiel. Die furchtbaren Tage der Guillotine begannen, auch die Dubarry wurde verhaftet. Im Komitee, das ihre Festsetzung beschloß, saß der jetzt ohne seinen Titel amtierende Laforest, konnte aber trotz seiner flammenden Verteidigungsrede die Verhaftung nicht hindern. Auch in der Richterbank, die gegen die Dubarry das Todesurteil fällte, befand sich Laforest und stimmte als einziger gegen diesen Spruch. In der Nacht, ehe man die schöne Frau zum Richtplatz führte, verstand es Laforest durch Besteschung der Wachen, bis zu ihr vorzudringen. Er beschwor sie, ihm in einer Verkleidung zu folgen, er würde sie über die Grenze bringen. Nach seinem im Musee du Temple erhaltenen Tagebuch fragte die Dubarry nur zurück, ob er auch unter den Richtern Ludwigs gewesen wäre. Das mußte Laforest bejahen. Verächtlich wandte sich die Dubarry ab und sagte, daß sie nicht einem Verräter am König ihre Freiheit verdanken wollte. ** Die ersten schweren Kämpfe zwischen den jungen Nationen in Südamerika fanden vor hundert Jahren statt und trugen allgemein noch den Charakter des Bandenwesens. Hierbei haben die späteren Chilenen wegen der Schönheit einer Frau viel erdulden müssen. Im Jahre 1817 wurde eine Senorita Mahaquel aus Santiago ausgewiesen, weil sie es allgemein darauf abgesehen hatte, durch ihre Schönheit Einfluß auf die leitenden Männer des Landes zu gewinnen. Senorita Mahaquel verließ in der vorgeschriebenen Zeit von einer Woche das Land, ging aber nicht, wie man gehofft hatte, nach Europa zurück, sondern nach Peru, wo sie bald in der wenig zahl reichen Gesellschaft der Hauptstadt eine Rolle zu spielen begann. Sie wurde dann die Frau des Generals Ogredi, dem im bald darauffolgenden Kampfe mit chilenischen Truppen die Rolle zufiel, eine energische Offensive zu ergreifen. Die Kämpfe selbst hätten vermieden werden können, aber man zeigte auf peruanischer Seite eine so seltsame Abneigung gegen friedliche Vereinbarungen, daß man dahinter deutlich die rächende Arbeit der Mahaquel spüren konnte. Ogredi wurde als das treibende Element der Kriegspartei erkannt und gelangte damals zu hohen Ehren. Die Mahaquel folgte ihrem Gatten sogar ins Feld, und wie man sagt, duldete sie niemals, daß chilenische Gefangene lebend ins Lager gebracht wurden. Sie ging nach der Hauptstadt zurück als man dort Friedenswillen zeigte, und die Kämpfe flammten von neuem auf. Die Mahaquel wurde von ihrem eigenen Manne erschossen, als er bei der Rückkehr aus dem Felde erfuhr, daß sie mit einem blutjungen leutnant ein Liebesverhältnis unterhalten hatte. Später erst sickerten Gerüchte durch, daß sich diese sündhaft schöne Frau auf ähnliche Art einen dauernden Einfluß bis in die höchsten Spitzen der Regierung verschafft hatte. Ihre Nache für die Ausweisung war gründlich gemesen. * In Milwaukee wurde jetzt Frau Patsy Dobbergreen zum achten Male geschieden. Das is sogar für amerikanische Zustände immerhin noch ein Rekord. Die Patsy war alle acht Male wirklich schuldlos. Der schuldige Teil ist eigenartigerweise immer derselbe: niemals die Männer, immer— ihre eigene Mutter. Diese Mutter zählt nur zwanzig Jahre mehr als die jetzt dreiundzwanzigjährige Patsy. Sie ist noch heute eine Schönheit, nachdem sie vor zwanzig Jahren die Konigin aller Wettbewerbe wurde, die damals gerade in Mode kamen. Und damals hat sie auch schon jenen Hang zum Kokettieren besessen, der soweit geht, daß sie einfach keinen netten Mann sehen kann, ohne mit ihm anzubinden. Ihre Tochter aber hatte nur netto Männer. Die Folge war, daß die Mutter bald die eigene Tochter ausstach. Das ging bisher achtmal, und der Richter, der nach europäischen Weise einem Kegelklub angehört, meinte löchelnd und besänftigend:„Vielleicht haben Sie dasselbe noch einmal vor sich, aber trösten Sie sich, mehr als neune kann selbst der beste Kegler nicht umwerfen!“— Es wird dazu noch berichtet, daß Patsy nach jeder Scheidung wieder zu ihrer Mutter zieht. Ob dieses sonderbar# Verhalten sich vielleicht dadurch erklärt, daß Patsy bei jeder Ehescheidung höhere„Renten“ herauszuschlagen pflegt? Eine Geschichte, die bestimmt nur in Ameriba passieren kann.— Kannst du einen Koffer packen? Die Kunst, einen Koffer sachgemäß zu packen, erfordert wie jede andere Kunst Ueberlegung und Sinn für das unumgänglich Notwendige. Die Hauptbedingung bei der Vorbereitung zur Reise ist diejenige, zu wissen, was man unbedingt braucht. Hat man sich das reiflich überlegt und notiert, so kann man an Hand dieser Liste einzupachen beginnen. Das Einpacken aber muß so zweckmäßig geschehen, daß an Platz gespart wird und die richtigen Dinge zu unterst liegen. Am besten stellt man den leeren Koffer neben einem großen Tisch oder ein Bett, einen Diwan. Auf der Tischplatte oder der Tisch= oder Diwandecke breitet man nun alles aus, was auf der Liste als notwendig verzeichnet steht. Ist das alles beisammen, so unterzieht man das Chaos von Schuhen, Wäsche, Kleidung, Büchern und Toilettegegenständen nochmal einer eingehenden Prüfung. Alles nur einigermaßen Entbehrliche wird ausrangiert, und er# findet sich immer noch etwas, das bei längerem Nachdenken gut zu entbehren wäre. Wiederum muß unbedingt Bekleidung für jede Witterung mitgenommen werden. Hierbei mit Platz zu geizen, hieße auf Kosten der Gesundheit zu sparen. Nun heißt es, sich erst zu überzeugen, ob der bereitgestellte Koffer wohl in der Größe für alle zurechtgelegten Dinge paßt, denn wenn er zu klein ist, muß man sich mit einem zweiten Gepäckstück schleppen oder das Ungetüm wieder völlig ausräumen, nachdem man es mit größter Mühe eingepackt hat. Ist der Koffer aber zu groß, so fällt der ganze Inhalt durcheinander, die geplättete Wäsche, die empfindlichen Kleider und Anzüge liegen als zerknüllte Jammerlappen aufeinander, wenn man am Ort der Bestimmung den Deckel des Kofferzurückschlägt. Glaubt man, mit dem vorhandenen Platz gut auszukommen— im Notfall kann man ja noch einige überflüssige Kleinigkeiten zum Nachfüllen verwenden—, so beginnt man mit dem eigentlichen Einpacken. Man stellt den Koffer möglichst hoch, daß man sich nicht tief bücken muß. Zu unterst legt man natürlich die schweren Stücke, die ruhig gedrückt werden können und derer man nicht etwa schon im Kupee oder auf der Durchreisestation benötigt. Alle Sachen werden in der vollen Länge des Koffers ausgebreitet und jede Ecke. jeder Zwischenraum wird mit kleineren Gegenständen ausgefüllt. Es gibt nun eine Menge kleiner Kniffe, deren man sich bedienen kann, um das Gepäck auf ein äußerstes Minimum zu beschränken. Die sorgfältige Hausfrau legt z. B. zwischen zusammengefaltete Kleider, Mäntel und Anzüge Rollen aus Zeitungs= oder Seidenpapier, um scharfe Brüche zu vermeiden, ebenso bei Blusen, Strümpfen, Wäschestücken usw., dana spart man schon eine ganze Menge Platz im Koffer. Ebenso kann man die Schuhe, die man fonst mit Papier ausstopft, mit allerlei brauchbaren Kleinigkeiten füllen, die auch wieder durch die lederne Umhüllung gegen etwaiges Zerbrechen