eintrochnen läßt. Dann dämpft man sie auf, wobei sich der Zwiebelgeruch verliert. Schnutzfloche von hellen Filzhüten entfernt man, indem man den ganzen Hut mit einem dicken Brei aus Benzin und Magnesia bestreicht. Nachdem er ganz getrocknet ist, blopft mon den Hut aus und bürstet gut ab. Kakao=, Milch= und Kaffeeflecke werden sofort mit warmem Wasser ausgewaschen. Sind sie schon älter, so werden sie mit einer Mischung ausgerieben, die aus 20 Trovfen Wasser, 20 Trovfen Glyzerin und 1 Tropfen Salmiak besteht. Auch eine Mischung aus Glyzerin und Eigelb entfernt sie gut. Zum Schluß lauwarm nachwaschen. Rostflecke werden vor dem Entfernen naß gemacht, mit Kleesalz betupft, über kochendes Wasser gehalten und nachgewaschen. Bei bunten Stoffen nimmt man statt des Kleesalzes krischen Zitronensaft. Das Verfahren wird so lange wiederholt, b's die Flecke verschwunden sind. Harz= und Oelfarbenflecke bratzt man ab und reibt sie mit einer Mischung aus, die zu gleichen Teilen aus Spiritus. Terpentin und Benzin besteht. Mit reinem Wasser nachwaschen. Flecke von Teer oder Wagenschmiere reibt man mit Butter ein und kratzt sie ab. Nun ist ein Fettfleck entstanden, den man mit Benzin entfernt. Blutflecke, die leicht durch einen Nadelstich beim Arbeiten entstehen, betupft mon vorsichtig mit Wasserstoffsuperoxyd, worauf sie verschwinden. Alle anderen Flecke lassen sich durch Auswaschen mit lauwarmem Wasser entfernen. Die Tätigkeit der Hausfrau Uns Frauen erscheint unsere häusliche TätigLeit meist recht unpoetisch und nüchtern. Wir sind uns kaum mehr bewußt, welch stilles „Glück im Winkel“ wir durch unserer Hände Arbeit schaffen und wie wohlig der Hauch der Ordnung und des Behagens die heimkehrenden Familienmitglieder empfängt. Wohl empfinden unsere Männer und Söhne die Annehmlichkeit eines trauten, von Sauberkeit blinkenden Heimes. Allein zu sehr gewöhnt daran, erfreuen sie die Schöpferin dieses Behagens, die vielgeplagte Hausfrau, gar selten nur durch ein Wort der Anerkennung und des Lobes. ja, gar oft schätzen sie die Hausarbeit, weil sie sich in der Stille vollzieht und viele scheinbare„Kleinigkeiten“ in sich begreift, recht gering und hierin hauptsächlich liegt der Grund, der uns Frauen die häusliche Tätigkeit so„undankbar“ erscheinen läßt. Daß es aber auch Männer gibt, die die grode Pflichten last der Hausfrau erkennen und ihre Pflichterfüllung gerechter Weise schätzen, beweisen die verständnisvollen, vor Jah. ren geschriebenen, sich aber gerade heute mehr als je bewahrheitenden Worte des bekannten Pfarrers Traub über die Frauen:„Ich möchte heute ein Loblied singen über die Hausmutter und ihr Heldentum, ihr ewiges Beschäftigtsein und nicht Losgelassen werden. Sie soll Frau sein und mit dem Manne leben als treuer Kamerad. Sie soll Mutter sein und in der Kinderstube die Forderungen der besten Erziehung, der neuesten Hygiene, der seelischen und geistigen Aufklärung erfüllen und dabei noch frisch genug bleiben, selbst mit den Kindern herumzutouen. Sie soll das Haus verwalten und über die Küche befehlen, sie soll Gäste empfangen und bereitstehen, wenn Arme ihre Hilfe begehren. Sie soll der Geist des Hauses aus ihrer ganzen Art sein und sich gebend strömen lassen und sich fortbilden in geistiger Arbeit. Sie soll, wenn der Mann nach Hause kommt, noch geschmeidig genug sein, sich mit ihm in fröhlicher Anmut über ihr häusliches Glück zu freuen. „Ich habe sicher noch manches vergessen, überlege ich mir aber auch nur diese Pflichtentafel, so erschrecke ich vor dieser Last, die unsere Frauen mit selbstverständlicher Würde tragen. Es liegt deshalb tatsächlich etwas Geniales in der Frau, die alles meistert. Ich grüße ihr tieses Herz und ahne, an welchen Wundern wir im Leben Tag für Tag vorbeilaufen!“ Diese herrliche Anerkennung eines hochgebildeten Mannes ist wohl geeignet, uns Frauen mit tiefster Befriedigung zu erfüllen. O möchten doch auch andere Männer und Söhne ein wenig mehr nachdenken über das unendlich mühsame Mosaikwerk eines Haushalts, das aus tausend anscheinend kleinen Dingen besteht, die erst zum Ganzen vereint, Harmonie ergeben und möchten sie es nicht verschmähen, zuweilen mit einem freundlichen Wort des Lobes das Behagen, das sie zu Hause empfinden, auch äußerlich bund zu kun! Dann. würde den Frauen werdben! die Pflicht zur Freude G. 82. Die zehn Gebote für Verschönerungskünstlerinnen Von Clara Blüthgen. Gehe an das Werk deiner Verschönerung gesammelt, wie an eine heilige Verrichtung. Bedenke, daß es ein schweres Unternehmen ist, das, was Gott schön geschaffen hat, nach deinem Willen noch verschönern zu wollen. Grübele nicht darüber, was eigentlich schön ist. Was vor zehn Jahren für dich schön war (vorausgesetzt, daß du schon damals das Rennen mitmachtest), ist es heute nicht mehr, und was heute schön ist, wird es in zehn Jahren nicht mehr sein. Schön ist, was die Mode des Augenblicks diktiert, auch das an sich Häßlichste und Widersinnigste. Bist du bei deinem Verschönerungskult in die trübe Hälfte der Fünfzig gekommen, so ver lange nicht, daß man dich für fünfunddreißig halte oder es dir versichere— denn das ist zweierlei. Sei zufrieden, wenn man nachsichtig und wortlos über diesen wundesten aller Punkte, das Alter, hinwegsieht. * Denke nicht, weil deine Freundin Myra Khasana anwendet und deine Freundin Lie sich die Augenbrauen rasiert, du müßtest nun ein Gleiches tun. Es gilt vielmehr, deinen eigenen Stil herauszuarbeiten, dich so darzustellen, daß nirgends ein Anklang an andere zu spüren ist. * Wenn du deine Haare zum Bubikopf zuerst schneiden lässest, so sage nicht, es sei nur geschehen, weil du an dauerndem Kopfschmerz gelitten habest. Es bedarf keiner Entschuldigung, einen Unfug mitzumachen, der durch die ganze Welt geht. Kämme dich zu Hause. Nicht auf öffentlichen Schmuckplätzen, noch in Cafes und Restaurants * Habe den energischen Willen, schön zu sein. Es wird dir mehr dazu verhelfen, als alle Schminken, Puder, Cremes und Toilettewasser. * Ist dir das Werk deiner Verschönerung einmal ganz besonders geglückt, so stelle mit Genugtuung fest, daß es weniger erhebend ist, den Männern damit zu gefallen, als die guten Freundinnen zu ärgern. * Glaube nicht, der Lippenstift sei der Zauberstab. der dir jedes Männerherz untertan macht. Wisse, es gibt noch immer Männer, denen es angenehmer ist, lebendiges, blühendes Fieisch zu berühren, als rot gefärbtes Kunstfett. Es sind diese vielleicht nicht die schlechtesten. den heute auch recht seltsam wirken. Er empsiehlt einer Braut, bei der Trauung äußerst zurückhaltend zu sein, die Hand beim Wechseln der Ringe nur widerwillig, fast gezwungenermaßen hinzuhalten, und mit ihrem„Ja“ lange zu zögern, bis der Priester zum dritten Male gefragt habe, und auch dann solle sie es nur flüstern. In der höfischen Zeit(12. bis 13. Jahrhundert) war es Sitte, daß die Frau den Mann zuerst grüßte uno in Frankreich nahmen die Frauen, wie der Mann den Hut, ihre Haube beim Gruße ab. In Spanien hätte sich damals eine Dame unmöglich gemacht, die ihre Füße gezeigt hätte; wenn sie Strümpfe und Schuhe anzog, ließ sie die Türe fest verriegeln und die langen Kleider waren eigens zu dem Zweck eingeführt, um die Füße zu verbergen. Sie mußte sich auch eines besonderen Ganges befleißigen und die Equipagen waren mit besonderen Vorrichtungen versehen, die der Dame das Ein= und Aussteigen ermöglichten, ohne ihre Füße sehen lassen zu müssen. In Gesellschaft war es streng verboten, von Füßen und Beinen zu reden, es hätte für höchst scham los gegolten. Man kann sich das Entsetzen denken, als der Braut Philipps des Vierten auf ihrer Reise von den Vätern einer Stadt seidene Strümpfe als Brautgeschenk überreicht wurden. Der Begleiter der Hoheit sagte darauf den verdutzten Stadtvätern die klassischen Worte:„Ihr solltet wissen, daß spanische Königinnen keine Beine haben!“ Keine Frau von heute würde diese Gabe ablehnen, denn alle Welt weiß— und sieht es!— daß sie Beine hat. Halte die Männer nicht für so naiv, daß sie deine„Schönheit“ für bare Münze nehmen. Es ist nur ein Akt der Ritterlichkeit, sich so zu stellen, um deine Mühe zu belohnen, die du dir chretwegen gegeben hast. Wandlungen des guten Tons Von R. H. Toepel=Fredersdorff. Auch der sogenannte„gute Ton“, das was sich schickt und nicht schickt, ist Wandlungen unterworfen und man kann auch hier sagen, daß jede Zeit ihren eigenen Ton hat und daß sie den besitzt, den sie verdient. Würde heute jemand die Anweisungen der„Anstands= und Manierenbüchlein“ aus dem Mittelalter befolgen, würde er das Gegenteil des guten Tones damit beweisen und als ungebildeter Mensch angesehen werden, während es umgekehrt dem höflichsten und aufmerksamsten Menschen unserer Zeit nicht besser ginge, wenn er plötzlich in das Mittelalter versetzt würde. So gehörte es beispielsweise im Mittelalter in vornehmen Häusern zum guten Ton, mit dem Mundtuch den Löffel vor dem Essen tüchtig abzuwischen— eine Maßnahme, die heute jede Hausfrau übel aufnehmen würde. Ebenso eigenartig berührt die mittelalterliche Gepflogenhen, einer Dame beim Trinken eine Schale unter das Kinn zu halten— eine Bemühung, die sich heute jede Frau ernstlich verbitten würde. Die Ratschläge, die der Italiener Francesco Barberino in seinem Anstandsbuche gibt, wür„Pasaläige und Binke. Aepfeln ein seines Aroma zu geben. Eine seine Apfelsorte wird hierzu verwendet. Man streut den Boden einer festschließenden Pappkiste mit getrockneten Blüten von römischen Kamillen oder Flieder aus und legt die Aepfel hinein. Hierüber leg: man recht fest ein Stück weißes Papier und schließt den Karton. Schon nach achttägigem Lagern wird man finden, daß die Apfel einen ananasähnlichen Geschmack angenommen haben. Zwiebeln haltbarer zu machen. Sobald es in den Frühling hineingeht, beginnen die Zwiebeln auszusprießen, wodurch sie an Schmackhaftigkeit verlieren. Dieses kannman verhindern, wenn man sie einige Tage in die Räucherkammer hängt. Einen Rest Bratensoße zu verwenden. Bratkartoffeln schmecken um so besser, wenn man sie beim Braten mit einem Rest Bratensoße vermischt. Das neue Daheim. Auch das 2. Heft des 65. Jahrgangs der wohlbekannten traditionsgetreuen und doch lebendig mit der Zeit migehenden Familienzeitschrift ist jetzt erschienen. Eine Menge von abwechslungsreichen Text= und Bildbeiträgen bieten dem Leser und Beschauer Unterhaltung und Anregung. Der interessanten Wochenschau„Aus der Zeit für die Zeil“ folgt ein Glückwunsch an Max Slevogt, den 60jährigen. Die Romanschriftstellerin Clara Ratzka schildert anschaulich einen Flug über London. Dr. Carthaus berichtet über allerlei Fälschungen in scherzhafter Absicht und zu verbrecherischen Zwecken. Fritz Daussig plaudert über das letzte große Auto=Turnier im Berliner Stadion und über neue Berliner Gaststätten. Daneben wird eine interessante Theateraufführung in Marokko beschrieben. In Wort und Bild ist der Beruf der Kriminalpolizisten sachkundig dargestellt. Ein Kapitel des großen neuen Romans„Frühling im Park“ von Friede H. Kraze, die heitere Erzählung„Gutgemacht“ von Fritz Müller=Partenkirchen, Gedichte, ein Aufsatz„Pfarrergesellen in Fontanes Romanen“ von Dr. O. Rückert führen uns auf das Gebiet der schönen Literatur. Dem Gedanken frohen und edlen Sports huldigt der Beitrag „Im roten Rock hinter den Hunden“ von Major a. D. M. Bruck. Das Frauendaheim zeigt bulgarische Volkshandarbeiten, gibt praktische Winke für die Hausfrau und Mutter. Der prächtige künstlerische Bildschmuck, vor allem die wertvolle ganzseitige Kunstbeilage, Anekdoten, Auskünfte, der übersichtliche, umfassende Anzeigenteil und die reichhaltige Rötselecke vollenden den vielseitigen Inhalt des schönen Heftes. Verantwortlich: H. Semmelmann. Allena Druck und Verlag. P. A. Sayt#Altens Praden4* Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Nr. 42 Altena, den 16. Oktober 1928 — Hallo— Dein Gesicht! Der schlechte Teint und saure Speisen! — Die schöne Figur— das müde Gesicht. — Sport und Sonne.— Lebe regelmäßig. dann lebst du länger!— Schlafe dich schön! Von Hilde Hanna Sitte=Hutter. Hallo— dein Gewicht! So lautet der „Schlachtruf“ der modernen Frau. Die Angst um das Gewicht ist es, welche viele Frauei. Nächte lang nicht schlasen läßt, welche sie zu einem Training„der Schönheit zuliebe“ ver anlaßt, das man ihr sonst nie und nimm:: hätte zutrauen dürfen Die Angst um das Gewicht ist es, welche sie lehrte, bei vollen Schüs seln und vielleicht auch hungrigem Magen zu sitzen und nur etwas Salat und Obst zu ge nehmigen, die Angst um die paar Deka ist es und wird es bleiben, welche Frauen(die ein paar Kilo zuviel haben und„veriorene Fälle" sind trotz aller Marienbader Kuren) Sorgen bereitet. Und all der Jammer ist dabei manch mal so überflüssig! Gibt es doch unzählige Frauen, denen das„Knochengerüst" absolut nicht paßt, die wie ein Kleiderstock aussehen, wenn sie einige Kilo abgenommen haben, wie sie stolz verkunden. Tabei ist es manchmal wirklich eine unselige Sache mit dem Abnehmen um jeden Preis. Viele Frauen sollten sich das immer wieder sagen und sich von ihrem besten, zumindestens dem wahren Freund, dem Spiegel, die wahre Antwort sagen lassen. Nur nicht übertreiben in puncto Gewicht, selbst bei „Gewichtigkeit“, nicht. Es kommt vor, daß man eine gute Bekannte lange Zeit richt gesehen hat. Trifft man sie dann, erzählt sie strahlend:„Denken Sie, meine Liebe, sieben Kilo habe ich abgenommen. Alle Kleider habe ich mir bereits enger machen und kürzen lassen. Ich bin einfach selig!“ Zugestanden: Die Figur ist wirklich passabe!! Aber... Das Aber wird dabei außer acht gelassen Hat man sich an der guten oder zumindest gebesserten Figur sattgesehen, dann oll man in das Gesicht der Betreffenden sehen. Und da wird man oft ganz entsetzt feststellen, daß die betrefsende Frau oder das„schlank gewordene" Mädchen ganz erschreckend alte Besi htszüge bekommen hat. Die Uebertreibungen einer Kur der Schlankheit zuliebe, das ständige Zuwenig=Essen haben es bewirkt, daß sich der Körper rächt und daß sich der Entzug des für den Körper Notwendigen im Cesicht ausdrück das einen vollkommen müden und abgespann ten Ausdruck hat. Darum, nicht allein: Hallo— dein Gewicht!, sondern: Hallo— dein Gesicht! Die Linie allein tut es auch nicht. Wie oft kann man jetzt finden, daß Frauen mit tadellosen Beinen und bester Figur ein absolut ungepflegtes Gesicht haben. Rei der minimalen Nahrung, die sie zu sich nehmen, stellt sich oft Hungergefühl ein. Statt sich aber satt zu essen, genehmigt manche Frau etwas Saures oder Pinantee daß macht nicht dickt. Oder sie reduziert in ihrem Speisezettel alle süßen Speisen, Knödel und Buchteln, Schlagsahne und andere gute Dinge, sie ißt aber nach wie vor dafür das bisherige Quantum an scharf gewürzten Dingen und scharfem Käse. Die Folge dessen, daß die saure Nahrung in gar keinem Verhältnis zu dem Speisenquantum, das die Frau zu sick. nimmt, steht, ja, daß pikante Dinge einen viel zu breiten Raum im Speisezettel einnehmen. ist, daß der Teint unrein und häßlich wird. Wohl gibt es einen Doktor, der da viel hilft: Sonne und neuerdings als beste Unterstützung einen gesunden Sport. Einen Sport ohne Rekordsucht, die oft dem Körper mehr zumutet, wie ihm zuträglich ist. Und ein Sport in freier, frischer Luft soll es sein! Luft und Sonne, zwei Dinge, die als Grundsätze jeder Schönheitspflege feststehen. Die uftige Bade= und Sportkleidung und auch die jonst recht gesunde zweckmäßige Garderobe der Frauenlob Wie manchen Sieg schuf Heldenarm Mit Schwertschlag oder Lanzensplittern Um Frauenmund, der liebewarm, Um eines Mägdleins selig Zittern. Wie schwang sich oft ein Dichterlied Unsterblich in die goldnen Fernen, Ein Lied, das tiesste Rätsel riet Aus still verträumten Augensternen. Wie mancher, der die Fahne trug, Bis ihm die Sehnen schier erschlafften, Wie mancher, den das Leben schlug, Wo andere Kränze sich errafften, Ging hell den Blick und hoch das Haupt, Als hätt' der Lenz ihn neu geboren, Weil Frauenmut an ihn geglaubt, Als schon der eigne Mut verloren. Und keine Nacht so sorgengrau, So sieberheiß und angstgeblendet, In die das Lächeln einer Frau Nicht Hoffen, Glauben, Sonne spendet. Am Kinderbett. o Mutter du, Und ihr, die Mütter ihr wollt werden, Im Leid noch lächelt ihr uns zu Und macht das Schwere leicht auf Erden. Ich möchte jeden frischen Kranz, Des Frühlings reichsten Blütensegen Dankbar auf eurer Scheitel Glanz Um euren weißen Nacken legen. Und aller Lieder Perlenreihn, Sie schmiegen sich zu euren Füßen, Und jeder volle Becher Wein, Er will nur eins— er will euch grüßen! Rudolf Herzog. Frauen an und für sich gestatten, daß der Kör per so viel Luft bekommt, wie ihm gut tut und daß die heilende Wirkung der Sonne auf den Körper in Aktion treten kann. Ein weiterer wichtiger Faktor, den vielc Frauen außer acht lassen, ist die Regelmäßig keit um jeden Preis, das sollte sie sich nich einmal, nein, hundertmal am Tage sagen Nicht die herrlichste Jazzband, nicht die verlockendsten Aussichten gleich welcher Art sollten die Frauen dazu bewegen können, regelmäßig spät schlafen zu gehen. Das Manno, das sie durch unregelmäßiges Essen und ungenügendes Schlafen erleiden, ist einfach nicht wieder gutzumachen. Und wenn manche Schöne lächelt und sagt:„Ach, was kann es mir schon schaden. Man merkt mir gar nichts an!“ so ist das ein Trugschluß.„Es'st nichts so sein gesponnen, es kommt doch an die Sonnen“— das gilt auch vom unregelmäßigen Leben und nicht genügendem Schiafe. Nach Jahren tritt dann plötzlicher Verfall ein. Die Konstitution der Frau hält auf einmal nichts mehr aus, und sie erinnert sich zu xät mancher Dinge, die besser unterblieben wären im Interesse eines geregelten Lebens.„Schlaft euch schön!“ Das ist kein leerer Wahn. Denn auch jene Frauen, deren Gesichtszüge nicht durch besondere Ebenmäßigkeit ausgezeichnet sind, erscheinen anmutig und charmant, wenn Körper und Gesicht ausgeruht sind, wenn man ihnen die Pflege ansieht. Abends ruhig eine Stunde früher schlafen gehen, dafür morgens eine Viertelstunde eher aufstehen und dem Gesicht sein Reht werden lassen. Nicht gleich den Morgen unt Hasten sund Jagen beginnen, keine Gewaltkuren, sondern lieber einmal einen Dunstumsch'i; über Nacht auf das Gesicht, der die Mitesser herauszieht. Lieber sich eine für jede Frau erlernbare Gesichtsmassage, ein paar Striche um Augen, Wange, Kinn und Stirn mit etwas Fett, am Morgen selbst angewöhnen. Vorher das Gesicht mit etwas Tollettessig oder anderem reinen Alkohol reinigen. Und ab und zu dann ein Gesichts sampfbad mit nachfolgendem Walserwechselbad. Man soll es nicht immer dem Masseur, Friseur und der Sch ieiderin überlassen, etwas für die eigene Schönheit zu tun. Denn sie alle kann man sich täglich nicht leisten. Aber ein regelmäßiges Leben und ein regelmäßiges Zubettgehen— das nann sich wohl jeder angewöhnen. Es ist nicht nur kostenlos, es erspart sogar noch Beid(weil man keines ausgibt). In diesem Faile lößt sich dann sogar behaupten, daß auch die „Abendstunde ihr Gold im Munde haben" kann. Und goldene Abendstunde plus goldene Morgenstunde, ein regelmäßig eingeteiltes Leben— die„goldenen Aussichten“, die sich da eröffnen, sind einfach nicht auszudenken. Orobieren Sie es nur einmal, meine Dament —1—.— Vom Taschengeld der Ilausfrau Von P. u. d. Nahmer. Ein Thema, das in Frauenkreisen immer wieder das gleiche Interesse eiregt, weil jede Frau ihre eigene Ansicht, ihre eigene Erfahrung und die sich daraus ergebende Stellungnohme hat, Leider sind die Erfahrungen durchaus nicht immer ersteulicher Natur. Das liegt in vielen Fällen an der männlichen Auffassung, das„Haushaltungsgeld“ solle gleichzeitig die Ausgaben der Frau bestreiten. Die Annahme ist irrig, denn es folgt, daß die Hausfra. einen Teil des„Wirtschaftsgeldes" für persönliche unerläßliche Ausgaben verwenden muß. Das Wie der Einteilung bliebe dann allerdings ihre Sache, und das ist in vielen Fällen eine unmögliche Kunst für die pflichtgetreue Frau unter den heutigen Zuständen, wo das Wirtschaftsgeld durchschnittlich knapp bemessen ist. Während der Mann es entrüstet abweisen würde, kein Eigengeld zur belieb'gen Versügung zu haben, bestreitet er dieses normale Recht für die Frau und bedenkt nicht, wieviel Unzuträglichkeiten sich gerade aus solchem Zwang, der sich oft genug unmoralisch auswirkt, ergeben. Denn die Frau ist genötigt, ihre kleinen Ausgaben, von den Handschuhen die zum„Geburtstagsgeld“ für den Ehemann aus „Hauswirtschaftser sparnissen“ zu sammeln. Das kann sie nur auf Kosten einer Ausgabenminderung auf dem Wirtschaftsgebiet. Eine Umrage bei Bekannten und Freunden zeigt uns, wie wenig schön der Weg dieses„Geldsparens“ oft genug ist. Warum versagt in diesem Punkt der wirtschaftlich oft großzügig denkende und handelnde Mann? Glaubt er wirklich durch dieses System die Ausgabenseite der Frau zu mindern, glaubt er billiger Wirtschaft zu führen als bei Aussetzung eines bestimmten Taschengeldes? Glaubt er wirklich noch nicht, daß auch die Hausfrau auf einen verantwortungsvollen Posten gestellt ist? Gemeinhin liegt etwas Beschämendes in diesem Männerhandeln, das einer traurigen Unterbewertung der Frau, besser einem Nichtverstehen der weiblichen Piyche überhaupt gleichkommt. S EEHPE e. 9• 00—— E ES E2 * S S— 5 S * 9.. Scbur 8 550507895 PSGET 5 ### S%L•9• 152 0 S 5 *“ — 9 * *: 5."" 2 S8T„ES S2 Secp SE G FSE 86 S aS SS, 00 0 E Se 3 S3.# con 2 S 2 # 8 un ei ei 2 2 2 S 8 8 O □□ # ** SPUL S— O.#1 O56 29n*. 986 e Die Brleltasche Skizze von Heinrich Zerkaulen e. c „In sterbenden Licht der Reklame log die roßstadtstraße. Es war schon nach Mitternucht, eines nach dem anderen der roten und blauen und gelben Schristbilder verlosch lautlos wie es gekommen. Nur manchmal noch zuckte ein greller Buchstabe über den spiegelnder Asphalt, auf dem die Oeltropfen der Motore lagen wie Fettaugen auf der Sunne. wie Fellaugen auf der Sappt. Du, ich könnte es jetzt wagen „Unsinn, Hanna. Es ist eine Marotte von Dir, es hilft doch nichts.“ In Wirklichkeit bachte Hans nichts weiter als:„Du lieber tapferer Kerl.“ I# da vielt se sch schon an beinen Arme st, rrehte sich um, ein rascher Blick nach allen Eiten, die Strümpfe herunter, die Schuhe in die Hand genommen.„Komm, Hans“, lachte sie.„Ich mache es jetzt jeden Abend so. Es schont wenigstens die Sohlen.“ Fragen wir nicht, wie sie ihr Geld verdienten. Sie verhaufte Fahrkarten, er suchte nach einer Stellung. Ein Hundeleben. Wenn sie nicht diesen Mut behalten hätte, diesen irrsinnigen Glauben an ein gutes Ende! Tapferer Kerl. Heute wäre es um ein Haar geglückt, ein Aufsichtsposten, reine Vertrauensstellung. Der Chef sah an ihm herauf und herunter. Seine Papiere waren in Ordnung. Aber Hans sah so abgebrannt aus. die . die Haare quollen ihm im Stock vorüber kam, schlug ihm das Nacken. Ruge eine Mark hat man übrig zumssaut daß er die Hand darüßer bielt Haarschneiden. Und die Schuhe? Also der Ehe will es sich überlegen. Hans soll morgen noc einmal vorsprechen. Ach. besser ist, er erzählte erst gar nicht, was sich da angesponnen hat morgen ist der Faden doch wieder gerissen! „Es tut uns furchtbar leid, aber im Augenblick ist die Stelle besetzt worden. Im Augendlick. Wären Sie zehn Minuten eher gekom8935— Leute bamen ihnen entgegen, Hans fühlte, wie er rot wurde vor Scham, daß sie barfuß neden ihm herlief. Sie trug die Schuhe unter dem Arm wie ein Pakeichen. Aber die Leute merkten nichts. Schließlich, der eine trögt lange Haare bis auf die Schultern herab, der andere läuft halt barfuß in Hut und Kostüm. Es gibt seltsame Heilige auf der Welt. Wenn er nur seine Nerven behält, überlegte ste. Wenn man nur den Glauben hat und kein Unrecht begeht, der Teusel soll dreinschlagen wenn es nicht doch eines Tages glückt. Alle Not geht auch nur bis zu einer gewissen Grenze die war ein tapferer Kerl. Warten können ist der beste Wechsel für die Zukunft. Sie wohnten ziemlich am Ende der langen Straße, in einem der riesigen Häuser, deren Wohnungen immer billiger und immer kleiner werden, se näher es dem Himmel geht. Eine Nietdroschke überholte die beiden kurz vor dem Ziel. Sie sahen, wie der kleine, dicke Herr Müller von Müller und Co. aus dem ersten Stock ausstieg, wie der Chauffeur die Uhr am Wagen drehte, wie Müller bezahlte. Dann suchte er umständlich nach seinem Schlüssel, öffnete die schwere Tür und schaltete das Licht im Treppenflur ein, daß es wie ein brei les, lachendes Auge auf die Straße hinau loß. Da sah Hans auf der steinernen Treppe zur Haustür etwas Dunkles am Boden liegen stürzie mit einem Sprung vor, hob die Brief=shängt kein Glück.“ rasate auf und hielt sie Hanna hin..:„Und ich sage Dir, diesen Fünfzigmarkschein „Ein Glück, Hans. daß wir gerade nach Herrn Müller nach Hause kommen. Die Tasche väre sonst futsch gewesen.“ „Ja, meinst Du, Herrn Müller gehörte sie?“ ragte Hans enttäuscht. „Aber natürlich, Junge. Wie hannst Du da zweifeln, er hat den Chauffeur entlohnt, nicht gleich seinen Schlüssel gefunden, vielleicht auch einen kleinen Schwips gehabt. Lauf, Du holf: hn noch ein.“ „Nein!“ sagte Hans da und preßte die Zähne aufeinander. Sie war im Augenblick so sprachlos, daß sie nur die Augen aufreißen und ihn anstarren konnte. „Nein“, sagte Hans noch einmal, steckte die Brieftasche in den Rock, als gehöre sie ihm schloß auf und eilte, ohne auf Hanna zu achten und ohne wieder abzuschließen, nach oben. Noch brannte das Treppenlicht, das Herr Müller angeknipst hatte, es konnten also noch keine dre Minuten vergangen sein. Als Hans am ersten rüber kam, schlug iym das Herz so aut, buß er die Hand daruber hien vor Angst nan könnte es hinter der Türe hören, die Müller eben hörbar zuriegelte. Jetzt legte jener die Kette vor. Als sie in ihrem Zimmer ankamen, wagte keiner von beiden zunächst Licht zu machen. „Was tust Du, Hans?“ flüsterte Hanna. Man merkte, wie ihr die Aufregung den Atem verschlug.„Unrecht Gut gedeihet nicht, Hans.“ „Was willst Du denn?“ fuhr er sie an.„Ich kann die Tasche morgen früh noch hinunter tragen.“ „Wie Du meinst, Hans.“ Sie machte Licht. „Ich will erst einmal nachsehen, Hanna. Vielleicht ist die Tasche gar nicht von Herrn Müller, vielleicht ist überhaupt gar nichts drin, nicht einmal eine Visitenkarte.“ Tatsächlich, sie enthielt nicht einmal eine Visitenkarte, keine Papiere, nur eine Straßenbahnkarte, die abgelausen war, und einen Fünfzigmarkschein. ihm die Tasche aber nicht, umso besser. Soll ich sie zur Polizei tragen und anfragen lassen, wer einen Fünfzigmarnschein verloren hat?“ Sie schüttelte den Kopf.„Du kannst es mir einreden wollen, wie Du manst, an de. GCeld hat das Schicksal mir auf die Treppe gelegt.“ Sie saßen die ganze Nacht, redeten hin und her. Als der Morgen graute, machte sich Hans fertig. Es dauerte noch Stunden, bis er endlich gehen konnte, bis der erste Friseur seinen Laden öffnete. Hanna weinte, aber er ging. Der Chef sah ihn noch einmal von oben bis unten an.„Gut. Ich habe auf Sie gewartet. Ich sehe, Sie haben ihren Sonntagsstaat angesogen, darin kann man nicht arbeiten. Sie brauchen mir nichts zu sagen; auch ich habe erfahren, was Not ist. Also hier sind fünfzig Mark, damit Sie sich etwas anschaffen können. Als Vorschuß. Uebrigens, wären Sie unrasiert gekommen, so wie gestern, ich hätte Sie nicht angestellt.“ Hans nahm eine Droschke und fuhr nach Hause. Unerträglicher Gedanke, daß sie um seinetwillen weinte. Und dann weinte sie doch eine Weile weiter und noch viel heftiger. Nicht zu fassen, dieses Glück. Bis sie zusammen hinuntergingen zu Herrn Müller im ersten Sock. Jawohl, Herr Müller sei zu sprechen. Hans hielt ihm triumphierend die Brieftasche hin und mit dem Fünfzigmarkschein seines Chefs. Nein, die kannte Herr Müller nicht, das mußte schon ein Irrtum sein. „Ausgeschlossen, Herr Müller. Ueberlegen sie doch, Sie kamen nach Hause, es war kurz nach Mitternacht. Sie fuhren im Wagen vor. entlohnten den Chaufseur, fanden den Schlüssel nicht gleith—“ „Aber gute Frau, die Tasche gehört mir nicht, was ich Ihnen sage“, lächelte freundlich und bestimmt Herr Müller. Ganz bestürzt standen die beiden da vor ihm. Uebrigens nette, Leute, dachte Herr Müller. Und ehrlich waren sie auch, ein seltener Fall heutzutage. Er brauchte einen Menschen, der ihm vertrauenswürdig war. „Ich finde das sehr anständig von Ihnen, daß Sie mir die Brieftasche anbieten, ohne zu wissen, daß sie mir gehört. Oder vielmehr nicht gehört. Tarf ich Ihnen zum Dank einen Vor„Ein richtiger, echter Fünfzigmarkschein. Hanna stieß einen Schrei aus. „Ich würde an Deiner Stelle doch noch sofor! zinunter gehen, Hans.“ Aber ihm summte der Kopf, seine Hände ziterten. Fünfzig Mark! Er konnte sich Schuhe kaufen. Wäsche, die Nackenhaare rasieren lasen, in aller Frühe zum Chef gehen, die Stelle var ihm sicher. „Hanna, jetzt höre auf mich. Gehört die Tasche ihm, gut so weiß er nicht, wo er sie verloren hat. Was spielen die fünfzig Mark bei ihm für eine Rolle! Uns bedeuten sie ein König reich, mir eine fast sicherer Stellung. Gehör: lschlag machen? Ich hätte in meinem Geschäft seinen ganz bestimmten Posten frei, durchaus eine Vertrauensstelle, sind Sie gebunden?" „Ja, Herr Müller“, stotterte Hans.„Seit heute früh bin ich gebunden. Mit fünszig Mark Vorschuß sogar.“ „Schade“, sagte Herr Müller.„Wirklich schade. Aber mein Haus steht Ihnen offen, sollten Sie mit Ihrem neuen Posten nicht zufrieden sein. Jederzeit offen.“ Er ging selbst, den beiden die Türe zu öffnen Hanna fiel draußen ihrem Manne um den Hals:„Jetzt glaube ich an das Schicksal!“ Der Ehemann bedenke, wieviel Bitterkeit, Kleinärger, der zur großen Gefahr werden hann, mit der eigentlich selbstverständlichen Geldbewilligun für die Ehefrau vermieden wird. Oder empfindet der Mann nicht die Erniedrigung, die für die Frau darin liegt, um jeden Pfennig, jede Kleinigkeit bitten, ja betkeln zu müssen? Daß das Wirtschaftsgeld an sich nicht für die Bedürfnisse der Frau reicht, weiß der Mann ebensowohl wie die Frau. Wozu die langen Debatten darüber? Zur Vermeidung solcher Unzuträglichkeiten, die in ihrer Häufigkeit und Kleinlichkeit viellach so zermurbend wirken, sollten die Eheschließenden vor der Ehe eine„bindende" Abmachung über das Taschengeld der Frau treffen. Die sparsam veranlagte Frau wird sich, in Erkenntnis der Sachlage gern mit einer, wenn auch kleinen, aber bestimmten Summe elnrichten. Die Erziehung der Geschlechter ist eine gemeinsame; die Frau aber genießt in Amerika, wo sie in der Minderzahl ist, vor dem Manne Wir müssen vom Mann verlangen, daß err eine unbedingte Bevorzugung. Wird das eindas Gefühl für Selbständigkeit, das er für seine Ausgaben verlangt, auch bei der Frau Die Frau in Amerika Von P. Wild Amerika— noch immer das Land der unbegrenzten Möglichkeiten— erweckt in uns Bewohnern der„alten Welt" zwar nicht immer allzu großes Verlangen nach persönlicher Fühlungnahme, doch stets das größte Interesse, über seine„neuen“ Menschen Wissenswertes zu erfahren. Betrachten wir daher einmal die heutige amerikanische Frau und Mitschwester in ihrem Wirkungskreis jenseits des Ozeans. mal außer Acht gelassen, weiß sie sich gebührend zu rächen, wie jene Abordnung Frauen, anerkennt. Die herangewachsene Frauengeneration sollte sich aus den Erfahrungen der Vorgeneration heraus für ein, den Verhältnisten entsprechendes„Taschengeld“ der Hausfrau Platz anzubieten. Das genügte. Die prächeinsetzen. Die pflicht= und verantwortungsfreu=tigste Zweckpropaganda für ihre Sache wurde Worten:„Bitte, nehmen Sie Platz, meine Damen“. Wir sprechen in Deutschland von einer„Heldenverehrung“ gegen das männliche Geschlecht, drüben ist es umgekehrt, die„Verhimmelung der Frau“ ist. allgemein. Da die Amerikanerin seit langem eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben spielt, wird sie auch als Wahlfaktor von den verschiedenen Parteien stark umworden. Das vielumstrittene„Prohibitionsgesetz". die Trockenlegung, ist in erster Linie Frauenwerk, das der Mann allerdings mit gleicher Hartnäckigkeit sabotiert, offiziell ist und bleibt Amerika trocken. Dem sonst wenig förmlichen Amerikaner ist die liebenswürdige Höflichkeit gegen die Frau Selbstverständlichkeit. So wird z. B. im Lift kein Herr den Hut aufbehalten, wenn eine Tame eintritt usw. Beim Flirt, dem fanatisch gehuldigt wird, gilt heute größte Behutsamkeit, denn das„busineß=tüchtige, smarte Girl ist geschäftsklug, sie versteht es, ein unvorsichtiges Wort als Eheversprechen vor den Kadi zu dige Frau wird dem Manne zeigen, wie sie mit ihrem kleinen Einkommen zu wirtschaften versteht, und die Praxis wird die Erfohrung lehren, welche Vorteile in rationeller Eintei=!für die Angelegenheit; der Besuch mußte wieJuha Liagen. die mit einer Eingabe zu einem hohen Beam= bringen, und sichert ten kamen, um ihre Sache persönlich zu er= digung“ läutern. Dieser Beamte vergaß absicht ich ihnenshat. de sich den Verhältnissen anzupassen Schönheit, Sport. Beruf sind die Hauptinteressengebiete der Amerikanerin; wissenschaftliche Bildung ist durchschnittlich nur für die akademische Beruflerin. Gesellschaftlich spielt die Rangordnung. nach Dollarwert, eine große aufgezogen, unt. gleichzeitiger Anführung solch empörenden Gebarens seitens eines hohen Beamten. Kurz, jeder interessierte sich plötzlich derholt werden. Der Empfang begann mit den Rolle und die Scheidung Neureicher und der alten Toslacarlstokrakl. it ebenso scharf wie im alten Europa von gestern, es ist kein Beheimnis, daß die Goulds, Vanderbilts, Morgans u. einige wenige andere eben die Aristokratie ist Die reichen, sportlustigen, eleganten und extravaganten Frauen, die Dollarprinzessinnen, finden dabei sehr oft einen wirklichen alten europäischen Titel, vom Baron, Lord, Graf zum Herzog und höher recht begehrenswert und freuen sich, wenn das fair play zu einem „happy end“, also des Uebergangs des Titels an sie führt. Eine ganze Reihe Dollarprinzessinnen haben in den alten englischen Uradel und den anderer Staaten hineingeheiratet. Sicherlich gibt es auch unter den Bevorzugten andersdenkende Frauen, die sich in direkte Extreme verrennen. Eine spielt Dienstmädchen, eine andere heiratet den Chauffeur und so fort, vielleicht nur aus Sensationslust oder Unbefriedigung. Die überwiegende Zahl der Frauen arbeitet beruflich, auch solche, die es nicht aus einem finanziellen Muß heraus tun. Die Natur der Amerikanerin ist aktiv, tätig, sie will und muß aus innerem Drang heraus arbeiten, gleichzeitig liebt sie die Unabhängigkeit, schätzt das Geld sehr hoch ein und braucht für sich viel. Die Arbeit gibt ihr Freiheit des Han d elns. Sie kann sich gut kleiden, Dinge kaufen, welche sie will, vielleicht verdient sie ihr eigenes Auto, einen Eurovatrip, erfüllt sich irgendwelche Liebhabereien oder arbeitet ums tägliche Brot. Die Terufsvorbildung ist sehr sorgfältig, erstreckt sich aber, im Gegensatz zur deutschen, meist nur auf die eigentliche Berufssphäre, was darüber hinausgeht, wird als Ballast betrachtet, und für unpraktische Dinge hat der Amerikaner absolut nichts übrig,— er beschränkt sich auf zweckdienliche. Der Leistungswert an sich wird zum Wertn er der Persönlichkeit. Ein gesundes Stred#n beseelt die amerikanische Frauenarbeit. Vorwärtskommen. Die Arbeiterin will Vorarbeiterin, die Verkäuferin Einkäuferin, kurz jeder will mehr werden und mehr verdienen! Durchweg wird drüben nur die Leistung an sich bezahlt. Beamte sind nur sehr wenige, noch weniger solche, die ein gesetzmäßig gesichertes Alter haben. Die Leistungsbewertung ermöglicht einen Vielverdienst and verlangt gleichzeitig ein Einteilen, Sparen zugunsten des Alters. Die Sozialeinrichtungen sind im weitaus größten Maße privat. Unter anderem sind auch die Lehrkräfte pensionsfähig, oft au Kontrakt angestellt. In den Ferten gehen manche von ihnen weiterem Verdienst nach. Zahl ist Trumpf. Der Stern im Bädeker bedeutet dem Durchschnittsreisenden nichts, wohl aber ein geflüstertes Dollarecho, das hier auch— wieviel— ist eine häufige Wiederholung. Selbst beim Sport geht es um die Zahl. Gelegentlich des Triumphzuges unserer Ozeanüberquerer Köhl und von Hünefeld wurden die Papiermassen der Straße gewichtsmäßig mit denen beim Einzug des Amerikaners Lindbergh verglichen„Laßt Zahlen sprechen“, heißt es drüben. Einen breiten Raum nimmt das Klubleben der Frauen ein. Jeder Beruf, jeder Stand hat „seinen“ Klub, die oft sehr luxuriös und vielseitig ausgestattet sind; wichtig nimmt es die Amerikanerin mit der Schönheitspflege. Von rhythmischer Gymnastik zum Pudern, Schminken bis zum„rasieren“ der Beine geschieht im Klub alles für die Schönheit. Schönsein, Jungsein ist die Devise, die nicht nur aus persönlichen, fondern aus geschäftlichen Notwendigkeiten unerläßlich erscheint. Darum der Kampf um die schlanke Linie, der mit wahrhaft bewundernswerter Konsequenz durchgeführt und durch Einhalten der Kaloriennotwendigkeit sorgfältig mit dem gesundheitlichen Gleichgewicht ausbalanziert wird. Und die amerikanische Gattin und Hausfrau? Das Schlagwort„Kameradschaftsehe", das durch Richter Lindsays Buch für amerikanische Eheverhältnisse und Begriffe als neuzeitlich aufgesaßt wird, darf nicht verallgemeinert werden, es ist nicht die Alleinform der amerikanischen Ehe. Von ernster Seite wird seine Auffassung vielfach nicht geteilt. Lassen wir Professor Huller, Visconsin University, zur Frage Stellung nehmen, hören wir, wie er als Amerikaner die amerikanische Gattin und Mutter beurteilt.„Die bisherige Art des Lebensbundes ist in viel höherem und reinerem Sinne eine wahrhafte Kameradschaftsehe. Es ist sicherlich nicht zuviel behauptet, daß eine Hausfrau mindestens ein Dutzend Berufe ausübt und erfüllt... sicherlich werden die meiden der Ueberzeugung sein, in der pflichtbewuhren Gattin und Mutter die beste Kameradin zu erblicken.“ Vom ameriknnischen Heim ein andermal. Die flüchtige Skizze vermag nur deutend hin und herzuweisen und zeigt, wie die amerikanische Frau auf allen Gebieten kraftvoll und ehrgeizig ihren Platz erobert und, wenn nötig. ihre Ellenbogenfreiheit zu erkämpfen weiß. —5— Echte und falsche Pelze Pelze sind Trumpf! Pelze beherrschen auch in der jetzigen Herbstsaison die Damenmode Ueberall, wohin man blickt, schmückt der Pelz sowohl die Backfische in jugendlicher Frische, als auch die ehrwurdigen Matronen im Greisenhaar. Die Pelzgeschäfte machen gute Kassen, denn die Preise sind in stetigem Steigen begriffen. Die Ursache dieser Steigerungen begreift man, wenn man erfährt, daß die Zahl der Pelztiere immer geringer wird. Die mit den schönsten Pelzarten ausgestatteten Tiere werden von den halbwilden Trappern, die sie jagen, in immer unwirtlichere Gegenden verdrangt, wo sie infolge Nahrungsmangel zugrunde gehen. Andererseits sind alle Versuche diese kostbaren Tiere in großen Gehegen zu züchten und regelmäßig zu futtern, zum Teil fehlgeschlagen. Die Tiere wurden kränklich und die Felle wertlos. Die ungeheüre Wertsteigerung hat es nun mit sich gebracht, daß eine große Anzahl von Nachahmungen in den Hander kommt, von Nachahmungen, die oft als echt verkauft werden. Viele Fälschungen laufen unter der Flagge der Echtheit, was zur Folge hat, daß der Käufer bei der Erwerbung eines Pelzes äußerst mißtrauisch ist. Nicht selten ist jedoch die s.uferin selbst daran schuld, wenn sie betrogen wird. In einem guten Geschäft erfährt sie, daß es unmöglich ist, einen echten Pelz zu dem Preise zu erstehen, den sie anlegen kann oder will. Der Not der Zeit entsprechend such: sie nach billigen Gelegenheitskäufen und finbet meist jemand, der ihr bei ihrer Selbsttäuschung behilflich ist und ihr sagt, daß sie echten Seal gekauft hat, während das Fell in Wirklichkeit von einem ganz gemeinen Karnickel stammt. Leicht werden die Reisenden betrogen, die Rußland oder Nordchina besuchen und bei dieser Gelegenheit an Ort und Stelle billige Felle kaufen. Lassen sie in der Heimat die Peize von einem Sachverständigen untersuchen, so erfahren sie zu ihrem Schrecken daß die mitgebrachten Waren nicht einmal die verzinkte Seekiste wert sind, in der sie stolz über die Meere gekommen sind. Es gibt eine Methode, wenn man beim Pelzeinkauf sicher gehen will, indem man den gewünschten Schmuck bei allerersten, lange bestehenden Firmen, die ihre Waren aus erster Hand auf dem offenen Pelzmarkt beziehen, kauft. Die Fälschungen im Pelzhandel bestehen erstens in „Verschönerungen“, schlechtausgefallener, aber echter Felle, dann aber auch und hauptsächlich in der Herstellung„echter“ Ware aus anderen Tierarten. Gerade dieses Verfahren wird mit dem größten Erfolg bei den beliebtesten und teuersten Sorten, bei den dunklen Schattierungen des russischen Zobels angewendet. Wenn man einen Sachverständigen fragt, wie er die feinen Unterschiede herausfindet, so wird er antworten:„Ich kann Ihnen das nicht erklären. Dazu muß man das besondere feine Empfinden haben. Wenn ich mit Hand und Auge ein Fell prüfe, so fühle ich, was echt und was falsch ist.“ Immerhin kann man einige Merkmale angeben, die den Käufer vor allzu groben Fälschungen zu schützen imstande sind. Legt man beispielsweise das Fell einmal wie eine Serviette zusammen, hält die umgelegte Kante gegen das helle Sonnenlicht, und blickt durch das Haar, so sieht man, daß die Spitzen der Haare dunkler sind, als deren untere Hälfte. Bei gefärbten Pelzen bildet die Farbe eine gerade Linie, da man nicht jedes Haar einzeln färben kann, bei echten Pelzen ist diese Linie von zahlreichen Kurven unterbrochen. Ein anderes Verfahren ist es, ein paar der dunkelsten Haare auszurupfen und sie in eine starke Säure zu legen. Echter Zobel wird um einige Schattierungen heller, der Charakter der Farbe bleibt aber der gleiche, während das gefärbte Haar unter dem Einfluß der Säure janz anders, oft orange, purpur, ja grün wird. Der Verkauf gefälschter Ware für echte wird natürlich bestraft wie jeder andere Betrug. Will man daher sicher gehen, so lasse man sich vom Verkäufer einen Schein geben:„Echt und nicht gefärbt“. Wie reinigt man Kleider?.. Gründliche Ratschläge von Cläre Wirsig. Wenn es auch bequem ist, angeschmutzte Kleidungsstücke zur chemischen Reinigung fortzugeben, so verursacht dieses Verfahren doch so erhebliche Kosten, daß die Hausfrau selbst versuchen muß, durch sorgsame Behandlung und sofortiges Entfernen aller entstehenden Schäden die Kleidung solange wie möglich bei gutem Aussehen zu erhalten. Werden die Kleider sofort nach dem Gebrauch auf den Bügel gehängt, schmutzige Stellen beseitigt und gedruckte gebügelt, so bleiben sie lange tadel#### frisch. Es ist aber nicht zu vermeiden, daß mit der Zeit durch das Sitzen Glanzsteilen entstehen. Da wird zuerst durch gründliches Klopfen der Staub entfernt, wobei man den Taschen und Säumen besondere Aufmerksamkeit widmet. Danach wird sorgfältig von links nach rechts Strich für Strich geburstet. Nun werden die Flecken entfernt, wovon weiter unten noch die Rede sein wird. Dann wird das Kleidungsstück auf eine ungestrichene Tischplatte oder Bank gelegt und mit lauwarnem Salmiakwasser und einer weichen Bürste ganz leicht überbürstet, wobei zu beachten ist, daß der Stoff nicht stark durchnäßt werden darf. Mit einem sauberen Tuch wird nachgerieben und gebügelt, damit der Stoff nicht etwa stark einläuft. Stellen, die man von links nicht bügeln kann, werden von rechts geplättet, nachdem man ein Tuch darüber gelegt hat. Dunkle Wollstoffe kann man ohne Sorge so behandeln, bei derberen kann man auch statt des Salmiakwassers solches mit Quillayarinde nehmen. Bei helleren Wollstoffen muß man erst an einer unauffälligen Stelle versuchen, ob der Stoff die Behandlung verträgt, denn es kann dabei vorkommen, daß die Farbe leidet. Haben wollene Sachen an den Aermelrändern oder Säumen Schaden gelitten, oder müssen Kleider verlängert werden, so werden vor der obigen Behandlung erst alle Stellen aufgetrennt, die ausgebessert werden müssen. Hel.e wollene Kleider, seidene Blusen und dergl. müssen oft ganz gewaschen werden. Niemals sollte man das tun, ohne vorher eine Stoffprobe gewaschen zu haben, an der man sehen kann, ob der Stoff stark einläuft und ob die Farbe auch die Wäsche verträgt. Bei einlaufendem Gewebe muß man vor dem Waschen die Säume auftrennen, damit die schmutzigen Streifen am Bruch vollständig entfernt werden, denn im Wasser übersieht man sie leicht. Das Waschwasser ebenso wie das Spülwasser dürfen nur handwarm sein. Der Stoff soll nie mit der Seife eingerieben werden, sondern man stellt ein Seifenwasser her aus Gallseife, milder Kernseife oder Seifenflochen. Dann drückt man die Sachen hinein und wäscht sie gründlich, am besten mit einer weichen Bürste, wobei man das Reiben vermeidet. Nachdem man mehrmals gespült hat, ohne zu wringen, legt man die Stücke auf die Bank und drückt mit dem Nudelholz das Wasser heraus. Wollsachen sollen möglichst rasch trochnen, damit sie nicht zu sehr einlaufen. Sie dürfen aber weder in der Sonne noch am Ofen hängen, sondern am besten in Zugluft. Sollen Flecke aus Kleidern entfernt werden, so muß zuvor der Staub gründlich abgebürstet werden. Zum Fleckenentfernen benutzt man am besten einen Lappen vom selben Stoff. Tintenflecke machen der Hausfrau viel Verdruß. Sie lassen sich aus Waschstoffen durch Betupfen mit Wasserstoffsuperoxnd, dem man etwas Salmiak beimischt, leicht entfernen. Sie müssen dann an der Sonne trocknen. Oder man behandelt sie so lange mit Zitronensaft, bis sie blaß geworden sind, und legt sie dann einige Minuten in Javellawasser. Danach wird gut gespült. Aus weißen Stoffen entfernt man Tintenflecke am besten durch Einreiben mit reifen Tomaten. Sie sind vollständig unschädlich, da sie das Gewebe nicht angreifen. Auf diese Weise verschwinden auch Tintenflecke an den Fingern sehr schaell. Tintenflecke in Wollstoffen läßt man eine Weile in gereinigtem Glyzerin weichen und wäscht dann mit warmem Seifenwasser nach. Fettflecke kommen wohl am häufigsten vor. Aus Wolle entfernt man sie, indem man unter die Stelle ein Stück Leinen legt, einen Wattebausch in Benzin taucht und den Fleck ausreibt. Leicht bleiben Ränder zurück. Diese werden mit Gipsmehl dich bestreut, das man nach ein paar Stunden entfernt. Den Fettfleck im Seidenstoff betupft man mit Branntwein und läßt ihn eine Stunde liegen. Dann reibt man mit dem Finger Eigelb darüber und spült mit Wasser nach. Flettflecke auf Samt, ebenfalls Druchfleche reibt man mit Zwiebelsaft ein, den man