* 8 5 2s. S 8.55 S S 1.h= *** 3 25 5 O2 8 8 25 S: S e 8 • S S 9 S#S ** S S5 85 W70 # 9 9 Bgs SSS # an 8 9 S Na. S S 9 S 2 S 8. #SSGEES• SaSS- gg-gn SgSEgEgTSGTg SB SSASERS Sog sng S SESSER F##T3 SS G g 38552 *— 935 S 9 * S 2.80 ak 9r8 P g Sa%. 8 Hg%s S 2555 S Die Mama ist mit ihrer Tochter ins Bad ge sle auch ihr zhren. Man sitzt im Lesesaal des Kurhauses so würde —„ darf sich nicht muckson. Aber das Stillsit=Mutter der on ist für die dreijährige Lilosee ganz schreckich langweilig. Weshalb sie plötzlich laut und Eineh 2i“ spricht:„Nammi, ich habe eine wippe am Popo.“ Jum Geburtstag werden den Kindern Ker* en angezündet. Das ist sehr schön und soll so lleiben. In einer Julinacht brennt scharf der Vollmond auf Lilofees süßes Gesicht. Sie wacht af, erschrickt freudig und fragt schlaftrunken: „Nammi, welcher Engel hat denn heute Geberteleg!“ Die diche Susi ist anderthalb Jahre alt. Nammi erzählt oft, daß die Engel die kleinen kinder beschützen. Lilosee ist eifersüchtig. Und zaut Susi gelegentlich. „Weshalb tust du das? Du mußt doch deine kleine Schwester beschützen!“ Lilofee schleicht beschämt von dann, bleibt an der Tür stehen und kräht trotzig:„Bin ich ein Engel?“ * Die beiden blonden Knirpse standen vor einer Fabrik und bestaunten die Schornsteine. „Warum raucht nur der große Schornstein und der kleine nicht?“ fragt bildungshungrig Sest.": HIoip: Lurf nuh uia „Du Baby, der kleine barf noch nicht rauchen“, äußert Lilofee und schiebt graziös ihren Zeigefinger an die Nase. * Mittags, zwanzig Minuten nach der Bohnensuppe, nehme ich meine beiden kleinen Töchter und schreite heiter fürbaß in die Sonne. Bir haben es nicht weit. Gleich rechts Am die Ecke, zweihundert Schritte, ist der Park. Zunächst werfen wir den Goldfischen einige Brotkrumen zu Immer ganz kleine Stücke. Die Tierchen sind ja soooo süß. Dann setzen wir uns in den Schatten auf eine Bank. Um uns herum svielen Kinder, kleine Hunde machen Wauwau, Kinderwagen rotieren vorüber, der Kirchturm spiegelt sich elegant in der Glatze eines wandelnden rüstigen U Ich blinzele träumerisch zu den Wolken empor. Indessen räkelt sich Susi, die dreijährige, genießerisch auf der warmen Bank und äußer. wißberierig: Nappi, die Ba k ist so scön geheizt, wo ist denn der Osen?“ vorgenommen werden darf, gleichwohl auch nie als eine Indiskretion ausgefaßt werden. Aber selbst, wenn wir von diesem Punkt absehen, so blieben doch immer noch andere Gründe, die es ratsam erscheinen, lassen, ein Tagebuch zu führen. Es sind ja schließlich immer mehr oder weniger tiefere Naturen, die ihre Erlebnisse niederzuschreiben pflegen. Und wenn von Kindern selbst der Wunsch ausgeht, sich dem Pavier anzuvertrauen, so ist das Beweis genug daß das innere Drängen und Stürmen irgendwie hinausmöchte. Da ist ein Tagebuch ein guter Weg. seine Gesühle sich auswirken zu lassen. Würde ein Großer hier hemmend eingreifen wollen, so wäre das nicht nur töricht, sondern verhängnisvoll. Besser, ein junger, werdender Mensch nimmt Zuflucht zu einem verschwiegenen Tagebuch mit all seinem Ueberschwang als zu anderen Mitteln. Man könnte hier fast von einer dadurch geschaffenen Vergeistigung der Sinnlichkeit sprechen, und die schadet niemals. Es kann aber ein Tagebuch auch weniger inhaltsschwer sein; es kann vielleicht nur den Zweck verfolgen, Erlebnisse festhalten zu wollen, die in der Erinnerung etwa auslöschen könnten. Auch das wäre ein Grund zur Berechtigung. Und wenn schließlich nichts anderes bliebe als das: Unseren Kindern ist das gleichzeitig eine Art Uebung. schreiben zu lernen, frei heraus, ohne Hilfe, ohne Anregung von seiten Erwachsener, ganz selbständig nach eigener Willkür. Dies letzte wird auch da, wo nicht der eigene Wunsch nach einem Tagebuch bisher wach geworden, ihn vielleicht wecken können. Auf. jeden Fall dürfen wir unseren Kindern nicht entgegenstehen, wenn in ihnen der Gedanke an ein Tagebuch sich regt, im anderen Falle aber nen sieden Köpse. Eme rone schlägt der Frau DokKarten.„Eine junge Blordine versucht, Ihren Sohn zu umgarnen!“— Frau Doktor wird blaß.„Ja, als wir noch jung waren, gab es so etwas nicht! seufzt Frau Kullicke. Nun schwelgen die Damen in seligen Erinnerungen. Im Grunde waren sie wenig besser als die heutige Jugend. Die süßen Gedanken der Backfische von damals und heute sind dieselben geblieben. Nur die Mode hat sich etwas geändert:„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!“ Laß dein Kind ein Tagebuch führen! Von Joh. Rittermann. Kinder haben bisweilen selbst den Wunsch, ein Tagebuch zu besitzen, dem sie alles, was ihnen an Erlebtem besonderen Wert zu haben schien, anvertrauen können. Mehr bei Mädchen als bei Knaben findet ich dieser Wunsch, und das ist zu verstehen. durchlebt doch ein Mädchen alles persönlicher, greifbarer als ein Knabe, wenn wir bei diesem die Zeit der Sturm= und Drangperiode abrechnen wollten, die ihn naturgemäß empfänglicher macht für alle Eindrücke. Eltern lächeln oftmals, wenn dann ihr Kind— sei es nun Junge oder Mädel— beginnt, ein Tagebuch zu schreiben, womöglich heimlich, ohne sich den anderen mitzuteilen. Es scheint ihnen eine Begleiterscheinung des betreffenden Alters zu sein, und mit einem billigen,„Na ja, so etwas heilt sich wieder aus“ ist die Angelegenheit abgetan. Oder— was noch schlimmer ist, man verurteilt oder verbietet gar solchen„Unsinn", der von der Schule ablenken oder der Phantasie und den Gefühlen die Zügel schießen lassen könnte. Das ist grundverkehrt. Wir sollten im Gegenteil alles tun, um unsere Kinder, wenn sie selbst das Verlangen dazu treibt, ein Tagebuch schreiben zu lassen; im anderen Falle sollten wir sie dazu anregen. Einmal bietet sich uns hier eine willkommene Gelegenheit, daß wir uns einmal ganz und gar in unsern Kindern auskennen, und das ist ungeheuer viel wert. Die meisten Eltern glauben dies bereits zu tun, bis ihnen gelegentlich mal die Augen darüber geöffnet werden, daß sie sich in einem großen Irrtum befinden. Aber ein Tagebuch ist doch persönlichste Angelegenheit, sagst du, da darf doch keine Mutter hineinsehen! Doch nicht immer. Sehr viele Kinder stehen so mik ihren Eltern oder doch mit der Mutter daß es kein Geheimnis zwischen ihnen gibt, onk eine echte Kameradschaft besteht. Und viel Stolz es zu schaffen vermag, davon weiß manche Mutter zu berichten. Wird ein Tagebuch eifersüchtig gehütet vor fremden Blicken, auch vor denen der Mutter so soll sie darin nie einen Mangel an Vertrauen sehen; schließlich gibt es auch für unsere Kinder, wenigstens bei besonderer Veranlagung. ein Letztes, das sie streng für sich selbst bewahren möchten. in das hineinzuschauen von anderer Seite ihnen eine Entweihung, ein Raub bedeuten würde. —2.— Der Herr im Hause. 10. Jahrhundert lud ein Graf von Mansfeld zwölf seiner Pächter mit ihren Frauen zu einem Martinsschmaus in sein Schloß. An einem Tisch saß der Graf mit den Männern, am anderen saßen die Frauen unter Führung der Gräfin Luitgard. Als der Gänsebraten aufgetragen wurde und die Humpen und Krüge gefüllt waren, sagte der Graf, daß niemand trinken dürfte, bevor nicht einer der Männer einJubellied gesungen hätte, und zwar dürfte das nur der tun, der Herr im Hause wäre. Darauf stimmte tern und kläglich klang, fast wie ein Trauergesang. Der Graf hatte sein großes Vergnügen an dieser Beichte ohne Worte und lachte laut und schallend. Nun aber gebot er, daß die Frau, die Herrin im Hause wäre, ein lustiges Lied singen sollte. Und sofort schmetterten alle Frauen los, daß die Wände zitterten, und am lautesten sang Gräfin Luitgard. Da lachist ein Antrieb hierzu durchaus zu ihrem eigeten jetzt auch die Bauern, und der Graf sagte: nen Nutzen. Oft kommt die Freude am Tage=„Schau, schau, auch mein Luitgardlein! Es sind buch erst nach dem Versuch hiermit. Und wie= sich doch alle Weiber gleich!“ viel ehrliche Freude, wieviel Befreiung, wie9 7 St 7. pormag danon weiß Fliegeae Kleider. Die Sehnsucht der schönen Kanadierinnen— sie sind wahrlich keine„Wilden“. Seumescher Prägung mehr— nach den neuesten Pariser Kleidern hat jetzt sogar das Flugzeug in ihren Dienst gestellt. Eine Anzahl der bedeutendsten Montrealer Modegeschäfte hat einen kombinierten Flug=Eisenbahnverkehr ins Leben gerufen, der lediglich die Aufgabe hat, die neuesten Pariser Modelle nach Kanada zu bringen, wo sie bereits sieben Tage nach ihrem Erscheinen in der französischen Hauptstadt den zahlungskräftigen Damen der kanadischen Gesellschaft zur Verfügung stehen. Die erheblichen Transportkosten spielen ja, wenn es sich um die Mode handelt, keine Rolle. Der Feldherr. Napoleon war manchmal recht zerstreut; am meisten zeigte sich dieser Fehler im Umgang mit Damen.. 4 i. Warsck eu Einst klagte sich die Gattin eines Marschalls bitter bei ihm an, ihrem Gemahl niemals Kinder schenken zu können. Und der große Korse war voller Teilnahme:„Hat denn Ihre Frau Mutter Kinder gehabt?“ Die Marschällin war etwas verplex:„Ob meine Mutter Kinder gehabt hat?“ „Nun ja,“ erklärte sich Napoleon,„sowas kann sich doch vererben.“ Kaffeeklatsch In der Villa„Flora“ geht alles drunter und drüber. Das„Mädchen für alles“ rast polternd durch die Zimmer, scheuert, fegt und wischt, klappert mit Tellern und Tassen und läßt die Türen knallen. Inzwischen erteilt die gnädige Frau gebieterisch Aufträge— Aufträge— Aufträge. Innerlich kocht in dem Mädchen die Wut, doch lächelnd spricht sie zu allem:„Jawohl— jawohl— jawohl. Die gnädige Frau ist nervös. Sie hetzt und treibt den dienstbaren Geist. In einer Stunde kommen die geladenen Damen zum Kaffeetrinken. Im Salon glühen in der Alabastervase rote Rosen. Behagliche Wärme spendet der Ofen. Der Tisch ist für sieben Personen gedeckt. Es duftet nach Kuchen und Pralinen. Es läutet. Dick und rundlich steht Frau Kullicke im Türrahmen. Das Mädchen nimmt knichsend Hut und Mantel ab. Der Gast rauscht in die Gemächer der gnädigen Frau. Es läutet Sturm. Mit„Aaaah!" und „Ooooh!" betreten die Geladenen das Empfangszimmer der Gastgeberin. Zuerst werden mit artigen Komplimenten Blusen und Kleider bewundert. Ehrlich bewundert? Nein! Innerlich platzen sie entweder vor Neid beim Anblick kostbarer Stoffe oder verbeißen mit Gewalt die zu spöttischem Gelächter anreizenden kuriosen Altjungfernmoden. Die Damen haben Platz genommen. Man lobt Kaffee und Kuchen und geht dann auf das Tagesgespräch, das Wetter, über. Plötzlich hat Frau Kullicke eine sensationelle Neuigkeit. „Haben Sie schon gehört...?!“ Nein, sie haben alle nichts gehört! Frau Rat nimmt die Stielbrille vor die meergrauen Augen. Dann gehts los! Verwahrlosung der Jugend, kurze Röcke, Seidenstrümpfe, Schminke, Bubikopf und Liebschaften sind stoffbietende Themen. Die alten Damen sticken, stricken, häkeln. „Bitte bedienen Sie sich doch. Frau Rat!“ flötet von Zeit zu Zeit die Gastgeberin.„ arantwortich: S Frau Kullicke prophezeit aus schwarzem#erumwbrticch. H. Semmelmann, Altena Wieder ist ein neues Daheim erschienen(Nr. 8 des 65. Jahrganges), und wieder bietet die allbekannte Wochenschri: dem Beschauer wie dem Leser eine Fülle wertvoller Anregung und fesselnder Unterhaltung. Professor Carl B'.s, G. Th. Kempf, Gustav Jagerspacher, Professor Carl Schmidt=Helmbrechts, Menzel, Gebhardt und Steinhausen sind die Künstler des farbenreichen Heftes. Professor Baschin, Dr. H. S. Weber, Friede H. Kraze und Peter Fries seien aus der Reihe der Mitarbeiter des textlichen Inhalts genannt. Einer Wochenschau im Bild folgen die aktuellen Aufsätze„Der Ausbruch des Aetna“.„Zehn Jahre ohne deutsches Saarland",„Lilli Lehmann feiert ihren 80. Geburtstag". Neben einem Romanabschnitt steht die abgeschlossene spannende Novelle„Dammwacht". Ein großer illustrierter Aufsatz behandelt die Gestalt Christi in der neueren Malerei. Ein Fachmann plaudert über„Natürliche und künstliche Perlen". Das Frauendaheim, Büscherbesprechungen, Anekdoten, Auskünfte und Rätsel vervollständigen das viesseitige Heft, das dem Daheim neue Freunde zuführen wird. Kaffeegrund eine schreckliche Zukunft. Be Druck und Verlag: B. A. Santz. Alteng. S S 98xE 8 LTI #9 5 Sss rtt S 88—9n g S- 8. 1881 85 E 83 S 88 * 9 90 8 S R 8 S E 83a1 IS1SSS 33 s 4 18 23 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 48 Altena, den 27. November 1870 Die Muttertasse Viele Zeitungen haben sich kürzlich ernsthaft oder spöttisch mit einer Ehrengabe beschäftigt, die der Preußische Wohlfahrtsminister einer Mutter bei Geburt des zwölften Kindes verleiht. Die Ursachen und Umstände jedoch, die zur Verleihung der Muttertasse geführt haben, sind so bitterernst, daß sie jedem Deutschen einmal zu Gemüte geführt werden müßten. Auf der eugenischen Tagung in Berlin, Ende Oktober, an der viele hervorragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik teilnahmen, wurde wiederum mit größter Sorge auf den Geburtenrückgang hingewiesen, der in Deutschland viel größere Ausmaße angenommen hat, als in allen anderen zivilisierten Ländern der Erde. Wer die Forderungen der Begölkerungspolitiker(die auch diejenigen der Kinderreichen sind) noch bestreitet, geht gewöhnlich von der falschen Voraussetzung aus, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland besser würden, wenn die Geburtenzahl noch weiter zurückgeht. Oberregierungsrat Dr. Burgdörfer hat demgegenüber auf der eugenischen Tagung nachgewieten, daß unser Volk zu„überaltern" beginnt. Wir haben es durch hygienische Einrichtungen dahin gebracht, daß heute der Mensch in Deutschland durchschnittlich 60 Jahre alt wird. Dies muß dahin führen, daß schon in etwa 10 Jahren die Aufwendungen an Fürsorge für nicht mehr Erwerbsfähige eine riesenhafte Höhe erreichen werden, und daß die junge, arbeitsfähige Welt hierfür ungeheuere Abgaben aufbringen muß, die sich infolge des Geburtenrückgarges auf eine verhältnismäßig kleine Zahl Menschen verteilen. Eine weitere Folge des Geburtenrückganges wird sein, daß Arbeiter fehlen werden und andere(insbesondere anspruchs losere) Völker in Deutschland einwandern, die Lücken zu füllen. Dr. Brüggemann meinte letzthin auf der Tagung Westfälischer Kinderreichen, daß es bei dem Bestreben der Deutschen, ihre Kinderzahl einzuschränken und die wenigen Kinder durch Erziehung und Schulung über sich hinaus zu heben, dahin kommen werde, daß„das deutsche Volk eine wohlhabende und gebildete Oberschicht über einer slavischen Unterschicht bilde, die dann eines Tages die Faust emporreckt, um die lästige Oberschicht zu zertrümmern". Man sollte meinen, daß dieses alles doch jeden nachdenklich stimmen müßte und unsere Politiker veranlassen könnte, sich die Forderungen der Familien, die noch kinderreich sind, auf Durchführbarkeit etwas näher anzusehen. Es gibt immer noch unmoderne Menschen, die ihre Freude an Kindern, ja sogar an vielen Kindern haben. Und außerdem gibt es Menschen, die aus religiösen Gründen eine künstliche Verhütung der Befruchtung oder gar eine Abtreibung der Frucht ablehnen. Dagegen gibt es andererseits eine große Anzahl von Männern, die vor der Ehe eine Geschlechtskrankheit erwarben, welche nun in der späteren Ehe den Nachwuchs krank zur Welt kommen oder gar ausbleiben läßt. Diese Verkrüppelung der eigenen Fortpflanzungsfähigkeit wird dann gern verdeckt mit dem Schlagwort:„Wer Kinder kriegt ist dumm.“ Das Sprüchlein von der Dummheit des Kinderreichen hat so sehr Schule gemacht, daß jeder glaubt, verächtlich oder überlegen auf kinderreiche Familien herabsehen zu dürfen. Ja, unsere ganze Gesetzgebung ist allmählich kinder= und familienfeindlich geworden. Zum Beispiel: Ein großer Teil des Steueraufkommens kommt aus Verbrauchs? steuern, d. h. aus solchen Steuern, die auf den Preis der Waren draufgeschlagen werden. Ein einzelner Men“; hat für lebensnotwendigen Bedarf diese Verbrauchssteuern nur einmal zu zahlen; ein Familienvater mit Frau und acht Kindern hat etwa den zehnfachen Bedarf und Liebesverse Nach dem Indischen von Hans Bethge. Das Schicksal hat mir übel mitgespielt. Als ich in meiner Liebsten Gegenwart Den Namen ihrer Nebenbuhlerin, Ohn' daß ichs wollte, ausgesprochen hatte, Erschrak ich sehr und neigte das Gesicht Und war verlegen und begann etwas Mit meinem Stoche in den Sand zu zeichnen. Und siehe! Diese Striche wandelten, Ich weiß nicht, wie es kam, mit aller Klarheit Sich in das feine Bildnis jenes Mädchens, Deß Name meinem Mund entflohen war, Und ganz beschämt und haltlos stand ich da. * „Einfältige! Sei doch so selbstlos nicht Zu dem Geliebten! Sei verschlag nen Und zeige Selbstgefühl und nahe di Dem Freunde nicht auf allzu geradem Weg!“ Entsetzen faßte sie, da ihre Freundin So zu ihr sprach, und sie erwiderte: „Sprich leise, bitte, der Geliebte wohnt In meinem Herzen,— o nicht auszudenken, Wenn er den Frevel deines Rats vernähm!“ R facher Höhe zahlen wie der oder die Alleinstehende. Unerhört nicht wahr? Auf die schwächsten Schultern sind die größten Lasten sagwtugten Somnern sind die größten Lasten gepackt. Nun möchte ich noch auf eins hinweisen. Nur zu oft suchen die Gegner der Kinderreichen es so darzustellen, als ob der Kinderreichtum die Folge ungezügelter Begierden sei. Jeder vernünftige Mensch muß das Ungerechte und Gehässige eines solchen Urteils einsehen. Nicht nur daß die Aerzte der Ansicht sind, daß ein beherrschtes Geschlechtsleben der Kindererzeugung günstiger sei als ein ungezügeltes, es ist auch klar, daß gerade der Kinderreichtum den Ehegatten Zeiten der Enthaltsamkeit auferlegt die der Kinderlose nicht kennt. Nicht das Eheleben, sondern die große Opferfreudigkeit der Frau und Mutter muß in den Vordergrund gestellt werden.„Europa muß lernen, daß im europäischen Sinne freiwillige Mutterschaft eine höhere Sittlichkeit bedeutet, als freiwillige Keuschheit... denn ein Kind zu gebären, ist eine Heldentat, sobald es aufhört ein Schicksal zu sein... Solange die Frauen unfreiwillig gebären, sind sie Opfer, sobald sie freiwillig gebären, sind sie Heldinnen..“ sagt Coudenhove=Kalergi. So muß man auch die Ehrentasse des Wohlfahrtsministeriums recht verstehen: Es ist die Heldin Mutter, die geehrt werden soll, ob sie auch von der„Gesellschaft“ mißachtet wird, und der hohe Preis der Tasse, über den sich die Oeffentlichkeit besonders aufgeregt hat, ist nur ein Ausdruck der Größe der Ehrung. Keinesfalls aber ist diese Ehrengabe ein„Mittel zur Hebung der Geburtenzahl“. Wenn hier Wandel geschaffen werden soll, so kann das nicht geschehen durch eine staatliche fortlaufende Erziehungsbeihilfe für alle Stände. Sage keiner, Deutschland kann die Mittel dafür nicht aufbringen. Sie sind da; denn die Kinder werden ja auch jetzt ausgezogen. Nur sind die Familienlasten jetzt ungerecht verteilt. Die, die dem Volke reichlichen Nachwuchs aufziehen, haben neben Sorgen und Mühen unerträgliche Aufwendungen zu machen und werden dadurch in ihrer Lebenshaltung herabgedrückt; während die anderen sich diese Sorgen zum Schaden des Volksganzen vom der Familienlasten kommen, oder es bricht die Sündflut über uns herein. Vielleicht und sogar wahrscheinlich in Gestalt des Sowjettums. * Isch Die Kunst des Einkaufens muß deshalb die Verbrauchssteuern in zehn=Leibe halten. Es muß zu einem Ausgleich Von Iise Radke. Wenige Wochen noch, und das Christfest steht vor der Tür. Das Fest der Liebe, das Fest der Schenkens. Für den Geschäftsverkehr bedeutet die Zeit vor Weihnachten eine Hochflut, und manche Verkäuferin seufzt heute schon im Gedanken an die letzten Tage vor dem Fest, die an ihre Körper= und Nervenkraft übermenschliche Ansprüche stellen. Wenn sie an die Vorjahre zurückdenkt, so hat sie nur noch die Erinnerung, daß sie die eigentlichen Festtage zu nichts anslderem als zum Ausruhen benutzte, alles übrige Schöne und Hohe ging über diesem Bewußtsein verloren. Sie war dann nach dem Fest eben gerade so weit, daß sie einigermaßen erholt wieder ihr Amt ausfüllen konnte. Und die anderen, die Käufer? Waren sie nicht oft auch so erschöpft von den letzten zwei oder drei Tagen und hier vornehmlich von all dem Ueberlegen, dem Rennen und Hasten, daß sie am Heiligabend dachten: Gottsei Dank, das wäre geschafft? Warum das alles? Warum, sagen wir heute: Es hat ja noch fünf bis sechs Wochen Zeit unseren Besorgungen, und warum wiegen wir uns mit diesem Bewußtsein in eine Gleichgültigkeit hinein, in ein Dahinträumen, aus dem wir erst dann erwachen, wenn es zu spät oder doch meist sehr spät ist? Warum machen wir uns und anderen das Leben unnütz schwer, und dies zu einer Zeit, die wir mit vollem Recht als die schönste Zeit im Jahre bezeichnen? Machen wir uns heute schon unsere Liste, unsere festen Pläne, das ist das erste und hilft schon über den Berg, und das können wir tatsächlich heute schon, denn das kostet noch keinen Pfennig Geld. Und zu Anfang Dezember, wenn viele über das für Weihnachten notwendige Geld verfügen, soll ruhig schon mit den Einkäufen begonnen werden. Wir wissen ja alle aus Erfahrung, daß es an manchen Tagen doch bei allen Besichtigungen noch nicht zum Einkauf selbst kommt, sondern daß diese Besichtigung erst eine Anregung bedeutet, aber unbedingt muß es dann auch bald zur Entscheidung kommen, sonst sind alle guten Vorsätze wieder umsonst gewesen. Aber es kommt nicht allein auf den Termin an, den wir uns setzen. Einkaufen ist an sich eine Kunst, die verstanden sein will, und wenn diese Einkäufe zum großen Prozentsatz noch Geschenke bedeuten, wie jetzt zum Christfest, so soll man besondere Sorgfalt walten lassen, einmal, um dem Sinn des Schenkens gerecht zu werden, zum anderen, um nicht unnötigerweise den Geschäftsbetrieb zu belasten: 1. Suche nicht stundenlang, um dann hernach unverrichteter Sache zu gehen aber Laß dir so viel Zeit, als deine Entscheidung erfordert. 2. Laß dir nichts aufreden, was gegen deinen Geschmack oder gegen deinen Geldbeutek ist, aber Nimm umgekehrt auch einen Rat des Verkäufers an, wenn du die Ueberzeugung hat, daß er ehrlich gemeint ist. 3. Verliere dich nicht nur in praktischen Geschenken, sondern denke daran, daß diese Freude bereiten sollen, aber, Trage hierbei immer der Einstellung des Betreffenden Rechnung, damit er nicht unliebsam überrascht wird non dir. K 23 F• 8y a. Sos 5 3 5— * 5 *" 858E S#RE3 3 S5n s 5083n S 7 55 *•g FERE 8e 5 * S 2 — 23 S E S 8 * 2——* * S 5 2 S 0SL „ F E 88E S S Tyy:S * SSAS S a aEF. * 2 2 S o EET • 6•8 S9 0En., E S * 9— *. 2 8 S 8•5 S 8 "* S 8 S 3 2 BeßE SS•. S 8•8008 .*** O .###S #g # S• * 9 9 E K S 8 5•8 S.—— E — 9 2 S S 1 8 2 P#EN S e a s 9 8 S 4 9 89 * 8 S 88 SDE 8 K 5.8 S 2 g B 2 2 5 5 S 9 15 Mlent Kusseh Humoreske von Wilhelmine Baltinester „Nicht küssen!“ „Ich weiß nicht, warum Sie mich jetzt weg gestoßen haben, Eveline. Das eine könnten sie kuir doch gewähren; einen Kuß! Ein hat doch nichts zu bedeuten.“ „Sok Bei Ihnen! Sehr schmeichelhaft. Wenn er nichts zu bedeuten hat, warum versuchen Sie es dann, ihn zu bekommen?“ e müsen mir die Worte nicht so weinlic mit der Pinzette der Kritik von den Liopen nehmen. Eveline! Ein Liebender denat nie logisch, das kann man auch nicht beanspruchen" „Ich verstehe gar nicht, wie Sie es wagen bönnen, einen Kuß zu verlangen.“ „Das verlangt der liebende Mann stets von der Frau.“ „Da könnten im Laufe des Tages viele Küsse — zwar von sehr verschiedenen Männern— von mir gewünscht werden!" „Ich zweifle nicht daran. Eveline, daß Sie schün, unwiderstehlich, verführerisch sind. Ja, ich möchte sagen: kußherausfordernd. Im besten Sinne natürlich. Sie fordern selbstverständlich keinen Kuß; aber, wenn man nur Ihr Gesicht ansieht. Ihren Mund—“ „Wollen Sie nicht endlich aufhören?" „Lieber würde ich erst beginnen.“ „Sie sind ein Affe.“ „Ich wollte, ich wäre einer.“ „Varum!“ „Dann würden Sie mich auf Ihre Schulter sotzen und mich kraueln.“ „Einfälle haben Sie!“ „Nette, nicht wahr? Denken Sie, wenn Sie mich jetzt so ganz, ganz leise, so unendlich weich Krauelten, und ich wäre so ein armer, kleiner Affe mit runden, traurigen, manchmal auch piiffigen Glotzaugen, und Sie liebten mich sehr.“ „Einen Affen liebt. man doch nicht.“ „O ja! Alles, womit sich herzig spielen läßt, liebt man.“ „Wenn Sie cs besser wissen.“ „Gar nichts weiß ich besser. Ich bin überhannt ganz unws##nd. Schsicht n fachste von der Welt. Ich weiß nicht einmal, wie Ihre Küsse schmecken.“ „Aufhören!“ „Wenn Sie einen Befehl sagen, wird Ihr Mund noch kleiner.“ „Machen Sie sich über mich lustig?“ „Nein: traurig! Ich bin todtraurig.“ „Dann suchen Sie doch Zerstreuung! Es gibt sogar Nachmittagskonzerte.“ „Ihre Ratschläge sind Ohrfeigen.“ „Ich wüßte nicht.“ „Wie Eis sind Sie.“ „Genug davon Erzählen Sie etwas anderes. Was ist das mit Arnold? Warum sieht man hn nicht mehr?“ „Er hat geheiratet. Er hat Glück. Er darf täglich den liebsten Mund küssen, den es auf der Welt für ihn gibt.“ „Immer wieder kommen Sie auf dasselbe zurück.“ „Ja. Mir ist das Herz voll davon, und ich bin zäh.“ „So scheint es. Aber, lieber Freund, es schlägt eben ein Uhr mittag. Ihre Geschwister werden böse sein, daß ich Sie so lange aufhalte.“ „Wie besorgt Sie sind!“ „Auf Wiedersehen.“ „Wann?“ „Wie Sie einen gleich beim Vort nehmen!“ „Wann also?“ „„Bis Sie mal Sehnsucht haden.“ „Heute nachmittag?“ „Sie haben es eilig.“ „Ja.“ „Aufrichtigkeit ist erwas sehr Hübsches.“ „Finden Sie? Endlich finden Sie etwas Hübsches an mir! Also: ich komme am Nachmittag!“ „Kommen Sie am Nachmittag, Sie unausstehlicher Mensch!“ „Auf Wiedersehen!——— Nachmittags: Er sitzt bereits drei Stunden da. Sie haben über alles mögliche gesprochen. Ehe sie den ersten Kuß wagen reden Liebende furchtbar viel Blödsinn. Plötzlich reißt er sie an sich und küßt sie mit solcher Hingabe, daß der ganze Teetisch in Unordnung gerät. „Was, jetzt war ich kühn?" fragt er strahlend, weil er ganz glücklich ist, daß sie zein böses Gesicht macht. „Kühn— Na— Es hat lange genug gedauert, ehe Sie es wagten!“ „Erstens sage jetzt du zu mir, denn du bist meine Braut, da hilft dir nichts! Und zweitens: Du hast es am Vormittag doch ausdrücklich verboten, daß ich dich küsse, wie kannst du allo behaupten, es habe lange gedauert, ehe ich es wagte?“ Sie sieht ihn erstaunt hat:„Wer sagt dir denn, daß ich, wenn ich:„Nicht küssen!“ sage, lnicht gekußt werden will?" 4. Laß dir zur Not den Weg des Umtausches offen, aber vermeide diesen Weg dennoch nach Möglichkeit durch vorherige Sorg= falt, denn jeder Umtausch belastet unnötig vin Geschäftsgang. 6. Wenn irgend möglich, berücksichtige die Eeilenlichen Interessen des andern, dem ne wabe gilt, aber Laß dennoch von diesem Grundsa" ab wenn er dazu beitrüge, sonstige Richtlinien deinerseits zu verletzen. 8. Wähle zu Geschenkzwecken nie herabgesetzte Artikel, auch wenn der Grund nicht jedem ersichtlich wäre, aber mache von dieser Maßnahme Familiengliedern gegenüber ruhig Gebrauch, sie enthält nichts Beleidigendes. 7. Kaufe nicht im Beisein deiner Kinder deren Geschenke ein, etwa, damit sie selbst mit auswählen können; du betrügst sie damit um einen großen Teil ihrer Freude wenn du ihnen die Ueberraschung daran raubst. 8. Vertröste deine Kinder nicht bis nach dem Fest, wo du etwa zum halben Preis das gleiche erhältst: auch das geschieht oft vor garigmen Eltern, aber lieber die Hälfte der weschenke in die Christfeststimmung hinein als eine Woche später, wo sie verrauscht ist, das Toppelte. Wenn der Winter seinen Einzug hält... sind die Stimmungen, die sein Erscheinen auslöst, so recht verschiedene. Die Jungen, hui— wie schnell die auf den Beinen sind, um den Rodel vom Boden zu holen, wenn es noch vie! zu früh dazu ist, aber die Vorfreude... Vater sieht die Sache skeptischer an und am liebsten möchte er, daß es inmer noch weiter „herbstete". Die Kohlen! Und die neu anzuschaffende Wintergarderobe! Mutter hält sich nicht lange mit Sorgen und Betrachtungen auf, sie handelt! Und das ist auch das Klügste, denn — was gibt es plötzlich alles zu tun! Da sind die Fenster mit Leinenröllchen, die man nicht etwa fertig kauft. sondern sich selbst herstellt, zu versehen, damit der böse Geselle nicht gar zu arg ins Zimmer pusten kann. Da sind die Oefen nachzusehen, ob sie auch gut„ziehen". Da sind die Ofentüren gut zu verkitten, damit nicht unnötig Heizmaterial verschwendet wird. Aber das ist nicht alles. Die Winterkartoffeln, die sicher schon im Keller ruhen.— wenn nicht, dann ist's zum Einkauf hönste DLeit damit sie auf dem Tran ort nicht Frost bekommen—. im anderen" De muß man sie au“ sen Frost schützen. d. h. mit Säcken oder haupt das Zeitungspapier, das kommt in dieer Zeit so richtig zu seinem Recht! Wer in seiner Wohnung einen besonders kalten Fußboden hat, der macht sich wohl die kleine Mühe, einen extra„Papierteppich“ zum Warmhalten anzufertigen und ihn unter den richtigen Zimmerteppich zu legen. unsichtbar, aber um so mehr fühlbar, denn er wird von jetzt ab nicht mehr so unter„Eisbeinen“ zu leiden haben wie vordem. Ganze Zeitungsbogen werden erst vierfach bis achtfach genommen, aneinandergesteppt, immer etwa vier bis echs ganze Bogen, und diese dann, ohne daf in einer Stelle der Fußboden durchguckt, übereinandergelegt. Wers probiert hat, der weiß vie gut es hilft. Auch ein großer Sack voll Wrumseln“ wird hergestellt, das ist für die Kinder sogar ein Vergnügen, wenn sie da mithelfen dürfen; wer am festesten„drehen“ kann kriegt einen Zuckerkringel; für den Herd und für die Oefen müssen diese Wrumseln im Winter immer vorrätig sein, denn loses Papier würde bald aschen und verstopfen. Auch Einlegesohlen werden gesteppt aus vierfachem Zeitungspapier; wie gut die warmhalten! Und für die Jungen und Mädel werden„Mauken“ zemacht. Alte Reste aus haltbaren Stoffen— wo fänden sich solche nicht— Samt=, Filzreste oder dergleichen werden nach einem käuflichen Muster, das einige Groschen kostet, zusammengenäht, abgefüttert, und so erspart man die nicht erschwinglichen„Kamelhaarschuhe", und schließlich— diese Mauken halten herrlich warm und sitzen in jedem Fall wie„angegossen“! O, es gibt zu tun in dieser Zeit, tauend Dinge wollen da erledigt, und an tausend Möglichkeiten muß gedacht werden! Aber das schreckt keine fürsorgliche Hausfrau und Mutter. Freut sie sich doch andererseits auf die gemütlichen, heimlichen, langen Abende, wo es sich im Zimmer so behaglich und wohlig sitzt, wenns draußen stürmt und schneit Ist für alles vorpesorgt, so mag der schlimme Beselle, den wir Winter nennen, getrost kommen! gegen Frost schützen. d. h. mit Säcken oder nun diese Lücke in der ästhetischen WeltordTechen oder Zeitungsschichten zudecken. Ueber=nung ausgejüllt und sich als wetblicher VonaDie häßlichsten Frauen der Welt Von Bodo M. Vogel=Berlin. Die Geschichte ist nicht nur reich an schönen Frauen, eine Reihe ist auch durch abschreckende Häßlichkeit berühmt geworden. Helena wird die schönste Frau aller Zeiten genannt, der Thron der Königin der Häßlichkeit dagegen stand bis heute noch leer, obwohl an Anwärterinnen kein Mangel war. Fräulein Claudine Polaire, eine rothaarige überaus häßliche Pariser Schauspielerin, hat nun diese Lücke in der ästhetischen Weltordparte selbst die Krone aufs Haupt gesetzt. Sie wacht eifersüchtig über ihren Ruf. und als ihr einmal ein Schonheits=Institut den Vorschlag machte, ihren Mund, der buchstäblich von einem Ohr bis zum anderen reicht, durch eine kleine Operation zu„verschönern“, schlug sie unter Berufung auf ihre Königinnenwürde dieses Angebot hochmütig aus. Kürzlich würde Fräulein Polaire bei einem Automobilunglück im Gesicht verletzt, und sie verlangte darauf von dem Taxenchauffeur Schadenersatz, weil— wie sie behauptete— hre einzig dastehende Häßlichkeit durch die Verletzung beeinträchtigt worden sei. Vor den Kadi geladen, verteidigt sich der unglückliche Autolenker damit, daß eine Frau, die sich für die häßlichste der Welt erkläre, durch eine Narbe im Gesicht nichts an ihrem Rufe einbüßen könne, ihr interessantes Aussehen vielmehr dadurch noch erhöht würde. Aber die SchauIpielerin gab an, daß ihr durch den Automobilunfall das Gesicht„verunstaltet“ worden sei, daß sie früher sozusagen von einer harmonischen Häßlichkeit gewesen wäre. Die Richter hatten ein Einsehen und verurteilten den Thauffeur zur Zahlung der geforderten Schadenersatzsumme. Mademoiselle Polaire hätte ihren Triumph vollauf genießen können, wenn ihr nicht in der Engländerin Miß Mary A. Bevan eine Konkurrentin entstanden wäre, die sich ihrerseits für die häßlichste Frau der Welt ausgab. Und wirklich scheinen ihre Behauptungen sich auf eine reale Basis zu stützen, denn ein amerikanischer Zirkus fand sich bereit, sie als Ausgeburt weiblicher Häßlichkeit in seiner Arena auftreten zu lassen. Geht man in der. Geschichte einige Jahrhunderte zurück, so findet man eine durch ihre Häßlichkeit berühmte Frau in der Herzogin unna von Cleve, der vierten Gemahlin Heinrichs VIII. Aber sie wird bei weitem durch eine andere Vertreterin des weiblichen Geschlechts in den Schatten gestellt. Es ist dies die Herzogin Margarete von Tirol, die in der Geschichte wegen ihres charakteristischen Aussehens unter dem Namen„Maultasch“ bekannt geworden ist. Auf einer unlängst in London stattaefundenen Gemälde=Ausstellung wurde ein Bild von ihr. ein Werk des Masers Quentin Matsys. versteigert, das in den Kreisen der Kritiker zu lebhaften Auseinandersetzungen über das Aussehen der berüchtigten Herzogin ührte. Die Häßlichkeit der Tirolerin hatte schon einen großen Teil der Künstlerwelt ihres Zeit uind der nachfolgenden Jahrhunderte lebhaft interessiert. Selbst Leonardo da Vinci fertigte von dem Gemälde Matsys' eine Kopie an, die noch heute in dem Schlosse von Windsor zu sehen ist. Wenzel Hollar, der berühmte Kupferstecher, stellte von der Herzogin ein Gemälde her, das ebenfalls in dem Schlosse von Windsor shängt. Aber um die Königin von Tunio. 2 * 2 4— 9 s Kücos: S — S * SEOSSSSUS = BSSSUSN.BS S.S 5.8 BOLEP * S O#E S 5 8SS —*— 59 2 * E SSSSESgSSS SSEg. OS#-oToEE.59SSBD5ES GTALaUT-S5 SOFPPISBSSSES *".* 2••21 r#.91—1 S 8•8US 38 S EEnSES * E 2 9. 226 B.•E Sa #a B0e. Sga 5 85 T5 BHSSSBEE 2 S 95123 8 S 58..9 zu ärgern, erklärte er sein Bild für ein Porträtz dieser afrikanischen Königin. Als kürzlich Sir John Tenniel den Typus der häßlichsten Frau darstellen wollte, kopierte er das Gemälde der Margarete Maultasch, aber trotz seiner hohen künstlerischen Begabung glückte es ihm nicht völlig, die Häßlichkeit in ihrer gen## Größe wiederaehen. Die Herzogin von Tirol, schon zu ihren Lebzeiten unter dem bezeichnenden Spizaamen „Mauttasch“ bekannt, war die Erbin des oesamten Vermögens ihres reichen und mächtigen Vaters, und es fehlte ihr trotz ihres abschrekkenden Aeußeren nicht an Heiratsanträgen seitens ehrgeiziger Fürsten, die mehr Wert auf die Höhe der Mitgift als auf die Schönheit ihrersggen legten. Da zu jenen Zeiten stets die Eltern eine Ehe abschlossen, und die Kinder sich zu fügen hatten, geschoh es denn, daß Margarete Maultasch schon im Alter von zwölf Jahren dem Fürsten Johann, einem Sohne des Königs von Böhmen vermählt wurde. Aber bald war sie des Gatten überdrüssig und als er eines Abends etwas verspätet von der Jagd heimkehrte, fand er die Zugbrücke des Schlosses hoch gezogen. Die junge Herzogin, die schon in mehr als einem Falle eine ihrem Aeußeren entsprechende Häßlichkeit des Charakters gezeigt hatte, stand auf der Wehrmaner der Burg und schrie ihrem Manne zu er solle sich davon machen. Der Fürst ließ sick das nicht zweimal sagen und kehrte zu seinem Vater nach Böhmen zurück. Kurze Zeit darauf erfolgte die Scheidung zwischen ihm und Margarete. Die Herzogin verheiratete sich mit dem Fürsten Ludwig, einem Sohne des deutschen Kaisers. Während der ersten drei Jahre der neuen Ehe wurde Tirol von der schwarzen Pest verheert. und fünf Sechstel der Bevölkerung fieten ihr zum Opfer. Diese Schrecken wurden noch durch ein Erdbeben verschlimmert, und schließlich brach in einigen Tiroler Städten eine Reihe von Schadenfeuern aus. Unter dem Volke ging damals das Gerücht um. das Land sei wegen der Gottlosigkeit der Herzogin bestraft worden. Margarete Maultasch lebte unterdessen mit ihrem zweiten Gatten einige Jahre in leidlicher Ehe, bis Ludwig plötzlich an einer Vergiftung starb. Bevor man den Verdacht äußerte, da die häßliche Herzogin ihren Mann beseitigt habe, beschuldigte sie ihn selber, ihr nach dem Leben getrachtet zu haben. Kurze Zeit darauf starb unter seltsamen Umständen auch der einzige Sohn der Herzogin, den sie von ihrem zweiten Gemahl hatte, und auch in diesem Falle beschuldigte die Volksmeinung Margarete als Mörderin. Die Herzogin verspürte den Ehrgeiz, als absolute Herrin über ihr Land zu regieren aber die Bevölkerung, die ihrer Desnotie überdrüssig geworden war, empörte sich, belagerte die Herzogin in ihrem Schloß und bat den Kaiser, einen anderen Landesherrn zu bestimmen. Die Tiroler setzten ihren Willen durch und Margarete mußte zu Gunsten Habsburgs abdanken. Nachdem sie ihre Macht verloren hatte, zog sie sich grollend auf eines ihrer Schlösser zu„rück. Und bald hatte ihre Häßlichkeit einen solchen Grad der Vollkommenheit erreicht, das sobald Margarete sich auf der Straße sehen ließ nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, von panischem Schrecken erfaßt, wie vor einer Erscheinung des Leibhaftigen die Flucht ergriffen Wenn man nun diese historisch erhärtete katsacke in Erwägung zieht, dann wird mar vieneicht Margarete Maultasch im Wettkamn“ um den Ehrentitel der häßlichsten Frau aller Zeiten die Siegespolme reichen müssen. Seien wir froh, daß wir das nicht persönlich zu tun deuuchen. Die Zeugnisse unserer Hausangestellten Es herrscht gegenwärtig— wenigstens in den Großstädten— unverkennbar eine ziemliche Not in der Hausangestelltenfrage; es ist nicht so sehr ein Mangel an Personal zu spüren als ein Mangel an„gutem Material“, d. h. an wirklich zuverlässigen, empfohlenen Mädchen. Trotz der wirtschaftlichen Krise, die ja noch immer nicht behoben ist, ist diese Tatsache nicht wegzuleugnen, und die Hausfrau, deren Stellung gegenüber ihrem Personal gegenwärtig recht erschwert ist, hat unter ihr zu leiden. Einer verhältnismäßig geringen Zahl von Angeboten seitens der Mädchen steht eine weit größere an Gesuchen seitens der Hausfrauen gegenüber, und unter diesen fällt immer wieder auf, daß doch in den meisten Fällen Wert Lilt Lehmann-Schtzig. Lili Lehmann, die einstmals so gefeierte Sängerin, feiert in b: ter körperlicher und geistiger Frische in Berlin= Grunewald ihren acbtzigsten Geburtstag. In Ws=== burg geboren, wurde sie bereits 1870 Mitglied der Oper in Berlin, um von hier aus ihren Siegeszug um die ganze Welt — Bayreuth, London, Newyort— anzutreten. Die Greisin, die gemeinsam mit ihrer wenige Jahre jüngeren Schwester, eine Villa im Grunewald bewohnt, erteilt noch heute Gesangsunterricht. darauf gelegt wird, daß man ein Mädchen mit „besten Empfehlungen" bekommt. Diese Tatsache beweist, daß man ohne Empehlungen ein Risiko eingeht, und daß man auch wohl schon diesbezuglich böse Erfahrungen gemacht hat, wenn man diesen wichtigen Punkt völlig außer acht ließ. Ist man nun aber umgekehrt durch ein sogenanntes gutes Zeugnis völlig gesichert? Die meisten Hausfrauen werden aus der Fülle hrer Erfahrungen heraus doch zumeist mit einem glatten„Nein“ antworten müssen. Immer wieder hört man Klagen und Fragen darüber, wie es möglich sei, daß bei diesen und jenen offenbaren Mängeln noch einer Hausingestellten ein einwandfreies Zeugnis ausgestellt wird. Wir sehen hier ab von den vereinzelten Fällen, wo ein Mädchen gewissermaßen„weggelobt“ wird, wie der Ausdruck heißt; wo man womöglich Belästigungen oder dergleichen, die infolge einer ungewollten Kündigung seitens des Arbeitgebers zu gewärtigen wären, aus dem Wege gehen wollte. Von dieser unverantwortlichen Maßnahme machen ja zum Glück nur wenig Menschen Gebrauch. In den meisten Fällen macht man sich die Bedeutung und den eigentlichen Zweck eines Zeugnisses nicht ganz klar, sondern verfähr! hier mit einer Gedankenlosigkeit, unter deren Nachwirkungen nicht nur eine, nein viele Familien zu leiden haben. Oft genug auch spricht eine Art törichter Gutmütigkeit hier mit, die sich von einer momentanen Stimmung abhängig mocht, ganz übersehend, daß das Ausstellen eines Zeugnisses alles andere als Stimmungssache ist, vielmehr unbedingte Objektivitat ersordert. Endlich gibt es noch jene sehr vielen Fälle, wo man aus Gerechtigkeitsgründen einem bädchen, das sich doch als gänzlich ungeeignet erwiesen hat, kein schlechtes Zeugnis geben möchte. Das sind die Fälle, wo es sich nur darum handelt, eine Hilfe zu finden, die dieenigen Eigenschaften besitzt, auf die es einem speziell ankommt. Hierin liegt der Hauptgrund der ganzen Zahlungsschwierigkeiten ind zugleich der Wegweiser, wie wir dieser Kalamität abhelfen. Wir sollten endlich lernen Zeugnisse gewissermaßen zu spezialisieren, d. h. eingehend über einzelne Punkte zu berichten, auf die es im wesentlichen ankommt. Es ist nämlich so: In jedem Haushalt sind es andere Forderungen, die zu erfüllen sind. Selbstverständlich werden die Grundoetngen überall die gleichen sein, denn: jede Hausrau will schließlich ein sauberes Mädchen beschäftigen; jede will ein wahrheitsliebendes lede ein arbeitswilliges Mädchen haben. Das st selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich st aber, daß alle diese lobenswerten Tugenden, die wir so gern suchen, sich nicht zugleich vereinigt finden. So wird ein äußerst fixes Mädchen meist auch flüchtig in der Arbeit sein; ein selbständig wirtschaftendes wird auch unzern einen Rat oder eine Zurechtweisung annehmen. Ein freundliches, gefälliges wird nur zu leicht in die Versuchung kommen, überall hängen“ zu bleiben beim Einholen usw. Jeder Haushalt ist aber doch irgendwie spe ziell eingestellt. Hier kommt es vornehmlich darauf an, eine tüchtige Arbeitskraft zu haben, die möglichst viel schafft. Dort ist die größte Peinlichkeit erwünscht, wenn auch weniger geschafft wird. Anderswo muß ein Mädchen übersichtsich, selbständig bandeln wieder an anderer Stelle muß es mit Kindern verläßlich sein; so gibt es hundert Dinge, die für den einzelnen Haushalt ganz verschieden gewertet werden. Trifft man nun bei seiner Wahl ein Mädchen, das an sich durchaus brauchbar, indessen gerade da versagt, wo man besondere Anspruche stellt, so ist dies oftmals ein Brund zur Entlassung; umgekehrt—'=seo Mädchen auf einer anderen Stelle zur vollften Zufriedenheit arbeiten, ja. unersetzlich sein. Verfassen wir nun ein Zeugnis derart, daß wir genau angeben, wo die Vorzüge des Mädchens liegen, so helfen wir der nöchsten Hausrau dadurch das Richtige, für sie Geeignete. zu finden. und bewahren eine anderer. einen Fehlgriff zu tun. Beispielsweise ein Mädchen ist in der Arbeit vorzüglich, macht sich aber durch vorlautes unbescheidenes Wesen unbeliebt, so msst“: dig se Untugend irgendwie, und wäre es durch eine Andeutung. eine Umschreibung, gerügt werden um eine andere Hausfrau, die sich vielleicht durch diesen Fehler gleicherweise gestört fühlt. vor diesem Mädchen zu bemehren. Wären. wir ehrlicher in den Zeugnissen, so wäre uns Hausfrauen allen geholfon denn— für das Mädchen ist ein häufiges Wechseln beine Empfehlung. für eine Hausfrau aber bedeutet es viel Mühe und Aerger. Wir brauchen wirklich nicht in Sorge zu sein, daß wir durch wahrheitsgemäße Angaben einer Houshaltohilfe die Zukunft zerstören; es kommt immer auf die Form an, die wir für unsere Angaben wählen, zudem sollen wir ja gerade auch, wo rgend Vorzüge vorhanden sind, diese erwähnen. Schreibt gewissenhafte, wahrheitsgetreue Zeugnisse, so habt ihr euch selbst den ten Dienst damit erwiesen und das auf einem Gadiet, wo es sich lohnt. Ilse Steffens= Leipzig. Herzliche Weihnachtsbitte der Krüppelanstalten Volmarstein D:. Lage des Jahres sind bald zu zehlm#. und alle Leute werden jetzt wählen, — es ihre Lieben soll erfreu'n keim weihnachtlichen Kerzenschein. Ich ober denke am Abend und Morgen in 850 für die ich muß sorgen. Die. Krieger im Invalidenheim hvien im Herzen der Sehnsucht Keim, aß doch noch einmal in Schwachheit und Not Weihnachten strahlt wie Morgenrot. Balsam schenkend für Seele und Leib ern vom geliebten Kind und Weib. Die Alten denken mit heimlichem Lachen Jas'e: un: Tabak und warme S:##n. Und alle die Krüppelmädchen und eknaben viel große und kleine Wünsche haben: Ein neues Sviel, ein neuer Rock, ein schönes Buch, ein starker Stock, ind Aepfel und Nüsse und Lecheret möchten sie alle, ich sag' es frei. Ihre Freunde. laßt mich nicht allein! Helft mir bescheren in Volmarstein: Wieder ist im vergangenen Jahr die nierer Pfleglirge und Angestellten o daß wir heute etwa 850 zu Weihnachten bescheren müssen. Um so herzlicher bitten wir um die Gaben der Liebe für Groß urd K'ein, zleichviel ob Geld, Lebensmittel, Tabak, Spielvaren usw. Mit einem aufrichtigen„Vergelt's Gott" und rohen Weibnachtsgrüßen Pastor Vietor, Leiter der Krüppelanstalten Volmarstein=Ruhr Postscheckamt Köln 29490. 12.— Zwei kleine Mädchen Kindergeschichten von Paul Vergenhauen. Lilofee hat kaum lausen gelernt, da unternahm sie eines Morgens eine Entdeckungsfahrt durchs ganze Haus, gelangte durch Türen und Fenster ins Badezimmer, wo ihr Papa Reinigungsversuche an sich lost unternahm. lebenden Affen hatte sie noch nie gesehen. Einen Bären auch nicht. Aber Hunde. Da floh sie mit lautem Kreischen:„Mama, Mama, Nauman!“ * Im zweiten Winter ihres blonden Lebene geschah es im Januar wirklich, daß Schnee fiel. Atemloses Staunen. Dann sorang svontan der Jubel von ihren Lippen:„Pappt, Barvi. Haserflocken!"